Und dann war da noch der erste dokumentierte Gruppen-Selfie in der Geschichte der Menschheit…

selfie

…Aufgenommen auf einem New Yorker Dach im Jahre 1920. Zu sehen sind fünf Männer, die sich selbst fotografieren, gehalten wird die Kamera von Joseph Byron auf der linken und Ben Falk auf der rechten Seite. Selfies waren damals offensichtlich kein One-Man- und auch kein One-Hand-Job, sondern erforderten Geduld und – nicht zu unterschätzen – Muskelkraft, wie auf dem am selben Tag entstandenen “Behind-the-Selfie”-Foto zu erkennen ist. Beide Bilder gehören zur Kollektion des Museum of the City of New York, und es dürfte sich dabei zumindest um den ersten dokumentierten Gruppenselfie handeln, der zugleich in Verbindung mit seiner Aufzeichnung des Aufzeichnungsprozesses  ein famoses Dokument der schon früh vorhandenen Selbstreflexion der fotografischen Zunft ist. (via)

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Um den ersten tatsächlichen Selfie handelt es sich dabei allerdings nicht. Die Ehre, für diesen verantwortlich zu sein, gebührt dem Fotografen Robert Cornelius und seinem Selbstporträt aus dem Jahr 1839. Eine ganze Minute musste der Künstler still sitzen, um sich auf dem Lichtfilm und in der Geschichte der narzisstischen Fotografie zu verewigen (via).

via Gothamist

Russland fordert Bulgarien auf, die Superheroisierung sowietischer Denkmäler zu verhindern

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Das auf dem oberen Bild zu sehende Denkmal für sowjetische Soldaten in Sofia ist nicht das einzige Monument aus sozialistischer Zeit, das von unbekannten Künstlern einen ziemlich cleveren Remix – manch einer würde es Vandalismus nennen – erhalten hat. Aber es ist mit Sicherheit das Beeindruckendste. Die auf den Sockel hinzugesprayte Botschaft lautet frei übersetzt “Mit der Zeit Schritt halten” und ist in Verbindung mit dem neuen Superhelden-Anstrich ein sehr schönes Sinnbild dafür, wie die westliche Kultur in den ehemaligen Ostblock mehr und mehr an Einfluss gewinnt.

Wie die Moscow Times berichtet, fordert die russische Regierung nun vehement Bulgarien dazu auf, die “Verschändelung” ihrer Denkmäler zu unterbinden, härter gegen die “Vandalisten” vorzugehen. Zuvor wurde bereits ein Denkmal sowjetischer Soldaten von unbekannten Guerilla-Artists in den Farben der ukrainischen Flagge eingefärbt, August 2013 erhielt ein anderes Denkmal eine rosa Färbung, als künstlerische Entschuldigung für die bulgarische Unterstützung beim Niederschlag des Prager Frühling. Und während dies alles geschieht, schneit die Meldung rein, dass in Moskau Mc Donalds Filialen geschlossen werden, angeblich aus hygienischen Gründen. West versus East, Round Two?

via Slate (Image by Ignat Ignev: CC By 3.0; via wikimedia)

Die alljährlichen Geburtstagsfotos von Lucy Hilmer

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Seit 1974 – ihrem 29. Geburtstag – fotografiert sich die Künstlerin Lucy Hilmer jedes Jahr in ihrem “Geburtstagsoutfit”, was in diesem Fall aus nicht viel mehr besteht als einem überdimensionalen weißen Bikiniunterteil, Socken und einem Paar Schuhe. Das Ergebnis sind wundervolle Akt-Selbstporträts, die von einer selbstbewussten Persönlichkeit zeugen, deren Alterungsprozess von unfassbarer Schönheit begleitet ist. Weitere Fotos in den Quellen unten…

Birthday Suits via Huffington Post

Reisebericht aus Danzig

gdansk

Ich bin frisch aus Danzig bzw. Gdańsk zurück und wollte jetzt doch noch kurz meine Reiseeindrücke der letzten fünf Tage hier im Blog festnageln. Generell gilt: Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert, auch eine Reise, die sich über mehrere Tage hinzieht. Obwohl wir vor der Abfahrt relativ wenig konkret geplant hatten, ist es uns ohne Probleme gelungen die Zeit mit Ausflügen vollzupfropfen, mehr noch, zurück in Berlin habe ich das Gefühl, als würde Danzig noch genug Sehenswertes bieten, dass ich auch erneut für eine Woche hinfahren könnte. Dank diverser Ausflugsmöglichkeiten, mehreren Ostseestränden praktisch vor den Stadttoren, einer Menge Kultur und Geschichte, dem Dominikanermarkt sowie den hervorragenden gastronomischen Angeboten, gehört Danzig zu den sehenswertesten polnischen Städten, und wer einem Kurztrip zwischen Stadt-, Strand-, Natur- und Kultururlaub nicht abgeneigt ist, sollte sich das Städtchen definitiv nicht entgehen lassen.

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Glory Glory Jesus Christ – Neutral Milk Hotel, Gloria, Köln.

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Die Apostelkirche neben dem unfassbar hässlichen Neumarkt, nicht zu verwechseln mit dem Heumarkt, ist eine schöne Ausnahme in der wohl verbautesten Metropole Deutschlands.

Die zweite angenehme, ungleich unscheinbare Erscheinung, ist das schmucke Gloria, das von außen wie ein die Jahre gekommenes Strip-Lokal aussieht, aber mit seiner Theater-Atmo und bewegten Geschichte vom Lesben/Schwulen-Treff in den frühen 90ern hin zu vielseitigem Programm der Gegenwart so etwas wie Charme versprüht, was bei den Mehrzweckhallen und Bunkern dieser Republik ja nun wirklich nicht Standard ist.

Der richtige Ort also für eine Auferstehung, auch wenn vor dem Gloria die Szenerie wenig feierlich ist: weiterlesen

Gruselige Marienstatuen sind gruselig

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Ich arbeite gerade noch an meinem Danzig-Reisebericht, diese drei Fotos wollte ich euch allerdings nicht bis zu seiner Fertigstellung vorenthalten.

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Alle drei Plastiken stehen in der Marienburg (Malbork) nahe Danzig und offenbaren die gruseligen Seiten christlicher Ikonik. Ich weiß nur noch nicht, was ich unheimlicher finden soll: Den erwachsenen totgelittenen Jesus, der von seiner Mutter wie ein kleines Kind gehalten wird, oder das deformierte Christkind, das auch eine pointierte Metapher auf den Niedergang des Christentums sein könnte.

Harry Potter meets Scott Pilgrim

…und den habe ich hier auch schon seit Ferienbeginn in einem offenen Tab vor sich hindämmern. Sehr schöner Mashup-Trailer von The Usual Suspect, der beweist, dass in diesen Teilen auch mehr möglich ist als nur die Tonspur des einen auf das Bild des anderen Films zu legen.

via pewpewpew

Eine Google-Suchanfrage per Post… und die Antwort

googlefrage

Komme gerade von sieben Tagen Danzig zurück (langweiliger Reisebericht folgt) und muss mich erst einmal warmbloggen. Daher starte ich den Tag mit etwas, was ohnehin schon durch die halbe Bloglandschaft gewandert und mittlerweile als Nicht-Fake bestätigt ist:

In diesem Jahr ist Michael Wiethe (Rettungsassistent) mit seinen beiden Söhnen Timm (12) und Henri (9) in dem Nordseebad Otterndorf. Das tägliche Ritual des Geschichtenvorlesens am Abend, vor allem die Geschichte des Deichhörnchens, hat Timm Wiethe jedoch grübeln lassen. „Mein Sohn wollte wissen, ob es das wirklich gibt“, erklärt Vater Michael. Der routinierte Griff zum Smartphone und der Suchmaschine Google war in Otterndorf aufgrund schlechten Empfangs nicht möglich. Sohn Timm hatte aber schnell eine Idee: einen Brief an Google schreiben. Gedacht – getan. Da der Postweg zu lange gedauert hätte, ging das nette Schreiben mit der Frage nach dem Deichhörnchen per Fax an das Unternehmen.

…und dann kam das als Antwort.

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Klar ist die Antwort von Google PR und so… aber so verdammt niedliche PR, dass sie einfach nicht ignoriert werden kann.

via

Robin Williams (* 21. Juli 1951 ; † 11. August 2014 )

Worte folgen noch, es überwiegt momentan der Schock und die Trauer. Der Tweet der Academy treibt mir gerade zum wiederholten Male die Tränen in die Augen.

This Post is Art! Is it? – Wann wird ein Kunstwerk zum Kunstwerk?

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Wer in den letzten Wochen die kulturelle Blogosphäre verfolgt hat, dem wird kaum die mittlerweile wohl überall geteilte Geschichte von dem 4Chan-Beitrag entgangen sein, der kadriert und als Kunst postuliert bei ebay für über 90.000 Dollar verkauft wurde. Long Story short: In einer klassischen 4Chan Diskussion darüber, was nur aus der Kunst geworden ist, behauptete irgendwann ein anonymer User, Kunst sei früher etwas Wertvolles, Wertzuschätzendes gewesen, heutzutage könne tatsächlich alles Kunst sein, garniert mit dem ironischen Kommentar, dass auch sein eigener Post Kunst wäre:

Art used to be something to cherish.

Now literally anything could be art.

This post is art.

Ein findiger Netzkünstler fertigte ein Foto dieses Screenshots an, rahmte es und bot es unter dem Titel “Artwork by Anonymous” unter ebay feil (Anfangsgebot: 500 $). Der Rest ist Netzkultur-Geschichte. Das Werk wurde für fast 100.000 Dollar versteigert, während – mittlerweile bereits wieder gelöscht – ein gerahmter Screenshot dieser Auktion ebenfalls bei ebay landete aber nicht einmal annähernd die Begehrtheit des vorherigen Kunstwerks erreichte.

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Und dann waren da noch die Animated Gifs von Scorpio Dagger…

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…die irgendwo zwischen traditioneller Renaissancekunst, Monty Python und What the Hell did I just see? pendeln. Großartige Remix-Alpträume und Bizarrerien, die auch gerne mal den albernsten und flachsten Weg einschlagen, um Hochkultur mit Netzkultur mit Dada mit Gaga zu versöhnen. Und das Beste ist: Sein Tumblr ist einfach mal voll mit dem Scheiß…

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Scorpion Dagger via Nerdcore

Don’t try this at home! – Unspielbares Klavierstück

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Aus SuperMarioBros2 Impossible Music Factory. Ein unspielbarer polyphoner Höllenritt auf einem Midi-Piano. Es beginnt noch recht gediegen, dann aber ab der 30. Sekunde bricht die Hölle los und unfähiges Mensch kann nur staunend zuschauen, wie es von wahnsinniger Maschine an die Wand gespielt wird. Aber Menschlichkeit hat Neue Musik auch noch nie wirklich gebraucht…

via Kotzendes Einhorn