Neneh Cherry – Blank Project (Stream)

Neneh, who? Ja selbst ich als alter Sack mit 34 habe an die Schwedin, mit der ich das Geburtsdatum teile, eher verschwommene und ehrlich gesagt nicht so wirklich beeindruckende Erinnerungen, auch wenn ihr 80er Ouevre doch ziemlich interessant ist und ich Seven Seconds immer noch zu meinen 90er-Favoriten zähle. Der wahre Grund für eure vollste Aufmerksamkeit sollte aber die Zusammenarbeit mit Four Tet sein, der auch hier auf unserem Blog absolut zurecht gehypt wird. Das zeugt von Mut auf beiden Seiten und ich bin höchst gespannt!

Stream

Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I

Die 80er Jahre als Thrillerjahrzehnt mit einem einfachen Claim zusammenzufassen ist in der Tat gar nicht so einfach. Im Grunde genommen lebt die Dekade vor allem von ihren Genrehybriden: Während das primär in den 70ern boomende Subgenre des Selbstjustiz- und Rachethrillers mit eher zwiespältigen Filmen langsam zu Grabe getragen wird, erleben vor allem die Actionthriller und Thrillercomedy-Mischungen eine wahre Blütezeit… leider oft in eher langweiligen 08/15-Stories vom Reißbrett. Ein ähnliches Schicksal erleiden auch die Politik- und Agententhriller der Epoche, die ein letztes Mal die Gelegenheit ergreifen auf den kalten Krieg zu rekurrieren und diesen – oft auch eher schlecht als recht – für konfuse Vexierspiele auszuschlachten. Dass es auch anders und vor allem besser geht, beweisen hingegen Filme, die ihrer Zeit schon ein Stück voraus sind, seien es die Thrillerdrama-Hybriden wie Mississippi Burning, Ein Mörderischer Sommer oder Der einzige Zeuge, die ebenso gut in den 90ern beheimatet sein könnten, sei es ein surrealer Urbanthriller wie Subway, dessen Ästhetik für die kommenden Jahrzehnte Maßstäbe setzt oder sei es ein düsterer Serienkiller-Film wie Blutmond, der bereits die Hochzeit dieser Genrevariation gekonnt und stimmungsvoll antizipiert. Also wo bleibt der Claim? Fassen wir es so zusammen: “Es gab viel. Es war nicht alles gut, es war nicht alles schlecht. Und die Ausbeute an Top-Filmen reicht immerhin für fünf Best-of-Artikel!” Der erste folgt nach dem Klick.

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Ellen Pages großartige Rede auf der “Time to THRIVE”-Konferenz…

…gehört hier einfach nach oben gepackt. (via HRC, wo es auch das Transcript der gesamten Rede zu lesen gibt). Und weil Ellen Page – wie ich schon öfter anmerkte – einfach nur großartig ist, gleich noch hinterher das Video, das sie ganz ungestellt einfach nur beim Jonglieren zeigt.

Weil Valentinstag ist verschenkt De La Soul ganze Diskografie!!!

Wie großartig ist das denn? Zum ersten mal in meinem Leben finde ich den Valentinstag richtig richtig gut! Ein fettes Danke! Ist natürlich auch ein bisschen Werbung, weil nach Zehn Jahren endlich ein neues Album kommen wird. Wenn Werbung immer so wär… Ihr solltet euch dennoch ein wenig ranhalten, da diese Schenkung nur für 25 Stunden gilt. Hier, auf der Seite der Band, könnt ihr die Diskografie downloaden.

Ach ja, der Download wird freigegeben um 11 a.m.  EST (Eastern Standard Time). Ich glaube das dürfte bei uns dann so um 19 Uhr sein.(?:/)

Via Blogrebellen

Hörenswertes, Januar 2014: Sunn O))) & Ulver, Blank Realm, A Silver Mt. Zion, Xiu Xiu, Dum Dum Girls, Billie Joe and Norah Jones

Das Jahr 2014 startet groß… richtig groß. Bereits der Januar kann es locker fast im Alleingang mit 2013 aufnehmen und ich komme gerade gar nicht hinterher beim Reinhören in die ganzen fantastischen Alben, die hier durch den Stream rauschen. Und fuck ja, ich weiß, es ist schon Februar… und dann hat sich hierher auch noch mit Billie Joe und Norah Jones ein 2013er Output verirrt. Der hat mir den letzten Monat allerdings – trotz ein wenig zu braver Befriedung des Everly Brothers Klassikers “Songs our Daddy taught us” – mehr als einmal versüßt hat. Ansonsten gibt es in diesem Hörenswert-Artikel allerdings nichts aus der 13er Dose: Stattdessen neue Postrock-Highlights der Silver Mt. Zion, düstere Drone-Reisen in der Sunn O))) & Ulver Kollaboration, konfusen Retro Indie/Psychedelic-Rock von Blank Realm, Anti-Pop von Xiu Xiu und Pro-Pop von den Dum Dum Girls.

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10 Gründe, warum wir gestern einen der besten Schauspieler überhaupt verloren haben…

Honorable Mention: Twister

Der erste Film überhaupt, in dem mir Philip Seymour Hoffman als Schauspieler bewusst aufgefallen ist. Eigentlich verteidige ich Twister immer ganz gerne, ist eben ein klassischer 90′s Actionflick, ohne große Besonderheiten, ohne viel Tamtam, dafür aber mit reichlich Action und Unterhaltungspotential. Im Grund genommen durchschnittlich: Durchschnittliche Story, durchschnittliche Schauspieler, durchschnittliche Pointen… aber dann ist da dieser eine Wirbelwind, diese exzentrische Nebenfigur, dieser durchgeknallte Tornadojäger, der allen anderen die Show stiehlt. Dustin, ein Monster von einem Mann, eine quietschige, überdrehte, laute Erscheinung, einer, der dir direkt ein Lächeln auf das Gesicht zaubert und bei dessen ersten Auftreten du bereits ahnst, dass der dahinter stehende Schauspieler eigentlich viel zu gut für diesen mittelmäßigen Film ist.

10. The Big Lebowski


Coens Action/Thriller/Comedy-Bastard hat zahllose große Schauspieler: Natürlich Jeff Bridges als den Dude, aber auch John Goodman als den überdrehten Walter, Steve Buscemi als den kränkelnden Donny, Julianne Moore als die mehr als beängstigende Maude… und doch, trotz kleiner Rolle kann sich Hoffman in diesem exzellenten Cast wunderbar behaupten: Fast schon zurückhaltend im Vergleich zu den anderen überzeichneten Figuren spielt er den Assistenten des großen Lebowski mit herrlicher Süffisanz, mit der nötigen Portion Hysterie und vor allem mit unfassbar viel Spielfreude.

9. Almost Famous


Nicht cool? Oh doch Philip, du bist es. Gerade in diesem Film. Wie deine Präsenz erneut einer kleinen Nebenrolle derart viel abgeklärte Coolness und Rock N Roll verleiht, das ist schon mehr als beeindruckend. The finest attitude of the whole Cast und in einer einzigen Person bereits die gesamte Bandbreite des journalistischen Rock-Lifestyles vereint.

8. Boogie Nights


Hoffman brilliert als uncooler Mensch unter lauter coolen Menschen… wie ein Fremdkörper, der seine Fremdheit hinter schrillem Auftreten zu verbergen weiß, stolpert er über Pornosets und die großen Partys der High Society der Sexindustrie. Ja, das ist auf den ersten Blick vor allem belustigend, schräg, skurril… wird aber mit jeder Sehminute berührender und trauriger, bis man diesen Anti-Paradiesvogel Scotty einfach nur noch in den Arm nehmen und fest drücken will.

7. Magnolia


In dem übervollen, zwischen den verschiedensten Stimmungsbildern oszillierenden Episoden-Drama stellt Philip Seymour Hoffman einen einzigartigen Ruhepol dar. Trotz begrenzter Leinwandszeit lässt er seine Rolle sowohl Symbol als auch Mensch werden: Auf der einen Seite der Guy next door, ein einfacher Pfleger, der seinen Job gut machen und dabei geliebt werden will, auf der anderen Seite fast schon eine metaphysische Erscheinung, ein Engel unter all den verlorenen Seelen, einer der bis zum Ende bleibt, den Menschen zuhört, sich radikal zurücknimmt, um ein Stück Güte in einem trostlosen Szenario zu retten. Selten war Subtilität derart beeindruckend wie in dieser kleinen Rolle.

6. Happiness


Auf der Suche nach Glück, sexueller und romantischer Erfüllung, pendelt Hoffmans Allen stets zwischen pervers wirkendem Stalker und bemitleidenswertem Einzelgänger, der sich nichts mehr wünscht, als wenigstens auch einmal vom Glück geküsst zu werden… und geht dabei bis zur pornografischen Schmerzgrenze. Nicht nur, indem er diesen hoffnungslosen, verlorenen Charakter physisch in einer beängstigenden Masturbationsszene entkleidet, sondern auch indem er ihn seelisch bis hinunter in die tiefsten Abgründe entblättert. Es ist so leicht, mit einer solchen Figur dem Zuschauer Angst einzujagen, sie plausibel zu machen und ihr all die Empathie zukommen zu lassen, das ihr zusteht, geht jedoch über jede darstellerische Kür hinaus und bewegt sich in Regionen eines künstlerischen Humanismus, den nur die wenigsten Schauspieler erreichen.

5. Glaubensfrage


Glaubensfrage lebt voll und ganz vom Zweikampf zweier großer Schauspieler: Meryl Streep gegen Philip Seymour Hoffman, in einem Kampf zwischen Tradition und Moderne, Vorurteilen und berechtigtem Zweifel, in einem Kampf um Macht und Deutungshoheit im engen System des Katholizismus. Dabei inszeniert Hoffman seinen Priester mit einer atemberaubenden Ambivalenz: Reformerisch, aufbrausend, engagiert, aber auch suspekt, dubios und immer auf der Kippe zum Tyrannen, der seine Machtposition ausnutzt. Das Gegen- und Zusammenspiel mit Streep hebt dieses, sich (zurecht) voll und ganz auf seine Schauspieler verlassende Drama in tragische Dimensionen, die die Leinwand zur Bühne werden lassen und eine direkte Konfrontation erzeugen, wie man sie im Kino leider viel zu selten zu sehen bekommt.

4. Owing Mahoney


Woran erkennt man große Schauspieler am besten? Wenn sie auch in mittelmäßigen Filmen glänzen. Owing Mahoney geht im Grund genommen mit nichts über solides TV-Film Niveau hinaus… außer mit der darstellerischen Kraft Hoffmans. Als manischer Glücksspieler liefert Hoffman hier eine beängstigend verzweifelte Leistung ab, die die Verlorenheit des Süchtigen in jeder einzelnen kleinen Geste, in jeder Pore der Haut spürbar werden lässt. Trotz durchschnittlicher Inszenierung wird man als Zuschauer voll und ganz in die Lebenswelt des Protagonisten hineingezogen. Und das liegt in diesem Fall tatsächlich nur an einem, dem ihn verkörpernden Darsteller.

3. The Master


Nein… nicht Paul Thomas Andersons Meisterstück… dafür aber das von Philip Seymour Hoffman: Cholerisch, besessen, verführerisch, verdammt dämonisch… aber auch zärtlich, verständnisvoll, neugierig. Nein, es ist kaum fassbar, wie viele Facetten, Hoffman in nur einem einzigen Charakter anlegen kann, wie er wie ein Berserker darstellerisch wütet, wie er alles gibt, um das Publikum abzustoßen, mitzureißen, um den Finger zu wickeln und letzten Endes ratlos ob des Gesehenen zurückzulassen.

2. Capote


Philip Seymour Hoffman isn’t playing Truman Capote. He is Truman Capote!

1. Synecdoche New York

In einem irren, surrealen, absurden Geflecht stellt Philip Seymour Hoffman das Epizentrum dar… Mehr noch, er allein ist wahrscheinlich der Grund, warum es so leicht fällt, sich auf die abstruse Gedankenwelt von Charlie Kaufman über zwei Stunden einzulassen. Denn trotz aller postmodernen Dekonstruktion, trotz aller Ironie, trotz allem Symbolismus schafft er es seinem Protagonisten so etwas wie Menschlichkeit zu geben, mehr noch, es gelingt ihm in einem langsamen, schleichenden Zerfallsprozess die Essenz des Menschlichen in einer Figur zu Verkörpern: Leben und Sterben, Fallen und wieder aufstehen, sich der Absurdität und Hoffnungslosigkeit des Lebens bewusst werden und dennoch weiter kämpfen. Der von ihm dargestellte Codan ist der glückliche Sisyphos, der sich gegen den Selbstmord entscheidet, der weiter seinen Stein den Berg hinaufschiebt um ihn anschließend herabrollen zu sehen, der sich nicht beirren lässt in seiner Vision, der sich nicht beirren lässt, auch wenn die Welt um ihn herum immer verrückter zu werden scheint. Eine fantastische 120minütige Leistung an den Grenzen des Humanismus, an den Grenzen der Kunst, an den Grenzen der künstlerischen Selbstaufgabe. Wahrscheinlich war dieses synekdochische Meisterwerk Kaufmans in der Tat nur mit einem Darsteller möglich… in Hoffman ward er gefunden.

Indie-B(r)ands auf Lay`s Chipstüten

Der Chipshersteller Lay`s  hat auf einen seiner Seite einen Namensgenerator, mit dem man Chipstüten virtuell bedrucken kann. Alex Young von CoS hat sich schon ein paar Gedanken gemacht und Death Crap for Cutie-Krupuk, The Soy Formidable und Godspeed You Snack Emperor sind schon mal derbe lustige Einfälle. Hättet ihr noch weitere Ideen?

via Consequence of Sound

This Is A Trent Reznor Song (Nine Inch Nails Parody)

Ich muss mir hier gerade die Tränen aus den Augen wünschen. Auch wenn ich die Arbeit von Trent Reznor sehr schätze, aber es lässt sich auch nicht ein gewisses Baukausten-Prinzip beim Aufbau seiner treibenden Industrial-Song leugnen. Die tolle NIN-Parodie von Freddy Scott funktioniert schon fast erschreckend großartig und simpel, und trotzdem muss man einen Trademark-Sound natürlich auch erstmal schaffen. Ich wünsche trotzdem viel Spaß und wer danach immer noch gecheckt hat wie ein flotter Industrial-Pop funktioniert wird selbst einen Wendler für komplexe Hochkultur halten.

via Soundcloud