Inside – Nachfolger zu “Limbo”

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So, mein Urlaub geht dem Ende entgegen. Es wird wieder Zeit in den Neonschein der Blogosphäre einzutauchen und als erstes Fundstück bringe ich den Trailer zu Inside mit, dem Nachfolger von “Limbo”.

Der Trailer beglückt und macht mich gleichzeitig wahnsinnig. Wir müssen tatsächlich bis 2015 warten ?!? MEH! Das macht mindestens so depri wie diese Gif-Spielszenen, die an Arbeitslager, Dystopie und natürlich auch an das Kultgame Another World erinnern.

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Die traurigen Seiten des Berliner Zoo

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Großartige Bilder des Münchner Fotografen Elias Hassos aus dem Zoologischen Garten in Berlin. Mit viel emphatischen Gespür, einem ausgezeichneten Blick für kleine Details und wundervollen, deprimierenden Kompositionen deckt dieser die traurigen Seiten eines Zoos auf: Isolation, Gefangenschaft, Einsamkeit und Trauer… Natürlich ist das letzten Endes weniger dokumentarische als viel mehr artifizielle, stilisierte Fotografie – inklusive anthropomorphisierender Perspektive -, aber gerade in ihrer Stilisierung der traurigen Momente heben sich Hassos’ Bilder aus der Reihe Zoo auf sehr angenehme Weise von klassischer “Don’t worry, everything is fine”-Tier-Fotografie ab. Oder anders gesagt: Die besten Zoo-Fotos, die ich je gesehen habe.

Die Bilder begleiten den Greenpeace Artikel Verloren hinter Gittern, der sich mit der Frage nach der Rechtfertigung von Zoos auseinandersetzt.

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Zoo von Elias Hassos via Testspiel

Zarathustra die fette Katze infiltriert klassische Gemälde

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Die Künstlerin Svetlana Petrova lässt ihren dicken Kater Zarathustra auf Gemälde los… und der macht dabei natürlich das, was Katzen am besten können: Raum für sich beanspruchen: Egal ob während der Geburt der Venus, im Beharren der Erinnerung oder in den Armen der Mona Lisa, Zarathustra weiß, wie man Aufmerksamkeit auf sich zieht und schmiegt sich brutal aber auch perfekt in die klassischen Gemälde ein.

Großartige Remix-Kunst in der Catconten-Camouflage, irgendwo zwischen Kreischen, Lachen und begeistertem Staunen. Petrova selbst über ihre Arbeit:

I’m a professional artist, and I was fond of Internet memes, and I thought maybe I can make an Internet meme who would at the same time [be] a work of art. And I did this.

Leute! Groß! Surft da hin!

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petrovacollage2Fat Cat Art via Beautiful/Decay

WikiLeaks welcomes the CIA to Twitter

…und damit: Einen wunderschönen guten Morgen.

Wenn Cartoon-Tiere echte Tiere wären…

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Böse, einfach nur böse Bildergalerie bei College Humor mit Illustrationen von Angelica Bamundo. Mein Favorit ist der leidende Pluto im Apartheidsstaat Entenhausen. Aber auch der Rest ist mehr als großartig. Surft da unbedingt hin.

If Cartoon Pets were real Pets via Doug Walker (Facebook)

Banksy in Lego

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Der kanadische Fotograf Jeff Friesen hat Dioramen gestaltet und fotografiert, die die ikonographischsten Urban Arts von Banksy in ein Lego-Set-up transformieren. Nach dem Banksy über den Indie- und Hipster-Kult schließlich vollkommen im Pop-Hype angekommen ist (ob gewollt oder nicht) und mehrfach monetarisiert wurde (ob gewollt oder nicht), finde ich das nur konsequent. Gerade in seinem Fall hat sich die Popkultur derart brutal die Outsider Kultur gekrallt, dass der letzte Rettungsweg nur in einer noch radikaleren, noch konsequenteren Okkupation zu liegen scheint.

Jepp, diese Kuh muss jetzt so lange gemolken werden, bis ihre popkulturelle Verremixung als Symbol für die Macht des Pops selbst zum Kunstwerk wird. Next Steps: Banksy-Art als Disneyfilm, als Pixar-Animation, als Background für ein Lady Gaga Musikvideo, als Werbespot für Coca Cola und Mc Donalds… und die gesamte Verwertungs- und Adaptions-Maschinerie wird wiederum selbst zum großen Kunstwerk. Ehrlich, ich freu mich drauf.

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Bricksy at The Brick Fantastic via Amusing Planet

Schlussspurt: Die letzten Links des Tages

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Rembrandt gegen Depressionen (ZEIT online)

Was soll eigentlich Kunst? Und wozu braucht es Museen? Der Philosoph Alain de Botton gibt darauf eine radikale Antwort: Er verwandelt das Reichsmuseum in Amsterdam in einen Reparaturbetrieb für ausgelaugte Seelen.


Krasses Pornofetischding (Süddeutsche online)

Aus der Zeit fällt man schnell – dafür muss man sich nicht aufführen wie eine Figur aus einem Heinz-Erhardt-Film. Gesellschaftliche Normen ändern sich häufig, das zeigt sich schon bei den Themen Rauchen und Intimrasur.


Urteil des AG Hannover zu den Redtube-Abmahnungen (Internet Law)

(…) Das Gericht greift zudem die Frage auf, ob das Streaming als bloßer Werkgenuss überhaupt urheberrechtlich relevant ist, beantwortet diese Frage aber nicht abschließend. Der bloße Werkgenuss stellt grundsätzlich keine urheberrechtlich relevante Nutzungshandlung dar. Wer also ein Buch liest, Musik hört oder einen Film nur anschaut, begeht keine Urheberrechtsverletzung, auch wenn er eine Raubkopie konsumiert. (…)


Vortrag von Sascha Lobo zum Überwachungsradikalismus (Fontblog)

Lobo über Überwachung, die Ursprünge der Datenverarbeitung im 2. Weltkrieg, den Wunsch, die Zukunft zu berechnen und warum wir uns gegen die »Überwachung der Welt« auflehnen müssen. Sich für diesen Text Zeit zu nehmen lohnt sich. Der wohl treffendste Ausblick auf eine mögliche Zukunft.


Dan LuVisi’s Violent Portraits Of Childhood Cartoon Characters Are The Stuff Of Nightmares

“Your childhoods belong to me now,” says the concept artist Dan LuVisi of his terrifying portraits of beloved cartoon characters turned grotesque and murderous.


*Beitragsbild: Gustave Courbet - Le bord de mer à Palavas via Arfur’s

Künstliches Ohr aus Van Gogh DNA: Jesus Motherfucking Christ, it’s alive!

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Das befriedigt sowohl den kunstfanatischen Leichenschänder in mir als auch meine Freude am Crossover von Kunst und Wissenschaft. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der ZKM Karlsruhe hat Diemut Strebe ein Vincent Van Gogh Ohr neu wachsen lassen:

Gezüchtet aus Knorpelgewebe mittels echter Van Gogh DNA, lebende Zellen enthaltend, Dank Computer-Abtast-Gedöns mit dem Ohr des Meisters formidentisch, und dann auch noch mit einem Computer verbunden, der zu dem Ohr gelangende Töne in Echtzeit in Nervenimpulse verwandelt: Arty, spooky, epic Frankenstein-Kunst. Top!

Vincent van Gogh repräsentiert mehr als jeder andere Künstler das stereotype, romantische Bild des Künstlers als Genie. Sogar Teile der Kunsttheorie tendieren zu einer Mystifizierung der künstlerischen Kreativität verglichen mit jeder anderen Form menschlicher Innovation.

Das Ohr besteht aus gezüchtetem (tissue engineered) Knorpelgewebe und ist durch den Einsatz von computerbildgebender Technologie in der Form identisch mit dem Ohr van Goghs. Es besteht aus lebenden Zellen, die natürliche, genetische Informationen über ihn enthalten sowie genetisch konstruierte Komponenten, die sich im Ohr als „lebendes Kunstwerk“ reproduzieren.

Weitere Infos zu der Installation via Nerdcore

Entrückte Frauenkörper von Catrin Welz-Stein

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Die Künstlerin Catrin Welz-Stein führt in ihrem Portfolio eine ganze Menge großartiger digitaler Illustrationen, die sich immer im Spannungsfeld zwischen Eskapismus und gesellschaftskritischem Subtext zu bewegen scheinen. Am spannendsten sind allerdings zweifellos ihre entrückten Frauenkörper, in denen historische, gesellschaftliche, politische und kapitalistische Spannungsmomente internalisiert werden und die zugleich ihr Befinden zu externalisieren scheinen. Heraus kommt eine faszinierende Transzendenz in beiderlei Richtungen: Körper, die niemals einfach nur so sind, wie sie sind, sondern sich im permanenten Austausch mit ihrer Umwelt bewegen, von dieser eingenommen und aufgebrochen werden, während sie sich zugleich in diese hineinschreiben.

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Welz-Steins Werke sind eine wahre Fundgrube außergewöhnlicher Kunst zwischen Traditional Art und Digital Art. Hinsurfen lohnt sich.

Digital Artworks by Catrin Welz-Stein via I need a Guide

Die grausamste Szene aus Indiana Jones and the Temple of Doom …und ihr Opfer

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Ich fühle mich gleich mal verpflichtet, das voraus zu schicken: Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) ist der am meisten unterschätzte Film der Franchise. Jaaa, ich weiß, Willie ist as annoying as it gets, und auch Shorty nervt. Aber abseits davon? Pure Trash Gold. Der zweite Teil der Reihe hat einfach mal verstanden, worum es in Indiana Jones im Kern geht: Um puren, traditionellen, cheesy Abenteuer-Spaß. Scheiß auf den Realismus, scheiß auf die Logik, scheiß auf die albernen Momente: Hab einfach nur Spaß! Und den hat man bei diesem Archäologen-Abenteuer zu Hauf.

Das gesagt, bei Yahoo findet sich ein Interview mit dem Mann, der in der wohl gleichermaßen albernsten wie grausamsten Szene des Films zuerst das Herz rausgerissen bekommt und anschließend bei lebendigem Leib verbrannt wird. Interessante Erkenntnis: Die ohnehin schon ziemlich sadistische Szene war ursprünglich um einiges grausamer geplant, was dann aber letzten Endes den Traumfabrik-Selbstzensoren so viel war. So blieb uns der Anblick eines schmelzenden Gesichts erspart… wobei wir ähnliches dann ja auch im ersten Indiana Jones Teil zu Genüge gesehen haben.

I asked them specifically, “Why is this happening?” And they said, “Because there’s going to be a scene where your body goes into molten lava, and we’ll be using this cast.” Actually, they made a lifelike face of mine for the film, including glass eyes. That was because, once the cage was lowered into this pit of molten lava, my body would disintegrate and you would see my face floating. But that scene was too gory for the censors, so they cut that! [Laughs.] If you ever get a chance to see the uncensored version, that will be there.

Meet the Man Who Had His Heart Ripped Out in ‘Indiana Jones and the Temple of Doom’ via io9


Der Nostalgia Critic hat sich Temple of Doom auch schon mal angenommen, und auch wenn ich ihm nicht im geringsten zustimme, weil ich den Tempel des Todes trotz aller Schwächen für einen der besten Abenteuerfilme der 80er Jahre halte, ist das entsprechende Video verdammt sehenswert.

The Nostalgia Critic – Indiana Jones and the Temple of Doom

Schlussspurt: Die letzten Links des Tages

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Salvador Dali’s Cookbook is every bit as insane as you would expect it to be (Dangerous Minds)

In 1973, French publisher Felicie put out a remarkable “cookbook” (quotation marks are important here) by the great Surrealist master Salvador Dalí. It delivers everything you would expect from such a volume: visual flair, a winking sense of humor, a disregard for accepted norms, and a heightened feeling for the absurd.


Signs from the near Future

Tolles Tumblr, vollgepackt mit Hinweisschildern aus einer nahen Zukunft. Besser wir gewöhnen uns jetzt schon dran.


Der Eurokiller (ZEIT online)

September 2025: Der Altkanzler Bernd Lucke hat Deutschland vor Jahren aus der EU geführt. Jetzt will er im Exil sein Schweigen brechen. Eine dystopische Kriminalgeschichte.


Transform any text into a patent application

Script, das automatisch beliebige Texte in Patentschriften verwandelt.


The Metropolitan Museum of Art Releases 400,000 Images Online for Non-Commercial Use (colossal)

Man darf diese Masse an Bildern downloaden und non-commercial nutzen.


Unbegreifliche Wahlwerbung des Europaparlaments: And then came a lot of sheep (Seitvertreib)

Wenn (Wie) Demokratie zum Event verkommt. Das Event der Wahl.


Your Favorite Websites Have A Password Problem (Buzzfeed)

Laut einer neuen Sudie haben 86% der Topseiten “subpar password security policies”.


WTF, Evolution?

Das Tumblr gibt seeehr unterhaltsame, aufregende und interessante Einblicke in das Labor der Evolution. Irre…


28 Pieces Of Street Art That Cleverly Interact With Their Surroundings (Bored Panda)


Wider den Perfektionismus! (Kwerfeldein)

Ein großartiger Artikel, den man sich zu Herzen nehmen sollte.


* Image credits: Natalia Rak

 

 

Augmented Reality von Marty Cooper

Okay… das hier ist einfach nur fantastisch. Mittels bemalter Folien und Stop-Motion fabriziert Marty Cooper so etwas wie analoge Augment Reality, die zum einen eine wunderbare Verbeugung vor der ganz klassischen Trickkunst darstellt, zum zweiten großartige Urban Art ist, und zum Dritten wunderbar als Augmented Reality mit traditionellen Mitteln funktioniert. In Martys Instagramm und Tumblr gibt es noch viele weitere dieser tollen Cartoon-Spielereien zu sehen.

Direktlink via Freundeskreis Street-Art Berlin