Antwortbrief von Billie Joe (Green Day) an eine verärgerte Mutter

Passt eigentlich ziemlich gut in unsere 90er Jahre Retrospektiven… Genau, die 90er, in denen Green Day mit ihrem Funpunk (whatever) noch ziemlich originell waren und tatsächlich Mütter, Väter und Sittenwächter aller Art in Erschrecken versetzen konnten (…war ja auch irgendwie vor Manson und Eminem). Der oben zu lesende Brief ist von einer verärgerten Mutter, die “When I come around” (von der großartigen Dookie) als Trash bezeichnet und die Band geradezu anfleht, ihr Talent zu etwas Sinnvollem zu benutzen. Die entsprende Antwort Joes erhaltet ihr nach dem Klick. Der Brief ist von 1996, Billie dürfte also beim Verfassen der Antwort mitten in den 20ern gewesen sein… Und ja, die Antwort ist schon ziemlich cool… und Punk sowieso.

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Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts IV

Ein letztes Mal: Lachen, weinen, auf ein versöhnliches Ende hoffen… Im letzten Teil unserer Tragikomödienretrospektive werden wir noch einmal international und historisch. Wir wandern von Amerika nach Europa, streifen französischen Lebenschic, werden mit den dunklen Seiten der italienischen Geschichte auf tragikomische Weise konfrontiert und finden komplexe gesellschaftliche Strukturen im Spanien des 20. Jahrhunderts. Ein nostalgischer Blick zurück in die 60er Jahre der USA und eine schrille Konfrontation mit Neurosen und Ängsten… aber eben auch das Überwinden der selben. Et voilà. Alles wird gut!

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Moby – Destroyed (Stream)

Es reißt einfach nicht ab… Nicht nur, dass hier in letzter Zeit eine ganze Menge Streams potentiell vielversprechender Alben reinflattern. Auch sind es immer öfter die Großen, die alten Recken, die diese Chance zur kostenlosen Musikverbreitung nutzen. Jetzt also auch Moby, dessen neues Album Destroyed seit heute auf Soundcloud frei verfügbar ist.

i don’t sleep very well when i travel. and as a result, i tend to be awake in cities when everyone else is asleep. and that’s where this album comes from. it was primarily written late at night in cities when i felt like i was the only person awake (or alive). being the only person awake (or alive) in an empty city is strange and disconcerting, but it’s also comforting. the streets are empty and quiet. the streetlights are all on but are only illuminating emptiness. i don’t know if any of this will make sense to anyone listening to the album, but for me ‘destroyed’ is an album that makes the most sense late at night in an empty city when everyone else has gone to sleep.

[1] The Broken Places
[2] Be The One
[3] Sevastopol
[4] The Low Hum
[5] Rockets
[6] The Day
[7] The Right Thing
[8] After
[9] Victoria Lucas
[10] Blue Moon
[11] Lie Down In Darkness
[12] Stella Maris
[13] The Violent Bear It Away
[14] Lacrimae
[15] When You Are Old

 

Destroyed by thelittleidiot

via Testspiel

Animated Short der Woche: Chick

Wunderschönes, leidenschaftliches Vexierspiel zwischen Farben, Licht und Schatten; zwischen Schwarz-, Weiß, und Rottönen. Und am Ende gibt es Verlierer und Gewinner. Neben dem herrlich verspielten Zeichenstil arbeitet Regisseur Mayki alias Michal Socha noch mit zurückhaltenden Reminiszenzen an die Filmgeschichte: nicht wenig an der Parabel Chick erinnert an den Film Noir; seien es die ausgedehnten Kamerafahrten ins Dunkel und ins Licht, seien es die extremen Einstellungen zwischen Nahen und Totalen… und dann natürlich vor allem die Rolle unserer Protagonistin zwischen Femme infantile und Femme Fatale. Ein großes Stück Kino jedenfalls, umgesetzt im kleinsten, minimalistischsten Rahmen…

Chick (Polen 2008)

Regie und Animation: Michal Socha

Musik: Meritum SZCZ

via Fubiz

Totgesagte leben länger… Atari Teenage Riot – Is This Hyperreal? (Stream)

Nach und nach kommen sie alle zurück… die Bands, die man derart mit den 90ern verbunden hat, dass man niemals glaubte, sie könnten unserer Tage ein Comeback erleben. Nach den Beastie Boys also nun die Berliner Agitprop/Chaos/Technopunker whatever von Atari Teenage Riot. Ob der anarchische Electro-Krach auch heutzutage noch funktioniert können wir nun alle auf Soundcloud überprüfen. Delete yourself – delete yourself!  Go! Are you ready?

NME.com exclusive album stream ATARI TEENAGE RIOT “IS THIS HYPERREAL?” by Alec Empire/ ATR
via Interweb3000

Das neue Album von Friendly Fires “Pala” im Hype Machine Stream

Am 16. Mai erscheint das neue Album von Friendly Fires. Pala bietet wieder einmal trendigen, schillernden Discopop mit satten Beats und nicht zu überhörenden, düsteren French House und alternativen Post-Punk-Noten, der dennoch stets pop- melodie- und harmonieverliebt daherkommt. Bis zur Veröffentlichung kann man sich das Material schonmal zum warmtanzen im kostenlosen Hype Machine Stream geben: Treibend, hipp und ordentlich verschwurbelt im Zeitgeist taumelnd…

via Cinematze

Die besten Filme der 90er Jahre: Gedanken zu American Beauty

Das wird kein “Warum der und der Film da nicht reingehört”-Artikel wie zum Beispiel bei Saving Private Ryan oder Basic Instinct. Genau genommen mag ich American Beauty ziemlich gerne. Er ist ein hervorragender Film… und ja, er gehört auch irgendwie zu den besten Filmen der 90er Jahre. Dennoch habe ich mit Sam Mendes Vorstadtsatire mein ein oder anderes Problem, auf das ich in diesem Text eingehen möchte. Rinko hat in seinem Artikel zu den besten Tragikomödien der 90er Jahre ja schon ziemlich deutlich ausgedrückt, warum American Beauty ein Anrecht auf eine Top-Platzierung hat, hier soll es indes um anderes gehen. Folgerichtig richtet sich dieser Text an Leser die den Film bereits kennen. Eine Zusammenfassung der Handlung oder Kurzumschreibung wird es keine geben, sehr wohl werde ich aber auf wesentliche Storyelemente eingehen. Wer den Film noch nicht gesehen hat und nicht gespoilert werden will, sollte an dieser Stelle daher nicht weiterlesen.

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Optimist – Festival der Farben in Utah

Bunt ist das Leben und granatenstark… hatte ich vor kurzem hier schon einmal zitiert und muss das jetzt doch noch ein weiteres Mal auspacken. Wir sehen wunderschöne, absolut zum Titel des verwendeten Songs passende Aufnahmen von Brian Thomson vom Festival of Colors in Utah (inspiriert vom Holi-Fest in Indien). Klar, Canon und Slomo und so weiter… aber trotzdem einfach nur schön, optimistisch und ergreifend. Die sind alle so bunt, sehen alle so gleich aus und gleichzeitig doch so verschieden… wunderbar!

This video was shot at the Sri Sri Radha Krishna Temple in Spanish Fork, Utah. Their annual Festival of Colors was a great opportunity to test the slow-mo capabilities of my Cannon 7D. After hearing Zoe Keating perform this song in Portland, OR I was inspired to edit this footage to her beautiful music. I hope that she and her son enjoy the video.

via Design Tagebuch

Everything is a Remix: Kill Bill

Schöne Ergänzung zu Kirby Fergusons “Everything is a Remix”, in der sich Robert Grigsby Wilson der Filmgeschichte entliehene Motive in Quentin Tarantinos Kill Bill anschaut. Wie in der Serie üblich beeindruckend akribisch recherchiert, aber auch mit einem Sinn für pointierte Spitzen und ironischen Humor.

An extrapolation on the “One Last Thing” from Kirby Ferguson’s web series Everything Is A Remix – Episode 2:
Edited by Robert Grigsby Wilson
Produced by Kirby Ferguson and Robert Grigsby Wilson
Dedicated to Sally Menke, Quentin Tarantino’s Editor, who passed away last year. She was a great inspiration to me.

via LikeCool

Nach dem Klick der wahrscheinlich schon bekannte zweite Teil von Kirby Fergusons Everything is a Remix, der immer noch, immer wieder sehenswert ist.

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Die 90er Jahre: Die besten Hardrock-Alben des Jahrzehnts

Babes, billiger Fusel und große Posen. Während wir auf unsere Zeitreise die elektronischen Alben und den Britpop mit ein wenig Wehmut hinter uns lassen, verbleiben wir bei den breitbeinigen Macho-Posern eher ungern und gönnen uns doch der Vollständigkeit halber einen kurzen Überblick auf die Hard Rock Alben. Das Genre stand wie kaum ein anderes für die 80er und wurde zu Zeiten von Grunge und der Neo-Punkwelle tunlichst vermieden. Dafür erlebte es aber plötzlich zum Ende des Jahrzents eine ungeahntes Comeback, weil die Schweden sich wieder der ursprünglichen Rebellenattiüde des Hard-Rock annahmen und diese weit zurück an die Punk Rock Wurzeln führten. Wir zeigen an dieser Stelle mit Guns`n Roses, daß auch dieses Genre durchaus Qualität zu bieten hatte und die Hellacopters dem Punk die Solis beibringen konnten. Dem Rest wünschen wir trunkenes Vergnügen mit Ugly Kid Joe und den Proll-Rockern von den Backyard Babies.

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Kurzfilm der Woche: God Respects Us When We Work, But Loves Us When We Dance

Zur Abwechslung mal so etwas wie eine Dokumentation als Kurzfilm der Woche… aber keine gewöhnliche. God Respects Us When We Work, But Loves Us When We Dance ist von Les Blank und dokumentiert das Hippieleben im Sommer des Jahres 1967 in Los Angeles. Hippies den Tod zu wünschen ist ja auch irgendwie 90er und mittlerweile darf man dürfen wir Gott sei Dank wieder einfach nur nostalgisch zurückblicken und uns sehnsuchtsvoll wünschen ebenfalls in der Zeit der freien Liebe, der Blumen und bewusstseinserweiternden Substanzen gelebt zu haben. Peace!

Hippies and flower children dance and create rituals at the historic Los Angeles “Love-In” of Easter Sunday, 1967. This ’60s classic documents a once-in a lifetime phenomenon, preserving all the fashions, energy and idealism of the first “alternative lifestyles.” Psychedelic special effects! 20 minutes. (Included on Six Short Films of Les Blank. )

God Respects Us When We Work, But Loves Us When We Dance (USA 1968)

Regie: Les Blank

via KFMW

 

Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts III

Ja… wir haben noch ein paar Tragikomödien, die das cineastische Jahrzehnt der 90er entscheidend mitgeprägt haben und auch heute noch unbedingt sehenswert sind. Wie schon die letzten Male aufgefallen sein dürfte, ist in diesem Genre vieles möglich: mal kippt es fast komplett zur Tragödie um, mal obsiegt das Lachen eindeutig, mal hält es die Waage und ein anderes Mal flirtet es mit surrealen, grotesken Momenten. So jedenfalls in der australischen Farce Bad Boy Bubby und Woody Allens sarkastischem Biopic Harry außer sich. Friedvoller, traditioneller geht es dagegen in den humanistischen Tragikomödien Grüne Tomaten und EDtv zu, auch wenn diese beiden ebenso eine ordentlich gesellschaftskritische Komponente besitzen. Diese spielt ohnehin in fast allen Filmen dieses Artikels eine Rolle. Egal ob als sarkastische Vorstadtsatire wie in Happiness oder als schillernde Auseinandersetzung mit Transgender-Topoi wie bei Priscilla – Königin der Wüste. Die besten Tragikomödien sind eben auch oft politisch oder zumindest gesellschaftskritisch motiviert, jedoch ohne, dass sie von ihren Themen inhaltlich erschlagen werden…

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Schreibmaschinenskulpturen von Jeremy Mayer

Es gibt ja dieses gewisse Unbehagen, das einen Menschen instinktiv überkommt, wenn er mit künstlichen Humanoiden konfrontiert wird. Genau dieses Unbehagen löst auch die menschliche Schreibmaschinenbüste von Jeremy Mayer aus… dann Interesse… Faszination und schließlich pure Begeisterung. Es ist schon erstaunlich, mit wieviel Kreativität der Mann aus totem mechanischen Material etwas schöpft, was nicht nur lebendig sondern sogar beseelt aussieht. Da könnten sich so manche Entwickler humanoider Roboter eine große Scheibe von abschneiden. Oben sein neustes Werk Bust V (Grandfather). Nach dem Klick folgt noch ein Video des Entstehungsprozesses dieser beeindruckenden humanoiden Skulptur, sowie ein Kurzbericht von cnet über Jeremy Mayer.

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A Tribute to Fictional Bands

Wow… großartige Compilation-Reihe von MoPapparani aka David Balboa. Dieser ist dabei das wohl umfangreichste Tribut an fiktionale Bands überhaupt zusammenzustellen. Drei Teile hat er schon fertig und die bersten nur so über von erdachten Bands aus Filmen und Serien. Auf seinem Blog hat David Balboa dann nochmal alle dokumentierten Bands sauber aufgeführt, inklusive Filmtitel und kurzer Beschreibung (Teil 1, Teil 2). Teil 3 hat er vor kurzem erst veröffentlicht und dieser enthält so illustre Performances wie B-Rabbit aus 8Mile, The Commitments und Eddie and the Cruisers. Nach dem Klick die Liste aller 40 vorkommenden Bands, sowie die Videos zu den ersten beiden Teilen der Serie.

Teil 3

 

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Poetisches für den Sonntag: Flying Plastic Bag Scene from American Beauty

Passend zu Rinkos letztem 90er Tragikomödien-Best-Of. Eine wirklich, wirklich schöne Szene aus American Beauty. Und ja, natürlich stecken da auch jede Menge Kitsch, Manie und pathologischer Eskapismus drin. Aber, Damn it! Wer hier keine Gänsehaut bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen.

It was one of those days when it’s a minute away from snowing and there’s this electricity in the air, you can almost hear it. And this bag was, like, dancing with me. Like a little kid begging me to play with it. For fifteen minutes. And that’s the day I knew there was this entire life behind things, and… this incredibly benevolent force, that wanted me to know there was no reason to be afraid, ever. Video’s a poor excuse, I know. But it helps me remember… and I need to remember… Sometimes there’s so much beauty in the world I feel like I can’t take it, like my heart’s going to cave in.