15 Jahre – Happy Birthday, Plattentests.de

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Wenn ich nach meiner musikalischen Sozialisation gefragt werde, kommen mir natürlich als erstes die Bands in den Sinn, die ich als junger Teenager gehört habe: Nirvana, Metallica, NOFX, R.E.M… etc…. eben alles, was der early 90’s Alternative Rock und Metal so hergibt. Vielleicht verliere ich dann noch ein paar Worte dazu, wie ich von MTV geprägt wurde, wie ich die Plattensammlung meines älteren Bruders durchstöberte oder wie ich in den späteren 90ern auf diversen Festivals immer die Künstler suchte, von denen ich vorher noch gar nichts gehört hatte, einfach nur, um mir ein Bild davon zu machen, ob ihre Musik DIE perfekte Musik für mich sein könnte. Und dann, wenn es darum geht, welche schriftlichen Publikationen meinen Musikgeschmack entscheidend mitgeprägt haben, lande ich – noch vor Visions/Intro/Pitchfork/NME und Konsorten – ohne große Umwege direkt bei einem Namen: Plattentests Online. Ein – wohl gar nicht mal so kleines – Portal für Musikrezensionen, mit hervorragenden Texten, viel Potential für goldene musikalische Fundstücke abseits des Mainstream (und auch der eigenen Indie/Alternative/Rock Filter Bubble) und einem der außergewöhnlichsten Foren des gesamten Internets. Diese großartige Seite wurde diesen Monat 15 Jahre alt. Zeit für ein paar Glückwünsche und Worte des Dankes.

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Asburys Tagebuch/Kalender der immerwährenden Enttäuschungen

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Yeah! Es ist November, meine Seasonal Affective Disorder haut gerade wieder voll rein und Asbury veröffentlichen eine Neuauflaufe ihres Perpetual Disappointments Diary für 2015. Irgendwo zwischen Demotivationsspruch-Sammlung, Adressbuch für Leute, die nie anrufen, Notizen für Nachrichten, die niemand lesen wird, Entschuldigungsnotizen für kommende Fehltritte und natürlich nützliche Phrasen wie “A table for one please” in verschiedenen Sprachen für verzweifelte Reisende. Schade, dass ich meine Notizen, Termine, Gedanken mittlerweile nur noch digital sichere (und analoge Kalender grundsätzlich irgendwann verschlampe oder ignoriere), sonst wäre das Teil sowas von gekauft.

All-new demotivational proverbs are mixed in with the most depressing of the old ones. Also includes double the amount of Notable Deaths and new sections such as Useful Phrases (translated into French, German, Mandarin and Spanish), Personal SWOT Analysis, Apology Note templates and Bank Insecurity Questions.

An address book section includes space for People Who Never Call and Imaginary Friends. A notes section includes Ideas You’ll Never Follow Up and Notes Toward A Tweet Everyone Will Ignore.

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Helikopter-Streichquartett? – Hurz! Airwolf!

Karlheinz Stockhausen hat das “Helicopter String Quartet” bereits in den 90ern komponiert und arrangiert, wohl ausgehend von einem Traum. Ich fühl mich da stark an Hape Kerkelings “Hurz-Performance” erinnert. Hurz der Airwolf! Das liegt vor allem daran, dass ich in der modernen Musik, vor allem der modernen Klassik, das Auflösen von Harmonien und das Auseinanderfallen von Melodien für überbewertet halte. Die Musik ist das falsche Medium für dieses Narrativ. Komischerweise gibt es Menschen, die etwas ähnliches über moderne Literatur sagen und dann Döblins “Berlin Alexanderplatz” oder Joyce’s “Ulysses” verdammen.

Apropos, was die wenigsten wissen: Airwolf-Pilot Huckleberry (bester Pilot der Welt) heißt mit Vornamen Stringfellow, okay das war mir neu, aber was ich sagen wollte: er spielt Cello! Um wenigstens etwas cooles im Beitrag zu haben hier noch das Airwolf-Intro!

Einer flog über Hogwarts – Harry Potter gelesen als Geschichte einer jugendlichen Verrückung

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Auf tickld.com veröffentlichte jemand namens totalyllegit die Theorie, dass Harry Potters Geschichte als Metapher einer juvenilen Erkrankung des Geistes zu verstehen sei.

The Harry Potter series is about mental illness. Hogwarts is a mental institution.

Hier gehts zum Text auf tickld.

Aus den Schützengräben… Ein WWI-Magazin von britischen Soldaten (1916)

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Bei der Public Domain Review findet sich derzeit ein Magazin über den Ersten Weltkrieg aus dem Jahr 1916, vollgepackt mit Texten und Illustrationen von britischen Soldaten. Die in relativ geringen Dosen vorhandene Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Gräuel des Krieges (stattdessen gibt es eher lexikalische Einträge und einige sogar recht vergnügte Zeichnungen) lässt darauf schließen, dass bei der Publikation der eklektischen Sammelschrift das ein oder andere Mal die Schere beteiligt war, um diese nicht zum Motivationskiller im noch andauernden Krieg werden zu lassen. Dennoch und gerade deswegen ein beeindruckendes Dokument über die Auseinandersetzung des “kleinen Mannes” mit dem Leben an der Front.

Made in the Trenches: a WW1 Magazine Created by Soldiers (1916)

Samuel Beckett Motivational Cat Posters

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Eine ganze Reihe großartiger Beckett’scher Lebensweisheiten verpackt in Catcontent findet Ihr im entsprechenden Tumblr.

(via dem Martin, der die Qualität meiner Facebook-Timeline jeden Tag erheblich steigert. Thanks, dude!)

The horrible Truth about Harry Potter’s Future

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…Waren wir gerade eben nicht noch kurz vor einer Midlife Crisis? Okay, jetzt stecken wir mittendrin… und wenn sie überwunden ist, geht es gleich weiter mit der Endlife Crisis. Anyway, diese düsteren Interpretationen von Harrys Potter Zukunft (mehr bei someecards) ist so wahr, so düster, so bitterböse, so zynisch und so großartig.

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Other Middle-Aged Harry Potter Books J.K. Rowling Has Planned via visual news

Malbuch für Erwachsene…

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Deprimierendes Ausmalvergnügen für die nahende/bestehende/überwundene Midife-Crisis: Im Coloring Book for Grown Ups von Ryan Hunter und Taige Jensen findet sich die Möglichkeit für eine kreative Auseinandersetzung mit all den Lebenslügen und bitteren Wahrheiten, mit denen man sich irgendwann in seinem Erwachsenenleben konfrontiert sieht. Das Teil (Coloring for Grown-Ups: The Adult Activity Book) wandert jetzt sowas von in meinen Einkaufswagen. Eine deutsche Übersetzunggibt es auch bei Amazon. Und jetzt bitte alle einmal deprimiert sein…

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Coloring for Grown Ups via The Wall Breakers

Die Bänke des literarischen London

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Sehr schönes Projekt des  National Literacy Trust: Ganz London wurde in deren Auftrag von Designern und Künstlern mit bibliophilen Bänken bestückt: Von Kinderbuchschätzen wie Dr. Seuss, über moderne Klassiker wie Mrs. Dalloway bis hin zur aktuellen Pop-Literatur. Oben seht ihr Dr. Seuss, dann folgen von oben nach unten Darwins Origin of Species, The Hitchhikers Guide, Alice Through the Looking-Glass. Menschen sollten sich viel öfter in ein gutes Buch setzen…

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Books about Town via boing boing

Warum Bücher so wunderbar duften…

tumblr_mwxukgqcXK1t11q4bo1_250…insbesondere natürlich ältere (+100 Jahre), die irgendwo in einer Bibliothek vor sich hinstauben und, sobald man sie öffnet, wahre olfaktorische Wunder offenbaren. Aber auch frisch gekaufte, deren Mischung aus Papierbehandlung und Druckerschwärze ein wahres Fest für die Nase eines  jeden bibliophilen Gourmets sein können. Compound Interest hat das Ganze mal chemisch aufgeschlüsselt und als CC-Grafik zur Verfügung gestellt: Wie bei allen chemischen Prozessen gilt: Die Mischung macht es. Herbes Benzaldehyd, süß duftendes Vanillin, markantes Hydrogen Peroxid und blumiges 2-Ethyl Hexanol. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn man etwas liebt, zu wissen, warum man dies tut…

Everyone’s familiar with the smell of old books, the weirdly intoxicating scent that haunts libraries and second-hand book stores. Similarly, who doesn’t enjoy riffling through the pages of a newly purchased book and breathing in the crisp aroma of new paper and freshly printed ink? As with all aromas, the origins can be traced back to a number of chemical constituents, so we can examine the processes and compounds that can contribute to both.

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What causes the smell of new and old books? via Bookpatrol

I Hate Poetry!!!

Ich kann den Hass des Fünftklässlers verstehen, dem in seinem Rant über Poetry lustigerweise selber einer der besten Gedichte ever gelungen ist.

Panajotis, du hast mein Herz erobert und mich von dem ekelhaften Gesülze von Julia Engelmann befreit! Diese eklige Fast Food Poetry mit Tonnen an Feenstaub ruft bei mir immer noch in regelmäßigen Abständen Schüttelkrämpfe hervor.

Die Transkription des Textes gibt es übrigens hier.

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Full Nerd Jacket: Fail Compilation – Inszeniertes Scheitern und Kapitalismus

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Ist inszeniertes Scheitern Scheitern? Ist es nicht vielmehr etwas Geglücktes? Ein Anti-Fail? Spiegelt sich dieses Verhältnis nicht im Kapitalismus wieder? Sind geplante Obsoleszenz und Börsenblasen nicht Sinnbild für dieses Verhältnis? Erfolgreiche Geldakkumulation auf der einen Seite und Arbeitslose, Armut und Schrott auf der anderen. In einem interdisziplinären und kulturtheoretischen Move blicke ich zunächst  auf das (nicht-) Versagen in Kunst und Kultur. Davon dann ableitend wird deutlich, dass das Scheitern nicht nur ein weit größeres Ausmaß hat als uns lieb ist, sondern darüber hinaus uns alle angeht, weil das Failen nicht selten systemimmanent ist.

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