…Und dann waren da noch die Handtaschen, die plötzlich an allen möglichen Statuen in Schweden hingen

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Ursprünglich sollte es eigentlich nur eine Statue werden: In Gedenken an die Schwedin Danuta Danielsson, die 1985 einen Neonazi – während eines rechtsextremen Aufmarsches – mit ihrer Handtasche schlug, und so als Nachfahrin von Shoa-Opfern eine schlagkräftiges Zeichen gegen die neue Gefahr von rechts setzte. So schlagkräftig, dass das Foto, das die Situation berühmt machte, festgehalten von Hans Runesson, zum schwedischen Foto des 20. Jahrhunderts gekürt wurde. Einen Entwurf für die Statue, die diesen Moment für die Ewigkeit in Bronze festhalten sollte, gab es auch schon, nämlich von der Künstlerin Susanna Arwin. Also volle Bahn frei für das Denkmal gegen Neonazismus und für Zivilcourage? Nicht, wenn es nach Schwedens Behörden geht. Die hielten das ikonische Bild nämlich für zu gewaltverherrlichend und lehnten so den Antrag für die Statue ab.

…Die Schweden indes reagierten auf ihre eigene, coole Weise auf das “inte!” der Behörden. Und so finden sich seit letzter Woche im ganzen Land Solidaritätsbekundungen diverser Statuen, die ihre neuen Handtaschen stolz zur Schau tragen. Eine großartige Street Art Performance der Öffentlichkeit und ein deutliches Zeichen für Zivilcourage und gegen Neonazismus.

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via Schlecky Silberstein

Neues Album von Godspeed You! Black Emperor: Asunder, sweet and other distress

CST111cover_573px…und wo wir gerade bei Vorfreude sind. Die Postrock-Götter schlechthin, Godspeed You! Black Emperor, veröffentlichen ein neues Album. Und das bereits Ende März. Asunder, sweet and other distress wird wie gewohnt von Constellation vertrieben, eine Hörprobe gibt es auch schon… und die klingt ziemlich geil: Etwas droniger, etwas sludgiger, mehr Metal, weniger Folk. Gigantomanische Spannungskurve und kathartischer Pathos sind aber nach wie vor vorhanden. Sehr schön. Und wenn noch einmal jemand sagt, dass Postrock tot sei, setze ich ihn direkt im verlassenen Montreal einer von Zombies überrannten, postapokalyptischen Erde aus.

NEW RELEASE: GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR – ‘ASUNDER, SWEET AND OTHER DISTRESS’

ToeJam and Earl: Back in the Groove (Kickstarter)

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ToeJam & Earl (1992) ist eines der besten Spiele für das Sega Genesis, bzw. Mega Drive. Trotz seines mittlerweile fast schon biblischen Alters von über 20 Jahren, seiner ziemlich anachronistisch wirkenden 90’s Funkyness und seiner teilweise mehr als obskuren Spielmechaniken hat der Hybrid aus Action-Adventure, Puzzleplattformer und schrägem Dungeon Crawler nichts von seiner Faszination eingebüßt. Wenn ich aufzählen sollte, mit welchen Games ich oller Nintendo-Fanboy auf der damaligen Konkurrenzkonsole die meiste Zeit verbracht habe, würde Toejam & Earl mit Sicherheit in den Top10 landen und dort einen Platz weit oben noch vor den Sonic-Teilen und Golden Axe abstauben.

Nachdem sich die erste Fortsetzung auf dem Mega Drive selbst ToeJam & Earl in Panic on Funkotron (1993) als klassisches Jump N Run bereits weit von dem glorreichen Vorgänger entfernt hatte (trotzdem ist dieser groovy Action-Plattformer mMn. weitaus besser als sein Ruf) und es auf der XBox einen größtenteils ignorierten dritten Teil gab (von dem ich ehrlich gesagt, gerade beim Googlen zum ersten Mal erfahren habe), ist es wirklich an der Zeit, dass das Original einen würdigen, echten Nachfolger erhält. Greg Johnson, seines Zeichens Mitentwickler des Kultspiels und offensichtlich nach wie vor angepisst, dass er damals nicht die Fortsetzungen kreieren konnte, die er bereits in den 90ern bzw. 00ern im Sinn hatte, hat nun eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um einen ToeJam & Earl Nachfolger entwickeln zu können, der tatsächlich all das bietet, was den ersten Teil so großartig machte: Randomisiert kreierte Level, mehrere Ebenen, eine Top-Down-Perspektive, Überraschungs-Items, durchgeknallte Vertreter der menschlichen Spezies, ein sauberer Funk-Score und überdrehte 90er Comic-Grafik. Check, check und check. Über 150.000 Dollar sind bereits gesammelt, 27 Tage sind noch Zeit um das Ziel von 400.000 zu erreichen. Und ich will dieses Game zocken! Jetzt!

So what’s this all about? My name is Greg Johnson, and I am one of the two original creators and owners of the Toejam and Earl games (just to be clear, Sega doesn’t own it). I, along with some bright and talented friends, are finally going to make that ultimate Toejam and Earl sequel that the fans have been asking for all these years.

Will it be like game one or game two, you ask?  Well… (holding breath)… mainly like game one.  We plan to go old school with this one. Fixed isometric camera, 2D sprites, simple controls, and an emphasis on coop play. It will also pull in some of the more beloved elements from game two, AND we have a list of exciting new gameplay elements planned as well.

Groovy!

ToeJam & Earl: Back in the Groove via ign

Das geheime Leben der Superhelden-Actionfiguren

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Fantastische, geeky Superhelden-Installationen von Edy Hardjo, der mit Hilfe klassischer Actionfiguren, viel fotografischem Gespür und ein wenig Photoshop-Unterstützung dem Leben der Marvel- und DC-Ikonen jenseits des üblichen Kinderzimmergebrauchs auf den Zahn füllt. Der Künstler zu seiner Arbeit: ““I use my daily experience as source of ideas… All I do is replace the ‘usual’ thing with the ‘unusual.’” … eigentlich macht er ja genau das Gegenteil, aber genau das macht diese Reihe auch so großartig. Mehr davon gibt es beim gelangweilten Panda zu sehen.

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Der Schrift – Scintilla III von Jie Ma

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Der chinesische Künstler Jie Ma hat hier ein vielerzählendes Werk geschaffen. Was da alles an Gedanken aufploppen. Schrift, Logozentrismus, die Kritik des Selben aber auch dessen Wertschätzung, Exegese, das Kulturmachen durch von Exegese angeregtem Diskurs, Dekonstruktion, die Lupen, das ist zu lesen wie Derrida. Die Farben und die Lupenapparate haben auch so einen steampunkigen Charakter. Die Größe und Weitläufigkeit des Raumes gegen die graue Enge der Stadt. Das Bad in kulturellen Artefakten, ein wenig starrsinnig, aber auch pflichtbewusst, versus systematisierte urbane Einöde.

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Diese Lupen… das Lesen. Das Bild enthält selbst den Akt der Rezeption, Interpretation und Exegese. Wie die eine Lupe den Text verzerrt und die andere preisgibt, dass der Blick nach Draußen ein verzerrter, gemachter Blick ist, plus wie die selbe Lupe die Schrift und damit Kultur in die Stadt reinzerrt. Wie alles eben gesagte sich in der Bildmitte wiederspiegelt. Reflexivtät. Selbstreflexivität. Ich finde es nicht übertrieben zu sagen, dass das Bild die abendländische Kulturgeschichte, bzw. die abendländische Kulturmethode zusammenfasst, bis zu dem postmodernen Punkt der Selbstbezüglichkeit und dem unendlichen Verweisen von Zeichen (Schrift) auf Zeichen. Die Metaphysik der Zeichen.

Dann die Figuren. Ihre Anordnung und was sie tun macht auf mich einen politischen um nicht zu sagen feministischen Eindruck. Der Mann mit graumelierten Haaren sitzt in erhöhter Position auf so eine Art Stuhlapparat. Er ist nur wenig höher platziert als die Frau. Diese Höhersetzung scheint er allein durch den apparatartigen Stuhl zu erlangen. Der Mann hat den Zeigefinger der linken Hand leicht ausgestreckt, sodass er nicht ganz gerade, sondern gekrümmt ist. Außerdem sieht er verbissen aus, seine Augenbrauen sind zusammengezogen. Er macht den Eindruck als beharre er auf etwas. Denn die Situation sieht ein wenig so aus, als ob die Frau, die, mit einem strengen Büro/Sekretärinnenkostüm bekleidet und ein normalgroßes-großes Buch in den Händen, ein Vorschlag machen würde. Gewissermaßen ist die weibliche Figur hier kein Individuum, weil sie kein Gesicht hat, im Gegensatz zur männlichen Figur. Ja anstelle einer individuellen Physiognomie sieht man eigentlich nur einen schwarzen Punkt, der ihre Frisur ist.

Ist das nicht ein Kommentar auf die westliche Kulturgeschichte, die eine von Männern gemachte Geschichte ist? Sind die ganzen aufrechten Linien nicht als Phallussymbole zu lesen, die Stangen der Apparaturen, die die Bücher halten, die aufgetürmten Bücher? Ist die V-Form dagegen, in der die riesigen Bücher angeordnet sind, nicht Symbol der Weiblichkeit? Solche symbolischen Spekulationen sind immer ein wenig hanebüchen, dennoch liest sich diese Schicht des Bildes, vor allem die Zeichenhaftigkeit der Figuren, durchaus als kritischer und feministischer Kommentar zur westlichen Kulturgeschichte.

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Auf der Portfoliowebseite behance gibt es noch mehr von Jie Ma zu sehen.

via this isn`t happiness

Sind die letzten 22 Staffeln der Simpsons nichts anderes als ein Komatraum Homers?

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Warum altern die Simpsons seit 25 Jahren nicht? Warum kommt es in Springfield ständig zu so surrealen Geschehnissen? Wie erklärt sich die teilweise vorhandene Self-Awareness der Zeichentrickfamilie? Und warum lebt Homer Simpson immer noch, obwohl er schon in zig Unfällen hätte das Zeitliche segnen müssen? YouTube Kmacktime glaubt die Antwort gefunden zu haben und präsentiert eine Theorie, nach der Homer seit der 77. Episode So It’s Come to This: A Simpsons Clip Show – zu deutsch “Nur ein Aprilscherz” (Staffel 4, Folge 18) – im Koma läge und alle Geschehnisse in Springfield bloß seiner Fantasie entspringen würden. Klingt auf den ersten Blick plausibel, beantwortet aber nicht die Frage, warum die Simpsons bereits 3 1/2 Staffeln zuvor nicht gealtert sind und warum es bereits zuvor immer wieder zu merkwürdigen Geschehnissen in Springfield gekommen ist. Aber immer noch besser als die finale Auflösung von LOST…

via seriesly awesome

SWARM SIMULATOR

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Habe seit Samstag in diesem verdammten, minimalistischen Browsergame rumgeklickt, zwischendurch das Teil einfach nur laufen lassen, dann wieder manisch gefarmt und dabei immer die growing numbers bestaunt. Und mittlerweile habe ich 10 undecillion meat zusammen, die von 7 nonillon drones gesammelt werden; beaufsichtigt von 500 sextillion Queens in 4 Quintillon Nestern auf einem Territorium in der Größe von 30 octillion. Und ich kann mit dem Scheiß einfach nicht aufhören. Next Step: World Domination. But… NOT THE BEES!

Swarm Simulator Awesomeness via Nerdcore

Und dann war da noch der mumifizierte Mönch, der in einer Buddha-Statue gefunden wurde…

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Jepp, die haben mittels CT-Scan eine mumifizierte Leiche gefunden. In a fucking Statue of Buddha. Manchmal rockt der – von den europäischen Esos und New Agern zerkaute, wiedergekäute und in klumpiger Form wieder ausgespuckte – Buddhismus doch noch!

This Buddha statue was exhibited earlier this year in an exhibition in the Drents Museum (where it was shown for the first time outside China). The mummified body of the Buddhist master Liuquan, a monk who lived around the year 1100 and who belonged to the Chinese Meditation School, is hidden in this precious reliquary dating from the eleventh or twelfth century.

Buddha Statue with Mummy in Hospital via Nerdcore (Photo by M. Elsevier Stokmans)

Abandoned Berlin – Das Buch zum Blog

91UuwpzM4ILCiarán Fahey, der mit Abandoned Berlin eines meiner liebsten Erkundungs- und Fotografieblogs betreibt, veröffentlicht im Februar die Trophäen seiner Touren in Buchform. Im Grunde genommen ein Must-Buy für jeden Abenteurer, Fotografen und Berlinliebhaber, habe ich doch im gleichnamigen Blog so manche großartige Inspiration für Großstadtbesichtigungen abseits der üblichen Touristenpfade gewonnen und mich mehr als einmal von Faheys fantastischen Fotos der verlassenen und vergessenen Orte begeistern lassen. Faheys Blog begeistert mit einer genialen Mischung aus Erlebnisberichten, Insidertipps für Wagemutige und Tonnen an Fotos, die Lust auf eigene Erkundungen wecken, garniert mit interessanten historischen Fakten und unterhaltsamen Anekdoten. Für mich besteht daher kein Zweifel, dass das Buch auch ein Großstadtabenteuer-Schmuckstück fürs Bücherregal wird. Zu finden gibt es den etwas anderen, zweisprachigen Touristenführer unter anderem für knapp 20 € bei Amazon (Partnerlink), und der wandert dort jetzt auch gleich mal in meinen Einkaufswagen.

Abandoned Berlin- There shall be a book!

Popmusikgeschichte: Der Amen-Break

Marinelli von den Blogrebellen berichtet von ein in Holz gefertigtes Kunstwerk, welches offensichtlich Schallwellen darstellt und das man auch kaufen kann. Es sei der Amen-Break, sagt er. Eigentlich kenne ich nur einen einzigen Breakloop und war schon auf der richtigen Spur, wusste bisher jedoch nicht wie der der/das Break heißt. Jedenfalls, unglaublich cool und wichtig ist das angehängte YT-Video, in welchem Popmusikgeschichte erzählt wird. Um es mit Marinelli kurz zu sagen: ohne den Amen-Break würde sich Hip Hop und Drum & Bass heute ganz anders anhören. Das Video zeigt warum das so ist, aus welchem Stück der Break ursprünglich stammt und zu was er sich entwickelte. Wer weiß, ob es Drum & Bass ohne diesen Breakbeat überhaupt gäbe, baut diese Musikrichtung doch konsequent auf Funk auf.

Coen Country (Supercut)

Mit Supercuts bin ich noch lange nicht durch. Vor allem wenn sie so großartig geschnitten sind wie dieser Ritt durch die Themen, Bilder und Köpfe der gesamten Coen-Filmografie. Da wirkt auch die Selbsttitulierung als Video Essay alles andere als großspurig. Besser kann man kaum die Meisterwerke der beiden Regie-Brüder komprimiert zusammenführen.

This short video-essay examines various themes present in the work of the Coen brothers. While other essays have assembled several recurring visual tropes: elevators, dogs, dream sequences, bathrooms etc., this essay has the characters talk to one another across the films so we can more clearly hear the Coens’ dominant concerns: identity, miscommunication and morality. Taken as a trinity, these elements indicate that the Coens’ true subject is the search for value in a random and amoral universe.

Coen Country (Vimeo) via Seitvertreib