Die 90er Jahre: Die extremen, polarisierenden und kontroversen Filme des Jahrzehnts II

Hier kommt sie, die zweite Ladung der provozierenden und extremen Filme der 90er Jahre. Düstere Destruktionen der amerikanischen Gesellschaft in Gummo, eine verstörende Mischung von Sex und Gewalt in David Cronenbergs Crash, politischer Aktivismus im verschwörungstheoretischen Gewand von Oliver Stone in JFK – Tatort Dallas, bewusster Dilettantismus und die Reduktion des Filmischen auf das Notwendige bis hin zur vollkommenen inszenatorischen Nacktheit bei Lars von Triers Idioten und schließlich Perdita Durango, der Mitreiter auf der Welle des Tarantinoesken Kinos, der mit seiner zugespitzten, ungebrochenen Sympathie für die gewalttätigen Protagonisten aus dem Gangsterkino der 90er heraussticht.

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Trailer zum Tim & Struppi Animationsfilm von Steven Spielberg

Ich liebe Tim und Struppi! Den Zeichenstil, die besondere Atmosphäre der Comics, den Nostalgiefaktor, den fantastischen, magischen Realismus und die mitunter skurrilen Absonderlichkeiten, die dem Ganzen eine absurde Note verleihen. Deshalb habe ich die Idee Spielbergs, die Comics von Hergè als Animatiosnfilm zu inszenieren, mehr als kritisch beäugt. Jetzt ist er raus, der erste Trailer zu The Adventures of Tintin: The Secret of the Unicorn… und was soll ich sagen… Es sieht einfach fantastisch aus. Die Nostalgie schimmert auch in den aufwändigen Computeranimationen durch. Die Mischung zwischen fast schon grimmigem Realismus, grotesken Auflockerungen und Over-The-Top-Adventure erinnert sichtlich an die Vorlage… und die Atmosphäre scheint mehr als stimmig. Da können andere Tintin-Fans noch so aufheulen. Das passt. Und Hergè würde dieses geschickte Ausnutzen der CGI-Möglichkeiten mit Sicherheit auch gefallen. Irgendwie… ja verdammt… obwohl ich nicht im geringsten Spielberg-Fan bin, muss ich dem Mann hier einfach zugestehen, dass er anscheinend die perfekte Balance zwischen Traditionalismus, Respekt vor den Comics und zeitgemäßer Reinterpretation gefunden hat. Viel zeigt der Trailer noch nicht, und daher ist nach wie vor Abwarten angebracht, aber… Mein Gott! Ich freu mich auf den Film.

via The Fox is Black

 

Jim Jarmusch goes Twilight

Wie  screendaily.com berichtet, arbeitet Jim Jarmusch (The Limits of Control) derzeit an einem Vampirfilm, in dem Tilda Swinton, Michael Fassbender und Mia Wasikowska tragende Rollen spielen sollen. Richtig interessant wird es freilich, wenn man Jarmuschs Beschreibung des Films lauscht. Dieser skizziert das noch titellose Werk als kryptische Vampierliebesgeschichte (“crypto-vampire love story”), was ein bisschen nach einer Arthausversion der Bis(s)-Reihe klingt. Unabhängig davon ist ein neuer Jarmusch-Film natürlich immer eine positive Nachricht wert. Der Drehbeginn ist allerdings erst für 2012 geplant.

Lady Gaga – Born This Way (Stream)

Noch bevor Born this way am 23.05. erscheint, kann man sich auf  Metro.co.uk das Album in voller Länger als Stream anhören. Ich sitze hier leider im Büro und kann dank mir dank fehlender Boxen kein Urteil darüber bilden. ;)

Die englische Musikzeitschrift NME war mal wieder besonders schnell und hat schon eine Track By Track Review online gestellt.

Update: Albert Koch vom Musikexpress hat bereits eine Rezension zu Born This Way geschrieben und gibt 4 von 5 Sternen.

Update 2: Anscheinend ist der Stream nur für Besucher aus UK selber möglich. Eine eher unschicke Möglichkeit ist es das Album auf MyVideo anzuhören.

Video Games get Arty – Mashups von Guillaume Colomb

Die Idee ist nicht neu, in diesem Fall aber fantastisch umgesetzt. Guillaume Colomb masht klassische Videospielsuperhelden in noch klassischere Kunstwerke hinein. Im oberen Fall hat es Super Mario und Salvador Dali erwischt; das daraus entstandene Bastard-Kunstwerk heißt “The Temptation of Mario”. Im Flickr-Channel von Colomb gibt es eine ganze Menge weiterer dieser Mashups zu sehen. Die Besten will ich euch an dieser Stelle dennoch nicht vorenthalten und so folgen diese nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die polarisierenden, extremen und kontroversen Filme des Jahrzehnts I

Wenn man diese Kategorie mit der selben der 00er Jahre vergleicht, stellt man fest, dass die Kinozuschauer und vor allem Kritiker in den 90ern weitaus dünnhäutiger waren als im 21. Jahrhundert. Scheinen die extremen und kontroversen Filme der letzten Dekade tatsächlich infam bis zur berechtigten Wut vieler Zuschauer, wirken die 90er dagegen fast schon handzahm; oft genug scheinen die provokanten Filme wie Basic Instinct dem Prinzip “Viel Lärm um nichts” zu folgen. Aber das ist retrospektiv natürlich leicht zu sagen und wer weiß schon, wie das Publikum in zehn Jahrenüber die Aufreger unserer Zeit schmunzeln wird… Egal, auch die 90er waren für so manche cineastische Provokation, für so manchen Tabubruch gut. Und mitunter hatte die Aufregung um den jeweiligen Film auch eine gewisse Berechtigung. Auch an dieser Stelle gilt wie beim letzten Mal: Nicht alle hier auftauchenden Filme sind Meistwerwerke, manche fallen sogar eher in die Kategorie ‘unterdurchschnittlich’. Aber durch ihren Mut beziehungsweise ihre Dreistigkeit oder eben auch ihre offene Infamität haben sie sich ihren Platz im Filmkanon verdient… und sei es nur, um daran zu erinnern, dass das Kino auch immer ein Ort der Skandale und Skandälchen sein kann.

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Konzertbericht: Long Distance Calling, 12.05.2011, FZW Dortmund

Abschied und Auftakt zugleich: Für Long Distance Calling geht mit dem heutigen Konzert die Tour zu Ende. Im Dortmunder FZW beginnt mit der Band aus Münster eine ganze Konzertreihe mit schwermütigen Bands, die in den nächsten Wochen unter anderem durch Boris, Mastodon und Neurosis bereichert werden wird. Am heutigen Abend machen Nihiling, die mit solidem Progressive Rock überzeugen, den Anfang. Schon zu diesem Zeitpunkt ist der Clubraum des FZW gut gefüllt. weiterlesen

Yabba Dabba Doo? – Seth MacFarlane inszeniert Flintstones-Reboot

Die Nachricht kommt etwas zu spät für einen Aprilscherz und jagt mir abwechselnd heiße Schauer der Freude und kalte Schauer der Panik über den Rücken. Seth MacFarlane, der mit Family Guy und American Dad für einige der größten und bescheuertsten US-Zeichentrickmomente der 00er Jahre verantwortlich ist, soll die Verantwortung für ein Reboot der Flintstones übernehmen. Das berichtet jedenfalls der Hollywoodreporter. Dort wird MacFarlane zusätzlich mit folgenden Worten zitiert:

“One of the first things that I drew when I was 2 years old was Fred Flintstone,”

Okay, die spießigste Zeichentrickserie aller Zeiten inszeniert von dem Verantwortlichen für die subversivste Zeichentrickserie aller Zeiten. Fear, joy? We’ll see. Zum Thema Traditionalismus versus Erneuerung sind die offiziellen Aussagen jedenfalls eher diffus:

Much will remain the same about the cartoon that aired in primetime on ABC from 1960-66, but the creator of Family Guy and The Cleveland Show says some updates will be necessary: “What’s the animal version of the iPod?” he said. “That’s the kind of thing we have to think about.”

Naja, bis 2013 – ab dann soll das Feuerstein-Reboot über den Äther gehen – ist ja noch etwas Zeit.

via Filmfreunde

Hörenswertes: Mai 2011 (II): Beastie Boys,The Knocks, Africa Hitech,Tyler The Creator, No Joy, White Denim

Endlich gute Musik ! Naja, stimmt jetzt so auch nicht, schließlich stellen wir hier schon seit Monat in der Hörenswert Rubrik das Beste aus den 80, 90er und…*hust*…Tschuldigung, ich stehe immer noch unter dem Einfluss von 8 Stunden Dauerbeschallung von Radio Duisburg und einer Playlist, bei der sich manche Leute sogar noch lieber für Waterboarding entscheiden würden als für diese. Hier kommt aber der beste Shit mit den Beastie Boys, bester Gute Laune House von The Knocks, bester Böse Buben Rap von Tyler und noch vieles mehr von den Allerbesten des Monats Mai. Seite 360, nur wir sind so, garantiert 100% und bis in alle Ewigkeit das Beste, weiter geht es mit Werbung…

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Kurzfilm der Woche: Doodlebug (Christopher Nolan)

KLASSIKER! So irgendwie. Doodlebug stammt aus dem Jahre 1997 , ein Jahr bevor Christopher Nolan mit  Following (der es vollkommen zurecht auch in unseren 90er Kanon geschafft hat) ein beachtenswertes Langfilmdebüt hinlegen sollte. Und das hier lässt spätere Großtaten schon sehr schön erahnen. Funktioniert auch ohne den berühmten Namen ‘Nolan’ wunderbar, ist schön weird und abgefuckt, hat ein bisschen Kafka mit an Bord und bietet ein herrlich fieses, bissiges Ende. Und wenn man genau hinschaut, kann man durchaus inszenatorische Stilmittel erkennen, bei denen sich Nolan auch später noch reichlich bedienen sollte.

Doodlebug (Großbritannien 1997)

Regie: Christopher Nolan

 

Videogame-Charakter-Alphabet

Vor kurzem haben wir uns noch überschwänglich über das Superheldenalphabet von Lishoff (alias Fabian Gzlez) gefreut. Als alter Videogamer (und weniger Comic-Nerd) finde ich das hier allerdings noch um einiges cooler. Alle sind sie mit dabei: Mario, Sonic, Bomberman… die Auswahl lässt darauf schließen, dass Lishoff ähnlich wie ich auch eher von Nintendo/Sega/Konsolen und weniger PC oder Amiga sozialisiert wurde, was den Nostalgiegrad erheblich steigen lässt. Zu kaufen gibts das Teil natürlich auch wieder und zwar hier als Shirt, Poster oder Laptop-Skin. Und da die Flickr-Kommentatoren auch wieder fleißig waren, gibts nach dem Klick die alphabetische Auflistung aller im Design vorkommenden Charaktere.

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Wenn Filme ohne Leinwand bleiben

ARTE schafft es immerwieder künstlerisch spannende Formate zu erschaffen. Das neueste: “OFFSCREEN” es werden Filmideeen vorgestellt die keinen Sender finden und von keiner Filmförderung angenommen werden, weil sie in keine Schublade passen.

Der erste Beitrag gilt Marcel Wehn der über Alltags- und Industriegeräusche redet, über seine Idee einen Hörfilm zu machen und die Probleme den Sendern und Förderern diese Idee schmackhaft zu machen.

weblink: http://creative.arte.tv/de/space/OFFSCREEN/messages/

Neues von der Suche des ZDF nach einem geeigneten Intendanten

Markus Schächter, ZDF-Intendant, bei der Friedenspreisverleihung 2009 in der Frankfurter Paulskirche (CC BY-SA 3.0 by dontworry)

Nachdem Anfang des Jahres der derzeitige Intendant des ZDF Markus Schächter beschloss 10 Jahre ZDF seien genug, wurde die Frage nach einem Nachfolger gestellt – allerdings vom ZDF nur widerwillig öffentlich, gibt es doch schon ZDF-Intern einen bisherigen Programmdirektor für die Stelle, den man sich nicht erst erziehen müsste. Aber die Stelle muss öffentlich ausgeschrieben werden, doch Chancen auf Beachtung erhalten nur Bewerber die zusätzlich auch von einem Mitglied des Fernsehrates vorgeschlagen werden. So ist Thomas Bellut bisher der einzige Kandidat. Also ran an die Buletten und bewerben! Versuchen kann mans ja mal. Es gibt eine Menge Menschen in meinem Umfeld die eine klare Vorstellung hätten wie es mit dem ZDF weitergehen sollte.

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Star Trek Porn without Porn

Wenn man schon mal die Möglichkeit hat ein fanmade Remake der geliebten “The Next Generation” zu sehen – die ohnehin die beste Star Trek Generation ist. Aber das ist ein anderes Thema – dann will man sich natürlich nicht mit lästigem Gevögle aufhalten. Konsequenterweise hat hier jemand sämtliche überflüssigen Sexszenen aus der Porn Parody von Star Trek herausgeschnitten. Zurück bleibt ein 25minüter mit ziemlich klassischer Next Generation Story, überraschend passendem Cast und etwas zu vielen Dialogen und zu wenig Weltraumaction. Aber nachdem die letzten Ausgeburten der Franchise eher so semigut waren, nimmt der Trekkie eben das, was er kriegen kann…

When an Enterprise away team finds a capsule on a remote planet, containing dead former crewmember Tasha Yar now very much alive, they must question whether they’ve been given a second chance with their lost friend – or whether it’s part of a cunning Romulan plot…
Ok – so here’s a little experiment. We took the fabled TNG XXX parody, and stripped it of the XXX element to see what you have left. And the answer is – a very flashy, very glossy, continuity heavy fan film.

via Minds Delight

Update: Weg vom Fenster. Wie zu erwarten war…

Hypnotizing Wrestling

Ja verdammt. Ich hatte auch meine Wrestling-Phase. Muss wohl so Anfang der 90er gewesen sein… WWF natürlich. WCW fand ich damals ziemlich lame, und als die dann bigger und cooler wurde, war ich meiner Wrestlingphase schon wieder entwachsen. Tatanka fand ich damals übrigens am besten und habe es den Drehbuchautoren auch nie verziehen, dass sie ihm zum Heel (Bösewicht) gemacht haben (der sich dann sogar noch mit Yokozuna verbrüderte). Ein Mark (Fan der glaubt, die Kämpfe wären echt und nicht inszeniert) war ich nie, soweit ich mich erinnere. Und die Show drumherum fand ich immer cooler als die Kämpfe selbst. Anyway, das Video unten zeigt, dass sich eine richtig geniale Show perfekt in einen Kampf integrieren lässt: Zuerst Hypnose (von den Kommentatoren vollkommen zurecht als illegal gebranntmarkt) und dann die coolsten Dance-Moves, die man je im Ring sehen durfte. Kein nervig redundantes Gekloppe, keine sich wiederholenden Würfe, keine lahmen Stuhlzweckentfremdungen… Just three minutes of pure Wrestling-Awesomeness.


via Gilly