Faster Pussycat! Kill! Kill! – In seiner ganzen Pracht online

Einer der größten Exploitation-Filme überhaupt und der erste Film, den ich von Russ Meyer – der mehr drauf hat als große Brüste – gesehen habe, wurde im November letzten Jahres komplett auf YouTube hochgeladen. In Faster Pussycat! Kill! Kill! (1966) steht eine Gang von drei aggressiven, schnelle Autos liebenden Stripperinnen im Mittelpunkt. Nachdem diese einen jungen Mann getötet und dessen Freundin entführt haben, landen sie bei einem Farmer und seinen zwei Söhnen. Auf der Jagd nach deren Vermögen kommt es zu einer Gewaltorgie.

Der Film, der unter dem selten dämlichen Titel Die Satansweiber von Tittfield in Deutschland veröffentlicht wurde, verbindet auf grandiose Weise Western, Action, Thrill und verklemmte Pop-Erotik zu einem ganz eigenartigen, einzigartigen Cocktail irgendwo zwischen proto-Feminismus, Chauvinismus und lächerlichen Jungs-Fantasien. Irgendwie cheesy, irgendwie geeky, irgendwie funny und trotz und gerade wegen überhöhtem Trash-Faktor einer der großen Klassiker des traditionellen Exploitation-Films. Roger Ebert schrieb dazu:

What attracts audiences is not sex and not really violence, either, but a Pop Art fantasy image of powerful women, filmed with high energy and exaggerated in a way that seems bizarre and unnatural, until you realize Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Jean-Claude Van Damme and Steven Seagal play more or less the same characters. Without the bras, of course.

via

Links fürs Wochenende

Museumsführung

Katja Dittrich bloggt über den Wahnsinn eines Louvre-Besuchs.

Are You There, God? It’s-a Me, Mario!

Overthinking darüber, was Videospiele und Kreationismus gemein haben können. Does Mario believe in Shigeru Miamoto? (Englisch)

Porträt: Voll Hardcore

Interview mit der libanesischen Rapperin Malikah:

Malikah ist eine stolze Muslima und rappt wie eine Maschinenpistole. Sie ist überzeugt: HipHop ist auch wichtig für die Demokratisierung der arabischen Welt.

Prothetik und Inklusion sind kein Gegensatz

Enno Park, der früher fast schwerhörig gehörlos war und heute elektrische Implantate trägt über die Frage ob seine Entscheidung für die Prothese dem Inklusionsgedanken zuwiderläuft. Interessant ist auch die Debatte unter dem Artikel.

Hoëcker, Sie sind … im Interview

Hoaxilla, der skeptische Podcast aus Münster hat einen ganz besonderen Gast in seiner Januar-Sendung. Bernhard Hoëcker, nicht nur bekannt aus Genial Daneben sondern ebenso GWUP-Mitglied, äußert sich über 90 Minuten zu seiner Arbeit als Science Kabarettist, zu seiner wissenschaftlichen Leidenschaft und dem Skeptizismus. Hörenswert!

Expertenkultur!!

Johannes Kreidler bricht eine Lanze für Expertentum und Intellektualismus in der Neuen Musik:

Musik ist mehr als Emotion, Groove und Völkerverbindung, Musik kann auch asozial schwer verständlich sein und auch dazu hat sie ihr gutes Recht. Andernfalls nennen wir es künftig eben „ästhetische Akustik“. Übrigens heißt Intellektualisierung überhaupt nicht Verlust von Unmittelbarkeit – es gibt Mathematiker, denen beim Anblick einer Formel Tränen in die Augen treten.

Alternative Atari Games

Sehr coole, weird geeky Fotostrecke beim Retronauten.

YouTube-Rewind: Die beliebtesten Videos des Jahres 2011

Rebecca Black schlägt Nyan Cat…. Naja…

IVE

Mal wieder ein süchtigmachendes Flashgame mit simplem Spielprinzip und großartiger Action. Der Plattformer IVE wird vollständig mit der linken Maustaste gesteuert… und wird trotzdem mit der Zeit verdammt anspruchsvoll: Springen, Boosten und in Quick Time Events gegen Roboter kämpfen. Groß!

Letztes Jahr auf Seite360:

Voller Tatendrang starten wir in das Jahr 2011: Rinko rezensiert Somewhere von Sofia Coppola sowie das 00er Album 19 von Adele und widmet sich der goldenen Stimme Ted Williams. Florian spekuliert über das Potential Wim Wenders in Bayreuth und lauscht den hörenswerten Alben des Januars. Marcus findet derweil  in Erich Kästners Fabian “The man in the mirror”. Außerdem stehen die ersten 90er Jahre Filmretrospektiven im Fokus: Als das wären Die besten Horrorfilme 1 und 2, Die besten Liebesfilme 1 und 2 sowie Die besten Erotikfilme, zu denen laut Florian Basic Instinct aber definitiv nicht gehört. Mit dem Musikjahr 2010 haben wir ebenfalls noch nicht ganz abgeschlossen und so gibt es gleich zwei Nachschläge aus der Heimat, bei denen wir Kristof Schreuf, Hans Unstern und Bratze sowie 1000 Robota, Antitainment und Frittenbude unsere Aufmerksamkeit widmen.

Raiders of the Lost Archives: Indiana Jones auf der Suche nach seinen Ursprüngen

Großartiger Comparison Cut von StooTV: Die komplette Eröffnungssequenz von Jäger des verlorenen Schatzes (1981) verglichen mit den Inspirationsquellen. Das sind in diesem Fall zahllose Western, Abenteuer- und Actionfilme von 1919 bis 1973. Tatsächlich kenne ich ziemlich wenige der Vorbilder, aber grundsätzlich ist es schon erstaunlich und bemerkenswert, wie krass “inspiriert” Spielberg und Lucas bei der Inszenierung des Klassikers waren.

via Dangerous Minds

Trailerprogramm: Prometheus, The Hobbit, Bad Ass, John Carter, Keyhole, Schilf, Mars et Avril, MIB 3, The Theatre Bizarre, A Monster Calls

So, Winternickerchen ist vorbei… und damit zurück zur Seite360-Normalität. Irgendwann im Frühherbst dieses Jahres haben wir damit angefangen, Trailer zu kommenden Filmen in einzelne, wöchentliche Artikel zu hauen, die meistens Dienstags veröffentlicht wurden. Das will ich versuchen in der Form auch nächstes Jahr weiter zu führen, einfach weil es irgendwie doch mehr Sinn macht, kommende Filme und spannende Trailer geballt zusammen zu fassen, anstatt das Blog täglich mit einzelnen Artikeln, die nur einen Trailer enthalten, zuzuspammen. Da die letzten Wochen diesbezüglich nicht viel bis gar nichts gelaufen ist, gibt es einiges nachzuholen… Sprich, ne Menge frischer und weniger frischer Trailer folgen nach dem Klick.

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Links fürs Weihnachtswochenende

Weihnachts-Cartoons bei NICHTLUSTIG

Just that! Zur Einstimmung aufs Fest…

Klugscheißer? Ein Ressentiment gegen Hochbegabte!

Harald Martenstein macht sich Gedanken über diskriminierende und diskriminierungsfreie Schimpfwörter und interessiert sich dabei vor allem für eine Facebook-Seite, die sich um das selbe Thema kümmert.

“Trash-Fernsehen ist wie Fast Food”

Interview mit Philipp Walilus, der im Fernsehen auf die billigen Sendeplätze abgeschoben ist, dessen herausragende TV-Satiren aber auf YouTube ein richtiger Renner sind. Der Channel Walulis sieht fern gehört einfach mal mit zum Besten, was es derzeit auf Youtube zu suscriben gibt.

Wissenschaft? Na klar!

Naturwissenschaft ist nicht nur wichtig, um zu verstehen, wie die Welt rund um uns funktioniert, sie ist auch noch spannend, sie ist schön, sie ist wertvolles Kulturgut. Eine Beobachtung, die uns ein neues Naturphänomen erkennen lässt, kann das selbe Bauchkribbeln hervorrufen wie gute Musik. Eine Theorie, die in schönen, einfachen Formeln große Wahrheiten festhält, kann ähnlich begeisternd sein wie Poesie.

The 36 worst Action Figures from iconic Toy Lines

All das, was damals kein Kind unterm Weihnachtsbaum sehen wollte. Grauenhafte Actionfiguren, die sich irgendwie in eigentlich ziemlich coole Spielzeugserien geschmuggelt haben: Prostitute April O’Neil, Stinkor, German Mechanic from Indiana Jones, Wheelchair Rocky, Invisible Woman, Aunt Mary from Spiderman and many more.

The Word ALONE

Nettes, kleines Puzzlespiel für zwischendurch. Kombination aus Scrabble und einem entspannten Tetris-Klon, die zumindest für eine oder zwei Runden Spaß macht, allerdings kein Suchtpotential birgt. Gut so, schließlich will man an diesem Wochenende ja auch Zeit für seine Liebsten haben.

Disneycember

Doug Walker alias That Guy with the Glasses produziert derzeit knackige, pointierte Video-Reviews zu so ziemlich jedem Disney-Zeichentrickfilm, der jemals produziert wurde. Und an Weihnachten gibt es nachweislich nichts Schöneres, als sich an all die wunderbaren Momente der Kindheit zu erinnern, zu denen die Walt Disney Company ebenfalls nachweislich einen erheblichen Teil beigetragen hat.

Letztes Jahr auf Seite360:

Wie dieses Jahr, wie jedes Jahr… WEIHNACHTEN! Und damit auch so etwas wie ein wohlverdienter Kurzurlaub für alle Schreibenden. Das waren dann zusätzlich auch die letzten Tage, die wir auf unserer alten Domain unter wordpress.com unterwegs waren. Noch vor dem Jahreswechsel haben wir alles zusammengepackt und sind auf die Domain hier umgezogen, wo wir uns seitdem ausgebreitet und es uns gemütlich gemacht haben…

Trailerprogramm: The Raid, The Cabin in the Woods, Black Gold, I am not a Hipster, Into the White, Wish you were here, Ai to Makoto

The Cabin in the Woods [Drew Goddard]

Sieht schon ziemlich amtlich aus. Da werden klassische Slasher- und Backwoodhorror-Klischees zitiert und genüsslich durch den Mystery Science Fiction Fleischwolf gedreht. Wer jetzt an ne geerdete Teenie-Version von Cube denkt, liegt wahrscheinlich gar nicht mal so falsch. Die Frage ist, wie sehr sich der Film auf das Spiel mit den Genre-Referenzen einlässt, oder besser gesagt, wie mutig er ist, diese zu dekonstruieren. Denn gesehen hat man die Zutaten dann doch schon mal alle, irgendwo, irgendwie… nur eben noch nicht in dieser Kombination. Dem Trailer – der ziemlich verspoilert scheint – nach zu urteilen, läuft alles auf ein großes Mindfuck-Finale hinaus. Das muss auch erst einmal den Erwartungen entsprechen, sich nicht auf abgedroschenen Pfaden bewegen. Ist ja nach den ganzen Matrixes und Existenzen alles andere als einfach… Sieht trotzdem echt nett aus.

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The Films of…Guy Ritchie, Tim Burton, Ridley Scott, Christopher Nolan, Danny Boyle (and many more)

In unserer Redaktion ist eindeutig Florian der größere Film-Nerd von uns Beiden und er könnte noch im Schlaf irgendwas über komische Kunstfilme aus den 70ern erzählen. Kees van Dijkhuizen jr. hingegen hat sich weitaus weniger subtilen Stoff ausgesucht, aber auf die Idee die Filme von Guy Ritchie, Tim Burton, Ridley Scott, Christopher Nolan,Danny Boyle u.v.a. auf ihre typischsten Szenen zu cutten, ist großartig und gerade eine extrem willkommene Abwechslung von dem wahrscheinlich bisher scheußlichsten, nassesten und langweiligsten Tag in diesem Jahr. Mich hätte ja noch Michael Bay interessiert, aber eine 5 minütige Anreihung von Explosionen muss dann auch nicht sein.

 

 

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Was Arnold Schwarzenegger von Total Recall zu erzählen weiß…

Ich habe das ja zuerst für ein Fake gehalten… Ist es aber anscheinend tatsächlich nicht. Dem 80er und 90er Actionhelden Arnold Schwarzenegger wurde das verlockende Angebot gemacht ein paar Zeilen für die DVD-Kommentare von Total Recall (1990) einzusprechen. Der Film, der in unserer 90er Science-Fiction-Retrospektive gewürdigt wurde, ist ja wirklich ein bombastisches, großes Action-Sci-Fi-Spektakel. Mit den Kommentaren von Arnie wird er nun umso besser.

Der ehemalige kalifornische Gouverneur scheint nämlich keine Ahnung davon zu haben, was für gewöhnlich bei Audio-Kommentaren so erzählt wird, scheint noch nicht einmal das Konzept der narrativen Begleitung eines Films verstanden zu haben: Und so beschreibt er frei Schnauze im trockensten englisch (mit Aussie-Akzent) was auf dem Bildschirm geschieht. Das klingt dann ein wenig wie ein zwölfjähriger Hauptschüler, der sich holprig und unbeholfen an einer Textanalyse versucht. Peinlich für den Terminator, lustig für den Rest der Welt… und in großen Teilen auf YouTube zu bestaunen, mit all der Fassungslosigkeit, die diese Audio-Kommentare verdienen. Have Fun!

via Iwatchstuff

Trailerprogramm: 21 Jump Street, You are not so smart, Perfect Sense, Fear of Falling, I believe I can fly, GTA5, We are the Legion

We are the Legion [Luminant Media]

Für 2012 angesetzte Dokumentation über Ursprünge, Ideale, Attitüde und Aktionen der Hacktivisten von Anonymous, die ja derzeit – Dank der Drogenkriege in Mexiko – wieder in aller Munde sind. Sieht gut aus, gerade weil sich der Film offensichtlich in der Dynamik und im Rhythmus an der Geschwindigkeit des Netzes orientiert. Ordentliche Bilder, ein hektisches – und gerade dadurch passendes – Spiel mit der Bildgestaltung, viele Interviews und interessante “Actionshots”. Jepp, macht Laune.

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Wie oft Michael Bay in seinen jeweiligen Filmen Dinge in die Luft jagt…

Ich hasse, hasse, hasse Michael-Bay-Filme. Und nein, das ist weder cineastischer Snobismus noch das fehlende Gespür für cooles Action-Kino. Das können andere Regisseure viel, viel besser. Und abgesehen von The Rock und meinetwegen Bad Boys hat der Michael echt nur müllige Pubertäts-Action und Army-Marketingclips fabriziert. Überhaupt, wer so etwas wie Pearl Harbor verbricht, sollte mit Kinohausverbot nicht unter zehn Jahren bestraft werden. Anyway, der Designer Jeffery Frankenhauser hat ein wenig die Filmographie von Michael Bay analysiert. Heraus gekommen sind Infografiken zur Explosionsdichte, zum Bodycount, den Kosten und Einspielergebnissen seiner Filme.

Interessant ist natürlich die offensichtliche Korrelation zwischen Explosionsdichte und Einspielergebnissen (Giv’em what they want), noch interessanter die weniger offensichtliche Korrelation zwischen Explosionsdichte und Qualität der einzelnen Werke. Ich mache dann mal meine ganz persönliche Rechnung auf: Je mehr Explosionen, umso schlechter der jeweilige Film. Die guten The Rock (1996) und Bad Boys (1995) und der okaye Die Insel (2005) weisen relativ wenige Explosionen auf, während die Totalkatastrophen Pearl Harbor (2001) und Transformers II (2009) alle paar Minuten irgendetwas in die Luft sprengen müssen. Also entweder finde ich Explosionen scheiße, oder der gute Herr Bay versucht offensichtliche, mangelhafte Qualität durch viel TNT wegzublasen…

via Neatorama

Deutsche Filme der 90er Jahre: War da was?

Als ich die Liste für die besten Filme der 90er Jahre – sortiert nach Genres – angelegt habe, hat die ganze Redaktion fleißig mitgeholfen. Rinko hat dann auch ganz euphorisch eine Liste mit den besten deutschen – beziehungsweise deutschsprachigen – Filmen der 90er Jahre angelegt (Artikel von ihm in Arbeit), wovon ich so gut wie gar keinen kannte. Die, die ich kenne und sehr schätze, habe ich dann zu den anderen Genres gelegt… vorerst ohne mir große Gedanken zu machen. Es wäre mühselig jetzt zu grübeln, ob es Sinn macht, eine Best-Of-Liste für nationale Filme aufzustellen: Natürlich hat der Deutsche Film in jedem Jahrzehnt Spezifika, die ihn von anderen Ländern abheben. Und natürlich verdienen es diese Spezifika auch, näher genannt zu werden. Am stärksten kommt dies wohl beim Neuen Deutschen Film der 60er und 70er Jahre zur Geltung. Werner Herzog, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder… Diesen großen Regisseuren gelang es damals tatsächlich dem Deutschen Film eine besondere Note, ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Kino zu geben. Aber wie sieht es eigentlich in den 90ern aus? Was waren die Momente, die das deutschsprachige Kino von internationalen Produktionen abhob… Und sind diese ein Grund für cineastischen Patriotismus?

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Superior Firepower: The Making of Aliens – Dokumentation

Okay… ich habe das jetzt noch nicht gesehen und werde dieses Wochenende vermutlich auch nicht mehr dazu kommen. Aber, trotzdem gibt es an dieser Stelle erst einmal ein präventives “Wow!”. Über drei Stunden dauert das Making of Superior Firepower, in dem es um die Entstehung des zweiten Teils der legendären Sci-Fi-Horror-Franchise Aliens (1986) geht. Das wird demnächst definitiv verschlungen:

This feature-length documentary plus extras, made especially for the 2003 Aliens (1986) DVD release, is incredibly informative with all its interviews with both the cast and crew, as well as behind the scenes footage filmed during the making of the film. Every possible element towards what went into making the movie is included here and gives fans an overload of information to fill their brains with.

via Mururoar

Die 90er Jahre: Die besten TV-Serien des Jahrzehnts I

Serien-Unterhaltung die Erste: Wie schon in der 00er Retrospektive will ich zum Abschluss der 90er Kanonisierungs-Tour-de-Force noch einen kleinen Blick auf die TV-Landschaft des Jahrzehnts werfen. Gleich zu meiner Entschuldigung: Die meiste Zeit über in den 90ern war ich ein Jugendlicher, die andere Zeit ein Kind. Dementsprechend nostalgisch ist dieser Rückblick gefärbt. Es gibt mit Sicherheit mehr als genug Kandidaten, bei denen man heute denken könnte: What? Wieso gehören die da rein? Sollten hier nicht die besten Serien stehen? Nun, die TV-Erzeugnisse der 90er Jahre sind tatsächlich um einiges ruppiger gealtert als die cineastischen Perlen. Und ja, dieser Rückblick ist durch die rosarote Nostalgie-Brille geschrieben. Aber was solls. Ich habe diese Serien geliebt. Und die meisten liebe ich auch heute noch. Manche – wie die Batman Zeichentrickserie – habe ich sogar weitaus später erst für mich entdeckt. Aber den Großteil machen eben doch die Nostalgiehits aus: Star Trek TNG, Are you afraid of the Dark?, Alfred J. Kwak, Picket Fences… Gott, was habe ich die abgefeiert, was habe ich jeder neuen Folge entgegen gefiebert! Insofern teile ich an dieser Stelle auch einfach ein Stück Erinnerungskultur… Ähm, ja: Viel Spaß damit.

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Trailerprogramm: The Girl with the Dragon Tattoo, Attack the Block, Urbanized, Luck, The Grey, ZOMBINLADEN

The Girl with the Dragon Tattoo [David Fincher]

Seitdem es David Fincher sogar geschafft hat, die Geschichte eines Internet Start-Ups mitreißend zu erzählen, hat er bei mir so etwas wie Narrenfreiheit. Ich vertraue ihm… fast blind. Und auch wenn ich überhaupt kein Fan dieses nordischen Thrillerkonzepts à la Stieg Larsson bin, so scheint The Girl with the Dragon Tattoo mein Vorschussvertrauen nicht zu enttäuschen. Wirkt schön düster, dicht und vor allem mit permanenter Spannung aufgeladen. Wie gesagt, ich kenne weder die Vorlage noch deren erste filmische Umsetzung. Ich freue mich aber definitiv auf diese Interpretation des Fight-Club-Regisseurs.

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Really Fucked Up Super Heroes – Rezension zu “Super” von James Gunn

Zu den Filmen, die mich im letzten Jahr am meisten enttäuscht haben, gehört auf jeden Fall die halbgare, möchtegerncoole und sich dem Nerdtum anbiedernde Superheldensekonstruktion Kick-Ass. Eine nette Idee, der allerdings in letzter Konsequenz die Eier fehlten, um mehr zu sein als ein lauer tarantinoesker Reißer ohne Biss. So viel Potential, so viel Mindfuck-Möglichkeiten… einfach verschenkt. Ein Glück, dass die Idee des simplen Next-Door-Superhelden nicht nur den Kick-Ass-Machern in den Sinn kam, sondern ebenso Slither-Regisseur James Gunn. Und dieser James Gunn hat Eier… und was für welche. Super, der sträflicherweise immer noch keinen deutschen Kinostart-Termin hat, ist das bösartigsten und abgefuckteste Stück Nerd-Film, das mir in letzter Zeit untergekommen ist. Indie Komödie, Actionspaß, Referenzfest… Und nicht nur das: Nebenbei zertrümmert dieser infame Streifen auch die gesamte Superheldenmythologie im Vorbeigehen, tritt ordentlich rein in die Zwiespältigkeit von selbsternannten Rächern und wandelt sich mehr und mehr zur düsteren, tragischen und zutiefst pessimistischen Parabel auf Verbrechen und Strafe, auf Schickslasgläubigkeit und Wahn.

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