Trailerprogramm: Outrage, The Mill and the Cross, J. Edgar, The Thing, The Muppets

Outrage [Takeshi Kitano]

Neuer Yakuza-Thriller von Takeshi Kitano. Nachdem dieser im letzten Jahrzehnt doch etwas schwächelte – und nicht mehr im Geringsten etwas ähnlich Mitreißendes wie die 90er Meisterwerke Sonatine und Hana-Bi produzierte – bin ich grundsätzlich skeptisch gegenüber seinen neuen Filmen… auch wenn das hier verdammt gut aussieht. Aber das war unter anderem bei Brother auch schon das Problem. Sah echt vielversprechend und schick aus und war dann doch nur nette, durchschnittliche Thriller-Kost. Abwarten…

weiterlesen

Lou Reed & Metallica – Ein kleines bisschen Schnipsel

Muss man hier jeden Schnipsel veröffentlichen? Eigentlich nicht, aber wenn es Lou Reed mit  Metallica macht, gönnen wir uns halt mal`ne Ausnahme und begnügen uns mit lächerlichen 30 Sekunden aus dem gemeinsamen Album “Lulu”. Das neue (hässliche) Artwork gibt es gleich obendrauf und man darf  gespannt sein.

Und morgen ist dann auch tatsächlich der “Talk Like a Pirate Day” (Kein Scheiß)

Arrr! Über 8% für die Piratenpartei in Berlin. Ich bilde mir einfach mal ein, dass meine Wahlempfehlung mindestens 0,003% davon mitverursacht hat. Und weil’s so schön ist, können wir morgen auch alle den internationalen Talk like a Pirate Day feiern:

Das Ganze wird schon seit 1995 zelebriert, zuerst eher in einem kleinen, privaten Rahmen, mittlerweile – mehr oder weniger – international, seitdem der Kolumnist Dave Barry auf die Aktion aufmerksam wurde und 2002 eine Kolumne, besser gesagt ein Manifest zu der Aktion verfasste. Auf der offziellen Page zu dem Ereignis gibt es dann auch das How To für deutschsprachige Piraten… und angesichts der aktuellen politischen Lage…

via Nerdcore

Bedways – Naturalistisches Independent-Erotikdrama auf Arte+7

Bedways hatte ich hier schon vor einiger Zeit in einem Filmabriss rezensiert. Das deutsche Arthaus-Drama mit unsimulierten Sexszenen ist ein faszinierender, selbstreferenzieller Trip in die Abgründe der Kunst, der Leidenschaft und des Egos. Manchmal etwas zu bemüht diskursanalytisch, aber allemal ein verdammt mitreißender Experimentalfilm, der einen spannenden Blick auf die menschliche Sexualität im Auge der Kamera wirft. Bis zum Donnerstag gibt’s den unabhängigen und mutigen Streifen noch auf Arte+7 zu sehen… und ich empfehle euch, unbedingt von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Aus Jugendschutzgründen leider erst ab 23 Uhr möglich.

In einem leerstehenden Berliner Apartment trifft sich Nina mit Hans und Marie, zwei jungen Schauspielern, um für ein paar Tage die winterlich kalte Außenwelt hinter sich zu lassen und Probeaufnahmen für einen Film zu drehen.

Nina ist eine Suchende, ihr Filmprojekt soll Gefühle sichtbar machen, sie will Liebe in echtem Sex zeigen. Doch es geht auch um die Macht der Regisseurin, die sie mit ihrer Kamera ausübt, und um die Grenzen der Schauspielerei. Je mehr sich im Lauf der Zeit Spiel und Realität vermischen, umso mehr verliert sich Ninas Motivation, einen Film zu drehen. Hans, der Nina von einer lange zurückliegenden, flüchtigen Begegnung kennt, ahnt, dass sie auf der Suche nach etwas anderem ist. Dennoch lassen er und Marie sich auf ein Spiel ein, bei dem jeder glaubt, die Fäden in der Hand zu halten. Doch Ninas Verführungsstrategien knüpfen ein immer enger werdendes Netz um ihre Protagonisten, in dem sie sich schließlich selbst verfängt.

Die 90er Jahre: Die besten Filme für Musikliebhaber

Wie schon bei den 00er-Filmretrospektiven gibt es auch für die 90er noch einen kleinen Nachschlag für Musikliebhaber. Warum dieser im Vergleich zu den letzten beiden so dünn ausfällt… I don’t know. Vielleicht waren die 90er im Gegensatz zu den 00ern einfach nicht das große Jahrzehnt für Musikfilme, vielleicht habe ich diesbezüglich auch einfach noch verdammt viel Nachholbedarf. Falls ihr an dieser Stelle also dieses oder jenes Meisterwerk vermisst, habt keine Scheu davor, diese Lücke in den Kommentaren lauthals kundzutun. Nach dem Klick gibts dann erstmal Nostalgie mit den Beatles, ein eindrucksvolles Neil Young Musikerporträt von Jim Jarmusch, Videoclipästhetik auf Filmlänge, Radiohead auf der Suche nach sich selbst, zwei Slacker in  Wayne’s World, sowie Abgesänge auf den Glam Rock, den Grunge und das 18. Jahrhundert.

weiterlesen

Cocksocker Blues – Unveröffentlichter Tourneefilm der Rolling Stones von 1972

Habe ehrlich gesagt gerade eben zum ersten Mal von Cocksocker Blues (1972) gehört. Reingeschaut habe ich noch nicht, haue den jetzt aber auch einfach mal als Erinnerung an mich selbst hier rein. Fotograf und Regisseur Robert Frank begleitete die Rolling Stones auf ihrer Amerika-Tour 1972 und hielt die Geschehnisse mit der Kamera fest… Und diese Geschehnisse müssen wohl ziemlich heftig gewesen sein. So heftig, dass der Film nicht gezeigt werden darf, sofern Regisseur Robert Frank nicht anwesend ist (Bootlegs wie dieses schwirren natürlich trotzdem überall im Netz und darüber hinaus herum): Mick Jagger beim Koksen, heroinspritzende Groupies, Sex und Hedonismus… werde ich mir auf jeden Fall die Tage antun. Bis dahin hier schon mal das ganze eingebettet.

via KFMW

Thom Yorke – MoneyBack (Mix)

Sehr cooler Mix von Thom Yorke, unter anderem mit Radiohead, Four Tet, Modeselektor und himself. Düster schleppende Electronika, verzahntes Dub-Chaos, Beat-Rauschen und viele schöne weird Alien-Klänge.

via Testspiel

Filmabriss: Dogtooth, Beautiful, Bedingungslos

Nachdem es im letzten Filmabriss das volle Blockbuster-Programm mit Harry Potter, Super 8, und Planet der Affen Prevolution gab, verlassen wir dieses Mal die vorgewärmten Kinosessel und schauen uns im Videotheken-Regal in der Arthaus- und Independent-Film-Abteilung um. Ich weiß gar nicht, ob einer von den drei hier rezensierten Filmen eine Kinoauswertung hatte. Tendenziell wohl eher nicht. Auf jeden Fall liegen sie derzeit (relativ) frisch in der Videothek meines Vertrauens und bilden ein gutes Kontrastprogramm zu lauten, mainstreamigen Blockbuster-Orgien: Dogtooth eine verstörende, surreale Parabel in der Tradition des europäischen Autorenkinos, Beautiful ein düsterer Mysterythriller, der gerne das Blue Velvet des neuen Jahrtausends wäre, und Bedingungslos, in dem Ole Bornedahl (Nightwatch) mit perfider Montagetechnik den Zuschauer in einem alptraumhaften Sog gefangen nimmt. Was können die drei filmischen Ausreißer und lohnt sich für sie der Gang zur Videothek?

weiterlesen

Portal kostenlos auf Steam

Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen… Ich bin jetzt nicht soooo der große Portal-Fan… Ahhh, Buhhh, Öähhh!!!… Jaja, ich weiß. Keine Ahnung, irgendwie törnt mich schon seit längerem alles ab, was irgendwie mit Ego-Perspektive arbeitet. Liegt wahrscheinlich schlicht und ergreifend an meiner Übersättigung mit öden First Person Shootern seit den Spät 90ern. Whatever, Portal (2007) ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Mysteriös, dunkel, verspielt, knifflig und mit genialem Konzept. Gäbe es das Teil in 2D oder 2 1/2D oder wenigstens im Third Person Look, ich würde sofort zuschlagen und mich nochmal auf die Jagd nach dem Kuchen machen.

Für alle, die im Gegensatz zu mir, einen knackigen Rätselspaß trotz Ego-Perspektive zu schätzen wissen, dann doch der kurze Hinweis darauf, dass es Portal derzeit völlig umsonst auf Steam gibt. Get It Here! Mindestens einmal im Leben sollte jeder diesen Klassiker angespielt haben… Das ist die perfekte Gelegenheit.

Portal on Steam via The Gaming Vault

Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts VI

Einen haben wir noch… den Letzten, versprochen. Dieses Mal geht es vor allem tief hinein in die weniger hellen und geradezu dunklen Facetten der amerikanischen Gesellschaft. In Dead Man Walking wird mit den Konsequenzen der Todesstrafe gehardert. In The Hurricane und Die Verurteilten wird das Leben der amerikanischen Gefängnisse und der zu Unrecht Angeklagten mit ergreifendem Pathos dokumentiert. Um ganz konkrete Schuld dagegen geht es in dem bitteren und dunklen Copdrama Bad Lieutenant, ebenso wie im pessimistischen Nazidrama American History X. Und wer glaubt, nur die Amerikaner hätten einen an der Klatsche, darf sich in Lars von Triers Idioten eines Besseren belehren lassen.

weiterlesen

Neues Marilyn Manson Video “No Reason” – Hommage an Jodorowsky

Wunderhässliches neues Musikvideo von einem Meister der Ästhetik des Hässlichen. Manson zollt hier mit Referenzen auf das Werk seines Kumpels Alejandro Jodorowsky (“The Holy Mountain”, “El Topo”)  eben diesen seinen Respekt. Doch das war noch nicht alles: wer führte Regie? Shia LaBouef! Ja der Typ aus Transformers! Das Video hat EXPLICIT CONTENT und ist bei Youtube ohne Konto nicht zu sehen, dafür aber hier bei Dangerous Minds, wo ich es auch fand.

Mixtape 9/11:Dead Leaves,Toro Y Moi, Young Man, The Soft Moon, James Blake, Florence & The Machine, Justice

Mal wieder ein kleines Mixtape mit frischen Sounds und nicht zu überhörender Herbst-Melancholie.

01 Dead Leaves – Harm
Album: Cities On The Sea
VÖ:04.11.2011

So düster wie der Bandname klingt ist das gar nicht, eher tiefe Melancholie in Verwandtschaft zu The National.

02 Toro Y Moi – All I Alone
Album: Freaking Out EP
VÖ:13.09.2011

80er Sounds und flirrende Electro-Partikel von dem Typen mit dem unaussprechlichen Künstler-Namen.



03 Young Man – Nothing

Album: Ideas Of Distance
VÖ:27.09.2011

weiterlesen

dEUS – Keep you close (Stream)

Hoppla… fast verpasst. Das neuste Album von dEUS gibt es komplett im Stream auf Soundcloud. Zum Reinhören und selbst überzeugen, dass die belgischen Indierocker wieder auf dem besten Weg zurück Richtung A Bar under the Sea und The ideal Crash sind. Wunderbar große Töne, nachdem die letzten beiden Alben vielleicht doch etwas zu entspannt indiepoppig waren… Aber hört am besten selbst.

Keep You Close is the 6th studio album by dEUS from Antwerp, Belgium.
This new dEUS album is set for release on September 19th 2011 in mainland Europe and October 3rd 2011 in the UK. Listen to the full album exclusively through the band’s own SoundCloud page, one week before its official European release.

dEUS – Keep You Close (2011) by dEUSbe

Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts V

90er Filmdrama die Fünfte… Auch dieses Mal geht es auf eine Reise durch Länder und deren Mentalitäten. Im ersten Teil der Drei Farben Blau sucht Krzysztof Kieślowski in Frankreich nach dem Motiv der Freiheit und findet es in einer ästhetizierten Entwicklungsgeschichte. In Hitlerjunge Salomon sucht Agnieszka Holland nach den Gesichtern der Deutschen im Nationalsozialismus gesehen durch die Augen eines Juden, und in den beiden Independent-Dramen My private Idaho und Good Will Hunting versucht Gus Van Sant, sich den Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft anzunähern. Gesellschaftliche Strukturen werden auch in Festen und Wiedersehen in Howards End aufgedeckt, in Rote Laterne führt die Unterdrückung des Ichs direkt in die Katastrophe und in Ein Herz im Winter gibt es trotz aller Fremd- und Selbstgeißelung doch wieder so etwas wie Hoffnung. Große Dramen vom Indie-Kino bis zum Historienepos, nach dem Klick.

weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Grunge-Alben des Jahrzehnts I

Schon bald erscheint ein Film über Pearl Jam (“Twenty”) und auch die Jubiläums-Edition von Nevermind steht bald in den Läden. 20 Jahre sind seit dem großen Knall vergangen, als eine unspektakuläre und beschauliche Großstadt im Nordwesten erst im Fokus der Musikmagazine stand und später nach dem weltweiten Über-Nacht Erfolg von Nirvana plötzlich Gesprächsthema und Trademark für einen Sound wurde, der aus der Not von ein paar Metal und Punk-Kids erfunden wurde, weil eben keine der coolen Bands auf Tour in ihre Stadt kam und sie selber was auf die Beine stellen mussten. Noch bis Ende der 80er waren lediglich nur Musik-Nerds über die vitale Musiker-Szene in Seattle informiert, bis dann Nirvana, die schon mit Bleach einen Achtungserfolg feiern konnten, mit ihrem Song “Smells Like Teen Spirit” wie eine Bombe einschlugen und den ganzen Kids, die von der glatten Yuppie Musik ihrer Eltern angenervt waren, rund um den Globus plötzlich ein Idol namens Kurt Cobain gaben. Er betonte zwar stets, kein Star sein zu wollen, unternahm aber gleichzeitig auch nichts dagegen, bis ihn sein Dämon langsam auffraß und er mit seinem Freitod Jahre später das Kapitel Grunge beendete.

weiterlesen