Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I

Die 80er Jahre als Thrillerjahrzehnt mit einem einfachen Claim zusammenzufassen ist in der Tat gar nicht so einfach. Im Grunde genommen lebt die Dekade vor allem von ihren Genrehybriden: Während das primär in den 70ern boomende Subgenre des Selbstjustiz- und Rachethrillers mit eher zwiespältigen Filmen langsam zu Grabe getragen wird, erleben vor allem die Actionthriller und Thrillercomedy-Mischungen eine wahre Blütezeit… leider oft in eher langweiligen 08/15-Stories vom Reißbrett. Ein ähnliches Schicksal erleiden auch die Politik- und Agententhriller der Epoche, die ein letztes Mal die Gelegenheit ergreifen auf den kalten Krieg zu rekurrieren und diesen – oft auch eher schlecht als recht – für konfuse Vexierspiele auszuschlachten. Dass es auch anders und vor allem besser geht, beweisen hingegen Filme, die ihrer Zeit schon ein Stück voraus sind, seien es die Thrillerdrama-Hybriden wie Mississippi Burning, Ein Mörderischer Sommer oder Der einzige Zeuge, die ebenso gut in den 90ern beheimatet sein könnten, sei es ein surrealer Urbanthriller wie Subway, dessen Ästhetik für die kommenden Jahrzehnte Maßstäbe setzt oder sei es ein düsterer Serienkiller-Film wie Blutmond, der bereits die Hochzeit dieser Genrevariation gekonnt und stimmungsvoll antizipiert. Also wo bleibt der Claim? Fassen wir es so zusammen: “Es gab viel. Es war nicht alles gut, es war nicht alles schlecht. Und die Ausbeute an Top-Filmen reicht immerhin für fünf Best-of-Artikel!” Der erste folgt nach dem Klick.

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Die 80er Jahre: Die besten New-Wave-Alben des Jahrzehnts I

Ich war leider in den 80ern eher damit beschäftigt, in die Hose zu machen oder mich von einer mies gelaunten Grundschullehrerin drangsalieren zu lassen, als mich der Popmusik dieses Jahrzehnts zu widmen. Auch später als meine musikalische Sozialisation begann, hat diese Zeit eher wenig Einfluss auf mich gehabt und eigentlich gab es auch Anfang der 90er kaum was Uncooleres als den Giganto-Hairspray-Metal und die steril klinische Jazz-Musik der vergangenen Dekade. Erst Ende der 90er haben wir begonnen, auch die unfassbar innovativen Seiten dieser Zeit zu sehen. New Wave, das sich an die Nouvealle Vague anlehnt, war zumindest in seinen Anfängen eine kunterbunte Mischung, gemischt mit viel Pioniergeist und unbändiger Lust am Experimentieren. Also all das, was das aktuelle Musikjahr 2013 nicht anzubieten hatte. Also ein sehr guter Augenblick, in die Zeit des Aufbruchs zu schauen. Blondie waren damals nicht nur wegen der Frontfrau on top, Modern English dachten den Pop-Weg von Joy Division weiter, Altered Images hatten Charme und Hits, Tears For Fears übertrafen sich mit The Hurting und The Art auf Noise und schufen ein einflussreiches Album, von dem Künstler wie Chemical Brothers bis Skrillex beinflusst wurden. Viel Spaß mit den wahren Instagram-Sounds!

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Die besten Filme der 80er Jahre: Die Reise ins Ich

Beim Wühlen durch mein Text-Archiv bin ich auf eine kleine Rezension gestoßen, die noch aus Popcultures-Zeiten stammt, die sich als Abschluss der 80er Action-Retrospektive aber auf jeden Fall gut eignet. Es geht um einen meiner liebsten 80er Jahre Filme, Die Reise ins Ich, den ich tatsächlich als Kind schon geliebt habe und der mir mit der Zeit erst peu à peu offenbart hat, wie viele Skurrilitäten und makabere Anspielungen in ihm stecken. Nur logisch, dass ich ihn vor einigen Jahren ordentlich textuell abgefeiert habe. Und auch wenn die folgende Rezension keine tiefgreifende Analyse, keinen besonderen Interpretationstwist und keine kritischen Gedanken bereithält, ist sie doch ein ganz schönes Dokument dafür, wie sehr ich die klassischen Blockbuster liebe, einfach, weil sie weitaus mehr Herz, Verstand und vor allem Mut besitzen als so mancher aktueller Hollywood-Schinken: Es folgt der Text von vor ungefähr fünf Jahren, nur leicht korrigiert, ich stehe aber nach wie vor 100% hinter jedem Begeisterungsschwall, der in ihm wohnt:

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The Future of Gaming is… now!

Interessanter – bei reddit aufgetauchter – Artikelscan aus irgendeinem populärwissenschaftlichen Sachbuch der early 80’s, das sich mit der potentiellen Zukunft der “Telespiele” auseinandersetzt. Interessant vor allem deshalb, weil der Bericht heutzutage extrem prophetisch wirkt und damit deutlich aus den teilweise kruden SciFi-Vorstellungen unserer Vorgenerationen heraussticht: Da werden mal schnell hyperrealistische Grafiken, Multiplayer-Onlinegames und Handhelds, die den stationären Konsolen in fast nichts nachstehen, vorausgesagt. Nur Virtual Reality hat sich bisher als Griff ins Klo entpuppt. Aber das könnte sich mit der Oculus Rift demnächst ja auch ändern.

via Zockwork Orange

Die 80er Jahre: Die besten Actionfilme des Jahrzehnts IV

Nach ihnen die Sintflut… die 80er Jahre waren das letzte Jahrzehnt, in dem Action noch so richtig dumm, moralisch unkorrekt und vor allem over the top sein durfte. Mit den 90ern folgten die gebrochenen, jungen Helden, die nichts mehr von der Perfektion der 80er Kampfmaschinen besaßen. Und im neuen Jahrtausend dann schließlich wurde der Realismus derart aggressiv in das Genre hineingedrängt, dass für übertriebene, alberne Awesomeness kein Platz mehr war. Die 80er markieren damit als Actionjahrzehnt auch die letzte Dekade der Unschuld des Genres, der machoistischen Naivität und apolitischen Überhöhung. Wenn es einen Film gibt, der sich bestens zur Stützung dieser Kategorisierung eignet, dann ist es Commando, in dem sich sämtliche Genreklischees der Zeit wiederfinden. Aber auch der gutgelaunte, charmante James Bond in Sag niemals nie (der letzte Auftritt Connerys als 007) wirkt fast wie ein Konterpart zum aktuellen, düsteren und tragischen Agenten ihrer Majestät Daniel Craig. Allerdings beweisen Filme wie Runaway Train und Black Rain – in ihrer Düsternis und Charakterzeichnung beinahe Vorboten des aktuellen Actionkinos – dass auch in den 80ern Platz für schwere und tragische Töne innerhalb des Genres war. Und mit dem knallharten Actionthriller Ausgelöscht fand das Jahrzehnt sogar noch die Zeit ein wenig den Actionhelden der 70er Jahre zu gedenken, bevor diese komplett in der Versenkung verschwanden. Die besten Actionfilme des Jahrzehnts, Klappe die Letzte:

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Naja, es waren die 80er… – People Photography in Malls

Wer kennt diesen Ausspruch nicht, wenn bestimmte Künstler auf ihre Haircrimes und Mode-Totalausfälle in den Achtziger angesprochen werden. Die Stars können sich immerhin mit schlechten Stilberater oder zu viel Drogen rausreden, aber wenn ich hier die Fotos von John Normalamerikaner möchte schon brüllen: Echt jetzt? Andererseits lebe ich in Duisburg und die laufen tatsächlich immer noch so rum. Jedenfalls hat Michael Galinsky in seinem Buch Malls Accross Amerika ein schönes zeitdokument geschaffen und eventuell erkennt sich er oder andere Leser mit Schrecken an die Zeit der Leggins und Vokuhila-Fisuren.

weitere Fotos auf Laughin Squid

Filmabriss: Stoker, Lore, Ginger & Rosa, Vielleicht lieber morgen

Mal wieder ein kleiner Überschlag an Filmen, die ich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten gesehen habe. Was die vier Filme eint: Sie fallen allesamt irgendwie – mitunter auf sehr merkwürdige Weise – in den Bereich des Coming-of-Age Dramas: Teenagernöte, Teenagersorgen, Teenagergefühle… in allen vier Filmen relativ erfolgreich auf erfrischend klischeefreie Weise erzählt: So nutzt Stoker die Adoleszenz als Leinwand für einen düsteren Psychothriller, Lore setzt sich in ihr mit der deutschen Geschichte auseinander, Ginger & Rosa versucht sich gleich in einem universellen Generationenporträt der 60er Jahre, und last but not least entfaltet Vielleicht lieber Morgen auf dem Hintergrund einer rührenden Indie-Komödie die kraftvolle Erzählung eines Traumas und dessen Konsequenzen.

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Rock and Roll Heart – Lou Reed Dokumentation von 1998

 

Ach, ihr habt es eh schon überall gelesen. Saumieser Tag für die Musikwelt, die um einen großartigen und eigenwilligen Charakter ärmer ist. Hier die Dokumentation Rock and Roll Heart, die sich allen Höhen und auch Tiefen von Lou Reed widmet.

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Full Screen Mario

…und wo wir gerade bei Emulatoren sind: Das ist auch ein ziemlich cooler: Josh Goldberg hat den Nintendo-Klassiker Super Mario Bros (1985) in html5 nachgebaut und ordentlich gestreckt, so dass er die volle Breite eines 16:9-Monitors ausnutzen kann. Sieht schick aus, spielt sich sauber wie und je und macht selbst im Browser verflucht viel Spaß. Auch das Raunen über Performance-Probleme von einigen Seiten kann ich nicht teilen. Bei mir sind zumindest die ersten beiden Level problemlos und flüssig gelaufen (oller Laptop, Chrome). Nur den Jump-Button auf die ⇑-Taste zu legen ist imho ein ziemlicher fail. Ansonsten ist das Teil Dank perfekter Portierung, Level-Editor und komplett offenem Datensatz auf Github ein großartiges Geschenk für jeden Retrogamer.

Full Screen Mario (Browsergame) via Superlevel

Musikvideo der Woche: Frankie Goes To Hollywood – Relax

30 Jahre hat dieser Song auf dem Buckel und irgendwie hat sich relativ wenig getan. Die Bundeskanzlerin tut sich ja bekanntlich schwer mit dem Adoptionsrecht für Homosexuelle und Russland Präsident Putin bekommt bestimmt schon Stresspickel, wenn in seiner Nähe jemand eine Banane isst. Der Song hat also von seiner Aktualität nichts verloren und das Video, so traurig wie das eigentlich ist, würde wohl auch heute wieder für Aufruhr sorgen. Das Musikvideo produzierte Candyman-Filmregisseur Bernard Rose.

Frankie Goes To Hollywood – Relax (1983)

Regie:Bernhard Rose
Album:Welcome to the Pleasuredome

Dark and edgy: A modern Trailer of “Monty Python and the Holy Grail”

…und schrammt dennoch so ganz knapp an der Kategorie “lächerlich” vorbei. Die virtuelle, abgründige, düstere und moderne Version der “Ritter der Kokosnuss” erinnert dabei nicht zu knapp an so ein paar Fantasy-Schinken aus den 80ern und 90ern, die auch unglaublich düster und realistisch sein wollten, oft aber zugleich beispiellos lächerlich und over the top daherkamen.

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Ohrwurm: Arkon Fly – Through The Fire

Sorry für meine Schreibfaulheit momentan (ach komm, du schriebst eh nicht so viel! Anm. des Redakteurs an sich selber). Es könnte aber auch an diesem unfassbaren funky Song liegen, der so aus der Post-Dubstep-Ecke kommt und gerade in London nen ziemliches Thema ist. Es kommt momentan absolut keine Infos,wer eigentlich hinter Arkon Fly steckt, was die Blogosphäre natürlich noch mehr anfixt. Maximale Begeisterung!

Nirvana – Auftritt in einem Geschäft, Aberdeen,1988

Da bist du in den späten 80er in einem Electro-Laden in der amerikanischen Provinz und siehst drei zottelige Slacker spielen. Ich vermute ein Großteil der Kunden hätte kurz irritiert reingeschaut und wäre einfach weiter gegangen. Woher sollte man auch wissen das diese Typen ein paar Jahre später die Musikwelt auf den Kopf stellen und eines der wichtigsten Alben aller Zeiten veröffentlichen?

und hier ein kleiner Bericht zu dem Auftritt



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