Heute gehen wir in die Galerie

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This is it! Der ultimative Guide zur zeitgenössischen Kunst für Kinder unter fünf Jahren. Endlich können überforderte Eltern auch Jüngsten die verstörende Großartigkeit der Postmoderne und Postpostmoderne in einfacher Sprache näher bringen:

There is nothing in the room.
Peter is confused.
Jane is confused
Mummy is happy.

“There is nothing
in the room,
because god is dead,”
says mummy.

“Oh dear,” says Peter.

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Happy Birthday, Naughty Dog

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Die Videospielszene applaudiert gerade ordentlich der Spielschmiede Naughty Dog zum (sehr großzügig gemessenen) 30. Geburtstag… zurecht. Kaum ein anderer Entwickler hat in den letzten 20 Jahren derart konstant gute Qualität in allen möglichen Genres abgeliefert. Nimmt man es genau mit dem Alter des mittlerweile Playstation-exklusiven Softwarelieferanten, kommt man allerdings nicht daran vorbei, auf ihre Anfänge zu sprechen zu kommen. 1984 als Jam Software gegründet, versprühte Naughty Dog in seinen Anfangszeiten nämlich keineswegs den Gaming-Esprit, den man heutzutage von ihnen gewohnt ist. Mit Spielen wie Dream Zone und dem unsäglichen Way of the Warrior waren sie sogar lange Zeit eher ein Garant für durchwachsene Metascores und enttäuschte Spieler, die sich von inspiriert klingenden Game-Beschriebungen und grafischen Extravaganzen täuschen ließen.

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Helikopter-Streichquartett? – Hurz! Airwolf!

Karlheinz Stockhausen hat das “Helicopter String Quartet” bereits in den 90ern komponiert und arrangiert, wohl ausgehend von einem Traum. Ich fühl mich da stark an Hape Kerkelings “Hurz-Performance” erinnert. Hurz der Airwolf! Das liegt vor allem daran, dass ich in der modernen Musik, vor allem der modernen Klassik, das Auflösen von Harmonien und das Auseinanderfallen von Melodien für überbewertet halte. Die Musik ist das falsche Medium für dieses Narrativ. Komischerweise gibt es Menschen, die etwas ähnliches über moderne Literatur sagen und dann Döblins “Berlin Alexanderplatz” oder Joyce’s “Ulysses” verdammen.

Apropos, was die wenigsten wissen: Airwolf-Pilot Huckleberry (bester Pilot der Welt) heißt mit Vornamen Stringfellow, okay das war mir neu, aber was ich sagen wollte: er spielt Cello! Um wenigstens etwas cooles im Beitrag zu haben hier noch das Airwolf-Intro!

Goodbye, Richard Kiel

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So weit ich mich erinnere war der Beißer der erste Film-Bösewicht, der bei mir in jungen Jahren einen bleibenden Eindruck hinterließ. Mehr noch, ich fand ihn richtig cool: In seiner Größe, in seiner durchschimmernden Außenseitertragik und in seinem großartigen Charisma. Und als dieser Schurke sich schließlich sogar, inklusive Beißer-Freundin, in Moonraker auf die Seite Bonds schlug, nicht nur den Geheimagenten sondern auch indirekt die gesamte Menschheit rettete, um kurz darauf für sich und seine Angetraute eine Flasche Sekt zu köpfen, war es komplett um mich geschehen und zumindest für kurze Zeit war der Beißer nicht nur mein Lieblingsschurke sondern sogar mein liebster Antiheld und Filmcharakter überhaupt.

Einen nicht unerheblichen Anteil an dieser meiner Schurkenliebe dürfte der Schauspieler von Jaws (so der Name des Beißers im britischen Original) gehabt haben. Natürlich ist es auch irgendwie traurig für Richard Kiel, dass er sich nie so ganz von dieser prägnanten Rolle lösen konnte, aber mit seiner Gestalt und seiner Performance hat er Bild eines coolen, ungewöhnlichen Schurken auf Jahre geprägt, sowohl für mich als auch für viele andere Bond-Fans. Richard Kiel starb gestern im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Fresno. Farewell, big man! May you rest in peace.

Einer flog über Hogwarts – Harry Potter gelesen als Geschichte einer jugendlichen Verrückung

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Auf tickld.com veröffentlichte jemand namens totalyllegit die Theorie, dass Harry Potters Geschichte als Metapher einer juvenilen Erkrankung des Geistes zu verstehen sei.

The Harry Potter series is about mental illness. Hogwarts is a mental institution.

Hier gehts zum Text auf tickld.

Teens react to NES / Elders react to Oculus Rift

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Eigentlich brauche ich ein Script, dass die neusten Videos der Fine Bros hier regelmäßig reinhaut. Bis dahin wird manuell eingepflegt: Einmal die Technik von gestern, einmal die Technik von morgen; einmal die junge Generation, einmal die alte Generation… und fertig sind mal wieder zwei brillante React-Episoden. Im ersten Video versuchen Teens (inklusive eines Gaststars, der Game of Thrones Fans bekannt vorkommen sollte) das Nintendo Entertainment System zu verstehen, im zweiten Video versuchen Senioren das selbe mit dem bald erscheinenden Oculus Rift. Pures Entertainment Gold.

Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen (Musikvideo-Kurzfilm)

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Ich mag Kettcar nicht sonderlich und Marcus Wiebusch geht mir in seinem selbstzufriedenen Pathosgejammer genau wie Thees Uhlmann mächtig auf den Wecker, aber das neunminütige Video zu seinem Song “Der Tag wird kommen” spricht mit Homosexualität im Fußball ein Thema an, was einfach immer noch aktuell bleiben sollte, bis die unsäglichen “Man schämt sich ja schon normal zu sein” oder “Müssen Homos einen immer mit ihrer Sexualität nerven”-Stimmen endlich in ihre vermufften Kneipenecken zurück kehren.

Man kann nur hoffen, dass die starke Message des Videos auch außerhalb von Kulturblogs seinen Weg in den Mainstream findet und etwas bewegt. Es hat gerade erst angefangen und der Tag wird hoffentlich kommen.

Family Guy meets The Simpsons: Matt Groening und Seth MacFarlane malen sich gegenseitig

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Kein Monat mehr bis zum epochalen Simpsons/Family Guy Mashup, mit dem die 13. Staffel von Seth MacFarlanes anarchischer Zeichentrickserie eingeläutet werden soll. Um die Kollision der beiden Welten noch ein wenig anzuteasern (als ob ich als Fan beider Serien nicht schon genug gehypt wäre), haben Family Guy Mastermind Seth und Simpsons-Macher Matt Groening sich nun gegenseitig gemalt.

Seth kommt im klassischen Simpsons-Stil ziemlich gut weg, während er selbst Matt als “Mayor of Television” ziemlich gehässig als TV-Aristokraten karikiert hat. Passt schon so. Gerade in den 2000ern, als die Simpsons immer braver wurden hat Family Guy einfach mal neue Standards gesetzt, wenn es um die Karikatur der Karikatur der Karikatur ging. Ich freu mich auf das Zusammentreffen der beiden “Konkurrenten”.

Hip Hop Periodensystem

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Absolut großartiges Ding von den Leuten vom Pop Chart Lab. Die haben die wichtigsten, zumindest aber bekanntesten Hip Hop Künstler of all time (Erkennt man daran, dass Vanilla Ice dabei ist, Riffraff dagegen nicht. Obwohl Riffraff genauso wie Vanilla Ice fernab von skill, dennoch unterhaltsam ist.) in ein informationsvisualisiertes PSE gepackt, in welchem das erste Releasejahr plus die Genres des jeweiligen acts angegeben sind. Man kann diese Grafik im Pop Chart Lab käuflich erwerben. Via Blogrebellen.

Labor of Love – Wo die Geräusche der Adult-Film-Industrie herkommen

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In dieser kleinen fiktionalen aber dennoch touching Doku erfahren wir von den wahren Ursprüngen der Geräuschkulissen von Pornofilmen. Der Geräuschesammler wird, absolut überzeugend bis oscarverdächtig, von Will Stephen gespielt. Regie führte Jack Pearce. Via Laughing Squid.

Filmabriss: Her, Lucy, The Wolf of Wall Street, Planet der Affen: Revolution

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Zweimal Kino, zweimal DVD. Zweimal Scarlett Johansson, zweimal Affengesichter (Sorry Leo). Gleich drei große Regie-Namen – Spike Jonze, Luc Besson, Martin Scorsese – und insgesamt viel hollywoodesker Eskapismus. Zeit für einen neuen Filmabriss…

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Women as Background Decoration: Part 2 – Tropes vs Women in Video Games

Anita Sarkeesian hat ein neues Video aus ihrer – imho nach wie vor gelungenen und soooo notwendigen – Reihe Tropes vs. Women in Video Games veröffentlicht. Und… naja, erwartungsgemäß laufen viele Videospieler wieder Amok, da sie ihr hochgeliebtes Medium, und dann auch noch von einer Frau, beschmutzt sehen. Ich versuche mich dieses Mal aus dem Disput rauszuhalten (Der Chauvinismus und die Ignoranz der Szene macht mich nur wütend, gerade weil ich Videospiele liebe und an eine große Zukunft der Videospielkultur glaube). Folgenden Kommentar kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen…

gamer-heuchler

Women as Background Decoration: Part 2 – Tropes vs Women in Video Games

Reisebericht aus Danzig

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Ich bin frisch aus Danzig bzw. Gdańsk zurück und wollte jetzt doch noch kurz meine Reiseeindrücke der letzten fünf Tage hier im Blog festnageln. Generell gilt: Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert, auch eine Reise, die sich über mehrere Tage hinzieht. Obwohl wir vor der Abfahrt relativ wenig konkret geplant hatten, ist es uns ohne Probleme gelungen die Zeit mit Ausflügen vollzupfropfen, mehr noch, zurück in Berlin habe ich das Gefühl, als würde Danzig noch genug Sehenswertes bieten, dass ich auch erneut für eine Woche hinfahren könnte. Dank diverser Ausflugsmöglichkeiten, mehreren Ostseestränden praktisch vor den Stadttoren, einer Menge Kultur und Geschichte, dem Dominikanermarkt sowie den hervorragenden gastronomischen Angeboten, gehört Danzig zu den sehenswertesten polnischen Städten, und wer einem Kurztrip zwischen Stadt-, Strand-, Natur- und Kultururlaub nicht abgeneigt ist, sollte sich das Städtchen definitiv nicht entgehen lassen.

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Glory Glory Jesus Christ – Neutral Milk Hotel, Gloria, Köln.

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Die Apostelkirche neben dem unfassbar hässlichen Neumarkt, nicht zu verwechseln mit dem Heumarkt, ist eine schöne Ausnahme in der wohl verbautesten Metropole Deutschlands.

Die zweite angenehme, ungleich unscheinbare Erscheinung, ist das schmucke Gloria, das von außen wie ein die Jahre gekommenes Strip-Lokal aussieht, aber mit seiner Theater-Atmo und bewegten Geschichte vom Lesben/Schwulen-Treff in den frühen 90ern hin zu vielseitigem Programm der Gegenwart so etwas wie Charme versprüht, was bei den Mehrzweckhallen und Bunkern dieser Republik ja nun wirklich nicht Standard ist.

Der richtige Ort also für eine Auferstehung, auch wenn vor dem Gloria die Szenerie wenig feierlich ist: weiterlesen