SAFI – Sagen und Denken

Einer meiner Vorsätze für das Jahr 2015: Mal wieder etwas mehr neue Musik kennenlernen. Von SAFI habe ich bis dato noch nie gehört (obwohl sie wohl schon etwas länger dabei sind) und der Vorbote ihres kommenden Albums “Sagen und Denken” klingt verdammt spannend. Irgendwo zwischen Postcore, deutschem Indie-Rock mit leicht kryptischen Texten und verträumter Noise-Attitüde… Die großartige Stimme von Sängerin Safi scheint immer ein bisschen zu brüchig, zu fragil, sowohl für die eindringlichen Lyrics als auch das sie begleitende Saiteninferno. Genau dadurch schafft sie aber eine unheimlich enervierende Spannung, die sich konsequent durch diesen fantastischen Shoegaze/Rock/Core-Song zieht. Erscheinen soll das Album im Mai… Man darf gespannt sein.

SAFI via Plattentests

Direkt aus Helge Schneiders Experimentierkeller

Man vergisst ja allzu gerne im Angesicht – der zugegeben wirklich genialen – Blödelfilme und von Katzeklo was für ein Multitalent Helge Schneider doch ist. Wenn er einfach mal nur er selbst sein kann, dann geht er auf jeden Fall ab wie Schmidts Katze (oder so…). Meine Top3 der Helge’schen Veröffentlichungen sind btw.:

1.) Die Arbeiten mit Alexander Kluge 
2.) Seine Jazzalben
3.) Doc Snyder

…aber Katzeklo schafft es auch in die Top10.

via Dressed like Machines

Newcomer 2015 – Seite 360 wagt einen Ausblick in die Zukunft

orakles

Ach, der Blick in das Orakel war eigentlich schon immer ganz lustig und irgendwie habe ich diese Rubrik schleifen lassen, weil meine Musikleidenschaft sich schon seit einiger Zeit nicht mehr so wirklich auf Newcomer konzentrierte, bei denen ich eh gelangweilt nach 5 Sekunden die unüberhörbaren Vorbilder und viel zu wenig Eigenständigkeit heraushören kann.

Aber ich habe mich  für Anfang 2015 mal seit langer Zeit wieder durch massig Blogs gegraben und eine kleine Auswahl an Künstlern gefunden, die mich dann doch überzeugt haben, wenngleich auch kein massiver Hit wie “Wonderful Life” von den damals unbekannten Hurts dabei ist. Das macht aber nichts, wenn die vorgestellten Künstler danach eher durch Substanz auffallen als im Frühstücksfernsehen enden.

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Das Jahr 2014

Welch tolles compendium des vergangenen Jahres. Wer, so wie ich, nicht alles wiedererkennt, findet auf beutlerink.com, was auch die Quelle ist, eine Liste der Ereignisse plus ein kleines making-of und hier das Bild in größer. Was mich dennoch stört: die Welt ist mir hier viel zu heile. Das Wiedererkennungsspiel ist lustig, aber es ist auch ziemlich verniedlicht und viel Relevantes ausgespart, während man auf anderes hätte verzichten können. Kurz: 2014 war ein krasseres Jahr (im Sinne von “unschön”) , als dieses Bild vorgibt.

Beutler_Ht2014

via this isn´t happiness

Hörenswertes: Scott Walker & Sunno))), Marianne Faithfull, Damien Rice, Pink Floyd, TV on The Radio

fluchtpunkthafen

Au revoir, auf Wiedersehen
goodbye, tschüss und baba
es ist soweit, adiós, au revoir
(Ja Panik- Au Revoir)

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15 Jahre – Happy Birthday, Plattentests.de

plattentests

Wenn ich nach meiner musikalischen Sozialisation gefragt werde, kommen mir natürlich als erstes die Bands in den Sinn, die ich als junger Teenager gehört habe: Nirvana, Metallica, NOFX, R.E.M… etc…. eben alles, was der early 90’s Alternative Rock und Metal so hergibt. Vielleicht verliere ich dann noch ein paar Worte dazu, wie ich von MTV geprägt wurde, wie ich die Plattensammlung meines älteren Bruders durchstöberte oder wie ich in den späteren 90ern auf diversen Festivals immer die Künstler suchte, von denen ich vorher noch gar nichts gehört hatte, einfach nur, um mir ein Bild davon zu machen, ob ihre Musik DIE perfekte Musik für mich sein könnte. Und dann, wenn es darum geht, welche schriftlichen Publikationen meinen Musikgeschmack entscheidend mitgeprägt haben, lande ich – noch vor Visions/Intro/Pitchfork/NME und Konsorten – ohne große Umwege direkt bei einem Namen: Plattentests Online. Ein – wohl gar nicht mal so kleines – Portal für Musikrezensionen, mit hervorragenden Texten, viel Potential für goldene musikalische Fundstücke abseits des Mainstream (und auch der eigenen Indie/Alternative/Rock Filter Bubble) und einem der außergewöhnlichsten Foren des gesamten Internets. Diese großartige Seite wurde diesen Monat 15 Jahre alt. Zeit für ein paar Glückwünsche und Worte des Dankes.

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Ein Musikvideo als physikalisches Experimentierfeld

Großartiges Mashup nach dem Prinzip Science Vs. Music von Nigel Stanford. In CYMATICS geben die Schallwellen elektronischer Klänge den Takt vor, spielen mit Resonanz, Tesla-Spulen und all dem anderen Kram, der sonst in eine gute Physik-Vorlesung gehört. Great Job!

NigelStanford.com/Cymatics via Erklärfix

Forget me not! – Gegen das Vergessen in Spotify

forgetspotify

Nachdem vor kurzem herausgekommen ist, dass es in Spotify einen versteckten, noch nicht aktiven Code-Snippet für die Integration von Podcasts gibt, bin ich wieder schwer am Überlegen, mir demnächst ein Abo des Musik-Streaming-Dienstes zu gönnen. Bin nach wie vor Fan, insbesondere von der Desktop-Version inklusive Erweiterungsmöglichkeiten durch diverse Apps (unter anderem auch von den großen Musikzeitschriften wie Pitchfork oder NME), die es ziemlich komfortabel machen, aktuelle, spannende Musik zu entdecken.

Aber es gibt auch die dunklen Ecken in Spotify: Vergessene Künstler, vergessene Alben, Songs die auf dem Dienst noch überhaupt nicht gehört wurden und die ein Schattendasein zwischen all den anerkannten und gehypten Stücken fristen. Laut Forgotify betrifft dies rund 4 Millionen Songs. Und die Website hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Missstand zu bekämpfen. Per Random Prinzip kann man sich  dort von vergessenem Song zu vergessenem Song klicken. Beim Testlauf bin ich über die Live-Aufzeichnung irgendeines Kinderorchesters, eine Mozart-Aufnahme und schrammeligen, schrägen Indien-Rock (genau, Indien, nicht Indie) gestolpert. Musik hören gegen deren Vergessen. Gefällt.

Forgotify via Interweb3000

Poetisches für den Sonntag: Ein Plattenspieler unter dem Mikroskop

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Eigentlich sollte nicht ich das veröffentlichen, sondern unser Vinyl-Enthusiast Rinko. Anyway, wunderschön ist es, selbst wenn man weder Plattenspieler noch Platten zu Hause stehen hat. Ein Plattenspieler unter dem Mikroskop, extrem vergrößert bis zu dem Punkt, an dem man die Wellenform der gespielten Musik sehen kann. Gänsehaut!

via Kottke

Mogwai @ Pitchfork Music Festival Paris

60 Minutes of pure Postrock Awesomeness. In your Face, November!

Setlist:
01. Heard About You Last Night
02. I’m Jim Morrison, I’m Dead
03. Travel is Dangerous
04. Rano Pano
05. Hunted By a Freak
06. Mogwai Fear Satan
07. Deesh
08. Remurdered
09. Teenage Exorcists
10. Mexican Grand Prix
11. We’re No Here

Mogwai Full Set – Pitchfork Music Festival Paris

Was passiert, wenn jemand ein “Band Aid 30″ Video auf Facebook teilt?


Einen habe ich noch für den Freitag Abend (und alle vom Internet gelangweilten Facebook-Timeline-Aktualisierer da draußen). Eine großartige Infografik von Misha Anouk darüber, was beim Teilen eines Band Aid 30 Videos auf Facebook passieren kann. Und ja, ich kann mich auch Mishas Geständnis anschließen: Entdecke mich so in ziemlich allen Beiträgen – abgesehen von den Verschwörungstheorie-Posts – wieder. Dieses Jahr aber nicht, da bleibt dieses Blogpost mein einziger Kommentar zu dem Thema… vielleicht… versprochen … hoffe ich…

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Band Aid 30 – Do They Know It’s Christmas? (2014) (Amazon Partnerlink für einen guten Zweck)

Facebook und Band Aid 30 via Kraftfuttermischwerk

Ken Jebsens Anwälte mahnen Antilopen Gang ab

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Ich habe ja so meine Probleme mit deutschsprachigem Hip Hop. Der neueste Song der Antilopen Gang ist aber großartiger Politrapp vom feinsten. “Beate Zschäpe hört U2″ legt wunderbar den Finger in aktuelle deutschen Wunden, rantet über Neonanzis, ausländerfeindliche und deutschnationale Umtriebe und findet nebenbei noch Zeit, ordentlich über die so genannten Friedensmahnwachen (aka. Wahnmachen) abzulästern (Ihr wisst schon: Die Typen mit den Chemtrails, der FED, und dem nie untergegangenen deutschen Reich; irgendwo zwischen Verschwörungstheorie, Esoterik und obskuren Links/Rechts-Querfronten). Das dicke Ende des Songs kommt aber noch: Ken Jebsen, seit seinem Rauswurf beim RBB selbsternannter unabhängiger Journalist und Verbreiter so mancher obskurer Thesen, auf die die Querfrontler und Verschwörungstheoretiker  der oben genannten Wahnmachen gleichermaßen abfahren, lässt seine Anwälte die Antilopen Gang wegen der Lyrics des Songs abmahnen. Immer wieder lustig, wenn ausgerechnet die, die sonst am meisten rumjammern, dass ihre Meinung hierzulande unterdrückt werden würde, die juristische Keule zum Unterdrücken missliebiger Meinungen auspacken.

Ziel der Abmahnung ist wahrscheinlich folgender Abschnitt aus dem Song:

Jeder kennt einen der von Verschwörung schwadroniert
Und er weiß wer die Medien und Börsen kontrolliert
Dem es leichtfällt die Welt in Gut und Böse zu sortieren
Und er kennt auch immer eine simple Lösung des Problems
Zu Verschwörungstheorien gehören Vernichtungsfantasien
Sie können sagen was sie wollen, sie sind schlicht Antisemiten
All die Pseudo-Gesellschaftskritiker
Die Elsässer, KenFM-Weltverbesserer
Nichts als Hetzer in deutscher Tradition
Die den Holocaust nicht leugnen, sie deuten ihn um
Die Nazis von heute sind friedensbewegt
Und sie sind sehr um Palästina bemüht
Sie sind tierlieb, doch sie wollen Kinderschänder lynchen
Und sie wissen dass die Chefs der Welt im Hinterzimmer sitzen
Man kann und darf mit diesen Leuten gar nicht mehr reden
Es sollte nur darum gehen ihnen das Handwerk zu legen.

Wie gesagt, deutscher Hip Hop ist eigentlich nicht so meins und von der Antilopen Gang habe ich vorher – so weit ich mich erinnere – noch nie gehört. Diese Lyrics gehören aber ins Tagebuch geklebt… allein schon wegen Streisand und so.

Achja, weil es so schön ist, anbei noch die Stellungnahme der Band von ihrer Facebookseite:

Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen möchte “Beate Zschäpe hört U2″ verbieten lassen!

Wer sich „Aversion“ noch nicht zugelegt hat, sollte sich lieber beeilen, denn es könnte bald zu spät sein: Der Berliner Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen (spricht u.a. im Zusammenhang mit dem Massenmord vom 11. September 2001 von einer „Terrorlüge“ bzw. vom „warmen Abriss des World Trade Centers“) hat die Anwaltskanzlei „Scheuermann Westerhoff Strittmatter“ damit beauftragt, Teile unseres Liedes “Beate Zschäpe hört U2″ zu verbieten, weil er sich dadurch verunglimpft sieht. Ken Jebsen droht uns durch seine Anwälte mit gerichtlichen Schritten und Schadensersatz, sollten wir das Lied weiter verbreiten. Es belustigt uns, dass ausgerechnet der Typ, der ständig mit den abenteuerlichsten Anschuldigungen und wildesten Theorien gegen politische Gegner schießt, sofort schwerste rechtliche Geschütze auffährt und mit Strafandrohungen um sich wirft, wenn er sich mal selbst betroffen fühlt. Wir sind uns sicher, dass wir als Künstler in unserer Musik die Freiheit haben müssen, zu sagen, was wir sagen möchten, ohne dass direkt irgendein dahergelaufener Otto oder Ken ankommt, der uns inhaltlich beschneiden will und unseren finanziellen Ruin in Kauf nimmt. Bevor wir uns weiter dazu äußern, werden wir die nächsten Schritte nun sorgfältig prüfen müssen. Einschüchtern lassen wir uns jedenfalls nicht.

Na dann fröhliches (Partnerlink-)Shoppen… wie gesagt, Streisand und so…

via Kraftfuttermischwerk

Faith No More – Motherfucker (Stream)

Fucking 17 Years… und trotzdem fühlt es sich gerade an als wären Album of the Year und King for a day, fool for a lifetime (immer noch eines der besten Crossover/Alternative-Rock Alben überhaupt) erst gestern gewesen. Die Single wird als Seven-Inch am 28. November veröffentlicht und das siebte Studioalbum der Jungs wird dann wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Get the Motherfucker on the Phone! Can hardly wait!

via rollingstone

Eclectic Method – 2001 : A Remix

Schöner Remix von Eclectic Method, in dem “Also sprach Zarathustra” zu Bildern und O-Tönen aus Kubricks Science Fiction Klassiker ordentlich durch den E-Mixer gejagt wird. Passt! Und ich habe mal wieder unfassbare Lust auf den Film…

Eclectic Method – 2001 : A Remix via Progolog