Babo weiß nicht wer der Dada ist

Noch bis Sonntag (15.2.14) in der arte-mediathek. Es gab schon bessere “Durch-die-Nachts”, es gab aber auch schon welche die ich ausgemacht und welche die ich gar nicht erst geschaut hab. Hafti schien mir insgesamt ein wenig unenspannt. Das Format ist aber auch keines in denen Künstler wie Haftbefehl glänzen können. Auch Polak war irgendwie unausgeschlafen. Es kam kein wirkliches Gespräch auf, nur ein paar wichtige Sätze über Depressionen, an die Polak und auch Haftbefehls Vater litten.

#MONEYBOYLEAKS

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Bei der Lösung einer der letzten Rätselfragen der Menscheit: Ist Money Boy ein genialer Persiflierer, oder ein dummer?, ist man jetzt nur scheinbar einer Lösung auf der Spur. In einer “deutschlandweiten Kooperation” von Noisey, Redbull-Music und dem Splash Mag, wurde nach der ominösen Diplom/Magisterarbeit des Boys recherchiert. Mit Erfolg. Die Welt weiß nun, dass man in Österreich einen Magistertitel bekommt, wenn man eine Diplomarbeit schreibt. Huh? Ja! Schaut hier auf splash-mag.de das Titelblatt seiner Arbeit. Redbull-Music hat dazu ein äußerst belangloses Interview mit des Boys ehemaligen Professor gemacht. Und Noisey (Vice) hat ein paar noch langweiligere Zitate aus der Diplomarbeit. Warum belanglos und langweilig? Ausgehend vom Thema (Gangster-Rap in Deutschland. Die Rezeption aggressiver und sexistischer Songtexte und deren Effekte auf jugendliche Hörer) und den Zitaten der Arbeit, sehe ich darin keinen wissenschaftlichen Mehrwert. Im Grunde macht der Boy hier nichts anderes, als mit ein paar Fremdwörtern mehr oder weniger harten Rap so zu erklären, wie dieser sich für gewöhnlich selbstdarstellt. Wie etwa: (S. 83)

In ihren Texten nehmen die Akteure häufig auf ihre Potenz und Virilität Bezug. Die Selbstüberhöhung der eigenen Potenz sowie Verweise auf die eigenen Geschlechtsorgane sind typische Elemente des Battle-Rap.

(Selbstüberhöhung…) Also Money Boy als Money Boy mit korrekter Grammatik plus Fremdwörter. Ist der Boy sogar so genial, dass er vermag eine wissenschaftliche Arbeit zu persiflieren? Oder ist das alles nur Notwehr? Die ganze Diskussion ist ein Witz und gibt viel mehr Auskunft über die Vorurteile derjenigen, die sie führen, als über Money Boys IQ. Als ob sich an einer wissenschaftlichen Arbeit Intelligenz bemessen ließe. Eine Magister/Diplomarbeit ist zunächst einmal nur der Nachweis, dass man wissenschaftlich arbeiten kann. Als ob ein Uniabschluss als Garant für Intelligenz anzusehen sei. Waren bei den Pegidisten nicht auch verhältnismäßig viele Uniabsolventen, oder bei der AFD? Fakt ist, der Boy ist ein Künstler, der sich geschickt, oder aus Versehen am Markt etabliert hat. Fakt ist, niemand im deutschen Rap-Biz, entertaint more than der Boy. Wer den Boy verstehen will, der muss ihn hören.

So wie es sich für mich darstellt, als jemand der sich mit 30 fernab von der der Kollega-Zielgruppe befindet, ist neben Hafti der Boy am einflussreichsten was Slogans und Memes betrifft. Ich würde sogar sagen, dass der Boy gewissermaßen einen größeren Einflussbreich hat. Man muss sich nur die Verbreitung seiner Redeweise betrachten. Seit ein, zwei Jahren tauchen überall, zumindest in den Medien, die ich konsumiere, diese fehlerhafte Grammatik und die redundante Verwendung von Hilfsverben im Zusammenhang mit Anglizierung auf: “am swag haven”, “ein Interview maken”, am being sein tun”… . Money Boy selbst hat in einem Interview mal darauf hingewiesen, dass er das von amerikanischen Rappern übernommen hat. Ich glaube er nannte Lil Wayne. Verbreitung findet dieser Style dann durch andere, die darauf Bezug nehmen, wie zum Beispiel Audio88 im Song “Dies Das” mit Yassin und Dexter:

Ich tu Wievergleiche tun, so wie ein echter MC.

Sodass man zusammenfassend meinen könnte, dass der Boy seinen Fame auch dadurch bekommt, dass Wettbewerber ihn persiflieren.

via Falk Schacht auf Facebook

Studio Ghibli Land

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Nachdem die Ghibli-Filme außerhalb Japans von Disney vertrieben werden und seit 2008 an der Spitze des Studios mit Kōji Hoshino der frühere Präsident von Disney Japan sitzt, wäre es auch wirklich mal an der Zeit, einen Ghibli Themepark zu eröffnen. Nach dem japanischen Künstler – und Träumer – TAKUMI könnte das ganze ungefähr so aussehen. Und auf einer Ponyo-Wildwasserbahn oder einer Laputa-Flugattraktion würde ich auf der Stelle mitfahren. Also bitte liebe Ghiblianer, setzt diesen hypothetischen Entwurf schnellstmöglich in die Tat um. Ein Ghibli Museum gibt es ja immerhin bereits.

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via Spoon & Tamago

 

Steampunk Game Boy

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Retrogaming mit Klasse: Die französische Künstlerin Elise Siegwald hat das Handheld-Device meiner Kindheit im schicken Jules Verne Look neu eingekleidet, inklusive überdimensionalem Lupen-Display, rustikaler Lackierung und pittoresker Zahnradmechanik. Sehr schön.

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Steampunk Game Boy via Visual News

Improvisation No.2

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Ich habe – sorry Rinko – fremdgebloggt. Im wundervollen Videospielfeuilleton videogametourism findet ihr ab sofort meinen Beitrag zu der Reihe Games that never were, den zu lesen ich euch hiermit wärmstens ans Herz lege (und nebenbei auch noch kurz anmerke, dass es sich ohnehin immer lohnt, bei den Videogametouristen vorbeizuschauen, wenn ihr auf intelligente Texte zu Videospielen und zur Videospielkultur steht).

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“Please applaud with Hands only” – Hinweistafeln aus den Kindertagen des Kinos

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Wenn man heutzutage ins Kino geht, kommt man vor Beginn des Films neben der Werbung und dem Trailerprogramm zumindest an zwei dezenten Hinweistafeln nicht vorbei: Zu einem wäre das “Handys aus!”, mittlerweile in teilweise rührenden, teilweise überraschend cleveren Kurzfilmen unter das Zuschauervolk gebracht. Und zum zweiten der obligatorische – im Ton meistens um einiges rauere – Imperativ “Denk nicht einmal im Traum daran, das Folgende mitzufilmen!”

In der Frühzeit des Kinos gab es weder Handys noch Kompaktkameras, mit denen man cineastisches Raubrittertum hätte begehen können. Dafür gab es allerdings übergroße, für den Kinobesuch offensichtlich nur bedingt geeignete Damenhüte, Fußgetrampel, das den Kinosaal zum Einsturz bringen konnte und zahllose Regenschirme, die in den Lichtspielhäusern vergessen wurden. Davon zeugen jedenfalls diese Kino-Tafeln aus dem frühen 20. Jahrhundert. Weitaus weniger penetrant als jedes “Langnese gibt es auch hier im Kino”, und ein freundliches “Good Night” deutet auch darauf hin, dass die Kinobetreiber anno dazumal weitaus freundlicher zu ihrem Publikum waren.

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Die Kunst von Michal Mráz

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Die Gemälde des slowakischen Künstlers Michal Mráz sind collagierte Visionen in denen, mit beinah psychoanalytischem Blick, Wunsch und Realität in einer feierlichen Unordnung zusammenfallen. Oder um es hipper zu formulieren: Dass Hineinragen der morpheuschen Matrix in die Realität. Mráz kombiniert dazu verschiedene Stile. Photorealistische Malerei trifft auf aquarellartige oder ölfarbige Hintergründe, welche verfallen und modern. Die figürlichen Motive entnahm er aus dem LIFE-Magazin oder anderen Tages- und Fotozeitungen. Das Zusammentreffen von ikonischen Archetypen des Fotojournalismus mit natürlichen und architektonischen Motiven, die das Archetypische des Fotojournalismus hervor- und zugleich aufheben, entlarvt die Gemachtheit der ursprünglichen Fotografien. In diesem Sinne ist Mráz Kunst das Nebeneinander von Soll und Trieb. Zwar eine Metaphysik des Scheiterns, doch auch eine Symphonie auf Sisyphos. Ich bin mir sicher, Mráz hätte sich gut mit Camus verstanden.

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via faith is torment

Michal Mráz auf facebook

Disney-Prinzessinnen als Steine

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Okay, schuldig. Ich liebe die Remixes von Disney-Figuren, die man auf Deviant Art, Tumblr und Co. zu hauf findet, und ich habe sie in den letzten Jahren auch mehr als einmal verbloggt. Aber gerade was die Reinterpretation und Dekonstruktion des klassischen Disney-Prinzessinnen betrifft, gab es in jüngster Vergangenheit doch einen gewissen, anstrengenden Overkill. Ich scheine zumindest nicht der einzige zu sein, der mittlerweile genervt mit den Augen rollt, wenn die neusten Disney-Prinzessinnen als Zombies, Disney Prinzessinnen während eines Bad Hair Days, Disney-Prinzessinnen als Superhelden Kunstwerke im Newsfeeds aufploppen.

Und für alle, denen es ähnlich geht, gibt es jetzt Bolks Disney-Prinzessinnen als Steine zu bewundern. Damit dürfte alles gesagt sein. Danke Bolk. Und bitte, bitte, bitte sucht euch ein neues Betätigungsfeld liebe Deviant Artists.

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Disney Princess Pile of Rocks via A.V. Club

Dreaming with Jeff “The Dude” Bridges’ Sleeping Tapes

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Der einzige wahre Dude Jeff Bridges hat ein Schlaftabletten-Album aufgenommen, das wohl schon jetzt zu den schrägsten musikalischen Veröffentlichungen 2015 gehören dürfte. Dreaming with Jeff ist eine Collage aus Ambient Sounds, Spoken Words, Songwriter-Fragmenten und allerhand schrägen, einlullenden Drone Soundschnipseln. Ziemlich anders, ziemlich skurril, ziemlich unheimlich… und alles in allem, ziemlich schön.

The world is filled with too many restless people in need of rest – that’s why I filled my sleeping tapes with intriguing sounds, noises and other things to help you get a good night’s rest. – Jeff

 

Dreaming with Jeff via CoS

Best! Game Trailer! Ever!

Keine Ahnung, ob ich STRAFE jemals spielen werde. Und Geld für dieses Projekt gegen Kickstarter werfen, werde ich wohl auch nicht. Ich mag nicht einmal das Genre des klassischen 90er Jahre Egoshooters. Beim Spielen von derlei Trash wurde ich damals regelmäßig von Motion Sickness heimgesucht. Außerdem ist es eigentlich ganz gut, dass wir diese Epoche der Videospielgeschichte hinter uns gelassen haben. Und mittlerweile können Videospiele ja weitaus mehr, sind mitunter sogar Kunst und so… Aber, bei Gott… dieser Trailer! Ein Meisterwerk!

The future of video games: the fastest, bloodiest, deadliest, most adjective-abusing, action-packed first-person shooter of 1996.

STRAFE (Kickstarter) via polygon

SAFI – Sagen und Denken

Einer meiner Vorsätze für das Jahr 2015: Mal wieder etwas mehr neue Musik kennenlernen. Von SAFI habe ich bis dato noch nie gehört (obwohl sie wohl schon etwas länger dabei sind) und der Vorbote ihres kommenden Albums “Sagen und Denken” klingt verdammt spannend. Irgendwo zwischen Postcore, deutschem Indie-Rock mit leicht kryptischen Texten und verträumter Noise-Attitüde… Die großartige Stimme von Sängerin Safi scheint immer ein bisschen zu brüchig, zu fragil, sowohl für die eindringlichen Lyrics als auch das sie begleitende Saiteninferno. Genau dadurch schafft sie aber eine unheimlich enervierende Spannung, die sich konsequent durch diesen fantastischen Shoegaze/Rock/Core-Song zieht. Erscheinen soll das Album im Mai… Man darf gespannt sein.

SAFI via Plattentests

Super Mario als künstliche Intelligenz

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In einem Forschungsprojekt der Universität Tübingen wird eine Super Mario AI in Java programmiert, die dazu in der Lage ist, neue Informationen abzuspeichern, logisch im Spielverlauf anzuwenden und dadurch generell autonom zu lernen. Dabei wird dem künstlich intelligenten Mario ein eigener Charakter gegeben, indem ihm zum Beispiel ein “Hunger” nach Münzen einprogrammiert und die Fähigkeit gegeben wird, je nach eigener Gemütslage und Motivation, eigenständig Ziele anzustreben.

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