Darum… ist Martin Scorseses “Taxi Driver” so einzigartig – Ein Video-Essay von Jacob T. Swinney

Als ich zwischen 14 und 16 Jahre alt war, stieß ich im Fernsehen auf einen bereits laufenden Film. Die Bilder wirkten seltsam neu, modern, aber die Leute trugen alte Kleidung und die Autos waren auch aus der Zeit gefallen. Blick in die Fernsehzeitung. “Taxi Driver”. Ich hatte bereits davon gehört, an dem soll irgendwas dran sein. (Schulhofgespräche, vermutlich ging es um viele Tote und Krassheit.) …
Diese Bilder, Massenszenen in einer Großstadt, Gedränge, hupende Autos, Stau, satte Farben. Das war alles so, als wäre der Film gestern gedreht worden, nur dass die Leute diese alten Jacken, Hosen und Schuhe trugen. Mir wurde klar, dass ich gerade an etwas ganz großem Teil habe, an Filmkunst. Das war besser als Jean-Claude Van Damme und dieses Actiongedöns.
Jacob T. Swinney gibt in diesem Video-Essay Einblick in die erzählte Welt, die von der Kamera erschaffen wird. Mit ihren Bildern, Bewegungen, Fahrten, Perspektiven und Farben, erzählt sie den ganzen Film über von Travis’ (Robert De Niro) Innenwelt. Ganz ganz groß.

The Eyes of TAXI DRIVER from Fandor Keyframe on Vimeo.

Die 00er Jahre: Die besten elektronischen Alben des Jahrzehnts I

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Wie peinlich das ist. Ich würde so gerne krasse Storys aus der City erzählen, wie ich verstrahlt 3 Tage im Berlin getanzt und dann in einer Bar an der Spree ausgenüchtert habe. Ja, wäre nett gewesen. Ich begebe mich ab diesem neuen Teil der besten Alben der 00er selber auf die Reise. Auch wenn ich natürlich viele der Alben schon kenne, habe ich zu dem Zeitpunkt lieber Zeug wie Metalcore (Gott bewahre uns vor dieser Rubrik) gehört.

Während also in den 90ern Techno (heute wieder EDM genannt) auf immer größeren Kommerz-Events stattfand, begann in den 00er Jahren der Rückzug in die Clubs und an den Laptop. Das Besinnen auf den eher reduzierten Sound der 80er, mit Daft Punk sogar direkt zurück zu den Wurzeln der Disco-Musik, war natürlich auch ein großes Thema.

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Achso…. ja…. stimmt… Radiohead!

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Ich komme im Moment zwar – Babybedingt – nicht so viel zum Bloggen, will aber an dieser Stelle doch noch mal kurz mitteilen, dass ich mich gerade einpinkle vor Vorfreude auf das heute abend (!) veröffentlichte neue Radiohead-Album. The King of Limbs war mir dann ja doch im Nachgang ein bisschen zu kalt, elektronisch, sperrig; die beiden neuen Songs, die die letzten Tage zu hören waren, klingen aber nach wunderbar symphonischen, epischen Avantgarde-Pop, wie zu Hail to the thief Zeiten.

Meine Hoffnung: Die neue Scheibe besitzt wieder ein bisschen mehr Rock N Roll, ein bisschen mehr Postrock und ein bisschen mehr Jazz…. klingt nicht ganz so arg nach Yorke-Solo wie die beiden Vorgänger. Im besten Fall eine “Wir versuchen das beste aller bisherigen Radiohead-Veröffentlichungen zu vereinen”-Scheibe, so wie es HttT war. Eine zweite Kid A (nach wie vor ihr stärkstes Stück Musik) nehme ich freilich auch mit Kusshand. Es wird spannend… und bis zur Veröffentlichung heute abend verharre ich noch ein bisschen in feuchten Fanboy-Träumen:

Neuer Trailer für “Suicide Squad”… Diese Farben!

Da Snyders “Batman v Superman” nicht alles, aber so vieles falsch macht, kann man nur hoffen, dass David Ayer mit “Suicide Squad” wieder einiges für DC rausholt. Leto als Joker könnte richtig richtig gut werden. Da kann man dann auch ein Auge zudrücken, wenn der Nichtschauspieler Will Smith mitmacht.

Mal ehrlich Herr Snyder, was war da los bei “Batman v Superman”? So viele schöne Bilder und Zitate und dann keine Dramatik, kein wirklicher Konflikt, keine Story, stattdessen eine hoffnungslos überladene Aneinanderreihung von … keine Ahnung, nennen wir es mal Bilder. Das ist alles so traurig. Und dabei haben Sie nicht mal selbst das Drehbuch geschrieben, sondern mit David Goyer, der Nolans Dark Knight Trilogie geschrieben hat, und Chris Terrio, ein Autor, der 2012 für „Argo“ den Oscar für das beste Drehbuch bekam, sprach doch einiges dafür, dass das alles richtig cool hätte werden können. Hätte hätte Fahrradkette. Und dabei habe ich richtig Bock auf die silliness des DC-Universums, auf den Typen mit dem Dreizack, der Frau mit dem unsichtbaren Flugzeug und der Peitsche und den schnellsten Menschen der Welt. Aber nee… “Suicide Squad” sei bitte besser! DC hat es verdient. Superman war der erste moderne Superheld und die Justice League war auch vor den Avengers da.

Erste Bilder vom animierten Batmanfilm “The Killing Joke”

Alan Moores “The Killing Joke” von 1988 ist ein Klassiker der Comicgeschichte. Im Laufe dieses Jahres soll ein Animationsfilm dazu erscheinen. Ehrlich gesagt steht Moores Comic noch auf meiner must read Liste, schon allein weil da eine Joker Origin erzählt wird. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Comicfiguren liegt die im Dunkeln. Tim Burtons Version aus dem 1989er “Batman”, bei der der Joker der Mörder von Bruce Waynes Eltern ist, ist zwar für den Film storytechnisch clever, aber insgesamt lame. Mal sehen was Moore sich da ausgedacht hat.

via Minds Delight

Warum Böhmermanns BE DEUTSCH trotzdem rockt…

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Gleich mal als Disclaimer und tl;dr vorangestellt: Ich bin der festen Überzeugung, dass Böhmermann derzeit der einzige ist, der den deutschen Comedy, das deutsche Kabarett, die deutsche Unterhaltungsshow und ganz generell die deutsche TV-Landschaft retten kann. Seit BE DEUTSCH bin ich erst recht der Meinung, dass er dies im Alleingang tun wird.

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Disturbed-Frontmann David Draiman ärgert sich über Fan, der während des gesamten Konzerts am Handy hängt

Sorry für die lange Überschrift. Aber das ist auch eine Story, die fast gemacht zu sein scheint für eine “Was dann passierte, werdet ihr niemals glauben”-Clickbait-Headline. Und die wiederum wollte ich in jedem Fall vermeiden. Anyway, David Draiman is very pissed, wegen des Verhaltens eines Konzertbesuchers. Was dann folgt, seht ihr in diesem Video. Bei Minute 2 musste ich heulen.

via guitarplayer

Loving Vincent – Ölgemalter Animationsfilm über van Gogh im Stil von van Gogh

Vor zwei Tagen wäre Vincent van Gogh 163 Jahre alt geworden. Seit 2014 arbeitet die Produktionsfirma BreakThru Films an einem animierten Biopic, das in seiner visuellen Ästhetik van Goghs Stil und Bilderwelt aufgreift, wobei jeder Frame handgemalt ist. Oben sieht man einen Trailer, der schon großartig aussieht. Von den Impressionisten wurde ja immer gesagt, sie würden versuchen Licht zu malen. Gewissermaßen griff van Gogh, vor allem in seinen berühmten Werken, diesen Ansatz auf und spitze ihn zu, womit er in den Post-Impressonismus führte und den Expressionismus antizipierte. In seinen Bildern scheint sich alles zu bewegen. Diese Dynamik nun noch animiert zu sehen, ist ein wenig die Weiterführung des van Gogschen Ansatzes.

Übrigens, 2006 gewann Suzie Templeton und BreakThru Films für Prokofiev: Peter & The Wolf den Oscar für die beste Animation.

Hörenswertes: Big Ups, Nevermen, Santigold, Nada Surf, Ólafur Arnalds und Nils Frahm

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Was für eine fürchterliche, was für eine schöne Zeit! So ganz habe ich die Ereignisse der letzten Tage noch nicht verarbeitet, aber es muss ja alles weiter gehen. Ein bisschen Realitätsflucht tut gut und es ist diesmal doch recht bunt geworden. Hardcore von Big Ups, so ziemlich alles von Nevermen, Discount-Ware von Santigold, Nettes von Nada Surf und zum Abschluss noch sehr feine Ware von den beiden Trance Friendz Ólafur Arnalds und Niels Frahm.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Und dann ist da dieser Moment, wo Money Boy mal ernsthaft bleibt…

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Money Boy bedient ja eigentlich bevorzugt die schrillen Lifestyle-Magazine, wie zum Beispiel Vice. Die haben bestimmt schon ne eigene Abteilung für das Self-Empowerment von dem Wahl-Berliner aufgestellt, der gefühlt im Wochen-Takt eine neues Mixtape und einen kleinen Social Media-Skandal raushaut.

Das hinter der Kunstfigur auch noch ein Künstler steckt, der ein Magister in Sachen Kommunikationswissenschaft in der Tasche hat, ist zwar mittlerweile bekannt, aber ging doch im Overflow der Releases und verdrogten Interviews unter.

Das kurze und sehenswerte Interview mit Pulse zeigt einen überraschend disziplinierten Sebastian Meisinger, der reflektiert über den Wert von Musik redet. Der Song als Vehikel zum Marketing und umgekehrt dürfte wohl perfekt den Stand des Musikbiz im Jahr 2016 erklären.

Warum Love von Judd Apatow einiges falsch macht und trotzdem toll ist

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Die Ankündigung einer Serie von Judd Apatow hat mich erstmal nicht in Euphorie versetzt. Das Thema Liebe hat der Mann nun mehrfach durchgespielt und hat dabei in den letzten Jahren Filme produziert, die genau so öde und aufgesetzt cool wirken wie alle Ü40 Paare in den letzten überflüssigen Komödien à la Dating Queen.

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