Die 90er Jahre: Die besten Grunge-Alben des Jahrzehnts I

Schon bald erscheint ein Film über Pearl Jam (“Twenty”) und auch die Jubiläums-Edition von Nevermind steht bald in den Läden. 20 Jahre sind seit dem großen Knall vergangen, als eine unspektakuläre und beschauliche Großstadt im Nordwesten erst im Fokus der Musikmagazine stand und später nach dem weltweiten Über-Nacht Erfolg von Nirvana plötzlich Gesprächsthema und Trademark für einen Sound wurde, der aus der Not von ein paar Metal und Punk-Kids erfunden wurde, weil eben keine der coolen Bands auf Tour in ihre Stadt kam und sie selber was auf die Beine stellen mussten. Noch bis Ende der 80er waren lediglich nur Musik-Nerds über die vitale Musiker-Szene in Seattle informiert, bis dann Nirvana, die schon mit Bleach einen Achtungserfolg feiern konnten, mit ihrem Song “Smells Like Teen Spirit” wie eine Bombe einschlugen und den ganzen Kids, die von der glatten Yuppie Musik ihrer Eltern angenervt waren, rund um den Globus plötzlich ein Idol namens Kurt Cobain gaben. Er betonte zwar stets, kein Star sein zu wollen, unternahm aber gleichzeitig auch nichts dagegen, bis ihn sein Dämon langsam auffraß und er mit seinem Freitod Jahre später das Kapitel Grunge beendete.

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Art Spiegelman – Comiczeichner: Dokumentation auf Arte+7

Zu den beeindruckendsten und zugleich bedrückendsten Graphic-Novel-Erlebnissen meiner Kindheit zählt definitiv die Lektüre von Art Spiegelmanns Maus-Comics. Der Holocaust in parabolischer Form, als Fabel mit Mäusen und Katzen… und das fernab von jedem Hollywood-Pathos, jedem Kitsch und jeder Banalisierung. Ganz im Gegenteil. Maus (1972 – 1991) geht unter die Haut, trifft den Nerv der Leser, macht Geschichte schmerzhaft fühlbar, greifbar, ohne sie jemals zur Unterhaltung oder zur Befriedigung primitiver emotionaler Bedürfnisse zu instrumentalisieren. Auf Arte+7 gibt es diese Woche eine Dokumentation über den Schöpfer dieses beeindruckenden Comic-Kunstwerks. Unbedingt ansehen!

Die Dokumentation zeigt die vielschichtige Persönlichkeit des Künstlers und geht auf seine schwierige Familiengeschichte ein. Dabei wird deutlich, dass der außergewöhnliche berufliche Werdegang des Zeichners eng mit seinem persönlichen Leben verknüpft war. Spiegelman spricht auch offen über seine Schaffenskrise und wie ihn der Erfolg von “Maus” blockierte und jahrelang am Arbeiten hinderte.
Die in Zusammenarbeit mit Spiegelmann entstandene Dokumentation zeichnet das Porträt einer komplexen, an Widersprüchen reichen Persönlichkeit, die durch Geist und Witz besticht und anrührt.


via Kotzendes Einhorn

Trailerprogramm: Retreat, Circumstance, Der gestiefelte Kater, The Dark Knight Rises, The Human Centipede 2

Circumstance [Maryam Keshavarz]

Wenn der Trailer bereits mehr als gänsehauttauglich ist, kann ich gar nicht anders als mich unheimlich auf den entsprechenden Film zu freuen: Liebe, Sex, Leidenschaft, die Gier nach Leben im iranisch/islamischen Kontext. Circumstance hat schon beim Sundance Filmfestival 2011 den Publikumspreis gewonnen, und diesen Bildern nach zu urteilen auch völlig zurecht. Kann natürlich auch sein, dass er mit seiner Geschichte überhastet in irgendwelche Klischeefallen stolpert… aber… nee… das glaube ich jetzt nicht.

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Blockflöte des Todes – Ich habe nie FDP gewählt

Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog,Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog,Wir sind kein Politblog, Wir sind…gnnnnn, egal..auch als unpolitischer Mensch kann man “Ich habe nie FDP gewählt” großartig, wunderschön und supertoll finden. So ein charmantes Lied mit genialen Lyrics wie “Erst neulich habe in meiner Doktorarbeit von Guttenberg zitiert” oder “Ich habe sogar einmal Urlaub in Hessen gemacht” hat diese Karikatur einer Partei eigentlich gar nicht verdient. Die Blockflöte des Todes kannte ich übrigens noch gar nicht und frage mich ob sich der Kauf seines Albums “Wenn Blicke flöten könnten” lohnt.

via Testspiel

Jim Carrey covert “Creep” und “Bullet With Butterfly Wings”

Man darf es ja mittlerweile (mal wieder) nicht sagen, aber ich mag Jim Carrey und mit Eternal Sunshine Of The Spotless Mind und Man On The Moon hat der olle Grimassen-König mal wirklich so mit die besten Filme überhaupt in seiner Vita. In einer Bar in Manhattan performte der mittlerweile 49 jährige (WTF??) Creep von Radiohead und “Bullet with Butterfly Wings” von dem Smashing Pumpkins. Wer nun dachte, dass der Komiker die Songs komplett durch den Kakao zieht, wird sich bei den folgenden Videos wundern, wie gut der Mann seine Aufgabe löst und vor allem “Creep” ordentlich über die Bühne bekommt. Während Radiohead sicherlich eher mit den Schultern zucken, dürfte Billy Corgan froh sein, dass ihm überhaupt noch jemand in irgendeiner Form Beachtung schenkt.

Video Game in a Box – Analoges Super Mario Bros

Unglaublich charmantes Spielkonzept: Mario in a Box. Den Quelltext dazu gibt es bei teagueduino.org… Die analoge Welt reißt sich die digitalen Trumpfstücke langsam wieder unter den Nagel. Späte Rache oder so ähnlich. Und als nächstes bitte ein iPad-Buch und ein Facebook-Dosentelefon.

It’s a video game in a box!

Using a Teagueduino and a few inputs and outputs, we put together a physical side-scrolling video game. To control it, there’s a knob on the side. As time advances the game gets faster and faster — can you avoid all the obstacles and make it to the end?

Watch the second half of the video for an overview of how everything is hooked up.

via Fubiz

Und dann gab’s ja noch die Top Ten der Songs, die auf Beerdigungen gespielt werden…

…die ich drüben bei Lukas Heinser gefunden habe. Ich würde ehrlich gesagt bei jedem einzelnen dieser Stücke noch einmal hilfeschreiend im Grab rotieren, wenn es auf meiner Beerdigung gespielt werden würde. Das ganz oben stehende schauderhafte Duett “Time to say goodbye” ist irgendwie schon aussagekräftig genug für den Rest der Liste. Tatsächlich auf Platz 2, das noch viel schrecklichere “Geboren um zu leben” von Unheilig. Und dann geht es munter weiter durch die schaurigsten Schnulzen der 80er und 90er. Immerhin haben sich der große Frank Sinatra mit dem großen “My Way” und der nette Reinhard Mey mit – dem totgeduldeten, unplugged aber immer noch schönen – “Über den Wolken” in der Liste verirrt. Und Highway to Hell ist schon fast wieder so etwas wie ein cooles Antistatement, auch wenn der Song auf meiner Beerdigung ebenfalls nichts verloren hätte. Das Copy/Paste des zugehörigen Pressetxtes erspare ich mir an dieser Stelle; den könnt ihr bei Coffee And TV nachlesen. Stattdessen die Top 5 meiner Beerdigungssongs, frei nach Nick Hornby:

1. Godspeed you! Black Emperor – Storm (so ein bisschen sakrale Ehrfurcht gehört ja schon zu einer Trauerfeier. Da darfs dann auch ruhig pathetischer Postrock sein)

2. Radiohead – Life in a glass house (Damit sich alle, die dies für nötig halten, ihren Tränen und ihrer Trauer hingeben können)

3. Neutral Milk Hotel – Aeroplane over the sea (Der obligatorische Trauer/Lovesong, gesungen von einer wunderschönen Frau. Meine Version von “You’re the best thing that ever happened to me”)

4. King Crimson – Court of the crimson king (einfach weil ich will, dass die Trauergäste noch ein bisschen gute Musik mit auf den Weg bekommen)

5. Pixies – Mr. Grieves (Als Rausschmeißer mit der klaren Botschaft: Die Sache ist vorbei, er ist unter der Erde, jetzt dürft ihr auch wieder ein wenig Spaß haben)

So viel zu mir. Now it’s your turn…

Harry Potters Bewerbung auf die freie Auroren-Stelle

Krass, wie die Potter-Mashups und Fan-Arts derzeit wieder aus dem Boden schießen. Eigentlich ist die Chose doch gelaufen, oder? Egal. Das hier ist trotzdem ziemlich gelungen. Harry James Potter bewirbt sich mit einem ziemlich imposanten Lebenslauf auf eine Stelle als Auror… Defeated Voldemort, when I was about one year old…. Also ich würde ihn nehmen. oO

via Geekologie

The Evolution of Video Game Controllers (Infografik)

Sehr schicke Infografik von Pop Chart Lab, auf der die vielfach verzweigten Wege der Entwicklung der Videospiel-Controller dargestellt werden. Vom Power Glove zur Wii, vom Tennis for two zum Dual Shock, vom Miracle Piano zur Rock Band Ausstattung. Auf der Seite von Pop Chart Lab lässt sich das Teil als Print ordern und bequem durch die übergroße Genealogie navigieren. Also vorbeisurfen, würde ich mal sagen…

The long-awaited reboot of the most extensive charting of video game controllers ever. Now detailing 119 species and 11 genera over seven decades of gaming.

via bitrebels

Supercut: Die Twin Towers als Hintergrund in Filmen

Vielleicht scheinbar nur eine Randnotiz… Aber immerhin beweist die zahllose Verwendung der Twin Towers als Hintergrund in Filmen, wie ikonisch die beiden Gebäude für das Stadtbild New Yorks waren. Oft erscheinen sie nur am Rand des Bildes, mehr als oft werden sie gar nicht näher thematisiert, bilden nur den verschwommenen Hintergrund für die Filmhandlung. Und doch stehen sie wie kein anderes Gebäude für die Verlockungen, Gefahren und die Atmosphäre der prototypischen amerikanischen Metropole. 9/11 verursachte nicht nur als grauenhafter Terroranschlag ein amerikanisches Trauma, sondern ebenso als Angriff auf den architektonischen Mythos der vermeintlich unverwundbaren westlichen Großstadt. Dieser Supercut stammt von Dan Meth und zollt den gefallenen Türmen noch einmal cineastischen Tribut.

“From 1969 to 2001, the Twin Towers made countless cameos in Hollywood films. Sometimes featured prominently in the foreground, sometimes lurking in the distance. This montage celebrates the towers’ all-too-short film career with songs that capture the passing decades. Man, I miss them.”

via

9/11 – Superhelden im Schock

Zum Zehnjährigen der Terroranschläge des 11. Septembers bietet es sich natürlich an, einen Rückblick auf die kulturelle Verarbeitung der Katastrophe zu werfen. Ganz hervorragend geschieht dies auf dctp.tv in dem 45minütigen Interview mit Ulrike Sprenger, die die Reaktionen der klassischen US-Superhelden auf den Anschlag betrachtet.

US-Superhelden (Hulk, Spiderman, Captain America, Iceman, Ironman, The Big Four u.a.) reagierten mit Trauer auf das Attentat gegen die Twin Towers. Feuerwehrhelden mussten sie trösten. Die bedeutendsten Super-Heroe-Creators der Welt haben die neue Arbeitsgemeinschaft zwischen Super Heroes und Realhelden in Bildern festgehalten.Woraus bestehen Super Heroes? Warum konnten sie den Schlag vom 11.9. nicht verhindern, können ihn aber so machtvoll vergelten? Dr. Ulrike Sprenger berichtet.

Thrice – Major/Minor (Stream)

Thrice gehörten zu den spannensten Newcomer des letzten Jahrzents und sind eine der besten Post-Hardcore-Bands überhaupt. Nach den ambitionierten Konzeptalben “Vheissu” und “The Alchemy Index” ging es mit “Beggars” wieder einen Schritt zurück zu dem direkten Sound des Debüt-Albums von “The Artist In The Ambulance”. Das neue Album Major/Minor gibt es nun ab sofort als Stream und damit die Antwort auf die Frage ob Thrice den Weg weiter zurück gehen oder wieder in Richtung Progressive Rock abdriften. Das Album erscheint am 20.09.2011.

 

Berlin Festival 2011 – Mixtape (Free Mp3)

Ab heute findet in der Hauptstadt das zweitägige Berlin Festival statt und Freeload spendiert uns ein Mixtape.

Hier die Tracklist, dort der Download:

1. Aloe Blacc: “I Need A Dollar” (Cee-Roo Remix)
2. Bag Raiders: Way Back Home (Universe Remix)
3. Clap Your Hands Say Yeah: Same Mistake
4. Austra: Lose It
5. James Blake: Limit To Your Love
6. Mogwai: San Pedro
7. Yelle: Safari Disco Club
8. Rainbow Arabia: Remix-Album
9. Retro Stefson: Mama Angola
10. The Drums: Me and the Moon (Twin Shadow Remix With No FX)
11. The Rapture: How Deep Is Your Love
12. Santigold feat. Karen O (Yeah Yeah Yeahs): Go
13. Diplo feat. Skrillex: Amplifire Kristian Edit
14. Hercules And Love Affair: Painted Eyes (Edit)

Hörenswertes August/September 2011 II: Primus, Thees Uhlmann, Sungrazer, Beirut

Jepp… das Sommerloch. Viel Musik gehört, aber wenig Muße zum Schreiben gefunden. Das wird jetzt nachgereicht. Rinko hat ja schon ordentlich mit Sommer-Indie-Rock, Postrock und beginnender Herbstdepression losgelegt. Hier soll ebenfalls noch einmal  nach den Klängen des endenden Augusts und beginnenden Septembers gesucht werden. Auf dem Dienstplan steht verschrobener Avantgarde Funkrock der klassischen Art von Primus, die Naivität der neuen Hamburger Schule im frischen Gewand von Tomtes Thees Uhlmann, der sich auf Solo-Abwegen befindet, melancholisch stimmungsvoller Folk von Beirut und hitzigkalter progressiver Stoner Rock von Sungrazer…. Alle auf der Suche nach der verlorenen Jahreszeit.

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