Postmodernes Stolpern – Das enthüllende Narrativ

Die Vorstellung: Jemand versucht sich im Fallen an einer Tischdecke festzuhalten…

Die Realität: Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs hat bei einem Immobiliengeschäft, um die Steuer zu umgehen, zwei Briefkastenfirmen eingesetzt, die ihm selbst gehören. Eine davon trägt den Namen “Soprano Enterprises”. (?)(!)

Stromae – Formidable

Ich glaube ja, der wird auch in Deutschland noch ziemlich groß… und wenn nicht, er sollte es auf jeden Fall werden, allein schon wegen dieses fantastischen Musikideos, das durchaus Zeug hat mein persönlicher Videoclip des Jahres 2013 zu werden: Tu étais formidable, j’étais fort minable… Großartig!

Poetisches für den Sonntag: Cyclique

Cyclique is a light and sound installation composed of a matrix of 256 balloons inflated with helium and equipped with LED lights. The floating 700 square-meter structure changes its shape as the wind flows through the balloons, immersing viewers in an artificial synaesthetic landscape where the soundtrack becomes the orchestra conductor.

Director – set design – concept : Maxime Houot
Set design – sound and lighting design : Nohista
Production : Collectif Coin
Coproduction : CCSTI Grenoble-La Casemate

( shot @ Amiens / Nuit Blanche 2013)

via

Die Kunst von Jeremy Geddes

Der Körper in der Kunst. Ich hab einfach ein Fable dafür. Zum Beispiel Kafkas physische Metamorphosen, seine Motivik des Verrats des Körpers am Geist, die Gravur der Haut  in der “Strafkolonie” , oder die überall anzutreffende Gestik. Oder Francis Bacons gemalte Deformierung der äußeren Physiognomie, wodurch Gesichter plötzlich aussehen wie Gedärme, das Innere nach außen gekehrt. Ganz zu schweigen von Cronenberg, in dessen Werk das Körperliche und Organische eine zentrale Stellung einnimmt, wenn nicht gar das Hauptmotiv darstellt und der mit Kafka viel gemein hat: die Metamorphose, der Verrat des Körpers, die Vulnerabilität. Auch in Jeremy Geddes Gemälden spielen Körper eine besondere, narrative Rolle.

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Liebe – Glaube – Hoffnung –
Die Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl

Ulrich Seidl gehört zu den letzten großen Avantgardisten des deutschsprachigen Kinos, er ist ein Extremist mit Kamera, der hinter nacktem, bisweilen brutalem Naturalismus große Themen versteckt, der sich nicht zu schade dafür ist einen pseudodokumentarischen Überbau zu benutzen, um dahinter große gesellschaftliche, politische und philosophische Themen zu verhandeln. So gelang es ihm in Hundstage (2001) Wien und seine Einwohner bis auf den menschlichsten allzu menschlichsten Kern zu entblättern und anhand trister Lebensbilder ein großes, urbanes Panorama zu entwerfen. Und so konnte er auch in Import Export (2007) einen Clash of the Cultures als Bühne für tiefe humanistische Fragen benutzen. Auch in seiner Paradies-Trilogie verfolgt Seidl dieses Prinzip und geht dabei bereits titeltechnisch in die Offensive: Das hier “Größeres” erzählt werden soll, steht wohl außer Frage, wenn die drei Filme mit dem Paradies-Präfix gemeinsam den ersten Korintherbrief des Paulus zitieren, als Dreierbund die traditionellen christlichen Tugenden benennen und zudem noch Richtung Ödön von Horváth und dessen Drama Glaube Liebe Hoffnung (1932) schielen. Aber gibt es auch eine Verbindung zwischen den Filmen jenseits der Verbundenheit der Titel? Und wie funktionieren sie als einzelne Werke? Ein Blick auf einen cineastischen Kosmos zwischen Dokumentation und Transzendenz, zwischen Porträt und Satire, zwischen tristem Alltag und großen Drama:

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A Drone in the New York Public Library

Sehr schöne von Morgan Holzer mit einer Drohne gemachte Aufnahmen aus der New York Public Library. Der Geek in mir jubelt und mein Bibliophilenherz frohlockt…

Certainly every time I set foot in this building I am reminded what a joy it is working here. I get to interact with people who are game for anything; people who understand that the library is a place to foster innovation and are willing to engage new audiences in crazy ways like flying a drone through a landmarked building.

Flying a Drone Around the Stephen A. Schwarzman Building via Book Patrol

Der echte René und der neoliberale Supermarkt

„Eigentlich lag das doch auf der Hand. Warum niemand früher auf diese Idee gekommen ist weiß ich auch nicht. Das Einzige was ich unterschätzte war das exponentielle Wachstum. Ich hab mich zwar mit der Berechnung der Schwere dunkler Materie befasst, aber dieses exponentielle Wachstum, das ja auch eher für Ökonomen und dergleichen interessant ist, also das hatte ich schlichtweg nicht auf dem Schirm.“

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Musiker, die Shirts von ihnen beeinflussten Bands tragen

Irks, was eine holprige Headline. Eigentlich ist es aber ganz einfach: Butcher Billy hat wichtigen Musik-Persönlichkeiten die Shirts von Bands übergestreift, die sie maßgeblich beeinflusst haben. Die Idee ware gut, die Ausführung finde ich eher so meh, da nun eindeutig Television Einfluss auf die Strokes waren und die Paul McCartney hat sicherlich einige Bands beeinflusst, aber Arcade Fire? Ich finde das trotzdem witzig und hoffe auf etwas einfallsreichere Nachahmer. Ian Curtis im Interpol-Shirt reißt aber alles raus!

Mehr Pics auf Behance

Malbuch-Röntgenbilder

Nettes Projekt des Künstlers Chris Panda, der klassische Malbuch-Bilder mit Skeletten ausgemalt hat und so die Disney-Charaktere im schicken Röntgenlook erscheinen lässt. Arielle will never be the same.

X-Ray Serie (auf Facebook) via geekologie

Beeindruckende vertikale Kirchenpanoramen von Richard Silver

Punkt 1: Ich bin Atheist. Und zwar durch und durch. Ich versuche gar nicht erst den Umweg über halbgaren Agnostizismus oder seine Derivate. Wenn es um Glauben geht bezeichne ich mich liebend gerne als gottlos, nicht glaubend, glaubend, dass es keinen Gott gibt… und jede terminologische Spielerei, ob das eine denn nun gleich dem anderen ist, kann mir dabei gestohlen bleiben. Maximal, sobald ich mich auf dem wissenschaftlichen Parkett bewege – und damit so weit weg vom Glauben, wie es nur irgendmöglich ist – greife ich ganz gerne auf die Selbstbezeichnung Ignostiker zurück. Das sind die Agnostiker, die eine Diskussion über Gott sinnlos halten, bis der Begriff  ”Gott” überhaupt klar sprachlich eingegrenzt ist (ein gutes Mittel gegen die pantheistischen Schwärmer, für die Gott einfach alles ist, womit der Gottesbegriff schlicht zur leeren Hülle wird und durch beliebige andere spirituelle Begrifflichkeiten ersetzt werden könnte). Aber da ist auch immer viel Koketterie dabei. Im Grunde genommen bin ich Atheist und es müsste schon sehr viel passieren, dass sich das in diesem Leben noch ändert.

Punkt 2: Trotz meines Atheismus liebe ich Kirchen. Ich kann nicht genug bekommen von diesen opulenten, oft größenwahnsinnigen Orten, in denen Menschen Tempel für ihren eigenen Glauben errichtet haben. Meinetwegen sind es Gefängnisse oder Gräber Gottes, meinetwegen Symbole des pervertierten Glaubens und der Dekadenz des Christentums… beeindruckend sind sie dennoch. Und wenn ich unterwegs bin, egal ob in Deutschland, Europa oder sonstwo, komme ich an diesen Gebäuden einfach nicht vorbei, ohne zumindest kurz einen Blick hineinzuwerfen: Diese erhabene Atmosphäre, das Alter, die Detailverliebtheit, die mitunter schwindelerregende Höhe… und der Geruch. Gott, allein dieser fantastische Geruch! Und als Kirchenliebhaber muss ich einfach mal konstatieren: Ich habe noch keine so beeindruckenden fotografischen Impressionen der Gotteshäuser gesehen wie die vertikalen Panoramen von Richard Silver. Es ist so naheliegend, Kirchen genau in dieser Form auf das Medium Bild zu bannen, wandert bei einem Besuch in einer Kirche der Blick doch automatisch viel eher von oben nach unten als von links nach rechts. Schwindelig kann einem bei diesen Panoramafotos dann freilich auch werden, ein gottesfürchtiger Mensch würde ihnen vielleicht sogar eine transzendentale Kraft zuschreiben. In diesem Fall begnüge ich mich einfach mit dem ästhetischen Urteil: Fantastisch! Näher kann man einem realen Kirchenbesuch fotografisch wohl kaum kommen.

Bei my modern metropolis gibt es weitere Bilder + ein spannendes Interview mit Richard Silver.

Website von Richard Silver

Wer ist schon perfekt?

Mal wieder eine tolle Aktion von Pro Infirmis! Wir hatten die bereits schon 2011 mal auf dem Schirm und auch das hier geht bestimmt wieder heftigst viral.

 

Die Zürcher Bahnhofstrasse glänzt in der Vorweihnachtszeit mit schmucken Auslagen.
In den Schaufenstern von fünf Modegeschäften sind heute jedoch besondere Schaufensterpuppen mit Behinderung im Einsatz. Die Figuren wurden massstabgetreu als dreidimensionale Abbilder von Miss Handicap 2010 Jasmin Rechsteiner, Radiomoderator und Filmkritiker Alex Oberholzer, Leichtathlet Urs Kolly, Bloggerin Nadja Schmid sowie Schauspieler Erwin Aljukic geschaffen.

 

BBC Newcomer für 2014

Ich habe ja meine Muffeligkeit in Sachen Musik 2013 schon zum Ausdruck gebracht und wartet erst einmal bis ich bei dem Rant über dieses maue Musikjahr angelangt bin. Kann ja nur besser werden und die BBC hat sich schon mal ein paar Newcomer für das neue Musikjahr angeschaut. Ich bin momentan aufgrund meiner Frustration noch eher wenig gewillt unseren Watchout zu starten und naja, so wirklich zünden will das hier auch nicht gerade. Ich wünsche aber trotzdem viel Spaß beim Entdecken und vielleicht bekommen wir unserem Watchout noch etwas mehr hin.

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