Und dann waren da noch die Kunstwerke für blinde und sehbehinderte Menschen im Prado-Museum

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Erst mal mit einem Axiom starten: Konsequenter kultureller Fortschritt ist ohne Inklusion nicht machbar. Wenn wir wirklich das kulturelle Potential der Menschheit voll entfalten wollen, setzt dies zwingend voraus, dass wir allen Menschen den Zugang zu Kulturgütern ermöglichen, unabhängig von körperlichen oder sozialen Dispositionen.

Unter dem Titel Touching the Prado hat das Museo del Prado in Madrid als erstes klassisches, großes Museum eine Ausstellung am Start, in der blinde und sehbehinderte Menschen ursprünglich flache Bilder haptisch erleben können. Zur Erstellung der dreidimensionalen Reproduktionen traditioneller Gemälde – wie der Mona Lisa – wurde ein ziemlich komplexes Verfahren angewandt: Unter Zuhilfenahme von ultraviolettem Licht wurden die Texturen der Originale analysiert und anschließend mit einer speziellen Tinte im 3D-Druckverfahren in mehreren Layern den neuen Werken hinzugefügt. Das Ergebnis sind plastische, für Sehbehinderte zum ersten Mal voll, für Nicht-Sehbehinderte auf vollkommen neue Weise erlebbare Klassiker der Bildenden Künste.

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Bereits das Louvre und das MoMA hatten in der Vergangenheit mit verschiedenen Möglichkeiten experimentiert, blinden Menschen Ausstellungsstücke greifbar zu machen. Aber so weit wie das Prado Museum ist bis dato noch keine Kunstausstellung gegangen. Das Ergebnis ist nichts anderes als eine Braille-Schrift für die schönste Sprache der Welt…

At Museo del Prado, Blind Visitors Can Touch Masterpieces via Open Culture

Kluge Worte von Ranga Yogeshwar

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Als Nachklang zur Sonnenfinsternis heute morgen und auch darüber hinaus voll ins Schwarze treffend. Ranga Yogeshwar über unverhältnismäßige Panikmache und erdrückende Schutzbrillen:

Unsere Gesellschaft wird zunehmend von Angstszenarien geprägt. Bei der anstehenden Sonnenfinsternis füllen vielfältige Warnungen die Schlagzeilen: Niemals in die Sonne schauen!! Nur mit Schutzbrille. Die Energieversorger warnen:“ Droht uns jetzt der Strom-Blackout?“. Schulkinder dürfen nicht vor die Tür, Eltern sind besorgt. Unsere Medien warnen so sehr, dass die Sonnenfinsternis zur herannahenden Bedrohung wird. Schade!
Gestern habe ich ein kleines Video erstellt um all jenen, die keine Spezialbrille kaufen konnten, eine Alternative zu bieten: Mit einer Handy-Kamera. (Siehe Facebook-Beitrag) Prompt reagierten manche Medien erneut mit Angst: Fachredakteure schreiben mich an und fragen: Verbrennt da nicht die Handy-Kamera?
Offensichtlich scheinen unsere Medien aus der Spirale der ewigen Panikmache nicht mehr herauszufinden, dabei sind die Sorgen überzogen (…)

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Die erste und die letzte Einstellung eines Films…

Schöner Supercut von Jacob T. Swinney, der sich von über 50 Filmen die Intros und Outros vorgenommen und verglichen hat (via Maik). Mein – von Swinney leider nicht verarbeiteter – Favorit wäre wahrscheinlich Blue Velvet. Wer eine derart düstere Geschichte in derart stilisierte, kitschige und romantisierte Bilder packt, hat verflucht viel richtig gemacht. Die Liste aller beteiligten Filme folgt dann nach dem Klick.

Some of the opening shots are strikingly similar to the final shots, while others are vastly different–both serving a purpose in communicating various themes. Some show progress, some show decline, and some are simply impactful images used to begin and end a film.

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#Varoufake: Der Cutter von Jan Böhmermann meldet sich zu Wort

Heute war echt so ein Popcorntag im deutschen Internet. Vielleicht schreibe ich die Tage noch etwas mehr dazu. Aber davor erst einmal die Stellungnahme von Böhmermanns Cutter, der die ganze Aufregung offensichtlich auch genossen hat.

Varoufake: Stellungnahme des Cutters von Jan Böhmermann

Kurzfilm der Woche: Im Internetcafé gestrandete, obdachlose Japaner

Eindringlicher Kurzdokumentarfilm über Japaner, die sich keine Miete leisten können und daher im Internetcafé leben. Der Film ist ein Teil der Reihe Japans Disposable Workers von Shiho Fukada.

via boing boing

GHOSTS – Fotoausstellung in Berlin

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Fotograf und Seite360-Buddy Johannes (der nicht unerheblich beim aktuellen Design unseres Blogs mitgeholfen und in der Vergangenheit auch den ein oder anderen Artikel beigesteuert hat), eröffnet am 20. März in der Morgenrot Gallery in Berlin seine jüngste Fotoausstellung Ghosts, in der er sich mit dem mysteriösen, mythischen und dunklen Gesicht Osteuropas auseinandersetzt. Wir hatten Johannes hier schon ein paar mal gefeatured und das nicht nur aus kollegialem Pflichtgefühl, sondern auch weil seine Fotoprojekte auf verdammt spannende Weise den Grenzbereich zwischen dokumentarischer, reflexiver und märchenhaft überhöhter Fotografie ausloten. Doch, ich glaube Magischer Realismus ist ein recht passendes Label, um seine Fotografie zu beschreiben, die es auf Bildbeute zu bestaunen gibt.

Marcus und ich werden zur Ausstellungseröffnung auf jeden Fall vor Ort sein. Wenn ihr also einen netten Plausch mit einem Drittel der Seite360-Autoren halten oder einfach nur magisch realistische Fotos genießen wollt, kommt vorbei. Um 19 Uhr gehts los.

In seinem Projekt “Ghosts” arbeitet Johannes Franke als Archivar des Vergessens. In ungewohnten fotografischen Perspektiven und Ansichten Osteuropas lenkt er die Aufmerksamkeit des Betrachters auf architektonische Anachronismen, die sich dem alltäglichen Blick entziehen. Dabei konserviert er eine düstere Welt, die, so scheint es, vom Nichts aus Michael Endes unendlicher Geschichte verzehrt wird. Ein fernes, längst obsolet gewordenes Reich, das im Begriff des Schwindens steht, wird in den Kontext der modernen Zivilisation gerückt und erwacht in geisterhafter Ewigkeit zu neuem Leben.

“Ghosts” – Johannes Franke – Fotografien
Laufzeit: 20.3.2015 – 20.4.2015
Eröffnung: 20.3.2015, ab 19.00 Uhr
Kuration: Elena Helfrecht

Galerie Morgenrot, Mainzer Straße 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Veranstaltungsseite auf Facebook

Hörenswertes: Olli Schulz, Joye Bada$$, Gaz Coombes, Noel Gallagher, Bilderbuch; Klassiker: Caribou

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Wie immer zeitversetzt kommt die hörenswertesten Alben. Wo Olli Schulz noch den Winter-Blues im Gepäck hat ist bei der aktuellsten Platte in dieser Rubrik der Sommer aber so etwas von da. Dieses Album gehört bald rauf und runter gehört und macht klar, dass deutschsprachiger Pop in gut nicht bei uns zu finden ist, sondern hinter der Grenze zur Alpenrepublik. Noel und Gaz winken derweil von der Insel rüber und befinden sich auch derweil in ihrem dritten Frühling, was man an den erwachseneren und trotzdem gut gelaunten Platten deutlich hört. Joey Bada$$ macht gleich bei der kleinen Nostalgie-Runde mit und bringt uns den Hip Hop der 90er zurück.

Wer nach diesen aktuell schönsten Platten immer noch nicht genug hat, darf sich gerne noch einmal den Klassiker “Andorra” anhören, der sich in seiner wunderbaren Leichtigkeit perfekt in das derzeit sommerliche Ambiente einfügt.

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Und dann waren da noch die eingemauerten USB-Sticks von Aram Bartholl, die bei der Kölner Polizei für ziemlichen Wirbel sorgten…

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Bei den so genannten Dead Drops handelt es sich um eine Idee von Aram Bartholl, der schon seit einigen Jahren mit spannenden Kunstaktionen an der Schnittstelle zwischen Digitalität und Realität, Mensch und Maschine unterwegs ist. Dazu gehören unter anderem seine BYOD (Bring your own disk and crush it) Installation, mit der er Museumsbesucher dazu einlud, ihre eigenen Festplatten bis zur Unlesbarkeit zu zerstören, der Kill Your Phone Workshop, dessen Ziel es ist, jedes Signal unterdrückende Phonecases zu bauen, oder Forgot your Password?, ein achtbändiges literarisches Epos, bestehend aus 4,7 Millionen gehackten LinkedIn-Passwörtern in alphabetischer Reihenfolge. Die Stoßrichtung dürfte damit ungefähr klar sein. Jeder, der sich für die Vermengung von Kultur, digitaler Technik und Philosophie interessiert, sollte sich näher mit Bartholls faszinierendem Werk auseinandersetzen. Die Dead Drops selbst gehören nicht zu seinen neusten Arbeiten (genau genommen gibt es sie sogar bereits seit 2010), aber zu denen, die in jüngster Zeit in Deutschland den meisten Wirbel verursachten…

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One Musical Instrument For All…

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Aus der Reihe: Kickstarter-Projekte, die ich verwirklicht sehen will. Das Artiphon INSTRUMENT 1 vereint in sich Tasten-, Saiten-, Schlag- und Streichinstrument und kommt zudem mit einer Loop-Funktion daher. Ähnliches kennt man zwar schon seit Jahrzehnten aus der Synthie- und Midicontroller-Ecke, so intuitiv und clever mit mobilen Devices verbunden gab es das aber, soweit ich weiß, bisher noch nicht. Scheint wirklich in die Richtung Casual Music, bzw. Instrument für jedermann zu gehen. Und wenn es Kinder oder Menschen, die bisher nicht viel mit musikalischen Instrumenten am Hut hatten, an die kreative Musikproduktion heranführen kann, dürfte es sogar weitaus mehr sein als ein bloßes Gadget für gelangweilte Hipster. Also bitte keine Reflexe von wegen “Gute alte Zeit”, “Richtige Instrumente” etc… Das Teil sieht einfach nur wunderbar aus.

We believe anyone can make music, and that most people really want to. Like snapping an Instagram, now you don’t have to already be a professional to start making music and enjoy every note. We’re building an instrument that empowers people to play music apps beyond the touchscreen, and we want to inspire people to explore music-making in their everyday lives.

Das Ziel von 75.000 $ hat das Instrument 1 mittlerweile schon locker erreicht und steuert bei 36 Tagen Restzeit entspannt auf die halbe Million zu. Go!

via boing boing

 

love has no labels

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Einen Zeigefinger habe ich noch. Dann ist aber auch gut und es geht ins Wochenende: Und alles wird poppiger, eskapistischer und weniger politisch. Zuerst aber…

Before anything else, we are all human.

It’s time to embrace diversity.

Let’s put aside labels in the name of love.

Love has no labels via the daily what

Der Festivalsommer 2015 kommt… auch dieses Jahr ohne Frauenquote

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Diese Mashdowns von Festivalplakaten nach dem Prinzip Reine Würstchenparty (BR) sollte man einfach so stehen lassen, während andernorts die Maskulinisten mal wieder rumjammern, dass die Unterdrückung des Mannes durch das so eben beschlossene Quoten-Reförmchen (bzw. “Fortschrittchen”, wie die ZEIT ziemlich passend titelt) um einiges schlimmer werden würde… Einfach so als kleiner Stupser in die Richtung: “Heh, schau dir die Waage doch mal genau an.”

Echt jetzt! Es ist wirklich nicht zu viel verlangt, einfach kurz und knapp festzustellen: Ja, es gibt noch eine Menge Nachholbedarf, in viel zu vielen Bereichen! Lasst uns schauen, wie wir das ändern können! Und sei es nur, indem wir auf die Missstände hinweisen. Wer tatsächlich glaubt, mehr Gender Equality würde der liberalen Gesellschaft etwas anhaben, der kann auch gleich argumentieren, dass die Sklavenbefreiung dem Recht auf freien Besitz einen herben Schlag versetzt hätte.

Darauf erst einmal einen Friedrich Nietzsche:

Wenn zum Antifeministen gehst, vergiss die Peitsche nicht.

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Antilopen Gang – Verliebt

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Zu leugnen, dass die deutsche Hip Hop Kultur ein ernstes Homophobie-Problem hat, ist wahrscheinlich noch schwieriger, als zu leugnen, dass die Videospielszene ein ernstes Sexismusproblem hat. Anyway, Ende Februar gab es diese Geschichte von Bass Sultan Hengzt und seinem neuen Albencover, auf dem sich (*shocking!) zwei Männer küssen. Dass so etwas homophobe Dreckskommentare anzieht, war irgendwie abzusehen. Eher nicht abzusehen war, dass es für das Artwork unmittelbar darauf Rückendeckung von einer anderen Hip Hop Combo geben würde: Die Antilopen Gang, die letztes Jahr schon mit ihrem extrem coolen Hit Beate Zschäpe hört U2 positiv aufgefallen sind, haben für ihren neusten Videoclip “Verliebt” nicht nur Fettes Brot sondern auch Feine Sahne Fischfilet und die Goldenen Zitronen zum Dreh eingeladen und knutschen dann auch mal gleich zu Beginn des Clips ordentlich gegen Intoleranz und Engstirnigkeit.

Auch abgesehen davon gilt: Coole Lyrics, eine saubere Mischung aus Pop, Hip Hop und Punk, eine schöne Freundeskreis-Reminiszenz und dazu noch ne lässige, undogmatische, antiideologische und zugleich herrlich anarchische Polit-Attitüde. Gangster, Gepose und Street Credibility nerven. So geht guter Deutschrap!

via Testspiel

Glitchy, glitchy Porn Remixes

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Verursachen einerseits Kopfschmerzen, sind aber andererseits auch ziemlich geniale Abrechnungen mit vordergründig auf Hochglanz polierter und zugleich ziemlich schmutziger, hyperaggressiver Pornoästhetik. Ich sollte mal wieder Enter the Void schauen. Verantwortlich für diese düsteren NSFW-Porn-Glitches ist Dorn Barra aus Italien. Und nach dem Klick wird es noch ein wenig verstörender.

Catching, appealing, mentally healing!

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