Androiden träumen von elektrischen Schafen

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Vielleicht irgendwann. Das ist eine andere und philosophische Frage. Jedenfalls hat ein Google-Forschungsteam, dass Künstliche Intelligenz, insbesondere künstliche neuronale Netze erforscht, herausgefunden, dass Computer, genauer: künstliche neuronale Netze, in der Lage sind Bilder zu imaginieren.

Wenn ich es richtig verstehe: Ein künstliches neuronales Netz, bestehend aus 30 Ebenen, wurde mit Millionen Bildern bespeist, wobei eine jeweilige Ebene ein jeweiliges Bild nur nach spezifischen Informationen analysiert, wie zum Beispiel “Gibt es Rundungen? Wenn ja wo?” usw.. Die gewonnenen Informationen werden an die nächst höhere Ebene weitergegeben, die ihrerseits nach spezifischen Informationen sucht usw. Kurz das Netzwerk “lernt” Objekte erkennen. Und nun ist es wohl so, dass es mit diesem eigenen “Wissen” Bilder generiert, sich also “Vorstellungen” macht von zum Beispiel einer Banane. Philosophisch betrachtet ist das ein ziemlich großer Schritt in Richtung künstliches Bewusstsein. Von außen betrachtet, also mit menschlichen Begriffen, sieht es so aus als ob die KI eine eigene Phänomenologie entwickelt, weil sie in der Lage ist Phänomene, also Dinge, vorzustellen.

Die Forscher haben dann noch andere Experimente gemacht. Zum Beispiel haben sie, einer jeweiligen neuronalen Ebene, die auf das Erkennen spezifischer Informationen spezialisiert war, befohlen, das was sie erkennt zu verstärken, wie zum Beispiel “Kanten”. Das führte dann zu einer Feedbackschleife und erzeugte trippige Bilder. Dies wurde dann auch mit höheren Ebenen, die komplexere Dinge erkennen können als Kanten oder Rundungen durchgeführt. Dann interpretiert das System zum Beispiel Natur into Architektur und ähnliches.

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Um noch mal auf die Schafe zurückzukommen:

via SingularityHub

Genaueres auf dem Google Research Blog

Alle Bilder bei Google Fotos

Deutschrap und so #11: Freundeskreis – Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte

Erinnert sich noch jemand an die Kolchose? Der Zusammenschluss aus Stuttgarter Rappern war eine zeitlang neben Hamburg einer der wichtigsten Motoren des Deutschrap, während Berlin praktisch bis Ende der Neunziger gar nicht stattfand (was sich erst in den 00ern dramatisch ändern sollte).

Gangsta-Rap war zu dem Zeitpunkt, bis auf den eher witzigen Versuch aus Frankfurt, eine Untergrund-Sache, und es waren Bands wie Freundeskreis, die das große Hip Hop-Movement mit 1999 als kommerziellen Höhepunkt dominierten. Auf dem 1997 erschienen Debüt-Album “Quadratur des Kreises” gab es weniger Schellen von der Straße als viel mehr Geschichtsbewusstein und Sozialkritik. Auch waren nicht die üblichen G´s aus der Hood die Vorbilder, sondern die jazzigen Tribe Called Quest und Bob Marley.

Die naive Che Gueverra-Studenten-Romantik und die doch mitunter sehr dumpf vorgetragene Kapitalismus-Kritik wirken heute weitaus weniger großartig als in meinen frühen Jugendtagen, aber trotzdem war es einer der ersten Momente im deutschen Hip Hop, wo Arsch und Gehirn gleichzeitig bewegt wurden. “Leg dein Ohr auf die  Schiene der Geschichte” war extrem gut abgehanger Conscious Rap, der ja gerade heute gerade mit Sicht auf die nicht wirklich positive Weltlage viel zu kurz kommt.

Von Freundeskreis ist seit 2007 nichts mehr zu hören und Max Herre hat sich leider für eine Karriere entschieden, die mir mit ihren Popkonserven Kopfschmerzen bereitet.

Difficult Questions from a mixed-race Son

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Mira Jacob hat auf Buzzfeed 37 Difficult Questions From My Mixed-Race Son collagiert. Als Aufhänger benutzt sie Michael Jackson, der an Vitiligo erkrankte wodurch sich die Pigmentierung seiner Haut zu weiß veränderte. (Winnie Harlow) Die Frage im drobigen Beispiel hat es mir besonders angetan. Sie evoziert eine ganze Reihe anderer Fragen. Ist es eine philosophische, politische oder soziale Frage? Ist die Antwort auf die Frage nicht egal? Wäre sie gestellt worden, wenn es diesen (“weißen”) Rassismus nicht gäbe? Rassismus was ist das? Wo kommt das her? Ist das die in Hass, zumindest aber in Ablehnung verwandelte Form von Xenophobie, die Angst vor dem Fremden? Wie ist die Urgeschichte von Rassismus. Kennen/ Kannten Urvölker sowas?

Die Art und Weise mit der Mira Jacob hier mit diesem Thema umgeht ist so herzlich herzig, was vermutlich dem Narrativ der Intimität (Mutter-Kind-Beziehung) geschuldet ist. Da gehören eben Gedanken darüber ob diese oder jene Menschen okay oder nicht okay sind gar nicht hin.

via nerdcore

Deutschrap und so #10: Die Fantastischen Vier – Populär

Wie ich im Ausgangspost zu dieser Serie bereits schrieb: Ich habe in den 90ern echt wenig Hip Hop gehört. Aber unter meinen ersten selbstgekauften CDs stand neben der …And justice for all, Nevermind und Punk in Drublic mit Lauschgift ein Brett von einem Hip Hop Album, das ich täglich einlegen konnte, ohne befürchten zu müssen, dadurch meine Just Guitar Music Realness zu verlieren. Das lag nicht zuletzt an dem darauf befindlichen Rap-Monster Populär, ein Track, der sich auch auf diversen Crossover-Samplern sehr gut gemacht hätte und zu dessen In Your Face Hookline sogar ordentlich gepogt werden konnte (ehrlich, ich habs ausprobiert).

Auch abgesehen von diesem Übersong, von diesem hochkarätigen Rock/Pop/Rap-Bastard ist Lauschgift ein absolutes Meisterwerk; eine Scheibe, die ich auch heute noch gerne einlege und über deren Songs ihr deswegen gezwungenermaßen in dieser Serie noch ein oder zwei mal stolpern werdet. Deal with it, ihr elenden Hip Hop Puristen!

Feinste Line: “Doch irgendwann sind sie dran und dann kennt sie keiner mehr! / Gestern niemand, morgen tot und dazwischen was?  / POPULÄR!”

Wenn bekannte Regisseure Architekten wären – Federico Babina: Archidirector

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Federico Babina schafft bezaubernde Grafiken, bei denen Cineasten das Herz aufgeht. In seiner Reihe Archidirector entwirft er, ausgehend von der Filmästhetik eines spezifischen Regisseurs, architektonische Grafiken. Das ganze ist dann so eine Art Hybrid aus Filmposter und minimalistisch-geradlinigem Designporn. Auf seiner Seite gibt es noch mehr davon und andere Architektur-Something-Flicks.

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via this isn´t happiness

Deutschrap und so #9: Fettes Brot & James Last – Ruf mich an

Und jetzt ist er weg. Ich bin mit den Platten von James Last aufgewachsen, weil meine Eltern den beruhigenden Easy Listenig-Sound toll fanden und ich das natürlich als langsam immer rebellisch werdendes Kid total blöd.

“Ich mache wozu ich Lust habe”, sagte James Last in einem Interview mit der Zeit und fand zu dieser Einstellung in den Broten Seelenverwandte. Die Hamburger konnten sich eh noch nie auf einen Stil festlegen und irgendwann kam dann folgerichtig auch der leichte Party-Sound des Wahl-Kaliforniers  hinzu, der die Jungs für den Videodreh gleich zu sich  nach Hause einlud.

Heraus kommt ein Song, der nach Lässigkeit und Spaß klingt. Also entspannt euch, legt euch in die Sonne und erhebt ein Glas Richtung Himmel.

Deutschrap und so #8: Azad – Napalm

Azads “Napalm” erscheint im Jahr 2000 und ist gewissermaßen ein Einschnitt in der deutschen Rapgeschichte. Sowohl inhaltlich als auch videoästhetisch sprengt der Track das Gewohnte. Er ist härter, dunkler, militanter, wütender. Azad spielt eine wichtige Rolle bei der Etablierung eines neuen Styles, der Hip Hop als Kultur ernster nimmt als die 90er Pop Hip Hop Sachen. Diese etwas nuschelnde Raptechnik hat vorher auch noch niemand so gemacht. 2000 jedenfalls ist das etwas, was so noch nie da war. Ich weiß noch, dass ich dieses Video irgendwann nachts in meinem alten Zimmer sehe, und es mich total flasht. (Ich glaube aber, es war 2001.) Sowas lief immer auf Viva Zwei, wo es zu vorgerückter Stunde so unendlich viel mehr zu entdecken gibt, als auf den anderen beiden Musiksendern, auf denen mehr kommerziell ausgerichtete Popsachen laufen.

Azad, den ich erst durch dieses Video kennen- und schätzen lerne, ist eigentlich ein Hip Hop Urgestein. Ich kenne mich in den Anfangsjahren des Deutschraps nicht wirklich aus, sondern konsumiere bis dahin nur das Musiksender- und Bravoangebot, eben die typischen 90er “Hits”. Es gab ja schon in den Achtzigern eine aufkeimende Hip Hop Bewegung, von der auch Azad Teil war. Er machte sozusagen eine Hip Hop Bilderbuchkarriere, in dem Sinne, dass er diese Kultur wirklich gelebt hat. Er hat die berühmten 4 Säulen des Hip Hops, ja ich würde sagen gemeistert. Angefangen mit Breakdance, über Graffiti und DJing hin zum Rappen. Ich habe ja schon in #1 erklärt, dass die bekannteren deutschen Rapproduktionen bis 2000 einfach sehr glatt, nett und auf-schön produziert waren. Azads Beats waren eben nicht so, sie waren wie hier mit Napalm nicht nett sondern wütender, rauer, fast schon bedrohlich. Zu diesem Zeitpunkt, vor allem mit seinem 2001 erscheinendem Album “Leben”, hat Azad definitiv die fettesten Beats. Einerseits. Anderseits schafft er es aber auch allein mit seinen Beats schon soviel zu erzählen, weil sie eben nicht darauf abzielen möglichst nett oder Pop zu sein, sondern was komplett anderes, neues erzählen. Da hört man die Stadt und die Straße, die Hip Hop Geschichte in den Scratches, Azads Verbundenheit mit dieser Geschichte und man hört echte Melancholie, anstatt den Effekt “Melancholie” wie in den üblichen Popproduktionen. Im Zusammenhang mit dem Video ist dieser Track einer derjenigen die so verdammt gut gealtert sind, weil er auch heute noch genauso funktioniert wie vor 15 Jahren. Sein 2001er Album “Leben” sei ausdrücklich zur Anschaffung empfohlen, das war definitiv ein Meilenstein und viele heutige Rapper schwärmen zu Recht davon.

Deutschrap und so #7: Absolute Beginner – Gustav Gans


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Muss man wohl nicht viel zu sagen: Der Optimist unter den deutschen Hip Hop Songs. Zaubert einem schnell ein Lächeln auf die Lippen, findet man zum Kotzen, wenn man schlechte Laune hat. Feinste Line: “Und warum nicht alles leichter nehmen / und dafür sorgen dass es weiter geht. / Auch wir kennen die Ups and Downs, / doch heute wollen wir Positives in die Gasse hauen.”

Es gibt genau zwei Arten von Menschen…

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…Unfassbar großartiges Tumblr des portugiesischen Illustrators Joao Rocha, das genüsslich zahllose “2 Typen von Personen”-Beobachtungen in perfekt pointierten Infografiken auf den Punkt bringt. Ich musste gleich mehrmals laut lachen.

There are only 2 kinds of people in this world, those that find this blog hilarious and those that have no sense of humor whatsoever.

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Meine Selbstvermessung von oben nach unten: links, rechts, links, rechts, rechts, links, links, links… Analyze this!

2kindsofpeople via Maik

Deutschrap und so #6: DJ Tomekk und Grandmaster Flash – 1, 2, 3, Rhymes Galore

Wie gesagt grob chronologisch…ein Jahr bevor Dynamite Deluxe mit “Wie Jetzt” unsere Aufmerksamkeit bekommt, erscheint DJ Tomekks “1,2,3, Rhymes Galore”, dessen Hook, gerappt vom quietschigen Flavor Flav, auch instant zu nem weirden Ohrwurm wird: “1,2,3 from New York to Germany”. Bei diesem Track habe ich zum ersten mal das Gefühl, dass HipHop was Großes ist. Diese Kollabo mit den beiden von Public Enemy, Afrob, MC Rene, das Amerikanische vereint mit dem Deutschen, das dynamische Video, schnelle Schnitte, das Malen, das Breaken der B-boys, Scratchen, Auflegen, Zeitraffer … brachten Hip Hop als das rüber, was es für Hiphopper war, ein Movement, eine lebendige Kultur voller Energie, ein Lebensgefühl. So zumindest sieht sich Hip Hop gerne selbst. Auf jeden Fall war es viel einladender als das, was den deutschen Jugendlichen in den Neunzigern vorgereimt wurde. Neunziger Rap-acts sind geschniegelte, abgerundete Produkte, bereitgemacht für den Konsum. Das hier aber zieht einen regelrecht hinein, vermittelt den Eindruck, dass man daran teilhaben könnte, was natürlich an der Videoästhetik liegt. Kurz: Die Musikindustrie hinter Hip Hop ist in diesem Track durch eine ästhetisierte Ideologie (Spaß, Breakdance, Graffiti) unsichtbar gemacht worden.

Am coolsten finde ich tatsächlich den Part von Rene, die schräge Stimme, der Flow, der Singsang, das war ungewöhnlich. Er wird ja dann später Mixery Raw Deluxe auf VIVA moderieren und, ich weiß nicht warum, in Auseinandersetzungen geraten mit Azad, Savas und Eko Fresh, unter der seine Karriere leiden wird. In den letzten Jahren hat Savas in Interviews wiederholt die Vermutung geäußert, dass er Renes Karriere beendet hätte. Ich glaube viel mehr, dass die neue Musik, die immer lauter aus Berlin herausdrängt, ein authentischeres*, echtes und dadurch lukrativeres Angebot gemacht hat. Die haben halt, mehr oder weniger, gesprochen wie wir und King Kool Savas hat dieses Sprechen mit Technik, Witz und einem Flow kombiniert, dem man sich nicht entziehen konnte. Das echte Berlin was calling. Im Video ist übrigens auch Specter zu sehen, der dann später mit Spaiche und Halil das Label Aggro Berlin gründen wird, welches sich diese Streetattitude zu eigen macht. Ein wichtiger Schritt in der deutschen Rapgeschichte.

Nice Read: Breaking Bad und Neoliberale Ideologie

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Foto gefunden bei http://knusprig-titten-hitler.tumblr.com/post/121502117574

Großartiger kleiner Text von Raluca Enescu über Walter White als neoliberales Subjekt. Sie exemplifiziert an und mit ihm die Narrative des Neoliberalismus und gibt damit eine schöne kurze Einführung in dieses Thema. Dabei fällt mir eine Pointe ein, mit der ich Frau Enescu natürlich nicht gerecht werde, weil es in dem Text gar nicht explizit darum geht, aber: Die neoliberale Ideologie sagt soviel wie: Das was Griechenland jetzt machen muss ist, ganz viel Crystal Meth kochen.

Hier der besagte Text via decodedscience.com! (Englisch)

Deutschrap und so #5: Marteria – Kids (2 Finger an den Kopf)

Gibt es eigentlich so etwas wie fetten, larmoyanten Wohlstandsrap? Also ‘fett’ im ursprünglich, antibürgerlichen, pejorativen Sinne, nicht im meliorativen, den der Terminus dem Hip Hop zu verdanken hat. Wenn es so etwas gibt, gehört dieser Song von Marteria zu seinen feinsten Vertretern, wenn es dieses Subgenre nicht gibt, müsste es für Kids (2 Finger an den Kopf) erfunden werden. Der gebürtige Rostocker, jetzt Friedrichshain-Kreuzberger Marteria beweint in diesem fantastischen Pop/Rap-Bastard die Gentrifizierung in seinem Block, die auch vor den Freunden nicht halt gemacht hat. Das Gejammere ist natürlich höchst ironisch, reverse und doppelironisch, bis dem Hörer schwindelig wird; so wie es sonst nur die großen Jungs von der Hamburger Schule hinkriegen. In den Zwanzigern findet man so einen Song dann wohl meistens zum Kotzen, in den Dreißigern kann man darüber lachen oder weinen, je nachdem wo man gerade steht, bzw. je nachdem wie viel Selbstironie man für den eigenen Lifestyle im Gepäck hat.

Aber auch abgesehen vom Inhalt, geht der Song einfach sau gut ab, hat eine verdammt fiese, sich im Gehörgang festklammernde Hookline und wird von einem sehr charmanten Auftritt eines echt sexy Rappers in Begleitung von zwei echt sexy Rapperinnen flankiert. Feinste Line? Natürlich die Hook: “Alle haben nen Job – ich hab Langeweile! / Keiner hat mehr Bock auf Kiffen, Saufen, Feiern / So ist das hier im Block, Tag ein Tag aus / Halt mir zwei Finger an den Kopf und mach: Peng! Peng! Peng! Peng!” Abgesehen von der sollte aber auch unbedingt noch dieses Kleinod deutscher Dichtkunst genannt werden: “Alle spielen jetzt Golf, jeder fährt Passat / Keiner tätowiert sich Wu-Tang auf’n Arsch”