Ein feuchter cineastischer Traum: Hell´s Club

Eine Welt, in der der Terminator in die Vergangenheit (oder sowas) zurückgereist ist um Tony Montana zu töten, aber von Collateral-Tom-Cruise daran gehindert wird, während sich Vincent Vega angepisst-neidisch den tanzenden Saturday-Night-Fever-Travolta reinzieht, Blade auf der Suche nach Vampiren durch die Reihen tigert, Pinhead feiert und Anakin und Obi-Wan Jedi-Busines regeln? Ich habe Tränen in den Augen! Ist das großartig! Antonio Maria da Silva definiert mal eben das (Film-) Mashup-Genre völlig neu und lässt im “Hell´s Club dutzende popkulturelle Figuren und zwar die “echt-fiktionalen”, nicht etwa Fan-Fiction-Schauspieler, gegeneinander antreten. Wie zusammengemixte Soundspuren. Keine Ahnung ob diese Technik bei Film-Mashups schon mal zur Anwendung kam, aber das hier ist einfach DAS Wiedersehen mit seinen alten besten Freunden.

via sploid.gizmodo.com

Aktion Arschloch – Schrei nach Liebe von den Ärzten zurück in die Charts!

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Es hat ja nach meinen Geschmack schon zu lange gedauert, bis sich endlich Bands gegen den Wahnsinn in unserem Land positioniert haben und bei der einen oder anderen Band hat es schon ein gewisses Geschmäckle, dass sie sich erst jetzt dem Gegenwind für rechte Arschlöcher anschließt oder leider immer noch schweigt, wo man sich sonst moralinsauer zu erkennen gibt.

Okay, aber bevor Deutschlands Lieblings-Blondie Helene Fischer irgendwann auch noch mit auf den Zug aufspringt, können wir doch in der Zwischenzeit, und in Abwesenheit einer Alternative, den leider wieder topaktuellen Song “Schrei nach Liebe” wieder als Statement zurück in die Charts bringen, oder?

Die Aktion Arschloch erklärt das hier noch einmal ganz genau wie das geht, also gibt es einfach keine Ausrede mehr.

Also lasst Itunes, Youtube und Google Play glühen…Auf jetzt!!! Momentan ist Schrei nach Liebe schon auf Platz 1 der Google Play-Charts und immer mehr Radios und Blogs schließen sich an.

Toru Iwatani zeigt die originalen Entwürfe für Pac-Man

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Pac-Man dürfte wohl zu den am besten gealterten Spielen der Prä-Famicom-Zeit gehören: Da sitzt jeder Pixel, wo er sitzen soll, da ist jedes Sprite so gestaltet, wie es gestaltet sein muss, und da befindet sich jede Verzweigung auf dem Spielfeld genau dort, wo eine Verzweigung erforderlich ist. Auf diesen Fotos präsentiert Pac-Man Mastermind Toru Iwatani seine Skizzen für das originale Pac-Man aus dem Jahr 1979. Jepp, das Teil ist schon über 30 Jahre alt und strahlt selbst auf seinen Entwürfen noch so wie am ersten Tag.

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Btw.: Die roten Stempel auf jedem Entwurf markieren diesen jeweils als Top Secret. (via reddit)

Deutschrap und so #27: Skills en Masse – Wie wir

Meli, mit bürgerlichen Namen Melanie Wharton, war Teil der Kolchose, dem hier bereits angesprochenen Kollektiv aus Stuttgarter Künstlern.

Gerne als Feature-Gast gebucht konnte man sie bereits in dem Video zu Afrobs “Einfach” bewundern, in dem sie mit selbstbewusster Attitüde und weniger durch dümmlichen Barbie-Look auffiel.

Ich wünschte, ich könnte neben dem Projekt Skills en Masse auch das gleichnamige Solo-Album von ihr abfeiern, aber das war leider wieder ein vergebene Chance, den deutschen Female Rap voran zu treiben, und was die mittlerweile bildhübsche Dame heute macht könnt ihr dann hier nachlesen.

Mit ihrem Brudern Marcy war ihr jedenfalls 2001 ein wunderschöner Beitrag auf dem Kopfnicker-Sampler ihres Labels geglückt, bei dem mir natürlich am eindrucksvollsten die Line “Alle Kanaken alle Schwarzen sehen aus wie wir/ Alle Menschen mit Schmerzen sehen aus wie wir” hängen geblieben ist, eine Line, die perfekt den den melancholischen Grundton des Songs wiedergibt. Rap mit Botschaft, jenseits von Bro-Style, wird eben nie langweilig. “Wie wir” ist nach wie vor ein Klassiker, den ich immer wieder gerne aus dem Archiv hole.

Melis leicht gelangweilter und angepisster Style war eine enorme Bereicherung, und wie gerne hätte ich sie wie Nina MC als gereifte Künstlerin erlebt, doch beide verabschiedeten sich leider nach kommerziell wenig erfolgreichen Debüt-Alben aus dem Biz.

ToeJam and Earl: Back in the Groove (Kickstarter)

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ToeJam & Earl (1992) ist eines der besten Spiele für das Sega Genesis, bzw. Mega Drive. Trotz seines mittlerweile fast schon biblischen Alters von über 20 Jahren, seiner ziemlich anachronistisch wirkenden 90’s Funkyness und seiner teilweise mehr als obskuren Spielmechaniken hat der Hybrid aus Action-Adventure, Puzzleplattformer und schrägem Dungeon Crawler nichts von seiner Faszination eingebüßt. Wenn ich aufzählen sollte, mit welchen Games ich oller Nintendo-Fanboy auf der damaligen Konkurrenzkonsole die meiste Zeit verbracht habe, würde Toejam & Earl mit Sicherheit in den Top10 landen und dort einen Platz weit oben noch vor den Sonic-Teilen und Golden Axe abstauben.

Nachdem sich die erste Fortsetzung auf dem Mega Drive selbst ToeJam & Earl in Panic on Funkotron (1993) als klassisches Jump N Run bereits weit von dem glorreichen Vorgänger entfernt hatte (trotzdem ist dieser groovy Action-Plattformer mMn. weitaus besser als sein Ruf) und es auf der XBox einen größtenteils ignorierten dritten Teil gab (von dem ich ehrlich gesagt, gerade beim Googlen zum ersten Mal erfahren habe), ist es wirklich an der Zeit, dass das Original einen würdigen, echten Nachfolger erhält. Greg Johnson, seines Zeichens Mitentwickler des Kultspiels und offensichtlich nach wie vor angepisst, dass er damals nicht die Fortsetzungen kreieren konnte, die er bereits in den 90ern bzw. 00ern im Sinn hatte, hat nun eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um einen ToeJam & Earl Nachfolger entwickeln zu können, der tatsächlich all das bietet, was den ersten Teil so großartig machte: Randomisiert kreierte Level, mehrere Ebenen, eine Top-Down-Perspektive, Überraschungs-Items, durchgeknallte Vertreter der menschlichen Spezies, ein sauberer Funk-Score und überdrehte 90er Comic-Grafik. Check, check und check. Über 150.000 Dollar sind bereits gesammelt, 27 Tage sind noch Zeit um das Ziel von 400.000 zu erreichen. Und ich will dieses Game zocken! Jetzt!

So what’s this all about? My name is Greg Johnson, and I am one of the two original creators and owners of the Toejam and Earl games (just to be clear, Sega doesn’t own it). I, along with some bright and talented friends, are finally going to make that ultimate Toejam and Earl sequel that the fans have been asking for all these years.

Will it be like game one or game two, you ask?  Well… (holding breath)… mainly like game one.  We plan to go old school with this one. Fixed isometric camera, 2D sprites, simple controls, and an emphasis on coop play. It will also pull in some of the more beloved elements from game two, AND we have a list of exciting new gameplay elements planned as well.

Groovy!

ToeJam & Earl: Back in the Groove via ign

Und dann war da noch der mumifizierte Mönch, der in einer Buddha-Statue gefunden wurde…

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Jepp, die haben mittels CT-Scan eine mumifizierte Leiche gefunden. In a fucking Statue of Buddha. Manchmal rockt der – von den europäischen Esos und New Agern zerkaute, wiedergekäute und in klumpiger Form wieder ausgespuckte – Buddhismus doch noch!

This Buddha statue was exhibited earlier this year in an exhibition in the Drents Museum (where it was shown for the first time outside China). The mummified body of the Buddhist master Liuquan, a monk who lived around the year 1100 and who belonged to the Chinese Meditation School, is hidden in this precious reliquary dating from the eleventh or twelfth century.

Buddha Statue with Mummy in Hospital via Nerdcore (Photo by M. Elsevier Stokmans)

Popmusikgeschichte: Der Amen-Break

Marinelli von den Blogrebellen berichtet von ein in Holz gefertigtes Kunstwerk, welches offensichtlich Schallwellen darstellt und das man auch kaufen kann. Es sei der Amen-Break, sagt er. Eigentlich kenne ich nur einen einzigen Breakloop und war schon auf der richtigen Spur, wusste bisher jedoch nicht wie der der/das Break heißt. Jedenfalls, unglaublich cool und wichtig ist das angehängte YT-Video, in welchem Popmusikgeschichte erzählt wird. Um es mit Marinelli kurz zu sagen: ohne den Amen-Break würde sich Hip Hop und Drum & Bass heute ganz anders anhören. Das Video zeigt warum das so ist, aus welchem Stück der Break ursprünglich stammt und zu was er sich entwickelte. Wer weiß, ob es Drum & Bass ohne diesen Breakbeat überhaupt gäbe, baut diese Musikrichtung doch konsequent auf Funk auf.

“Please applaud with Hands only” – Hinweistafeln aus den Kindertagen des Kinos

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Wenn man heutzutage ins Kino geht, kommt man vor Beginn des Films neben der Werbung und dem Trailerprogramm zumindest an zwei dezenten Hinweistafeln nicht vorbei: Zu einem wäre das “Handys aus!”, mittlerweile in teilweise rührenden, teilweise überraschend cleveren Kurzfilmen unter das Zuschauervolk gebracht. Und zum zweiten der obligatorische – im Ton meistens um einiges rauere – Imperativ “Denk nicht einmal im Traum daran, das Folgende mitzufilmen!”

In der Frühzeit des Kinos gab es weder Handys noch Kompaktkameras, mit denen man cineastisches Raubrittertum hätte begehen können. Dafür gab es allerdings übergroße, für den Kinobesuch offensichtlich nur bedingt geeignete Damenhüte, Fußgetrampel, das den Kinosaal zum Einsturz bringen konnte und zahllose Regenschirme, die in den Lichtspielhäusern vergessen wurden. Davon zeugen jedenfalls diese Kino-Tafeln aus dem frühen 20. Jahrhundert. Weitaus weniger penetrant als jedes “Langnese gibt es auch hier im Kino”, und ein freundliches “Good Night” deutet auch darauf hin, dass die Kinobetreiber anno dazumal weitaus freundlicher zu ihrem Publikum waren.

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Newcomer 2015 – Seite 360 wagt einen Ausblick in die Zukunft

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Ach, der Blick in das Orakel war eigentlich schon immer ganz lustig und irgendwie habe ich diese Rubrik schleifen lassen, weil meine Musikleidenschaft sich schon seit einiger Zeit nicht mehr so wirklich auf Newcomer konzentrierte, bei denen ich eh gelangweilt nach 5 Sekunden die unüberhörbaren Vorbilder und viel zu wenig Eigenständigkeit heraushören kann.

Aber ich habe mich  für Anfang 2015 mal seit langer Zeit wieder durch massig Blogs gegraben und eine kleine Auswahl an Künstlern gefunden, die mich dann doch überzeugt haben, wenngleich auch kein massiver Hit wie “Wonderful Life” von den damals unbekannten Hurts dabei ist. Das macht aber nichts, wenn die vorgestellten Künstler danach eher durch Substanz auffallen als im Frühstücksfernsehen enden.

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Die besten Filmszenen 2014

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Drüben bei pewpewpew hat Sascha seine liebsten Filmmomente 2014 aufgelistet und irgendwie scheint mir das eine gute Art zu sein, das Filmjahr 2014 noch einmal Revue passieren zu lassen. Remember: Das sind die Filmszenen, die mich im vergangenen Jahr am meisten bewegt und begeistert haben, nicht notwendigerweise die Filme. Und so finden sich hier auch ein paar extrahierte Momente, deren Gesamtwerke ich nicht notwendigerweise in einer Liste der besten Filme des Jahres stehen hätte, mitunter gesamt betrachtet sogar als eher mäßige Filme ansehen würde. Achja, und zur Vorwarnung sei noch gesagt, dass die Liste mittelwarme Spoiler für verschiedene Filme dieses Jahres enthält. Major Spoiler sind aber eher nicht zu erwarten. Und noch ein kleines PS für alle Nitpicker. Ich habe mich am Deutschlandstart orientiert. Daher dürften ein, zwei Filme in der Liste gelandet sein, die manch anderer 2013 verorten würde.

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Das Jahr 2014

Welch tolles compendium des vergangenen Jahres. Wer, so wie ich, nicht alles wiedererkennt, findet auf beutlerink.com, was auch die Quelle ist, eine Liste der Ereignisse plus ein kleines making-of und hier das Bild in größer. Was mich dennoch stört: die Welt ist mir hier viel zu heile. Das Wiedererkennungsspiel ist lustig, aber es ist auch ziemlich verniedlicht und viel Relevantes ausgespart, während man auf anderes hätte verzichten können. Kurz: 2014 war ein krasseres Jahr (im Sinne von “unschön”) , als dieses Bild vorgibt.

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via this isn´t happiness

20 Years – Happy Birthday, liebe Playstation

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Im Dezember 2014 wird die Sony PlayStation zwanzig Jahre alt. Um genau zu sein, am dritten Dezember 1994 erblickte sie in Japan das Licht der Welt. Die Amis mussten, so wie es damals üblich war, fast ein Jahr länger auf die US-Modelle der Konsole warten, die die Videospielwelt nachhaltig verändern sollte.  Und wir Europäer mussten sogar noch ein bisschen länger auf dem trockenen sitzen. Seit Ende September 1995 stand das Teil auch in deutschen Elektromärkten, und ich könnte jetzt viel über die technischen und historischen Hintergründe der PSX (warum eigentlich das “X”?) schreiben, darüber dass es fast zu einer Nintendo PlayStation gekommen wäre, dass selbst eine Sega PlayStation eine zeit lang eine Option war, aber all das kann man auch ganz gut bei Wikipedia nachlesen und diverse Videospieljournalisten, Vlogger und Blogger haben das schon weitaus ausführlicher und auch besser getan. Daher eher so ein paar persönliche Erinnerungen und Gedanken, garniert mit vielen Glückwünschen an die großartige, graue Kiste:

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Sex in der DDR besser als in der BRD?

In der 2006er NSFW-Doku “Do Communists have better Sex?” wird das Sexualleben von DDRlern und BRDlern untersucht und Unterschiede festgestellt. Dass DDR-Frauen gegenüber Westfrauen viel emanzipierter waren ist relativ bekannt, doch es gibt noch mehr pikante Details, auch über Größenverhältnisse und cum-frequency. Scheinbar ist es so: Wenn es weniger Dinge gibt, kommen die Menschen öfter, zusammen. Mmmh komisch, bisher war ich froh, nur sieben Jahre DDR erlebt zu haben. Was mich wiederum nervt: Dass hier in Bezug auf die DDR von Kommunismus geredet wird. Im Grunde ist das die Wiederholung der SED-Rhetorik vom real existierenden Sozialismus, der sich 1989 als große Mär entpuppte.

via konbini

Die alljährlichen Geburtstagsfotos von Lucy Hilmer

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Seit 1974 – ihrem 29. Geburtstag – fotografiert sich die Künstlerin Lucy Hilmer jedes Jahr in ihrem “Geburtstagsoutfit”, was in diesem Fall aus nicht viel mehr besteht als einem überdimensionalen weißen Bikiniunterteil, Socken und einem Paar Schuhe. Das Ergebnis sind wundervolle Akt-Selbstporträts, die von einer selbstbewussten Persönlichkeit zeugen, deren Alterungsprozess von unfassbarer Schönheit begleitet ist. Weitere Fotos in den Quellen unten…

Birthday Suits via Huffington Post

Robin Williams (* 21. Juli 1951 ; † 11. August 2014 )

Worte folgen noch, es überwiegt momentan der Schock und die Trauer. Der Tweet der Academy treibt mir gerade zum wiederholten Male die Tränen in die Augen.