Schlagwort-Archiv: 9/11

Links fürs Wochenende

Verschwörungstheorien oder strukturelle Analyse des 11. September

Das Thema lässt mich noch nicht los. Und gerade im Hinblick auf die zahlreichen hervorragenden Widerlegungen der obskuren Nanothermit-, Cruise Misile- und False Flagg-Theorien versetzt es mich doch immer wieder in Erstaunen, wie hartnäckig Verschwörungstheoretiker an ihren längst widerlegten in sich zusammenfallenden Gedankengebäuden festhalten. Michael Albert und Stephen R. Shalom lieferten bereits 2002 im Zmag eine gute Erklärung für das Verhalten der Truthseeker und vergleichen das Prozedere der Verschwörungstheorie mit wissenschaftlichen, strukturellen Analysen. Trotz des Alters immer noch lesenswert, gerade weil auch ein eleganter Bogen zu den Gefahren geschlagen wird, die von VTlern ausgehen. Um diesen entgegen zu wirken gibt es selbstverständlich auch nach wie vor aktuelle und ständig aktualisierte Links: Auf Mosaik9/11 habe ich ja schon bei den letzten Links fürs Wochenende verwiesen. Wer noch tiefer eintauchen will, sollte unbedingt bei Debunking9/11 vorbeischauen. Und wer ein wenig zu dem Thema lachen will, dem empfehle ich: Neue Verschwörungstheorie: Stecken Verschwörungstheoretiker hinter den Anschlägen vom 11. September? Ich habe an dieser Stelle erstmal fertig mit dem Thema.

Die Lücke

Regisseur Christoph Hochhäusler (Unter dir die Stadt) über Utopie und Wirklichkeit des deutschen Films:

Ich wünschte, ich könnte Filme machen, die ganz direkt sind, mehr oder weniger nur aus Rohstoffen bestehen, ein konkretes Kino, weder „Avantgarde” noch „Kommerz”.

Die Lücke, die hier klafft, muss die praktische Arbeit schliessen.

Kunst und Terror

Claudia Bodin und Ute Thon waren für das Art-Magazin unterwegs, um die besten, provokantesten und lohnenswertesten Ausstellungen rund um die künstlerische Verarbeitung von 9/11 ausfindig zu machen.

The Artist is Present

Art-Performance-Game nach einem konzeptionellen Kunstwerk von Marina Abramovic. Dazu auch passend dieser Film zur ursprünglichen Ausstellung, deren Höhepunkt die Vorlage für dieses Geduldsspiel war. Mehr Kunstspiel geht echt nicht.

Im Allgemeinen das Hohe wiederfinden

Kein Etikett blieb lange an ihm haften. Zu seinem Markenzeichen wurde allein der Stilsprung. Jetzt ist der Pop-Art-Pionier Richard Hamilton im Alter von 89 Jahren gestorben.

Reich, aber sexy

Interessante Analyse des derzeitigen “Entwicklungsstandorts” Berlin: Wo geht die Reise hin? Zum Londoner Snobismus? Zur urbanen Bürgerlichkeit? Oder weiter zu einer großstädtischen Vielfalt, in der Prekariat und High Society nur einen Katzensprung voneinander entfernt sind?

Die Partei: Wahlkampf mit Krawallsatire

Über das Wechselspiel zwischen der Titanic-Partei, Martin Sonneborn und den Medien, die irgendwie immer noch nicht recht wissen, wo sie “Die Partei” einzuordnen haben und wie sie mit dieser schlagfertig umgehen können, ohne zu Spielverderbern zu werden.

Letzte Jahr auf Seite360:

Die 00er Filmretrospektiven haben so etwas wie Halbzeit, während der Sommer sich brutal dem Ende neigt. Rinko blickt daher noch einmal wehmütig auf das Haldern Open Air zurück, während Florian schon voll im Prog-Herbst angekommen ist und sich dort Demians Mute vorknöpft. Passend zur anstehenden dunklen Jahreszeit werfen wir einen Blick auf die extremen und schockierenden Filme der 00er Jahre und verlieren uns in absonderlichen Skurrilitäten von Terry Gilliam.

9/11 – Schluss mit den “Truther vs. Debunker”-Kriegen! Auf zum Kompromiss!

Ich fresse mich gerade munter die Diskussionen unter einem Scienceblogs-Artikel und bin nach endlos scheinenden Streitereien zu dem Schluss gekommen, dass dieser “Truther vs. Debunker”-Blödsinn zehn Jahre nach 9/11 endlich ein Ende haben muss. Gott sei Dank bin ich auf folgenden Kompromiss von xkcd gestoßen, mit dem eigentlich alle glücklich sein müssten. Die Wahrheit liegt ja bekanntlich in der Mitte… …Und um diesen kurzen Artikel zu vervollständigen, folgt Peter Berling als Rechtsanwalt Scotti, der über versicherungstechnische Fragen der Terroranschläge reflektiert…

9/11 und der Humor – Sick Jokes, Satire und die Suche nach der ironischen Distanz

Jetzt muss ich doch noch einmal kurz ein Thema aufgreifen, das von Spiegel Online unter dem Titel Humor nach 9/11 aufgeworfen wurde… Die Frage ist, wie sehr – oder besser noch, wie gekonnt – wurden mittlerweile eigentlich die Terroranschläge vom 11. September in Comedy und Satire verarbeitet? Dabei attestiert Autor Stefan Kuzmany den großen Humorschaffenden eine gewisse Hilflosigkeit, jedoch nicht ohne auf die humoristische Front im Internet einzugehen:

Den kommerziellen Medien war die globale Internetgemeinde da schon weit voraus – wenn auch nicht unbedingt besonders geschmackvoll.

Das würde ich erst einmal so unterschreiben. Die deutsche wie die amerikanische Comedylandschaft hat sich nach 9/11 ja vornehmlich zurückgehalten, während im Internet platte, provokante – manchmal auch gelungene – Gags wie die Pilze aus dem Boden geschossen sind. Weiterlesen

Supercut: Die Twin Towers als Hintergrund in Filmen

Vielleicht scheinbar nur eine Randnotiz… Aber immerhin beweist die zahllose Verwendung der Twin Towers als Hintergrund in Filmen, wie ikonisch die beiden Gebäude für das Stadtbild New Yorks waren. Oft erscheinen sie nur am Rand des Bildes, mehr als oft werden sie gar nicht näher thematisiert, bilden nur den verschwommenen Hintergrund für die Filmhandlung. Und doch stehen sie wie kein anderes Gebäude für die Verlockungen, Gefahren und die Atmosphäre der prototypischen amerikanischen Metropole. 9/11 verursachte nicht nur als grauenhafter Terroranschlag ein amerikanisches Trauma, sondern ebenso als Angriff auf den architektonischen Mythos der vermeintlich unverwundbaren westlichen Großstadt. Dieser Supercut stammt von Dan Meth und zollt den gefallenen Türmen noch einmal cineastischen Tribut.

“From 1969 to 2001, the Twin Towers made countless cameos in Hollywood films. Sometimes featured prominently in the foreground, sometimes lurking in the distance. This montage celebrates the towers’ all-too-short film career with songs that capture the passing decades. Man, I miss them.”

via

9/11 – Superhelden im Schock

Zum Zehnjährigen der Terroranschläge des 11. Septembers bietet es sich natürlich an, einen Rückblick auf die kulturelle Verarbeitung der Katastrophe zu werfen. Ganz hervorragend geschieht dies auf dctp.tv in dem 45minütigen Interview mit Ulrike Sprenger, die die Reaktionen der klassischen US-Superhelden auf den Anschlag betrachtet.

US-Superhelden (Hulk, Spiderman, Captain America, Iceman, Ironman, The Big Four u.a.) reagierten mit Trauer auf das Attentat gegen die Twin Towers. Feuerwehrhelden mussten sie trösten. Die bedeutendsten Super-Heroe-Creators der Welt haben die neue Arbeitsgemeinschaft zwischen Super Heroes und Realhelden in Bildern festgehalten.Woraus bestehen Super Heroes? Warum konnten sie den Schlag vom 11.9. nicht verhindern, können ihn aber so machtvoll vergelten? Dr. Ulrike Sprenger berichtet.

Links fürs Wochenende

Kritik am “Gutmenschen”: Friedlich, edel und an allem Schuld

Es wäre wirklich mal an der Zeit für eine politisch Studie zum pejorativen Gebrauch des Wortes “Gutmensch” im politischen Diskurs… dieser Artikel liefert allemal einen interessanten Ansatz dazu.

Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester

Interessante Denkanstöße zu einer Feuilletonisierung der Spielkritik, die langsam ins Rollen kommen sollte, wenn Spiele auch als echtes Kulturgut angesehen werden sollen. Auf Kaliban finden sich eine Langfassung des Beitrags inklusive Replik und eine kurze Nachlese zu dem Wirbel den der Text verursacht hat.

Der Kampf des Bösen

Zehn Jahre nach dem 11. September 2001 gibt es nur Verlierer: Der Islam wurde von verblendeten Ideologen als Geisel genommen. Der Westen hat im Kampf gegen den Terror seine Werte verraten. Und jetzt haben wir auch noch die Islamophoben an der Backe.

Fast jeder Filmtitel lässt sich stark verbessern durch den Zusatz ‘in meiner Unterhose’

Eigentlich ein Twitter-Mem, das sein Zenit schon wieder überschritten hat. Die Titanic hat trotzdem den “in my pants”-Gag ins Deutsche übersetzt. Und die Filmfreunde haben fleißig gesammelt. Gar nicht so sehr der Artikel sondern viel mehr die Kommentare sind dort eine wahre Fundgrube an albernen Kalauereien… um mal wieder richtig schön ein wenig rumzupubertieren.

Mosaik 9/11

Da die Terroranschläge vom 11. September sich 2011 zum zehnten Mal jähren, werden selbstverständlich wieder alte Verschwörungstheorien und Truthseeker-Selbstdarstellungen hervor gekramt. Daher kommentarlos der Link zu dieser Seite, die sich intensiv mit den selbsternannten Wahrheitsverkündern wie Bülow und Bröckers auseinandersetzt und dabei die Absurditäten unzähliger Verschwörungstheorien aufdeckt.

Hurra, Sinnlosigkeit!

Sascha Lobo über attestierte Sinnlosigkeiten:

Antipareidolie: Der beliebte Netzkommentar “Das braucht niemand” ist dumm. Denn Sinnlosigkeit ist fast immer situativ und subjektiv.

Letztes Jahr auf Seite360:

Ein Open Source fanmade Radiohead-Konzertmitschnitt begeistert nicht nur uns sondern auch die Band selbst, die zu der Bootleg-Aktion ihren eigenen Sound beisteuert. Die schlechtesten Filme der 00er Jahre unterhalten abwechselnd mit Amusement und Grauen, während Everything Everything den Indie Pop nach dem Indie Pop und Linkin Park den Nu Metal nach dem Nu Metal bereithalten.

Kurzfilm der Woche: 11’09″01 – September 11: Segment Burkina Faso – Kinder auf der Jagd nach Osama Bin Laden

Aus gegebenem Anlass… Ein kleiner Junge begibt sich zusammen mit seinen Freunden in Burkina Faso auf die Jagd nach einem vermeintlichen Osama Bin Laden, um das ausgelobte Kopfgeld für die Schule und seine kranke Mutter einzusetzen. Leider nur mit französischen Untertiteln… aber dennoch mehr als sehenswert.

11’09″01 – September 11: Segment Burkina Faso (2002)

Regie: Idrissa Ouédraogo

Darsteller: Lionel Zizréel Guire, René Aimé Bassinga

 

Kurzfilm der Woche: 11’09”01 . September 11

Infolge der Ereignisse des Samstags ein Kurzfilm über das Zusammenspiel von Leben und Tod aus dem Jahre 2002, der damals in Zusammenhang mit der Tragödie des 11. Septembers  2001 stand.

11’09”01 . September 11 . USA (USA 2002)

Regie: Sean Penn

Produzent: C.I.H Shorts Production

Dauer: 11 Minuten

Interview mit Sean Penn

Zorn und Phantasie: Rezension zu Salman Rushdies "Wut" (2001)

Salman Rushdie hat sich als Märchenerzähler, Kulturkritiker und Brückenschlager von West nach Ost einen vielbeachteten Namen gemacht. Dies dürfte nicht nur an seinen ausgezeichneten Romanen wie „Mitternachtskinder“ liegen, sondern insbesondere an der Tatsache, dass er selbst zum Politikum wurde, nachdem der iranische Staatschef Komeini eine Fawta gegen den im Exil lebenden indischen-britischen Schriftsteller verhängte. Die gesellschaftskritische Märchenparabel „Die satanischen Verse“ war einfach zu viel für die Vertreter eines fundamentalistischen Islam, obwohl sie keineswegs eine böse Abrechnung war, sondern viel mehr ein fantastisches Sittengemälde, das gekonnt zwischen östlicher Mythologie & Religion und westlicher Kultur pendelte. Immerhin wurde Rushdie dadurch nicht nur weltberühmt, sondern zählt auch seitdem zu den wichtigsten orientalischen Kulturbotschaftern und zu den führenden Vertretern des magischen Realismus. Allerdings lässt er sich keineswegs auf dieses Genre festlegen, sondern versucht sich daneben als Gesellschaftskritiker, postmoderner Theoretiker oder gar als Zyniker, wie sein 2001 erschienener Roman „Wut“ (Originaltitel: „Fury“) eindrucksvoll belegt.

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