Schlagwort-Archiv: 60er

When You`re Strange – Eine weitere Doku über The Doors feat. Johnny Depp

Mal wieder eine weiterer Film über die Doors und den Mythos Jim Morrison, der in den späten 60ern den Prototyp des Rockstars mit seiner Mischung aus Genie, Wahnsinn und Egomanie verband, in den prüden Siebziger auch zur Symbolfigur als  Gegenkultur zum Establishment gefeiert wurde und erst gegen einen autoritären Vater und später gegen sämtliche Autoritäten, vor allem übermütige Polizeibeamte auflehnte.

Diese Zusammenfassung kann wohl mittlerweile jeder runterbeten, der auch nur eine Dokumentation über den Sommer of Love und den späteren Wandel zur Protestkultur der 68er angesehen hat, von denen es gefühlte 100 im Jahr gibt. Leider hat auch diese Dokumentation keine neuen Erkenntnisse auf Lager sondern ist eine Collage aus sattsam bekannten Fotos, Konzertfilm und einem monoton aus dem Off brummenden Johnny Depp, der hier mal wieder den unterdrückten Rocker in sich raus lässt und dessen Leben bis auf einen frühen Drogentod fast analog zu Morrisons Drogen –  und Musikkarriere verläuft, nur das Depp irgendwann seinen Dämonen entkommen konnte und mittlerweile wohl dieses etablierte Leben in Paris führt, welches der von Depression, Sinnsuche und Stimmungsschwankungen geplagte Morrison nicht mehr erleben konnte. Weiterlesen

10 gute Gründe für die deutsche Nationalelf zu sein

Nerven tun sie ja schon gewaltig, die ganzen Hater und aus Prinzip Gegen-Deutschland-Seier... Dabei gibt es so viele Gründe unserer der deutschen Elf nur das Beste zu wünschen. Die zehn wichtigsten Argumente dafür, dass wir morgen Deutschland kräftig die Daumen drücken sollten und zudem die zehn besten Argumente gegen all die Anti-Deutschland-Nerds folgen nach dem Break…

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Zweimal Hot Coffee ! Rox und Janelle Monáe mit ihren Debutalben

Alles andere als kalten Kaffee bekommen wir diesen Monate von zwei Newcomern aus dem mittlerweile vollkommen aus dem Ruder gelaufenen R`n B Bereich, der zwar schon immer knietief im Mainstream stand und selten durch kunstvolle Meisterwerk auffiel, aber momentan  gerade durch Beyonce Knowles endgültig in seichte Gewässer abzudriften droht. Wir könnten eigentlich an der Stelle noch mehr ins kleinste Details gehen und uns wundern, was eigentlich mit all den schleimigen R`n B-Boygroups wie Boys II Men oder Dru Hill passiert ist und warum kein Hahn mehr nach durchtrainierten Sexprotzen wie R. Kelly oder Usher schreit. Weil wir die eigentlich gar nicht vermissen und das zu Tode produzierte Genre dringend eine Koffein-Kur benötigt, hören wir nun genauer in die Debutalben der nur auf den ersten Blick unterschiedlichen Ladies rein.

Janelle Monáe

ArchAndroid

VÖ: 09.07.2010

Der Name Janelle Monáe geistert schon seit einiger Zeit durch die Hipster Blogs und wer mal bei einer der letzten Coke Werbespots aufgepasst hat, wird sich sicherlich gefragt haben, wer dieses Mädel mit der Turmfrisur und den 20er Jahre Klamotten ist. Weiterlesen

Zweimal Hype, bitte! Uffie und The Drums

Im Februar standen sich die EP`s  von Hurts und The Drums gegenüber. Den Vergleich gewannen die Drums ganz sicher nach Punkten, und schon jetzt ist das Album ein ziemlicher Spalter in sämtlichen Foren, bei sämtlichen Kritiken. Wo die einen den jugendlichen und rehäuigen Summer Pop der Hipster aus Brooklyn abfeiern, bekommen andere wahre Hassanfälle. Diese Sorgen hat Uffie dank ständiger Verzögerung nicht mehr. Ke$ha hat längst den Sound adaptiert und für die  Großraumdisco-Unterschicht zugänglich gemacht. Wir wollen aber trotzdem wissen ob Ed Banger den abebbenden Hype um das Pariser Kultlabel wieder befeuern kann und ob Pharrell Williams dabei helfen konnte.

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Avantgardist und Schlagerfuzzi: Rezension zu Mike Pattons "Mondo Cane"

Da ist er… der schon von Fantomas bekannte, höllische Kinderchoral… Gleich geht es los. Im Hintergrund sind schon das nahende Gitarrengeschrammel, das Gekeife, Gekreische, die irren Breaks zu hören… Achtung…. jetzt! Geigen erklingen, steigern sich zu einem kitschigen Crescendo. Und dann croont und schmeichelt sich die Stimme Mike Pattons (Faith No More, Mr. Bungle, Fantomas) in den musikalischen Kosmos. Croont und Schmeichelt? Richtig! Denkt man als langjähriger Hörer des irren Multitalents noch an ein ironisches Intro, wird man von Song zu Song eines besseren belehrt. Kann der das wirklich ernst meinen? Oh, ja! Er kann! Er meint es ernst. Vollkommen ironiefrei covert die Noise-, Extrememetal- und Avantgardekoriphäe auf ihrem neuen Album “Mondo Cane” italienische Schlager der 50er und 60er Jahre. Unterstützt wird der Avantgardekünstler dabei von einem großen Orchester (mit dem er die Coverversionen schon seit 2007, live vorträgt)   und offensichtlich viel  Weißwein und Ouzo. Mike Patton beweist erneut, dass ihm alles zuzutrauen ist… alles!

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Kurzfilm der Woche: Am Rande des Rollfelds

Diese Woche: ein einflussreicher und immer noch diskutierter Science-Fiction-Kurzfilm. Dieser Photoroman diente als Vorlage für Terry Gilliams “12 Monkeys”.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Am Rande des Rollfelds (“La Jetée” Frankreich 1962)

Drehbuch und Regie: Chris Marker

Erzähler: Jean Négroni

Darsteller: Hélène Chatelain, Davos Hanich, Jacques Ledoux

Produktion: Anatole Dauman

http://www.imdb.com/title/tt0056119/

Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Fünfte: Francois Truffauts „Die amerikanische Nacht” (1973)

Francois Truffaut gehörte schon immer zu den Leichtgewichten der Nouvelle Vague. Wenn ein Louis Malle bei „Die Liebenden“ eine Dreiecksbeziehung in eine schwere Tragödie münden und am Ende die wahre Liebe in einem pathetischen Ausklang gewinnen lässt, inszeniert Truffaut seine Menage a Trois in „Jules und Jim“ als leichtfüßige Tragikomödie mit viel Savoir Vivre. Wo bei Jean-Luc Godard sich surreale Phantastereien ihren Weg bahnen und das Kino gar für tot erklärt wird, da macht Truffaut keinen Hehl aus seiner Begeisterung für amerikanische Vorbilder und generiert liebevolle Komödien wie „Schießen sie auf den Pianisten“ und Appelle an die Menschlichkeit wie „Der Wolfsjunge“ . Truffaut ist das warmherzige Epizentrum des avantgardistischen Kinos aus Frankreich… und dann gibt es auch noch „Die amerikanische Nacht“, den selbstreflexiven, leichtfüßigen Kontrapunkt zu Godards „Le meprís“ und eine Liebeserklärung an das Kino und seine Schaffenden an und für sich.

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Rattisches, allzu Rattisches – Rezension zu Sam Savages „Firmin – Ein Rattenleben“ (2008)

Erinnert ihr euch an Remy, die sympathische Ratte aus Pixars Ratatouille? Der kleine Nager war mit erstaunlichen Fähigkeiten gesegnet. Er konnte hervorragend kochen, verstand die Menschen und die menschlichen Bedürfnisse und schließlich gelang es ihm sogar mit einem Menschen Kontakt aufzunehmen, mit ihm zu kommunizieren und ihm zu helfen. Mit seinem 200seitigen Roman „Firmin – Ein Rattenleben“ liefert der amerikanische Autor Sam Savage den genauen Gegenentwurf zu dieser niedlichen und unrealistischen Geschichte.

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Vierte: Jean-Luc Godards „Week End" (1967)

Godards Week End (eines der wenigen Anglizismen im Französischen) ist zweifellos ein gewagtes Experiment der Geschichte des erzählenden Kinos. In erster Linie ist Week End ein filmisches, kaputtes Etwas. Es gibt wenige selbstreferenzielle Elemente und man könnte meinen, dass Selbstreflexivität nicht im Vordergrund steht. In Wahrheit aber ist dieser Film auf einer poetisch-avantgardistischen Ebene durchaus selbstreflexiv. Godard untersucht hier nicht den Film, sondern stellt die Frage nach dem Sinn von Filmkunst in der zerstörerischen und ausbeuterischen Kapitalgesellschaft der westlich zivilisierten Welt.

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Dritte: Dennis Hoppers „The Last Movie“ (1971)

Bekanntlich beendete bereits Godard 1967 mit „week-end“ das Kino. „The Last Movie“ von 1971 ist nun die finite Sicht eines US-amerikanischen Künstlers auf das Medium Film. Mit „Easy Rider“ konnte Dennis Hopper 1969 einen ersten großen Erfolg des New-Hollywood-Kinos verbuchen. „Bonnie und Clyde“ von Arthur Penn und „Die Reifeprüfung“ von Mike Nichols, beide erschienen 1967, waren nicht ganz so erfolgreich. Mit „The Last Movie“ zieht Hopper einen Schlussstrich unter die goldene Ära des klassischen Hollywoods. Sein Hauptaugenmerk liegt nicht, wie im europäischen Kino, auf der Psychologie. Bei ihm pendelt die Betrachtung des Mediums zwischen der Darstellung eines oberflächlichen Regel- und Machwerks, also wie ein Film funktioniert und gemacht wird und der Tiefenwirkung auf diejenigen, die den Film sehen.

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Zweite: Jean-Luc Godards – „Die Verachtung“ (1963)

Neben Fellinis „Achteinhalb“ ist „Die Verachtung“ („Le mépris“) von Jean-Luc Godard der zweite große Klassiker des selbstreferentiellen Kunstkinos Europas. Während Godard hier den Film, sein Zustandekommen und die Wünsche der am Zustandekommen Beteiligten untersucht, erklärt er ein paar Jahre später in seinem Werk „week-end“ das Kino für tot. Der für seine Progressivität bekannte Godard machte diese Erklärung, zu unserem Glück, für sein Werk nicht  wahr. „Die Verachtung“ zeigt warum Godard nicht anders kann und weitermachen muss. Es dreht sich alles um die Begierde.

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Erste: Federico Fellinis „Achteinhalb“ (1963)

Da Rob Marshall das Publikum mit seiner Musicalverfilmung „Nine“ das Publikum offensichtlich zu Tode langweilt, fühle ich mich dazu gezwungen daran zu erinnern, woher Marshall den Stoff zu seinem Film-Musical bezog und warum dieser Stoff so unendlich viel schöner, besser und wahrer ist. Die Rede ist von Fellinis Film „Achteinhalb“, einem Klassiker des selbstreflexiven (1) Kinos. 1963 erschienen, noch immer diskutiert und großartig, wurde der Film bereits 1982 verwurstelt und tauchte als „Nine“ am Broadway auf und auch schnell wieder unter. So ist Marshalls „Nine“ der Aufguss eines Aufgusses. Willkommen in Hollywood! Darum soll es in diesem Artikel jedoch nicht gehen. Es geht um das verspielt-intellektuelle und wunderschöne Kunstkino Europas der sechziger Jahre. Weiterlesen