Hörenswertes: Explosions In The Sky, Moderat,Sophia, Pet Shop Boys, Last Shadow Puppets, All Saints, Deftones

flugplatz

Nicht lange schnacken, Kopf in Nacken oder wie auch immer eure bevorzugte Leseposition ist.

Hier kommen die Pet Shop Boys mit eine Super, Super-Album, mache Moderat solides drittes Album, isse Sophia wieder wunderschön traurig, habe Last Shadow Puppets nicht leicht in dem Star-Ensemble und mache gemütlich mit Explosions In The Sky. We are the Champions!

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Warum Böhmermanns BE DEUTSCH trotzdem rockt…

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Gleich mal als Disclaimer und tl;dr vorangestellt: Ich bin der festen Überzeugung, dass Böhmermann derzeit der einzige ist, der den deutschen Comedy, das deutsche Kabarett, die deutsche Unterhaltungsshow und ganz generell die deutsche TV-Landschaft retten kann. Seit BE DEUTSCH bin ich erst recht der Meinung, dass er dies im Alleingang tun wird.

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Hörenswertes: Big Ups, Nevermen, Santigold, Nada Surf, Ólafur Arnalds und Nils Frahm

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Was für eine fürchterliche, was für eine schöne Zeit! So ganz habe ich die Ereignisse der letzten Tage noch nicht verarbeitet, aber es muss ja alles weiter gehen. Ein bisschen Realitätsflucht tut gut und es ist diesmal doch recht bunt geworden. Hardcore von Big Ups, so ziemlich alles von Nevermen, Discount-Ware von Santigold, Nettes von Nada Surf und zum Abschluss noch sehr feine Ware von den beiden Trance Friendz Ólafur Arnalds und Niels Frahm.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Hörenswertes: Basia Bulat, Animal Collective, Kanye West, Meylir Jones

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Geht doch! Wir kommen endlich aus dem Winterschlaf heraus. Das Wetter, die Kälte und die Nässe dienen nicht mehr als Ausrede und das Motto lautet Hoch die Tasten!

Heute wird auch wieder bunt und fast könnte man meinen, dass hier ein zarter Hauch von Frühling durch die diesmal angenehm kuschelweichen Rezensionen weht. Rant ist ja auch in den wutbürgerten Zeiten so Desaster-Anfang 2016.

Viel Spaß mit dem Folk-Pop von Basia Bulat, den Aliens von Animal Collective, dem zwitscherten Kanye und für den barocken Abschluss ist in dieser Ausgabe Meylir Jones zuständig.

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Hörenswertes, Februar 2016: Pinegrove, The Prettiots, Bianca Casady, Two Ich Astronaut

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Der Februar nähert sich dem Ende… und mein Plan wieder mehr frische Musik zu hören zahlt sich aus. In diesem Monat entdecke ich vor allem drei kleine Weird Folk Glanzlichter, die sich an Bekanntem orientieren, um dennoch neues zu schaffen: Sympathischer Indie Teenie Folk von den Prettiots, nostalgischer Alt Country von Pinegrove und experimentelle Genre-Dekonstruktionen von Bianca Casady, die auch ohne ihre Schwester herausragende CocoRosie Sounds zu produzieren vermag. Okay, genug mäandert… Für den stilvollen Krach sind diesen Monat Two Inch Astronaut verantwortlich, die eine herausragende Mischung aus hymnischem, artsy Alternative Rock und trockenen Math Rock Experimenten spielen.

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Ob Facebooks Löschen vom “Ursprung der Welt” Zensur ist, wird nun in Paris verhandelt

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Okay… um ehrlich zu sein, schreibe ich jetzt darüber in erster Linie, um dieses wundervolle Bild noch einmal ganz oben ins Blog hängen zu können. Die Geschichte dazu reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Damals teilte ein französischer Lehrer Gustav Courbets Gemälde L’Origine du monde (1866) zusammen mit dem Link zu einer ARTE-Doku auf Facebook. Was folgte ist nicht schwer vorstellbar: Facebook löschte das Bild, weil es gegen die Gemeinschaftsstandards des Social Networks verstieß (Pornografie!111 Brustwarzen und Schamlippen direkt aus dem Musée d’Orsay) und sperrte das Konto des Nutzers.

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Hörenswertes: Suede, SSIO, Rihanna, Beach Slang, Hey Ruin

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Lange Zeit, kurze Ansage. Ich liefere euch den feinsten Stoff mit SSIO, auch wenn er mal wieder neue Nummern hat. Suede waren mal eine große Nummer im Britpop und könnten es dank einem tollen Album wieder werden. Rihanna hat wahrscheinlich mehr Nr1.-Hits als Suede, aber möchte jetzt Anti sein. Beach Slang haben die Melodien, Hey Ruin trauen sich noch nicht und sind zu wütend.

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Hörenswertes, Januar 2016: David Bowie, Tortoise, Savages, Fjørt

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Der Januar ist fast vorbei und ich kann erst einmal hinter mein Vorhaben, 2016 wieder mehr musikalische Neuveröffentlichungen zu hören, einen Haken setzen. Im Januarrückblick feiere ich das neue Savages-Album Adore Life, genieße das jüngste Werk der Postrock-Inititalzünder Tortoise und entdecke mit Fjørt eine Band, deren Namen ich bis dato noch überhaupt nicht gehört habe. Und dann gibt es noch David Bowie… und der durfte mich kurz vor seinem Tod noch einmal richtig wegpusten. …Ja, der Januar war ein verdammt guter musikalischer Monat. Und ein “Hört euch das mal an!” kann ich hinter jede der folgenden Besprechungen setzen.

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Die 90er Jahre: Die besten Punk-Rock-Alben des Jahrzehnts I (Melodycore und California Punk)

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Die 90er – eigentlich auch schon die ausgehenden 80er – waren das Jahrzehnt, in dem diese Frage immer wieder aufgeploppt ist: “Ist das da überhaupt noch Punk Rock? Oder was vollkommen anderes?” Neben dem Metal dürfte der Punk wie kein anderes Genre zuständig sein für Dogmatismus- und Schubladendebatten. Davon betroffen waren keineswegs nur die Pop-Ikonen wie hierzulande die Ärzte und die Hosen oder in den USA Blink 182, sondern vor allem die zu Beginn und Mitte der Dekade sehr populären California Skate-, Surf- und Fun-Punker, die eine Menge geschmeidiger Melodiösität, Pop-Charakter und Sonnencharme in das Genre brachten, dessen Ingredienzen lange Zeit Rebellion, Wut und “No Future” waren. Anyway, machen wir in dieser Retrospektive einfach Melodycore draus, genießen die eingängigen Hits und kümmern uns nicht weiter um subkulturelle Diskussionen. Ey, Alter. Haste ma ne Hookline?

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Goodbye David Bowie

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Es ist schon ein merkwürdiger Zufall: Einen Tag vor Bowies Tod habe ich sein neustes – und letztes – Album Blackstar in aller Ruhe einmal komplett durchgehört… und es hat mich schlicht umgehauen. Überraschend umgehauen. Überraschend im Sinne von: “Oh mein Gott. Den hatte ich gerade gar nicht auf dem Schirm! What a fucking masterpiece!” Ich habe ehrlich gesagt David Bowies Veröffentlichungen nie entgegengefiebert, sie nie aktiv begleitet. Die Musik des Chamäleons des Pop hatte immer etwas Unantastbares für mich, etwas – ja ich weiß, das ist im Falle Bowies alles andere als originell – Außerirdisches. Und so war ich auch nie im engsten Sinne des Wortes Fan dieses Ausnahmekünstlers. Was jedoch im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass ich ihn nicht ausgiebig und viel gehört hätte.

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Die 90er Jahre: Die besten Emo-Alben des Jahrzehnts I

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Ach, tut doch nicht so. Wir hören doch gerade alle um die Winterzeit mal gerne in unsere alten sogenannten “Emo”-Alben der 90er. Die aus den 00ern aber dann doch nur in wirklich in sehr schwachen Momenten, oder?

In den 90ern hatte sich jedenfalls dieses Genre gerade erst aus dem Hardcore/Punkbereich etwas emanzipiert und war froh nicht mehr in den Moshpit mit den harten Jungs steigen zu müssen. Das Aussenseiter-Gefühl des Genre nahmen sie gerne mit, aber statt Testosteron-Gebolze thematisierten die Jünger dieses Subgenres ihr dysfunfktionales Seelenleben und ihre Unverständnis gegenüber der Gesellschaft.

Emorock der 90er hatte aber trotzdem noch genügend Wut im Bauch und kanalisierte diese in den Ausbrüchen zwischen melancholischen und traurigen Passagen. Als Grunge zu groß wurde und sich alles auf Eddie Vedder und Kurt Cobain stürzte, gab es für integre Kids mit Bands wie Jawbreaker oder Sunny Day Real Estate damit die willkommene Alternative zu dem immer kommerzieller werdenden Seattle-Sound, dessen Trittbrettfahrer viel von der ehrlichen Wut der Anfangstage wegnahmen.

Hier hatten wir wieder Gefühle und wenn ihr vergessen habt wie das damals war, kommen nun ein paar Bands, mit denen wir zusammen wütend und unverstanden waren.

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Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts I

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Zeichentrickfilme sind nicht nur für Kinder… das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Neben den 70ern mit ihren wilden, anarchischen Comicverfilmungen von Ralph Bakshi  gehören die 80er wohl zu dem Trickfilm-Jahrzehnt, das diese simple Tatsache am besten unter Beweis stellt. Nicht jedoch wie die Dekade zuvor mit lauten, rüpelhaften Hippiealpträumen, sondern mit nachdenklichen, düsteren und auch komplexen Stoffen, die in Pastell getaucht werden. So wie das Antikriegsdrama Wenn der Wind weht, dessen Zielpublikum sogar jenseits der 30 oder 40 liegen könnte, oder auch das symbolistische Mär Das letzte Einhorn, in dem der Fantasybackground für eine sehr komplexe, psychologisch feinfühlige Erzählung dient. Selbst Kinder- und Familienfilme wie Herrscher der Zeit, Feivel der Mauswanderer und In einem Land vor unserer Zeit dürfen – Don Bluth und Moebius sei Dank – in diesem Jahrzehnt ihre dunklen, tragischen und spannenden Momente, jenseits des Disney-Wohlfühlkinos besitzen und voll auskosten. Es gibt also eine Menge großartiger Trickfilme aufzuarbeiten. Viel Spaß mit Teil 1:

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts I

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Okay… machen wir uns nichts vor. Die 2000er sind DAS Jahrzehnt des Postrock. Hier wurden die Meilensteine produziert, hier erhielt das Genre seine endgültige Form und seinen endgültigen Charakter, hier machte es sich – wenn auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum – auf, die Feuilletons und Musikmagazine zu erobern. Dabei vergisst man allerdings sehr leicht, dass das Genre im Grunde genommen in den 90ern geboren wurde. Klar, wenn man besonders historisch sensibel ist, kann man die ersten Auswüchse im Postpunk der 80er oder gar im erweiterten Prog- und Space Rock der 70er ausmachen, aber die ersten richtigen Lebenszeichen zeigte diese Mischung aus Komposition und Redundanz, aus Monotonie und ekstatischen Eruptionen in den 90ern. In diesem Jahrzehnt entstanden Tortoise und wurden zu Legenden, in diesem Jahrzehnt durften Mogwai ihre ersten Gehversuche unternehmen, ebenso GY!BE und Sigur Ros, nicht zu vergessen die Genre-Prototypen von Talk Talk und Bark Psychosis. Ein guter Grund, sich die Apokalypse dieses Rockjahrzehnts genauer anzuschauen.

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Wie “Der beste Tag meines Lebens” von Kool Savas entstand – Interview mit den Clip-Regisseuren

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Unsere Rap-Chronologie liegt ja schon ein wenig zurück, aber auf “Bester Tag meines Lebens” haben wir uns irgendwie alle einigen können. Und ich persönlich zähle es noch heute zu den ästhetisch herausragendsten Rap- bzw. Musikvideos der 00er-Jahre.

Ich hatte das große Glück, dass sich die Regisseure des Videos, Niklas Weise und Matthias Freier, für ein Interview über die Entstehungsgeschichte des Clips bereit erklärt haben. Ich danke den Jungs sehr für ihre Kooperationsbereitschaft und: Mein Angebot, Euch dafür mit einer Pizza-Runde zu belohnen, steht immer noch!

Link zu dem Video

Ihr habt Videos für Smudo, Samy Deluxe und Kool Savas gedreht – also ganz offensichtlich eine Affinität zu Hip-Hop. Ist das der Sound Eurer Jugend oder seid Ihr eher durch Zufall mit der deutschsprachigen Rap-Szene in Kontakt gekommen?

Matthias: Ich habe immer viel Hip-Hop gehört, aber eher A Tribe Called Quest, The Goats, Pharcyde, Freestyle Fellowship etc. Mein erster Kontakt mit deutschem Hip-Hop waren tatsächlich die Fantastischen Vier, die ich dann durch einen Job beim Fernsehen kennengelernt habe. Das war Anfang der 90er. Als deutscher Hip-Hop Mitte der 90er explodierte, war ich gar nicht im Lande, sondern in New York. Ich bin erst 2000 wieder nach Hamburg zurückgekehrt und habe dann für  Smudo das “Rudi”-Video gedreht. Das fand wiederum Samy Deluxe gut. So ging das bei mir mit den deutschen Hip-Hop-Videos los. Niklas und ich haben uns bei einer Produktion in Hamburg kennenlernt und auch er war eine Zeit in New York auf der selben Schule gewesen. Wir haben uns gleich gut verstanden und zusammen “Sneak Preview” von ASD und eben “Beste Tag deines Lebens” gedreht. Niklas hat wiederum die ersten Videos für Deichkind gemacht, aber das kann er ja selbst erzählen. weiterlesen