Nightmare Before Christmas – Mixtape von Caribou

Amtliches, düsteres, schräges und von avantgardistischen Tönen zersetztes Mixtape von Caribou. Dieser ist einer der Kuratoren des Nightmare Before Christmas Festivals, das vom 9. bis zum 11. Dezember in Minehead stattfindet. Das dazu passende einstündige Mixtape featured unter anderem Four Tet und Sun Ra und bewegt sich an den Schnittpunkten von Electro, Free Jazz und Experimental. Ziemlich kaputtes Zeug mitunter…aber soooo gut!

Please enjoy this amazing mix put together by Dan Snaith (Caribou), who has created an intense hour long journey through the artists chosen for his day of the event, highlighted by a new and previously unreleased remix of Improve Me by Junior Boys.

Caribou – Nightmare Before Christmas Mix by All Tomorrows Parties

via Musikexpress

Trailerprogramm: Brave, Shame, Rampart, Crashtastic, ROBO-G, Mirror Mirror, Detachment

Brave [Pixar]

Das sieht doch echt mal ordentlich aus. Pixar und Disney kooperieren erneut und heraus kommt kein klassisches, humoristisch aufgebrochenes Trickspektakel sondern ein waschechtes Epos zwischen Historienfilm, Fantasy und Coming-of-Age-Märchen. Der in den schottischen Highlands angesiedelte Brave erinnert sowohl ästhetisch als auch dramaturgisch an einige der ernsteren Disney-Zeichentrickfilme der 80er und 90er Jahre… nur eben ohne die niedliche Aufbereitung. Kein kleines, verrücktes Tier weit und breit, anscheinend auch keine Musical-Einlagen, und auch Romanzenkitsch ist im Trailer nicht auszumachen. Stattdessen eine epische Geschichte um Selbstfindung, ein wenig klassischer Pixar-Humor und große, starke animierte Bilder. Sieht vielversprechend aus, auch wenn das Grundgerüst “Frau muss sich in Männerdomäne beweisen” alles andere als originell ist.

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Hip Hop 2011 – The Industry vs. The New Underground

Eine wunderschöne Infographic zu der momentan etwas unübersichtlichen Situation im Hip Hop, wo sich satte Mainstream Rapper und ein neuer dymanischer Underground gegenüber stehen. Die vollständige Größe der Grafik gibt es auf der Spin-Homepage.

Le Guess Who? – Festival (Mixtape & Stream)

Für alle die es geschafft haben, die komplette Festival-Saison zu verpennen gibt es an diesem Wochenende Hoffnung in Form des Le Guess Who?- Festival. Das schicke Indoor-Festival findet vom 24.-27.11 im niederländischen Utrecht statt und ist zumindest für die angrenzenden Bundesländer gut und schnell zu erreichen. James Blake, Panda Bear, Shabazz Places, Steven Malkmus und viele mehr sollten dem Musikfanatiker den Mund wässrig machen und wer sich dann doch wieder für das Wohnzimmer entscheidet, kann ja immerhin das tolle Mixtape anhören, was Drowned In Sound zusammengestellt hat.

via Braids (privater  Soundcloud-Stream)

via Drowned in Sound

Slowtallica

Erstens wollten wir hier ja eigentlich noch gemeinsam über das Loutellica-Experiment lästern, oder zumindest zanken, wer von uns es nun am scheußlichsten findet, oder aber… nein, das ist dann doch zu abwegig. Zweitens wollte ich ja eigentlich noch was über Proto-Drone der 90er Jahre schreiben. Und drittens fühle ich mich gerade unglaublich müde und schwermütig… Wie es sich gehört, passen alle drei Punkte perfekt zu diesem Blogpost.

Soundcloud-User InaudibleWhisper hat die S&M-Version von Metallicas Nothing Else Matters durch den Entschleuniger gejagt. Achtmal so lange, achtmal so langsam ist dieses 50minütige ätherische Wabern, das zwischen breiten, hängenden Sounds aus scheinbar anderen Sphären und beschwörenden Vocals nur noch entfernt an den Metal-Balladen-Klassiker erinnert. Ist zwar schon ein Jahr alt, und hat bestimmt der ein oder andere von euch bereits gehört… so was hat mich ja aber auch noch nie vom bloggen abgehalten. Insofern: Alt, langsam… aber verdammt gut!


via

Mein liebster Feind – Werner Herzog und Klaus Kinski auf Arte+7

 

Seit gestern und damit für die kommenden sieben Tage ist Werner Herzogs herausragender Dokumentarfilm Mein liebster Feind (1999) auf Arte+7 online zu sehen. Werner Herzogs mal rühriger mal bissiger Blick auf den Weggefährten, Freund und Kontrahenten Klaus Kinski wurde ja bereits bei unseren besten Dokumentarfilmen der 90er Jahre ordentlich gewürdigt und ist tatsächlich ein großartiges Zeit- und Personenporträt. Nicht verpassen!

“Ich kann durch ihn hindurchsehen wie durch Wasser”, verrät Herzog. Warum sie zusammenarbeiten, werden sie auf einem Festival gefragt. “Weil er verrückt ist”, erwidert Kinski sofort, “genauso wie ich”. Das unausgesprochene gemeinsame Einverständnis, so weit zu gehen wie möglich, der Größenwahn, den sie sich gegenseitig bescheinigten, kettete sie aneinander. In dem Dokumentarfilm erinnert sich Herzog seines geliebten Feindes, dessen Ausstrahlung von “bedingungsloser Professionalität” ihm manchmal fehle.

Noch drei “The King of Limbs”-Remixe von Radiohead

Jetzt reicht es aber mal so langsam… oder? Radiohead selbst sagen, diese Stücke seien einfach zu spät fertig gestellt worden, um auf dem TKOL RMX Release Platz zu finden… wären aber so gut, dass sie sie dennoch mit ihren Fans teilen wollen: “We wanted to get them out because we’re big fans and wanted you to hear them too,”. Na dann…

via Spin

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts III

Hui, das macht langsam richtig Spaß! Wo ich eigentlich die deutschen Alben bewusst ganz nach hinten geschoben habe, fällt mir nun erst wieder auf, was für ein mutiges Jahrzehnt eigentlich die 90er-Dekade in der Heimat war. Da wurde wild rumexpermentiert, da wurden Grenzen aufgebrochen und Deutscher Hip Hop war auf seinem Höhepunkt angelangt. Ein tolles Jahrzehnt für Musik aus deutschen Landen… Hoffentlich liest gerade ein 15 jähriger mit, schmeißt später seinen ganzen Wir sind Julimond-Mist in den Müll (oder löscht ihn von der HD) und fängt wieder an spannende Musik jenseits von kantenlosem Pathos-Rock oder Heuli-Soulpop wie Tim Bendzko zu hören. Und ihr Musikproduzenten und Plattenlabels solltet diesem Beispiel folgen… Ganz ehrlich, liebe Bands aus Deutschland, dann fange ich auch wieder verstärkt an eure Musik zu hören und kaufe mir wieder eure Alben. Versprochen! So, aber nun übertrieben guten Hip Hop von Torch, frühe Qualitätsarbeit von The Notwist, nur das Beste von Mutter, Überraschendes von Grönemeyer und Grenzenloses von Den Goldenen Zitronen und Fischmob.

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Calexico – Selections from Road Atlas 1998-2011 (Stream)

Calexico veröffentlichen sämtliche Aufnahmen ihrer Tour-CDs von 1998 bis 2011 auf einer auf 1100 Stück limitierten Vinyl-Edition (bestehend aus 12 LPs, MP3 Download-Links, reichlich Lesestoff etc…). Bestellt werden kann die wahrhaft monumentale Road-Atlas-Box hier. Im Paste Magazine indes findet sich der Stream zur ebenfalls der Veröffentlichung nahenden CD Selections from Road Atlas 1998-2011, die für schmale Geldbeutel eine ordentliche Auswahl des exklusiven Vinyl-Sets enthält.

“We’ve been receiving requests from fans over the years to print the tour only albums on vinyl and so we’re excited to finally house them all in one garage. They all have their own unique personalities and read somewhat like a travelogue plus it was a lot of fun compiling old photos and quotes to make the accompanying booklet. Being fans of other artists’ rarities and box sets inspired us to make something really special as well.”

Road Atlas 1998-2011 collects the bands 8 self-released tour albums in vinyl format for the first time ever (previously only available at Calexico’s live concerts as CDs). As described by journalist Fred Mills , “you hold what the members of Calexico describe as their Road Atlas, and as a kind of alternate musical history of the band, it makes for quite a trip.

Selections from Road Atlas 1998-2011 Stream @ Paste Magazine

Keep Drawing

Wunderschöner Stop-Motion- und Zeichentrick-Short vom Studio Shelter, der sowohl in Zeichnung als auch Animation wunderbar rough und minimalistisch ist, jedem einzelnen Frame ein eigenes Look & Feel gibt und wahrscheinlich bestens als Motivationsvideo für verzweifelte und resignierende Comiczeichner taugt.

via Fubiz

ASCII Star Wars

Wow… das ist einfach nur großartig. Johnny Haeusler hat ein offensichtlich ziemlich altes ASCII-Kunstwerk ausgegraben, das bis dato auch an mir vollkommen vorbei gegangen ist: Star Wars, der gesamte Film… bestehend aus Text… und, naja, Text. Zeichen über Zeichen, ASCII über ASCII wird der Science Fiction Meilenstein von 1977 nacherzählt. Ansehen lässt sich das ganze auf dem Mac und unter Linus mit dem Terminal. Dort einfach in die Befehlszeile telnet towel.blinkenlights.nl eingeben und mit Enter bestätigen. Unter Windows läufts mit dem cmd-Tool: Einfach im Startmenü nach cmd suchen und im aufploppenden Fenster wie oben verfahren. Wahrscheinlich müsst ihr vorher unter Windows noch die Telnet-Funktion aktivieren. Wie das geht, könnt ihr hier nachlesen.

telnet towel.blinkenlights.nl

via Spreeblick

Hörenswertes Herbst 2011: Yann Tiersen, Priestbird, Collapse under the Empire, The Book of Knots

Warum zu Hölle sind wir eigentlich im Moment so trantütig, was Hörenswertes-Artikel betrifft? Rinko hat seinen Neusten schon ewig in der Warteschleife und ich habe für diese vier Reviews auch gefühlte drei Jahre gebraucht. Dabei benötigt der Mensch doch gerade in der kalten Jahreszeit – die jetzt voller Wucht zuschlägt – warme, fesselnde und epische Klänge, die ihm sagen, dass trotz sibirischer Temperaturen alles irgendwie gut wird. Hier sind sie nun also, nicht mehr ganz taufrisch, aber perfekt in den Herbst passend und diesen von seiner epischen, romantisch verdrogten und düsteren Seite repräsentierend. Während Priestbird mit wohl temperiertem Hippie-Art-Folk noch für die richtige Untermalung der Kaltwetter-Romantik sorgen, entführen uns Yann Tiersen und Collapse under the Empire bereits aus der urbanen Herbst-Tristesse, ziehen uns hinauf in himmlische Gefilde und ein Stückchen weiter, bis wir schließlich komplett im Weltraum angekommen sind. Dort ist es freilich wieder kalt, sau kalt, und wir werden von düsteren Avantgarde-Klängen von The Book of Knots durch die kosmische Finsternis gejagt. Aber im Grunde genommen passt das ja auch ganz gut zur derzeitigen Atmosphäre zwischen herbstlicher Tristesse, gelegentlichen Sonnen-Ausbrüchen und bangem Warten auf den Winter.

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Faust macht Schule in Berlin

Die Leute vom Kreartell, deren Käthchen von Heilbronn Inszenierung ich hier schon an anderer Stelle angeteasert habe, haben darauf hingewiesen, dass sie auch ihr erstes Stück wieder bzw. immer noch im Programm haben. Dabei handelt es sich um nichts weniger als DAS deutsche Drama überhaupt, Faust, der Tragödie erster Teil. Wie beim Käthchen setzt das Kreartell auch hier – nach einer Vorlage der Autorin Barbara Kindermann – auf eine unbekümmerte, jugendliche und modernisierte Inszenierung, die Respekt aber keine Angst vor dem Literaturklassiker hat. Ist zwar schon etwas länger her, dass ich der Faust-Inszenierung des Kreartells beiwohnen durfte, erinnere mich aber an einen unglaublich vergnüglichen und kurzweiligen Theaterabend, an dem der Stoff mehr als würdig repräsentiert wurde. Diese Woche Samstag am 19.11. ist das Ganze im Theater Verlängertes Wohnzimmer zu sehen. Darüber hinaus gibt es für Schulklassen die Möglichkeit, den Faust für Kinder und Jugendliche dort nach Reservierung Mittwochs oder Donnerstags Vormittags zu sehen. Weitere Infos unter faust-macht-schule.de.

„Die Kunst ist lang, Und kurz ist unser Leben“, denkt man bei so manch mehrstündiger „Faust“-Inszenierung. Das „theater-kreartell“ bringt diesen Klassiker humorvoll, modern und kurzweilig auf die Bühne. In einer überraschenden Verbindung von Sprech-, Bewegungs- und Objekttheater veranschaulichen vier Schauspieler in 70 Minuten Goethes Hauptwerk und zeigen dessen Aktualität: ob die Suche nach Lebenssinn, nach persönlichem Glück, ob Verführbarkeit oder die Verantwortung fürs eigene Handeln. Basierend auf Barbara Kindermanns „Goethes Faust für Kinder“ bewegt sich die Inszenierung gekonnt zwischen Originaltext und moderner Sprache, zwischen Ernst und Witz. Diese Kurzform des Original-„Faust“ ist nicht nur für junge Zuschauer attraktiv und baut Hemmungen vor der klassischen Literatur ab.