Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts II

Es wird düster, es wird amerikanisch und es wird cool: Gleich drei Kultregisseuren begegnen wir in dieser 80er Thriller-Retrospektive: Auf der einen Seite Brian de Palma, der sich mit dem opulenten The Untouchables noch einmal aufbäumt, bevor in den 90ern und 00ern in der Mittelmäßigkeit verschwindet. Auf der anderen Seite die Newcomer, Michael Mann und die Coens: Der Action-Designer, der bereits mit seinem Debüt Der Einzelgänger erahnen lässt, dass er zu den Goldjungen des unabhängigen Genrekinos der Traumfabrik aufsteigen wird, und die beiden unkonventionellen Brüder, die bereits mit ihrem Debüt Blood Simple klarstellen, dass sie alles werden wollen… nur keine Goldjungen. Dazwischen tummeln sich der geschickt konstruierte Spionage- und Verschwörungsthriller No Way Out und der zynische französische Cop-Thriller Der Bulle von Paris. Let there be Crime.

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Hadouken, verdammt! Hadouken!

Nur für all diejenigen, die da nicht bescheid wissen!) Und für alle anderen hat Flo ja schon beschrieben wie man sich eine Retrogame-Emulationstation selber bauen kann.

Via laughingsquid

Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I

Die 80er Jahre als Thrillerjahrzehnt mit einem einfachen Claim zusammenzufassen ist in der Tat gar nicht so einfach. Im Grunde genommen lebt die Dekade vor allem von ihren Genrehybriden: Während das primär in den 70ern boomende Subgenre des Selbstjustiz- und Rachethrillers mit eher zwiespältigen Filmen langsam zu Grabe getragen wird, erleben vor allem die Actionthriller und Thrillercomedy-Mischungen eine wahre Blütezeit… leider oft in eher langweiligen 08/15-Stories vom Reißbrett. Ein ähnliches Schicksal erleiden auch die Politik- und Agententhriller der Epoche, die ein letztes Mal die Gelegenheit ergreifen auf den kalten Krieg zu rekurrieren und diesen – oft auch eher schlecht als recht – für konfuse Vexierspiele auszuschlachten. Dass es auch anders und vor allem besser geht, beweisen hingegen Filme, die ihrer Zeit schon ein Stück voraus sind, seien es die Thrillerdrama-Hybriden wie Mississippi Burning, Ein Mörderischer Sommer oder Der einzige Zeuge, die ebenso gut in den 90ern beheimatet sein könnten, sei es ein surrealer Urbanthriller wie Subway, dessen Ästhetik für die kommenden Jahrzehnte Maßstäbe setzt oder sei es ein düsterer Serienkiller-Film wie Blutmond, der bereits die Hochzeit dieser Genrevariation gekonnt und stimmungsvoll antizipiert. Also wo bleibt der Claim? Fassen wir es so zusammen: “Es gab viel. Es war nicht alles gut, es war nicht alles schlecht. Und die Ausbeute an Top-Filmen reicht immerhin für fünf Best-of-Artikel!” Der erste folgt nach dem Klick.

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10 Gründe, warum wir gestern einen der besten Schauspieler überhaupt verloren haben…

Honorable Mention: Twister

Der erste Film überhaupt, in dem mir Philip Seymour Hoffman als Schauspieler bewusst aufgefallen ist. Eigentlich verteidige ich Twister immer ganz gerne, ist eben ein klassischer 90’s Actionflick, ohne große Besonderheiten, ohne viel Tamtam, dafür aber mit reichlich Action und Unterhaltungspotential. Im Grund genommen durchschnittlich: Durchschnittliche Story, durchschnittliche Schauspieler, durchschnittliche Pointen… aber dann ist da dieser eine Wirbelwind, diese exzentrische Nebenfigur, dieser durchgeknallte Tornadojäger, der allen anderen die Show stiehlt. Dustin, ein Monster von einem Mann, eine quietschige, überdrehte, laute Erscheinung, einer, der dir direkt ein Lächeln auf das Gesicht zaubert und bei dessen ersten Auftreten du bereits ahnst, dass der dahinter stehende Schauspieler eigentlich viel zu gut für diesen mittelmäßigen Film ist.

10. The Big Lebowski


Coens Action/Thriller/Comedy-Bastard hat zahllose große Schauspieler: Natürlich Jeff Bridges als den Dude, aber auch John Goodman als den überdrehten Walter, Steve Buscemi als den kränkelnden Donny, Julianne Moore als die mehr als beängstigende Maude… und doch, trotz kleiner Rolle kann sich Hoffman in diesem exzellenten Cast wunderbar behaupten: Fast schon zurückhaltend im Vergleich zu den anderen überzeichneten Figuren spielt er den Assistenten des großen Lebowski mit herrlicher Süffisanz, mit der nötigen Portion Hysterie und vor allem mit unfassbar viel Spielfreude.

9. Almost Famous


Nicht cool? Oh doch Philip, du bist es. Gerade in diesem Film. Wie deine Präsenz erneut einer kleinen Nebenrolle derart viel abgeklärte Coolness und Rock N Roll verleiht, das ist schon mehr als beeindruckend. The finest attitude of the whole Cast und in einer einzigen Person bereits die gesamte Bandbreite des journalistischen Rock-Lifestyles vereint.

8. Boogie Nights


Hoffman brilliert als uncooler Mensch unter lauter coolen Menschen… wie ein Fremdkörper, der seine Fremdheit hinter schrillem Auftreten zu verbergen weiß, stolpert er über Pornosets und die großen Partys der High Society der Sexindustrie. Ja, das ist auf den ersten Blick vor allem belustigend, schräg, skurril… wird aber mit jeder Sehminute berührender und trauriger, bis man diesen Anti-Paradiesvogel Scotty einfach nur noch in den Arm nehmen und fest drücken will.

7. Magnolia


In dem übervollen, zwischen den verschiedensten Stimmungsbildern oszillierenden Episoden-Drama stellt Philip Seymour Hoffman einen einzigartigen Ruhepol dar. Trotz begrenzter Leinwandszeit lässt er seine Rolle sowohl Symbol als auch Mensch werden: Auf der einen Seite der Guy next door, ein einfacher Pfleger, der seinen Job gut machen und dabei geliebt werden will, auf der anderen Seite fast schon eine metaphysische Erscheinung, ein Engel unter all den verlorenen Seelen, einer der bis zum Ende bleibt, den Menschen zuhört, sich radikal zurücknimmt, um ein Stück Güte in einem trostlosen Szenario zu retten. Selten war Subtilität derart beeindruckend wie in dieser kleinen Rolle.

6. Happiness


Auf der Suche nach Glück, sexueller und romantischer Erfüllung, pendelt Hoffmans Allen stets zwischen pervers wirkendem Stalker und bemitleidenswertem Einzelgänger, der sich nichts mehr wünscht, als wenigstens auch einmal vom Glück geküsst zu werden… und geht dabei bis zur pornografischen Schmerzgrenze. Nicht nur, indem er diesen hoffnungslosen, verlorenen Charakter physisch in einer beängstigenden Masturbationsszene entkleidet, sondern auch indem er ihn seelisch bis hinunter in die tiefsten Abgründe entblättert. Es ist so leicht, mit einer solchen Figur dem Zuschauer Angst einzujagen, sie plausibel zu machen und ihr all die Empathie zukommen zu lassen, das ihr zusteht, geht jedoch über jede darstellerische Kür hinaus und bewegt sich in Regionen eines künstlerischen Humanismus, den nur die wenigsten Schauspieler erreichen.

5. Glaubensfrage


Glaubensfrage lebt voll und ganz vom Zweikampf zweier großer Schauspieler: Meryl Streep gegen Philip Seymour Hoffman, in einem Kampf zwischen Tradition und Moderne, Vorurteilen und berechtigtem Zweifel, in einem Kampf um Macht und Deutungshoheit im engen System des Katholizismus. Dabei inszeniert Hoffman seinen Priester mit einer atemberaubenden Ambivalenz: Reformerisch, aufbrausend, engagiert, aber auch suspekt, dubios und immer auf der Kippe zum Tyrannen, der seine Machtposition ausnutzt. Das Gegen- und Zusammenspiel mit Streep hebt dieses, sich (zurecht) voll und ganz auf seine Schauspieler verlassende Drama in tragische Dimensionen, die die Leinwand zur Bühne werden lassen und eine direkte Konfrontation erzeugen, wie man sie im Kino leider viel zu selten zu sehen bekommt.

4. Owing Mahoney


Woran erkennt man große Schauspieler am besten? Wenn sie auch in mittelmäßigen Filmen glänzen. Owing Mahoney geht im Grund genommen mit nichts über solides TV-Film Niveau hinaus… außer mit der darstellerischen Kraft Hoffmans. Als manischer Glücksspieler liefert Hoffman hier eine beängstigend verzweifelte Leistung ab, die die Verlorenheit des Süchtigen in jeder einzelnen kleinen Geste, in jeder Pore der Haut spürbar werden lässt. Trotz durchschnittlicher Inszenierung wird man als Zuschauer voll und ganz in die Lebenswelt des Protagonisten hineingezogen. Und das liegt in diesem Fall tatsächlich nur an einem, dem ihn verkörpernden Darsteller.

3. The Master


Nein… nicht Paul Thomas Andersons Meisterstück… dafür aber das von Philip Seymour Hoffman: Cholerisch, besessen, verführerisch, verdammt dämonisch… aber auch zärtlich, verständnisvoll, neugierig. Nein, es ist kaum fassbar, wie viele Facetten, Hoffman in nur einem einzigen Charakter anlegen kann, wie er wie ein Berserker darstellerisch wütet, wie er alles gibt, um das Publikum abzustoßen, mitzureißen, um den Finger zu wickeln und letzten Endes ratlos ob des Gesehenen zurückzulassen.

2. Capote


Philip Seymour Hoffman isn’t playing Truman Capote. He is Truman Capote!

1. Synecdoche New York

In einem irren, surrealen, absurden Geflecht stellt Philip Seymour Hoffman das Epizentrum dar… Mehr noch, er allein ist wahrscheinlich der Grund, warum es so leicht fällt, sich auf die abstruse Gedankenwelt von Charlie Kaufman über zwei Stunden einzulassen. Denn trotz aller postmodernen Dekonstruktion, trotz aller Ironie, trotz allem Symbolismus schafft er es seinem Protagonisten so etwas wie Menschlichkeit zu geben, mehr noch, es gelingt ihm in einem langsamen, schleichenden Zerfallsprozess die Essenz des Menschlichen in einer Figur zu Verkörpern: Leben und Sterben, Fallen und wieder aufstehen, sich der Absurdität und Hoffnungslosigkeit des Lebens bewusst werden und dennoch weiter kämpfen. Der von ihm dargestellte Codan ist der glückliche Sisyphos, der sich gegen den Selbstmord entscheidet, der weiter seinen Stein den Berg hinaufschiebt um ihn anschließend herabrollen zu sehen, der sich nicht beirren lässt in seiner Vision, der sich nicht beirren lässt, auch wenn die Welt um ihn herum immer verrückter zu werden scheint. Eine fantastische 120minütige Leistung an den Grenzen des Humanismus, an den Grenzen der Kunst, an den Grenzen der künstlerischen Selbstaufgabe. Wahrscheinlich war dieses synekdochische Meisterwerk Kaufmans in der Tat nur mit einem Darsteller möglich… in Hoffman ward er gefunden.

Kurzfilm: EWE – NSA war gestern

Ich weiß, ich schreibe in so ziemlich jedem Blog-Artikel: “Das müsst ihr euch ansehen!”. Dieses Mal ist es aber etwas Persönliches, und daher gilt die Anseh-Aufforderung umso dringlicher. Den Kurzfilm EWE, den ich schon vor einiger Zeit mit Johannes gedreht habe, gibt es jetzt – nach einigen Festivalauftritten und Screenings im erweiterten Bekanntenkreis – auch online zu sehen. Wir haben den 20-Minüter sowohl auf Vimeo als auch YouTube hochgeladen und freuen uns natürlich über jeden potentiellen Zuschauer. Die Kurzzusammenfassung wäre: Düsterer dystopischer Fotoroman in einer Welt, in der jeder Bürger sowohl Überwacher als auch Überwachter ist: Satire, Drama, Thriller, Parabel… kommt wahrscheinlich auf den Zuschauer und seine jeweilige Stimmung an. Lang liest sich das Ganze dann so:

EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich… Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum vergessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach — bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…

Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.

EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.


Ähmmm, ja… habe ich schon gesagt, dass ihr euch den unbedingt ansehen müsst? Tut es!

EWE – ein Kurzfilm

Die besten Filme der 80er Jahre: Die Reise ins Ich

Beim Wühlen durch mein Text-Archiv bin ich auf eine kleine Rezension gestoßen, die noch aus Popcultures-Zeiten stammt, die sich als Abschluss der 80er Action-Retrospektive aber auf jeden Fall gut eignet. Es geht um einen meiner liebsten 80er Jahre Filme, Die Reise ins Ich, den ich tatsächlich als Kind schon geliebt habe und der mir mit der Zeit erst peu à peu offenbart hat, wie viele Skurrilitäten und makabere Anspielungen in ihm stecken. Nur logisch, dass ich ihn vor einigen Jahren ordentlich textuell abgefeiert habe. Und auch wenn die folgende Rezension keine tiefgreifende Analyse, keinen besonderen Interpretationstwist und keine kritischen Gedanken bereithält, ist sie doch ein ganz schönes Dokument dafür, wie sehr ich die klassischen Blockbuster liebe, einfach, weil sie weitaus mehr Herz, Verstand und vor allem Mut besitzen als so mancher aktueller Hollywood-Schinken: Es folgt der Text von vor ungefähr fünf Jahren, nur leicht korrigiert, ich stehe aber nach wie vor 100% hinter jedem Begeisterungsschwall, der in ihm wohnt:

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Trailerprogramm: Dawn of the Planet of the Apes, Interstellar, Jupiter Ascending, Godzilla, The Secret Life of Walter Mitty, Muppets

Ohne großes Geschwafel drumherum, ein paar Trailer, die mich in der letzten Woche / den letzten Wochen auf die ein oder andere Art neugierig gemacht haben: Mit Dawn of the Planet of the Apes wird eines der besten Reboots der letzten Jahre fortgesetzt, die Wachowskis versuchen sich mit Jupiter Ascending nach Cloud Atlas wieder einmal in überbordernder Opulenz, Chris Nolans Interstellar wirkt vor allem erst einmal mysteriös, The secret Life of Walter Mitty könnte Ben Stiller endlich mal wieder in einer ernsten Rolle zeigen, Godzilla hat nach dem Emmerich-Unfall auch eine erneute Hollywood-Chance verdient… und die Muppets kommen zurück, was grundsätzlich erst einmal eine gute Nachricht ist. Viel Spaß.

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Er war nie wirklich fort – Wider “Er ist wieder da”

Wie einige von Euch vielleicht schon mitbekamen wird Timur Vermes Bestseller “Er ist wieder da” nun auch verfilmt. Bin ich der Einzige, dem das nicht gefällt?

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Die 80er Jahre: Die besten Actionfilme des Jahrzehnts IV

Nach ihnen die Sintflut… die 80er Jahre waren das letzte Jahrzehnt, in dem Action noch so richtig dumm, moralisch unkorrekt und vor allem over the top sein durfte. Mit den 90ern folgten die gebrochenen, jungen Helden, die nichts mehr von der Perfektion der 80er Kampfmaschinen besaßen. Und im neuen Jahrtausend dann schließlich wurde der Realismus derart aggressiv in das Genre hineingedrängt, dass für übertriebene, alberne Awesomeness kein Platz mehr war. Die 80er markieren damit als Actionjahrzehnt auch die letzte Dekade der Unschuld des Genres, der machoistischen Naivität und apolitischen Überhöhung. Wenn es einen Film gibt, der sich bestens zur Stützung dieser Kategorisierung eignet, dann ist es Commando, in dem sich sämtliche Genreklischees der Zeit wiederfinden. Aber auch der gutgelaunte, charmante James Bond in Sag niemals nie (der letzte Auftritt Connerys als 007) wirkt fast wie ein Konterpart zum aktuellen, düsteren und tragischen Agenten ihrer Majestät Daniel Craig. Allerdings beweisen Filme wie Runaway Train und Black Rain – in ihrer Düsternis und Charakterzeichnung beinahe Vorboten des aktuellen Actionkinos – dass auch in den 80ern Platz für schwere und tragische Töne innerhalb des Genres war. Und mit dem knallharten Actionthriller Ausgelöscht fand das Jahrzehnt sogar noch die Zeit ein wenig den Actionhelden der 70er Jahre zu gedenken, bevor diese komplett in der Versenkung verschwanden. Die besten Actionfilme des Jahrzehnts, Klappe die Letzte:

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Die 80er Jahre: Die besten Actionfilme des Jahrzehnts III

So… genug pausiert im Kanonisierungswahn. Wo waren wir stehen geblieben? Genau, bei den besten Actionfilmen der 80er Jahre. Da habe ich doch noch ein paar nennenswerte Kandidaten in der Pipeline rumzuliegen, auf jeden Fall genug für zwei weitere Artikel. Also ohne große Umschweife – so als hätte die längere 80er Kanon-Pause nie stattgefunden – stürzen wir uns in den knallharten Kampf “Mann gegen einen Haufen Nazis russischer Terroristen” im grandios sarkastischen Stirb Langsam, in den düster-eleganten Kampf “Mann gegen das korrupte System” im französischen Actionthriller Der Profi, in den Kampf “Mann gegen US-Hinterwäldlerpolizei” in Rambo und last but not least in den Kampf “Mann gegen ein Killeralien” in Predator. Ja, das Actionkino der 80er Jahre ist doch ziemlich maskulin dominiert. Trotzdem rockt letzten Endes doch Ripley die gesamte Competition im Kampf “Frau gegen eine ganze Horde Weltraummonster” in der actionreichen Fortsetzung des Horror-Sci-Fi-Klassikers Aliens.

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Liebe – Glaube – Hoffnung –
Die Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl

Ulrich Seidl gehört zu den letzten großen Avantgardisten des deutschsprachigen Kinos, er ist ein Extremist mit Kamera, der hinter nacktem, bisweilen brutalem Naturalismus große Themen versteckt, der sich nicht zu schade dafür ist einen pseudodokumentarischen Überbau zu benutzen, um dahinter große gesellschaftliche, politische und philosophische Themen zu verhandeln. So gelang es ihm in Hundstage (2001) Wien und seine Einwohner bis auf den menschlichsten allzu menschlichsten Kern zu entblättern und anhand trister Lebensbilder ein großes, urbanes Panorama zu entwerfen. Und so konnte er auch in Import Export (2007) einen Clash of the Cultures als Bühne für tiefe humanistische Fragen benutzen. Auch in seiner Paradies-Trilogie verfolgt Seidl dieses Prinzip und geht dabei bereits titeltechnisch in die Offensive: Das hier “Größeres” erzählt werden soll, steht wohl außer Frage, wenn die drei Filme mit dem Paradies-Präfix gemeinsam den ersten Korintherbrief des Paulus zitieren, als Dreierbund die traditionellen christlichen Tugenden benennen und zudem noch Richtung Ödön von Horváth und dessen Drama Glaube Liebe Hoffnung (1932) schielen. Aber gibt es auch eine Verbindung zwischen den Filmen jenseits der Verbundenheit der Titel? Und wie funktionieren sie als einzelne Werke? Ein Blick auf einen cineastischen Kosmos zwischen Dokumentation und Transzendenz, zwischen Porträt und Satire, zwischen tristem Alltag und großen Drama:

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Only God Forgives: Ein offener Brief an Nicolas Winding Refn

Nein, lieber Herr Refn, wirkliche Freunde werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr. Dabei will ich Ihnen nicht einmal vorwerfen, dass sie der wohl überbewertetste Regisseur unserer Tage sind. Schließlich können sie dafür nun wirklich nichts, oder? Okay, die ein oder andere ästhetizistische Hipster-Masturbation haben Sie in ihren letzten Filmen schon verbrochen, von kalkulierter Jagd nach Stimmvieh (bei der Wahl um den größten lebenden Regisseur) ist das dennoch weit entfernt. Nein, ich nehme Ihnen den Hype um sie wirklich nicht übel, im Grunde genommen mag ich Ihre Filme ja auch: Den düsteren transzendentalen Trip, Valhalla Rising, der ist wirklich großes Kino, das Slow Motion Actiondrama Drive, ja auch das hat seine Momente… und ja, auch die Pusher-Filme und Bronson sind düstere Action-Bastarde, in denen verdammt viel Kreativität steckt. Ich glaube Ihnen sofort, dass sie mit Herzblut dabei sind und ihre Filme tatsächlich – ohne jede Kalkulation – anders erzählen wollen. Aber um Gottes Willen, müssen sie dabei immer so dick auftragen? Müssen sie dabei immer so sehr den Style- und Design-Göttern huldigen, sich derart in ihren glänzenden und zugleich schmutzigen Bildern verlieren, dass sie drumherum vollkommen vergessen, irgendetwas mit Substanz zu erzählen?

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Filmabriss: Gravity, Oblivion, Ender’s Game, Pacific Rim

Jau… mal wieder die Zeit gefunden ein paar – in irgendeiner Form zusammenpassende – Filme, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe, kurz zu rekapitulieren. In diesem Fall ist mal wieder Genrekino-Zeit, ganz konkret das Science Fiction Genre. Alle die hier genannten Filme spielen in einer sehr nahen (um genauer zu sein zeitnahen) oder sehr fernen Zukunft, platzieren sich im Weltraum oder eben auf einer zukünftigen Version unserer Mutter Erde. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn atmosphärisch könnten diese Genreableger nicht weiter voneinander entfernt sein: Gravity versucht sich am realistischen Sci-Fi-Szenario und überspringt dabei doch ab und zu so manche Plausibilitätskriterien. Im Gegensatz dazu will Pacific Rim so knallig, comicbunt und actionstylish wie möglich sein, was mit Sicherheit Spaß macht, aber doch ein bisschen zu Lasten der Tiefe geht. Ender’s Game inszeniert sich selbst als düstere Coming-of-Age Version des satirischen Starship-Troppers-Ansatzes. Und Oblivion stellt die Frage, ob man die Blockbusterattitüde von Tom Cruise mit einer raffinierten doppelbödigen Mystery-Geschichte kreuzen kann. Dank intelligenter Science Fiction Geschichten wie Moon durften sich die Genre-Fans in den letzten Jahren ja durchaus verwöhnt fühlen. Wird dieser Trend 2013 fortgeführt? Die Antwort folgt nach dem Klick.

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