Malbuch für Erwachsene…

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Deprimierendes Ausmalvergnügen für die nahende/bestehende/überwundene Midife-Crisis: Im Coloring Book for Grown Ups von Ryan Hunter und Taige Jensen findet sich die Möglichkeit für eine kreative Auseinandersetzung mit all den Lebenslügen und bitteren Wahrheiten, mit denen man sich irgendwann in seinem Erwachsenenleben konfrontiert sieht. Das Teil (Coloring for Grown-Ups: The Adult Activity Book) wandert jetzt sowas von in meinen Einkaufswagen. Eine deutsche Übersetzunggibt es auch bei Amazon. Und jetzt bitte alle einmal deprimiert sein…

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Coloring for Grown Ups via The Wall Breakers

David Lynchs Yoga-Mode, Anatomische Unterwäsche, Hello Kitty Superhelden, Trash-Overalls, Fashion/Porn

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Wir hatten vor kurzem ne Redaktionskonferenz (in unserem Fall bedeutet das, wir drei sind zufällig gleichzeitig online) und dabei konnte es Marcus nicht lassen, über unseren Mangel an Facebook-Fans zu trauern abzukotzen und im selben Atemzug festzustellen, wie beliebt doch diese ganzen nervigen Fashion-Blogs seien. Logische Konsequenz: Seite360 braucht mehr Mode- und Lifestylethemen, um ordentlich Laufkundschaft abzugreifen. Here we go:

Meditationsguru und (irgendwann auch mal) einer der größten noch lebenden Regisseure des Surrealismus David Lynch setzt jetzt voll und ganz auf selbstdesignte Mode! Klingt erst einmal schräg… bleibt es auch. Aber immerhin hat sich der Mastermind von Filmen wie Lost Highway dafür mit Live The Process zusammengetan und ein Teil der Verkaufserlöse der Yoga- und Sportbekleidung für Frauen soll an Missbrauchsopfer gespendet werden. Also schon irgendwie cool, auch wenn die Begründung für den neu gewonnenen Fashion-Kreativitätsschub voll und ganz nach dem schrägen Lynch der letzten Jahre klingt, der alles mögliche macht, außer uns mit einem weiteren bizarren Kino-Meisterwerk zu beglücken:

I have experienced many benefits (of meditation): more happiness within, more energy, more love of life, more understanding and more of a flow of ideas and intuition.

Ist ja gut man… aber bitte dreh auch wieder Filme. Okay? (via Vice)

Nächstes großes Fashion-Thema: Anatomisch korrekte Unterwäsche der Studentin  Eleanor Beth Haswell. Spricht eigentlich für sich; der erklärende Kommentar im entsprechenden Tumblr gefällt ebenfalls und ergibt auch Sinn: “Why are you so afraid of your own anatomy?” (via Designtaxi)

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So awesome die Betonung des Körpers in dieser feministischen Unterwäsche auch ist, so sehr erinnert sie doch daran, dass die Modeindustrie nicht nur sexualisiert sondern auch pornografisiert bis hin zum Sexismus und Chauvinismus ist. Damit setzt sich Erika Lust in einem spannenden Blogpost auseinander und verweist auch gleich auf das passende Exempel: Fashion or Porn? Mal wieder so ein Rate-Tumblr, der aber erschreckende Abgründe der Modeindustrie und überraschende Stilsucht der Pornoindustrie offenbart. Natürlich – spätestens wenn es zu den Auflösungen kommt – not safe for work und von unter 18jährigen fernzuhalten.

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Die Nordstadtblogger bloggen über eine ziemlich coole Kunstaktion zwischen Mode-Performance, Trash (im wahrsten Sinne des Wortes) und sozialer, ökologischer Programmatik. Auf der Trash Tour über den Borsigplatz tragen die Teilnehmer mit doppelseitigem Klebeband bestückte Overalls und sammeln so Müll auf, der sich an ihrem Körper in Mode verwandelt, die auf den all zu leichtfertigen Umgang der Platzbesucher mit überflüssig gewordenen Dingen hinweist. Fotos der Aktion und einen längeren Beitrag dazu gibt es im Nordstadtblog.

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Einen habe ich noch: Superhelden nach der Hello Kitty Stilberatung. Damit dürfte das Thema Mode für Seite360 dann aber wirklich für die nächsten 12 Monate gegessen sein.

Ron Gilbert veröffentlicht originale Pitch- und Designdokumente von Maniac Mansion

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Maniac Mansion dürfte neben Zack McKracken meine erste Begegnung mit Point & Click Adventures und sogar eines meiner ersten PC-Spiele überhaupt gewesen sein. Und was war das für ein Erlebnis! Der schräge Humor, die Over-the-Top Gruselmomente, die vollkommen schrägen, jegliche Logik entbehrenden Rätsel, die mir so manches Fluchen entlockt und mich schließlich zu einem Komplettlösungsbuch getrieben haben. Die Nuke Alarm Door, die ich damals dank Raubmordkopie mittels einer ziemlich miesen schwarzweiß-Kopie der original Copy Protection Dokumente knacken musste, und natürlich die irren Charaktere, von den nerdy Protagonisten bis zum verfressenen Tentakelmonster, dem ich mein halbes Inventar zum Essen überließ. Oh, selige Lucas Arts Zeiten!

Grumpy Gamer Ron Gilbert hat nun in seinem Blog ein paar ziemlich coole Skizzen und Originaldokumente aus der Entstehungszeit des Point & Click Klassikers veröffentlicht. Neben einem längeren Proposal gibt es da einige echt coole Zeichnungen und Charakterentwürfe zu sehen, die es fast alle 1:1 in das Spiel geschafft haben. Schöne Adventure-Geschichtsstunde.

Here is the original pitch document Gary and I used for Maniac Mansion. Gary had done some quick concepts, but we didn’t have a real design, screen shots or any code. This was before I realized coding the whole game in 6502 was nuts and began working on the SCUMM system.

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Maniac Mansion Design Doc via 4players

Ist das Kunst oder kann das Prost? – Beuys Fettecke als hochprozentiger Schnaps

beuys-tequilaEine der wahrscheinlich beliebtesten Anekdoten von Kritikern (post-)moderner Kunst ist die Geschichte des Hausmeisters, der 1986 Beuys Fettecke entsorgte. Die Reste der Installation in der Kunstakademie Düsseldorf (immerhin 2 Kilo Fett) gingen an Johannes Stüttgen über und wurden nun, 28 Jahre nach der brutalen kunstfeindlichen Zerstörung von den Künstlern  Andree Korpys, Markus Löffler und Dieter Schmal mittels einer Apothekerdestille zu hochprozentigem Schnaps verarbeitet. Das Zeug soll wohl ein wenig nach Parmesan schmecken, wie so ziemlich alles, was aus dieser aufregenden Kunstepoche übrig ist. Btw., ich liebe Parmesan. Prost.

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Bildnachweis: Joseph-Beuys-Poster by Ronald Feldman Fine Arts (CC BY-SA 3.0) via Wikimedia (poorly remixed by F.B.)

Fantastische Horror-Bilder von John Brosio

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Es braucht nicht viel: Einen Blick für bizarre und surreale Settings. Die richtige Mischung aus einer düsteren Grundstimmung und die Dekonstruktion der selben mit groteskem Humor. Und eine Liebe für klassische B-Movie und Monsterhorror-Ästhetik… Okay, im Grunde genommen braucht es verdammt viel, um derart fesselnde Horrorbilder zu malen wie John Brosio dies tut. Seine apokalyptischen, karnevalesken, brutalen und auch immer ein bisschen gruseligen Bizzarerien versprühen den Geist des Monsterhorrors ganz alter Schule, nehmen sich nie zu ernst, aber immer ernst genug um fantastische und verstörende und zugleich verdammt attraktive Alptraumwelten zu kreieren.

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John Brosio via Theremina

Vulva-Künstlerin für 3D-Modellierung ihrer Vagina verhaftet

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Die Meldung ist zwar schon eine Woche alt, hier drin haben wollte ich sie aber auf jeden Fall noch. Also erst einmal zur Künstlerin: Die Japanerin Megumi Igarashi macht ganz und gar herausragende Arbeiten, in denen immer ein 3D-Abdruck ihrer Vagina im Vordergrund Hintergrund steht. Um die Anatomie des weiblichen Geschlechts entwirft sie dabei Landschaften, Dioramen, Roboter oder auch mal ein ganzes 1:1-Kanu, das selbst für den praktischen Einsatz tauglich ist. Die Arbeiten sollten nicht nur eine Verarbeitung der Selbstzweifel bezüglich der eigenen Anatomie sein, sondern darüber hinaus auch eine Auseinandersetzung mit Mystifizierungen oder gar Verteufelungen des weiblichen Geschlechts in einem Land, das ansonsten eine ziemlich florierende Porno-Kultur besitzt. Ziel war es dabei ein Stück Gewöhnlichkeit, ein Stück “Pop” in der Betrachtung und Reflexion der weiblichen Genitalien zu etablieren.

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Da die Realität ein Arschloch ist, hat sie Megumi Igarashi mittlerweile eingeholt. Letzte Woche wurde die Künstlerin für das Versenden eines digitalen 3D-Modells ihrer Vagina verhaftet, da es sich dabei um obszönes, pornografisches Material handeln würde. Es gibt bereits eine Petition, die sich für die Künstlerin einsetzt, die mit ihrer Aktion die Doppelstandards im japanischen Pornographie-Verständnis enttarnt hat und nun auch noch (unfreiwillig) als Exempel für die rigide, regressive Durchsetzung dieser Standards herhalten muss.

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via Spoon & Tamago

The Flash, directed by Ingmar Bergman

Wenn ich nach meinen Lieblingsregisseuren gefragt werde, gehört Ingmar Bergman eigentlich immer zu den Namen, die mir als erstes einfallen. Und wenn ich gefragt werde, welche Superhelden ich besonders spannend finde, dürfte eine Nennung von The Flash auch sehr wahrscheinlich sein. Schön, dass die beiden in diesem Fake-Trailer von Patrick Willems zusammen gedacht werden, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Ernst und ein bisschen weniger aufgesetzten Slapstick in der Umsetzung gewünscht hätte. ‘Passt scho’, wie der Bavare sagen würde.

via eay

Filmabriss: Only Lovers Left Alive, Grand Budapest Hotel, Der Schaum der Tage, Das jüngste Gewitter

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Filmaufriss, könnte ich auch titeln, da wir einen analytischen Blick auf (bzw. in) jüngere Filmwerke werfen werden. Filmästhetik und Erzähltechnik stehen da ebenso im Fokus wie philosophischer Gehalt. Da ich wenig Sinn darin sehe über irrelevante Filme zu schreiben, kann ich schon im Vorhinein alle hier behandelten Titel uneingeschränkt empfehlen. Have some fun.

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Game of Thrones: Recap, Staffel 4

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So jetzt aber noch schnell, bevor der Serienherbst eingeleitet wird, ein paar Gedanken zur vierten Staffel von Game of Thrones. Ist kein tiefschürfender, analytischer Recap sondern eher eine (etwas launige) Beurteilung der verschiedenen Handlungsfaden der gesamten Season. Warum Game of Thrones suckt (und ich die Serie trotzdem großartig finde), habe ich ja schonmal ausführlich beschrieben. Viele der dortigen Kritikpunkte finden sich auch in Staffel vier wieder, obwohl ich mich mittlerweile mit vielen Schwächen der Serie abgefunden habe. Ansonsten gilt: Achtung, Spoiler ahead, ebenso wie ein paar kritische – mitunter auch giftige – Anmerkungen zu den jüngsten Entwicklungen in Westeros.
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#Gauchogate – Die großen Missverständnisse zwischen Schlaaand und Feuilleton

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So geh’n die Gauchos, die Gauchos, die geh’n so. So geh’n die Deutschen, die Deutschen, die geh’n so. In den Siegestaumel der deutschen Spieler und Fans mischten sich unmittelbar nach der Siegesfeier am Brandenburger Tor, die ersten kritischen Stimmen, die den Gauchotanz, mit dem eine Handvoll Spieler der deutschen Nationalmannschaft noch einmal ausgelassen den Finalgegner foppten/verhöhnten/beleidigten (passende Formulierung bitte unterstreichen), als unangebracht, unwürdig oder gar schlimmeres bezeichneten. Woraufhin sich dann kurz darauf die kritischen Stimmen derer meldeten, die die Kritik am Gaucho-Tanz als unangebracht, miesmacherisch oder schlimmeres bezeichneten. Es scheint auf den ersten Blick fast schon absurd, dass eine eigentlich klassische Diskurs-Dynamik – die sich mit der Kategorisierung rechts vs. links wunderbar polarisieren lässt – einen solchen Wirbel verursacht, inklusive eigenem Twitter-Hashtag (#Gauchogate) und erbosten Diskussionen zwischen den beiden Fraktionen. Letzten Endes resultierte der vermeintliche Sommerlochfüller aus einer ganzen Reihe von Missverständnissen, sowohl auf der einen – der intellektuellen, kritischen, “linken” – als auch der anderen – der euphorischen, vom Bauchgefühl geleiteten, “rechten” – Seite.

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Kiddie Arts – Kinderzeichnungen Remakes

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Überfantastische Remakes von Telmo Pieper, der sich seine eigenen Kinderzeichnungen vorgeknöpft und “verfeinert” hat: Da, schau her Hollywood! Sieh genau hin! So werden Remakes gemacht, die das Original ernst nehmen, die ihm Respekt zollen und es zugleich in neue Höhen erheben!

Nicht nur, dass Pieper hier echt mal schicke digital Art aufs Papier gebracht hat, er findet auch genau den richtigen Ton, um die kindliche Fantasie nicht auf dem Sockel der Kunst opfern zu müssen: Stattdessen bleiben die Formen krumm, die Situationen naiv, die Objekte waghalsig und irreal. Sie entführen zurück in das Lebensalter, in dem Freimalen wirklich noch Freidrehen bedeutete, scheuen sich jedoch nicht davor, diese Freiheit in fantastische – im besten Sinne des Wortes naive – Kunstwerke zu überführen…. …. Überwältigt!

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Kiddie Arts via art fucks me

Lying in your own Garbage

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Großartiges Fotoprojekt von Gregg Segal: In “7 Days of Garbage” liegen Menschen in ihrem eigenen Müll, den sie über eine Woche lang angestaut haben. Eigentlich finde ich Kunstprojekte mit Holzhammer-Öko-Botschaft immer eher so meeh… das hier funktioniert aber sehr gut, zum einen weil es inszenatorisch auf eine all zu große Wertung verzichtet, zum anderen, weil die Bilder wunderbar zwischen Tragik und schulterzuckendem Alltag oszillieren: We’ve made our bed and in it we lie. 

7 Days of Garbage at The Fence via Dangerous Minds

Es soll ein Remake von “Dumbo” geben,… als Live-Action-Movie…

…und als ob das nicht schon ridiculous genug wäre: Der Schreiberling von Transformers 3, Ehren Kruger soll ihn, nun ja schreiben. Wie man sieht, habe ich mir Gedanken gemacht wie der Film aussehen könnte. (Alle Bilder von Wiki-Commons. Editiert von M.F.)

via

Bild 1: Blue_Sky by Ksiom (GPL) / Elefant baby by Martin L (CC) / General Dynamic F-16 USAF uploaded by The RedBurn (Public Domain)

Bild 2: 8,000′ above the Earth by Jessie Eastland (CC BY-SA 3.0) Asiatischer Elefant by Jean-Luc (CC) / F-16 Fighting Falcon uploaded by Martin H. (Public Domain) / Explosions uploaded by Kotasik (Public Domain)