Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen (Musikvideo-Kurzfilm)

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Ich mag Kettcar nicht sonderlich und Marcus Wiebusch geht mir in seinem selbstzufriedenen Pathosgejammer genau wie Thees Uhlmann mächtig auf den Wecker, aber das neunminütige Video zu seinem Song “Der Tag wird kommen” spricht mit Homosexualität im Fußball ein Thema an, was einfach immer noch aktuell bleiben sollte, bis die unsäglichen “Man schämt sich ja schon normal zu sein” oder “Müssen Homos einen immer mit ihrer Sexualität nerven”-Stimmen endlich in ihre vermufften Kneipenecken zurück kehren.

Man kann nur hoffen, dass die starke Message des Videos auch außerhalb von Kulturblogs seinen Weg in den Mainstream findet und etwas bewegt. Es hat gerade erst angefangen und der Tag wird hoffentlich kommen.

Kurzfilm der Woche: Epilogue

epilogue

Der Held hat den Schurken niedergestreckt, das Mädchen gerettet und den Schatz gefunden, nach dem er sein Leben lang gesucht hat… Und dann? Epilogue erzählt die Geschichte nach dem Abspann, die zehn Minuten, die wir in Hollywood nicht zu sehen bekommen, das was geschieht, wenn der Held seine Bestimmung und sein Ziel verloren hat. Dabei geht diese feiste Genre-Dekonstruktion von Dylan Allen nicht den Weg der grellen Satire, sondern bleibt angenehm bodenständig, subtil und vor allem emphatisch; irgendwo zwischen Drama, Komödie, Gender-Twist und Abhandlung über die Sinnlosigkeit des Lebens.

At the end of his greatest adventure, Skillman has vanquished his nemesis, recovered the priceless artifact, and saved his latest lover from certain doom. But as he struggles to figure out what comes next, his lady begins to realize her confident, capable man hasn’t the first clue what to do once the guns are down.

Epilogue on Vimeo via 11k2

Disclosure – Grab Her (Musikvideo)

Lasst uns noch die letzten Stunden vor dem Arbeitsbeginn genießen, denn morgen erwartet uns wieder so ein Ekel wie in dem neuen Video von Disclosure. Die habe ich ja bereits hier abgefeiert und finde den Sound immer noch fresh.

Kurzfilm der Woche: Reflections

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Schöner kleiner und vor allem gehässiger Mystery-Thriller, dessen finale Pointe vielleicht etwas zu leicht antizipierbar ist, der aber trotzdem mit düsterer Spannung, hervorragender Schauspielkunst, cleverer Inszenierung und einem sympathischen Augenzwinkern zu unterhalten weiß. Der Film gehört zu den Gewinnern der Imagination Series von Bombay Sapphire.

The award winning short film series returns with Academy Award® Winning Writer Geoffrey Fletcher’s new script. One of Five Films based on the same outline script, Reflections tells a fantastical tale of a beautiful couple in beautiful surroundings – it should have been the start of the ultimate love story. But a romantic meal turns dark when they discover a hidden mirror which shows their true reflection.

Reflections via Detailverliebt

Poetisches für den Sonntag: Klassische französische Filmplakate

01-La-Grande-Illusion-R.A.C.--R-1946

Design, das den Augen und dem cineastischen Geist eines jeden Filmfreundes schmeichelt. Drüben bei 50 Watts gibt es noch weitaus mehr davon zu sehen. Und an der Stelle kann gerne noch einmal betont werden: Was die Franzosen nach dem Krieg filmtechnisch angestellt haben (Stichwort: Nouvelle Vague, Truffaut, Godard, Malle u.a.), war nicht nur damals ein Fest für jeden Kinofreund. Konsequent, dass sich diese Liebe zum Medium selbst in der grafischen Präsentation der Werke – auch ausländischer Herkunft – widerspiegelt.

07-Earth-Versus-the-Flying-Saucers-Columbia--1956-Kerfyser

12-Wages-of-Fear-1953-Rene-Ferracci

26-FOLON-Stalker-Mosfilm--1981

via 50 Watts

Animated Short der Woche: Chaplin SP

Sehr schöner, – im besten Sinne des Wortes – putziger Kurzfilm von Matias Vellutini, der mittels klassischer Schablonen Street Art und Stop-Motion-Technik Charlie Chaplin sein Tribut zollt. Urban Art als Vorlage für nen Animationsfilm… Tolle Idee, die ich gerne öfter sehen würde.

vimeodirekt via update or die

Kurzfilm der Woche: SLR

Neues Design… und der Versuch mal wieder alte Rubriken neu zu beleben: SLR ist ein spannendes, emotional sehr intensives Thrillerdrama um einen Voyeur, der damit konfrontiert wird, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Familie plötzlich zum Opfer und Anschauungsobjekt wird. Das Sujet wäre natürlich eine grandiose Vorlage für allerlei Klischees und Läuterungs-Kitsch. Diese umschifft Regisseur Stephen Fingleton allerdings äußerst gekonnt und inszeniert so einen mitreißenden Hybriden aus Thriller, Drama und psychologischem Porträt.

SLR via Short of the Week

Poetisches für den Sonntag: Cyclique

Cyclique is a light and sound installation composed of a matrix of 256 balloons inflated with helium and equipped with LED lights. The floating 700 square-meter structure changes its shape as the wind flows through the balloons, immersing viewers in an artificial synaesthetic landscape where the soundtrack becomes the orchestra conductor.

Director – set design – concept : Maxime Houot
Set design – sound and lighting design : Nohista
Production : Collectif Coin
Coproduction : CCSTI Grenoble-La Casemate

( shot @ Amiens / Nuit Blanche 2013)

via

Links fürs Wochenende

Was soll das Huffpo?

Die Huffington Post startet ihren deutschen Ableger und bekommt erst einmal ordentlich ihr Fett weg. Sowohl von klassischen Medien als auch Bloggern als auch Satirikern. Niggemeyer sieht in der Huffpo ein Angebot, das man auch ablehnen kann und sammelt schon mal den ersten Quatsch in einem Tumblr, die Taz sieht in der Post vor allem hässliche Konkurrenz zu Bild und Gala und in Bloggerkreisen hat sich ja schon vor einiger Zeit Kritik an der Zahlungsmoral der neuen Internet-Illustrierten geregt. Und womit? Mit Recht. Trotzdem sei noch auf zumindest einen prominenten Fürsprecher aus der Blogosphäre verwiesen: Sascha Pallenberg hält das Konzept der Huffpo nicht nur für wichtig für die deutsche Medienlandschaft sondern hat dort auch gleich seine eigene Kolumne gestartet.

Die Eliminierung des Zufalls

Interessantes Gespräch über – den gerade fast überall gehypten – Gravity, der mich zwar mitgerissen hat, den ich aber dann doch bei weitem nicht so gut fand wie Rinko, mit dem ich im Kino war.

GTA V: Ein Turm im Sandkasten

Spannender Artikel von VGT über das Phänomen, den Hype und ganz banal, das Spiel, Grand Theft Auto V. Ergänzend dazu Jörg Luibls Kommentar: Grand Theft Zirkus, aus der Perspektive eines Spieleveteranen, der von GTA nicht so begeistert ist wie 90% der anderen Journalisten.

Sonneborn rettet die Welt!

Yeah! GEZ-Gebühren sind doch manchmal für was Sehenswertes gut; z.B. 30 Minuten Sonneborn folgen, wie er mit Politikern, Bankern und Utopisten über die Rettung der Welt spricht. Danke ZDF!

Breaking the utterly bad: Die bevorstehende TV-Revolution

Richard Gutjahr macht sich Gedanken über die Zukunft des Fernsehens: “Die Fernsehindustrie steht vor einem gewaltigen Umbruch. Wir befinden uns am Anfang einer Veränderung von Sehgewohnheiten, wie sie die Branche noch nicht erlebt hat. Apple, Amazon, Google und Netflix weisen den Weg.”

“Ich bin mein eigener Chefredakteur”

Interview mit Tilo Jung von der wirklich mal unterhaltsamen Polit-Talksendung “Jung und naiv”

Ikea or Death Metal?

Musikvideo der Woche: LCD Soundsystem – Someone Great

Aus.Ende.Vorbei. Pete Murphy hat ja bereits vor einiger Zeit die Stöpsel bei seinem Electro-Projekt LCD Soundsystem gezogen und ist abgetaucht. Die Musikvideos haben sogar durch unsere GEMA-Wand geschafft und somit ist die Rente für den mittlerweile ergrauten Produzenten ja dann doch gesichert.

LCD Soundsystem – Someone Great (2007)


Regie: Doug Aitken
Album: Sound Of Silver

Musikvideo der Woche: Frankie Goes To Hollywood – Relax

30 Jahre hat dieser Song auf dem Buckel und irgendwie hat sich relativ wenig getan. Die Bundeskanzlerin tut sich ja bekanntlich schwer mit dem Adoptionsrecht für Homosexuelle und Russland Präsident Putin bekommt bestimmt schon Stresspickel, wenn in seiner Nähe jemand eine Banane isst. Der Song hat also von seiner Aktualität nichts verloren und das Video, so traurig wie das eigentlich ist, würde wohl auch heute wieder für Aufruhr sorgen. Das Musikvideo produzierte Candyman-Filmregisseur Bernard Rose.

Frankie Goes To Hollywood – Relax (1983)

Regie:Bernhard Rose
Album:Welcome to the Pleasuredome

Links fürs Wochenende

Warum Wählen keinen Gewinn bringt – und warum die Demokratie trotzdem funktioniert

Gedanken von Thomas Grüter über die Irrationalität der Demokratie… Ich persönlich habe da mittlerweile, Dank heftiger Diskussionen der letzten Wochen, ein relativ dickes Fell entwickelt, wenn es darum geht zu verteidigen, warum es aus individueller Perspektive höchst irrational ist, wählen zu gehen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Stimme in irgendeiner Form das Wahlergebnis beeinflusst, praktisch gegen 0 tendiert. Wahrscheinlich hat jedes alberne Facebook-Posting, jede kleine politische Äußerung von mir mehr Einfluss auf den Ausgang der Wahl als die Tatsache, dass ich auch dieses Jahr wieder in die Kabine gehen und mein Kreuzchen machen werde. Ein demokratisches Dilemma eben… und wie (fast) immer werde ich auch bei der Bundestagswahl 2013 wieder einmal irrational handeln. Mich gegenüber Nichtwählern erhaben, verantwortungsbewusster oder gar demokratischer zu fühlen, ist dabei allerdings nicht drin.

Der Kampf der Kleinen (Video: 90 Minuten)

ARD-Reportage über die kleinen Splitterparteien, die regelmäßig an der 5%-Hürde scheitern und trotzdem um jedes kleine bisschen Aufmerksamkeit kämpfen.

Mathematiker beweisen die Existenz Gottes? Nicht wirklich…

Florian Freistetter über den ontologischen Gottesbeweis von Kurt Gödel und über die grundsätzliche Problematik der Prämissen, wenn man Gott mit Werkzeugen der Logik auf die Schliche kommen will. Passend dazu auch der Artikel Gottesbeweis per Mathematik und Computer? von Jürgen Schönstein.

…und der Tempel des Todes

Alle tun es, keiner spricht darüber – aber hiermit hat das Schweigen ein Ende. Vier Betroffene berichten von ihrer persönlichen Beziehung zu einem Spiel, das durch die ‘Daily Challenge’ einen sozialen Aspekt dazugewonnen hat. Wir finden: Spelunky ist jetzt schon ein Klassiker des Gamedesigns.

Vier Blickwinkel auf ein Spiel, vier Texte, vier Spelunky-Opfer … und der Tempel des Todes.

Und wer davon nicht überzeugt ist, der kann es einfach selbst antesten: Das Original-Spelunky zum kostenlosen Download, oder die kostenpflichtige Steam- und XBox-Variante.

Sorry Mario Bros (Freeware-Game)

Wo wir schon bei herausfordernden Plattformern sind: In Sorry Mario Bros wird das sattsam bekannte Damsel-in-Distress Konzept der Mario-Serie auf den Kopf gestellt, indem der Spieler die Steuerung von Princess Peach übernimmt und hier dabei hilft, sich mit eigener Kraft aus Bowsers Schloss zu befreien.

Djändan (Gendern, das)

Gegenderte, also vermeintlich dem Geschlecht des vermuteten Kunden angepaßte Produkte, (via) finde ich persönlich ja ganz wunderbar. Jaja, wirklich!

Listen to Wikipedia

Data-Vertonung der Internet-Enzyklopädie, bei der Bearbeitungen, Neukreationen und Löschungen von Artikeln in nahezu meditative Töne übersetzt werden. Hier noch mal für  näher Interessierte die Story zum Projekt bei Verge: Fall asleep to the sound of Wikipedia (via)

Download Free Music from 150+ Classical Composers

Klassischer Sound fürs Wochenende…

Mad Magazine #1

…und klassischer Lesestoff fürs Wochenende. Die Erstausgabe des Mad Magazine gibt es derzeit als Kindle-Edition im ebook-Format bei Amazon für lau. (via) Edit: Leider nur bei Amazon.com. Keine Ahnung, ob man da trotzdem auch aus Deutschland rankommt. Alternativ gibt es das Teil ebenfalls kostenlos bei Comixology