Würde / αξιοπρέπεια

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Es gibt derzeit wahrscheinlich viel darüber zu diskutieren, ob ein GREXIT den Niedergang Griechenlands in ein drittes (oder gar viertes) Welt Land bedeuten würde oder doch zu einer wundervollen Wiederauferstehung des Staates führen könnte. Es gibt wahrscheinlich viel darüber zu diskutieren, inwiefern die Wirtschaftskrise Griechenlands selbstverschuldet ist, oder inwiefern die gesamte EURO-Gruppe, allen voran Deutschland, Mitschuld an der Misere trägt. Es gibt wahrscheinlich viel darüber zu diskutieren, ob die Vorschläge der Troika die sinnvollste Lösung der Probleme bedeuten, oder ob Alternativen in Betracht gezogen werden können. Das sei an dieser Stelle den Volkswirtschaftlern überlassen.

Es gibt wahrscheinlich viel darüber zu diskutieren, ob das von Tsipras vorgeschlagene Referendum tatsächlich ein demokratischer Paukenschlag ist oder doch nur ein verzweifeltes oder gar manipulatives Manöver, um sich aus der eigenen Entscheidungspflicht herauszuwinden. Es lässt sich wahrscheinlich viel darüber reden, ob mit der antikapitalistischen SYRIZA und der rechtspopulistischen ANEL gerade die richtigen Parteien in der griechischen Regierung sitzen, um die aktuelle Krise zu handlen. Genau so, wie man viel darüber reden kann, ob es in Griechenland derzeit besorgniserregende Tendenzen Richtung Nationalismus und Anti-Intergouvernementalismus gibt.  Es gibt wahrscheinlich viel darüber zu diskutieren, ob Europa in diesem Fall ein Exempel statuieren muss, dass ein Verschleppen von Schulden nicht akzeptiert wird, oder ob Europa nicht viel mehr so dasteht, wie es heute dasteht, weil das Verschleppen von Schulden ein wesentlicher Bestandteil seiner Geschichte ist. Darüber dürfen gerne die Historiker und Politikwissenschaftler diskutieren.

Indiskutabel ist aber, wie grotesk herablassend ein ganzes Land derzeit sowohl von weiten Teilen der politisch und ökonomisch Elite als auch leider immer stärker von großen Teilen der einfachen Bevölkerung behandelt wird. In diesem Fall werden Paternalismus, Elitarismus, Erpressung, Herablassung bis hin zum Rassismus zum politischen Stilmittel erhoben. In diesem Fall werden Werte wie Solidarität, Respekt, Achtung und Empathie komplett aus dem Diskurs ausgeklammert. Die Art wie im Moment größtenteils über Griechenland – oder schlimmer noch DIE Griechen – geredet wird, widerspricht allen Regeln des Anstands und Humanismus und ist schlicht und ergreifend von Asozialität geprägt. Ein Europa, das sich so über einen seiner Teile das Maul zerreißt, verdient die Bezeichnung “Gemeinschaft” nicht. Und gegen diese Form und diesen Inhalt, der sich derzeit im Diskurs etabliert, muss aufgestanden werden. Gegen diese Behandlung verdient Griechenland, verdienen die Griechen jede denkbare Solidarität, jede denkbare Verteidigung. Und genau das geht eben nicht nur die politischen und ökonomischen Köpfe etwas an, sondern uns alle.

Die griechische Zeitung Εφημερίδα των Συντακτών zeigt auf ihrer aktuellen Titelseite die Zeichnung eines Mannes, der trotzig schweigend ein Banner mit dem Wort “Würde” den Lesern entgegenhält. Ob Griechenland den Weg der Insolvenz gehen muss, ob es das beste ist, wenn das Land aus dem EURO-Raum ausscheidet, ob es gezwungen werden sollte, einem harten Sparpaket zuzustimmen, oder ob es noch dritte, alternative Wege, Pläne B und C, gibt… ganz ehrlich ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, ist, dass Griechenland – wie jeder andere Staat – es verdient, seine Würde zu wahren und zu verteidigen. Was ich weiß, ist, dass die Griechen – wie alle anderen Menschen – die Unantastbarkeit ihrer Würde verdienen. Diese Würde ist im aktuellen Diskurs viel zu oft gefährdet. Und jeder, der derzeit meint, über Griechenland – oder schlimmer noch DIE Griechen – urteilen zu müssen, sollte sich zuvor zumindest kurz die Worte Kants ins Gedächtnis rufen: Der Mensch als „Zweck an sich“ darf nie nur „Mittel zum Zweck“ sein. Niemand verdient es, so behandelt zu werden, so be- und verurteilt zu werden, wie es den Griechen derzeit geschieht. Diesbezüglich nehme ich dann auch gerne den Pathos in Kauf, der sich in meine Sätze schleicht: Ehrlich Leute, lasst das nicht so unwidersprochen zu!

Kluge Worte von Ranga Yogeshwar

ranga

Als Nachklang zur Sonnenfinsternis heute morgen und auch darüber hinaus voll ins Schwarze treffend. Ranga Yogeshwar über unverhältnismäßige Panikmache und erdrückende Schutzbrillen:

Unsere Gesellschaft wird zunehmend von Angstszenarien geprägt. Bei der anstehenden Sonnenfinsternis füllen vielfältige Warnungen die Schlagzeilen: Niemals in die Sonne schauen!! Nur mit Schutzbrille. Die Energieversorger warnen:“ Droht uns jetzt der Strom-Blackout?“. Schulkinder dürfen nicht vor die Tür, Eltern sind besorgt. Unsere Medien warnen so sehr, dass die Sonnenfinsternis zur herannahenden Bedrohung wird. Schade!
Gestern habe ich ein kleines Video erstellt um all jenen, die keine Spezialbrille kaufen konnten, eine Alternative zu bieten: Mit einer Handy-Kamera. (Siehe Facebook-Beitrag) Prompt reagierten manche Medien erneut mit Angst: Fachredakteure schreiben mich an und fragen: Verbrennt da nicht die Handy-Kamera?
Offensichtlich scheinen unsere Medien aus der Spirale der ewigen Panikmache nicht mehr herauszufinden, dabei sind die Sorgen überzogen (…)

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Ich bin ein Akademiker, holt mich hier raus! – Zum Start des Dschungelcamps 2015

dschungelcamp2015

Bei unserem Fernseher sind die Sender verstellt: Einmal komplett durcheinandergewürfelt in einer Reihenfolge, in der wohl kein deutscher TV-Zuschauer seine Sender einstellen würde. Irgendwann mitte letzten Jahres wollten wir von Zimmerantenne auf Kabel umstellen, und zack ist es passiert. Nicht, dass ich nicht wüsste, wie ich die ganzen verschiedenen Programme wieder auf ihren logischen Platz verschieben könnte… Aber das ist trotz vermeintlichem Smart-TV so zeitraubend wie eh und je, und außerdem habe ich mich mittlerweile an das hierarchielose Chaos gewöhnt. Auf den ersten zehn Programmplätzen tummeln sich RTL und RTL2 neben irgendeinem Home Shopping Kanal, Nickelodeon und einem nicht sauber eingestellten Kabel1. Will ich Arte schauen, muss ich auf die 11 gehen (ehrlich, ohne prätentiösen Snobismus: Das ist die einzige Zuordnung, die ich mir merken kann), und will ich die gute alte Tagesschau gucken, muss ich mich irgendwo in die 30er Regionen begeben. Gestern habe ich endgültig beschlossen, das jetzt so stehen zu lassen. So ein bisschen ist damit auch die Hoffnung verbunden, dass wenn meine Eltern das nächste mal zu Besuch kommen und mein Vater die ZDF-Nachrichten genießen will, er beim Einschalten einen Mordsschreck bekommt und mich fortan als Unterschichten-TV-Glotzer abstempelt. In unserem gutbildungsbürgerlichen ARD/ZDF/3SAT/Arte-Haushalt damals wäre meine derzeitige TV-Sender Top10 ein übler Affront gegen den guten Geschmack gewesen. Mehr noch: Geradezu ein Symbol für ein wachkomatöses TV-Konsumzombie-Dasein. Insofern darf ich mich sogar ein wenig als vom Elternhaus emanzipierter Rebell fühlen, wenn ich den Fernseher einschalte und auf meinem persönlichen ersten Programmplatz gleich mal von “Berlin bei Tag und Nacht begrüßt” werde.

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Ein paar Gedanken zu #Gamergate

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Ich habe mich nun echt lange schwer getan mit der Überlegung, ob ich überhaupt etwas zu #Gamergate publizieren soll, nachdem ich mich seit einigen Wochen durch die Untiefen dieses Diskurses quäle. Zwischenzeitlich dachte ich an einen Vlog-Beitrag (Weil Youtube in dem Fall tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes Meinungstool zu sein scheint), dachte an eine längere Reportage, einen schnippigen Kurzkommentar und lande mit diesem Text wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Die Gründe für mich, ein paar Gedanken zu dem Thema zu veröffentlichen, liegen dabei gar nicht einmal so sehr darin, dass es gerade ein großartiges Reizthema, eine (zumindest scheinbar) sehr kontroverse und ambivalente Debatte ist, sondern schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass mir sowohl soziale Fragen als auch die Videospielkultur sehr am Herzen liegen, dass ich mich durch und durch als (kultureller) Nerd und Gamer verstehe und zugleich wohl das bin, was in der Debatte gerne mal spöttisch als “Social Justice Warrior” bezeichnet wird. Sorry, ich merke gerade, dass ich dabei bin, Epona von hinten aufzuzäumen. Nicht wenige, die das hier lesen, werden irritiert mit den Schultern zucken: “‘Gamergate?’ Nie gehört!”. So richtig ist der Diskurs inklusive Hashtag nämlich noch nicht in der deutschsprachigen Öffentlichkeit angekommen (manche würden sagen “leider”, andere würden sagen “zum Glück”) und daher ist es wahrscheinlich – obwohl die Schlammschlacht mittlerweile seit über 3 Monaten im englischsprachigen Netz tobt – sinnvoll an dieser Stelle bei 0 anzufangen.

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This Post is Art! Is it? – Wann wird ein Kunstwerk zum Kunstwerk?

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Wer in den letzten Wochen die kulturelle Blogosphäre verfolgt hat, dem wird kaum die mittlerweile wohl überall geteilte Geschichte von dem 4Chan-Beitrag entgangen sein, der kadriert und als Kunst postuliert bei ebay für über 90.000 Dollar verkauft wurde. Long Story short: In einer klassischen 4Chan Diskussion darüber, was nur aus der Kunst geworden ist, behauptete irgendwann ein anonymer User, Kunst sei früher etwas Wertvolles, Wertzuschätzendes gewesen, heutzutage könne tatsächlich alles Kunst sein, garniert mit dem ironischen Kommentar, dass auch sein eigener Post Kunst wäre:

Art used to be something to cherish.

Now literally anything could be art.

This post is art.

Ein findiger Netzkünstler fertigte ein Foto dieses Screenshots an, rahmte es und bot es unter dem Titel “Artwork by Anonymous” unter ebay feil (Anfangsgebot: 500 $). Der Rest ist Netzkultur-Geschichte. Das Werk wurde für fast 100.000 Dollar versteigert, während – mittlerweile bereits wieder gelöscht – ein gerahmter Screenshot dieser Auktion ebenfalls bei ebay landete aber nicht einmal annähernd die Begehrtheit des vorherigen Kunstwerks erreichte.

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#Gauchogate – Die großen Missverständnisse zwischen Schlaaand und Feuilleton

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So geh’n die Gauchos, die Gauchos, die geh’n so. So geh’n die Deutschen, die Deutschen, die geh’n so. In den Siegestaumel der deutschen Spieler und Fans mischten sich unmittelbar nach der Siegesfeier am Brandenburger Tor, die ersten kritischen Stimmen, die den Gauchotanz, mit dem eine Handvoll Spieler der deutschen Nationalmannschaft noch einmal ausgelassen den Finalgegner foppten/verhöhnten/beleidigten (passende Formulierung bitte unterstreichen), als unangebracht, unwürdig oder gar schlimmeres bezeichneten. Woraufhin sich dann kurz darauf die kritischen Stimmen derer meldeten, die die Kritik am Gaucho-Tanz als unangebracht, miesmacherisch oder schlimmeres bezeichneten. Es scheint auf den ersten Blick fast schon absurd, dass eine eigentlich klassische Diskurs-Dynamik – die sich mit der Kategorisierung rechts vs. links wunderbar polarisieren lässt – einen solchen Wirbel verursacht, inklusive eigenem Twitter-Hashtag (#Gauchogate) und erbosten Diskussionen zwischen den beiden Fraktionen. Letzten Endes resultierte der vermeintliche Sommerlochfüller aus einer ganzen Reihe von Missverständnissen, sowohl auf der einen – der intellektuellen, kritischen, “linken” – als auch der anderen – der euphorischen, vom Bauchgefühl geleiteten, “rechten” – Seite.

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Über den schleichenden Wertegewinn der jungen Generationen…

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Eröffnungsrede zum Kongress der Gesellschaft zum Erhalt des Status Quo und der konservativen Gesinnung (April 2014):

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe konservative Mitstreiter,
seit Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten sehen wir uns dem schleichenden Wertegewinn der uns folgenden Generationen ausgesetzt. Nicht nur dass dies eine immense Gefährdung für unseren Konservatismus darstellt, auch rückt es uns ältere Generationen immer aufs Neue in ein schlechtes Licht, müssen wir uns doch jedes Mal damit konfrontiert sehen, auf der scheinbar falschen Seite der Geschichte zu stehen. Aber meine liebe Mitstreiter, Larmoyanz – auch wenn wir diese perfekt beherrschen – hilft an dieser Stelle nicht weiter. Viel mehr ist es mir darum gelegen, die Problematik in diesem Vortrag und den folgenden Arbeitsgruppen zu analysieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, mit der wir sie nicht nur besser verstehen sondern im besten Falle auch effektiv bekämpfen können.

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Why The Walking Dead sucks… a little bit

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Also dann… Auf zum Walking Dead Rant! Beim zweiten Artikel dieser Art ist es vielleicht ein bisschen verfrüht von einem Running Gag – oder einer sich etablierenden Tradition – zu sprechen, aber die Parallelen sind schon gegeben: Auch bei Game of Thrones hatte ich nach der dritten Staffel das Bedürfnis meine, teils negativ gefärbten, Gefühle zu der overhypten Serie niederzuschreiben, auch damals kam die Serie dabei alles andere als gut weg. Auch bei Game of Thrones war ich irgendwie genervt davon, dass diese Serie von so ziemlich jedem in allen nur erdenklichen Tönen gelobt wurde, auch bei Game of Thrones schien Nitpicking ein probates Mittel, um die Serie einfach mal auseinander zu nehmen… und auch bei Game of Thrones bin ich trotz zahlloser Kritikpunkte  dran geblieben, habe tapfer durchgehalten und sogar ne Menge Spaß gehabt. Ja, ich stehe nach wie vor dazu: Game of Thrones suckt… zumindest ein bisschen, und, naja, was soll ich sagen: The Walking Dead auch. Nach vier Staffeln, teils lahmer, teils konfuser, teils einfach nur dummer Zombie-Action, muss ich jetzt einfach mal meinen ähnlich schmeckenden Senf zu der derzeit erfolgreichsten US-Serie abgeben. Here we are, different TV-Show, same Shit, same Outcome: Irgendwie habe ich Spaß bei der TV-Umsetzung des (wirklich genialen) Comics The Walking Dead, irgendwie mag ich die Serie, und zugleich gibt es bei dieser Serie unfassbar viel, was mir gehörig auf die Nerven geht.  Achtung, Spoiler, inklusive Staffel 4, ahead: Why The Walking Dead sucks… zumindest ein bisschen.

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First Kiss is fucking Advertisement and I hate it, hate it, hate it…

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…Dann also doch noch ein paar Gedanken meinerseits zum “First Kiss-Gate”, der unter Beweis stellt wie leicht sich Blogger und Qualitätsmedien – die sich in diesem Fall tatsächlich nicht viel nahmen – von Viral Videos hinters Licht führen lassen und ohne Reflexion Werbung für ein Modelabel teilen. Den Blogrebellen haben wir es zu verdanken, dass noch einmal hinterfragt wurde, ob wir Content-Sharing-Bloggern uns hier nicht einfach zu den Erfüllungsgehilfen einer Marketingindustrie machen, die freudig in die Hände klatscht, weil sie kein Geld mehr für Werbung ausgeben muss und sich stattdessen auf die viralen Mechanismen des Netzes verlassen kann. Mein erster Gedanke zu dem Fall wäre dann “Na und?”. Tatsächlich ist “First Kiss” bei weitem nicht das erste Mal, dass wir hier bei Seite360 Content teilen, der in irgendeiner Weise mit Advertisement in Verbindung steht oder von Marketingagenturen ausgeheckt wurde: Manchmal bewusst (wie im Fall der großartigen Tipp-Ex Werbung “A hunter shoots a bear”), manchmal unbewusst (wie im aktuellen Fall), bisher aber – Transparency-Info – ohne jemals Geld oder Geschenke oder ähnliches dafür erhalten zu haben.

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Full Nerd Jacket – Was tun mit dem neuen alten Konservatismus?

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Als würden Matusseks homophobe Auschweifungen, und Sarrazins dümmliche Verdrehtheiten nicht ausreichen, wird jetzt auch das drölfte (oder so) Gebot “Du sollst nicht Hand an dich legen” von der Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff wieder zum neuen Schwarz erklärt. Roman Herzog hat 1997 mit seiner “Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen”-Rede zwar was völlig anderes gemeint, aber das hier ist doch ein Ruck, oder? Flo hat sich ja schon an einer Typologisierung der neuen konservativen Publizisten versucht. Nun untersuchen wir mal wie Menschen mit mehreren Gehirnzellen darauf reagieren und sich dazu verhalten. 

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Die neuen konservativen Publizisten – Versuch einer Typologie

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Thilo Sarrazin veröffentlicht ein neues Buch, Matthias Matussek legt sich zuerst mit den Homosexuellen, dann mit Stefan Niggemeier, dann mit dem gesamten Internet an, Harald Martenstein schreibt nicht mehr, dass ihm nicht mehr einfällt, worüber er schreiben soll, sondern über das harte Los der armen, weißen, männlichen Besserverdiener und Jan Fleischhauer entdeckt im schwarzen Kanal die Satire von rechts. Auch 2014 setzt sich ein Trend fort, der bereits in den Jahren zuvor begonnen hat: Der Konservatismus, die Rechte strebt zurück in die Feuilletons und die Publizistik, um den Political Correctness Enthusiasten, Gutmenschen und linken Tugendterroristen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Aber woher kommen plötzlich all diese konservativen Publizisten, was schreiben sie so, lohnt es sich sie zu lesen und wie am besten auf sie reagieren? Versuch einer Typologie*:

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Er war nie wirklich fort – Wider “Er ist wieder da”

Wie einige von Euch vielleicht schon mitbekamen wird Timur Vermes Bestseller “Er ist wieder da” nun auch verfilmt. Bin ich der Einzige, dem das nicht gefällt?

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XBox One und Playstation 4? …Kommen mir nicht ins Haus!

Weihnachtszeit, Geschenkezeit, Konsumzeit… und die neuen Konsolen sind mittlerweile auch auf dem Markt. Und was soll ich sagen? Ich habe gerade nicht die geringste Lust auch nur einen Cent in die XBox oder die Playstation 4 zu investieren. Im Gegenteil: Bei mir ist gerade das Ranting-Fieber ausgebrochen und ich muss an dieser Stelle einfach mal über den gesamten Launch der selbsternannten Next Gen ablästern. Dabei sah es Anfang des Jahres echt gut aus: Ich war heiß auf die neue Videospielgeneration, nachdem ich um die Vertreter der letzten Generation einen großen Bogen gemacht hatte und mittlerweile doch bereue so manches großes Spielerlebnis verpasst zu haben. Ja, ich hatte Bock auf schicke neue Grafiken, auf coole High End Technik, auf tatsächliche HD/3D-whatever Erlebnisse. Ich habe den Erstpräsentationen entgegengefiebert, war leicht ernüchtert bei der Vorstellung der PS4, war geschockt bei der versemmelten Party zur XBox One und ich habe mir das ganze weitere Jahr Gedanken gemacht: Playstation? Vielleicht doch noch die Box, wenn das Software-Lineup stimmt? Vielleicht doch sogar Nintendo? Ach nee, eigentlich will ich High End und nicht so ne Semi Next Gen? Also am ehesten Sony…? Ich war hin- und hergerissen. Und jetzt? Mehr als nur Ernüchterung… geradezu ein GAU für einen alteingesessenen, anspruchsvollen und in der Vergangenheit oft verwöhnten Gamer wie mich.

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Heath Ledger as Joker? Are you kidding!?

Ich wollte eigentlich nichts schreiben zu der geballten Aufregung der Nerd-Community darüber, dass Ben Affleck im kommenden Superman/Batman-Crossover die Rolle des dunklen Rächers übernehmen soll. Ich meine, klar, irgendwie ist das schon nachvollziehbar, dass die Fans auf die Barrikaden gehen, erinnert der Affleck in seinem tumben Sunnyboy-Habitus doch nicht zu knapp an den schlechtesten Batman ever, Val Kilmer. Aber muss diese Aufregung wirklich sein? Nachdem schon länger bekannt ist, dass Nerdkultur-Missversteher Zack Snyder die Regie des Superhelden-Flicks übernehmen soll, müsste doch eigentlich klar sein, dass diesbezüglich kein Meisterwerk zu erwarten ist. Ihr wisst schon… Zack Snyder, der Mann, der Sucker Punch verbrochen hat. Und ihr regt euch über Affleck auf? Echt jetzt?

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