Trentemoeller – Gravity (Video)

Tzes! Warum weiß ich mal wieder nichts von einem neuen Album des norwegischen Kult-Electro-Künstlers. Das Video zu Gravity hat viel urbanen Kram, viel Zwischenmenschliches und viel Sonne! Ach Mensch, ich will den blöden Winter nicht mehr!

vimeodirekt

Beauty – Berühmte Gemälde als Gif-Art

Woaa, das ist einfach mal wieder pure Schönheit. Rino Stefano Tagliafierro hat sich berühmte Gemälde, überwiegend aus dem Frühbarock und Neoklassizismus, wortwörtlich zur Brust genommen und heraus kommt wirklich schöne Gif-Art, die dem subtilem Reiz des Originals oder der opulenten Sinnlichkeit in nichts nachstehen. Bellisimo!

via

Transfer by Kevin Corrado

Ich finde das ja immer großartig, wenn sich meine beiden Hobbys Malen und Fotografieren in einem Mashup bzw. Transfer zusammen tun und beides auf einen nächsten Level bringen. Die Mash-Ups von Kevin Corrado sind wirklich sehr gelungen und eigentlich müsste ich ja auch mal wieder meine Canon SLR benutzen, irgendwann mal…

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2014 suckt noch ein wenig…

…zumindest internettechnisch, womit zumindest einer meiner Vorsätze für das neue Jahr (mehr und regelmäßiger bloggen) in den ersten Januar-Wochen erst einmal für den Arsch ist.

Grund: Ich surfe gerade mit nervigem Handy WLan-Hotspot, weil die dsl-Umstellung von Vodafone zu 1&1 doch nicht ganz reibungslos verläuft, wie im Dezember noch erhofft. Bis dahin sitze ich internettechnisch – hoffentlich nicht mehr allzu lange – ein wenig auf dem Trockenen. Warum 2014 trotzdem ein großartiges Jahr wird:

- Allein in diesen Wochen erscheinen mehr spannende Alben als das gesamte letzte Jahr: Bohren und der Club of Gore, Mogwai, die heimlichen Montreal-Könige vom Silver Mt. Zion… und das Postrock-Herz in mir darf frohlocken. 2014 soll auch bedeuten: Endlich mal wieder mehr aktuelle Musik hören und vor allem auch mehr über aktuelle Musik schreiben.

- Mit dem neuen Lars von Trier Porno startet auch das Filmjahr mehr als verlockend. Außerdem steht die Fortsetzung der neuen Planet of the Apes Franchise an, Tarantino dreht einen neuen Western (mit fucking Christoph Waltz! Yeah!), es stehen biblische Blockbuster an, die bestimmt eine Menge überambitionierten Trash/Opulenz-Charme haben werden (allein weil sie von Ridley Scott und Darren Aronofsky stammen)… und nicht zu vergessen, irgendwann 2014 wird es auch noch eine Dumb and Dumber Fortsetzung geben

- Projekte, Projekte, Projekte… seit Dezember schreibe ich wieder… und das immer ausgiebiger und mit mehr Spaß: In der Pipeline sind einige SciFi-Stories, Gone Astray Filmprojekte, mal wieder ein bisschen YouTube-Kram und so weiter. 2014 sollte auch ein kreativeres Jahr werden als das letzte.

- Seite 360 soll demnächst – auf jeden Fall in der ersten Jahreshälfte – ein wenig generalüberholt werden. Rinko, Marcus und ich werden in  schweißtreibenden Diskussionen am Design schrauben, unser Blog ein wenig aufhübschen und uns dadurch hoffentlich auch einen kleinen Boost geben, mal wieder mehr zu schreiben: Retrospektiven, aktuelle Rezensionen, großartige Fundstücke… und wenn es nach mir geht auch mal wieder ein bisschen mehr feuilletonistisches Geschwurbel.

Dafür brauche ich aber endlich wieder vernünftiges Internet… und bis dahin werde ich mich hier weiter ein wenig rar machen und Rinko und Marcus allein die verantwortungsvolle Aufgabe lassen, Seite360 mit Content/Inhalt/Whatever zu füllen. Ich hoffe mal, dass ich mich spätestens nächste Woche aus dem Jahr 2001 (Überteuertes Internet mit limitierter Bandbreite und Drosselrisiko) zurückmelden kann. So far.

Mark Lombardi – Kunst und Konspiration (Doku auf Arte+7)

So der Titel einer Doku über den Künstler Mark Lombardi, die von der Regisseurin Mareike Wegener realisiert wurde und noch bis kommenden Mittwoch auf Arte+7 zu denken gibt. Lombardi visualisierte Geldströme und stellte so internationale Geflechte von Banken, Ölfirmen, Verbrechern, Mafiosi, der Familien Bush und bin Laden, Mudschaheddin (den späteren Taliban) etc. usw. grafisch dar. Seine Kunst ist auf mehreren Ebenen überaus interessant. In ästhetischer Hinsicht zum Beispiel definierte er eine literarische Institution des 19. Jahrhunderts, das Gesellschaftsgemälde, völlig neu, indem er es auf das wesentliche reduzierte. In seinen Werken gibt es reale Protagonisten, die in realen (zumeist Geschäfts-) Beziehungen zueinander stehen (standen), was reale Folgen zeitigte. Die Beziehungen, in Pfeildiagrammen dargestellt, werden jedoch nicht auserzählt, sondern es wird nur auf diese aufmerksam gemacht. So entzieht er sich dem heiklen Thema der Verschwörungstheorie und weist nur auf Tatsächliches hin. Die Ausdeutung dieser “narrativen Strukturen”, wie er selbst seine Grafiken nannte, wird dem Rezipienten überlassen. Das finde ich besonders interessant: Das Kunstschaffen wird gewissermaßen in den Rezipienten verlegt, wodurch es selbst virtuell wird und eine ungeheure Potenzialität entfaltet. Das Schaffen wird dadurch zu etwas Uneigentlichem, etwas zunächst Verborgenem, welches (nur) durch das Darüber-Sprechen, durch den Diskurs ständig im Entstehen begriffen ist. IMHO deutet das, vor allem im Zusammenhang mit Lombardis mysteriösen Selbstmord, auf das Bestehen, vielleicht sogar einen Tanz, von verborgenen Macht- und Gewaltstrukturen hin. Ich erkenne darin eine entfernte Verwandschaft mit Kafka. Beiden Künstlern ist gemeinsam, dass in ihren (Kunst-) Welten ein leeres transzendentales Signifikat, welches von Rezipienten gefüllt wird, Herrschaft ausübt. Zur weiteren Information und auch weil die Doku bald off sein wird sei hier auf den tollen Artikel von Frank Steinhofer vom Kunstblog DARE verwiesen. Hier der Link zum Video auf Arte+7.

Santa Claus is coming to Town! (Terry Gilliam)

So, ich fahre gleich Richtung Heimat. In der Hoffnung das mein Zug nicht vollgepackt mit Menschen ist wünsche ich Euch schöne Weihnachtstage!… und an die X-Mas Hater unter Euch: Danach hat der ganze Wahnsinn wieder ein Jahr Pause!

 

via Dangerous Minds

Lost Houses by Jared Small

Dem in Memphis aufgewachsenen Künstler Jared Small sind verlassene und verfallene Häuser einer einstigen bürgerlichen Idylle made in USA keine Unbekannten. Das Faszinosum am verrottenden Groß- und Kleinbürger-Glück hat er in seinen Malereien auf großartige Weise verarbeitet. Die “Decaying Houses” die dabei entstanden sind, symbolisieren eine Form der pittoresken Apokalypse und zugleich eine Apokalypse des Pittoresken. Nicht nur die Häuser fallen in sich zusammen, ihr Niedergang wird zudem noch externalisiert, überträgt sich auf die Leinwand, indem an den Rändern der Gemälde die Farbe abblättert wie die Illusion des Glücks im Mikrokosmos der traditionellen US-Südstaaten: Ein metamedialer Albtraum, dessen Kadrierung vom umschlossenen Inhalt ergriffen wird, ein düsterer und zugleich melancholischer Abgesang aus Farbe, realistischem Impressionismus und abstraktem Gedankengang. Groß.

Paintings by Jared Small via Faith is Tornment

The British Library veröffentlicht Tonnen von Bildern auf Flickr

Über 65.000 Bücher vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Über eine Million Scans, alle urheberrechtsfrei: Fotografien, Buchillustrationen, Grafiken… die gerade auf Flickr veröffentlichten Scans der British Library haben durchaus das Zeug zu einer der größten Bilder-Fundgruben im Internet zu werden, zumal offensichtlich zusätzlich geplant ist, eine Oberfläche zu veröffentlichen, auf der User die Bilder kommentieren und ihren Inhalt beschreiben können. Ein großartiges Geschenk für das Internet und zudem ein weiterer wichtiger Schritt, um dieses zu einem gigantischen Archiv der menschlichen Kultur werden zu lassen:

We have released over a million images onto Flickr Commons for anyone to use, remix and repurpose. These images were taken from the pages of 17th, 18th and 19th century books digitised by Microsoft who then generously gifted the scanned images to us, allowing us to release them back into the Public Domain.

A Million First Steps + The British Library Flickr via Creative Review

Wissenschaftliche Arbeit: Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists

Ich glaube, ich habe es schon mal kurz angekündigt: Ich wollte meine Magisterarbeit über die Motivik der Improvisation im Spätwerk Heinrich von Kleists auf jeden Fall auf irgendeine Weise der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und da ich weiß, dass es utopisch ist, davon auszugehen – ohne finanzielle Investition bei einem obskuren Zuschussverlag – die Arbeit tatsächlich gebunden veröffentlichen zu können, da ich keine Lust habe, damit bei BOD Cent-Beträge zu sammeln und weil ich doch wissenschaftlich relativ idealistisch unterwegs bin, werde ich sie an dieser Stelle einfach mal für lau online publizieren. Wie gesagt, es handelt sich “nur” um eine Magisterarbeit, in der allerdings dennoch viel Herzblut steckt und für die ich immerhin die Bestnote bekommen habe. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen da draußen, der Interesse an dem Inhalt hat, oder ihn auf die ein oder andere Weise für sich verwerten kann.

Fragt mich aber bloß nicht, wie ihr am besten aus einer Onlinequelle zitiert… Wenn ihr in einem wissenschaftlichen Text auf etwas aus der Arbeit zurückgreifen wollt, empfehle ich als Quellenangabe: “Bayer, Florian: Die Verfertigung des Menschen Im Handeln. Motivik im Spätwerk Kleists. Berlin, 2013.” und zusätzlich als Quelle vielleicht den Permalink auf diese Seite, inklusive letztem Abrufdatum. Stellt euch dabei aber auf ein leichtes Stirnrunzeln eurer Prüferin oder eures Prüfers ein. Falls ihr trotzdem Gedanken davon verwerten könnt, oder ihnen vielleicht auch widersprechen wollt, freue ich mich total, wenn ihr mich anschreibt oder mir eine Kopie eurer eigenen Arbeit schickt. Und damit genug der einleitenden Worte. Hier ist das 116-Seiten Dokument:

Die Verfertigung des Menschen im Handeln. Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists (PDF)

Die 80er Jahre: Die besten New-Wave-Alben des Jahrzehnts I

Ich war leider in den 80ern eher damit beschäftigt, in die Hose zu machen oder mich von einer mies gelaunten Grundschullehrerin drangsalieren zu lassen, als mich der Popmusik dieses Jahrzehnts zu widmen. Auch später als meine musikalische Sozialisation begann, hat diese Zeit eher wenig Einfluss auf mich gehabt und eigentlich gab es auch Anfang der 90er kaum was Uncooleres als den Giganto-Hairspray-Metal und die steril klinische Jazz-Musik der vergangenen Dekade. Erst Ende der 90er haben wir begonnen, auch die unfassbar innovativen Seiten dieser Zeit zu sehen. New Wave, das sich an die Nouvealle Vague anlehnt, war zumindest in seinen Anfängen eine kunterbunte Mischung, gemischt mit viel Pioniergeist und unbändiger Lust am Experimentieren. Also all das, was das aktuelle Musikjahr 2013 nicht anzubieten hatte. Also ein sehr guter Augenblick, in die Zeit des Aufbruchs zu schauen. Blondie waren damals nicht nur wegen der Frontfrau on top, Modern English dachten den Pop-Weg von Joy Division weiter, Altered Images hatten Charme und Hits, Tears For Fears übertrafen sich mit The Hurting und The Art auf Noise und schufen ein einflussreiches Album, von dem Künstler wie Chemical Brothers bis Skrillex beinflusst wurden. Viel Spaß mit den wahren Instagram-Sounds!

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