Super Mario als künstliche Intelligenz

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In einem Forschungsprojekt der Universität Tübingen wird eine Super Mario AI in Java programmiert, die dazu in der Lage ist, neue Informationen abzuspeichern, logisch im Spielverlauf anzuwenden und dadurch generell autonom zu lernen. Dabei wird dem künstlich intelligenten Mario ein eigener Charakter gegeben, indem ihm zum Beispiel ein “Hunger” nach Münzen einprogrammiert und die Fähigkeit gegeben wird, je nach eigener Gemütslage und Motivation, eigenständig Ziele anzustreben.

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Max Hirshfeld: Menschen die auf Kunstwerke starren

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Es dürfte für den Kunstbetrieb, die Kulturindustrie, die Rezeptionsgesellschaft (beliebigen sozial- und kulturwissenschaftlichen Begriff bitte hier einfügen) wahrscheinlich nichts Notwendigeres und Spannenderes geben als eine Psychologie oder Soziologie des Museums- und Galeriebesuchers. Wie verhalten sich Menschen, die klassische Gemälde betrachten? Wie viel Kontemplation, wie viel analytische Kritik und vor allem wie viel Selbstpräsentation bis hin zum zur Schau getragenen Snobismus stecken in einer so simplen Handlung wie dem Anschauen von Kunst?

Ich habe gerade mal sehr rudimentär quergesurft und tatsächlich nichts gefunden, was sich diesem Topos wissenschaftlich konkret nähern würde. Also Ihr Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler: Ran ans Werk. Zur Inspiration liegen diesem Post ein paar herausragende fotografische Eindrücke von Max Hirshfeld bei. Looking at Looking – Vom kuschelnden Paar über die interessierten – nach vorne gebeugten – Teens und die ratlosen Touristen bis hin zum alten Kunstkenner. Vom gedankenverlorenen im Gemälde Versinken über das scheinbare Zeit Abstehen bis hin zum mutmaßlich prätentiösen Hände hinter dem Rücken Falten ist alles dabei. Zahllose weitere Bilder dieser großartigen Reihe findet ihr hier.

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Direkt aus Helge Schneiders Experimentierkeller

Man vergisst ja allzu gerne im Angesicht – der zugegeben wirklich genialen – Blödelfilme und von Katzeklo was für ein Multitalent Helge Schneider doch ist. Wenn er einfach mal nur er selbst sein kann, dann geht er auf jeden Fall ab wie Schmidts Katze (oder so…). Meine Top3 der Helge’schen Veröffentlichungen sind btw.:

1.) Die Arbeiten mit Alexander Kluge 
2.) Seine Jazzalben
3.) Doc Snyder

…aber Katzeklo schafft es auch in die Top10.

via Dressed like Machines

Fotoshooting in der größten Klosterbibliothek der Welt

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Der Fotograf Benjamin Van Wong hatte die Möglichkeit ein kreatives Fotoshooting in der Bibliothek des Stift Admond (Österreich), der größten Klosterbibliothek der Welt, abzuhalten. In den ehrwürdigen Hallen der 1776 vollendeten Stiftbibliothek gingen er und sein Model Jen Brook den disney’schen Inszenierungsweg und produzierten dabei Fotos in denen das pittoreske Moment der Aufklärung und Klassik auf das pittoreske Moment der filmischen Märchenerzählung des 20. Jahrhunderts trifft. Das Ergebnis sind ganz und gar wundervolle Fotos, zwischen romantisiertem Trickfilmkitsch, epischer Raumentfaltung und selbstironischer Märchenreminiszenz. Ein Fest für Bibliophile und Cinderella-Fans gleichermaßen.

And at the end, we not only have fantastic imagery to share with the world… but a story to laugh and remember for the rest out our lives.

Dream big, anything is possible.

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What it’s like to shoot in a real life Disney library – Stift Admont via bookpatrol

Die Oscar-Nominierungen 2015

Academy_Award_trophyMeine 25,3 Cents: Wer braucht schon die Academy Awards? Meine anderen 23,7 Cents: Bombardiert dieses Jahr doch bitte den Herrn Linklater mit den goldenen Statuetten. Nicht nur weil sein Boyhood jede erdenkliche Auszeichnung verdient hat, sondern auch weil der gute Mann mit anderen Meisterwerken in den letzten Jahren bei den Academy Awards viel zu oft viel zu leer ausging.

Die Liste aller Nominierten folgt nach dem Klick.

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Neue ABVH Street Art Gifs

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Nicht das erste Mal, dass ich hier digitalisierte und anschließend animierte Urban Art poste… und mit Sicherheit auch nicht das letzte Mal. Vielleicht ist diese Form des Remixes eigener oder fremder Street Art sogar ein Ausweg aus der Kommerz-Sackgasse, in die die urbane Kunst in den letzten Jahren mehr als einmal gelaufen ist. Quasi ein Exit through the animated Gif Shop (Sorry für das!): Okkupationskunst aus dem öffentlichen Raum wird selbst von einer digitalen Verarbeitung okkupiert und dem digitalen (öffentlicheren) Raum übergeben, in dem sie durch die infinite Reproduktion praktisch (ökonomisch) wertlos und damit unmöglich für jegliche Kommerzialisierung wird. Diese Form der Kunst kann nur als animated Gif, also als fast schon antiartifizielles, herunterkomprimiertes Objekt des digitalen Raums existieren… und zudem als Objekt des Überangebots, das nur durch permanente Reproduktion lebendig gehalten wird, dadurch aber jeden Unikatscharakter verliert. Rettung der Aura durch den Tod der Aura in Zeiten der digitalen Reproduzierbarkeit… oder so…

Anyway, was ABVH da mal wieder macht, sieht verdammt gut aus und funktioniert perfekt als Mashup aus Urban Art und Digital Art.

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via the vandalList

Exoplaneten-Artworks der NASA

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Wundervoll gestaltete Plakate des Jet Propulsion Laboratory der NASA: Im retrofuturistischen Stil wirbt die amerikanische Raumfahrtbehörde für neu entdeckte Exoplaneten, auf denen die Menschheit potentiell siedeln könnte, und stellt wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesen Himmelskörpern auf artifizielle und zugleich angenehm nostalgische Weise dar: Betont werden so die wahrscheinlich andersartige Photosynthese auf Kepler-186f, die höhere Schwerkraft auf dem Giganten HD 40307g und die zwei Sonnen auf Kepler-16b. Wissenschaft als Kunst als Promotion in der schönstmöglichen Verbindung.

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Exoplant Travel Series (NASA) via iflscience

Awesome Games Done Quick 2015

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Für ein wenig – derzeit vielleicht auch irgendwie notwendigen – Eskapismus lohnt es sich die Tage wieder sehr, auf YouTube nach den Aufzeichnungen des aktuellen Awesome Games Done Quick zu suchen (oder gleich das ganze live zu schauen). Bei dem großartigen Speedrunner-Charity-Event gab es dieses Jahr bereits unter anderem ein spannendes Zelda-Rennen zu sehen, einen wahnsinnig guten Lost Levels Run, eine nette glitchy Super Mario Bros 3 Lösung und ein verdammt beeindruckendes Bilndspiel von einigen Yoshis Island Levels.

Highlight waren aber – wie bereits im letzten Jahr – die wirklich verrückten tool-assisted Bot-Runs: 2015 wird von den spielenden Robotern Super Mario World mit eigenem Code infiltriert und so quasi live on Stage ein komplett neues Spielerlebnis geschaffen. Mario Kart 64 wird in einen Alptraum aus Bananenschalen, Panzern und rollenden Steinen verwandelt und zu guter Letzt wird dann auch noch Pokemon reprogrammiert… mit einem ziemlichen Mindfuck/Matrix/Inception Ergebnis. Alle drei Videos nach dem Klick.

Games Done Quick is a bi-annual charity gaming marathon. Volunteers play games at incredible speed (“Speedrunning”) for entertainment. The event is streamed live online, non-stop, and all donations go directly to the charity. This is the winter event, with a summer event starting around July.

Awesome Games Done Quick noch bis zum 13. Januar statt. Spenden die währenddessen gesammelt werden (wohl wieder über eine Million Dollar) kommen der Prevent Cancer Foundation zu gute.

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Behind the Matrix – Berühmte Gemälde als Datenvisualisierungen

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Spannende digitale Konzeptkunst des Künstlers Yousuke Ozawa: In seinem jüngsten Projekt Data Visualization hat dieser berühmte Gemälde auf Google gesucht und aus den gefundenen Bildern mit technischer Hilfe ihren Code/Datenstrom extrahiert. Diesen wiederum hat er ausgedruckt und in einer Galerie ausgestellt. Digitale Nacktheit als Blick hinter die Matrix der bildenden Kunst. Stark.

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Data Visualization via Spoon & Tamago

Roadkill Funerals

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Die Künstlerin Maria Lonova Gribina bettet auf der Straße gefundene Tierkadaver in pittoreske Blumenarrangement und reproduziert damit fotografisch ein Ritual ihrer Kindheit: Die Beerdigung von zu Tode gefahrenen oder auf andere Weise der Straße zum Opfer gefallenen Tieren.

Over a summer holiday in the South of Sweden during bike trips to the beach, photographer Maria Lonova Gribina, encountered what anyone riding their bike near a busy road is bound to see — the unfortunate animals dashed by passing cars. The first was a bird. Far from being repulsed by its dormant form, she was reminded of her own childhood. „At the forest edge my brother and I buried birds and mice which had been throttled by a cat or had drowned in a pool,“ she says. „We decorated the graves with flowers. So in my photographs I decided to return to my first impressions of death.”

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Eine wunderschöne, romantische und auch würdevolle Auseinandersetzung mit dem alltäglichen Tod: Roadkill becomes art.

Maria Lonova Gribina Natura Morta: A Childhood Ritual Transforms Roadkill Into Art via Nerdcore