Über den schleichenden Wertegewinn der jungen Generationen…

conservatism

Eröffnungsrede zum Kongress der Gesellschaft zum Erhalt des Status Quo und der konservativen Gesinnung (April 2014):

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe konservative Mitstreiter,
seit Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten sehen wir uns dem schleichenden Wertegewinn der uns folgenden Generationen ausgesetzt. Nicht nur dass dies eine immense Gefährdung für unseren Konservatismus darstellt, auch rückt es uns ältere Generationen immer aufs Neue in ein schlechtes Licht, müssen wir uns doch jedes Mal damit konfrontiert sehen, auf der scheinbar falschen Seite der Geschichte zu stehen. Aber meine liebe Mitstreiter, Larmoyanz – auch wenn wir diese perfekt beherrschen – hilft an dieser Stelle nicht weiter. Viel mehr ist es mir darum gelegen, die Problematik in diesem Vortrag und den folgenden Arbeitsgruppen zu analysieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, mit der wir sie nicht nur besser verstehen sondern im besten Falle auch effektiv bekämpfen können.

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Why The Walking Dead sucks… a little bit

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Also dann… Auf zum Walking Dead Rant! Beim zweiten Artikel dieser Art ist es vielleicht ein bisschen verfrüht von einem Running Gag – oder einer sich etablierenden Tradition – zu sprechen, aber die Parallelen sind schon gegeben: Auch bei Game of Thrones hatte ich nach der dritten Staffel das Bedürfnis meine, teils negativ gefärbten, Gefühle zu der overhypten Serie niederzuschreiben, auch damals kam die Serie dabei alles andere als gut weg. Auch bei Game of Thrones war ich irgendwie genervt davon, dass diese Serie von so ziemlich jedem in allen nur erdenklichen Tönen gelobt wurde, auch bei Game of Thrones schien Nitpicking ein probates Mittel, um die Serie einfach mal auseinander zu nehmen… und auch bei Game of Thrones bin ich trotz zahlloser Kritikpunkte  dran geblieben, habe tapfer durchgehalten und sogar ne Menge Spaß gehabt. Ja, ich stehe nach wie vor dazu: Game of Thrones suckt… zumindest ein bisschen, und, naja, was soll ich sagen: The Walking Dead auch. Nach vier Staffeln, teils lahmer, teils konfuser, teils einfach nur dummer Zombie-Action, muss ich jetzt einfach mal meinen ähnlich schmeckenden Senf zu der derzeit erfolgreichsten US-Serie abgeben. Here we are, different TV-Show, same Shit, same Outcome: Irgendwie habe ich Spaß bei der TV-Umsetzung des (wirklich genialen) Comics The Walking Dead, irgendwie mag ich die Serie, und zugleich gibt es bei dieser Serie unfassbar viel, was mir gehörig auf die Nerven geht.  Achtung, Spoiler, inklusive Staffel 4, ahead: Why The Walking Dead sucks… zumindest ein bisschen.

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First Kiss is fucking Advertisement and I hate it, hate it, hate it…

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…Dann also doch noch ein paar Gedanken meinerseits zum “First Kiss-Gate”, der unter Beweis stellt wie leicht sich Blogger und Qualitätsmedien – die sich in diesem Fall tatsächlich nicht viel nahmen – von Viral Videos hinters Licht führen lassen und ohne Reflexion Werbung für ein Modelabel teilen. Den Blogrebellen haben wir es zu verdanken, dass noch einmal hinterfragt wurde, ob wir Content-Sharing-Bloggern uns hier nicht einfach zu den Erfüllungsgehilfen einer Marketingindustrie machen, die freudig in die Hände klatscht, weil sie kein Geld mehr für Werbung ausgeben muss und sich stattdessen auf die viralen Mechanismen des Netzes verlassen kann. Mein erster Gedanke zu dem Fall wäre dann “Na und?”. Tatsächlich ist “First Kiss” bei weitem nicht das erste Mal, dass wir hier bei Seite360 Content teilen, der in irgendeiner Weise mit Advertisement in Verbindung steht oder von Marketingagenturen ausgeheckt wurde: Manchmal bewusst (wie im Fall der großartigen Tipp-Ex Werbung “A hunter shoots a bear”), manchmal unbewusst (wie im aktuellen Fall), bisher aber – Transparency-Info – ohne jemals Geld oder Geschenke oder ähnliches dafür erhalten zu haben.

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Full Nerd Jacket – Was tun mit dem neuen alten Konservatismus?

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Als würden Matusseks homophobe Auschweifungen, und Sarrazins dümmliche Verdrehtheiten nicht ausreichen, wird jetzt auch das drölfte (oder so) Gebot “Du sollst nicht Hand an dich legen” von der Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff wieder zum neuen Schwarz erklärt. Roman Herzog hat 1997 mit seiner “Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen”-Rede zwar was völlig anderes gemeint, aber das hier ist doch ein Ruck, oder? Flo hat sich ja schon an einer Typologisierung der neuen konservativen Publizisten versucht. Nun untersuchen wir mal wie Menschen mit mehreren Gehirnzellen darauf reagieren und sich dazu verhalten. 

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Die neuen konservativen Publizisten – Versuch einer Typologie

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Thilo Sarrazin veröffentlicht ein neues Buch, Matthias Matussek legt sich zuerst mit den Homosexuellen, dann mit Stefan Niggemeier, dann mit dem gesamten Internet an, Harald Martenstein schreibt nicht mehr, dass ihm nicht mehr einfällt, worüber er schreiben soll, sondern über das harte Los der armen, weißen, männlichen Besserverdiener und Jan Fleischhauer entdeckt im schwarzen Kanal die Satire von rechts. Auch 2014 setzt sich ein Trend fort, der bereits in den Jahren zuvor begonnen hat: Der Konservatismus, die Rechte strebt zurück in die Feuilletons und die Publizistik, um den Political Correctness Enthusiasten, Gutmenschen und linken Tugendterroristen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Aber woher kommen plötzlich all diese konservativen Publizisten, was schreiben sie so, lohnt es sich sie zu lesen und wie am besten auf sie reagieren? Versuch einer Typologie*:

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Er war nie wirklich fort – Wider “Er ist wieder da”

Wie einige von Euch vielleicht schon mitbekamen wird Timur Vermes Bestseller “Er ist wieder da” nun auch verfilmt. Bin ich der Einzige, dem das nicht gefällt?

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XBox One und Playstation 4? …Kommen mir nicht ins Haus!

Weihnachtszeit, Geschenkezeit, Konsumzeit… und die neuen Konsolen sind mittlerweile auch auf dem Markt. Und was soll ich sagen? Ich habe gerade nicht die geringste Lust auch nur einen Cent in die XBox oder die Playstation 4 zu investieren. Im Gegenteil: Bei mir ist gerade das Ranting-Fieber ausgebrochen und ich muss an dieser Stelle einfach mal über den gesamten Launch der selbsternannten Next Gen ablästern. Dabei sah es Anfang des Jahres echt gut aus: Ich war heiß auf die neue Videospielgeneration, nachdem ich um die Vertreter der letzten Generation einen großen Bogen gemacht hatte und mittlerweile doch bereue so manches großes Spielerlebnis verpasst zu haben. Ja, ich hatte Bock auf schicke neue Grafiken, auf coole High End Technik, auf tatsächliche HD/3D-whatever Erlebnisse. Ich habe den Erstpräsentationen entgegengefiebert, war leicht ernüchtert bei der Vorstellung der PS4, war geschockt bei der versemmelten Party zur XBox One und ich habe mir das ganze weitere Jahr Gedanken gemacht: Playstation? Vielleicht doch noch die Box, wenn das Software-Lineup stimmt? Vielleicht doch sogar Nintendo? Ach nee, eigentlich will ich High End und nicht so ne Semi Next Gen? Also am ehesten Sony…? Ich war hin- und hergerissen. Und jetzt? Mehr als nur Ernüchterung… geradezu ein GAU für einen alteingesessenen, anspruchsvollen und in der Vergangenheit oft verwöhnten Gamer wie mich.

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Heath Ledger as Joker? Are you kidding!?

Ich wollte eigentlich nichts schreiben zu der geballten Aufregung der Nerd-Community darüber, dass Ben Affleck im kommenden Superman/Batman-Crossover die Rolle des dunklen Rächers übernehmen soll. Ich meine, klar, irgendwie ist das schon nachvollziehbar, dass die Fans auf die Barrikaden gehen, erinnert der Affleck in seinem tumben Sunnyboy-Habitus doch nicht zu knapp an den schlechtesten Batman ever, Val Kilmer. Aber muss diese Aufregung wirklich sein? Nachdem schon länger bekannt ist, dass Nerdkultur-Missversteher Zack Snyder die Regie des Superhelden-Flicks übernehmen soll, müsste doch eigentlich klar sein, dass diesbezüglich kein Meisterwerk zu erwarten ist. Ihr wisst schon… Zack Snyder, der Mann, der Sucker Punch verbrochen hat. Und ihr regt euch über Affleck auf? Echt jetzt?

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Spielberg, Art, Games, Angry Video Nerd und Satire

Au weia, da haben die Jungs von Pixeled Courier nen heftigen Buzz ausgelöst. In einem gefakten Artikel lässt sich Spielberg über den Vergleich von Games/Kino aus.

When asked if he had tried games like The Walking Dead, Journey and The Last of Us – games where empathy serves as a central aspect of the experience, Spielberg replied in the negative.

“No, I haven’t tried those games, but if they use a controller then they simply cannot be as artistic and daring as Indiana Jones IV.”

Der Rant wurde schon auf mehreren Gaming-Seiten, u.a.Gamestar und Gamona, übernommen und geistert auch als empörter Link auf Facebook rum. Dabei gab es doch so *hust* gelungene Umsetzungen von Jaws, Indy und Jurrasic Park und ich hätte durchaus Verständnis das die Regie-Legende danach keinen Nerv mehr auf Lizenzspiele gehabt hätte. Die Diskussion ist trotzdem spannend und wird hier sicherlich auch noch mal besprochen werden.

High Frame Rate – Gimmick oder Zukunft der Bildtechnik?

Vor drei Jahren habe ich hier zwei Artikel veröffentlicht, in denen ich mich mit der 3D-Technik auseinandergesetzt habe, die Dank Avatar damals einen enormen Popularitätsschub erlebte. So wie James Camerons Science Fiction Blockbuster quasi die Geburtsstunde einer New Wave of 3D-Cinema war, könnte nun auch Der Hobbit von Peter Jackson die Geburtsstunde einer vollkommen neuen Bildtechnik sein. High Frame Rate ist das Zauberwort: 48 Bilder pro Sekunde, doppelt so viele wie im gewohnten Kino. Die Verfechter dieser Technik versprechen fantastische, so niemals gesehene Bilder, eine enorme Verbesserung der 3D-Technik und mit beidem verbunden eine Immersion, die sich deutlich von allen vorherigen cineastischen Erlebnissen abhebt. Die Kritiker und Skeptiker lästern über Soap- und Theaterfeeling, machen Witze über Benny-Hill-Effekte und sehen in der neuen Technik, ähnlich wie zuvor beim 3D, nichts weiter als ein überflüssiges Gimmick, das zudem der Immersion eher abträglich ist. Nachdem meine Eindrücke vom Hobbit (Kritik folgt) und der neuen Technik noch ziemlich frisch sind, bietet es sich doch an, das ganze HFR-Ding genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich versuche dabei thesenartig vorzugehen, allein schon weil sich ein wirklich endgültiges Urteil wegen der Frische des Prinzips verbietet. Dabei will ich sowohl auf die Technik als solche, als auch deren Wirkung auf die Zuschauer und nicht zuletzt auch auf deren Potential und Zukunft eingehen. Wie immer natürlich absolut objektiv, dabei höchst subjektiv gefärbt und komplett unvoreingenommen voreingenommen…

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Was gesagt werden sollte.

Warum schweige ich nicht,

quatsche ich doch viel zu lange schon,

argumentiere mit etwas,

was in rabulistischem Wahn offensichtlich

geschaffen wurde, geübt wurde

und dazu führt, dass der Inhalt

im politischen Diskurs nur noch zu Fußnoten verkommt.

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Full Nerd Jacket 1: Super, Perfekter, Privatfernsehen

Diese neue Rubrik ist der Versuch die uns umgebende Welt, in der es schon soo viel Sinn gibt und in der es nie genug Sinn geben kann, mit noch mehr Sinn anzureichern. In diesem Sinne ist ihr Inhalt nicht ganz ernst gemeint, aber auch kein totaler Unsinn. Ich versuche vielmehr herauszufinden welche Gedanken und Sätze möglich sind und  hoffe Zusammenhänge zwischen scheinbar zusammenhangslosen Phänomenen aufzuzeigen (bestenfalls). Ich bediene mich dazu zweier Prinzipien: Egalitarismus und Konstruktivismus. Die Rubrik ist also halb Glosse, halb Gonzo und halb Hüpfburg. Oder mit anderen Worten: halb Spaß, halb subjektiv und halb verrückt. Aber um ehrlich zu sein, ich weiß nicht wohin das führen wird. Nach dem Klick Teil 1, über Privatfernsehen und dessen weltbereichernde Formate. Ach ja, dieser Rubrik gefällt: Klammern (und das darin Enthaltende), Abschweifungen, Anführungsstriche, die Präfixe Post- und Proto-, das Suffix -ismus, Ismen und Genre überhaupt (auch wenn das alles noch nicht im ersten Teil zum Ausdruck kommt).

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Pokerboom, Pokerpoesie und Pius Heinz, der als erster Deutscher die WSOP gewonnen hat

Wir dürfen uns jetzt alle ganz vorsichtig auf den zweiten großen Pokerboom in Deutschland einstellen… Mittwoch Morgen um ca. 9 Uhr 30 hat der in Deutschland geborene, in Österreich lebende 22jährige Pius Heinz die World Series of Poker 2011 in Las Vegas für sich entscheiden können. Neben dem – in der Pokerwelt – begehrten, ursthässlichen Bracelet darf er zusätzlich einen satten Gewinn von über 8 Millionen Dollar mit nach Hause nehmen. Als wäre das nicht schon Ruhm genug, wurde er noch nebenbei Mitglied des Pokerstars-Team, was so viel bedeutet, dass ihm – im Gegenzug zur Bereitstellung von Werbung auf seiner Kleidung – die Antrittsgebühren für kommende Poker-Turniere (zwischen 1000 und 10.000 Dollar) spendiert werden. Es sei dem jungen Pokerchampion gegönnt: Mit halbem Ohr und halbem Auge habe ich Sonntag Abend und heute morgen beim Frühstück den Livestream der entscheidenden Hände verfolgt, und soweit ich mitgekriegt habe, hat Pius ausgezeichnet gespielt, aggressiv gesetzt und die anderen Mitspieler größtenteils dominiert. Aber unabhängig von diesem Live Changing Win für den jungen Profispieler dürfte das Ergebnis auch eine Menge für die deutsche Pokerlandschaft zu bedeuten haben…

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