Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen (Musikvideo-Kurzfilm)

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Ich mag Kettcar nicht sonderlich und Marcus Wiebusch geht mir in seinem selbstzufriedenen Pathosgejammer genau wie Thees Uhlmann mächtig auf den Wecker, aber das neunminütige Video zu seinem Song “Der Tag wird kommen” spricht mit Homosexualität im Fußball ein Thema an, was einfach immer noch aktuell bleiben sollte, bis die unsäglichen “Man schämt sich ja schon normal zu sein” oder “Müssen Homos einen immer mit ihrer Sexualität nerven”-Stimmen endlich in ihre vermufften Kneipenecken zurück kehren.

Man kann nur hoffen, dass die starke Message des Videos auch außerhalb von Kulturblogs seinen Weg in den Mainstream findet und etwas bewegt. Es hat gerade erst angefangen und der Tag wird hoffentlich kommen.

Reisebericht aus Danzig

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Ich bin frisch aus Danzig bzw. Gdańsk zurück und wollte jetzt doch noch kurz meine Reiseeindrücke der letzten fünf Tage hier im Blog festnageln. Generell gilt: Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert, auch eine Reise, die sich über mehrere Tage hinzieht. Obwohl wir vor der Abfahrt relativ wenig konkret geplant hatten, ist es uns ohne Probleme gelungen die Zeit mit Ausflügen vollzupfropfen, mehr noch, zurück in Berlin habe ich das Gefühl, als würde Danzig noch genug Sehenswertes bieten, dass ich auch erneut für eine Woche hinfahren könnte. Dank diverser Ausflugsmöglichkeiten, mehreren Ostseestränden praktisch vor den Stadttoren, einer Menge Kultur und Geschichte, dem Dominikanermarkt sowie den hervorragenden gastronomischen Angeboten, gehört Danzig zu den sehenswertesten polnischen Städten, und wer einem Kurztrip zwischen Stadt-, Strand-, Natur- und Kultururlaub nicht abgeneigt ist, sollte sich das Städtchen definitiv nicht entgehen lassen.

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Glory Glory Jesus Christ – Neutral Milk Hotel, Gloria, Köln.

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Die Apostelkirche neben dem unfassbar hässlichen Neumarkt, nicht zu verwechseln mit dem Heumarkt, ist eine schöne Ausnahme in der wohl verbautesten Metropole Deutschlands.

Die zweite angenehme, ungleich unscheinbare Erscheinung, ist das schmucke Gloria, das von außen wie ein die Jahre gekommenes Strip-Lokal aussieht, aber mit seiner Theater-Atmo und bewegten Geschichte vom Lesben/Schwulen-Treff in den frühen 90ern hin zu vielseitigem Programm der Gegenwart so etwas wie Charme versprüht, was bei den Mehrzweckhallen und Bunkern dieser Republik ja nun wirklich nicht Standard ist.

Der richtige Ort also für eine Auferstehung, auch wenn vor dem Gloria die Szenerie wenig feierlich ist: weiterlesen

Gästeliste für ein Radiohead-Konzert 1997…just wow!

U2, Oasis, Blur, R.E.M., Eddie Vedder, Marylin Manson, Madonna and the fuckin Rest…kannste mal auf die Gästeliste setzen, wenn man gerade mit OK Computer das Konsens-Album des Jahres rausgebracht hat.

Das Album ist (und bleibt) redaktionsintern immer ein Streitthema, wie man in unserer Radiohead-Retrospektive sehen kann.

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Elena Helfrecht präsentiert “Rituals”

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Es wird mal wieder Zeit aufstrebende Künstler auf unserem Blog zu präsentieren. Elena Helfrecht hat mit gerade einmal 20 Jahren erfolgreiche Vernissagen aufzuweisen, ihre Fotos zieren Cover von diversen Mags, größere Artikel über ihre Arbeit erschienen in der “Vogue”, “Virus”und “Gothic”.

Für Rituals stand wie bei vielen ihrer Arbeiten der (eigene) menschliche Körper im Mittelpunkt, den sie als Projektionsfläche und Ausdrucksmittel für emotionale Abgründe nutzt. Ihre Bildwelten verfolgen das Ziel menschliche Emotionen und Gedanken zu visualisieren. Mit dem Medium der Fotografie fängt sie die Realität ein und verändert diese digital, um zu zeigen, was sich hinter der materiellen Oberfläche der Dinge versteckt. Um ihre Ideen möglichst akkurat und detailgenau festzuhalten nimmt sie in vielen ihrer Bilder sowohl die Rolle des Fotografen als auch die des Models ein. Ihre Arbeiten hinterfragen die traditionelle Definition von Schönheit und untersuchen was uns menschlich macht.

Rituals ist vom 14.6. – 31.7.2014 in der Galerie Morgenrot in Berlin-Friedrichshain zu bestaunen. Premiere ist morgen um 20:00 Uhr.

Ausreichendes Bildmaterial, Referenzen und Portfolio sind natürlich auf der Homepage der Bamberger Künstlerin zu sehen.

Hier noch ein kleiner Vorgeschmack. Man sieht sich!

(c) by Elena Helfrecht

(c) by Elena Helfrecht

John Oliver rantet über die WM und Fifa (Youtube)

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John Oliver, who? Der englische Comedian und Schauspieler darf sich derzeit auf dem besten Sender der Welt austoben und erfreut sich neben den ebenfalls grandios spitzzüngigen John Stewart, dessen Sidekick er war, großer Beliebtheit. Ähnlichkeiten zu der Heute Show sind natürlich purer Zufall.

In diesem Youtube-Clip nimmt er die die Bigotterie der Fifa auf`s Korn und trifft damit den Nerv viele kritischer Fußballfans, die sich auf das Sporteignis Weltmeisterschaft freuen und gleichzeitig von den Machenschaften von Blatter & Co angeekelt fühlen.

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Ich bin diese Woche mal wieder überhaupt nicht zum Bloggen gekommen, weil ich voll und ganz in der re:publica-Bubble gefangen war. Und wie jedes Jahr war ich vor allem mit Arbeit beschäftigt, sowohl vor/nach dem eigentlichen Event, als auch während der drei Tage in der Station Berlin, und wieder einmal konnte ich daher den Großteil der Vorträge leider nur am Rande, in den folgenden Gesprächen oder – ironischerweise direkt vor Ort – im Livestream verfolgen. Trotzdem an dieser Stelle schnell meine zwei Pfennige zur diesjährigen Netzkonferenz.

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24h Jerusalem (Stream)

Jetzt erst gesehen, dass das heute läuft. Und wirklich Zeit werde ich an diesem Samstag leider auch nicht haben. Aber schaut da auf jeden Fall mal rein, wenn das eure Zeit hergibt. Der Vorgänger 24h Berlin gehört mit zu den großartigsten TV-Doku-Projekten der letzten Jahre. Und gerade das spannungsreiche, heterogene, stark von seiner Geschichte beeinflusste Jerusalem dürfte erst Recht die perfekte Leinwand für einen diversifizierten Blick auf das urbane Leben und den urbanen Menschen hergeben.

Catcontent aus dem Japan des 19. Jahrhunderts

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Als der Buddhismus im Japan des fünften Jahrhunderts zum Importschlager wurde, hatte er nicht nur tiefgreifende philosophische Gedanken zum Sein und Nicht-Sein im Gepäck, sondern zusätzlich flauschige Unterstützung an Bord. Katzen wurden von der fernöstlichen Religion ganz bewusst eingesetzt, um die fragilen Schriftstücke vor Mäusen und anderem Ungeziefer zu schützen. In Folge dessen erlebten Katzen einen wahren Siegeszug im Land der aufgehenden Sonne, sowohl als effektive Hauswächter, als auch als niedliche Weggefährten und nicht zuletzt auch als mystische Glücksbringer.

Die bekannteste Ausgeburt des japanischen Katzenkults dürfte Maneki-neko sein, der aufrecht sitzende, winkende Glücksbringer aus der Familie der Felidae. Aus dem Japan der Meiji-Zeit (19. Jahrhundert) gibt es die Legende einer zahmen Katze, die ihre Besitzerin eine Geisha – urplötzlich – als diese die Toilette aufsuchen wollte, anfiel, anfauchte, biss und kratzte. Die von den Schreien aufgeschreckten Besitzer der Geisha reagierten unmittelbar, indem sie dem scheinbar tollwütig gewordenen Tier in heller Panik köpften. Der abgeschlagene Kopf der Katze flog in hohem Bogen zu der Toilette, auf die die Geisha sich hatte setzen wollen, und biss in dieser im Sterben einer Giftschlange den Kopf ab, die dort gelauert hatte und die Geisha wohl in die ewigen Jagdgründe befördert hätte, wäre die Katze nicht gewesen.

Dem Kult um die Katzen Japans widmet nun das Shoto Museum of Art in Shibuya eine Ausstellung, in der Katzenbilder des 19. Jahrhunderts präsentiert werden. Und so weit sind diese mythologischen und zugleich niedlichen Kreationen vom heutigen Catcontent gar nicht entfernt. Der Name der Ausstellung ist  ねこ・猫・ネコ , eine Zusammenstellung drei verschiedener Schreibweisen für Katzen, und stattfinden wird sie vom 5. April bis zum 18. Mai. (via Spoon & Tamago)

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Klassische Kartentricks von Ricky Jay

Gerade bei Zauberkunst gilt meiner Meinung nach immer noch die Devise “Less is more”. Und diese ‘simplen’ Kartentricks stellen einfach mal jeden “Durch die chinesische Mauer Gang” und jedes verschwundene Flugzeug von David Copperfield, proudly supported by Special f/x in den Schatten. Einfach, weil sich in diesem Understatement am besten unter Beweis stellt, wie leicht sich das menschliche Auge täuschen lässt, und wie viel Spaß man beim angestrengten Blick auf die Hände eines Bühnenzauberers haben kann. Und btw. ist Mr. Jay – wenn auch oft nur wie in Magnolia in kleinen Nebenrollen zu sehen – ein herausragender Schauspieler, der weiß, wie man sein Publikum um den Finger wickelt.

via I heart Chaos

Wer ist schon perfekt?

Mal wieder eine tolle Aktion von Pro Infirmis! Wir hatten die bereits schon 2011 mal auf dem Schirm und auch das hier geht bestimmt wieder heftigst viral.

 

Die Zürcher Bahnhofstrasse glänzt in der Vorweihnachtszeit mit schmucken Auslagen.
In den Schaufenstern von fünf Modegeschäften sind heute jedoch besondere Schaufensterpuppen mit Behinderung im Einsatz. Die Figuren wurden massstabgetreu als dreidimensionale Abbilder von Miss Handicap 2010 Jasmin Rechsteiner, Radiomoderator und Filmkritiker Alex Oberholzer, Leichtathlet Urs Kolly, Bloggerin Nadja Schmid sowie Schauspieler Erwin Aljukic geschaffen.

 

Madonna covert Elliott Smith (SecretProjectRevolution-Projekt)

Madonna hat die letzten Jahre dank überwiegend langweiliger Alben doch einiges von ihrem Glanz als ehemalige Queen of Pop verloren. Ich bin trotzdem natürlich immer noch ein großer Fan von ihrem Über-Album “Ray of Light”, welches ich ohne mit der Wimper zu zucken als eines der besten Alben der 90er betrachte. Die Überschrift Madonna covert Elliott Smith habe ich auch erst einmal mit Schaudern gelesen, weil ich dabei die grauenhaften letzten Produktionen im Kopf hatte, doch der Song ist ja schließlich nicht von Timbaland sondern von dem viel zu früh verstorbenen Songwriter Elliott Smith, die wenige subtile Performance-Aktion selber eine Kritik an dem amerikanischen Gefängnis-System im Rahmen des SecretProjectRevolution-Projekt

Mehr Infos zu SecretProjectRevolution gibt es auf der Homepage, wo man auch den Download-Link (Torrent) zu dem gleichnamigen Kurzfilm erhält.

Joking Bad – Breaking Bad Parodie in der Jimmy Fallon Show

Sorry Flo, den muss ich dann noch raus hauen! Einer der Comedy-Götter aus Amerika hat mal wieder zugeschlagen. Jimmy Kimmel prankt das ganze Internet, der andere Jimmy nimmt sich die beste Serie aller Zeiten vor. In verdammt kultigen 13 Minuten kommen übrigens auch die Original Schauspieler aus Breaking Bad vor. So, wie will man das noch überbieten?

via

Durch die Nacht mit…Olli Schulz und Tom Schilling

Mimimi, gerade nicht so viel Zeit für den Blog und deswegen keine detaillierte Einleitungen zu den Videos. Falls wirklich keiner das Format “Durch Die Nacht…” kennen sollte: 2 Honks laufen meist durch eine supergeili Großstadt, stellen sich gemeinsam ihre bevorzugten Kneipen vor und für gewöhnlich ist ein Part der wesentlich Aktivere. Das Rampensau Olli Schulz hier für die Punchlines verantwortlich ist klar und Schilling eher auf Understatement steht dürfte schon mal klar sein und trotzdem kommen die Beidem einem wesentlich authentischer vor als so manch anderer Promi, der seine totale Selbstdarstellung in diesem Format zelebrieren durfte. Den Tiefpunkt dieser Ausgabe stellt Steffen Seibert da, der langweiligsten Politiker-Sprech vor sich her sabbelt und auch allgemein eine für mich nervtötente schleimige Nicht-Aura hat.

Rolling Stones@ Glastonbury 2013

Ihren tatsächlich ersten Auftritt beim legendären Glastonbury Festival hatten gestern die Rolling Stones. Ich habe leider nie so wirklich den Zugang zu denen gefunden, aber hey…wie die alten Herren mal so abrocken ringt schon ordentlich Respekt ab. Das Video dürfte nicht lange on sein und bald gebannt werden, also schnell anschauen!