Lumio: Beleuchtung im Buchformat

Groß, einfach nur groß ist diese handliche Lampe, die sich wie ein Buch öffnen lässt und sowohl als größere Taschenlampe als auch statische Beleuchtung praktischen Nutzen und Design perfekt verbindet. Das Ganze ist mehr als nur eine Designstudie, sondern auch gleich ein Kickstarter-Projekt, das – wen wundert es – mittlerweile das angestrebte Finanzierungsziel locker übertrumpft und derzeit bereits über 150.000$ angesammelt hat. Die perfekte Lichtquelle für Bücherliebhaber wie mich und auch über den bibliophilen Touch hinaus einfach mal eine grandiose Idee.


Lumio: Kickstarterprojekt via Colossal

Hörenswertes Winter 2013: Foals, Frightened Rabbit, Biffy Clyro, Jim James, Tocotronic, Inc.

So, die wahrscheinlich neben dem Herbst beste Jahreszeit für interessante Veröffentlichungen hat begonnen und beglückt uns mit Alben, die einem die Winterdepression vertreiben und mal zum tanzen, zum nachdenken oder gar zum Kopfschütteln einladen. Die Foals tanzen mal wieder die Wurzel im Quadrat und perfektionieren ihren Math-Rock, Inc. erneuern den R`n B, Frightened Rabbit wärmen uns mit feinem Single Malt Aroma und Tocotronic werden langsam noch komischer, als sie eh schon immer waren.

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Bambi meets Godzilla (Restaurierte Fassung)

Coda Shetterly hat Frame für Frame eine 1080P-Fassung des Zeichentrick-Klassikers Bambi meets Godzilla (1969) gebastelt, die als respektvolle Restauration ein guter Ersatz für die Low Quality Uploads des Proto-Remix-Culture Shorts auf Youtube sein dürfte. In einem ausführlichen Blogpost spendiert uns der Restaurateur zusätzlich noch ein ziemlich spannendes Making of der gelungenen Überarbeitung.  Wer den Film noch nicht kennt – Shame on you! – sollte diese kulturelle Bildungslücke spätestens jetzt schnellstens füllen.

Bambi meets Godzilla Restoration via BoingBoing

Harlem Shake – Twin Peaks Edition feat. Kyle MacLachlan

Jau, der Harlem Shake Hype ist natürlich schon jetzt sowas von vorgestern. Diese Twin Peaks Version, die sogar den Hauptdarsteller Kyle MacLachlan featured ist aber doch mal ne schöne Idee. Ich persönlich würde mich ja sehr über eine Mad Men Version freuen…

via Nerdcore

Verified Facts: Verschwörungstheorien online aus dem Zufallsgenerator

Gibt es etwas Willkürlicheres als Verschwörungstheorien? Man nehme irgendwelche historischen Ereignisse, suche sich ein paar dubiose Nebenschauplätze, ein paar Räuberpistolen und Zeitungsenten und natürlich ein Feindbild, das ordentlich diffamiert werden soll. Et Voilà: 9/11 als Inside Job des FBI, HIV als Supervirus-Züchtung der Illuminaten, Die Marslandung der Discovery als Inszenierung des Mossad etc. pp. Bei Verschwörungstheorien pendele ich immer zwischen ästhetischer und narrativer Begeisterung für die kreativen Einfälle, die hinter den Geschichten stehen und Fassungslosigkeit angesichts der politischen Naivität und ideologischen Aggression, die sich hinter den skurrilen bis abartigen Phantasien verbirgt. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man Verschwörungstheorien auf jeden Fall nicht, sind sie doch oft genug die perfekten Kolportationsinstrumente für groteske bis bösartige Ideologien, für absurde Querfrontbildungen der extremen Rechten mit den Linken (die angesichts ihrer naiven Feindbildsuche nicht einmal bemerken, von wem sie da gerade vereinnahmt werden) und politischen Aktionismus, der sich fernab jeglicher realen Rechtfertigung bewegt. Ganz abgesehen davon, dass mit Verschwörungstheorien pseudowissenschaftliche Weltbilder gefördert und antiintellektuelle Wissenschaftstravestie gestützt wird.

Insofern ist der beste künstlerische Umgang mit Verschwörungstheorien immer noch der Metatextuelle, der geschickt die Absurdität hinter diesen postmodernen Ersatzreligionen entlarvt und ihre eigentlichen Strukturen aufdeckt. So wie der Verschwörungstheorie-Zufallsgenerator bei Verified Facts, der bei jedem Seitenaufruf randomisiert eine neue Verschwörungstheorie präsentiert, inklusive Nietzsche-Zitaten (“There are no facts, only interpretations.”) und Lösungsvorschlägen (“Buy a gun!”)

Verified Facts via Kulturtechno

Full Movies on Youtube (Subreddit)

Gerade über 11k2 einen wirklich mal sinnvollen Subreddit entdeckt, in dem aktuelle Full Length Filmuploads auf YouTube gepostet werden. Einiges davon ist zwar in Deutschland Gema-gefickt, aber für so etwas gibt es dann ja immer noch diverse Proxie-Tools.

FULL MOVIES ON YOUTUBE (REDDIT)

Musikvideo der Woche: Justin Timberlake feat. Jay-Z – Suit and Tie

An dieser Stelle könnte nun das neue Video von Tyler, The Creator stehen oder viele andere sehr gelungene Musikvideos. Die kleinen Schweinchen von der Gema verhindern das allerdings mal wieder gekonnt und machen sich mal wieder für kulturelle Förderung verdient. Gönnen wir also dem ominösen Überwachungsapparat seinen Erfolg und freuen uns trotzdem über ein schönes Schwarz-Weiß Video von Justin Timberlake, der hier zusammen mit Hip Hop Mogul Jay-Z stylishen 40er Flair aufleben lässt. David Fincher (Zodiac,Sieben,The Social Network) kann übrigens auch nicht-verstörende Musikvideos drehen und war für diese geschmackvollen Aufnahmen verantwortlich.

Justin Timberlake feat. Jay-Z – Suit and Tie

Regie:David Fincher

Album:The 20/20 Experience

Filmabriss (2012er Recap): Prometheus, Monsieur Lazhar, Iron Sky, The Hobbit

Spät dran und mit einigem Abstand – der einen (*hust) objektiveren Blick zulässt – will ich dann doch noch Kurzrezensionen zu ein paar 2012er Filmen nachschieben, die mir entweder in Erinnerung geblieben sind oder die ich tatsächlich erst vor kurzem gesehen habe. Wer meinen Arschloch-Zuschauer-Artikel gelesen hat, weiß, dass ich derzeit alles andere als gerne ins Kino gehe. Das liegt noch nicht einmal so sehr an dem – zugegeben von mir überzeichneten – Bild der nervenden Kinobesucher sondern einfach an dem meiner Meinung nach immer offensichtlicher werdenden Verfall der Institution Kino an und für sich: Überhöhte Preise, nervige 3D-Gimmicks, verloren gegangenes Flair und eine seltsame Form der Arroganz, mit der die Filmspelunken – ehemals Filmpaläste – glauben, ihren Besuchern mangelnden Komfort mit durchschnittlichen bis schlechten Filmen und übertriebenen Hypes versüßen zu müssen. Daher lautet mein Credo im Moment: Wenn schon Kino, dann lieber die kleinen, familiären Betriebe, die überraschende – von der Öffentlichkeit sträflich ignorierte – Perlen zu okayen Preisen und in gediegener Atmosphäre präsentieren. Und wenn es ein Blockbuster sein soll, genügt es auch vollkommen ein paar Monate zu warten, bis die Videothek meines Vertrauens (Nein, nicht kinoxto.2k oder so) den Film im Programm hat. Egal, hier soll es um die Filme gehen, und da ist alles dabei, was 2012 im zu bieten hatte: Hyperventilierender Hype (Prometheus), epischer Blockbuster (The Hobbit), ausgezeichnetes Arthaus-Drama (Monsieur Lazhar) und Direct-to-DVD-Trash mit originellen Produktionsumständen (Iron Sky). Bleibt die Frage, wie sich die eigentlichen Filme fernab ihres Paratextes/Kontextes schlagen. Und die soll im Folgenden beantwortet werden.

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Welcome Back Rinko und kurzes Update meinerseits

Ihr habt ja schon mitgekriegt, dass Seite360 Ende 2012 und Anfang 2013 eher sporadisch Updates erfahren hat. Das war vor allem deswegen schade, da wir es 2012 meiner Meinung nach ganz gut geschafft haben, hier in einer regelmäßigen Frequenz täglich mehrere neue Artikel rauszuhauen. Bei mir hatte das etwas verschlafenere Bloggen vor allem zwei Gründe, von denen der zweite leider immer noch akut ist. Grund eins ist trivial: Ohne Rinko war es hier echt ein bisschen einsam und darunter hat auch meine Lust am Bloggen sichtlich gelitten. Wir hatten zwar nie eine konkrete Arbeitsteilung auf Seite360, aber so ein bisschen ist es schon eine nette (ungeschriebene) Tradition, dass Rinko für aktuelle Musik und aktuellen Kram aus dem Pop-Bereich (im weitesten Sinne des Wortes) verantwortlich ist- sprich für den heißesten Scheiß -, während ich immer eher so ein bisschen in nostalgischen und abseitigen Regionen wüte. Wie gesagt, das war nie ein Dogma, und gerade 2012 hat Rinko dann auch mit den besten Alben der 90er Jahre ordentlich die Nostalgie-Fraktion bedient, während ich sogar ein, zwei aktuelle Hörenswert-Artikel beisteuern konnte… aber es war doch immer beruhigend, jemanden an der Seite zu haben, der – im Gegensatz zu mir – einen Überblick über die aktuelle Musikszene hatte.

Dieser Grund für meine Blogging-Lethargie dürfte jetzt erst einmal passé sein und daher freue ich mich umso mehr, an dieser Stelle einfach mal sagen zu können: Welcome Back Rinko, du hast gefehlt. Echt jetzt!

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TPB AFK: The Pirate Bay Away From Keyboard – The Pirate Bay Documentary

Bei Pirate Bay denke ich immer an “Ach, die gibt es noch?” und wie ich so Anfang der 00er arschlangsame MP3`s über Napster und später über den Esel gezogen habe, von denen ca. die Hälfte Fakes waren oder bei 90% abbrachen. Hier ist jedenfalls die Documentary über eine der größten und umstrittensten Tauschbörsen, die es logischerweise nach der Berlinale Aufführung vor ein paar Tagen direkt ins Netz geschafft hat.

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The Strokes – All The Time (Stream)


Hui, da schwirrt doch noch ein neuer Strokes Song kurz vor dem Fußball-Bier rein. Ich mochte die letzten Alben ja so gar nicht, aber All The Time hat das Potential einer der besten Songs nach dem legendären “Is This It”-Debut zu werden.

via Stereogum

Jamie Lidell – Jamie Lidell (Stream)

Hurra! Nach einer halben Ewigkeit melde ich mich mit einem Stream zu dem neuen Lidell-Album zurück. So feiert man die Rückkehr ins Leben und nicht anders. Ich schaue nun aber erstmal Fußball und getanzt wird später…

Stream

R.E.M. – Losing my Religion in Dur


Ehrlich gesagt fehlt mir ein bisschen die Phantasie dazu, mir vorzustellen, wie das technisch genau abläuft, das Ergebnis ist aber allemal spannend. MajorScaled TV bringen Moll-Klassiker auf die helle Seite der Macht, indem sie sie auf die Dur-Tonleiter transformieren. Das klingt einerseits etwas schräg, irgendwie unpassend – angesichts der Tatsache, dass man einfach mit diesen Stücken in Moll sozialisiert wurde – andererseits aber auch faszinierend, mitunter sogar dem Original neue Facetten und einen verborgenen Subtext abgewinnend. So zum Beispiel auch bei Nothing Else Matters von Metallica, das durch das MajorScaling zu einer fast schon nostalgischen Hard Rock Hymne wird und dabei an Bands wie die ganz frühen Scorpions erinnert. Und R.E.M. oben funktioniert sogar ganz hervorragend, tatsächlich in dem Sinne, dass man sich vorstellen kann, der Song wäre auch in Dur zum Welthit geworden. Achja, und als oller Dekonstruktivist (oder so) finde ich die Idee natürlich an und für sich schon sympathisch

MajorScaled TV bei Facebook via Interweb3000