Langweiligkomische Superhelden

2014-12-03edit1

In Nerdkreisen wird gerne darüber gestritten, wer der langweiligste/blödeste Superheld ist. Es gibt keine Einigkeit darüber, ob dieser Titel nun Aquaman oder Daredevil gebührt. Ich finde den Witz ganz gut, dass Daredevils Superkraft darin besteht blind zu sein. Obwohl das auch nur die halbe Wahrheit ist… Jedenfalls was ich großartig finde, sind wirklich sinnlose Superhelden, so wie Powdered Toast Man von der Ren and Stimpy Show, oder Meerjungfraumann, dabei hab ich Sponge Bob nie wirklich geschaut, oder Jesse Pinkmans ausgedachte Superhelden aus ich-weiß-nicht-mehr-welcher-BreakingBad-Staffel. Wirklich outstanding dooflustig sind diese Superhelden hier. Favorit: Can-Predict-The-Second-Fastest-Lane-At-The-Supermarket-Man.

via The Doghouse Diaries

CIA-Folter im Stile der Gemälde von George W. Bush

Torture_paintings_lead

Großartige, beklemmende Meta-Fuckup-Gemälde zwischen Politik- und Kunstkritik von Prachi Gupta von AnimalNY. Wie würden die Verhörmethoden der CIA wohl aussehen, wenn sie in George W. Bushs infantiler Wohlfülromantik gemalt wären…? So ungefähr, und damit ist wirklich schon verdammt viel über die Selbstwahrnehmung und das Wesen des konservativen Kerns der amerikanischen Terrorismusbekämpfung gesagt.

Since President Bush never fully looked into the details of the program he put into action, we thought it might be helpful to illustrate some of the gruesome examples of torture mentioned in the report and have him bear witness to them. In recent years, Bush has brushed away his crimes and revamped his public image with silly, innocent paintings. To be sure the president can understand the atrocities committed under his watch, we’ve represented them in an approximation of his own child-like painting style. This is what torture might look like through Bush’s eyes.

bubbles_bush_

HERE’S WHAT THE CIA’S TORTURE TECHNIQUES WOULD LOOK LIKE IF GEORGE W. BUSH PAINTED THEM via Nerdcore

Demoliton Man – …Was hat es eigentlich mit den drei Muscheln auf sich?

dreimuscheln

Vor kurzem wurde eines der größten Geheimnisse der Filmgeschichte gelüftet… Okay, das war jetzt vielleicht etwas dick aufgetragen, aber jeder Freund und jede Freundin des US-Actionkinos der 90er Jahre wird sich irgendwann einmal gefragt haben, wie zur Hölle denn die drei Muscheln funktionieren, oder zumindest, wie die Macher von Demolition Man (1993) – wenn es nach mir geht einer der besten Actionfilme der 90er Jahre – auf diese verrückte Idee kommen konnten.

Für alle nicht Eingeweihten: Demolition Man spielt in einer fernen Zukunft, in der die Gesellschaft scheinbar sämtliche Konflikte gelöst hat und in einem harmonischen Miteinander lebt, was allerdings auch den Verzicht von allem Schädlichen, Exzessiven und Bösen miteinschließt: Sprich, kein Fleisch, kein Sex, keine Drogen, kein Gefluche… und: Kein Toilettenpapier. Stattdessen sind drei ominöse Muscheln für die vernünftige Hygiene nach einem erfolgreichen Stuhlgang verantwortlich. Sylvester Stallone, der direkt aus den 90ern kommt und als kryonischer Häftling in diesem “Utopia” aufwacht stellt sich – so wie das gesamte Fimpublikum – natürlich die Frage, wie diese verdammten Muscheln denn nun funktionieren sollen, ohne im Film eine gescheite Antwort zu erhalten (Dank der kreativen Zweckentfremdung zahlloser fürs Fluchen erhaltener Strafzettel kann er Gott sei Dank auf die mysteriösen Hygieneprodukte verzichten). Nachzusehen auch im YouTube-Video weiter unten…

Vor kurzem, während einer Vorführung des Filmes The Adventures of Ford Fairlane wurde der Drehbuchautor von Demolition Man, Daniel Waters, zu den drei Muscheln befragt. Für Cineasten, die an der Funktionsweise der Teile interessiert waren, dürfte die Antwort ziemlich unbefriedigend sein, aber zumindest wissen wir jetzt, wie es dazu kam, dass das Konzept im Film landen konnte. Oh, du banale Realität:

I won’t tell you the actual secret, but I’ll tell you where it came from. There’s a scene where Stallone has to use a restroom. I’m trying to come up with futuristic things you’d find in there. I was having trouble, so I called my buddy, another screenwriter across town, asked him if he had any ideas. Ironically enough that guy was taking a dump when he answered the phone, looked around his bathroom and said ‘I have a bag of seashells on my toilet as a decoration?’ I said ‘Ok, I’ll make something out of that.’

Ich wette mit euch, dass 90% aller anderen mysteriösen, skurrilen Alltagskonzepte für das amerikanische Science Fiction Kino auf eine ähnliche Art entstanden sind. So fragte sich zum Beispiel auch Stanley Kubrick während des Stuhlgangs, wie er die Weltraumfahrt in 2001 wohl spannender gestalten könnte und stellte dann fest: “Heh, in meinem Bad hängt ein großes rotes Licht, hinter der sich eine philosophierende, misanthropische KI befindet. Warum verbaue ich die nicht einfach in dem Film?”

zu finden auf reddit via blastr

Mindfuck Browsergame: Entire Screen of One Game

entire-screen

Großartiger Metametameta…-Plattformer von Tom Murphy für das Ludum Dare 31. Im Browsergame The Entire Screen of One Game steuert ihr einen Quader, der in sich selbst das Level beinhaltet, das ihr spielt. Und damit nicht genug. Durch einen permanenten Zoom-Out, verwandelt sich das Level, das ihr spielt, selbst wiederum in einen Quader, den ihr dann ebenfalls durch dieses Level steuert, das sich wieder in einen Quader verwandelt, der wiederum durch das Level läuft… und das ganze ad infintum (oder bis ihr die Lust verliert oder tot vom Schreibtischstuhl kippt).

Klingt kompliziert? Lädt zum munteren leibniz’schen Monadenphilosophieren ein? Ja, auch. Vor allem fickt es aber ganz gewaltig den Verstand des Spielers. Eine wirkliche Herausforderung gibt es nicht, abgesehen davon natürlich in diesem Metametameta-Marathon nicht den Verstand zu verlieren. Oder wie der Entwickler selbst sagt: You can’t win the game. It only exits to destroy your mind.

The Entire Screen of One Game via Interweb3000

 

Heiteres Nasenbluten

tumblr_mv314rfzZ11skc68ao1_400

Die Erhabenheit der Mona Lisa besteht vor allem darin, dass selbst eine idiopathische Epistaxis sie nicht in ihrem heiteren Posen stören kann. Von der russischen Künstlerin Svetlana Malygina. (via Boing Boing)

20 Years – Happy Birthday, liebe Playstation

SONY DSC

Im Dezember 2014 wird die Sony PlayStation zwanzig Jahre alt. Um genau zu sein, am dritten Dezember 1994 erblickte sie in Japan das Licht der Welt. Die Amis mussten, so wie es damals üblich war, fast ein Jahr länger auf die US-Modelle der Konsole warten, die die Videospielwelt nachhaltig verändern sollte.  Und wir Europäer mussten sogar noch ein bisschen länger auf dem trockenen sitzen. Seit Ende September 1995 stand das Teil auch in deutschen Elektromärkten, und ich könnte jetzt viel über die technischen und historischen Hintergründe der PSX (warum eigentlich das “X”?) schreiben, darüber dass es fast zu einer Nintendo PlayStation gekommen wäre, dass selbst eine Sega PlayStation eine zeit lang eine Option war, aber all das kann man auch ganz gut bei Wikipedia nachlesen und diverse Videospieljournalisten, Vlogger und Blogger haben das schon weitaus ausführlicher und auch besser getan. Daher eher so ein paar persönliche Erinnerungen und Gedanken, garniert mit vielen Glückwünschen an die großartige, graue Kiste:

weiterlesen

Wohnzimmerinventar grausam auf Straße hingerichtet

d46c398e7

Die Pariser Objektkünstlerin Lor-K hat sich in ihrer Stadt auf die Suche nach weggeworfenen, liegen gelassenen und ausrangierten Möbelstücken gemacht und aus diesen großartig morbide Objektkunst kreiert. Auf offener Straße ausgeweidete Sofas, hingerichtete Fernseher und in Stücke geschlagene Waschbecken sind dabei herausgekommen: Konsumkritik trifft Thriller-Ästhetik trifft Splatter-Faszination. Fantastisch!

A l’ère de l’obsolescence programmée, le projet Objeticide nous confronte à la fin de vie de nos objets. Le sens de leur mort se retrouve figuré par la consistance organique de leur intérieur et le sang qui s’en écoule. Cette personnification nous offre une vision macabre et insolite. La comparaison au vivant est immédiate, évoquant les relations profondes que nous entretenons avec nos objets… Chaque meurtre vient à acquérir un sens particulier, tout en restant cohérent dans la série. Les Compliscopes réitèrent l’Objeticide et rend comparse celui qui l’active.

2d0be81d5

40b051220

lork-objeticide-art-urbain-lor-k-sculpture-de-rue (10)

Objecticide by Lor-K via citylab

FFO ART

tumblr_n50c90TdWa1sec6tao1_1280

Wow! Einfach nur wow! Es ist echt verflucht lange her, dass ich aktuelle, derart beeindruckende, alles wegknallende Bildende Kunst gesehen habe. FFO’s Thema sind menschliche Beziehungen in allen erdenklichen Formen. Wie der anonyme Künstler, die anonyme Künstlerin dies in ihrem/seinem Tumblr umsetzt, sprengt aber jeglichen körperlichen und mentalen Rahmen:

Is this real? Or has this been happening inside my head?” 
Of course it is happening inside your head, but why on earth should that mean that it is not real?”

Körper werden destruiert und dekonstruiert, zerfließen mit der Umgebung, mit den Mitkörpern, werden aufgesprengt und in anatomisch nackte Monstren verwandelt. Surrealismus und Romantik treffen sich zum gemeinsamen Walzer, Erotik, Morbidität, Sehnsucht und Zynismus geben sich ein Stelldichein und dazwischen weiß der Betrachter nie, ob er sich gerade in einem Pop-Universe, einer pittoresken postmodernen Modenschau oder doch nur im Gehirn eines extrem dissoziativen Künstlers befindet. Anyway, ganz ganz große Kunst und mit das beste was mir in letzter Zeit auf Tumblr über den Weg gelaufen ist.

tumblr_n7mxvgDKY91sec6tao1_1280

tumblr_n8v6i5l4pl1sec6tao1_1280

tumblr_n7zss06bkx1sec6tao1_r1_1280

FFO ART via doktorsblog

Through a Glass Darkly by Nick Turpin

Nick_Turpin_Through-a-Glass-Darkly_01

In seiner Fotoserie Through a Glass Darkly beobachtet der Londoner Fotograf Nick Turpin die Ruhe und Einsamkeit der winterlichen Stadt, wie sie sich in den Gesichtern von wartenden Buspassagieren widerspiegelt. Aus weiter Entfernung mit einem Teleobjektiv und extrem langer Belichtungszeit fotografiert, scheint durch die beschlagenen Scheiben des Busses nicht nur urbane Einsam

keit sondern auch die Schönheit, die in diesen Momenten der beschleunigten Entschleunigung schlummert. Die nächtliche, winterliche Stadt ist ein einsamer Ort, ist ein trauriger Ort, ist ein sakraler Ort, ist ein wunderschöner Ort. Beeindruckende Fotokunst.

Mehr dieser wundervollen, poetischen Aufnahmen findet ihr in Nick Turpins Portfolio. Also schaut da unbedingt vorbei

“For now we see through a glass, darkly; but then face to face: now I know in part; but then shall I know even as also I am known”

1 Corinthians 13:12

These pictures of London Bus passengers in the winter months were made at night from a raised platform with a long lens hand held at 1/40th second, on the limits of what modern camera sensors can record.

Nick_Turpin_Through-a-Glass-Darkly_02

Nick_Turpin_Through-a-Glass-Darkly_07

Nick_Turpin_Through-a-Glass-Darkly_09

Through a glass darkly via ignant

I [Heart] The Walk (Supercut)

Heute ist so ein bisschen Supercut-Tag bei uns… und einen habe ich noch dafür: Menschen die auf Kameras zugehen, sich neben Kameras herbewegen, in das Szenenbild hineinlaufen, es wieder verlassen, von der Kamera verfolgt werden, und so weiter… Schlicht gehende Menschen. Aber verdammt gut – und cineastisch – zusammengeschnitten, inklusive hervorragender Musik aus der French House Ecke. So müssen Supercuts und nicht anders.

I [Heart] The Walk (Supercut) via Seitvertreib

Steadicam Progress: Paul Thomas Andersons Karriere in 5 beeindruckenden Szenen

…Tja, was soll man hier noch viel sagen. P.T.Anderson ist neben den Coens, Béla Tarr, Lars von Trier, Quentin Tarantino und Christopher Nolan (Ja, ich streite sehr gerne mit euch über die letzten beiden genannten) einer der besten noch lebenden Regisseure. Und warum das unter anderem so ist, bringt Kevin B. Lee in seinem Videoessay über die beeindruckendsten (Steadicam-)Einstellungen des Regisseurs perfekt auf den Punkt. Nicht nur ein schnöder Supercut, sondern akribische Filmarchäologie. 10 Minuten, die alles andere als verschenkt sind.

The Career of Paul Thomas Anderson in Five Shots via pewpewpew

He-Man Oneliner und Skeletor Insults (Supercuts)

hemanskeletor

Bei so viel – selbst im Namen – zur Schau getragenem Testosteron vergisst man nur allzu gerne, dass He-Man in erster Linie der Held der einfältigen, naiven, maximal putzig witzigen Oneliner ist. Im Prinzip die Mylittlepony-Version von Bruce Willis und Äktschn-Arnie…

Achja, und Skeletor sollte man auch nicht nur nach seinem Äußeren beurteilen. Hinter der unheimlichen Sensemann-Fratze steckt nämlich in Wahrheit ein sehr sensibler – und ziemlich trotziger – Fünfjähriger, der beim “Mensch ärgere dich nicht” einfach nicht verlieren kann. DreamWorksTV bringt das unbedarfte Gemüt sowohl von Super Hero als auch von Super Villain in den jeweiligen Supercuts perfekt auf den Punkt. Gott, was habe ich diese Serie geliebt!

Skeletor hasn’t just mastered evil, he’s also mastered the art of the BURN! Watch some of skeletor’s funniest, punniest, most rediculous insults in the history of He-Man and the Masters of the Universe!

Skeletor may be the master of the insult, but HE-MAN is still the Master of the Universe, and has some great one-liners of his own!

via seriesly awesome