Kurzfilm: EWE – NSA war gestern

Ich weiß, ich schreibe in so ziemlich jedem Blog-Artikel: “Das müsst ihr euch ansehen!”. Dieses Mal ist es aber etwas Persönliches, und daher gilt die Anseh-Aufforderung umso dringlicher. Den Kurzfilm EWE, den ich schon vor einiger Zeit mit Johannes gedreht habe, gibt es jetzt – nach einigen Festivalauftritten und Screenings im erweiterten Bekanntenkreis – auch online zu sehen. Wir haben den 20-Minüter sowohl auf Vimeo als auch YouTube hochgeladen und freuen uns natürlich über jeden potentiellen Zuschauer. Die Kurzzusammenfassung wäre: Düsterer dystopischer Fotoroman in einer Welt, in der jeder Bürger sowohl Überwacher als auch Überwachter ist: Satire, Drama, Thriller, Parabel… kommt wahrscheinlich auf den Zuschauer und seine jeweilige Stimmung an. Lang liest sich das Ganze dann so:

EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich… Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum vergessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach — bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…

Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.

EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.


Ähmmm, ja… habe ich schon gesagt, dass ihr euch den unbedingt ansehen müsst? Tut es!

EWE – ein Kurzfilm

Lebensechte Skulpturen von Sam Jinks

…fallen wohl in den Bereich: Creepiest Art of the Week. Gleichzeitig sind die lebensechten Skulpturen von Sam Jinks auf ihre ganz eigene Art und Weise wunderschön und poetisch. In ihnen spiegeln sich ebenso Melancholie wie die Schönheit des Hässlichen, die Vergänglichkeit des Lebens und das Außergewöhnliche im Vulgären wider. Ein paar Favoriten sind hier gelandet, den Rest solltet ihr euch aber unbedingt auch ansehen.

Sam Jinks’ sculptural work sustains the briefest and often most private moments in time. Emotional vulnerability is both the subject and result of his work and moves audiences in a way not expected from contemporary art. For Jinks, his works are not literal representations, but are based on the combination of different stages of life.


Sam Jinks from Sullivan + Strumpf on Vimeo.

Weitere Bilder von Sam Jinks Kreaturen via Ignant

Make Star Wars, Not Art

Teils nette, teils einfach nur fantastische Mashups von Star Wars mit klassischen Gemälden vom Grafikdesigner Leaf Scott. Meinen persönlichen Favoriten – ein Mashup von Diego Velázquez’ Le Bon Bock mit einem Gamorrean - habe ich gleich mal hier oben reingenagelt. Den Rest gibt es in Scotts Star Wars Mashups Galerie zu sehen.

via Kuriositas

Paper-T-Rex mit optischem Kniff

Eine großartige optische Illusion zum Selberbasteln gibt es beim YouTuber Brussup zu bestaunen: Während man sich um den Papier-T-Rex herum bewegt, scheint dieser einen mit dem Blick zu verfolgen. Ich erinnere mich noch, dass es früher in einem Krimskrams-Laden bei uns um die Ecke eine total überteuerte Sphinx mit dem selben Effekt gab. Und obwohl das Teil potthässlich war, hat mich zumindest die optische Illusion daran total in ihren Bann gezogen. Schnippeln und Falten ist zwar echt nicht so mein Ding, für dieses coole Teil werfe ich aber sehr gerne gleich meinen Drucker an.

I’ve included a link for you to print out your own. The trick looks best through a camera. If you close one eye and move back and forth it works pretty good too.

GreenT-Rex image
http://i.imgur.com/vBDV8o5.jpg

Red T-rex
http://i.imgur.com/80DDCYy.jpg

Blue T-rex
http://i.imgur.com/Z8lZnoK.jpg

via Feingut

Trentemoeller – Gravity (Video)

Tzes! Warum weiß ich mal wieder nichts von einem neuen Album des norwegischen Kult-Electro-Künstlers. Das Video zu Gravity hat viel urbanen Kram, viel Zwischenmenschliches und viel Sonne! Ach Mensch, ich will den blöden Winter nicht mehr!

vimeodirekt

Beauty – Berühmte Gemälde als Gif-Art

Woaa, das ist einfach mal wieder pure Schönheit. Rino Stefano Tagliafierro hat sich berühmte Gemälde, überwiegend aus dem Frühbarock und Neoklassizismus, wortwörtlich zur Brust genommen und heraus kommt wirklich schöne Gif-Art, die dem subtilem Reiz des Originals oder der opulenten Sinnlichkeit in nichts nachstehen. Bellisimo!

via

Transfer by Kevin Corrado

Ich finde das ja immer großartig, wenn sich meine beiden Hobbys Malen und Fotografieren in einem Mashup bzw. Transfer zusammen tun und beides auf einen nächsten Level bringen. Die Mash-Ups von Kevin Corrado sind wirklich sehr gelungen und eigentlich müsste ich ja auch mal wieder meine Canon SLR benutzen, irgendwann mal…

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2014 suckt noch ein wenig…

…zumindest internettechnisch, womit zumindest einer meiner Vorsätze für das neue Jahr (mehr und regelmäßiger bloggen) in den ersten Januar-Wochen erst einmal für den Arsch ist.

Grund: Ich surfe gerade mit nervigem Handy WLan-Hotspot, weil die dsl-Umstellung von Vodafone zu 1&1 doch nicht ganz reibungslos verläuft, wie im Dezember noch erhofft. Bis dahin sitze ich internettechnisch – hoffentlich nicht mehr allzu lange – ein wenig auf dem Trockenen. Warum 2014 trotzdem ein großartiges Jahr wird:

- Allein in diesen Wochen erscheinen mehr spannende Alben als das gesamte letzte Jahr: Bohren und der Club of Gore, Mogwai, die heimlichen Montreal-Könige vom Silver Mt. Zion… und das Postrock-Herz in mir darf frohlocken. 2014 soll auch bedeuten: Endlich mal wieder mehr aktuelle Musik hören und vor allem auch mehr über aktuelle Musik schreiben.

- Mit dem neuen Lars von Trier Porno startet auch das Filmjahr mehr als verlockend. Außerdem steht die Fortsetzung der neuen Planet of the Apes Franchise an, Tarantino dreht einen neuen Western (mit fucking Christoph Waltz! Yeah!), es stehen biblische Blockbuster an, die bestimmt eine Menge überambitionierten Trash/Opulenz-Charme haben werden (allein weil sie von Ridley Scott und Darren Aronofsky stammen)… und nicht zu vergessen, irgendwann 2014 wird es auch noch eine Dumb and Dumber Fortsetzung geben

- Projekte, Projekte, Projekte… seit Dezember schreibe ich wieder… und das immer ausgiebiger und mit mehr Spaß: In der Pipeline sind einige SciFi-Stories, Gone Astray Filmprojekte, mal wieder ein bisschen YouTube-Kram und so weiter. 2014 sollte auch ein kreativeres Jahr werden als das letzte.

- Seite 360 soll demnächst – auf jeden Fall in der ersten Jahreshälfte – ein wenig generalüberholt werden. Rinko, Marcus und ich werden in  schweißtreibenden Diskussionen am Design schrauben, unser Blog ein wenig aufhübschen und uns dadurch hoffentlich auch einen kleinen Boost geben, mal wieder mehr zu schreiben: Retrospektiven, aktuelle Rezensionen, großartige Fundstücke… und wenn es nach mir geht auch mal wieder ein bisschen mehr feuilletonistisches Geschwurbel.

Dafür brauche ich aber endlich wieder vernünftiges Internet… und bis dahin werde ich mich hier weiter ein wenig rar machen und Rinko und Marcus allein die verantwortungsvolle Aufgabe lassen, Seite360 mit Content/Inhalt/Whatever zu füllen. Ich hoffe mal, dass ich mich spätestens nächste Woche aus dem Jahr 2001 (Überteuertes Internet mit limitierter Bandbreite und Drosselrisiko) zurückmelden kann. So far.

Mark Lombardi – Kunst und Konspiration (Doku auf Arte+7)

So der Titel einer Doku über den Künstler Mark Lombardi, die von der Regisseurin Mareike Wegener realisiert wurde und noch bis kommenden Mittwoch auf Arte+7 zu denken gibt. Lombardi visualisierte Geldströme und stellte so internationale Geflechte von Banken, Ölfirmen, Verbrechern, Mafiosi, der Familien Bush und bin Laden, Mudschaheddin (den späteren Taliban) etc. usw. grafisch dar. Seine Kunst ist auf mehreren Ebenen überaus interessant. In ästhetischer Hinsicht zum Beispiel definierte er eine literarische Institution des 19. Jahrhunderts, das Gesellschaftsgemälde, völlig neu, indem er es auf das wesentliche reduzierte. In seinen Werken gibt es reale Protagonisten, die in realen (zumeist Geschäfts-) Beziehungen zueinander stehen (standen), was reale Folgen zeitigte. Die Beziehungen, in Pfeildiagrammen dargestellt, werden jedoch nicht auserzählt, sondern es wird nur auf diese aufmerksam gemacht. So entzieht er sich dem heiklen Thema der Verschwörungstheorie und weist nur auf Tatsächliches hin. Die Ausdeutung dieser “narrativen Strukturen”, wie er selbst seine Grafiken nannte, wird dem Rezipienten überlassen. Das finde ich besonders interessant: Das Kunstschaffen wird gewissermaßen in den Rezipienten verlegt, wodurch es selbst virtuell wird und eine ungeheure Potenzialität entfaltet. Das Schaffen wird dadurch zu etwas Uneigentlichem, etwas zunächst Verborgenem, welches (nur) durch das Darüber-Sprechen, durch den Diskurs ständig im Entstehen begriffen ist. IMHO deutet das, vor allem im Zusammenhang mit Lombardis mysteriösen Selbstmord, auf das Bestehen, vielleicht sogar einen Tanz, von verborgenen Macht- und Gewaltstrukturen hin. Ich erkenne darin eine entfernte Verwandschaft mit Kafka. Beiden Künstlern ist gemeinsam, dass in ihren (Kunst-) Welten ein leeres transzendentales Signifikat, welches von Rezipienten gefüllt wird, Herrschaft ausübt. Zur weiteren Information und auch weil die Doku bald off sein wird sei hier auf den tollen Artikel von Frank Steinhofer vom Kunstblog DARE verwiesen. Hier der Link zum Video auf Arte+7.