Helikopter-Streichquartett? – Hurz! Airwolf!

Karlheinz Stockhausen hat das “Helicopter String Quartet” bereits in den 90ern komponiert und arrangiert, wohl ausgehend von einem Traum. Ich fühl mich da stark an Hape Kerkelings “Hurz-Performance” erinnert. Hurz der Airwolf! Das liegt vor allem daran, dass ich in der modernen Musik, vor allem der modernen Klassik, das Auflösen von Harmonien und das Auseinanderfallen von Melodien für überbewertet halte. Die Musik ist das falsche Medium für dieses Narrativ. Komischerweise gibt es Menschen, die etwas ähnliches über moderne Literatur sagen und dann Döblins “Berlin Alexanderplatz” oder Joyce’s “Ulysses” verdammen.

Apropos, was die wenigsten wissen: Airwolf-Pilot Huckleberry (bester Pilot der Welt) heißt mit Vornamen Stringfellow, okay das war mir neu, aber was ich sagen wollte: er spielt Cello! Um wenigstens etwas cooles im Beitrag zu haben hier noch das Airwolf-Intro!

Hip Hop Periodensystem

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Absolut großartiges Ding von den Leuten vom Pop Chart Lab. Die haben die wichtigsten, zumindest aber bekanntesten Hip Hop Künstler of all time (Erkennt man daran, dass Vanilla Ice dabei ist, Riffraff dagegen nicht. Obwohl Riffraff genauso wie Vanilla Ice fernab von skill, dennoch unterhaltsam ist.) in ein informationsvisualisiertes PSE gepackt, in welchem das erste Releasejahr plus die Genres des jeweiligen acts angegeben sind. Man kann diese Grafik im Pop Chart Lab käuflich erwerben. Via Blogrebellen.

Glory Glory Jesus Christ – Neutral Milk Hotel, Gloria, Köln.

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Die Apostelkirche neben dem unfassbar hässlichen Neumarkt, nicht zu verwechseln mit dem Heumarkt, ist eine schöne Ausnahme in der wohl verbautesten Metropole Deutschlands.

Die zweite angenehme, ungleich unscheinbare Erscheinung, ist das schmucke Gloria, das von außen wie ein die Jahre gekommenes Strip-Lokal aussieht, aber mit seiner Theater-Atmo und bewegten Geschichte vom Lesben/Schwulen-Treff in den frühen 90ern hin zu vielseitigem Programm der Gegenwart so etwas wie Charme versprüht, was bei den Mehrzweckhallen und Bunkern dieser Republik ja nun wirklich nicht Standard ist.

Der richtige Ort also für eine Auferstehung, auch wenn vor dem Gloria die Szenerie wenig feierlich ist: weiterlesen

Don’t try this at home! – Unspielbares Klavierstück

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Aus SuperMarioBros2 Impossible Music Factory. Ein unspielbarer polyphoner Höllenritt auf einem Midi-Piano. Es beginnt noch recht gediegen, dann aber ab der 30. Sekunde bricht die Hölle los und unfähiges Mensch kann nur staunend zuschauen, wie es von wahnsinniger Maschine an die Wand gespielt wird. Aber Menschlichkeit hat Neue Musik auch noch nie wirklich gebraucht…

via Kotzendes Einhorn

Michael Jacksons BAD wird 27!

Und auf arte+7 ist bis nächste Woche Sonntag die von Spike Lee gemachte Doku zum (allerdings) 25. Jubiläum des Albums hier anzuschauen. BAD war meine erste Platte vom King of Pop. Ich hatte es als Tape und es war die Befreiung von den Schnulzen meiner Eltern, der Beginn meiner musikalischen Lossagung. Ein Kumpel hatte Thriller und ich holte mir später noch Dangerous. Die Doku erzählt anhand der Musikvideos des Albums eine Erfolgsgeschichte der Popmusik, die sich in Jackson sozusagen manifestiert, wobei er selbst nicht als musikalisches Genie entrückt erscheint, sondern einfach nur gezeigt wird, dass er perfektioniert hat, was er seit Kindestagen an tut. Sein Dasein als King of Pop gewinnt dadurch etwas normal-menschliches. Da viele von seiner schwierigen Kindheit wissen, von dem Erfolgsdruck, der Strenge und dem unbedingten Funktionieren, wodurch soviel Kindheit in seiner Kindheit verloren ging, entbehrt diese Doku auch nicht einer gewissen Tragik. Wer schon immer wissen wollte was dieses JAMONA ist und wie es Anne geht (Anne are you ok? aus smooth criminal), hier wird so einiges klar.

zur Arte Doku Bad 25

 

Die einzige Musike, die den Titel WM-Song verdient: Deichkind feat. Das Bo – Ich habe eine Fahne

Okay also dieses Trapding hat mich erst verstört. Ich glaube das ist der schlechteste Trapbeat, den ich jemals,… aber egal, der Reim ist fett… Jedenfalls, diese WM sollte niemand schauen, sie ist eine Farce, ein Totentanz.

Sängerinnen von ADAM singen bis zum Orgasmus…

Warum ist das bis jetzt an mir vorbei gegangen? Die Sängerinnen der niederländischen Electropop-Band ADAM singen “Go to Go”, während sie gleichzeitig mit elektronischer Stimulation zum Orgasmus gebracht werden: Heiß, befreiend und einfach nur wunderschön. Erinnert natürlich an das großartige Hysterical Literature Projekt und bekommt daher in der B-Note ein paar Originalitätspunkte abgezogen: Im freien Gesang funktioniert das Konzept mMn. aber sogar um einiges besser als am Schreibtisch sitzend, einfach, weil die Protagonistinnen hier weitaus ungebundener, weniger beim Publikum und mehr bei sich selbst zu sein scheinen. Und nach wie vor gilt natürlich, dass Orgasmen mit zu den schönsten Erscheinungen dieser Welt gehören.

Direktorgasmus via Mind’s Delight

Egal ob Mensch oder Wurst…

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Jedes Jahr frage ich mich erneut, was ich an dem jeweiligen Grand Prix d’ Eurovision Songcontest denn nun am schlimmsten finden soll. 2014 wurde mir die Antwort ziemlich leicht gemacht: Natürlich die nervigen, konservativen, homophoben, ewiggestrigen Kackbratzen, die nicht damit klar kommen, dass ein Mann in der Rolle einer Frau mit Bart den Sieg eingeheimst hat. Fuck you, assholes!

Foto via Barbara

Wenn man hörte, was man sieht…

…und es wirklich gut meint! Youtuber Felix van Eltz kann es nur gut gemeint haben, als er Akkorde und Rhythmik dieser “Band” von dieser einen Blonden,… mit den Brüsten, das WM-Lied?, na egal… analysiert und die “Griffe” dann nachgestellt hat. So oder so ähnlich hätte diese “Sache” geklungen, wenn man die Instrumente angeschlossen hätte, sagt van Eltz. Ich befürchte, es wäre weitaus *kakophonischer,… wenn das möglich wäre.

Disclosure – Grab Her (Musikvideo)

Lasst uns noch die letzten Stunden vor dem Arbeitsbeginn genießen, denn morgen erwartet uns wieder so ein Ekel wie in dem neuen Video von Disclosure. Die habe ich ja bereits hier abgefeiert und finde den Sound immer noch fresh.

Hörenswertes Frühling II: Eels, Skrillex, Tycho, Cloud Nothings, Todd Terje, Damon Albarn

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Eine große Einleitung? Nee, diesmal nicht. Der Artikel hier muss schnell raus und ich auch. Blasenentzündung und so. Was die Alben angeht: Der Frühling ist mächtig!

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WTF der Woche: Das Katzenklavier

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Bereits im Januar führte der Guardian in einer Liste der zehn schrägsten Musikinstrumente ein ebenso obskures wie grausames Instrument auf, das allem Anschein nach aus dem deutschsprachigen Raum stammt und schmerzhafte Musik mit einer noch schmerzhafteren Performance kreuzt. Das Katzenklavier besitzt sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel, in dem allerdings gleich zu beginn eingeräumt wird, dass es sich wohl nur um eine Satire handelt, die in realer Form nie existiert hat. Zugeordnet wird der Entwurf des irren Folter-Instruments dem Jesuiten und Universalgelehrten Athanasius Kircher (1602 – 1680), der mit seinen Plänen für Wasserkraft-betriebene, automatische Orgeln durchaus so etwas wie eine Koryphäe für den Entwurf revolutionärer Musikinstrumente im 17. Jahrhundert war.

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Einige von The Mars Volta + Flea = Antemasque

Natürlich ist das nicht an uns vorbeigegangen! Schon gar nicht an mir. Seit Wochen höre ich mal wieder ganz hart The Mars Volta. (an dieser Stelle: <3) Und jetzt bilden einige ehemalige Mars Volta Leute (Omar Rodríguez-López, Cedric Bixler-Zavala, Dave Elitch) mit niemand geringerem als Flea, von den Red Hot CPs, eine Supergroup: Antemasque. Und eine erste Single gibt es auch schon!  Das frohlockt meinem Herzen doch tatsächlich ein JubelJubelFreuFreu. Ganz GROß wird das.

via

Musik aus der Heimat I: Messer, Alligatoah, Love A, The Ocean, Feine Sahne Fischfilet, Die höchste Eisenbahn

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Schland steht Kopf. Die Onkelz sind wieder zurück und erfreuen uns mit Männergeheule, Patrioten-Geprolle und ausgelutschten Rocker-Fantasien aus der Steinzeit. Ein Glück, dass es in unserer Heimat genug Alternativen und eine Menge großartiger Newcomer gibt, die es allesamt wert angehört zu werden, allein schon weil sie teils mit viel Charme, aber auch mit genügend Wut im Bauch auf sich aufmerksam machen. Hier also nach längerer Pause wieder eine kleine Auswahl wirklich spannender Bands aus der ganzen Republik. Tja, Raab und BuViCo never made it happen…

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Perspektivwechsel: The Dark Side of the Covers

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…Und gleich noch ein bisschen Cover-Art-Dekonstruktion hinterher. Flickr-User Harvezt hat sich den potentiellen Rückseiten bekannter Alben-Cover angenommen und diese in einem Flickr-Set verewigt. So erfahren wir endlich die Wahrheit über Bruce Springsteens rote Streifen auf Born in the USA, verstehen, warum die Beatles so unbekümmert die Abbey Road überqueren können, sehen gegen wen Eddie sich auf Iron Maidens Killers verteidigen muss und wohin der Blick des Reisenden auf Led Zeppelins IV wandert. Verspielte Pop-Dekonstruktionen mit einem Augenzwinkern. Gefällt!

The Dark Side of the Covers via Kotzendes Einhorn