Westernwestern – “True Grit” von den Coens

Jetzt habe ich es also doch noch geschafft. Nachdem mir von mehreren Freunden eine Enttäuschung prognostiziert wurde, nachdem ich (warum auch immer) Burn After Reading immer noch nicht gesehen habe und nachdem “No Country for old men” nach wie vor bei meinen besten Filmen der 00er Jahre – und liebsten Coen-Filmen überhaupt – ganz oben rangiert, habe ich mir endlich den Spätwestern True Grit angesehen: Eine Adaption von Charles Portis gleichnamigem Roman, der 1969 bereits einmal mit John Wayne unter dem deutschen Titel “Der Marshal” verfilmt wurde. Eine klassische Westernvorlage also, und bei den Coens darf man damit doch mindestens die Dekonstruktion eines gesamten Genres erwarten, wenn nicht sogar mehr…

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Wohin das Auge wandert… (There will be Blood)

Faszinierende Untersuchung im Rahmen des Diem Projects zum Thema Blickrichtungen und Fokussetzungen des Publikums: Die Blickbewegungen von 11 Zuschauern wurden während des Films “There will be Blood” (Die besten Epen der 00er Jahre) aufgezeichnet.

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Links fürs Wochenende

Sven Regener: “Kunst ist nicht verhandelbar”

Audiointerview von Johnny Haeusler mit Sven Regener (Element of Crime) über Musik, Pop, Kultur und Blogs… Also irgendwie alles, was uns hier auch interessiert. Hörenswert!

Das Phänomen Rollenspiel

Jörg von 4Players über aktuelle Rollenspiel-Derbys, die Vielschichtigkeit des Genres und das, was aktuellen Genrevertretern fehlt. Inklusive nostalgischem Rückblick auf die gute alte Pen&Paper-Zeit. Signed!

The 11 best Concert Films

There’s nothing quite like a great live show. But thanks to concert films, we’re able to document and revisit some of our favorite performances.

Inszenierte Gefechte?

Replik der SZ auf den Text von Helmut Scheben über die Inszenierung von Kampfbildern (Hatten wir letzte Woche als Linkempfehlung)

Erdbebenkatastrophe als geschmackloses Musikvideo?

Das Fragezeichen stammt von uns, nicht vom recht kurzen Carta-Artikel über die Ästhetisierung der Katastrophe im Heute Journal. Denn tatsächlich ist die entsponnene (und hoffentlich weitergehende) Diskussion um Stilisierung von Nachrichtenbildern weitaus spannender als der eigentliche Beitrag.

Rassismus gegen Grenzregime?

Und auch hier stammt das Fragezeichen von uns. Und auch hier ist die Diskussion mindestens genau so spannend wie der eigentliche Artikel. Darf Satire in dieser Form rassistische Bilder und Stereotype reproduzieren? Konkret geht es um Alexander Lehmanns “Lieber Afrikaner”. Und die Diskussion zieht ihre Kreise über Spreeblick zurück zu Alexander Lehmann selbst. Zweimal äußerst lebendige Debatten in den Kommentarspalten. Beide im Crossover lesenswert. Stein des Anstoßes ist übrigens dieses Video:

Zum Tod von Nate Dogg: Die glücklose Seele des Gangsterrap

Er war die soulige Stimme, die zahllose HipHop-Klassiker veredelte: Nate Dogg gehörte zu den Begründern des Gangsta-Raps. Doch während Freunde wie Snoop Dogg und Dr. Dre Karrieren machten, blieb ihm der Erfolg als Solo-Künstler versagt. Das änderte selbst der Welthit “Regulate” nicht.

Simpsons: Die Musiker-Auftritte bei den Gelben

Von den White Stripes über Metallica und Michael Jackson bis hin zu Tom Jones und so ziemlich allen Ex-Beatles. Laut.de hat mal gesammelt…

“Ich habe Lust glücklich zu sein, bevor ich sterbe.”

Die Zeit über den frazösischen Autoren Michel Houellebecq und seinen neuen Roman “Karte und Gebiet”

Letztes Jahr auf Seite360

Weiter gehts mit den vergessenen Alben der 00er Jahre… Florian beginnt seine Schlingensiefretrospektive mit der Satire Terror 2000, rezensiert Salman Rushdies Wut und erfreut sich zusammen mit Rinko an den besten Popalben des Jahrzehnts. Dieser hört darüber hinaus die Dum Dum Girls, Electro-Pop auf Goldfrapps Head First und elegischen Black Metal von Alcest. Marcus geht weiterhin dem selbstreferenziellen Kino nach und entdeckt dabei die vergessene Perle The Last Movie von Dennis Hopper. Außerdem steht die Leipziger Buchmesse an und es gibt endlich neue South Park Folgen.

Die 90er Jahre: Die besten Episodenfilme und Composite Films des Jahrzehnts

Geschichten über Geschichten… Verwoben, versponnen, (un)zusammenhängend, episodisch, fragmentiert und doch immer in einen Kontext gesetzt, der über eine bloße Aneinanderreihung von Kurzfilmen hinausgeht. Nachdem uns schon viele Episodenfilme der 00er Jahre begeistert haben, gibt es auch in den 90ern eine Menge Komponiertes und Collagiertes zu entdecken. Die besten Episodenfilme des Jahrzehnts, direkt nach dem Klick.

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Musikvideo der Woche

Ich habe keinen Plan um was es eigentlich geht, aber das Video ist ein äußerst launiger Mindfuck und The Joy Formidable schon jetzt eine der Lieblingsbands 2011.

The Joy Formidable – Whirring (2011)

Regie: Christopher Mills

Album: The Big Roar

It’s me, Mario – The dark Version

Wenn schon alle westlichen Filmemacher dabei sind, Superhelden eine realistische und dunkle Hintergrundgeschichte zu geben, warum nicht auch der Videospielikone schlechthin, Super Mario? Das muss sich jedenfalls Joe Nicolosi gedacht haben, als er diese wirklich düsteren 2 Minuten Mario-Neuinterpretation gedreht hat. Richtig gut… Und es ist alles dabei, was Mario ausmacht: Oneliner von “It’s me, Mario” bis “Sorry Mario, but the princess is in another castle!”, Kartrennen, magische Pilze (was wohl), Sterne, Goombas, Koopas und so weiter… Natürlich vollkommen over the Top dunkel interpretiert. Mario als düsterer Psychothriller. Must see!

via Netzpiloten

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Burial, Four Tet & Thom Yorke – Neue Songs

Fuck! Das ist so brutal gut, dass selbst The King of Limbs in die Knie gezwungen wird. Thom Yorke kollaboriert mit dem französischen Londoner Dubstepper Burial und dem britischen Post-Elektroniker Four Tet. Ego und Mirror heißen die beiden Songs, die diese polygame Traumhochzeit hervorgebracht hat. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Das ist einfach nur brutal gut!

via Alternativenation

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Neue Kategorie: Filmabend

Während wir das aktuell Hörenswerte immer ganz gut im Blick haben, gibt es ein deutliches Leck an aktuellen Filmempfehlungen. Das mag daran liegen, dass die aktuellste Filmlandschaft selten mehr als einen richtig guten Film pro Monat aufweisen kann; noch eher liegt es aber vermutlich daran, dass niemand in der Redaktion der große Kinogänger ist, dass wir uns ehrlich gesagt viel lieber zu Hause vor dem DVD- (oder Blue Ray) Player einlümmeln, ne Tüte Chips und Cola bereitlegen und allein, mit ein paar Freunden oder in Date-Atmosphäre zeitlos gute Filme von gestern bis heute genießen. Ohnehin ist der gemütliche Filmabend ein kulturelles Event, das gerade wegen seiner Überschaubarkeit – sowohl Zeit als auch Ort als auch Teilnehmer betreffend – erhalten gehört. Und genau diese kulturelle Pflege soll in unserer neuen Kategorie betrieben werden.

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Filmabend: Dream a little Dream

Das Kino ist nicht nur im metaphorischen Sinn der Ort der Träume, sondern kann dies auch wortwörtlich sein. Der Traum ist ein Motiv, das zahlreiche Filmmacher inspiriert hat: Von Tarkowskij über Fellini bis hin zu Craven und Nolan. Für unseren Filmabend unter dem Titel “Dream a little Dream” haben wir uns einen Kurzfilmklassiker sowie drei Langfilme gekrallt, die sich auf unterschiedlichste Weise mit Träumen und Alpträumen auseinandersetzen. Dazu gibt es feine asiatische Küche, seditative meditative Drinks und passende musikalische Untermalung. Dream a little Dream with us…

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Hörenswertes: März 2011 (II)

Schmeichlerischer Indie Electro-Pop von Starfucker, ein melancholischer und wehmütiger Jazz/Ambient-Hybrid vom Ex-Drummer des Esbjörn Svensson Trios Magnus Öström, ein überraschend ruhiges Songwriterwerk von Dinosaur Jr. Frontmann J Mascis, sattsam bekannter 00er Garage Rock von den Strokes, der vor allem deren Fans mal wieder begeistern dürfte, und wunderbarer klassischer Emocore von Rival Schools…

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90er vs. 00er – Battle of the Kinojahrzehnts VI: Historienfilme, Epen, Western und Kriegsfilme

Das letzte Duell bevor wir mit der zweiten Hälfte der 90er Retrospektive durchstarten. Und dieses Mal wird es richtig episch: Historisches, Elegisches, Weites und Fernes. Wie schlagen sich die Jahrzehnte in der Aufarbeitung großer Stoffe? Welches Jahrzehnt ist akurater, welches epischer?

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Animated Short der Woche: Rabid Rider Fast and Furry-ous

Joa… die haben schon alle Recht, wenn sie sagen, dass das den Geist der klassischen Cartoons gut einfängt. Ist für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr auf den 3D-Effekt gebürstet und mitunter weniger klassischer Warner Bros Slapstick als viel mehr dessen Übersteigerung, wie man es von schwarzhumorigem Zeichentrick der 90er und 00er kennt. Alles in allem aber ein sauberes, schön anzusehendes und nach wie vor herrlich sadistisches Vergnügen. Meep, meep! (via)

Eigentlich sollte an dieser Stelle die letzte Road Runner 3D-Umsetzung stehen. Wird von Warner Bros natürlich wieder mal in schöner Regelmäßigkeit von allen Videoplattformen gelöscht (und ist immer noch auf diversen ru-Seiten zu finden; Google hilft). Macht nix. Dann zeigen wir eben den Klassiker von 1949…

Fast and Furry-ous (1949)

Regie: Chuck Jones

Drehbuch: Michael Maltese

Animation: Ken Harris u.a.

Bildbeute: en miniatur

I was thinking of a series of dreams
Where nothing comes up to the top
Everything stays down where it’s wounded
And comes to a permanent stop
Wasn’t thinking of anything specific
Like in a dream, when someone wakes up and screams
Nothing too very scientific
Just thinking of a series of dreams

(Bob Dylan)

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Songcollage zum Liebhaben- Rezension zu “Collapse into now” von R.E.M.

Anfang des neuen Jahrtausends schien die Sache klar. Schluss mit den Experimenten, Schluss mit düsterem 90er Alternative Folk, Schluss mit alternativem Rock: Umarme das Leben und feiere es mit angemessenen Hymnen! Mit Reveal schufen R.E.M. einen anschmiegsamen Zwitter aus gut gelauntem (Indie) Pop und sonnestrahlenden Beach Boys Reminiszenzen, um gleich darauf mit “Around the Sun” einen ruhigen, kleinlauten Rock-Schönling nachzulegen. Auch 2008 schien die Sache klar: Accelerate war ein Befreiungsschlag eben genau aus jener guten Laune heraus, die anscheinend zum eigenen Gefängnis geworden war: Laut, roh, rockend… fast schon nostalgisch die 80er wiederbelebend. Und 2011? Da ist die Sache erst einmal alles andere als klar.

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