Disturbed-Frontmann David Draiman ärgert sich über Fan, der während des gesamten Konzerts am Handy hängt

Sorry für die lange Überschrift. Aber das ist auch eine Story, die fast gemacht zu sein scheint für eine “Was dann passierte, werdet ihr niemals glauben”-Clickbait-Headline. Und die wiederum wollte ich in jedem Fall vermeiden. Anyway, David Draiman is very pissed, wegen des Verhaltens eines Konzertbesuchers. Was dann folgt, seht ihr in diesem Video. Bei Minute 2 musste ich heulen.

via guitarplayer

Loving Vincent – Ölgemalter Animationsfilm über van Gogh im Stil von van Gogh

Vor zwei Tagen wäre Vincent van Gogh 163 Jahre alt geworden. Seit 2014 arbeitet die Produktionsfirma BreakThru Films an einem animierten Biopic, das in seiner visuellen Ästhetik van Goghs Stil und Bilderwelt aufgreift, wobei jeder Frame handgemalt ist. Oben sieht man einen Trailer, der schon großartig aussieht. Von den Impressionisten wurde ja immer gesagt, sie würden versuchen Licht zu malen. Gewissermaßen griff van Gogh, vor allem in seinen berühmten Werken, diesen Ansatz auf und spitze ihn zu, womit er in den Post-Impressonismus führte und den Expressionismus antizipierte. In seinen Bildern scheint sich alles zu bewegen. Diese Dynamik nun noch animiert zu sehen, ist ein wenig die Weiterführung des van Gogschen Ansatzes.

Übrigens, 2006 gewann Suzie Templeton und BreakThru Films für Prokofiev: Peter & The Wolf den Oscar für die beste Animation.

Hörenswertes: Big Ups, Nevermen, Santigold, Nada Surf, Ólafur Arnalds und Nils Frahm

ausgang

Was für eine fürchterliche, was für eine schöne Zeit! So ganz habe ich die Ereignisse der letzten Tage noch nicht verarbeitet, aber es muss ja alles weiter gehen. Ein bisschen Realitätsflucht tut gut und es ist diesmal doch recht bunt geworden. Hardcore von Big Ups, so ziemlich alles von Nevermen, Discount-Ware von Santigold, Nettes von Nada Surf und zum Abschluss noch sehr feine Ware von den beiden Trance Friendz Ólafur Arnalds und Niels Frahm.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

spring

Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Und dann ist da dieser Moment, wo Money Boy mal ernsthaft bleibt…

monyb
Money Boy bedient ja eigentlich bevorzugt die schrillen Lifestyle-Magazine, wie zum Beispiel Vice. Die haben bestimmt schon ne eigene Abteilung für das Self-Empowerment von dem Wahl-Berliner aufgestellt, der gefühlt im Wochen-Takt eine neues Mixtape und einen kleinen Social Media-Skandal raushaut.

Das hinter der Kunstfigur auch noch ein Künstler steckt, der ein Magister in Sachen Kommunikationswissenschaft in der Tasche hat, ist zwar mittlerweile bekannt, aber ging doch im Overflow der Releases und verdrogten Interviews unter.

Das kurze und sehenswerte Interview mit Pulse zeigt einen überraschend disziplinierten Sebastian Meisinger, der reflektiert über den Wert von Musik redet. Der Song als Vehikel zum Marketing und umgekehrt dürfte wohl perfekt den Stand des Musikbiz im Jahr 2016 erklären.

Warum Love von Judd Apatow einiges falsch macht und trotzdem toll ist

lovelovelove

Die Ankündigung einer Serie von Judd Apatow hat mich erstmal nicht in Euphorie versetzt. Das Thema Liebe hat der Mann nun mehrfach durchgespielt und hat dabei in den letzten Jahren Filme produziert, die genau so öde und aufgesetzt cool wirken wie alle Ü40 Paare in den letzten überflüssigen Komödien à la Dating Queen.

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Jamie-Lee Kriewitz vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm…Na Und?!?

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…Und der Song, mit dem sie das tut, ist unüberraschend gar nicht okay, sondern eine Pro7-Version von Rihanna`s “Umbrella”. Die “The Voice of Germany”-Gewinnerin Kriewitz, von der ich bis dato zum Glück noch nie etwas gehört habe (Pop-Castingshows rauschen in der Tat immer komplett ungesehen an mir vorbei), hat einen unangenehm Stimmumfang von Lordi auf Valium bis Balbina. Ihre Stimme passt perfekt in den Einheitsbrei der Eurovision Song Contest -Beiträge in den letzten Jahren.

Ob das ganze in Stockholm was reißen kann? Ich würde mal ernsthaft behaupten “Mir doch scheißegal” (Die ESCs rauschen auch immer eher ungesehen an mir vorbei). Klingt Ghost doch irgendwie nach einer launigen Hardrock-Band, hört man hier die kleine Schwester von Lena Meyer-IrgendwasmitdeutschemPopSoul. Schlimm genug, dass man schon Xavier Naidoo auf die ESC-Zuschauer loslassen wollte. Dieser komplett abgestumpfte Teil der Menschheit, der sich den ganzen Blödsinn auch so voll ironisch anschauen möchte, obwohl “Klar, ist schon scheiße, aber…” mindestens seit Zlakto nicht mehr als Ausrede taugt.

Ich hätte meine paar Cents übrigens für Keoma und die tolle Kat Frankie ausgegeben, aber so bleibt einem diese hirnverbrannte Schwachsinn zum Glück endgültig erspart.  So, können wir nun wieder über Musik reden?

Jamie-Lee Kriewitz vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm…

…Und der Song, mit dem sie das tut, ist überraschend okay, an manchen Stellen sogar richtig gut. Die “The Voice of Germany”-Gewinnerin Kriewitz, von der ich bis dato noch nie etwas gehört habe (Pop-Castingshows rauschen in der Tat immer komplett ungesehen an mir vorbei), hat einen angenehm großen Stimmumfang und weiß den in ihrem Song Ghost auch geschickt einzusetzen. Ihre Stimme ist dann allerdings auch das einzig Herausstechende an dem deutschen Eurovision Song Contest Beitrag dieses Jahres. Der ist abgesehen davon eine solide Electropop-Nummer mit ein wenig Lena Meyer-Landrut, ein wenig Rihanna und viel grundgutem Schlagerpathos.

Ob das ganze in Stockholm was reißen kann? Ich würde mal laienhaft behaupten “ja durchaus!” (Die ESCs rauschen auch immer eher ungesehen an mir vorbei). Klingt Ghost doch schon irgendwie nach einem ESC-Gewinnersong. Außerdem ist es doch schön, dass nach dem ganzen Naidoo-Debakel doch noch ein würdiger Schland-Vertreter für den Contest gefunden werden konnte, auch wenn die Kassierer natürlich geiler gewesen wären…

ESC-Vorentscheid: Triumph des Zierbömmels (SPON)

Hörenswertes: Basia Bulat, Animal Collective, Kanye West, Meylir Jones

boden
Geht doch! Wir kommen endlich aus dem Winterschlaf heraus. Das Wetter, die Kälte und die Nässe dienen nicht mehr als Ausrede und das Motto lautet Hoch die Tasten!

Heute wird auch wieder bunt und fast könnte man meinen, dass hier ein zarter Hauch von Frühling durch die diesmal angenehm kuschelweichen Rezensionen weht. Rant ist ja auch in den wutbürgerten Zeiten so Desaster-Anfang 2016.

Viel Spaß mit dem Folk-Pop von Basia Bulat, den Aliens von Animal Collective, dem zwitscherten Kanye und für den barocken Abschluss ist in dieser Ausgabe Meylir Jones zuständig.

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Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts V

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Auf zu den “Last but not least…”-Titeln, die 80er Trickfilmkunst betreffend. Da hat sich doch auch gleich noch ein Puppen-Animationsfilm unter die sonst ausnahmslos am Zeichenbrett entworfenen Empfehlungen geschmuggelt. Verdient gelistet zu werden, hat es Der dunkle Kristall allemal, auch wenn er eher zur “Style over Substance”-Fraktion gehört. Andere Titel im letzten Best-of für dieses Genres sind ähnlich streitbar. Sowohl der tapfere kleine Toaster als auch Mickey’s Christmas Carol lassen sich schon als kleine guilty pleasures meinerseits bezeichnen. Anders sieht es bei Totoro aus, der gewohnt niveauvolle Anime-Kunst aus den Ghibli-Studios abliefert, dieses Mal tatsächlich in erster Linie für die jüngeren und jüngsten Zuschauer. Und mit dem sperrigen Epos Daliás idök ist sogar was für die erwachsenen Kunstgourmets am Start.

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…Und dann war da noch die Kröte, auf der man als YouTube-Zuschauer den Imperial March spielen kann

Einfach, während das Video auf YouTube läuft (mit dem Embed-Teil funzt es offensichtlich nicht)  6, 6, 6, 8, 5, 6, 8, 5, 6, 3, 3, 3, 2, 5, 6, 8, 5, 6 in die Tasten hauen.

Der (etwas anspruchsvollere) Walkürenritt läuft auch, und zwar mit dem Tastaturenritt 6,8,6,5, 6-5,6,5,3, 5-3,5,3, 2-7,5,6,5,3. Und so wie das Tier die Tonleiter einmal rauf und runter schreit, ist bestimmt noch mehr drin. Krötenmucke für lau. Viel Spaß!

How to play the Imperial March on a Toad via pewpewpew

Hörenswertes, Februar 2016: Pinegrove, The Prettiots, Bianca Casady, Two Ich Astronaut

februar

Der Februar nähert sich dem Ende… und mein Plan wieder mehr frische Musik zu hören zahlt sich aus. In diesem Monat entdecke ich vor allem drei kleine Weird Folk Glanzlichter, die sich an Bekanntem orientieren, um dennoch neues zu schaffen: Sympathischer Indie Teenie Folk von den Prettiots, nostalgischer Alt Country von Pinegrove und experimentelle Genre-Dekonstruktionen von Bianca Casady, die auch ohne ihre Schwester herausragende CocoRosie Sounds zu produzieren vermag. Okay, genug mäandert… Für den stilvollen Krach sind diesen Monat Two Inch Astronaut verantwortlich, die eine herausragende Mischung aus hymnischem, artsy Alternative Rock und trockenen Math Rock Experimenten spielen.

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Ob Facebooks Löschen vom “Ursprung der Welt” Zensur ist, wird nun in Paris verhandelt

Origin-of-the-World

Okay… um ehrlich zu sein, schreibe ich jetzt darüber in erster Linie, um dieses wundervolle Bild noch einmal ganz oben ins Blog hängen zu können. Die Geschichte dazu reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Damals teilte ein französischer Lehrer Gustav Courbets Gemälde L’Origine du monde (1866) zusammen mit dem Link zu einer ARTE-Doku auf Facebook. Was folgte ist nicht schwer vorstellbar: Facebook löschte das Bild, weil es gegen die Gemeinschaftsstandards des Social Networks verstieß (Pornografie!111 Brustwarzen und Schamlippen direkt aus dem Musée d’Orsay) und sperrte das Konto des Nutzers.

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500 Simpsons-Episoden gleichzeitig

John Hatfield hat das gemacht… wahrscheinlich einfach so, weil er es kann. Und das Ergebnis ist wie ein gruseliger, aus dem Ruder gelaufener, weirder LSD-Trip. Springfield-World-Domination. Groß.

500 Simpsons Episodes at the same time via boing boing