Kurzfilm der Woche: SOLIPSIST

Ich werde jetzt nicht das ganze Gerante wiederholen, das Rinko von sich gegeben hat, während wir gemeinsam (nein, nicht händchenhaltend) diesen Kurzfilm von Andrew Thomas Huang genossen haben. Ja, SOLIPSIST kann man durchaus vorwerfen prätentiös, selbstverliebt, esoterisch, Kunstkunstkunst zu sein. Und ja, das erinnert in seiner Ästhetik stark an Björk-Videoclips (sucht euch einen Regisseur aus), hat ne Menge spirituelles Gewaber an Bord und sucht nach einem Sinn in allem. Aber diese Bilder, diese verspielte, verquere Erotik, dieser Farbentanz und diese wunderbaren Animationen! … Jepp, die reichen in diesem Fall, um endlich mal wieder Montags einen Kurzfilm der Woche nach oben zu tackern. Nach dem Klick gibt es noch das Making of zu sehen.

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Poetisches für den Sonntag: Nimbus von Berndnaut Smilde

Räume und Objekte werden vom niederländischen Künstler Berndnaut Smilde in wundervoll minimalistischen Manipulationen verfremdet, ihr surrealer Kern wird aufgedeckt und ihre Räumlichkeit durch kleine Ergänzungen transzendiert. Oben ist ein Wolkenzimmer aus der Nimbus-Reihe zu sehen, weitere großartige Kunstwerke findet ihr auf Smildes Website.

via Fubiz

Links fürs Wochenende

Der beste schlechte Schauspieler der Welt

Großartige Auseinandersetzung mit Triumph, Niederlage und Triumph der Schauspieler-Karikatur Nicolas Cage:

Cage sehen heißt erkennen, wie Schauspiel zustande kommt. Man wird nicht wie bei anderen Stars in eine Illusion hineingezogen, sondern erlebt zur gleichen Zeit die Herstellung und Zertrümmerung einer Fiktion.

Warum ich das hier nicht auf einen Tumblr mache

Kraftfuttermischwerk-Ronny verteidigt seine Entscheidung, weiterhin klassisch zu bloggen und trotz mitunter knapper Texte – oder vollkommen ohne Text auskommender Bilder – nicht einen auf Tumblr zu machen.

Müssen wir uns vom Konzept des geistigen Eigentums verabschieden?

Eigentum an Sachen ist etwas, was die Menschheit seit Jahrtausenden kennt und anerkennt. Das Konstrukt des geistigen Eigentums stellt demgegenüber eine (juristische) Fiktion dar, die erst wenige Jahrhunderte alt ist und die von der Vorstellung getragen wird, dass man die Inhaberschaft an einem Geisteswerk in gleicher Weise wie eine Sache einer einzelnen Person ausschließlich und absolut zuordnen kann.

Geboren zwischen Katzen und Sex

Eine kleine Geschichte über die Hacker-Gruppe LulzSec, die sich aus dem Anarcho-Forum 4chan gebildet hat und diese Woche vom FBI ausgehoben wurde.

Mari0 (Game-Download)

Endlich: Der Portal/Mario-Hybrid von Stabyourself hat das Licht der Welt erblickt und begeistert mit den klassischen Mario-Bros-Levels, einer großen Portal-Spielwelterweiterung sowie einem sexy Level-Editor.

Der Drill des Gefällt mir

Titanic-Redakteur Leo Fischer setzt sich mit  satirisch mit der Generation Facebook auseinander und spart auch nicht an Selbstkritik.

Presserat: „taz-Fail“ als Meinungsäußerung zulässig

Der Presserat segnet die vollkommen falsche Behauptung, alle Amokläufer an Schulen hätten exzessiv Killerspiele gespielt, als legitime Meinungsäußerung ab.

Letztes Jahr auf Seite360:

Erschreckend wenig, was vermutlich wie derzeit unter anderem mit dem guten Wetter zusammenhängt: Rinko schafft es immerhin eine epische R.E.M.-Retrospektive zu veröffentlichen (was anderes als episch ist bei diesem enormen Output auch gar nicht drin) und Florian schaut sich den Himbeer-Abräumer Die Legende von Aang unter dem Motto “really that bad?” noch einmal genauer an.

Kurzfilm der Woche: Archetype

Ein Kampfroboter beginnt plötzlich, sich an ein früheres Leben inklusive Frau und Kinder zu erinnern und begehrt dadurch gegen die ihm gegebenen Befehle sowie seine Erbauer auf. Das Science Fiction Drama Archetype von Aaron Sims ist ein großartiger, auf Big-Budget-Niveau stattfindender Low-Budget-Kurzfilm, der sowohl was Setting als auch Animationen als auch Dramaturgie als auch Schauspieler betrifft, locker mit diversen Großproduktionen mithalten kann. Und das Beste: Produzent John Davis (Chronicle) ist auf das Teil aufmerksam geworden und will daraus einen Langfilm machen.

RL7 is an eight-foot tall combat robot that goes on the run after malfunctioning with vivid memories of once being human. As its creators and the military close in, RL7 battles its way to uncovering the shocking truth behind its mysterious visions and past.

via

Links fürs Wochenende

Graffiti: Zwischen Knast und Museum

Street Art hat die Institutionen des Kulturbtriebs erobert. Dass sie dort noch nicht ernst genommen wird, zeigt ein Film zur Austellung im Museum of Contemporary Art

Analyzing the 2012 Oscar Acceptance Speeches

Die von Overthinking schon wieder: Eine quantitative und qualitative Auslese der Reden der diesjährigen Oscar-Nacht.

An autistic savant spent 20 years designing an entire city on paper

The French city of Urville exists in two places: in the mind of Gilles Trehin and in the elaborate drawings Trehin created. But what’s incredible isn’t just the detailed designs he created for the city’s architecture and layout, but the entirely plausible history for his fictional city.

Lou Reed: In Bausch und Drogen

Keine Ahnung, ob ich ihm Lulu schon verziehen habe… aber wenn eine der größten Rockhelden des 20. Jahrhunderts siebzig wird, dann gehört dies auch gewürdigt.

Eine Philosophie des Erotischen

Erotik ist die Kunst das Begehren zu steigern und zu zügeln, mit ihm zu spielen, die Begierde wach zu halten und hin zu halten und den Wahn damit so lang wie möglich auszukosten und auszuhalten.

Letztes Jahr auf Seite360:

Auch 2011 finden die alljährlichen Oscarverleihungen statt. Rinko widmet sich dazu noch einmal dem herausragenden Soundtrack von The Social Network, Florian schenkt seine Aufmerksamkeit den Verlierern des vorausgegangenen Kinojahres und wirft einen Blick auf die Goldene Himbeere 2011. Und früher war ja ohnehin alles besser und folgerichtig veröffentlichen wir einen ersten kleinen Überblick unserer umfangreichen, cineastischen 90er Jahre Retrospektive. Mit einen wenig 90er Jahre Wehmut rezensiert Rinko dann auch den aktuellen Gallagher-Bastard Beady Eye “Different Gear, Still Speeding”.

Animated Shorts: asdfmovies 1-4

Was Animated Shorts betrifft führte Anfang des Jahres 2012 kein Weg an den asdfmovies vorbei… zumindest lassen die Besucherzahlen dieser randomized Youtube Clips darauf schließen: Über 27 Millionen Besucher allein bei Teil 1, weitere gute 20 Millionen im Schnitt jeweils bei den anderen drei Teilen. Kein Wunder: Im Bezug auf schwarzen Humor, Arrangement und Schnitt macht TomSka so schnell keiner was vor. Gerade der erste asdf-movie ist zwar ziemlich eindeutig vom großartigen Rejected inspiriert, in den weiteren Teilen der Franchise entwickeln die asdfs aber eine ganz eigene Bildsprache und (anti-)narrative Struktur. Und wehe jemand schreit jetzt “aaalt!”. So lange es auch nur ein paar Leute zu sehen bekommen, die es vorher noch nicht kannten, hat es sich bereits gelohnt.

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Animated Short: The Shrine / An Argument

Man muss die Fleet Foxes nicht unbedingt mögen, um festzustellen, dass diese mysthischen Animationen von Sean Pecknold ganz hervorragend zu ihrer Musik passen. Zwischen Höhlenmalerei, symbolischem Natur-Epos und metaphysisch überhöhtem Eskapismus bewegt sich die Geschichte von The Shrine / An Argument entlang am Nichts und begeistert dabei dennoch die gesamte Laufzeit.

and if i just stay awhile here staring at the sea
and the waves break ever closer, ever near to me
i will lay down in the sand and let the ocean lead
carry me to Innisfree like pollen on the breeze

Music: Fleet Foxes
Album: Helplessness Blues
Director: Sean Pecknold
Animators: Sean Pecknold & Britta Johnson
Character Illustrations: Stacey Rozich
Art Assistant: Natalie Jenkins
Producer: Aaron Ball
Multiplane: Greg Pecknold
Post/Edit : Sean Pecknold
Particle FX: Britta Johnson
AE Assist: Austin Wilson
Sound FX: Shervin Shaeri
Story: Sean Pecknold
Labels: Bella Union & Sub Pop
Made in Portland, Oregon
Made with Dragonframe

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Animated Short: Birdboy

Neben den ganzen eskapistischen, ästhetizistischen, lustigen und epischen Shorts hat sich in meinem RSS-Reader noch jenes kleines Meisterwerk eingefunden, das ich hiermit mal kurzerhand zu meinem favorisierten Kurzfilm der letzten Monate erkläre. Birdboy ist eine ziemlich verstörende, düstere und hochintelligente Parabel, in deren surrealistischen Welt verschiedenste Topoi in eine (alp)traumhafte Geschichte verpackt werden: Gesellschaftliche Missstände, universelle Träume, Traumatisierungen, Kindheitsängste, Kindheitsverlust und zumindest ein klein wenig Hoffnung kreisen in dieser dystopischen, symbolistischen Geschichte um die kleine Maus Dinki, die im Außenseiter Birboy einen stummen Verbündeten findet. Unbedingt ansehen, wird nicht so schnell vergessen!

A short film directed by Pedro Rivero and Alberto Vázquez
based upon the graphic novel PSICONAUTAS by Alberto Vázquez

Written & Direction : Pedro Rivero, Alberto Vázquez alberto-vazquez.blogspot.com/
Character design: Sebas Fábrega
Story/animatic: Santi Riscos (santicomic.blogspot.com)
Visual development Artist: Khris Cembe (khriscembe.blogspot.com)
Animation: Postoma Studio (Santi, Sebas, Khris) postoma-studio.blogspot.com
Postproduction: Santi Justribó
Editing: Iván Miñambres (UNIKO) uniko.com.es/
Music: Suso Sáiz
Sound: Cinemar

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Animated Short: ROSA

Jesus Orellanas ROSA ist ein düsterer Emo, Gothic, Science Fiction, Horror, Fantasy Flick, der in einer postapokalyptischen, futuristischen Welt angesiedelt ist. Für meinen Geschmack geht der Film zwar definitiv zu sehr in die Richtung Videospiel-Ästhetik, die Story ist zu dünn und der zentrale Kampf dauert viel zu lange… visuell beeindruckend ist das allerdings nichtsdestotrotz.

ROSA is an epic sci-fi short film that takes place in a post-apocalyptic world where all natural life has disappeared. From the destruction awakes Rosa, a cyborg deployed from the Kernel project, mankind’s last attempt to restore the earth’s ecosystem. Rosa will soon learn that she is not the only entity that has awakened and must fight for her survival.

The short-film was created entirely by young comic-artist Jesús Orellana with no budget during a single year. Since it’s world premiere at the Seattle International Film Festival, ROSA has been an official selection at film festivals around the world such as Screamfest, Toronto After Dark, Anima Mundi or Los Angeles Shorts Film Festival. In October ROSA was screened at the opening night of the Sitges International Film Festival, considered the world’s best festival specialized in genre films. Following the succesful festival run, the short film has attracted the attention of the major talent-agencies and Hollywood producers. Currently ROSA is in development to be a live-action motion picture.

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Musikvideo der Woche: Johnny Neon – Hearts

Ich glaube so ziemlich alle im meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind ausgesprochene Katzenliebhaber. Ich persönlich kann diesen Kult um die langweiligen Dekodinger, die apathisch vor sich rumdösen und ab zu wegen ihrem Essen rumzicken, nicht so wirklich bis gar nicht verstehen. Aber für mich hat die Natur ja auch den besten Freund des Menschen erschaffen und das herzige Video von Johnny Neon könnte ich mir echt den ganzen Tag im Dauer-Loop anschauen.

Johnny Neon – Hearts (2012)

Regie: Dave Meinert

Album: Johnny Neon

Animated Short: Consurgo

Gestern bin ich mit dem RSS-Säubern noch nicht vollständig fertig geworden… also auf zu Runde 2: Consurgo von den Colorbleed Studios ist ein ebenso düsterer wie romantischer, blutiger und gehässiger Steampunk-Short, in dem ein kleines Mädchen zuerst mit dem Tod ihres Vaters und anschließend mit einer riesigen mechanischen Bestie konfrontiert wird… Schicke, burtoneske Optik, eine interessante Geschichte und ordentlicher Steampunk-Bodyhorror… ein guter Start in den Tag!

In this steampunk styled short film, created in our second year of school, a girl loses the ball she’s playing with and it ends up on the street. Her father tries to get it back for her, but then something brutal happens. The girl, full of tears, doesn’t know what to think when a monstrous creature appears and seems to be after her and her father.

Consurgo is latin for ‘to arise’ and blends perfectly with the story. This sad story picks up halfway to something incredibly fantastic.

Animation:
- Tom Hankins : colorbleed.nl
- René Hoekstra : rene3d.com
- Gijs van kooten : gijs3d.com

via

Animated Short: Divers

Okay… das geht eher in die Richtung Short Animation denn Animated Short: Divers von Paris Mavroidis ist eine wunderbar leichtfüßige, eskapistische Animation, die Springerinnen/Taucherinnen im freien Fall – und Tanz – zur Erde zeigt.

“Divers” is an experimental animation that was inspired by Busby Berkeley, mass gymnastics and experimental cinema from the 20s and 30s. I created it while pursuing my MFA in Digital Arts at Pratt Institute. As part of the project, I also developed a choreography-based animation toolset which I subsequently used during the animation process.

Short Animation by Paris Mavroidis
Music by Kaki King

via The Fox is Black

Animated Short: The History of Thomas Edison

Großartiger, ziemlich schneller Motion Design Ritt von Jeremiah Warren durch die Geschichte des berühmten Thomas Edison (1847 – 1931), der weitaus mehr gemacht hat als “nur” die Kohlenfadenlampe zu erfinden… Infotainment at its best!

via Astrodicticum simplex

Animated Short der Woche: Plato

Irgendwie schon ein bisschen schade, dass unsere cineastischen Weekly-Rubriken derzeit so unschön brach liegen… daher gibt es heute das volle Short-Programm… Naja, nicht zuletzt auch deswegen, weil ich meinen RSS-Reader ein wenig säubern will und bei den labeled News noch ne Menge Shorts rumzuliegen habe. Los gehts mit dem mehrfach ausgezeichneten Plato von Léonard Cohen (der nichts mit dem Suzanne-Sänger zu schaffen hat): Ein postmoderner, wunderbar selbstreferenzieller Zeichentrick-Trip zwischen zwei und drei Dimensionen:

Falling up, tumbling sideways, profound flatness and zigzagging lines. Hey, man! Where’s your cube? Welcome to Plato, somewhere between anamorphosis of reality and severity of imagination.

Techniques utilisées : Animation traditionnelle papier et volume
Logiciels : Final Cut, After Effect
Réalisation, scénario, graphisme et montage : Léonard Cohen
Musique : Romain Blanc-Tailleur, Pierre Bertaud du Chazaud, Mikaël Charry
Bruitages, Mixage : Quentin Romanet
Production : EnsAD/La Ménagerie/XBO films

via Seitvertreib