Calexico – Selections from Road Atlas 1998-2011 (Stream)

Calexico veröffentlichen sämtliche Aufnahmen ihrer Tour-CDs von 1998 bis 2011 auf einer auf 1100 Stück limitierten Vinyl-Edition (bestehend aus 12 LPs, MP3 Download-Links, reichlich Lesestoff etc…). Bestellt werden kann die wahrhaft monumentale Road-Atlas-Box hier. Im Paste Magazine indes findet sich der Stream zur ebenfalls der Veröffentlichung nahenden CD Selections from Road Atlas 1998-2011, die für schmale Geldbeutel eine ordentliche Auswahl des exklusiven Vinyl-Sets enthält.

“We’ve been receiving requests from fans over the years to print the tour only albums on vinyl and so we’re excited to finally house them all in one garage. They all have their own unique personalities and read somewhat like a travelogue plus it was a lot of fun compiling old photos and quotes to make the accompanying booklet. Being fans of other artists’ rarities and box sets inspired us to make something really special as well.”

Road Atlas 1998-2011 collects the bands 8 self-released tour albums in vinyl format for the first time ever (previously only available at Calexico’s live concerts as CDs). As described by journalist Fred Mills , “you hold what the members of Calexico describe as their Road Atlas, and as a kind of alternate musical history of the band, it makes for quite a trip.

Selections from Road Atlas 1998-2011 Stream @ Paste Magazine

Keep Drawing

Wunderschöner Stop-Motion- und Zeichentrick-Short vom Studio Shelter, der sowohl in Zeichnung als auch Animation wunderbar rough und minimalistisch ist, jedem einzelnen Frame ein eigenes Look & Feel gibt und wahrscheinlich bestens als Motivationsvideo für verzweifelte und resignierende Comiczeichner taugt.

via Fubiz

ASCII Star Wars

Wow… das ist einfach nur großartig. Johnny Haeusler hat ein offensichtlich ziemlich altes ASCII-Kunstwerk ausgegraben, das bis dato auch an mir vollkommen vorbei gegangen ist: Star Wars, der gesamte Film… bestehend aus Text… und, naja, Text. Zeichen über Zeichen, ASCII über ASCII wird der Science Fiction Meilenstein von 1977 nacherzählt. Ansehen lässt sich das ganze auf dem Mac und unter Linus mit dem Terminal. Dort einfach in die Befehlszeile telnet towel.blinkenlights.nl eingeben und mit Enter bestätigen. Unter Windows läufts mit dem cmd-Tool: Einfach im Startmenü nach cmd suchen und im aufploppenden Fenster wie oben verfahren. Wahrscheinlich müsst ihr vorher unter Windows noch die Telnet-Funktion aktivieren. Wie das geht, könnt ihr hier nachlesen.

telnet towel.blinkenlights.nl

via Spreeblick

Hörenswertes Herbst 2011: Yann Tiersen, Priestbird, Collapse under the Empire, The Book of Knots

Warum zu Hölle sind wir eigentlich im Moment so trantütig, was Hörenswertes-Artikel betrifft? Rinko hat seinen Neusten schon ewig in der Warteschleife und ich habe für diese vier Reviews auch gefühlte drei Jahre gebraucht. Dabei benötigt der Mensch doch gerade in der kalten Jahreszeit – die jetzt voller Wucht zuschlägt – warme, fesselnde und epische Klänge, die ihm sagen, dass trotz sibirischer Temperaturen alles irgendwie gut wird. Hier sind sie nun also, nicht mehr ganz taufrisch, aber perfekt in den Herbst passend und diesen von seiner epischen, romantisch verdrogten und düsteren Seite repräsentierend. Während Priestbird mit wohl temperiertem Hippie-Art-Folk noch für die richtige Untermalung der Kaltwetter-Romantik sorgen, entführen uns Yann Tiersen und Collapse under the Empire bereits aus der urbanen Herbst-Tristesse, ziehen uns hinauf in himmlische Gefilde und ein Stückchen weiter, bis wir schließlich komplett im Weltraum angekommen sind. Dort ist es freilich wieder kalt, sau kalt, und wir werden von düsteren Avantgarde-Klängen von The Book of Knots durch die kosmische Finsternis gejagt. Aber im Grunde genommen passt das ja auch ganz gut zur derzeitigen Atmosphäre zwischen herbstlicher Tristesse, gelegentlichen Sonnen-Ausbrüchen und bangem Warten auf den Winter.

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Faust macht Schule in Berlin

Die Leute vom Kreartell, deren Käthchen von Heilbronn Inszenierung ich hier schon an anderer Stelle angeteasert habe, haben darauf hingewiesen, dass sie auch ihr erstes Stück wieder bzw. immer noch im Programm haben. Dabei handelt es sich um nichts weniger als DAS deutsche Drama überhaupt, Faust, der Tragödie erster Teil. Wie beim Käthchen setzt das Kreartell auch hier – nach einer Vorlage der Autorin Barbara Kindermann – auf eine unbekümmerte, jugendliche und modernisierte Inszenierung, die Respekt aber keine Angst vor dem Literaturklassiker hat. Ist zwar schon etwas länger her, dass ich der Faust-Inszenierung des Kreartells beiwohnen durfte, erinnere mich aber an einen unglaublich vergnüglichen und kurzweiligen Theaterabend, an dem der Stoff mehr als würdig repräsentiert wurde. Diese Woche Samstag am 19.11. ist das Ganze im Theater Verlängertes Wohnzimmer zu sehen. Darüber hinaus gibt es für Schulklassen die Möglichkeit, den Faust für Kinder und Jugendliche dort nach Reservierung Mittwochs oder Donnerstags Vormittags zu sehen. Weitere Infos unter faust-macht-schule.de.

„Die Kunst ist lang, Und kurz ist unser Leben“, denkt man bei so manch mehrstündiger „Faust“-Inszenierung. Das „theater-kreartell“ bringt diesen Klassiker humorvoll, modern und kurzweilig auf die Bühne. In einer überraschenden Verbindung von Sprech-, Bewegungs- und Objekttheater veranschaulichen vier Schauspieler in 70 Minuten Goethes Hauptwerk und zeigen dessen Aktualität: ob die Suche nach Lebenssinn, nach persönlichem Glück, ob Verführbarkeit oder die Verantwortung fürs eigene Handeln. Basierend auf Barbara Kindermanns „Goethes Faust für Kinder“ bewegt sich die Inszenierung gekonnt zwischen Originaltext und moderner Sprache, zwischen Ernst und Witz. Diese Kurzform des Original-„Faust“ ist nicht nur für junge Zuschauer attraktiv und baut Hemmungen vor der klassischen Literatur ab.

Trailerprogramm: The Mortician, Corman’s World, The Hunger Games, Snow White and the Huntsman, We need to talk about Kevin

The Mortician [Gareth Maxwell Roberts]

Interessanter, parabolisch scheinender und offensichtlich angenehm anachronistisch inszenierter Thriller von Regieneuling Gareth Maxwell Roberts: Da scheint jemand ein ziemlich großer Jim Jarmusch Fan zu sein, was aber nicht weiter stört, da der Look der Films nicht nur exquisit sondern auch ziemlich originell ist: Irgendwo zwischen Film-Noir, 50’s Reminiszenzen, Comic-Look und realistischen, aktuellem Urban-Thriller ist The Mortician anscheinend ein ziemliches Crossover von Zeiten und Genres. Method Man als nachdenklicher Totengräber kommt auf jeden Fall schon mal cool rüber. Edward Furlong war lange nicht mehr zu sehen, macht hier aber auch einiges her. Und die angerissene Geschichte zwischen coolem Großstadtdrama und dunklem Mysterythriller macht auch neugierig. Wird im Auge behalten.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts II

“Damals hatten wir noch Gefühle” stand bei dem Youtube Kommentaren zu einem Jonas Video, die wir im ersten Teil der 90er Alben-Retrospektive vorgestellt haben. Ist natürlich “Früher war alles schöner”-Gejammer, aber so wütend wie auf Digital ist besser waren Tocotronic vielleicht nie wieder: Wo heute gesetzter Indie-Pop für Berlin Mitte regiert, war es früher roher Lo-Fi infizierter Sound, der irgendwo in einem dunklen Keller in Hamburg entstand. Ihre Begabung für Pop schimmerte schon damals durch. Die Einstürzenden Neubauten wagten sich mit Tabula Rasa erst einmal sehr vorsichtig und schemenhaft an das von ihnen eher ungeliebte Genre der Populärmusik, Selig und Die Fantastischen Vier indes hatten damit noch nie Probleme und erreichten mit ihren 90er Alben den künstlerischen Zenit.

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Super Mario Bros at Home

Sehr cooler, liebevoll animierter Stop-Motion, in dem Mario sich durch den Mikrokosmos eines klassischen Einfamilienhauses kämpfen muss. Dabei trifft er nicht nur auf seine allseits bekannten Gegner, sondern schlägt sich auch mit Topfpflanzen, E-Herden und Wäschekörben herum, um am Ende dann doch ganz traditionell Princess Peach vor Bowser zu retten. Der großartige Mini-Short wurde von Marcus und Hannes Knutsson animiert.

via Gamgea

Schluss mit lustig! – Rezension zur fünften Stromberg-Staffel

Das ging dann alles doch schneller als vermutet. Im Überschwang der Vorfreude habe ich mir letzte Woche die Limited Pop-Up Edition zur fünften Stromberg-Staffel bestellt und deren Ankunft eigentlich erst die kommende Woche erwartet. Naja, Amazon hat mich bereits am Freitag mit dem Päckchen überrascht und das Wochenende war gerettet. Am Samstag Abend war ein Stromberg-Marathon angesagt: Immerhin 10 Folgen à 20 Minuten warteten darauf entdeckt und abgefeiert zu werden… Und es hat sich wieder einmal gelohnt. Nur soviel im Voraus: Die fünfte Staffel gehört mit zum Besten, was es von der großartigen Comedyserie – die ja alles andere als arm an Höhepunkten ist – bis dato zu sehen gab. Ich versuche die folgende Review so spoilerfrei wie möglich zu halten, was bei einer Serie natürlich immer etwas schwieriger ist. Wer Stromberg, Staffel 5 also so unbefleckt wie möglich sehen will, sollte gar nicht erst weiter lesen… wem ein kleiner, leicht verspoilerter Vorgeschmack nichts ausmacht, here we go.

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Die 90er Jahre: Die besten Sludge Metal Alben des Jahrzehnts

Während dem klasisschen Doom-Metal der 90er etwas sehr Erhabenes, Zeitloses, Universelles bis Transzendentales innewohnt, ist der Nischen-Bastard Sludge von allem metaphysischen Ballast gereinigt: Klar, Doom Metal ist in seiner Schwere, Dichte, Langsamkeit und Transzendenz nicht von dieser Welt, beinahe sakral, religiös. Was ihm aber definitiv fehlt, sind der Groove und der ordentliche Asskick. Der Sludge Metal hat beides im Überfluss zu bieten: Doom Metal kombiniert mit fetten Hardcore-Anleihen, einmal durch den Stoner-Fleischwolf gedreht und ordentlich im staubigen Wüstensand gebadet. Sludge ist der gefallene Stiefsohn des Doom Metal, der dreckige und räudige kleine Bruder, der sich einen Scheiß um Depressionen kümmert und stattdessen lieber mit satter Psychedelic-Note, viel Zynismus und Trockenheit alles niederwalzt, was irgendwie an Erhabenheit übrig ist. Nicht die subtilste Art von Musik, aber in ihrer konsequenten Genresprengung stilprägend für diverse Drone- und Avantgarde Metal Bands der 90er und 00er Jahre. Die besten Alben der Nische der Nische der Nische, die besten Werke dieses kleinen, verzogenen Doom-Abkömmlings präsentieren wir nach dem Klick.

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The Meth Project: Kampagnen-Spots von Darren Aronofsky

Mit der cineastischen Verarbeitung von Drogen hat Regisseur Darren Aronofsky (Black Swan, Requiem for a Dream) ebenso viel Erfahrung wie mit der Darstellung des Extremen, mit krassen Inszenierungen und dunklem, dem Zuschauer die Kehle zuschnürenden Pathos. Insofern macht es auch Sinn, dass er vom Meth Project für die Kampgane “What do you know about Meth” als Regisseur angeheuert wurde, mit der Vorgabe, dabei so schockierend wie möglich zu sein, um Jugendliche mit maximaler Effizienz von Crystal Meth fernzuhalten. Anhand der entstandenen Kurzfilme könnt ihr nun selbst ganz gut beurteilen, wie nah er diesem Ziel dabei gekommen ist… Sehr nah, würde ich sagen: Die gnadenlose Inszenierung vom Inneren zum Äußeren, das Unmittelbare, die schockierende Offenlegung der Meth-Folgen, der Pathos zwischen klinischer Helligkeit und dunklen Abgründen… das alles haut schon ganz schön rein. Weitere Spots nach dem Klick.

The Meth Project is a large-scale prevention program aimed at reducing Meth use through public service messaging, public policy, and community outreach. Central to the integrated, research-based campaign is MethProject.org—a definitive source for information about Meth for teens—supported by hard-hitting TV, radio, print, online, mobile, and social media campaigns that communicate the risks of Meth use.

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Die 90er Jahre: Die besten Filme des Jahrzehnts (Übersicht aller Artikel)

Sodele… unsere große 90er Jahre Filmretrospektive wäre damit erst einmal abgeschlossen. Die Reise in die Vergangenheit hat wie schon bei der 00er Filmretrospektive (hier gehts zum Überblick aller Artikel) unglaublich viel Spaß gemacht: Nicht nur weil das ein oder andere Mal große, nostalgische Gefühle geweckt wurden, sondern auch weil es für uns ebenfalls einiges aus dem Jahrzehnt neu zu entdecken gab, gerade im Arthaus- und Independent-Bereich. Das mit den Kanonisierungen hat sich auf jedenfall bewährt… Ihr, die Leser habt großes Interesse gezeigt, und wir, die Autoren hatten auch unheimlich viel Spaß am Sammeln und Einordnen der einzelnen Filme. Es tut gut – Achtung Phrase – in unserer schnelllebigen Zeit zu sehen, dass es immer noch so etwas wie zeitlose Klassiker und großartige Filme gibt, die auch über Jahrzehnte hinaus funktionieren… vielleicht gab es in unseren Listen ja auch die ein oder andere vergessene Perle, den ein oder anderen unterschätzten Klassiker für euch zu entdecken… Das sollte zumindest bei jeder ordentlichen, subjektiven Kanonisierung der Fall sein.

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Filmplakate und die Suche nach der Originalität

Interessante, aber auch ziemlich erschreckende Zusammenstellung von Oh No They Didn’t im Live Journal: Die Artworks der großen (und kleinen) Studiofilme sortiert und mit ihren Artgenossen verglichen: Legs wide open, Run for your Life, Nature is blue, Back to Back, Text in your Face… die Zusammenstellungen sind schon ziemlich aussagekräftig, bezüglich der Originalität von Hollywood-Designs.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts I

Deutsche Musik, das waren für mich als Kind Grönemeyer, Westerhagen und die Toten Hosen. Alles Künstler, die ich weniger großartig fand, und überhaupt habe ich englischsprachige Musik bevorzugt, obwohl ich nicht mal die Sprache konnte. Wäre ich damals älter gewesen, wären mir wohl beim ersten Blumfeld Album die Tränen das Gesicht runter gelaufen. Kein aufgesetztes Malocher-Gegröle, sondern feinsinnige Texte, die aber trotzdem den Spirit des Punk atmen und sich mit Krautrock-Anleihen auf die innovativste musikalische Ära berufen, die dieses Land je gehabt hat. Auch wenn das Epizentrum damals in Hamburg lag, entwickelte sich auch abseits der Großstädte eine neue Indie-Kultur. Koblenz, Würzburg und Bentheim klingen vielleicht nicht nach der großen weiten Welt, die Musik von Blackmail, Miles und Jonas hingegen schon.

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