Poetisches für den Sonntag: Grabrede für Sonny von Cher + “I got you Babe”

Leute! Ich werde es einfach nicht los! Seit Tagen trage ich schon einen Ohrwurm von “I got you Babe” mit mir rum. Genau, genau, das Lied, das Bill Murray in Und täglich grüßt das Murmeltier irgendwann dazu bringt, seinen Radiowecker zu zertrümmern. Dieses verdammte Lied ist nicht nur ein kleiner, fieser Ohrwurm, sondern tatsächlich auch eine wunderschöne, feine Pophymne. Die eingängige Melodie, der romantische Text mit subtil ironischer Note, die große, große Steigerung im letzten Drittel… an diesem Lied passt einfach alles. So etwas wie das perfekte 2 1/2 Minuten Stück. Anyway. Die Geschichte von Sonny und Cher ist ja schon eine ziemlich traurige: Nachdem die beiden so etwas wie das Vorzeigepaar des amerikanischen Popzirkus waren, gab es eine ziemlich unschöne Scheidung (1974), verbunden mit einer noch heftigeren Schlammschlacht, bei der es leider Gottes vor allem um Geld ging. Wenn es aber so etwas wie ein versöhnliches Happy End für diese Geschichte gibt, dann das hier: Die Grabrede von Cher anlässlich Sonnys Tod 1998 ist nach wie vor einer der bewegendsten, schönsten und besten Nachrufe aller Zeiten. Zum Schmunzeln, Lachen und vor allem (mit)Weinen.

Und weil das Beste für einen Ohrwurm ist, ihn weiterzureichen, gibts nach dem Klick noch zwei Versionen des berühmt berüchtigten Songs. Einmal 1965 und zum Vergleich einer der letzten gemeinsamen Auftritte von Sonny und Cher bei David Letterman (1987).

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‘The Adventures of Tintin’ International Teaser mit einigen neuen Bildern

Ich glaube, ich habe schon erwähnt, wie ungeheuer ich mich mich auf diesen Film freue… Daher spare ich mir das an dieser Stelle mal und haue gleich den neuen International Teaser raus, der immerhin ein wenig neues Material zu bieten hat. Drüben bei Slashfilm wird ein wenig gemosert, darüber dass man keine richtigen Gesichter zu sehen bekommt. Stimmt schon, halte ich aber für gar nicht so schlimm. Die Comicvorlage hatte ja jetzt auch nicht die großen Face-Emotions zu bieten. Wichtiger ist mir da eher so eine grundsätzliche Atmosphäre… Und die passt auch hier.


via Slashfilm

Trailer zum Fright Night Remake

Hmmm… ich weiß nicht so recht… naja. Irgendwie ist es ja schon ganz nett, dass dieser etwas vergessene, kleine, schrille Horrorbastard der 80er mit einem Remake wieder etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt. Andererseits… Hmmm… Irgendwie scheint der Version des 21. Jahrhunderts mal wieder jede coole Cheesyness abhanden gekommen, jede Schrulligkeit getilgt, der Film von jeglichem Dreck gesäubert. Klar, Fright Night (1985) – der in Deutschland unter dem Titel “Die rabenschawarze Nacht” lief – war mit Sicherheit kein großes Meisterwerk des US-Horrorkinos. Aber ähnlich wie der ziemlich wüste “The Lost Boys” hatte dieser Film irgendwas. Gerade durch sein überdrehtes Gebahren, seinen Trashy-Faktor und seine überspitzte Vorstadthorrorkomödien-Atmosphäre. Und all das ist in dem ab Oktober 2011 in den deutschen Kinos laufendem Remake eben anscheinend komplett verloren gegangen. Hat ein bisschen was von Stangenware, was der Trailer uns präsentiert. Gut, immerhin spielen Colin Farrell und Toni Collette mit. Aber… naja… hmmm…

Senior Charlie Brewster (Anton Yelchin) finally has it all—he’s running with the popular crowd and dating the hottest girl in high school. In fact, he’s so cool he’s even dissing his best friend Ed (Christopher Mintz-Plasse). But trouble arrives when an intriguing stranger Jerry (Colin Farrell) moves in next door. He seems like a great guy at first, but there’s something not quite right—and everyone, including Charlie’s mom (Toni Collette), doesn’t notice. After witnessing some very unusual activity, Charlie comes to an unmistakable conclusion: Jerry is a vampire preying on his neighborhood. Unable to convince anyone that he’s telling the truth, Charlie has to find a way to get rid of the monster himself in this Craig Gillespie-helmed revamp of the comedy-horror classic.

via Cinematze

Ende der Welt mal wieder verschoben? … So enjoy this!

Tja… war wieder nix. Die Hardcore-Christen, Zyniker und Propheten des Weltuntergangs dürfen sich enttäuscht nach Hause zurückziehen und weiter die Bibel oder Nietzsche lesen oder die Plakate für kommende eschatonische Events basteln. Auch an diesem Samstag musste die Menschheit auf das verkündete Armageddon (18 Uhr) verzichten. Zur Kompensation der Enttäuschung über die vier apokalyptischen Reiter, die uns wieder einmal versetzt haben, empfiehlt sich der ziemlich schicke Apocamix Supercut von Eclectic Method. In diesem mashen Jonny Wilson, Ian Edgar und Geoff Gamlen berühmte Weltuntergangsszenarien des Kinos zu treibenden Electrobeats. Frei nach dem Motto:

Ever noticed how many times New York gets F’d in the A on the movie screen? Or how much zombies, monsters and Godzilla love Grand Central?

via Seitvertreib

Links fürs Wochenende

Wie Filme der digitalen Realität hinterherhinken

Interessanter Artikel auf netzwertig zu der im Film tatsächlich weit verbreiteten technischen Rückständigkeit.

Was darf die Reportage?

Vielleicht der bis dato beste Kommentar zu Pfisters Aberkennung des Henri-Nannen-Preises. Stefan Willeke setzt sich mit Möglichkeiten und Grenzen der Reportage als eigenes literarisches Genre auseinander.

Spargel-Saison: Bitte mit Sauce Holondaise

Spargel mit Sauce hollandaise ist in Verruf geraten – Genießer essen Spargel derzeit nur noch mit Butter. Ein Plädoyer für die Sauce hollandaise. Von Ijoma Mangold

“Ein rosa T-Shirt ist extrem männlich“

Modesignerin Julia Richter im Interview mit dem Focus. Wie sehen die großen T-Shirt-Trends für den Sommer 2011 aus? Wird ja langsam Zeit…

Retro-TV, Folge 58

Mit dem Fernsehprogramm vom April/Mai 1991: Mein Vater ist ein Außerirdischer, Der 6-Millionen Dollar Mann und Jack Clementi – Anruf genügt.

Letztes Jahr auf Seite360:

Mit den besten Fantasyfilmen des Jahrzehnts beginnt das Mammutprojekt der 00er-Kanonisierung. In der selben Woche gibt es dann auch noch gleich einen Rückblick auf die besten Horrorfilme. Ansonsten zeigt sich bereits die erste kleine Sommerlochflaute. Wir freuen uns auf den Festivalsommer, genießen ein wenig Urlaubslektüre von Siegfried Lenz und lauschen unaufdringlichen Elektronik-Klängen von Boards of Canada. Damit es nicht zu relaxt wird, feuert Marcus eine Meta-Film-Retrospektive ins Geschehen, in der er sich mit dem fiesen Bodyhorror/TV-Kritik Bastard Videodrome von David Cronenberg auseinandersetzt.

Die besten Filme der 90er: Gedanken zu David Finchers “Fight Club”

Normalerweise werden an dieser Stelle ja Filme ausgelagert, die ich eher nicht so prall fand. Filme, die meiner Meinung nach eben gerade nicht zu den besten Filmen der 90er gehören, für deren Abwesenheit ich aber vermeintlich irgendeine Form der Rechtfertigung abgeben muss. Das ist in diesem Fall anders. Fight Club gehört nicht nur zu den besten Filmen der 90er Jahre sondern steht auch in meiner Alltime-Best-Of-List ziemlich weit oben. Dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe, beweisen verschiedenste Umfragen zu den besten Filmen aller Zeiten, bei denen Fight Club regelmäßig weit vorne rangiert… vollkommen zurecht. Der Grund für diesen “Sonderartikel” ist ähnlich wie bei der Analyse von American Beauty ein anderer: Es gibt anscheinend ein Rezeptionsgefälle, das Fight Club nicht nur zu einem der besten sondern vor allem auch missverstandensten Filme aller Zeiten macht. Und eben genau jenes Missverständnis sorgt ironischerweise erst dafür, dass er so viele Anhänger für sich vereinen kann.

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Konzertbericht: Fucked Up,17.05.2011, Köln Underground

Soso, das also ist das Underground. Ich habs sicherlich so ziemlich jeden Schuppen in Köln schon besucht, hierhin hat es mich bisher noch nicht verschlagen, dabei überzeugt die Location in Köln-Ehrenfeld mit einem netten Biergarten und gemütliche, wenn auch punkiger Atmosphäre. Nach dem Einstieg mit der Münsteraner Band Dramanine, die an The Hirsch Effekt und At The Drive-In erinnern und für ihren Auftritt viel Lob und Anerkennung bekommen, folgt eine längere Umbauphase (für was eigentlich ?) bis Fucked Up, die Kanadier aus Toronto, die Bühne betreten.

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Nothing’s bigger than NES

Der größte Fehler meines noch jungen Lebens war es damals zu Beginn der 90er mein NES zu verkaufen. Was hätte ich auch anderes tun sollen? Das Taschengeld war knapp und das Super Nintendo lockte mit 16-Bit, hochauflösender Grafik und coolen Mode7 3D-Effekten. Bereut habe ich meinen Verkauf oft, denn heute weiß ich: Es gab keine bessere, schönere, größere Konsole als das NES. Es folgt der haptische Beweis für diese Selbstverständlichkeit. Ein paar niederländische Studenten mit zu viel Zeit haben dem kleinen grauen 8-Bit-Kasten endlich die würdevolle Präsenz zukommen lassen, die er verdient. NES auf der großen Leinwand mit übergroßem Controller. Da bekommt das Wort Koop-Gaming eine ganz neue Bedeutung.

via Engadget

Musikvideo der Woche: Wax Tailor – Dragon Chasers

Hmja, die Musik finde ich gerade nicht mal sooo besonders, aber das Video ist auf jeden Fall ein cineastischer Leckerbissen mit einer düster-erotischen Stimmung.

Wax Tailor  – Dragon Chasers (2011)

Regie: David Périssère

Album:In The Mood For Life

13 & God – Own your Ghost (Neues Album im Stream)

Eigentlich hasse ich es ja, wenn Soundcloud-Streams nicht einbettbar sind… Was soll das? Es ist doch vollkommen egal, ob der interessierte Hörer in das Zeug direkt auf Soundcloud oder in irgendeinem Blog reinhört. Das nervt mich sogar so sehr, dass ich in solchen Fällen dazu geneigt bin, gar nicht auf den entsprechenden Stream aufmerksam zu machen. In diesem Fall eine kleine Ausnahme. Das neue Album von 13 & God, eine Kollaboration der deutschen Indie-Elektroniker “The Notwist” und der amerikanischen Hip-Hop-Band Themselves, ist nämlich so verdammt gut, dass ihr an dieser Stelle einfach weiterklicken müsst. Own your Ghost heißt der spannende Rap/Pop/Indie/Experimental/Electro-Bastard und zu hören gibt es ihn

hier!

 

via In.die Meute

Dem Antichrist folgt der Antisemit – Skandal um Lars von Trier in Cannes

Dass Lars von Trier alles andere als ein umgänglicher Mensch zu sein scheint, liess sich ja schon des Öfteren aus Kommentaren seiner bisherigen Schauspieler erahnen. Von “kräftezehrend”, “dogmatisch” und “anstrengend” ist da des Öfteren die Rede. Björk dachte nach den mühsamen Dreharbeiten zu “Dancer in the Dark” sogar daran, ihre noch frische Schauspielkarriere komplett an den Nagel zu hängen. Nur eine von vielen Opfern der Trier’schen Regieexzentrik. In Cannes ist er jedoch anscheinend noch einen Schritt weiter gegangen, zu weit, wenn man die Reaktion der Festivalleitung und des Feuilletons auf seine Verbalentgleisungen während der Pressekonferenz zu Melancholia betrachtet. Bei dieser bediente er sich nähmlich – angestachelt durch nervige Reporterfragen – eines Themas, das die feuilletonale Aufregung schon mit im Gepäck hat: Verständnis für Hitler, Kokettierung mit eigenen Naziattitüden und schließlich unverhohlener Antizionismus, ergänzt durch Antizipation der Empörung.

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Die 90er Jahre: Die extremen, polarisierenden und kontroversen Filme des Jahrzehnts II

Hier kommt sie, die zweite Ladung der provozierenden und extremen Filme der 90er Jahre. Düstere Destruktionen der amerikanischen Gesellschaft in Gummo, eine verstörende Mischung von Sex und Gewalt in David Cronenbergs Crash, politischer Aktivismus im verschwörungstheoretischen Gewand von Oliver Stone in JFK – Tatort Dallas, bewusster Dilettantismus und die Reduktion des Filmischen auf das Notwendige bis hin zur vollkommenen inszenatorischen Nacktheit bei Lars von Triers Idioten und schließlich Perdita Durango, der Mitreiter auf der Welle des Tarantinoesken Kinos, der mit seiner zugespitzten, ungebrochenen Sympathie für die gewalttätigen Protagonisten aus dem Gangsterkino der 90er heraussticht.

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Trailer zum Tim & Struppi Animationsfilm von Steven Spielberg

Ich liebe Tim und Struppi! Den Zeichenstil, die besondere Atmosphäre der Comics, den Nostalgiefaktor, den fantastischen, magischen Realismus und die mitunter skurrilen Absonderlichkeiten, die dem Ganzen eine absurde Note verleihen. Deshalb habe ich die Idee Spielbergs, die Comics von Hergè als Animatiosnfilm zu inszenieren, mehr als kritisch beäugt. Jetzt ist er raus, der erste Trailer zu The Adventures of Tintin: The Secret of the Unicorn… und was soll ich sagen… Es sieht einfach fantastisch aus. Die Nostalgie schimmert auch in den aufwändigen Computeranimationen durch. Die Mischung zwischen fast schon grimmigem Realismus, grotesken Auflockerungen und Over-The-Top-Adventure erinnert sichtlich an die Vorlage… und die Atmosphäre scheint mehr als stimmig. Da können andere Tintin-Fans noch so aufheulen. Das passt. Und Hergè würde dieses geschickte Ausnutzen der CGI-Möglichkeiten mit Sicherheit auch gefallen. Irgendwie… ja verdammt… obwohl ich nicht im geringsten Spielberg-Fan bin, muss ich dem Mann hier einfach zugestehen, dass er anscheinend die perfekte Balance zwischen Traditionalismus, Respekt vor den Comics und zeitgemäßer Reinterpretation gefunden hat. Viel zeigt der Trailer noch nicht, und daher ist nach wie vor Abwarten angebracht, aber… Mein Gott! Ich freu mich auf den Film.

via The Fox is Black

 

Jim Jarmusch goes Twilight

Wie  screendaily.com berichtet, arbeitet Jim Jarmusch (The Limits of Control) derzeit an einem Vampirfilm, in dem Tilda Swinton, Michael Fassbender und Mia Wasikowska tragende Rollen spielen sollen. Richtig interessant wird es freilich, wenn man Jarmuschs Beschreibung des Films lauscht. Dieser skizziert das noch titellose Werk als kryptische Vampierliebesgeschichte (“crypto-vampire love story”), was ein bisschen nach einer Arthausversion der Bis(s)-Reihe klingt. Unabhängig davon ist ein neuer Jarmusch-Film natürlich immer eine positive Nachricht wert. Der Drehbeginn ist allerdings erst für 2012 geplant.

Lady Gaga – Born This Way (Stream)

Noch bevor Born this way am 23.05. erscheint, kann man sich auf  Metro.co.uk das Album in voller Länger als Stream anhören. Ich sitze hier leider im Büro und kann dank mir dank fehlender Boxen kein Urteil darüber bilden. ;)

Die englische Musikzeitschrift NME war mal wieder besonders schnell und hat schon eine Track By Track Review online gestellt.

Update: Albert Koch vom Musikexpress hat bereits eine Rezension zu Born This Way geschrieben und gibt 4 von 5 Sternen.

Update 2: Anscheinend ist der Stream nur für Besucher aus UK selber möglich. Eine eher unschicke Möglichkeit ist es das Album auf MyVideo anzuhören.