Die 90er Jahre: Die besten New Black Cinema Filme des Jahrzehnts

Hmmm… ja. Hollywood und die Schwarzen. Das hat eine lange und allzu oft traurige Tradition. Angefangen bei weißen Darstellern, die schwarz angemalt wurden und unsägliche rassistische Stereotypen bedienten, über die Sidekick-Rolle des netten, hilfsbereiten Schwarzen (die selbst heute noch erschreckend oft herangezogen wird) bis hin zum Black Cinema der 60er und 70er Jahre, in denen das so genannte schwarze Kino vor allem aus Klischee-Reißern und derben Blaxploitationfilmen bestand. Aber es gibt auch positive Entwicklungen und diese haben fast durchgängig ihre Geburtstätte in den 90ern: Als Schwarze endlich sowohl als Schauspieler als auch Filmmacher ernst genommen wurden, als sie plötzlich auch bei den großen Awards eine Rolle spielen durften, als “schwarze” Themen nicht mehr mit der Kneifzange angefasst und nicht mehr mit Klischees ausdefiniert wurden: Spike Lee, Denzel Washington, Laurence Fishborne… alles Namen, die mittlerweile auch im Mainstream-Kino angekommen sind und nicht mehr rein durch ihre Hautfarbe interpretiert werden. Diese bildeten damals das “New Black Cinema” und gaben damit dem (cineastischen) schwarzen Amerika eine Stimme, fernab von Stereotypen und Klischees. Die besten ihrer Filme, nach dem Klick.

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The Drums – Money (Stream)

“Summertime”, so hieß die EP von den Drums. Die waren ja der Indie-Hype 2010 und hatten mit Surfin den allertollsten Sommer-Hit seit langer Zeit. Hier nun der neue Song Money, der wieder eine gelungene Mischung aus Post-Punk und Surf-Pop ist, aber beim ersten Durchgang noch nicht so direkt zünden will. Mal schauen, was das neue Album Portamento kann.

The Drums – Money by WorkItMedia

The Dark Knight Rises – Poster

Bevor die Lästermäuler wieder über die übertriebene Euphorie herziehen… Jaaaa, das sieht großartig aus. Düster, pathetisch, apokalyptisch, mit leicht expressionistischem Hauch. Genau so wie es sein soll. Und dass Nolan sich anscheinend mittlerweile zum dritten Mal bei einem derartigen Motiv bedient? Geschenkt! Der neue Batman darf kommen…

via Filmfreunde

Sasori Scorpion in voller Länge bei Arte+7…+6…+5…+4? … Schnell ansehen!

Arghhh sorry… Mein Feedreader hat im Moment so nen kleinen Sommerurlaub und deswegen kommt das mit einiger Verspätung rein. Ein paar Tage sind aber noch Zeit, um den absoluten Exploitation-Klassiker Sasori Scorpion (1972) in voller Länge auf Arte online zu sehen. Dieser fiese, kleine dreckige japanische Sex&Crime-Bastard hat Quentin Tarantino ne Menge Material zur Vermashung bei Kill Bill geliefert und bietet mit seiner derben Mischung aus Gewalt, nackter Haut, Rachedurst und Frauen im Gefängnis ordentlich Stoff für ein sattes Midnight Movie Erlebnis. Dank Jugendschutz erst ab 23 Uhr konsumierbar… aber das ist ohnehin die beste Zeit für solche Filme. Ansehen!

Nachdem sie von ihrem Geliebten Sugimi, einem verbrecherischen Polizeibeamten, der sie als Spitzel benutzte, verraten wurde, möchte sich Nami Matsushima an ihm rächen. Bei dem Versuch wird sie jedoch verhaftet und in eines der härtesten Zuchthäuser Japans eingesperrt. Nach einem erfolglosen Fluchtversuch mit der Mitinsassin Yuki wird der Aufenthalt im Gefängnis immer gewalttätiger. Nun wird sie nicht nur von den selbstgerechten Aufsehern gefoltert und gedemütigt, sondern muss auch die Übergriffe von ihren sadistischen Mitinsassinnen ertragen, da diese seit ihrer Flucht unter Kollektivstrafen leiden müssen. Nami Matsushima wird zu Sasori, dem Skorpion, der scheinbar alles duldet, um dann plötzlich seinen tödlichen Stachel zu benutzen.

Sogar die schlimmste Folter lässt Sasori ihren Schmerz nicht zeigen, und sie kann ihre Rachsucht durch geglückte Gegenangriffe befriedigen. Die Härte in ihren Augen lässt selbst den abgebrühtesten Wächter schwach werden. Beim kollektiven Arbeitsdienst, bei dem alle Gefangenen stundenlang Löcher buddeln und wieder zuschütten müssen, kommt es zu Unruhen unter den Insassen, die in einer Revolte gegen die Aufseher des Zuchthauses enden. Sie besetzen das Lagerhaus und fordern neben Essen und besseren Haftbedingungen auch die Übergabe von Nami Matsushima ein, die nicht bei ihnen ist, um sie aufs Neue foltern zu können. Den Wärtern gelingt es, die von den Frauen besetzten Lagerhallen zu stürmen, und Nami kann während dieses Durcheinanders fliehen. Nach langem Leiden kann sie endlich in Freiheit Rache an ihren Peinigern üben.

via Cinematze

Intruded – Düsteres Flash-Geschicklichkeitsspiel

Merken… öfter mal nach Browser- und Onlinespielen suchen. Denn zwischen Farm Villes, glücklichen Aquarien und Mafiakriegen finden sich immer wieder atmosphärische ästhetische Schätze, die beweisen, dass durchaus auch im einfachen Flash-Fensterchen ein packendes Game-Erlebnis möglich ist. In diesem Fall entsteht dieses bei dem Einbrecher-Geschicklichkeitsspiel Intruded, dessen spielerischer Anspruch besonders in den permanent wechselnden Kameraperspektiven liegt, da das Geschehen grundsätzlich aus der Überwacherperspektive widergegeben wird. Noch großartiger als die Herausforderung, die dadurch entsteht, ist allerdings die besondere Ästhetik zwischen verwackelnden Bildern, Farbfragmenten und verrauschten Aufnahmen.

Wer dann noch ein Stück weitergehen will, darf auch gerne über philosophische und mediale Rückschlüsse nachdenken: Die Loslösung des Individuums im virtuellen Raum, die Perspektive des Anderen, die zur Eigenperspektive wird; der Andere, der nicht die Hölle sondern das Überleben und zugleich dessen Gefährdung ist. Das Verhältnis von Ich und Raum… und so weiter und noch Sahne oben drauf.

via Superlevel

Konzertbericht The Pains Of Being Pure At Heart,07.06.2011,Dortmund

Woran eigentlich merkt man, dass man die Duisburger Stadtgrenzen verlassen hat? In anderen Pott-Städten scheinen die Menschen zumindest kleidungtechnisch in den späten 90er Jahren angekommen zu sein, während die mit Abstand ödeste und komplett überalterte Niederrheinstadt in eigentlich bemerkenswerter Konsequenz den 80ern fröhnt. Daran wäre ja eigentlich nichts schlimmes, wenn man damit nicht die Kohl Ära und die Dominanz von Pfeifen wie Grönemeyer und Westernhagen verbinden würde. Wie sich die guten Seiten der 80er in die Gegenwart retten, beweisen die Pains of Being Pure At Heart,  die in dem kleinen Saal des FZW ihr neues Album Belong vorstellen weiterlesen

Live from the Basement: Radiohead – The King of Limbs

…Wie bei jedem Radiohead-Artikel die spannende Frage: Brauch es den denn noch? In diesem Fall gebe ich einfach mal ein uneingeschränktes JA ab. Die komplette Live from the Basement Session von The King of Limbs hat es nämlich ins Netz geschafft und ist in voller Länge auf YouTube zu hören. Und dass sich das lohnt, muss wohl nicht extra erwähnt werden…

Tracklist für die Skipper:

1. Bloom 00:58

2. Daily Mail 07:28

3. Feral 11:38

4. Little By Little 15:08

5. Codex 20:17

6. Separator 26:02

7. Lotus Flower 32:14

8. Staircase 37:41

9. Morning Mr. Magpie 42:57

10. Give Up The Ghost 48:29

via Testspiel

Casper – Splash 2011 (Stream)

Casper geht ja momentan mit seinem Album XOXO sowohl bei den Kritikern als auch in den Charts ziemlich steil. Die Anzahl der Hater (“Grauenhafte Emotexte auf Silbermond-Niveau”) ist ungefähr genauso groß wie seine Fanboys, die sowas wie den Retter des deutschen Hip Hop in ihm sehen. Wer sich von den Livequalitäten von Casper überzeugen möchte kann dies in der ZDF Mediathek tun, in der sein kompletter Auftritt vom Splash als Stream bereit steht.

Stream

Poetisches für den Sonntag: Das Futuristische Manifest

Am 20. Februar 1909 von Filippo Tommaso Marinetti in Le Figaro publiziert, begründete Das Futuristische Manifest die kurzlebige, dafür aber umso intensivere, Bewegung des literarischen Futurismus.

  1. Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.
  2. Mut, Kühnheit und Auflehnung werden die Wesenselemente unserer Dichtung sein.
  3. Bis heute hat die Literatur die gedankenschwere Unbeweglichkeit, die Ekstase und den Schlaf gepriesen. Wir wollen preisen die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale, die Ohrfeige und den Faustschlag.
  4. Wir erklären, daß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen … ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake.
  5. Wir wollen den Mann besingen, der das Steuer hält, dessen Idealachse die Erde durchquert, die selbst auf ihrer Bahn dahinjagt.
  6. Der Dichter muß sich glühend, glanzvoll und freigebig verschwenden, um die leidenschaftliche Inbrunst der Urelemente zu vermehren.
  7. Schönheit gibt es nur noch im Kampf. Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein. Die Dichtung muß aufgefasst werden als ein heftiger Angriff auf die unbekannten Kräfte, um sie zu zwingen, sich vor den Menschen zu beugen.
  8. Wir stehen auf dem äußersten Vorgebirge der Jahrhunderte! … Warum sollten wir zurückblicken, wenn wir die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufbrechen wollen? Zeit und Raum sind gestern gestorben. Wir leben bereits im Absoluten, denn wir haben schon die ewige, allgegenwärtige Geschwindigkeit erschaffen.
  9. Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.
  10. Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckmäßigkeit und Eigennutz beruht.
  11. Wir werden die großen Menschenmengen besingen, welche die Arbeit, das Vergnügen oder der Aufruhr erregt; besingen werden wir die vielfarbige, vielstimmige Flut der Revolution in den modernen Hauptstädten; besingen werden wir die nächtliche, vibrierende Glut der Arsenale und Werften, die von grellen elektrischen Monden erleuchtet werden; die gefräßigen Bahnhöfe, die rauchende Schlangen verzehren; die Fabriken, die mit ihren sich hochwindenden Rauchfäden an den Wolken hängen; die Brücken, die wie gigantische Athleten Flüsse überspannen, die in der Sonne wie Messer aufblitzen; die abenteuersuchenden Dampfer, die den Horizont wittern; die breitbrüstigen Lokomotiven, die auf den Schienen wie riesige, mit Rohren gezäumte Stahlrosse einherstampfen und den gleitenden Flug der Flugzeuge, deren Propeller wie eine Fahne im Winde knattert und Beifall zu klatschen scheint wie eine begeisterte Menge …

Quelle und weitere Informationen: Wikipedia

The ultimate Alfred Hitchcock Cook Book – Kochen mit dem cineastischen Meister

Bevor die Überschrift zu Verwirrung führt: In Felix Meyer und Pascal Monacos Kurzanimation erfahren wir weder etwas über das Leibgericht von Norman Bates, noch wie man am delikatesten amoklaufende Vögel zubereitet. Stattdessen lehrt uns Hitch einige essentielle Kleinigkeiten über die Zutaten eines klassischen Hitchcock-Films. Frei nach dem Motto: Ein bisschen Suspense hinzugeben, das ganze auf schwarzhumoriger Flamme kurz anbraten und mit einem Schuss Psychoanalyse verfeinern.

»Hitch« is our graduation project at the University of Applied Sciences and Arts in Hannover.
It’s about »The Ultimate Hitch Cookbook«, an animated book containing the recipes for Alfred Hitchcock’s classics. It’s made for Hitchcock enthusiasts and every other couch potato out there.

Concept: Felix Meyer, Pascal Monaco, Torsten Strer
Layout / Animation: Pascal Monaco, Felix Meyer
Sound Design: Torsten Strer
Sound Technician: Dirk Austen / Paul Productions
Voice: Peter Bennett

via Dangerous Minds

Filmabriss: Wer ist Hanna?, The Human Centipede (First Sequence), Die Tür

Tja, wer bei diesem Wetter seine Zeit mit Filmen vergeudet, ist natürlich selbst schuld… Umso ärgerlicher, wenn das bemusterte Material sich tatsächlich nach Zeitverschwendung anfühlt. Ganz so schlimmt kommt es mit den Werken unseres aktuellen Filmabriss nicht. Wer ist Hanna? (2011) entpuppt sich als spannender Thriller, dessen wenig originelle Handlung von der herausragenden Inszenierung abgefangen und abgefedert wird, The Human Centipede (2010) ist ohnehin schon so etwas wie ein Gaga-Ekel-Klassiker und Die Tür (2009) vermag es zumindest überdurchschnittliche Mystery-Unterhaltung zu generieren. Alle drei ausführlich durchleuchtet, nach dem Klick.

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Casper

Das Album ist das Lebewohl einer ganzen Generation von Perspektivlosigkeit, Stress und Resignation. Musik zum Fesselnsprengen, Aufbegehren sich Freibrechen. Caspers Album bedeutet das Loslösen, Brechen und Neuschreiben von alten Regeln. Es ist das letzte Aufbäumen und der erste Hoffnungsschimmer. Ein Neuanfang mit dem Bewusstsein für das, was hinter einem liegt. Der Aufbruch zu neuen Ufern. Casper will das zurückholen, was ihm und seiner Generation gehört — denn er ist einer von ihnen.

(Jan Wehn, April 2011)

 

Interview mit den Asylum-Filmschaffenden

Wenn es um zeitgenössischen Trash geht, führt kein Weg an den Mockbustern von Asylum vorbei: Snakes on a train, Transmorphers, Titanic 2… kein Blockbuster ist heilig genug, um nicht durch den Asylum-Fleischwolf gedreht zu werden. Moviepilot hat ein Interview mit den beiden Köpfen der Low-Budget-direct-to-DVD-Schmiede geführt, und die Jungs sind nicht nur verdammt sympathisch, sondern wissen auch genau, was für eine Grütze sie mit Asylum fabrizieren. Den Spaß daran, lassen sie sich trotzdem nicht nehmen. Und genau so sollte es bei gutem Trash auch sein. Who’s Uwe Boll?

via Filmfreunde

The Horrors – Skying (Stream)

The Horrors erweisen uns eine nette Geste und spendieren ihr neustes Album Skying (Vö.: 11.7.) vollkommen kostenlos im Stream. Klingt mir zwar immer noch zu sehr nach 80er Post Punk… irgendwie aber trotzdem recht cool.


via Cinematze

Harry Potter, Hitler und Appeasement: Der Zauberlehrling und das britische Trauma

Nicht mehr lange… Bald ist es so weit. Wenn Mitte Juli mit Harry Potter and the Deathly Hollows 2 der endgültig letzte Film über Hogwarts, Harry Potter und Lord Voldemort in den Kinos anläuft, wird damit eine Fantasyserie beendet, die Leser und Kinogänger in den letzten zehn Jahren permanent in Atem hielt. Die Erlebnisse des Schülers, Zauberlehrlings und Auserwählten sind bereits jetzt schon so etwas wie Literaturgeschichte, haben eine riesige Fankultur um sich versammelt, Autorin J.K. Rowling reich gemacht und zahllose Untersuchungen des Phänomens provoziert. Die Mythologie, die Religion, die klassischen Fantasy-Bezüge… Dabei lässt sich Harry Potter problemlos (und mit viel Spaß) ganz konkret beinahe zeitgenössisch lesen: Nämlich als Verarbeitung eines großen britischen Traumas der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Vom europäischen Schicksalsjahr 1914 über die Deutschlandpolitik der 30er Jahre, den Zweiten Weltkrieg bis hin zu 1945 und dem Schlussstrich unter die Verwirrungen der europäischen “Moderne”. Harry Potter und Lord Voldemort, Großbritannien und Adolf Hitler, Appeasement und Krieg… Parallelen und Analogien: Spoiler ahead!

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