Poetisches für den Sonntag: Klassische französische Filmplakate

01-La-Grande-Illusion-R.A.C.--R-1946

Design, das den Augen und dem cineastischen Geist eines jeden Filmfreundes schmeichelt. Drüben bei 50 Watts gibt es noch weitaus mehr davon zu sehen. Und an der Stelle kann gerne noch einmal betont werden: Was die Franzosen nach dem Krieg filmtechnisch angestellt haben (Stichwort: Nouvelle Vague, Truffaut, Godard, Malle u.a.), war nicht nur damals ein Fest für jeden Kinofreund. Konsequent, dass sich diese Liebe zum Medium selbst in der grafischen Präsentation der Werke – auch ausländischer Herkunft – widerspiegelt.

07-Earth-Versus-the-Flying-Saucers-Columbia--1956-Kerfyser

12-Wages-of-Fear-1953-Rene-Ferracci

26-FOLON-Stalker-Mosfilm--1981

via 50 Watts

Poetisches für den Sonntag: Cyclique

Cyclique is a light and sound installation composed of a matrix of 256 balloons inflated with helium and equipped with LED lights. The floating 700 square-meter structure changes its shape as the wind flows through the balloons, immersing viewers in an artificial synaesthetic landscape where the soundtrack becomes the orchestra conductor.

Director – set design – concept : Maxime Houot
Set design – sound and lighting design : Nohista
Production : Collectif Coin
Coproduction : CCSTI Grenoble-La Casemate

( shot @ Amiens / Nuit Blanche 2013)

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Poetisches für den Sonntag: Otherscapes – Erotische Landschaften

Der Fotograf und Künstler Carl Warner arrangiert menschliche Körper zu faszinierenden Landschaften, in denen Natur und Kultur aufeinandertreffen. Wohl kaum notwendig, zu erwähnen, dass seine Bilder sowohl hocherotisch als auch wunderschön, eskapistisch sind. Und ein wenig humanistische Grundgedanken gibt es dann auch noch mit in die Landschaft:

An alternative portrait of a human being whose body becomes a landscape of themselves and plays on the sense of space in which we dwell. The external view of ourselves therefore becomes a more abstract and perhaps more intimate reflection of our inner being when viewed as a landscape or given a sense of place.

Otherscapes by Carl Warner via Faith is torment

Poetisches für den Sonntag: Charles Bukowski liest “Friendly Advice To A Lot Of Young Man”

Friendly Advice To A Lot Of Young Men

Go to Tibet
Ride a camel.
Dye your shoes blue.
Grow a beard.
Circle the world in a paper canoe.
Subscribe to The Saturday Evening Post.
Chew on the left side of your mouth only.
Marry a woman with one leg and shave with a straight razor.
And carve her name in her arm.

Brush your teeth with gasoline.
Sleep all day and climb trees at night.
Hold your head under water and play the violin.
Do a belly dance before pink candles.
Kill your dog.
Run for mayor.
Live in a barrel.
Break your head with a hatchet.
Plant tulips in the rain.

But don’t write poetry.

 

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Poetisches für den Sonntag: Günter Brus – Selbstbemalung

Der österreichische Künstler Günter Brus gelangte vom Expressionismus beeinflusst über die informelle Malerei französischer Prägung in den 60er Jahren schließlich zur Aktionskunst, in der er sich intensiv dem eigenen Körper als Leinwand, Kunstobjekt und Kunstwerk an und für sich widmete. Genau in diesen Zeitraum fällt auch seine beeindruckende Selbstbemalung, eine ganze Serie von künstlerischen Aktionen, bei denen er sich selbst zur Leinwand machte und dieses Framing zugleich auf nahezu brutale Weise aufbrach. Es ist mehr als beeindruckend, wie Brus in seiner Körperzeichnung jede Versuchung der egomanischen, narzistischen Kunst umschifft, indem er sich weniger zum Kunstwerk stilisiert, als viel mehr den physischen und psychischen Bruch des Künstlers bei der Kunstproduktion ins Zentrum rückt, indem die Selbstbemalung zur Selbstzerstörung und zur Dekonstruktion des kunstschaffenden Ichs wird. Durch die Auflösung des Framings wird so die Fragilität der Künstlerseele und die destruktive Kraft der Kunstproduktion offenbar.

So wurde die Aktion spätestens bei ihren folgenden Ausgeburten Selbstverstümmelung, Starrkrampf, Tranfusion und Tortur zu einer Thematisierung des selbstverletzenden Verhaltens, das einer jeden Kunstschöpfung innewohnt. Der Künstler schneidet ein Stück seines eigenen Fleischs heraus, um es als Kunstwerk der Öffentlichkeit darzubieten. Diese ist um das Werk bereichert, der Künstler indes hat ein Stück von sich selbst unwiederruflich für immer verloren…

Poetisches für den Sonntag: Moonwalk

Großartiges Video vom Filmemacher Bryan Smith, das den Freeclimber Dean Potter darstellt, wie er am langsam am sich bewegegenden (!) Mond (!) vorbeispaziert (!). Auf einem Seil (!). Mir würden jetzt gleich Dutzende Beispiele dazu einfallen, wie poetisch sowohl Extremsport als auch Kleinkunst sein kann… Stattdessen genügt es meiner Meinung nach, diese Bilder einfach auf sich wirken zu lassen. Wundervoll!

via Colossal

Poetisches für den Sonntag: Gedruckte Skulpturen von Eric Van Straaten

Dass 3D-Drucker als Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt seit mindestens einem Jahr DAS Thema überhaupt sind, muss wohl nicht extra betont werden. Ebenso wenig, dass immer mehr Digital Artists dieses neue Spiel- und Werkzeug für sich entdecken. Eric Van Straaten nutzt es für wunderbar verspielte, entzückende und zugleich grotesk verschnörkelte 3D-Skulpturen, die Decadence mit Pop mit Disney mit Art déco mit Lolita-Fantasy-Romantik kreuzen. Schick.

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Poetisches für den Sonntag: Orbital von Björn Ewers

Der Berliner Fotograf Björn Ewers, der sich vor kurzem bereits durch die Fotografie-Reihe Inside Instruments für die Berliner Philharmonie auszeichnete, präsentiert in seinem neusten Projekt Orbital faszinierend klare Fotografien von Seifenblasen, in deren detail- und farbenfrohe Darstellung organische Bewegung und hypnotische Diversifikation perfekt eingefangen sind.

Orbital by Björn Ewers via Colossal

Poetisches für den Sonntag: Human Nature – Unterwasserskulpturen von Jason DeCaires Taylor

Auf seiner Ende Juni begonnenen Ausstellung Human Nature in der Jonathan LeVine Gallery in New York präsentiert der Künstler Jason deCaires Taylor Fotografien seiner monumentalen Installations-Kunstwerke. In diesen versenkt er Spuren der menschlichen Zivilisation unter dem Meer, lässt tote Körper in ihren alltagskulturellen Handlungen erstarren, überzieht sie mit Gischt und Verwesung, revitalisiert sie aber auch gleichermaßen, indem er sie zu integrativen Bestandteilen seiner Unterwasser-Szenarios werden lässt.

“Over the last 20 years, our generation has encountered rapid change; technologically, culturally and geographically. I feel this has left us with an underlying sense of loss. My work tries to record some of those moments.”

Jason DeCaires Taylor

Unterwasserskulpturen von Jason DeCaires Taylor via Colossal