Ennuigi – Die existenzialistische Version von Mario Bros

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Oh, ja… es gibt kaum etwas schöneres in der Kaffeehaus-Philosophie als dieser prätentiöse, Zigarette rauchende und über die Sinnlosigkeit des Lebens nachdenkende Existenzialismus-Chic, den wohl die meisten (ehemaligen) Philosophiestudenten aus eigener Erfahrung kennen dürften. Auch ich hatte meine Rollkragenpulliphase und ich bereue keine Sekunde davon. Damals im Dunst von Whiskey, Zigarettenrauch und fatalistischen Fragen hat das Leben noch richtig Spaß gemacht.

In Ennuigi (vom französischen “Ennui” für Langeweile und Tristesse) könnt ihr genau dieses großartige Lebensgefühl in einem Super Mario Bros Setup nachspielen. Inklusive Kommandos für tief inhalierendes Rauchen und existenzialistisches, nachdenkliches nach oben Schauen. So in etwa sollte auch mein erster Mario Maker Level aussehen.

Play Ennuigi via Dangerous Minds

Rap-Lyrics auf berühmten Gemälden

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Muss ich nicht großartig erklären,oder ? Simple und großartige Idee! Hip Hop ist Bildsprache und das hier eine perfekte Symbiose.

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CGI sucks! Really?

Ja, we all have been there: CGI nervt, die Filme haben nicht mehr die Qualität von früher, Computereffekte zerstören die Illusion, Uncanny Valley, blablabla und so weiter. Das reicht so langsam mal… und das sage ich als großer Fans der “echten” Special Effects der alten Schule. CGI hat der Filmwelt eine Menge Gutes gebracht, vor allem wenn es richtig eingesetzt wurde. Und dieses kleine Video-Essay bringt das dann auch ziemlich gut auf den Punkt, ohne Früher-war-alles-besser-Bullshit.

Why CGI sucks (Except it doesn’t) via Seitvertreib

Die Filme des Christopher Nolan

Die Frage, was denn nun nerviger sei, die Christopher Nolan Verehrer, die vollkommen unkritisch jeden seiner Filme als nächste cineastische Offenbarung abfeiern, oder die Nolan-Hater, die den Regisseur am liebsten gleich neben Michael Bay einsortiert hätten, lässt sich für mich derzeit ziemlich leicht beantworten: Natürlich die Hater. Selbst wenn Nolans letzter Film Interstellar ein ziemlicher Krampf von einem prätentiösen SciFi-Trip mit 2001-Ambitionen war, kann man dem Mann eines nicht absprechen: Er weiß verdammt noch mal einfach, wie man große, düstere und pathetische Blockbuster inszeniert, die zwar nix mit Arthaus gemein haben (auch wenn das seine Fans mitunter anders sehen), dafür aber immer noch die perfekte Verbindung von Blockbuster Mainstreamtauglichkeit, Fuck-Yeah-Bombast und der notwendigen Brise Nachdenklichkeit darstellen.

Und wenn schon die Blockbuster-Ausbeute dieses Jahr ziemlich dünn war, dann darf ich mich auch auf den nächsten Nolan freuen, wie auch immer der aussehen wird. Hoffen wir mal, dass er bei diesem seine Shyamalan-Seite etwas zurückführt und wieder ein bisschen mehr von seinen Aronofsky- und Spielberg-Qualitäten unter Beweis stellt. Bis dahin gibts diesen sehr schönen – natürlich vollkommen over the top fanboyigen – Supercut zu sehen. Manchmal kann man sich alles Kritikwürdige auf einfach sonstwo hinstecken und einfach nur einen enorm begabten Regisseur abfeiern… Done!

ciné: Cristopher Nolan via pewpewpew

Abandoned Barock

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Der irische Künstler Ted Pim nutzt verlassene und heruntergekommene Gebäude, um in diesen seine barocken Malereien zu verewigen und diese anschließend auf zwischen Klaustrophobie und Offenheit pendelnden, zentralsperspektivischen Fotos festzuhalten: Dunkel, mysteriös, monumental.

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Die Kunst von Ted Pim via Faith is Torment

Literarische Auslese: Haftbefehl – Ihr Hurensöhne

Passt ganz gut zu unserer aktuellen – derzeit etwas eingeschlafenen – Deutschrap Serie: Es gibt eine neue Literarische Auslese. Dieses Mal mit einem ganz besonderen poetischen Leckerbissen: “Ihr Hurensöhne” des großen Lyrikers Haftbefehl.

Literarische Auslese: Ihr Hurensöhne

Mural by Seth GlobePainter in Montreal

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Sehr schicke Street Art von Seth GlobePainter in der kanadischen Millionenmetropole. Was auf den ersten Blick “nur” großartige Fassadenkunst zu sein scheint, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als sehr cleveres urbanes Yin und Yang Motiv, das geschickt mit der Beschaffenheit seines Fundaments spielt und natürliche und menschliche Schöpfung ordentlich ineinander rasseln lässt, ohne dabei auch nur im Ansatz pathetisch zu werden.

via Street Art News

Das langweiligste Viral Video ever… (Wait for it!)

Und dann auch an dieser Stelle mal etwas Pathos aus den Untiefen, gegen die Untiefen der Viral Video Kultur. Bitte bis zum Ende schauen. Klingt ein bisschen Clickbaity, ist in dem Fall aber einfach ein Verzicht auf Spoiler. Danke.

The most boring viral video via Like to discover

Hass im Netz! Dagegen halten – Mund aufmachen!

Es wird wohl nie wieder ein Tagesschau-Kommentar näher an ein gepflegtes “Fuck You!” kommen als dieser großartige Kommentar von Anja Reschke, der heute im ganzen Internet die Runde macht. Genau das hat er auch verdient, so wie die ganzen Rassistenärsche das damit transportierte Fuck You! verdient haben. Diesem schließe ich mich hiermit mal vollumfänglich an.

Hass im Netz: “Dagegen halten – Mund aufmachen” – Anja Reschke | NDR via Schlecky

Wie sehen die Hände berühmter Komponisten aus?

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Schönes Teil von reddit-User Andrea G.: Hands according to Composers. Wie müssten menschliche Hände aussehen, um jeweils die Stücke von Bach, Beethoven oder Cage spielen so spielen zu können, wie sie von ihren Schöpfern gedacht wurden? Vieles davon scheint mir ziemlich logisch, bei anderem musste ich ein wenig über Kreuz denken und einige waren mir bis dato komplett unbekannt. Daher gibts nach dem Klick noch die aufschlussreiche Erklärungsliste von NeokratosRed, inklusive Youtube-Links.

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Literarische Auslese: #Netzpolitik und #Landesverrat

Bevor ich es vergesse: Es gibt eine neue Ausgabe der Literarischen Auslese. Dieses Mal eine schonungslose Offendeckung des Landesverrats durch netzpolitik: Sprich, die Lesung des inkriminierten Dokuments: “Technische Unterstützung des Prozesses Internetbearbeitung” aus den Zuschüssen für das Bundesamt für Verfassungsschutz 2013. Wenn ihr an diesem Wochenende irgendwann mal in diesem Internet unterwegs ward, wisst ihr ohnehin schon worum es geht. Hier trotzdem noch mal alle relevanten Links.

https://netzpolitik.org/2015/verdacht-des-landesverrats-generalbundesanwalt-ermittelt-doch-auch-gegen-uns-nicht-nur-unsere-quellen/

https://netzpolitik.org/2015/ueber-pressefreiheit-und-staatliche-ermittlungen-das-schreckt-uns-nicht-ab/

https://netzpolitik.org/2015/geheimer-geldregen-verfassungsschutz-arbeitet-an-massendatenauswertung-von-internetinhalten/

Literarische Auslese: TTIP

We did it! Johannes und ich haben endlich mal wieder Zeit gefunden, ein paar literarische Auslesen aufzunehmen, die in den kommenden Wochen immer Sonntags veröffentlicht werden. Los gehts, ganz in der Tradition früherer Auslesen mit der Poetisierung eines epischen Mammutwerks: Den Leitlinien für die Verhandlungen über ein umfassendes Handels- und Investitionsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das entsprechende Abkommen dürftet ihr unter dem Namen TTIP kennen. Und unabhängig davon, ob man keine Gene in seinem Essen haben mag, Angst vor Wracking hat oder sich superdubertoll auf eine große Starbucks-Invasion freut, sollte man den kontroversen Text zumindest einmal ganz gelesen bzw. gehört haben. That’s your Chance!