Lennart Thiem, Sebastian Schreck und Martina Lenzin haben ein wunderbares und interessantes Mag in Eigenregie erstellt und möchten dieses gerne mit euch kulturinteressierten Menschen (oder bist du gerade wieder wegen der besten Erotikfilme bei uns gelandet? tzes) teilen. Wie man hört sind die Väter unheimlich stolz auf ihr Baby und präsentierten es am 29.03.2013 im Goldenen Salon, Hamburg.
Der werte Herr Thiem hat mir freundlicherweise schon vor einiger Zeit ein Exemplar zukommen lassen und ich schildere mal kurz meinen Eindruck.
Uff, ich habe hier doch einiges schleifen lassen. In der Introducing-Rubrik kam ja nun schon länger nichts mehr und ich versuche gerade mal die MP3s auszuchecken, die ich in letzter Zeit bekommt habe. Hier wieder eine interessante Newcomerin aus Hamburg, die mit dem Debüt-Album “There Is Not Enough Space In The Dark” schönen melancholischen Folk-Pop spielt und gerade genau das Richtige für melancholische Winter-Abende ist.
Neben den verwendeten Instrumenten rückt vor allem diese Bildhaftigkeit Binoculers in die Nähe des Folk, dessen Tradition sie durch behutsame Erneuerung respektiert. Der Rolling Stone nennt sie in seiner Besprechung des Debütalbums “Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship” (Labelship, 2010) eine “erstaunliche Künstlerin” und lobt “(…)(sie) verzaubert die Menschen. Mit leisem Indie-Folk, Popmusikminiaturen, Spieluhrmelodien und viel künstlerischer Fantasie.”
Im November 2012 erscheint das zweite Album “There Is Not Enough Space In The Dark”. Die begleitende Tournee wird Nadja mit Band oder im Duo spielen.
Wer Binoculers, alias Nadja Rüdebusch, nicht nur daheim auf Platte sondern auch live erleben möchte, hat im Dezember und Januar ausreichend Möglichkeiten:
09/12/12 Düsseldorf – LAMA Musik Jahresabschlusskonzert
15/01/13 tba 16/01/13 Café Galao – Stuttgart* 17/01/13 Das Modul – Saarbrücken* 18/01/13 Figurentheater – Ravensburg* 19/01/13 Action House – Heidelberg* 20/01/13 tba 21/01/13 Schwarze Katz – Konstanz* 22/01/13 Südstadt – München* 23/01/13 tba 24/01/13 Arsenal Kino/Café Haag – Tübingen
Verträumter und wunderschöner Indie-Pop aus Deutschland. Das klingt so gar nicht nach Dortmund, wo die Band herkommt, sondern gerade Parts Per Million könnte auch von englischen Post Punk/Shoegaze-Bands wie Editors oder IlikeTrains, aber auch fröhlicheren Gesellen wie The Pains Of Being Pure At Heart stammen. Da haben die Jungs wirklich was Feines auf internationalem Niveau hinbekommen und wer danach immer noch weiterhin Bock auf den biederen Befindlichkeits-Rock der anderen deutschen Newcomer hat ist es einfach selber schuld.
Wer hat eigentlich jemals die Nutzungsbedingungen von Facebook gelesen? … Und verstanden? Zumindest ersterem kann jetzt bequem Abhilfe geschafft werden: Wir haben eine vollständige Lesung der AGBs von Facebook Inc. auf Video gebannt, um somit tausenden von Facebook-Usern einen leichteren Einstieg in die schwergängige Schwarte von Marc Zuckerberg zu ermöglichen. Vollends verstehen wird dieses Machwerk wohl niemand, aber hier und da auf die Schliche gekommen sind wir ihm wohl hoffentlich doch. Für uns ist es der Anfang der Idee, Texte die sich (zurecht) kein Mensch durchliest der breiten Internetöffentlichkeit im Stile einer vornehmen Literaturveranstaltung zu präsentieren. Hierfür wünsche ich viel Vergnügen.
P.S. Sehr im Facebook-Sinne ist Teilen natürlich sehr erwünscht.
So schnell kann es gehen. Das Berliner Dreampop Duo Freakish Atlantic hatten wir ja in der Introducing-Rubrik vorgestellt und nun sehe ich gerade bei dem Kollegen von electru.de eine schicke Coverversion von “Video Games”, der ja für mich einer der heißesten Anwärter auf Song des Jahres ist und bei dem ich, by the way,mir immer einbilde “True Love Will You Find In The End” von Daniel Johnston rauzuhören. Anyway, hier ist die wirklich schöne Cover-Version, die ohne den Pathos des Originals auskommt.
Uff, wir haben hier in letzter Zeit unsere Introducing-Rubrik vernachlässigt und vielleicht doch die ein oder andere Mail einer Band übersehen, die uns von der Großartigkeit ihrer Songs überzeugen wollte. Es tut mir schrecklich leid und heute fange ich mal mit Freakish Atlantic aus Berlin an, die wunderschönen Bedroom-Pop machen und ihre “Siren Songs”-EP zum Download anbieten. Da muss sich doch ein Platten-Label finden lassen…
Die ersten Trailer des Tintin-Animationsfilms von Steven Spielberg werden derzeit in einigen Blogs skeptisch beäugt, da sie so gut wie keine Gesichtsanimationen, keine lebendigen Handlungen en Detail zeigen. Dabei kommt fast zwangsläufig in jeder kritischen Äußerung der “Uncanny Valley”-Effekt zur Sprache. Dass Tim nicht in seiner vollen virtuellen menschlichen Pracht gezeigt wird, wird dabei mutmaßend auf eben jenes “Uncanny Valley” (“Unheimliches Tal”) zurückgeführt, in dessen Falle der Film getappt sein könnte… und dies müsste nun so lange wie möglich geheimgehalten werden. Durchaus eine berechtigte Spekulation. Denn das unheimliche Tal ist ein lästiger, fieser, kleiner Begleiter des realitätsnahen Animationsfilms der letzten Kinojahre. Jeder der schon einmal ein gewisses Unwohlsein beim Blick auf menschenähnliche Computeranimationen empfunden hat, kann dies nachvollziehen. Aber worum handelt es sich genau beim Uncanny Valley und warum ist es ein so großes Problem für den Animationsfilm?
Ein bischen lange hat es gedauert, bis heute nun endlich die zweite Bestätigungs-Welle für das Haldern 2011 kam. Wie schön es auf dem Haldern letztes Jahr war, konntet ihr ja hier schon nachlesen, wir schauen aber bereits in die Zukunft und die sieht äußerst geschmackvoll oder zumindest interessant aus. Nun ja, ob ich mich persönlich auf Wir sind Helden gefreut habe sei mal dahin gestellt. Dass sich die Organisatoren da einen dicken Fisch an Land gezogen haben, steht aber außer Frage. Dazu kommen die in unserem Bandwatch vorgestellten Dry The River, die sogar dem Headliner Fleet Foxes den Rang ablaufen könnten. Wem es gar zu warm ums Herz wird, der kann sich über Warpaint, Destroyer, The Wombats und Body Bill freuen. Da fragt man sich nur was bei “…more to come” noch alles passieren könnte.
Hier nun ein Video mit allen bisher bestätigten Acts, die am Ende nochmal aufgelistet werden:
Es gibt eine nicht zu leugnende Freude an cineastischem Trash, an wirklich schlechten Filmen und vor allem an dem Spaß, schlechte Filme zu verreißen. Das wissen nicht nur Filmkritiker in aller Welt sondern auch jene Freaks, die sich unermüdlich miese, kaputte, abartige Filme raussuchen, um diese in einer kleinen Runde abzufeiern, mit ständigen Zwischenbemerkungen zu unterbrechen und gemeinsam zu zerpflücken. Doug Walker alias That Guy with the Glasses verbindet genau jene beiden Welten der Auseinandersetzung mit schlechten Filmen: Er ist Kumpel, Komiker und Kritiker in Personalunion, der nervige Typ, der im Kino nicht die Schnauze halten kann, dem jede Ungereimtheit eines Films ins Auge fällt und der diese auch lautstark und polemisch mitteilen muss… Und Doug Walker verdient sein Geld mit genau dieser Art, hat dafür seinen eigenen Sender im Internet, und es ist schlicht und einfach eine helle Freude, ihm bei seinen Tiefenanalysen zuzuschauen.
Okay… Also es gibt schlechte Filme, die so schlecht sind, dass sie schon wieder Spaß machen. Es gibt Filme, die so schlecht sind, dass sie wieder Spaß machen und schon wieder schlecht werden… und natürlich solche, die dadurch schon wieder Spaß machen… Aber das ist nichts! Das ist Kinderkacke. Das ist harmloser Trash für zwischendurch, verglichen mit Tommy Wiseaus “As bad as it gets” Meistermachwerk von 2003. Ed Wood und Uwe Boll haben ausgedient! Ladies and Gentlemen, introducing “The Room”.
That’s it! Kurzfilm von Johannes Franke und mir, dessen Postproduction zu – naja sagen wir mal – 3/4 abgeschlossen ist. Fotos dazu gabs schon in nem Bildbeute-Artikel. EWE beruht auf meiner gleichnamigen Kurzgeschichte, die in der Anthologie “Am Ende der Leitung” von Quintessenz veröffentlicht wurde. Den nun verwirklichten Film gibt es dann wohl gegen Mitte 2011 in Berlin und darüber hinaus auf diversen – hoffentlich vielen – Filmfestivals zu sehen. Die Geschichte des 20Minüters liest sich ungefähr so:
EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich… Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum vergessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach – bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…
Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.
EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.
Als Mediengestalter und Regisseur Florian Thalhofer im Jahre 2000 einen Film über Alkoholismus drehte (Korsakow Syndrom), suchte er nach einer Möglichkeit, dem Sujet auch narrativ und ästhetisch gerecht zu werden. Aus diesem Antrieb entstand das so genannte Korsakow-System, eine Oberfläche für nonlineare Dokumentar- und Spielfilme. Zehn Jahre ist dies mittlerweile her und die Korsakow-Filme haben es trotz faszinierender Ideen und großartigen daraus entstandenen Dokumentationen leider nie über einen gewissen subkulturellen Bereich hinaus geschafft.
“Schlechtester englischsprachiger Dichter aller Zeiten”, so hat sich das William McGonagall sicherlich nicht vorgestellt. Der gebürtige Schotte, der sich stets von der Muse geküsst und als talentierter Dichter berufen fühlte, bereicherte die Nachwelt mit fast unbeschreiblicher Prosa, wie z.B die anlässlich eines Eisenbahn-Unglücks:
Schöne Eisenbahnbrücke über dem silb`rigen Tay!
Leider muss ich sagen, o wei!
Daß neunzig Leben waren vorbei
Am letzten Samstag des Jahres 1879
Erinnern werden wir uns wohl immer daran.
Ja, erinnern werden wir uns wohl wirklich, dank des erzwungenen Reimstils und Spott, den William ertragen musste und ihn damit zu einer Trash-Ikone seiner Zeit machte. Ein Happy End gab es für ihn auch nicht, weil er sich nicht von seinem wenig einträglichen Weg abbringen ließ und bitterarm starb.
Wie jede Trash-Ikone hat auch McGonagall seinen Einzug in die Popkultur geschafft…
Ein englischer Film von 1970:
Sogar die legendäre Muppet-Show nahm sich seiner an und behinhaltet einen Charakter namens Angus McGonagle:
Wer sich mit dem unfangreichen Werk des Dichters von eigenen Gnaden befassen möchte :
Ganz ehrlich, keiner von uns mag Streber. Die vermeintlichen Erfolgstypen, denen alles gelingen möchte und auch noch all das Glück dieser Welt zufliegt, Minderwertigkeitskomplexe der eigenen Person gegenüber erfolgreicheren Personen lassen wir mal außen vor. Umso mehr sehen wir uns in den Außenseitern und freuen uns über Leute außerhalb einer alltäglichen Norm. Auch wenn in letzter Zeit das Trash Format mittlerweile durch Casting Formate wie “Das Supertalent” endgültig seinem medialen Overkill entgegen sieht, kann man eine gewisse Faszination gegenüber dem Schlechten nicht verhehlen, so wie schon in unserer Liste der trashigsten Filme des letzten Jahrzehnts. Wer nun das weise Haupt schüttelt und die Ikonisierung des Trash als eine Erfindung der Neuzeit ansieht, den belehren wir heute eines Besseren. [Weiterlesen…]