I Hate Poetry!!!

Ich kann den Hass des Fünftklässlers verstehen, dem in seinem Rant über Poetry lustigerweise selber einer der besten Gedichte ever gelungen ist.

Panajotis, du hast mein Herz erobert und mich von dem ekelhaften Gesülze von Julia Engelmann befreit! Diese eklige Fast Food Poetry mit Tonnen an Feenstaub ruft bei mir immer noch in regelmäßigen Abständen Schüttelkrämpfe hervor.

Die Transkription des Textes gibt es übrigens hier.

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Full Nerd Jacket: Fail Compilation – Inszeniertes Scheitern und Kapitalismus

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Ist inszeniertes Scheitern Scheitern? Ist es nicht vielmehr etwas Geglücktes? Ein Anti-Fail? Spiegelt sich dieses Verhältnis nicht im Kapitalismus wieder? Sind geplante Obsoleszenz und Börsenblasen nicht Sinnbild für dieses Verhältnis? Erfolgreiche Geldakkumulation auf der einen Seite und Arbeitslose, Armut und Schrott auf der anderen. In einem interdisziplinären und kulturtheoretischen Move blicke ich zunächst  auf das (nicht-) Versagen in Kunst und Kultur. Davon dann ableitend wird deutlich, dass das Scheitern nicht nur ein weit größeres Ausmaß hat als uns lieb ist, sondern darüber hinaus uns alle angeht, weil das Failen nicht selten systemimmanent ist.

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Ulysses in zehn Stunden lesen?

Es gibt nicht so wenige Bücher, die ich noch lesen will. Ihr kennt das. Aber wann soll ich das alles machen? Das deutsch-amerikanische Startup spritz schafft da vielleicht Abhilfe. Beim Lesen geht die meiste Zeit für die Bewegung der Augen drauf. spritz umgeht diese Bewegung. Schaut euch nach dem Klick das Video an. Zweieinhalb Dinge sage ich auch dazu. weiterlesen

Books on Tape: Literatur im Elektroschrott

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Books on Tape ist ein spannendes Projekt von Woody Leslie, bei dem aus den Resten obsolet gewordener Technik Buchcover hergestellt wurden. Ist natürlich ein Fest für jeden Bibliophilen: “Seht her! Während eure ehemals modernen Datenträger heute nur noch Schrott sind, besteht das klassische Medium Buch fort, kann sich den Bits und Bytes Müll gar zu Nutze machen, um in neuem Glanz zu erstrahlen!” Ich bin ja echt alles andere als ein Tech-Verachter… und das Papier möglicherweise irgendwann in naher/ferner Zukunft komplett von digitalen Datenträgern abgelöst wird halte ich sowohl für wahrscheinlich als auch durchaus erstrebenswert… kurz innehalten und dem traditionellen Buch Ehre erweisen, kann trotzdem nicht schaden, vor allem, wenn es so künstlerisch wie hier umgesetzt ist.

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Books on Tape via Book Patrol

Eine gut sortierte Bibel

Der Programmierer und Buchliebhaber Peter Harkins hat die Bibel alphabetisch geordnet und das Ergebnis mittels Computeralgorithmen wieder in klassische Bibelform gebracht. Eine “Well-Sorted Version” des Buchstabensalates Gottes: Im Anfang war das a, und das a war bei Gott, und Gott war das a.

I wrote a program to read through the Bible and extract each letter in turn, preserving the order of lowercase and capital letters. The program then poured those sorted letters back into all the structure of books, chapters, verses, paragraphs, and words. […] For example, the KJV opens with the title, “The First book of Moses, called Genesis” and this book opens with “aaa aaaAa aAaa aA….” The length of each word matches up to the original, and the A’s in the KJV appear in this order of upper and lower case.

Though it seems like gibberish at a glance, the book rewards careful examination. Capitals are not distributed but come and go in waves, giving clues to the content. Unsurprisingly, there are far more capital Js than lowercase. The capital K’s appear in clumps as a name or the title ‘King’ is used. And there are exactly 7 uppercase Qs

Well-Sortet Bible via Nerdcore

Die ausbleibende Revolution – Analyse des deutschen TV-Serienmarktes

Drüben bei Dietrich Brüggemann findet sich derzeit ein wirklich, wirklich, wirklich großartiger Text, der zum einen analysiert, wie es zu der großen TV-Serien-Revolution in den USA kommen konnte, und zum zweiten den deutschen Fernsehmarkt darauf abklopft, ob er in naher Zukunft ähnliche Qualität liefern könnte. Dass das Ergebnis der Analyse eher pessimistisch ist, dürfte nicht überraschen, überraschend ist allerdings mit wie viel Akribie sich der anonyme Verfasser dem Thema widmet und wie fundiert und plausibel seine Argumentation aufgebaut ist. Nein, das ist kein gewöhnlicher “Die deutschen Fernsehmacher sind doof”-Rant, sondern eine komplexe, 32seitige (!) essayistische Analyse, die an den entscheidenden Stellen zwar auch nicht mit Polemik geizt, alles in allem aber äußerst sachlich und argumentativ untermauert daherkommt. Ja, das ist ein Lesebefehl.

Eine Analyse, was die Qualität der neuen US-Serien eigentlich ausmacht und warum genau diese Qualität im deutschen Fernsehen auf unbestimmte Zeit nicht zu sehen sein wird.

Die ausbleibende Revolution via Dietrich Brüggemann

The British Library veröffentlicht Tonnen von Bildern auf Flickr

Über 65.000 Bücher vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Über eine Million Scans, alle urheberrechtsfrei: Fotografien, Buchillustrationen, Grafiken… die gerade auf Flickr veröffentlichten Scans der British Library haben durchaus das Zeug zu einer der größten Bilder-Fundgruben im Internet zu werden, zumal offensichtlich zusätzlich geplant ist, eine Oberfläche zu veröffentlichen, auf der User die Bilder kommentieren und ihren Inhalt beschreiben können. Ein großartiges Geschenk für das Internet und zudem ein weiterer wichtiger Schritt, um dieses zu einem gigantischen Archiv der menschlichen Kultur werden zu lassen:

We have released over a million images onto Flickr Commons for anyone to use, remix and repurpose. These images were taken from the pages of 17th, 18th and 19th century books digitised by Microsoft who then generously gifted the scanned images to us, allowing us to release them back into the Public Domain.

A Million First Steps + The British Library Flickr via Creative Review

Wissenschaftliche Arbeit: Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists

Ich glaube, ich habe es schon mal kurz angekündigt: Ich wollte meine Magisterarbeit über die Motivik der Improvisation im Spätwerk Heinrich von Kleists auf jeden Fall auf irgendeine Weise der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und da ich weiß, dass es utopisch ist, davon auszugehen – ohne finanzielle Investition bei einem obskuren Zuschussverlag – die Arbeit tatsächlich gebunden veröffentlichen zu können, da ich keine Lust habe, damit bei BOD Cent-Beträge zu sammeln und weil ich doch wissenschaftlich relativ idealistisch unterwegs bin, werde ich sie an dieser Stelle einfach mal für lau online publizieren. Wie gesagt, es handelt sich “nur” um eine Magisterarbeit, in der allerdings dennoch viel Herzblut steckt und für die ich immerhin die Bestnote bekommen habe. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen da draußen, der Interesse an dem Inhalt hat, oder ihn auf die ein oder andere Weise für sich verwerten kann.

Fragt mich aber bloß nicht, wie ihr am besten aus einer Onlinequelle zitiert… Wenn ihr in einem wissenschaftlichen Text auf etwas aus der Arbeit zurückgreifen wollt, empfehle ich als Quellenangabe: “Bayer, Florian: Die Verfertigung des Menschen Im Handeln. Motivik im Spätwerk Kleists. Berlin, 2013.” und zusätzlich als Quelle vielleicht den Permalink auf diese Seite, inklusive letztem Abrufdatum. Stellt euch dabei aber auf ein leichtes Stirnrunzeln eurer Prüferin oder eures Prüfers ein. Falls ihr trotzdem Gedanken davon verwerten könnt, oder ihnen vielleicht auch widersprechen wollt, freue ich mich total, wenn ihr mich anschreibt oder mir eine Kopie eurer eigenen Arbeit schickt. Und damit genug der einleitenden Worte. Hier ist das 116-Seiten Dokument:

Die Verfertigung des Menschen im Handeln. Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists (PDF)

The Future of Gaming is… now!

Interessanter – bei reddit aufgetauchter – Artikelscan aus irgendeinem populärwissenschaftlichen Sachbuch der early 80′s, das sich mit der potentiellen Zukunft der “Telespiele” auseinandersetzt. Interessant vor allem deshalb, weil der Bericht heutzutage extrem prophetisch wirkt und damit deutlich aus den teilweise kruden SciFi-Vorstellungen unserer Vorgenerationen heraussticht: Da werden mal schnell hyperrealistische Grafiken, Multiplayer-Onlinegames und Handhelds, die den stationären Konsolen in fast nichts nachstehen, vorausgesagt. Nur Virtual Reality hat sich bisher als Griff ins Klo entpuppt. Aber das könnte sich mit der Oculus Rift demnächst ja auch ändern.

via Zockwork Orange

Er war nie wirklich fort – Wider “Er ist wieder da”

Wie einige von Euch vielleicht schon mitbekamen wird Timur Vermes Bestseller “Er ist wieder da” nun auch verfilmt. Bin ich der Einzige, dem das nicht gefällt?

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Homers Odyssee als interaktive Karte

Schönes Teil, auch wenn ich den Hades jetzt nicht unbedingt an der spanischen Küste vermutet hätte. Perfekt geeignet, um sich einen Überblick über die verschiedenen Geschehnisse der Odyssee zu verschaffen. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich hier noch mal schnell den Originaltext in der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voß gönnen.

Die Odyssee als interaktive Karte via Open Culture

Postmodernes Stolpern – Das enthüllende Narrativ

Die Vorstellung: Jemand versucht sich im Fallen an einer Tischdecke festzuhalten…

Die Realität: Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs hat bei einem Immobiliengeschäft, um die Steuer zu umgehen, zwei Briefkastenfirmen eingesetzt, die ihm selbst gehören. Eine davon trägt den Namen “Soprano Enterprises”. (?)(!)

A Drone in the New York Public Library

Sehr schöne von Morgan Holzer mit einer Drohne gemachte Aufnahmen aus der New York Public Library. Der Geek in mir jubelt und mein Bibliophilenherz frohlockt…

Certainly every time I set foot in this building I am reminded what a joy it is working here. I get to interact with people who are game for anything; people who understand that the library is a place to foster innovation and are willing to engage new audiences in crazy ways like flying a drone through a landmarked building.

Flying a Drone Around the Stephen A. Schwarzman Building via Book Patrol

Der echte René und der neoliberale Supermarkt

„Eigentlich lag das doch auf der Hand. Warum niemand früher auf diese Idee gekommen ist weiß ich auch nicht. Das Einzige was ich unterschätzte war das exponentielle Wachstum. Ich hab mich zwar mit der Berechnung der Schwere dunkler Materie befasst, aber dieses exponentielle Wachstum, das ja auch eher für Ökonomen und dergleichen interessant ist, also das hatte ich schlichtweg nicht auf dem Schirm.“

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