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Deutschrap und so #7: Absolute Beginner – Gustav Gans


Beginner — Gustav Gans

Muss man wohl nicht viel zu sagen: Der Optimist unter den deutschen Hip Hop Songs. Zaubert einem schnell ein Lächeln auf die Lippen, findet man zum Kotzen, wenn man schlechte Laune hat. Feinste Line: “Und warum nicht alles leichter nehmen / und dafür sorgen dass es weiter geht. / Auch wir kennen die Ups and Downs, / doch heute wollen wir Positives in die Gasse hauen.”

wie

Deutschrap und so #1: Dynamite Deluxe – Wie Jetzt

Ja genau. “Wie jetzt?” dachte ich, als Flo mir, genauer uns in einer Skypesitzung den Vorschlag unterbreitete eine Trackserie mit deutschen Rapacts zu machen, so als Bestandsaufnahme, meinte er. Ich so: “Alter, auf die Idee wärst du besser schon letztes Jahr gekommen. Eigentlich wollte ich mit dem Thema durch sein. Für mich ist das alles nur noch ne Schwemme, ein Überangebot, das mir ziemlich auf den Sack geht.” Grundsätzlich: Flo und Hip Hop, das ist so wie … halt zwei Dinge die einfach nicht zusammenpassen. Im Grunde war aber die Idee eine Sammlung anzulegen, von Musik die einen eine Weile begleitet hat, gar nicht so verkehrt.

Ich versuche grob chronologisch vorzugehen, keine Ahnung wie es Rinko und Flo handhaben werden. Eigentlich müsste ich dazu mit so Acts wie FETTES BROT oder DIE FIRMA beginnen, aber einerseits wird das bestimmt bei den anderen beiden, sehr wahrscheinlich bei Flo auftauchen und andererseits habe ich das ja nur aus Versehen gehört. Wirklich cool wurde das alles erst um die Jahrtausendwende. (“Bambule” von den ABSOLUTEN BEGINNERN habe ich erst ein, zwei Jahre später entdeckt.) Deswegen beginne ich mit Dynamite Deluxe – Wie jetzt. Denn das ist der Song der mich aus der zehnten Klasse verabschiedete. Sogar ziemlich wörtlich.

Es ist nicht neunzehnsechsundneunzig, sondern, das Jahr Zweitausend. Ich befinde mich gerade auf der Zehnteklasseabschlussfeier, mit ich weiß nicht mehr was für schlechter Musik. Wahrscheinlich sowas wie Blue von Eiffel65 oder Gigi D´agostino und diese ganze Rotze. Vielleicht läuft auch mal Bomfunk MC´s mit Freestyler was eigentlich ganz geil ist. Sonst ist die Musik hier grobe Scheiße. KORN hatte ja schon Besitz von mir ergriffen (freak on a leash), was sollen also diese schrecklichen Töne? “Untight” (sagte man damals so) denke ich. “Das ist nicht fett” (sagte man damals so) denke ich. Unernst und gelangweilt, aber halbwegs notgeil kacke ich dieser einen Bitch (sagt man heute noch) gerade einen Annäherungsversuch hin, der Gott sei Dank scheitern wird. Es wird nicht mal weh tun. (Hatte mir die Notgeilheit auf der Klassenfahrt eingefangen.) Nachdem ich glücklicherweise zurückgewiesen werde, bin ich dankbar, dass zwei alte Kumpels am Start (sagte man damals so) sind , zu denen ich dann auch flüchte, raus aus dem Saal, runter zum Eingang.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon öfter gekifft und natürlich haben die beiden auch ein bisschen Dope (sagten wir damals so) dabei. Ich weiß nicht mehr ob wir uns eine Jolle (sagten wir damals so) gebaut, oder irgendwas gesucht haben um eine kleine MacGyver-Bong zu bauen (wir hätten dieses Hobby zum Beruf machen sollen), weil wir eigentlich immer Köpfe rauchen wollen, das flasht (sagte man damals so) mehr. Joints waren für uns immer Verschwendung. Jedenfalls werden wir irgendwie stoned und der eine Kumpel, hat grundsätzlich seinen Walkman dabei, auf dem auch grundsätzlich Musik läuft und zwar grundsätzlich Deutschrap. Wir stehen da also verpeilt rum, stoned nicht besoffen, was okay ist, weil wir die roten Augen auf eine Besoffenheit schieben können und ich erkenne aus den, wie uns scheint, viel zu leisen Ohrstöpseln “wie jetzt, die Typen wollen rappen wie ich? deluxemäßig flown und styles kicken wie ich? … Die Leute live rocken, nur bleiben sie nicht” und nicke mit. Das ist gutes Zeug (hat bestimmt irgendjemand gesagt)! Es ist der vorläufige Höhepunkt an Raptechnik, die Wellenspitze des Hamburgraps und, rückblickend, die Verkündung einer ganz neuen Welt an Style, ein Übergang. Der Track ist noch so shiny-sauber produziert wie die zur Folklore gewordenen 90er Deutschraps (JEIN) nimmt zugleich aber auch den ichbezogenen Battlerapstyle auf, halt in mehr oder weniger nett. Hamburg City ruled (sagte man damals und vielleicht auch jemand von uns, vielleicht sogar in diesem vergangenen Augenblick)! Das Video spricht auch Bände. Mit dem Helikopter als Sinnbild des Überfliegers, das komplette Gegenbild dessen, was ich die nächsten drei Jahre abfeiern (sagte man damals vielleicht schon; wir sagten es glaube ich nicht) werde .

Beginner melden sich zurück…und ab

Woa, selten so eine coole und ehrliche Ansage einer Band gehört. DJ Mad erklärt mal kurz und knackig, warum die neue Pladde von den Beginnern noch länger braucht warum das RockAlbum von Jan Delay ziemlich scheiße ist und die Fans das Album eh nur runtergeladen hätten oder es mit dem Bambule verglichen hätten. Ach Beginners, dafür nen feddes <3 und…YEEP!

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts IV

Im vierten Artikel der besten deutschen Alben der 90er gibt es mal wieder viele leckere Fileststücke aus Hamburg, das eigentlich in den 90ern das musikalische Mekka Deutschlands war und erst in den 00er Jahren durch Berlin eingeholt oder sogar abgelöst wurde. Indie Rock und Hip Hop hat der Stadt an der Elbe jedenfalls viel zu verdanken, und somit ist diese nicht ohne Grund auch diesmal mit Fünf Sterne Deluxe, Absolute Beginner, Wolfsheim und Rocko Schamoni vertreten. Kreidler konnten damals aber Düsseldorf ebenfalls weiterhin als Trademark für elektronische Qualitätsmusik etablieren, Freundeskreis sendeten ihre Message über die Stuttgarter Stadtgrenzen und ohne Samba wäre Münster wohl auf ewig nur die Heimatstadt der H-Blockx geblieben. Weiterlesen