Vor drei Jahren habe ich hier zweiArtikel veröffentlicht, in denen ich mich mit der 3D-Technik auseinandergesetzt habe, die Dank Avatar damals einen enormen Popularitätsschub erlebte. So wie James Camerons Science Fiction Blockbuster quasi die Geburtsstunde einer New Wave of 3D-Cinema war, könnte nun auch Der Hobbit von Peter Jackson die Geburtsstunde einer vollkommen neuen Bildtechnik sein. High Frame Rate ist das Zauberwort: 48 Bilder pro Sekunde, doppelt so viele wie im gewohnten Kino. Die Verfechter dieser Technik versprechen fantastische, so niemals gesehene Bilder, eine enorme Verbesserung der 3D-Technik und mit beidem verbunden eine Immersion, die sich deutlich von allen vorherigen cineastischen Erlebnissen abhebt. Die Kritiker und Skeptiker lästern über Soap- und Theaterfeeling, machen Witze über Benny-Hill-Effekte und sehen in der neuen Technik, ähnlich wie zuvor beim 3D, nichts weiter als ein überflüssiges Gimmick, das zudem der Immersion eher abträglich ist. Nachdem meine Eindrücke vom Hobbit (Kritik folgt) und der neuen Technik noch ziemlich frisch sind, bietet es sich doch an, das ganze HFR-Ding genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich versuche dabei thesenartig vorzugehen, allein schon weil sich ein wirklich endgültiges Urteil wegen der Frische des Prinzips verbietet. Dabei will ich sowohl auf die Technik als solche, als auch deren Wirkung auf die Zuschauer und nicht zuletzt auch auf deren Potential und Zukunft eingehen. Wie immer natürlich absolut objektiv, dabei höchst subjektiv gefärbt und komplett unvoreingenommen voreingenommen…
Diese neue Rubrik ist der Versuch die uns umgebende Welt, in der es schon soo viel Sinn gibt und in der es nie genug Sinn geben kann, mit noch mehr Sinn anzureichern. In diesem Sinne ist ihr Inhalt nicht ganz ernst gemeint, aber auch kein totaler Unsinn. Ich versuche vielmehr herauszufinden welche Gedanken und Sätze möglich sind und hoffe Zusammenhänge zwischen scheinbar zusammenhangslosen Phänomenen aufzuzeigen (bestenfalls). Ich bediene mich dazu zweier Prinzipien: Egalitarismus und Konstruktivismus. Die Rubrik ist also halb Glosse, halb Gonzo und halb Hüpfburg. Oder mit anderen Worten: halb Spaß, halb subjektiv und halb verrückt. Aber um ehrlich zu sein, ich weiß nicht wohin das führen wird. Nach dem Klick Teil 1, über Privatfernsehen und dessen weltbereichernde Formate. Ach ja, dieser Rubrik gefällt: Klammern (und das darin Enthaltende), Abschweifungen, Anführungsstriche, die Präfixe Post- und Proto-, das Suffix -ismus, Ismen und Genre überhaupt (auch wenn das alles noch nicht im ersten Teil zum Ausdruck kommt).
Wir dürfen uns jetzt alle ganz vorsichtig auf den zweiten großen Pokerboom in Deutschland einstellen… Mittwoch Morgen um ca. 9 Uhr 30 hat der in Deutschland geborene, in Österreich lebende 22jährige Pius Heinz die World Series of Poker 2011 in Las Vegas für sich entscheiden können. Neben dem – in der Pokerwelt – begehrten, ursthässlichen Bracelet darf er zusätzlich einen satten Gewinn von über 8 Millionen Dollar mit nach Hause nehmen. Als wäre das nicht schon Ruhm genug, wurde er noch nebenbei Mitglied des Pokerstars-Team, was so viel bedeutet, dass ihm – im Gegenzug zur Bereitstellung von Werbung auf seiner Kleidung – die Antrittsgebühren für kommende Poker-Turniere (zwischen 1000 und 10.000 Dollar) spendiert werden. Es sei dem jungen Pokerchampion gegönnt: Mit halbem Ohr und halbem Auge habe ich Sonntag Abend und heute morgen beim Frühstück den Livestream der entscheidenden Hände verfolgt, und soweit ich mitgekriegt habe, hat Pius ausgezeichnet gespielt, aggressiv gesetzt und die anderen Mitspieler größtenteils dominiert. Aber unabhängig von diesem Live Changing Win für den jungen Profispieler dürfte das Ergebnis auch eine Menge für die deutsche Pokerlandschaft zu bedeuten haben…
Aus aktuellem Anlass: Ich war gestern abend im Kino, Die Haut in der ich wohne, großartiger Film, zweifelsohne. Was mir aber mal wieder tierisch auf die Nerven gegangen ist, war das Flüstern, Quatschen und Handytelefonieren im Hintergrund. Ich würde mich diesbezüglich nicht als Sensibelchen bezeichnen, ein wenig Hintergrundatmosphäre ist okay, gehört vollkommen zum Kinovergnügen dazu. Es gibt aber diese bestimmte Spezies Zuschauer, die einem jeden noch so tollen Kinoabend verleiden können. Ich habe dieser Spezies – auf den Namen Arschlochzuschauer getauft – schon vor einigen Jahren eine kleine Rede gewidmet. Konzipiert war dieses Pamphlet für Lesebühnen- und Kabarettauftritte und ist dementsprechend vielleicht nicht so lesefreundlich. Da es mir aber mal wieder eine Herzensangelegenheit ist, auf die Missstände in den hiesigen Filmpalästen aufmerksam zu machen, gibts die ungekürzte leicht modifizierte Fassung dieser Anklageschrift nach dem Klick.
Wunderbar gemeines Disney-Bashing von Flickr-User Rodolfo Loaiza, der die reaktionäre Heile Welt des Disney-Imperiums aufs Korn nimmt und dekonstruriert. Ich hätte mir noch einen Seitenhieb auf Walt Disney`s Denunzierung während der McCarthy-Ära gewünscht, aber brennendes Disneyland und Pinocchio als Fixer reicht ja auch schon.
Wer momentan überall Staatstrojaner hört und doch nur Bahnhof versteht kann sich hier einmal dieses schöne und gut erklärte Youtube-Video zu diesem unerfreulichen Thema anschauen.
Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog,Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog, Wir sind kein Politblog,Wir sind kein Politblog, Wir sind…gnnnnn, egal..auch als unpolitischer Mensch kann man “Ich habe nie FDP gewählt” großartig, wunderschön und supertoll finden. So ein charmantes Lied mit genialen Lyrics wie “Erst neulich habe in meiner Doktorarbeit von Guttenberg zitiert” oder “Ich habe sogar einmal Urlaub in Hessen gemacht” hat diese Karikatur einer Partei eigentlich gar nicht verdient. Die Blockflöte des Todes kannte ich übrigens noch gar nicht und frage mich ob sich der Kauf seines Albums “Wenn Blicke flöten könnten” lohnt.
Wir sind kein Politblog – Und auch, wenn wir ab und zu etwas zu ironisch in politischen Blogposts mit dieser Aussage kokettieren, ist das doch immer wieder ernst gemeint. Insofern fühle ich mich auch in der Pflicht, zu erklären, warum ich an dieser Stelle überhaupt eine Wahlempfehlung für die Berlin-Wahl 2011 abgebe, insbesondere, da ich mich für gewöhnlich selbst im Freundeskreis mit Wahlempfehlungen bzw. Bekundungen meiner eigenen Wahlentscheidungen eher zurückhalte. Also warum jetzt, warum an dieser Stelle?
So ein bisschen was von Kindergarten-Kleinkrieg hatte der Konflikt zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und YouTube ja schon immer. Die einen wollen, dass ihre Künstler anständig vergütet werden, irgendwie nachvollziehbar, die anderen wollen keine horrende Summen für Videostreams bezahlen, die letzten Endes vor allem Werbung für die abgespielten Künstler sind… irgendwie nachvollziehbarer. Das ganze Brimborium um Rechte und Vergügtungen wäre im Grunde genommen auch ganz lustig, wenn es nicht auf dem Rücken der Zuschauer ausgetragen werden würde. Diese bekommen in Deutschland nämlich schon seit einiger Zeit immer öfter schwarze Bildschirme zu sehen, wenn sie eigentlich aktuelle Musikvideos genießen wollen. Schuld ist Google/YouTube, wenn es nach der GEMA geht. Schuld ist die GEMA, wenn es nach dem Videoportal geht. Auf wessen Seite Anonymus in dem Konflikt steht, durfte heute auf der Webpräsenz der GEMA eindeutig festgestellt werden.
Ich war ja vor zwei Wochen in der guten alten Heimat auf einer Hochzeit… und irgendwie habe ich nach wie vor nicht den Schmerz überwunden, den ich an diesem Tag erleiden musste. Nein, dasbetrifft weder den katholischen Ritus, den ich mit einem Augenzwinkern und leicht nostalgischen Gefühlen gut überstanden habe. Es betrifft auch nicht das restliche Zeremoniell: Weißes Brautkleid, Blumenwurf, Kalt-warmes Buffet und Walzertanz. Das sind alles Dinge, mit denen ich klar komme. Wer’s braucht. Ich bräuchte es nicht, kann das ganze traditionelle Brimborium aber recht gut ertragen. Nein, was an diesem Tag wirklich unerträglich war, mir abwechselnd Angstschweiß, Schamesröte und schmerzhaft zusammengekniffene Augen ins Gesicht getrieben hat, war die musikalische Untermalung der Feier. Für diese war niemand anderes als ein Alleinunterhalter verantwortlich und dementsprechend bin ich gleich mehrmals am Abend innerlich verblutet.
An solchen wunderbaren Tagen darf man auch einfach nur mal polemisch sein… Ja, es ist wahr: Die ProSiebenSat.1 AG hat in ihrem Quartalsbericht verkündet, dass dem gerade im Netz nicht sonderlich beliebten Spartensender 9Live in wenigen Tagen das Licht vollständig ausgeknipst wird. Am 9. August bereits wird der Sendebetrieb des “Heute ist mein Tag”-Kanals komplett eingestellt. In letzter Zeit war es etwas still geworden um den interaktiven Sender: Die Gesichter der großen Anheizer Jürgen Milski (Ex Big Brother Kandidat), Alida-Nadine Kurras (Ex Big Brother Kandidatin) und Max Schradin (der so ziemlich alles verkörpert, was man an Call-In-TV verabscheuungswürdig finden kann) waren schon verschwunden, seitdem der Sender ab Mai diesen Jahres auf Konserven und Astrologieblödsinn setzte. Nun ist aber auch dem ein Ende gemacht, nachdem die Erlöse und Einschaltquoten konstant zurückgingen.
Uff, eigentlich sind wir ja kein People-Magazin und bedienen keine Boulevard-Themen, aber der Tod von Sängerin Amy Winehouse bedarf vielleicht doch einigen Wörtern. Schließlich haben wir auch schon zum Tode von Rapper Guru und andern relevanten Filmpersönlichkeiten was geschrieben. Allerdings ist in diesem Falle schon das Problem, dass Berühmtheit noch lang keine Relevanz impliziert, “Back To Black” zwar sicherlich ein großartig produziertes Album war, aber sich, wie fast jede Band oder jeder Künstler in den 00ern, einfach an dem Fundus der 60er und 70er bediente. [Weiterlesen…]
Der deutsche Film steckt – wie immer – in der Krise. Überall wird gespart. Deutschland spart an Subventionsgeldern für die Produktionen, die Produzenten an Drehtagen und Fahrtkosten für die Schauspieler zu Castings, die Caster sparen an Castings und lassen in unglaublich modernen e-castings die Schauspieler dieses alleine machen. Hmmm… womit wir schon am Ende der Nahrungskette angelangt wären… bei den Schauspielern. [Weiterlesen…]
Als ich gestern in Berlin unterwegs war, durfte ich feststellen, dass sie doch zu sehen waren, wenn auch bei weitem nicht in dieser Fülle wie vor fünf Jahren: Die Fahnen, die Wimpel, die Schminke… alles in schwarz-rot-gold selbstverständlich. Und selbst in Kreuzberg hatten sich in der ein oder anderen Kneipe die Fußballfreunde zusammen gefunden, um dem ersten WM-Spiel ihrer Mannschaft, dem Eröffnungsspiel der Frauenfußball-Weltmeisterschaft beizuwohnen. Aber es war auch – wie zu erwarten war – ein anderes Bild als vor fünf Jahren. Trotz großer Plakate, die mit lustigen Sprüchen à la “Männer wir rächen euch” warben, trotz ordentlicher Vorberichterstattung der öffentlich-rechtlichen und auch privaten Medien ist das zweite Sommermärchen zum gemeinen Volk bei weitem nicht so euphorisch durchgedrungen wie sein Vorläufer. Und dabei könnte man es auch eigentlich belassen: Belassen mit den Vergleichen von Frauen- und Herrenfußball, belassen mit den ständigen Vergleichen zwischen den beiden Sportarten, belassen mit dem ständigen Versuch, die Begeisterung für die populäre und massiv subventionierte Männeversion des Sports gegen die Frauenvariante auszuspielen – oder für diese das selbe zu fordern… Könnte man, aber kann man eben offensichtlich nicht, unter anderem auch, wenn man betrachtet, mit welcher Vehemenz sowohl Frauenfußball-Freunde als auch und insbesondere Frauenfußball-Gegner diesen Vergleich immer wieder heranziehen.