3x6m Pinball Awesomeness

Dachte zuerst, das wäre so ein amerikanisches “bigger, wider, longer”-Ding… Aber dieser Flipperautomat steht tatsächlich in Deutschland; und dann auch noch im phaeno, sprich nur zwei Autostunden bzw. eine Bahnstunde von Berlin entfernt. Da fahre ich sowas von hin an einem der kommenden Wochenenden!

Galactic Dimension is a supersized pinball machine which I’ve built for Phæno –
an amazing science center in the German city of Wolfsburg. The pinball was
built on a steep ramp in the exhibition hall and has a gigantic playfield, which
measures 3×6 meters in total. Styled with UFO’s and other cosmic references,
the pinball fits perfectly into the futuristic building designed by the star architect Zaha Hadid.

Galactic Dimension via KFMW

Zettelwerk

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Das Zettelwerk, ein studentisches Projekt der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, sammelt, archiviert und digitalisiert alles, was die bundesrepublikanische Zettelwirtschaft hergibt, oder genauer gesagt Alltagsdrucksachen, worunter unter anderem folgender Papierkram fällt:

“Abholscheine, Abziehbilder, Akten, Andachtszettel, Ansichtskarten, Anzeigen, Arzneirezepte, Aufkleber, Ausweise, Autogrammkarten, Banderolen, Banknoten, Beiblätter, Beleg, Bierdeckel, Briefe, Briefmarken, Briefumschläge, Einschlagpapiere, Eintrittskarten, Etiketten, Faltblätter, Flugblätter, Flyer, Formulare, Garantiescheine, Gebrauchsanleitungen, Geldscheine, Handzettel, Kalenderblätter, Karten, Kassenbons, Kaufbelege, Kontoauszüge, Krankheitsschein, Lebensmittelmarken, Lesezeichen, Liedzettel, Listen, Lose, Marken, Mitgliedsausweise, Notizzettel, Plakate, Pläne, Postkarten, Preisschilder, Programmhefte, Quittungen, Reparaturscheine, Rezepte, Scheine, Speisekarten, Tanzkarten, Telegramme, Tickets, Tischkarten, Urkunden, Verpackungen, Visitenkarte, Wahlzettel, Wartemarken, Werbemittel, Werbezettel, Zertifikate, Zustellungsbelege …”

Ich finde ja solche Projekte generell großartig und predige immer gerne, dass wir viel mehr Analoges, was so unser Alltag hergibt, digital archivieren sollten… allein schon als Dienst gegenüber zukünftigen Historikergenerationen. Also dann: Mal sehen was meine Zettelwirtschaft noch so hergibt.

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Zettelwerk via nerddrugs

tiltedMF – Geschäftsideen Sonntag 31.05.2015, oder: Vom Versagen gegen den Zynismus anzukämpfen

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(Vorwort: Das ist alles nur Notwehr, also brauche ich mich ja auch nicht zu entschuldigen.)

Workshop: Gefühle äußern ohne Emoticons. Ein HowTo/ Tutorial. (500€/h)

Workshop: Reallife. Wie damit umgehen? Dos and Don’ts. (500€/h)

Workshops: Erfolgreich Atmen step by step (250/h Anfänger; 500€/h Fortgeschrittene)

Workshops: Erfolgreich Stoffwechseln step by step. (250/h Anfänger; 500€/h Fortgeschrittene)

Workshop: Les plaisirs de la quisine rapide. Ein Einführung in MacDonalds und BurgerKing für Menschen die normalerweise Geschmack haben, aber sich nicht trauen ihn zu zeigen. (300€/h)

Workshop: Erfolgreich Geld ausgeben gegen die Zeit um mehr Zeit zu haben für Atmen, Stofwechseln und Familie. (5000€/m; Blitzkurs 10000€/s)

Darauf aufbauend: Amusement Armut. Vom Tellerwaschen zum Hartz4. Wie man erfolgreich Dankbarkeit zeigt, dafür dass man existieren darf und wie man JobCenter-Sanktionen als Chance begreift. (19,90/Wochenendkurs)

Workshop: Masturbation mit drei einfachen Handgriffen. Live-Action-Rollenspiel mit zweidimensionalen Anschauungsmaterial. Wie handle ich mehrere offene Tabs? Welche cumpilation ist die richtige für mich, Anal oder cumshots? Wie greife ich richtig? Wie kann ich Verletzungen vermeiden?(69,90/10m)

Workshop: Flirten für winner. Wer sich verliebt verliert. Effektive Flirttechniken die das eigene Selbstwertgefühl und Aufmerksamkeitslevel steigern durch Auslösung von Liebesgefühle beim Gegenüber. (150€/h)

Darauf aufbauend für Fortgeschrittene: Flirt into Death. Wie man sich durch das Senden falscher Botschaften erfolgreich einen Werther oder eine Wertherin heranzüchtet. (19,90/ Wochenende)

Buch: Hilfe ich bin Politprominent und alle glauben mir! Vertrauen erfolgreich abbauen in 5 einfachen Schritten. (49.90€)

Buch: Der Markt ist dein bester Feind. Sorge Dich nicht produziere! Ratgeber-Leidfaden für unbezahlte Praktikanten und unterbezahlte Sweatshop-Angstellte. (39,90€)

Buch: Wie man seine Unsicherheit als Arroganz verkaufen kann. Step by step von der Schüchternheit zum erfolgreichen Arschloch. (59,90€)

Buch: Erfolgreich Politprominent. Dem Labern Nichtstun folgen lassen ohne dass es jemanden stört. (89,90€)

Buch: How to manage correctly. Durch Unmenschlichkeit zum Erfolg. (29,90€)

Buch: Wie man einen Planeten erfolgreich kaputtkackt. Kapitalismus für Anfänger. (49.90€)

Darauf aufbauend. Wie man einen Planeten erfolgreich kaputtkacken lässt. Kapitalismus für Fortgeschrittene. (49.90€)

Buch: Stop doing RTL2. Aufhören mit Idiotie, Menschenverachtung und Müllscheiße. (29,90€)

Buch: Survival in Battlefield und diesen anderen Egoshootern. (49,90€)

Buch: Richtig Einrichten für DIE SIMS. 100 Einfache Tipps und Geld gespart. (39,90€)

Das esoterische Buch: Müll essen. Mit Ernährung den Planeten retten. (69,90€)

Darauf aufbauend: Zero Emission. Fäkalienkochbuch. (39,90€)

Für Weltverbesserer und Revolutionäre: Quisine Homme: Rette die Welt – Esse Menschen. Die kannibalistische Küche. 100 einfache Gerichte. (49,90€)

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Foto: Marcus Frost (CC-by-SA)

Künstler: Pille (steht da): “Das Hack der Gerechtigkeit schlägt zurück” (Danziger Straße Nähe U2 Eberswalder Straße)

Urban Trash Art von Bordalo II

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Der Street Artist Bordalo II hat kürzlich ein paar echt großartige Hybride aus Literally Trash und Urban Art auf die Straßen Lissabons gezaubert: Aus (industriellem) Abfall und traditioneller Muraltechnik entstandene, beeindruckend plastische Tiere, die aus dem Müll der Stadt emporklettern und sich den urbanen Raum allein mit schierer Größe und Präsenz zurückerobern: Fantastisch!

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via colossal

Poetisches für den Sonntag: Hyperrealistische Gemälde von István Sándorfi

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István Sándorfi, geboren 1948, gestorben 2007, war ein ungarischer Maler, der oft und gerne zu den Hyperrealisten gezählt hat, eine Kategorisierung, die – wie viele seiner Bilder zeigen – seinem spannenden Œuvre gerade mal im Ansatz gerecht wird. So nutzt Sándorfi die Möglichkeiten seines fotorealistischen Zeichenstils nicht bloß, um Realität übersteigert materialistisch abzubilden, sondern wagt immer wieder atemberaubende Schwenks in den Surrealismus, die Abstraktion, Dekonstruktion oder gar Düsterromantik. Und so oszillieren viele seiner Bilder gekonnt zwischen einem nahezu erdrückenden Realismus, traumwandlerischer Transzendenz und selbstreferenzieller Thematisierung des eigenen Schöpfungsprozesses: Mehr von ihm findet ihr unter anderem hier.

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via artfucksme

…und das sind die beliebtesten Bücher der einzelnen US-Bundesstaaten…

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…zusammengefasst auf einer einzigen Karte. Die einzelnen Bücher wurden mit Hilfe von goodreads-Bewertungen ermittelt, und mit dem Status als Lieblingsbuch von gleich vier Staaten ist Stephen Kings The Stand ein ziemlich klarer Sieger. (Auch) abgesehen davon kann sich der amerikanische Literaturgeschmack auf dieser mic.com-Landkarte durchaus sehen lassen: How to kill a mockingbird, Brave New World oder Fear and Loathing in Las Vegas sind Literaturklassiker, die es definitiv verdient haben, zumindest angelesen zu werden.

Mich würde ja brennend eine solche literarische Landkarte der Bundesrepublik Deutschland interessieren. Wobei eine mit den Känguru-Chroniken vollgepflasterte Map jetzt auch nicht so prall wäre…

The Most Popular Book Set in Each State — in One Surprising Map by Kevin O’Keeffe/Mic

(Ich setze das mal in eine Klammer…

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…denn so macht es auch Gregory Edelein mit so ziemlich allem, was er auf freier Wildbahn findet. Uns wurde irgendwann mal (zumindest soweit ich mich erinnere in der Schule) erklärt, dass Klammern meist ein schlechtes Stilmittel in einem Text sind (und meist auch ein Zeichen dafür, dass der Autor seine Gedanken nicht richtig sortieren kann). Ich sehe das anders: Klammern sind ein perfektes (Stil-)Mittel, um Einschübe vorzunehmen, ohne mit diesen einen ganzen Text zu überrennen (das haben sie übrigens auch mit ihrem – möglicherweise etwas eleganteren, poetischen – Pendant, den einschiebenden Gedankenstrichen gemeinsam).

Im Grunde genommen kann die akademische und kulturelle Welt gar nicht genug Klammern und Gedankeneinschübe besitzen (ganz zu schweigen von großartigen Denkern wie Derrida, die (zumindest scheint es mitunter so) ihre gesamte Philosophie einzig auf Klammern aufbauen). In diesem Sinne: Danke, Herr Edelein.

Interventions Paysage via Kulturtechno )

Die Paletten der großen Meister

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Wenn es nach dem Fotografen Matthias Schaller geht, spiegelt sich die Kunst der großen Maler bereits in ihren Arbeitsutensilien, in diesem Fall ihren Farb- und Malpaletten wider. In der Tat, wenn man sich die Fotografien anschaut, auf denen Schaller die Werkzeuge berühmter Maler verewigt hat, kann man kaum zu einem anderen Urteil kommen: Der wilde, expressive Farbrausch eines Wassily Kandinsky, die verträumten und zugleich erdenen Töne eines Claude Monet, die herbstlichen Töne eines Edgar Degas, die natürlichen Gewalten eines William Turner, das kreative Chaos eines Pablo Picasso, oder die Farbdichte eines Vincent Van Gogh, all das zeichnet sich mal mehr mal weniger deutlich auch im jeweiligen Werkzeug ab.

Oben seht ihr in trauter Eintracht Pablo Picasso neben Henri Matisse. Unten folgen zuerst William Turner und dann Marc Chagall. Weitere großartige (und entlarvende) fotografische Funde gibt es in Schallers Serie Das Meisterstück zu bestaunen.

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Das Meisterstück via Colossal

By the way: Hier wohne ich…

…und um das mit euch vernünftig teilen zu können, habe ich die Tage die erste richtig böse YouTube-Urheberrechtsverletzung meines Lebens begangen und ganz dreist diesen tollen Beitrag vom Heimatjournal aus der Mediathek gerippt und auf YouTube hochgeladen. Mal sehen, was der RBB dazu sagt, ob das lange online bleibt und ob der Seite360-Kanal nun zum ersten Mal geflaggt wird. Bis dahin, let me introduce the Kaskelkiez in Berlin.

Der Echtzeitklang von Wikipedia

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Wunderschönes Projekt von Stephen LaPorte und Mahmoud Hashemi: Auf der Website Listen to Wikipedia werden die sekündlichen Artikelerstellungen, Korrekturen und Editwars der Wikipedia visualisiert und sonifiziert. Das Ergebnis ist ein großartiges Wechselspiel aus Klang, Wort und Farbe, das den Zuschauer und Zuhörer am Wachstum der Echtzeitenzyklopädie in romantisch musikalischer Form teilhaben lässt.

Bells indicate additions and string plucks indicate subtractions. Pitch changes according to the size of the edit; the larger the edit, the deeper the note. Green circles show edits from unregistered contributors, and purple circles mark edits performed by automated bots. You may see announcements for new users as they join the site, punctuated by a string swell.

Listen to Wikipedia, englisch oder (nicht ganz so voluminös) die deutsche Variante via Kraftfuttermischwerk

Send in the Clowns. Fear the Clowns.

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Kleiner, pflichtschuldiger Verweis auf die Coulrophobie, die krankhafte Angst vor Clowns, die es bis dato zwar nicht ins ICD-10 geschafft hat, aber durchaus schon Inhalt psychologischer Untersuchungen war. Als Nichtbetroffener möchte ich an dieser Stelle meine schiere Liebe zu allen düsteren, traurigen, makaberen und einfach andersartigen Darstellungen der berühmten, prototypischen Spaßmacher zum Ausdruck bringen. Und logischerweise finde ich dann diese mitunter doch sehr bösartigen (teilweise NSFW) Clown-Fotografien von Eolo Perfido einfach nur großartig. Die dunklen Seiten der Zirkuskultur perfekt auf den Punkt gebracht. Send in the scary Clowns!

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Clownville by Eolo Perfido via Crack Two

Theaterbuch: MacBeth

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Zum Medium Buch ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Auch wenn es mehr als nur wahrscheinlich ist, dass der Siegeszug der eBooks peu à peu das Papier als primäres Medium für Textrezeption obsolet machen wird, gibt es für die Kombination aus Papier und Pappe durchaus noch Betätigungsfelder, die unmöglich in einem eReader zu reproduzieren sind… vor allem, wenn sich das Traditionsmedium für die Multimedialität öffnet: So gesehen im Theatre Book von Davy and Kristin McGuire. Mit Hilfe von Raumöffnung – wie man sie aus klassischen Faltbüchern kennt -, einem Projektor und einer Dramaturgie, die mehr dem Theaterbesuch als dem klassischen Leseprozess gleicht, wird das Papier zur Bühne, zum Medium für eine Inszenierung zwischen Tradition und Moderne, vielleicht sogar die größtmögliche Umsetzung des wagner’schen Universalkunstwerk-Gedankens in den – gar nicht so engen – Grenzen zweier Buchdeckel.

Noch handelt es sich bei dem so genannten Icebook nur um ein Konzept bzw. Prototypen. Sollte es zu mehr werden, wäre das aber tatsächlich die Möglichkeit, dem guten alten Bücherregal – mittlerweile wahrscheinlich viel zu sehr ein konservatives Bollwerk des traditionsbewussten Bildungsbürgertums gegen die Technisierung der künstlerischen Welt – zu neuem Glanz und einem neuen progressiven Selbstbewusstsein zu verhelfen. Ich will auf jeden Fall mehr davon!

‘Theatre Book – Macbeth’ is a battery powered cinematic pop-up book. The prototype book includes 6 pop-up pages designed like sets on a stage with actors projected onto the paper scenery. All technical equipment such as a micro projector and computer, batteries, loudspeakers and mirroring devices are integrated into the cover of the book in order to create a stand alone storytelling device, mixing the formats of books and theatre stages.The story is driven by the owner of the book who turns the pages and thus triggers video and sound to play out the scenes. In this prototype the story of Macbeth is being told through visuals and music/sound only.

The Ice Book (Danke fürs Finden, Johannes)