Die schönsten, wahrsten und besten poetischen Werke… Wir finden poetische Momente nicht nur in der Lyrik, sondern auch in Bildern, Filmszenen, kurzen und ergreifenden Momenten. Dabei ist eine Spezifizierung des Poetischen meistens genau so wenig möglich wie die Erklärung, warum dies oder das genau in jenem Moment poetisch wirkt. Aber es bewegt uns… und das wollen wir teilen.
Der österreichische Künstler Günter Brus gelangte vom Expressionismus beeinflusst über die informelle Malerei französischer Prägung in den 60er Jahren schließlich zur Aktionskunst, in der er sich intensiv dem eigenen Körper als Leinwand, Kunstobjekt und Kunstwerk an und für sich widmete. Genau in diesen Zeitraum fällt auch seine beeindruckende Selbstbemalung, eine ganze Serie von künstlerischen Aktionen, bei denen er sich selbst zur Leinwand machte und dieses Framing zugleich auf nahezu brutale Weise aufbrach. Es ist mehr als beeindruckend, wie Brus in seiner Körperzeichnung jede Versuchung der egomanischen, narzistischen Kunst umschifft, indem er sich weniger zum Kunstwerk stilisiert, als viel mehr den physischen und psychischen Bruch des Künstlers bei der Kunstproduktion ins Zentrum rückt, indem die Selbstbemalung zur Selbstzerstörung und zur Dekonstruktion des kunstschaffenden Ichs wird. Durch die Auflösung des Framings wird so die Fragilität der Künstlerseele und die destruktive Kraft der Kunstproduktion offenbar.
So wurde die Aktion spätestens bei ihren folgenden Ausgeburten Selbstverstümmelung, Starrkrampf, Tranfusion und Tortur zu einer Thematisierung des selbstverletzenden Verhaltens, das einer jeden Kunstschöpfung innewohnt. Der Künstler schneidet ein Stück seines eigenen Fleischs heraus, um es als Kunstwerk der Öffentlichkeit darzubieten. Diese ist um das Werk bereichert, der Künstler indes hat ein Stück von sich selbst unwiederruflich für immer verloren…
Großartiges Video vom Filmemacher Bryan Smith, das den Freeclimber Dean Potter darstellt, wie er am langsam am sich bewegegenden (!) Mond (!) vorbeispaziert (!). Auf einem Seil (!). Mir würden jetzt gleich Dutzende Beispiele dazu einfallen, wie poetisch sowohl Extremsport als auch Kleinkunst sein kann… Stattdessen genügt es meiner Meinung nach, diese Bilder einfach auf sich wirken zu lassen. Wundervoll!
Dass 3D-Drucker als Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt seit mindestens einem Jahr DAS Thema überhaupt sind, muss wohl nicht extra betont werden. Ebenso wenig, dass immer mehr Digital Artists dieses neue Spiel- und Werkzeug für sich entdecken. Eric Van Straaten nutzt es für wunderbar verspielte, entzückende und zugleich grotesk verschnörkelte 3D-Skulpturen, die Decadence mit Pop mit Disney mit Art déco mit Lolita-Fantasy-Romantik kreuzen. Schick.
Der Berliner Fotograf Björn Ewers, der sich vor kurzem bereits durch die Fotografie-Reihe Inside Instruments für die Berliner Philharmonie auszeichnete, präsentiert in seinem neusten Projekt Orbital faszinierend klare Fotografien von Seifenblasen, in deren detail- und farbenfrohe Darstellung organische Bewegung und hypnotische Diversifikation perfekt eingefangen sind.
Auf seiner Ende Juni begonnenen Ausstellung Human Nature in der Jonathan LeVine Gallery in New York präsentiert der Künstler Jason deCaires Taylor Fotografien seiner monumentalen Installations-Kunstwerke. In diesen versenkt er Spuren der menschlichen Zivilisation unter dem Meer, lässt tote Körper in ihren alltagskulturellen Handlungen erstarren, überzieht sie mit Gischt und Verwesung, revitalisiert sie aber auch gleichermaßen, indem er sie zu integrativen Bestandteilen seiner Unterwasser-Szenarios werden lässt.
“Over the last 20 years, our generation has encountered rapid change; technologically, culturally and geographically. I feel this has left us with an underlying sense of loss. My work tries to record some of those moments.”
Menschen in denen sich die Natur widerspiegelt, Menschen, die mit der Natur verschmelzen, Bilder die eine impressionistische Melancholie in sich tragen aber Dank der zurückhaltenden Visualisierung im blassen schwarz-weiß nie Gefahr laufen aufdringlich oder kitschig zu werden. Viele weitere dieser wundervollen Multi Exposures gibt es in Christoffer Relanders Portfolio zu sehen. Fotografische Poesie: Nachdenklich, naturverbunden, magisch realistisch… einfach nur wundervoll.
Wunderschöne Sphären-Aufnahmen von dem ISS-Astronauten Don Petitt.
The astronaut Don Pettit loves to take photos, even more when he is in space. The result combining multiple 30-second exposure photos is very briliant and show the paths made by stars and earth lights over 10 to 15 minutes.
Ich glaube Flo hat gerade schon was für Poetisches zum Sonntag in der Mache Edit: Da Flo gerade irgendwie einen Schreib-Flash hat, habe ich das nun doch als poetisches Highlight für den Sonntag ausgewählt. Ich verabschiede mich dann auch mal in Richtung Abendessen und Fußball. Hier noch ein paar Fotos und als musikalische Untermalung habe ich “Zero 7 - Destiny” und “4 Hero – Starchasers” ausgewählt. [Weiterlesen…]
Eine der schönsten Reminiszenzen an den großen, modernen surrealistischen Künstler René Magritte, die ich je gesehen habe: In der schwarz-weißen fotografischen Reihe Reality Rearrangedentwirft der schwedische Künstler Tommy Ingberg die faszinierende Reise eines kopflosen, huttragenden Jedermanns durch die Wirren einer poetisch verkürzten supranaturalistischen Welt: Bilder, Symbole, Träume und ein angenehm nostalgischer Touch von Hommage an die Kunst des klassischen Surrealismus. Verträumt, verwegen, poetisch… und einfach nur wunderschön.
Von der MASP Art School in Sao Paulo: Und natürlich tragen Dali, Van Gogh und Picasso das Fundament ihrer Kunst nicht nur in ihrem Herzen sondern gleich in sämtlichen Eingeweiden. Der Originalitäts- und Genie-Begriff reinterpetiert als anatomische Beschaffenheit. The war is over, biologism has won!
Wunderschöne Fotoserie des italienischen Fotografen Stefano Bonazzi: In Smoke lösen sich sexy in Szene gesetzte Körper im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf, flüchtige Schönheit trifft auf elegante Erotik und die attraktiven Körper werden zur ungreifbaren Momentaufnahme… einfach nur wunderschön.
Huge Solar Tornado via http://users.aber.ac.uk/xxl/tornado.htm
Nachdem hier in Berlin gestern wirklich der Inbegriff des Aprilwetters herrschte (von Sonne über Regen bis hin zu einem verdammten Schneesturm war alles dabei), hat sich heute pünktlich zum Ostersonntag die Sonne zu Wort gemeldet. Viel beeindruckender als die zaghaften Sonnenstrahlen auf der Straße finde ich gerade aber tatsächlich das Sonnentornado-Video, das im Februar auf Youtube aufgetaucht ist. Gefunden habe ich den faszinierenden Einminüter drüben bei Florian Freistetter, der auch gleich noch ein paar interessante Hintergrundinformationen zu dem Phänomen parat hat:
Der Tornado ist wirklich gewaltig. Das Plasma der Sonne schraubt sich bis zu 200000 Kilometer in die Höhe. Man müsste 15 Erden übereinander stapeln, um diese Höhe zu erreichen! Das Gas bewegt sich dabei mit 300000 Kilometer pro Stunde; 2000 Mal schneller als die Tornados auf der Erde.
I created 26 sets of these inked shapes and drew them on my hands.Each set is made to create both an upper-case and a lower-case letter, such as A and a. I also created some italic letters, hand-writing letters and some new typefaces with the same shapes.