Falk Schacht und Gäste über den derzeitigen Hip Hop Hype

Macht man das Radio an, kommt man derzeit kaum an Deutschrap vorbei. Seine Künstler charten nicht nur, 2013 gab es sogar Zehn Nr.1 Alben. Die Hip Hop Kultur, vor allem das Street und Gangsta Genre ist so richtig in der bürgerlichen Kultur angekommen. Babo wurde das Jugendwort des Jahres 2013. Die Gründe dafür sind vielfältig. Darüber diskutierten Falk Schacht und seine Gäste auf dem Reeperbahn-Festival 2014. Schacht kennt der Eine oder die Andere vielleicht noch aus VIVA-Zwei-Zeiten. Er moderierte damals Supreme und machte dort den legendären Auftritt von Taktloss möglich. Außerdem dabei sind: Jens “Spaiche” Ihlenfeldt (Punchline; ehemals Aggro Berlin) Sebastian Schweizer (Chimperator; Manager von Cro) Ramin Bozorgzadeh (Chapter One/Universal Music; ehemals Groove Attack). Da alle Gäste im Vermarktungs- und Managementbereich aktiv sind, gewinnt man eine interessante andere Perspektive auf die deutsche Hip Hop Geschichte. Von derselben ausgehend wird die Frage gestellt, ob der Hype eine Blase ist, die bald platzen könnte, wie es schon Ende der Neunziger und dann noch mal zur Aggro Berlin Zeit passierte. Sehr sehr Hörenswert.

Major is the new Indie? – Ist der HipHop Hype eine neue Blase die bald platz?

via Falk-Schacht on facebook

Wenn eine Fassade zur Tanzfläche wird – Waltz on the Walls

Zum ersten Mal im Leben finde ich, dass Tanz echt verdammt schön aussieht! Wenn man Michael Jacksons und Christopher Walkens Moves außer Acht lässt. Schwerkraft, Seile und Perspektive verleihen den Bewegungen Amelia Rudolphs und Roel Seebers so viel mehr Poesie, als Jennifer Grey jemals besaß. Hat was von einem 70er Martial-Arts-Film, bloß ohne Haue. Ich frage mich ob Batman irgendwann auftaucht.

Via KFMW

Die Ikonografie russischer Knast-Tattoos

Der russische Kriminalist Arkady Bronnikov fotografierte und untersuchte Jahre lang Tätowierungen von Gang-Membern. Vermutlich aus erkennungsdienstlichen Gründen. Zu einem Spezialisten für die Ikonografie dieser Art von Tattoos geworden, veröffentlicht Bronnikov nun ein Buch, das man auf fuel-design kaufen kann. Auf konbini.com (via) kann man reinblicken und ein paar Beispiele für ikonische Narrative finden. Die Bilder erzählen gewissermaßen vom Leben des Delinquenten: Vergehen, Strafmaß, Verurteilungen etc. In David Cronenbergs “Eastern Promises”, der um das Milieu der sogenannten Diebe im Gesetz (wory w sakone; russisch: воры в законе) kreist, wird in einer Szene (in Russisch) auf den narrativen Gehalt der Tätowierungen verwiesen. Dazu ein paar interessante facts:

Btw: Cronenberg, dessen ganzes Werk um Organik, Körperlichkeit und das Zusammenspiel von Physis und Psyche kreist, ist mit “Eastern Promises” auf der Oberfläche des Körper angekommen, nachdem er sich quasi durch den menschlichen Körper durchgearbeitet hat.

Dieser Bullterrier ist ein Star…

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…und dieser Titel kompletter Clickbait-Bullshit. Drauf geschissen (und in die Hundekottüte gepackt). Denn im Prinzip ist das ganze Thema Clickbait par excellence: Dogcontent: Checked! Popkultur-Referenzen: Checked! Unfassbare Niedlichkeit: Checked! A bisserl Humor: Checked!

Aber die Instagram Fotos, auf denen Rafael Mantesso seinen Hund ins rechte Licht rückt, sind einfach mal so fantastisch, putzig und perfekt arrangiert, dass ich an dieser Stelle gar nicht anders kann, als den Klickfänger im Blog zu verewigen. Take this, Clickbait-geile Meute!

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Weitere Fotos von Rafael Mantesso (Instagram) via boingboing

Heute gehen wir in die Galerie

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This is it! Der ultimative Guide zur zeitgenössischen Kunst für Kinder unter fünf Jahren. Endlich können überforderte Eltern auch Jüngsten die verstörende Großartigkeit der Postmoderne und Postpostmoderne in einfacher Sprache näher bringen:

There is nothing in the room.
Peter is confused.
Jane is confused
Mummy is happy.

“There is nothing
in the room,
because god is dead,”
says mummy.

“Oh dear,” says Peter.

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Zerebral gelähmter Senior zeichnet mit Schreibmaschine

Paul Smiths Kunst ist ein beeindruckendes Beispiel der unergründlichen Wege menschlicher Artistik. Seit der Geburt zerebral gelähmt, war sein Wunsch sich auszudrücken so stark, dass Smith einen ganz eigenen Weg gefunden hat, dies zu tun. Ich mag übertreiben aber: Diese kleine individuelle Geschichte gibt Einblick in etwas viel größeres. Sie zeigt implizit auf Hannah Arendts conditio humana, weil sie die Bedingungen unter denen Paul Smith das Leben gegeben ist, darstellt. In der Folge erinnert die Geschichte an Schopenhauers Begriff vom Willen, der in oder hinter allem nur vorgestellten Seienden steckt, und dann wieder, sprichwörtlich, ganz nach Schopenhauer, zur Vorstellung wird, zum Schleier der Maya. Kurz: Hier wird mehr vom Menschsein erzählt, als in einer Politiktalkshow über Inklusion.

via Neatorama

Helikopter-Streichquartett? – Hurz! Airwolf!

Karlheinz Stockhausen hat das “Helicopter String Quartet” bereits in den 90ern komponiert und arrangiert, wohl ausgehend von einem Traum. Ich fühl mich da stark an Hape Kerkelings “Hurz-Performance” erinnert. Hurz der Airwolf! Das liegt vor allem daran, dass ich in der modernen Musik, vor allem der modernen Klassik, das Auflösen von Harmonien und das Auseinanderfallen von Melodien für überbewertet halte. Die Musik ist das falsche Medium für dieses Narrativ. Komischerweise gibt es Menschen, die etwas ähnliches über moderne Literatur sagen und dann Döblins “Berlin Alexanderplatz” oder Joyce’s “Ulysses” verdammen.

Apropos, was die wenigsten wissen: Airwolf-Pilot Huckleberry (bester Pilot der Welt) heißt mit Vornamen Stringfellow, okay das war mir neu, aber was ich sagen wollte: er spielt Cello! Um wenigstens etwas cooles im Beitrag zu haben hier noch das Airwolf-Intro!

Einer flog über Hogwarts – Harry Potter gelesen als Geschichte einer jugendlichen Verrückung

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Auf tickld.com veröffentlichte jemand namens totalyllegit die Theorie, dass Harry Potters Geschichte als Metapher einer juvenilen Erkrankung des Geistes zu verstehen sei.

The Harry Potter series is about mental illness. Hogwarts is a mental institution.

Hier gehts zum Text auf tickld.

Wolkenbilder von Tincho

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Ins Gras legen, den Himmel betrachten und in der Formation der Wolken die irrsten Geschöpfe und Objekte entdecken… Diese großartige Freizeitbeschäftigung funktioniert auch Drogenkonsum und verantwortlich dafür ist das Phänomen der Pareidolie, das dazu führt, dass der Mensch in allen möglichen zufälligen Mustern glaubt, vertraute Gegenstände und Personen zu entdecken. Martin Feijoó alias Tincho macht aus diesem Phänomen Kunst, indem er mit geschickter Feder – und viel Imaginationskraft – willkürliche Wolkenphänomene zu fantastischen Bildern vervollständigt. Heaven can wait…

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Shaping Clouds via Maik

Ehrliche, resignierte Plakate von Linzie Hunter

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So… durchschnittlich. Großartig… eigentlich. Und unfassbar… okay. Die desillusionierenden Plakate Linzie Hunter sind fantastische, pointierte Abgesänge auf den Claim-Wahn der Print-Werbung… vielleicht.

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Linzie Hunter (Behance) via whudat

Teens react to NES / Elders react to Oculus Rift

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Eigentlich brauche ich ein Script, dass die neusten Videos der Fine Bros hier regelmäßig reinhaut. Bis dahin wird manuell eingepflegt: Einmal die Technik von gestern, einmal die Technik von morgen; einmal die junge Generation, einmal die alte Generation… und fertig sind mal wieder zwei brillante React-Episoden. Im ersten Video versuchen Teens (inklusive eines Gaststars, der Game of Thrones Fans bekannt vorkommen sollte) das Nintendo Entertainment System zu verstehen, im zweiten Video versuchen Senioren das selbe mit dem bald erscheinenden Oculus Rift. Pures Entertainment Gold.

Papercraft-Stories von Adrian Lawrence

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Adrian Lawrence entwirft im genuinen, harmonischen Zusammenspiel von Papercraft-Objekten und computergenerierten Hintergründen fantastische Geschichten zwischen Märchenflair und Surrealismus, die sich andächtig vor der klassischen Filmkunst verbeugen. Wunderschön.

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Adrian Lawrence (Behance) via Cross Connect

Mutter vollendet die Kritzeleien ihrer zweijährigen Tochter

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Ähnliches hatten wir schon ein paar Mal hier. Wenn diese Remixkunst aus Kinder- und Erwachsenenzeichnungen aber weiterhin solche wunderbaren Bilder abwirft, erstelle ich auch gerne noch fünf, sechs weitere Fundstück-Artikel zu dem Thema. In diesem Fall besteht die young/old-Kollaboration darin, dass Ruth Oostermann die ersten Malversuche ihrer zweijährigen Tochter vollendet. Dabei stecken sowohl die “jungen” Vorlagen als auch die “erwachsenen” Endergebnisse aus unfassbar viel Imaginationskraft und Liebe zur Malerei, die man jedem einzelnen Pinselstrich ansehen kann. Fantastisch!

One of the most important thing to me about collaborating with Eve is to make sure her vision is included and the finished piece still contains portions and shapes of her original piece. So as I sat their staring, trying to find direction, two random thoughts popped in my head. The movie Lady and the Tramp and how much Eve loves to spot Swiper the fox when we watch Dora. So lo and behold, that is where this painting drew it’s inspiration.

The Lady and the Dox und weitere Bilder dieser tollen Mutter/Tochter-Kollaboration sind auchals Prints bei Etsy erhältlich.

The Mischievous Mommy via Bored Panda

Ein verstecktes Kinderzimmer in den Schächten der Wiener U-Bahn

3ca1a6693dDas ist so ein Netzfundstück, bei dem man erst einmal nicht weiß, was man dazu schreiben soll, weswegen es in meinem Browser seit mittlerweile einem Monat als offener Tab rumgeistert: Ein (anscheinend anonymer) Künstler hat bereits 2012 in den Schächten der Wiener U-Bahn ein mehr oder weniger bewohnbares Kinderzimmer eingerichtet, inklusive Kuscheltiere und Straßenteppich. Im Interview mit The Gap spricht er über die Intention und Gestaltung des Projekts:

Ein Kinderzimmer unter der Erde ist natürlich ein schwieriges Thema. Das Zimmer einer erwachsenen Person würde ein eindeutigeres Bild abgeben, dies galt es aber zu vermeiden. Gerade die Ambiguität eines unterirdischen Kinderzimmers reizte mich. Es ging neben der Frage nach prekärer Nutzung von Räumen und der Verschiebung der Grenzen des öffentlichen Raums auch darum, Geschehnisse zu bearbeiten, die in Österreich in den vergangenen Jahren aufgedeckt wurden.

Abgesehen davon ist ein unterirdisch gelegenes, fensterloses Kinderzimmer – auch ohne die Assoziationen, die in Österreich vermutlich hervorgerufen werden – ein interessantes Bild. Es muss nicht zwangsläufig als eine Form von Gefangenschaft verstanden werden. Es kann auch als Versteck in einem Endzeit- oder Fluchtszenario interpretiert werden.

Spannend wird das Ganze nicht zuletzt dadurch, dass die künstlerische Installation als sozialkritischer Ansatz sich in diesem Fall bereits durch ihr Konzept selbst demontiert: Als unauffindbare, ergo nicht rezipierbare Installation – ist das Verstecktsein doch bereits in ihr Konzept selbst eingeschrieben – kann sie nicht viel mehr als ein unerhörter Kommentar bleiben, ein stummer Schrei, von dem nur ein mediales Abbild bleibt:

Eine künstlerische Intervention vor Ort hat eine andere Präsenz, als ein medial gefilterter Ansatz wie etwa eine rein filmische Aufarbeitung. An diesem Raum gehen Tag für Tag hunderte Menschen vorbei. Das ist eine real existierende Situation, nur eine Handbreit entfernt vom Alltag der Menschen in Wien – kein Filmstudio. Das Dokumentationsvideo wurde zu einer Art Prothese des Raums, die die Entdeckung dieses Ortes eventuell erst ermöglicht und ihn einem größeren Publikum näher bringt. Die Vergänglichkeit der Installation macht die Videodokumentation unverzichtbar.

Doch auch die Videodokumentation des Projekts bleibt letzten Endes vage, reduziert sich auf die Entdeckung des unspezifisch verorteten Raumes, auf das bloße Abtasten seiner Präsenz, ohne weitere Antworten zu liefern. Das Projekt lebt geradezu davon, dass es seine Existenz in einer Nichtpräsenz offenbart… Ähmmm, ja… schwurbel, schwurbel… Ihr seht schon: Ich weiß immer noch nicht genau, was ich dazu schreiben soll. Eindrucksvoll bleibt es in jedem Fall.

Maulwurf-Kunst im Wiener Untergrund via KFMW