Poetisches für den Sonntag: Tauchen im Quallensee

Faszinierende Unterwasseraufnahmen vom Ongeim’l Tketau in Palau, der auch Jellyfish Lake bzw. Quallensee genannt wird. Warum dies so ist, wird in diesem von einem Schnorchler gedrehten poetischen Film eindrucksvoll beantwortet.

Eigentlich finde ich im Meer Quallen ja immer ein bisschen unheimlich: Hier, mit genügender Distanz, erscheinen sie tatsächlich aber als mit die poetischsten Tiere, die Mutter Natur zu bieten hat. Ergänzend sei noch gesagt, dass die hier zu sehenden Mastigias papua im Gegensatz zu vielen anderen Quallenarten derart sanfte Harpunen haben, dass sie für die menschliche Haut praktisch nicht spürbar sind und so ohne Probleme auch durch diese poetischen Massen hindurchgetaucht werden kann (mehr dazu in dieser pdf).

via Colossal

Poetisches für den Sonntag: Hyperrealistische Gemälde von István Sándorfi

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István Sándorfi, geboren 1948, gestorben 2007, war ein ungarischer Maler, der oft und gerne zu den Hyperrealisten gezählt hat, eine Kategorisierung, die – wie viele seiner Bilder zeigen – seinem spannenden Œuvre gerade mal im Ansatz gerecht wird. So nutzt Sándorfi die Möglichkeiten seines fotorealistischen Zeichenstils nicht bloß, um Realität übersteigert materialistisch abzubilden, sondern wagt immer wieder atemberaubende Schwenks in den Surrealismus, die Abstraktion, Dekonstruktion oder gar Düsterromantik. Und so oszillieren viele seiner Bilder gekonnt zwischen einem nahezu erdrückenden Realismus, traumwandlerischer Transzendenz und selbstreferenzieller Thematisierung des eigenen Schöpfungsprozesses: Mehr von ihm findet ihr unter anderem hier.

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via artfucksme

Poetisches für den Sonntag: Silence Effects by Yuliana Mendoza

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Abgesehen davon, dass ich die Fotos von Yuliana Mendoza einfach nur fantastisch finde, kann ich sie immer noch nicht zu 100% einordnen: Werden hier Körper dekonstruiert und transzendiert, oder werden Träume und Visionen verkörperlicht? Auf jeden Fall sind das ganz und gar großartige Bilder zwischen erotischer Sinnlichkeit und traumwandlerischer Selbstentfremdung. Und sie erinnern nicht selten an die – ebenfalls fantastischen – Bilder von Elena Helfrecht, die wir hier vor kurzem gefeatured hatten.

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Silence Effects via artfucksme

Poetisches für den Sonntag: Klassische französische Filmplakate

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Design, das den Augen und dem cineastischen Geist eines jeden Filmfreundes schmeichelt. Drüben bei 50 Watts gibt es noch weitaus mehr davon zu sehen. Und an der Stelle kann gerne noch einmal betont werden: Was die Franzosen nach dem Krieg filmtechnisch angestellt haben (Stichwort: Nouvelle Vague, Truffaut, Godard, Malle u.a.), war nicht nur damals ein Fest für jeden Kinofreund. Konsequent, dass sich diese Liebe zum Medium selbst in der grafischen Präsentation der Werke – auch ausländischer Herkunft – widerspiegelt.

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26-FOLON-Stalker-Mosfilm--1981

via 50 Watts

Poetisches für den Sonntag: Cyclique

Cyclique is a light and sound installation composed of a matrix of 256 balloons inflated with helium and equipped with LED lights. The floating 700 square-meter structure changes its shape as the wind flows through the balloons, immersing viewers in an artificial synaesthetic landscape where the soundtrack becomes the orchestra conductor.

Director – set design – concept : Maxime Houot
Set design – sound and lighting design : Nohista
Production : Collectif Coin
Coproduction : CCSTI Grenoble-La Casemate

( shot @ Amiens / Nuit Blanche 2013)

via

Poetisches für den Sonntag: Otherscapes – Erotische Landschaften

Der Fotograf und Künstler Carl Warner arrangiert menschliche Körper zu faszinierenden Landschaften, in denen Natur und Kultur aufeinandertreffen. Wohl kaum notwendig, zu erwähnen, dass seine Bilder sowohl hocherotisch als auch wunderschön, eskapistisch sind. Und ein wenig humanistische Grundgedanken gibt es dann auch noch mit in die Landschaft:

An alternative portrait of a human being whose body becomes a landscape of themselves and plays on the sense of space in which we dwell. The external view of ourselves therefore becomes a more abstract and perhaps more intimate reflection of our inner being when viewed as a landscape or given a sense of place.

Otherscapes by Carl Warner via Faith is torment

Poetisches für den Sonntag: Charles Bukowski liest “Friendly Advice To A Lot Of Young Man”

Friendly Advice To A Lot Of Young Men

Go to Tibet
Ride a camel.
Dye your shoes blue.
Grow a beard.
Circle the world in a paper canoe.
Subscribe to The Saturday Evening Post.
Chew on the left side of your mouth only.
Marry a woman with one leg and shave with a straight razor.
And carve her name in her arm.

Brush your teeth with gasoline.
Sleep all day and climb trees at night.
Hold your head under water and play the violin.
Do a belly dance before pink candles.
Kill your dog.
Run for mayor.
Live in a barrel.
Break your head with a hatchet.
Plant tulips in the rain.

But don’t write poetry.

 

via

Poetisches für den Sonntag: Günter Brus – Selbstbemalung

Der österreichische Künstler Günter Brus gelangte vom Expressionismus beeinflusst über die informelle Malerei französischer Prägung in den 60er Jahren schließlich zur Aktionskunst, in der er sich intensiv dem eigenen Körper als Leinwand, Kunstobjekt und Kunstwerk an und für sich widmete. Genau in diesen Zeitraum fällt auch seine beeindruckende Selbstbemalung, eine ganze Serie von künstlerischen Aktionen, bei denen er sich selbst zur Leinwand machte und dieses Framing zugleich auf nahezu brutale Weise aufbrach. Es ist mehr als beeindruckend, wie Brus in seiner Körperzeichnung jede Versuchung der egomanischen, narzistischen Kunst umschifft, indem er sich weniger zum Kunstwerk stilisiert, als viel mehr den physischen und psychischen Bruch des Künstlers bei der Kunstproduktion ins Zentrum rückt, indem die Selbstbemalung zur Selbstzerstörung und zur Dekonstruktion des kunstschaffenden Ichs wird. Durch die Auflösung des Framings wird so die Fragilität der Künstlerseele und die destruktive Kraft der Kunstproduktion offenbar.

So wurde die Aktion spätestens bei ihren folgenden Ausgeburten Selbstverstümmelung, Starrkrampf, Tranfusion und Tortur zu einer Thematisierung des selbstverletzenden Verhaltens, das einer jeden Kunstschöpfung innewohnt. Der Künstler schneidet ein Stück seines eigenen Fleischs heraus, um es als Kunstwerk der Öffentlichkeit darzubieten. Diese ist um das Werk bereichert, der Künstler indes hat ein Stück von sich selbst unwiederruflich für immer verloren…

Poetisches für den Sonntag: Moonwalk

Großartiges Video vom Filmemacher Bryan Smith, das den Freeclimber Dean Potter darstellt, wie er am langsam am sich bewegegenden (!) Mond (!) vorbeispaziert (!). Auf einem Seil (!). Mir würden jetzt gleich Dutzende Beispiele dazu einfallen, wie poetisch sowohl Extremsport als auch Kleinkunst sein kann… Stattdessen genügt es meiner Meinung nach, diese Bilder einfach auf sich wirken zu lassen. Wundervoll!

via Colossal