Berlin Festival 2011 – Mixtape (Free Mp3)

Ab heute findet in der Hauptstadt das zweitägige Berlin Festival statt und Freeload spendiert uns ein Mixtape.

Hier die Tracklist, dort der Download:

1. Aloe Blacc: “I Need A Dollar” (Cee-Roo Remix)
2. Bag Raiders: Way Back Home (Universe Remix)
3. Clap Your Hands Say Yeah: Same Mistake
4. Austra: Lose It
5. James Blake: Limit To Your Love
6. Mogwai: San Pedro
7. Yelle: Safari Disco Club
8. Rainbow Arabia: Remix-Album
9. Retro Stefson: Mama Angola
10. The Drums: Me and the Moon (Twin Shadow Remix With No FX)
11. The Rapture: How Deep Is Your Love
12. Santigold feat. Karen O (Yeah Yeah Yeahs): Go
13. Diplo feat. Skrillex: Amplifire Kristian Edit
14. Hercules And Love Affair: Painted Eyes (Edit)

Hörenswertes August/September 2011 II: Primus, Thees Uhlmann, Sungrazer, Beirut

Jepp… das Sommerloch. Viel Musik gehört, aber wenig Muße zum Schreiben gefunden. Das wird jetzt nachgereicht. Rinko hat ja schon ordentlich mit Sommer-Indie-Rock, Postrock und beginnender Herbstdepression losgelegt. Hier soll ebenfalls noch einmal  nach den Klängen des endenden Augusts und beginnenden Septembers gesucht werden. Auf dem Dienstplan steht verschrobener Avantgarde Funkrock der klassischen Art von Primus, die Naivität der neuen Hamburger Schule im frischen Gewand von Tomtes Thees Uhlmann, der sich auf Solo-Abwegen befindet, melancholisch stimmungsvoller Folk von Beirut und hitzigkalter progressiver Stoner Rock von Sungrazer…. Alle auf der Suche nach der verlorenen Jahreszeit.

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Browsergame: Is it Time?

Die Frage ob Spiel, Antispiel oder Kunst… im besten Fall muss sie nicht beantwortet werden, wenn das entsprechende Game Gänsehaut erzeugen und zum Nachdenken anregen kann. So auch das Browserspiel Is it Time?, das das monotone, beschwerliche Leben im hohen Alter thematisiert: Hunger, Einsamkeit, körperlicher Verfall, geistige Umnachtung und die omnipräsente Frage nach dem Sinn des Weiterlebens, gandenlos vom Spiel an den Spieler gerichtet. Is it Time? ist ein tristes, dunkles und belastendes Spiel, in dem es scheinbar letzten Endes  nur ums Weiterspielen geht – sofern man das denn noch “spielen” nennen kann – und das dadurch auf geniale Weise Welt- und Selbstreferenzialität unter einen Hut bringt.

When is life not worth living? A game about the struggles of old age and loss of loved ones. Based on a true story. Created by Jaime Fraina.

via Gee

Hörenswertes August/September 2011:Hard-Fi, The Rapture, The Drums, Lanterns On The Lake

Hochsommer ist ja traditionell nicht die tollste Zeit für großartige Alben. Die Plattenindustrie hebt ihr größten Schätze meist für die eklig kalten Herbstmonate auf, in denen wir lieber in unser Wohnung Musik hören als draußen zu grillen oder schnellstmöglich in den Park zu flüchten. So richtig ergiebig ist unsere Auswahl für August auch nicht gewesen, so dass wir an diese einfach schon gleich – und etwas verspätet  ein paar Alben für September mit dran hängen. Während The Drums noch in Gedanken an den Sommer sind und diesen mit Melancholie verabschieden, sind Laterns On The Lake schon in einer heftigen Herbst-Depression angelangt. Wem das noch viel zu früh ist kann bei Hard-Fi abzappeln oder mit The Rapture noch die letzte Welle surfen gehen.

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Trailerprogramm für den Dienstag: Melancholia, Don’t be afraid of the Dark, Wilde Salome, The Skin I Live in, Captain Planet

Melancholia [Lars von Trier]

Auf Melancholia von Lars von Trier freue ich mich schon länger… viel zu lange, wie mir mittlerweile scheint. Warum dauert das so verflucht lange, bis dieser merkwürdig scheinende Hybrid aus Familiendrama und surrealem Weltuntergangsszenario endlich in den hiesigen Kinos läuft? Am 10. Oktober soll es endlich so weit sein, und bis dahin können wir uns immer noch mit dem aktuellen Trailer vorwärmen. Der erzählt zwar im Vergleich zu den vorangegangenen nichts Neues, ist aber wunderbar anzuschauen und verspricht die richtige Mischung aus narrativer Bild-, Symbol- und Sprachverliebtheit, die ich an dem einstigen Dogma95-Wunderkind so schätze.

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Inception Trailer – 50’s Version

Groß! Inklusive 4:3 Format, Unschärfen, bedrohlicher Off-Stimme, dramatischer Musik und Hitchcock-Eyes. Kaum zu glauben wie perfekt die Settings und Requisiten von Nolans Inception in diese Zeit passen.

via Retronaut

Cinemetrics – Measuring and Visualizing Movie Data

Spannendes Projekt von Frederic Brodbeck. Cinemetrics ist der Titel seiner Bachelor-Arbeit an der Royal Academy of Arts in Den Haag. Aus einem Film wird in mehreren Schritten ein dynamischer in sich beweglicher Ring erzeugt. Am Anfang steht die Skizzierung des Films als offener Ring. Dieser wird anschließend in Segmente unterteilt, die jeweils die Länge von zehn Kameraeinstellungen repräsentieren. Nach der Colorierung sowohl des gesamten Rings als auch der einzelnen Segmente werden diese in Bewegung versetzt, um die Bewegungen innerhalb des Films an der jeweiligen Stelle zu veranschaulichen… Bevor ich mich hier verheddere: Das Video unten zeigt das ganze Prozedere in plastischer Form, inklusive interessanter Ergebnisse. Erstaunlich: Tarkowskis Solaris (1972) scheint bewegungsintensiver als die Variante von Steven Soderbergh, Stanley Kubricks The Shining (1980) hält sich ziemlich ruhig, bevor er im letzten Drittel ziemlich abdreht und die Simpsons liefern auch einen ziemlichen Animations-Heckmeck ab.

cinemetrics is about measuring and visualizing movie data, in order to reveal the characteristics of films and to create a visual “fingerprint” for them. Information such as the editing structure, color, speech or motion are extracted, analyzed and transformed into graphic representations so that movies can be seen as a whole and easily interpreted or compared side by side.

(…)

Not only cinema enthusiasts and people doing film studies might benefit, but also for regular people an alternative way of looking at movies could provide an interesting new way of choosing movies based on formal criteria.
For instance: “I don’t want to see the dark one with lots of motion, that colorful one with the great amount of spoken words looks much more interesting to me.”

cinemetrics is an experiment to find out if the data that is inherent in the movie can be used to make something visible that otherwise would remain unnoticed.

Cinemetrics via misterhonk

Queen – Live At Wembley Stadium (Stream)

Heute wäre Freddie Mercury 65 geworden und Queen nutzen dieses Tag ausnahmsweise mal nicht für kommerzielle Ausbeutung, sondern stellen das komplette Wembley Konzert von 1986 auf Youtube. Ich selber bin eigentlich kein sehr großer Fan von diesem Pomp-Pop, aber Mercury war sicherlich einer der charismatischsten Sänger aller Zeiten und konnte sehr vielen mauen Queen-Songs, die sie gerade in den 80er am Fließband produzierten , das spezielle Etwas und die besondere Eigenständigkeit geben.

 

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Zehn Jahre John Cages ORGAN²/ASLSP (as slow as possible) in Halberstadt

Vor genau 10 Jahren – am 5.September 2001 – wurde in Halberstadt der erste Ton des langsamsten und am längsten andauernden Musikstück der Welt angespielt. ORGAN²/ASLSP ist der Name des Stücks von John Cage, das dieser 1985 für das Piano schrieb und 1987 für die Orgal uminterpretierte. Ende der 90er entstand bei einem Orgelsymposium die Idee, den Titel so wörtlich wie möglich aufzufassen und mit der Sankt-Burchardi-Kirche in Halberstadt war dann auch schnell ein Veranstaltungsort gefunden, an dem seit 2001 stetig schleichend, monoton und erhaben die Klänge von ASLSP zu hören sind.  Tatsächlich bestand der erste angespielte Ton der auf 639 Jahre angelegten achtseitigen Partitur aus reiner Stille. Der erste Impuls  war eine Pause, die ganze 1 1/2 Jahre andauerte, bevor sie von einem gis‘, h‘, gis“ Akkord abgelöst wurde…. Dieser Klang dauerte dann auch wiederum gut 16 Monate an…

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Burning Man 2011

Gestern war dann auch noch der letzte Tag des Burning Man Festivals 2011, an dem ganz traditionell die über zehn Meter große, namensgebende Statue des Kunst-, Kultur- und Gemeinschaftsvents verbrannt wurde. 25jähriges feiert der Brennende Mann in Nevada heuer übrigens; und Fotos gibt es von dem bunten, lauten und vor allem hitzigen Festival natürlich auch. Das Untere stammt vom Flickr von Michael Holden, in dem sich noch weitere Aufnahmen von 2011 und den Festivals zuvor befinden.

…[existential] changes of condition do not occur without disturbing the life of society and the individual, and it is the function of rites of passage to reduce their harmful effects. That such are regarded as real and important is demonstrated by the occurrence of rites, in important ceremonies among widely differing peoples, enacting death in one condition and resurrection in another.

— Arnold Van Gennep, The Rites of Passage

via Laughing Squid

Computerspielklassiker Doom und Doom 2 nicht mehr auf dem BPjM-Index

Die First-Person-Shooter Klassiker Doom (1993) und Doom 2 (1994) wurden vor kurzem von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ((früher BPjS) vom Index genommen und kurz darauf von der USK für “ab 16 Jahren” freigegeben. Damit endet ein nunmehr 15 Jahre andauernder Zeitraum, in welchem der Pionier des Egoshooter-Genres auf der Liste der jugendgefährdenden Medien stand und in der Öffentlichkeit weder beworben noch verkauft werden durfte. Auch wenn Felix Falk von der USK betont, dass diese Entscheidung deutlich mache,  “wie sehr sich die gesellschaftliche Akzeptanz und das öffentliche Verständnis von Computerspielen seit der Veröffentlichung von Doom 1993 gewandelt” habe, hinterlässt die Geschichte doch einen fahlen Nachgeschmack, zeigt sie nur allzu gut, wie sehr die BPjM-Richtlinien (eine Streichung von der Liste kann erst zehn Jahre nach der Indexierung beantragt werden) den kulturellen Entwicklungen hinterhinken.

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Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts IV

Auf ein Weiteres… Im vierten Teil unserer Dramen-Retrospektive genießen wir noch einmal emotionale Feste der großen Traumfabrik. Mit Was vom Tage übrig blieb und Der englische Patient fallen die besten Eigenschaften Hollywoods und des britischen Erzählkinos zusammen. Mit Quiz Show und Apollo 13 breitet das amerikanische Kino seine Flügel aus und findet doch zum Menschen zurück. Dazwischen haben sich die europäischen Arthaus-Filme eingeschlichen: Dänemark, Island, Frankreich und Spanien liefern große Geschichten, die mal subtil und leise, mal in atemberaubender Länge, mal in drückender Schwere dem Publikum präsentiert werden. Neben den dunklen Seiten des Menschlichen in Amantes, Engel des Universums und Breaking the Waves darf in Die schöne Querulantin auch einfach nur das Leben, die Kunst, der Künstler und die Schönheit des Menschen gefeiert werden. Und am Ende werden alle ein wenig glücklicher sein… oder zumindest ahnen, was Glück bedeuten kann.

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Kreuzfahrt mit Weezer & Freunden

Nää, die letzten Alben von Weezer sind nicht so prall und ab Pinkerton habe ich eh stetig das Interesse verloren. Sollte es doch um perfektes Marketing gehen, spielt die Band mittlerweile in einer eigenen Liga, wie nun der neueste Clou beweißt: Vom 19.1.-23.1.2012 hat man die Möglichkeit mit Weezer auf eine Fähre zu steigen und sich die nächsten Tage von dem Hauptact oder Special Guests wie Sebadoh(!!!), Gene Ween(!!!) and Dave Dreiwitz, Wavves(!!!), The Antlers(!!!), Yuck(!!!!), Free Energy, Boom Bip, J Mascis (solo acoustic)(!!!), Lou Barlow(!!!), Keepaway, Ozma, The Nervous Wreckords, The Knocks, Sleeper Agent and Yacht Rock Revue beschallen zu lassen. Wer Fan von mindestens einer dieser genialen Bands und nicht wie ich mit Seekrankheit und Flugangst geplagt ist, sollte eigentlich keine Sekunde überlegen und für 599$-799$ das Ticket/die Tickets buchen.

Alle Details zu der Kreuzfahrt erfahrt ihr auf der Weezer Homepage.

Fritz the Cat auf Arte+7

Freunde der anarchischen Trickfilmkunst aufgepasst: Auf Arte+7 gibt es derzeit Ralf Bakshis Verfilmung von Robert Crumbs Kult-Comics Fritz the Cat (1972) im kostenlosen Stream. Fritz the Cat ist so was wie der Prototyp der schwarzhumorigen, bitterbösen und tabubrechenden Trickfilmunterhaltung für Erwachsene: Sex, Drogen, politische Subversion, ein wenig Gewalt… ist alles drin. Regisseur Ralf Bakshi – unter anderem auch verantwortlich für die Trickfilmversion von Herr der Ringe (1977) – hat Crumbs Comic in ziemlich düstere, abgefuckte und dennoch unterhaltsame Bilder getaucht. Crumb selbst übrigens war damals mit der filmischen Adaption seines Comics überhaupt nicht einverstanden und ließ in Folge dieser Unzufriedenheit den Kater Fritz sogar sterben… kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen. Der Film ist echt ein großes Vergnügen, gerade wenn ihr auf “erwachsene” Zeichentrickserien unserer Zeit wie South Park steht und mal deren Wurzeln kennenlernen wollt.

Kater Fritz, Prototyp des weißen amerikanischen Jungintellektuellen, ist in New York auf dem Weg zur “Selbstfindung”. Auf der Suche nach einer sexuellen Befriedigung, schleppt er im Park mit seinen Freunden vier junge Mädchen ab. Während er diese einen nach der anderen im Bad auszieht, sind seine Freunde voller Aufregung.

Als die Polizei vor der Tür auftaucht, schießt Kater Fritz mit einer Waffe der Polizisten ins Klo, das daraufhin zu einer riesigen Fontäne wird. In dieser Situation gelingt es Fritz, zu fliehen und sich in einer Synagoge zu verstecken. Die Polizisten dringen jedoch dort ein und es kommt zu einem großen Durcheinander.

Aber ein weiteres Mal gelingt es Fritz, zu entkommen. Auf dem Weg zu sich selbst beschließt Fritz, all seine Schulbücher zu verbrennen und setzt gleichzeitig auch noch die gesamte Schule in Brand. Bei seinem Wunsch, das Leben so intensiv wie möglich zu genießen, zettelt er einen gewalttätigen Aufruhr gegen die Autoritäten an, ohne wirklich den Grund dafür zu kennen.

Dann schließt sich Fritz für kurze Zeit den “Hells Angels” an, einer gefährlichen Motorradgruppe, die ihn dazu überredet mit ihnen ein Kraftwerk in die Luft zu jagen. Als Fritz merkt, dass die Aggressivität der Gruppe keinen Nutzen bringen wird, ist es schon fast zu spät – er wird bei dem Attentat schwer verletzt und findet sich im Krankenhaus wieder. Doch auch dort sind seine Fantasien und Bedürfnisse stets anwesend.