Typ fährt Achterbahn und schaut dabei mit der Oculus Rift eine virtuelle Achterbahnfahrt

Um den Gedanken aus meinem kleinen Artikel zu Benoit Paillés GTA V Projekt, in dem er Fotohybride aus Virtuellem und Realem fabriziert, noch mal auf den Punkt zu bringen: Žižek über Deleuze, den er als Philosoph des Virtuellen ansieht:

Für Deleuze zählt nicht die Virtuelle Realität, sondern die Realität des Virtuellen (bei der es sich, Lacansch gesprochen, um das Reale handelt). Die virtuelle Realität an sich ist die relativ dürftige Idee, die Realität nachzuahmen, d.h. die Erfahrung der Realität in einem künstlichen Medium zu reproduzieren. Die Realität des Virtuellen hingegen steht für die Realität des Virtuellen selbst, für seine realen Wirkungen und Folgen.

In diesem Video ist dieser Gedanke umgesetzt: Das Virtuelle befiehlt dem Empfinden. Etwas, was laut Lacan, Deleuze und Žižek einfach passiert. Ihre Idee des Virtuellen ist dabei nicht die digitale Version, sondern die Idee eines transzendentalen Möglichkeitsraumes, der Entscheidungen, Gefühle und Erleben strukturiert. Oder, um es noch abgehobener zu formulieren: Das Transzendente, was im Grunde genommen dem Freudschen Unbewusten mehr als nur nahe kommt, ist die Bedingung, zumindest aber der Ursprung von Emergenz. (Die beiden anderen strukturierenden Momente sind das Imaginäre und das Symbolische. Žižek bedient sich ja dieser Terminologie des Psychoanalytikers Lacan, um damit über Philosophie und Popkultur zu sprechen. Wer Bock hat auf diese komplexen und so verdammt interessanteren Gedankengänge, dem/der sei Žižeks Vortrag über die Realität des Virtuellen ans Herz gelegt.) Im Zusammenhang mit diesen Ideen sagt das Video (sag ich, dass das Video sagt): Menschen leben, das ist die Achterbahnfahrt, und währenddessen sehen sie etwas, von dem sie meinen, dass es so sein soll, so sein muss, so sein darf, nicht so sein darf, das ist das virtuelle Bild. (Freudianisch: Über-Ich/ Es. Lacan ist noch komplexer. Dazu Žižeks Vortrag.)

via

(Das Zitat stammt aus: Žižek, Slavoj: Körperlose Organe. Bausteine für eine Begegnung zwischen Deleuze und Lacan. Suhrkamp 2005. S. 13)

Die Mona Lisa, Prototyp eines stereoskopischen 3D-Gemäldes?

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2012 haben Wissenschaftler im Museo del Prado in Madrid hinter einer scheinbar leeren schwarzen Fläche eine fast exakte Kopie von Leonardo Da Vincis Mona Lisa entdeckt, bei der noch nicht ganz klar ist, ob sie dem großen Meister selbst oder einem seiner Schüler zugeschrieben werden kann. Viel spannender als dieser Fund ist allerdings was andere Wissenschaftler daraus gemacht haben: Forscher von der Universität Bamberg haben nämlich entdeckt, dass die horizontale Differenz zwischen “Original” und “Kopie” ziemlich exakt 69mm beträgt, was wiederum ziemlich genau der durchschnittlichen horizontalen Distanz zwischen den beiden menschlichen Augen entspricht. Sprich, die beiden Bilder zusammen ergäben das, was Avatar niemals sein konnte, ein perfektes stereoskopisches Kunstwerk. Die Mona Lisa, ein frühes Exempel von 3D-Kunst… Whoaah!

Turns out, the real “Mona Lisa,” or “La Gioconda,” and the Prado cousin were painted from slightly different perspectives. Carbon and Vera Hesslinger of Germany’s University of Mainz figured out this perspective shift by looking at so-called trajectories, or the paths from a distinctive point on the source, such as the tip of Mona Lisa’s nose, to a target, or the observer’s (or painter’s) eyes. The scientists also asked people to estimate the perspective of the “Mona Lisa” sitter, something Carbon called a psychological assessment of the perspective.


Did da Vinci Create a 3-D ‘Mona Lisa’? (Discovery News) via Boing Boing

Wenn man hörte, was man sieht…

…und es wirklich gut meint! Youtuber Felix van Eltz kann es nur gut gemeint haben, als er Akkorde und Rhythmik dieser “Band” von dieser einen Blonden,… mit den Brüsten, das WM-Lied?, na egal… analysiert und die “Griffe” dann nachgestellt hat. So oder so ähnlich hätte diese “Sache” geklungen, wenn man die Instrumente angeschlossen hätte, sagt van Eltz. Ich befürchte, es wäre weitaus *kakophonischer,… wenn das möglich wäre.

Disclosure – Grab Her (Musikvideo)

Lasst uns noch die letzten Stunden vor dem Arbeitsbeginn genießen, denn morgen erwartet uns wieder so ein Ekel wie in dem neuen Video von Disclosure. Die habe ich ja bereits hier abgefeiert und finde den Sound immer noch fresh.

Star Wars Episode IV by Quentin Tarantino

Ein bisschen Trivial-Content für den Sonntag? Here we go! Ein Trailer für Star Wars Episode IV, inszeniert von Quentin Tarantino: Das braucht nicht viel und wäre wahrscheinlich auch mit jedem anderen 70er/80er/90er Film möglich: Einfach die Musik entsprechend anpassen, die gewalttätigsten, wildesten, albernsten Szenen raussuchen und die richtigen Credits drüberlaufen lassen. Trotzdem ganz nett gemacht…

Direktlink via Neatorama

(S)NES Games als 3D Diorama

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Ich bin leider der weltschlechteste Bastler, falls sich aber mal jemand an die 30 h Arbeit machen und die Welt um Mario mal plastisch darstellen möchte, auf seiner Facebook-Seite gibt es nette Bastelanleitung von dem positiv Verrückten Wuppes aus Luxembourg.

Hier noch ein paar Bilder seines bisherigen Oeuvres:

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#rp14

republica-360

Ich bin diese Woche mal wieder überhaupt nicht zum Bloggen gekommen, weil ich voll und ganz in der re:publica-Bubble gefangen war. Und wie jedes Jahr war ich vor allem mit Arbeit beschäftigt, sowohl vor/nach dem eigentlichen Event, als auch während der drei Tage in der Station Berlin, und wieder einmal konnte ich daher den Großteil der Vorträge leider nur am Rande, in den folgenden Gesprächen oder – ironischerweise direkt vor Ort – im Livestream verfolgen. Trotzdem an dieser Stelle schnell meine zwei Pfennige zur diesjährigen Netzkonferenz.

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Benoit Paillé – Crossroad of Realities/ GTA V Project

Dass Fotos oft digital nachbearbeitet werden, ist ja nun nichts ungewöhnliches. Monsieur Paillé jedoch definiert das gänzlich neu. Schon sein Ausgangsmaterial, sein Motiv, ist digital, sozusagen digital vorbearbeitet. Sollte man nun sagen: Er fotografiert “in” der  virtuellen Realität von GTA V? Oder: Er fotografiert die virtuelle Realität von GTA V? Ich glaube, es trifft beides zu. Paillé spielt mit den beiden Realitätsebenen, der virtuellen und realen Realität (Žižek würde mich jetzt ohrfeigen, aber egal). Der Künstler fotografiert reale Arme, die ein reales Fotodevice vor einer Leinwand in die Höhe halten, auf der ein Motiv aus der virtuellen Welt von GTA V zu erkennen ist. Paillé setzt das reale Licht dann so, dass es mit dem virtuellen Licht matched, fügt an den Armen eventuell ein paar Dinge hinzu, die auch im virtuellen (GTA V) Bild ein Rolle spielen und voilà: Es entsteht ein Hybrid ist aus real und virtuell und das auf mehreren Ebenen. Der Clou an der Sache: die virtuelle Welt diktiert dem Künstler, wie dieser das reale Setting so zu verändern hat, dass die, sagen wir mal, Immersion stimmt. Spätestens jetzt würde Žižek hellhörig werden. Und wenn ich jetzt noch behauptete, dass die Realität somit virtuell ist, bekäme ich doch noch ein Bienchen von ihm. Auf jeden Fall ist das hier großartige Kunst.

CROSSROAD OF REALITIES / BENOIT PAILLÉ – GTAV project from Lapoudrerie on Vimeo.

VIA

Hörenswertes Frühling II: Eels, Skrillex, Tycho, Cloud Nothings, Todd Terje, Damon Albarn

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Eine große Einleitung? Nee, diesmal nicht. Der Artikel hier muss schnell raus und ich auch. Blasenentzündung und so. Was die Alben angeht: Der Frühling ist mächtig!

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Kurzfilm der Woche: Reflections

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Schöner kleiner und vor allem gehässiger Mystery-Thriller, dessen finale Pointe vielleicht etwas zu leicht antizipierbar ist, der aber trotzdem mit düsterer Spannung, hervorragender Schauspielkunst, cleverer Inszenierung und einem sympathischen Augenzwinkern zu unterhalten weiß. Der Film gehört zu den Gewinnern der Imagination Series von Bombay Sapphire.

The award winning short film series returns with Academy Award® Winning Writer Geoffrey Fletcher’s new script. One of Five Films based on the same outline script, Reflections tells a fantastical tale of a beautiful couple in beautiful surroundings – it should have been the start of the ultimate love story. But a romantic meal turns dark when they discover a hidden mirror which shows their true reflection.

Reflections via Detailverliebt

Erotisches für den Sonntagabend: Carré Blanc von Eric Marrian

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Stilvolle, minimalistische schwarzweiße Erotik-Fotografie, die genug andeutet, um sinnlich und betörend zu sein, zugleich aber nie zu viel von sich preisgibt. Eric Marrian zaubert mit der Anatomie des menschlichen Körpers…

Carré Blanc via Glaserei

Star Wars Day – May the Force be with you

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Und noch ein bisschen unsortierter Picture-Spam zum vierten Mai, der mich immer wieder mit der schmerzhaften Wahrheit konfrontiert, dass ich als Knirps Mel Brooks’ Spaceballs vor dem ersten Krieg der Sterne gesehen habe und mein erster Kontakt mit der Originalserie wahrscheinlich die knuddeligen Ewoks aus Rückkehr der Jedi-Ritter waren. Die Wege der Macht sind unergründlich… an may the Schwartz be with you!

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