Kategorie-Archiv: Allgemein

Hier findet ihr alles, was in keiner anderen Kategorie fand. Simply the Rest eben…

king gizzard polygondwanaland

“Polygondwanaland” for free: King Gizzard & The Lizard Wizard machen uns zu Labelchefs

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4 Alben in einem Jahr. Die australischen Psychdelic-Rocker von King Gizzard & The Lizard Wizard wissen nicht wohin mit ihrer Kreativität und veröffentlichen das vierte Album in 11 Monaten (!).

Das so etwas nicht zu Lasten von Qualität geht haben sie mit “Murder Of the Universe” schon bewiesen und das dieser Veröffentlichungstakt kommerzieller Selbstmord ist dürfe auch klar sein. Es interessiert aber die Kollegen aus Down Under überhaupt nicht und Polygondwanaland wird nicht nur als freier Download heraus gegeben, sondern gleich das ganze Master.

“We do not own this record. You do. Go forth, share, enjoy”. Es kann sich also jeder über das Album verfügen wie er möchte und es auf auf seinem Label veröffentlichen oder nun ganz schnell gründen.

Hier spielt die Musik!

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Travis Scott reitet auf einem Riesenvogel #Emas

Ich gebe es einfach zu: Travis Scott finde ich persönlich ganz grauenhaft und beobachte ich eigentlich nur am Rande. Der Mann ist allerdings ein Superstar und reißt mal eben das Frauenfeld 2017 auseinander.

In der Größenordnung ist es dann ja selbstverständlich, dass er auf einem Riesenadler über das Publikum der MTV Awards gleitet. Auf einem Riesenadler, der auch noch einen Scheinwerfer in seinen Klauen hat. Wunderbare Over The Top-Performance, bei dem das wie immer schwache Songwriting dann auch egal ist.

Bildschirmfoto 2017-07-31 um 22.16.00

Jeanne Moreau in der Szene, die sie unsterblich machte

Die Szene stammt aus „Ascenseur pour l’échafaud“ („Fahrstuhl zu Schafott“) von Louis Malle aus dem Jahre 1958. Miles Davis hat die Musik zum Film improvisiert, wenn ich mich recht erinnere. Man sieht hier auch eine Szenerie, in der Moreau über eine befahrene Straße geht, völlig desinteressiert ob der Autos, unerreichbar, unberührbar, unzerstörbar. Diese Szene wurde dann von David Fincher 1999 in „Fight Club“ mit Helena Bonham Carter als Marla Singer geremixed.

Jeanne Moreau * 23. Januar 1928 – 31. Juli 2017

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Oh, hi… äh James! Erster Trailer zu „The Disaster Artist” ist da

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Heute erschien der erste Trailer von „The Disaster Artist” von James Franco, mit James Franco in der Hauptrolle, produziert von James Franco. Wem das bekannt vorkommt, der erinnert sich vermutlich an „The Room” von Tommy Wiseau, mit Tommy Wiseau in der Hauptrolle, produziert von Tommy Wiseau. „The Room” fehlt auf keiner Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten. Für viele ist es DER schlechteste Film schlechthin. Es ist ein regelrechter Kult um den Film entstanden.

James Franco will mit „The Disaster Artist” nun die Geschichte von Tommy Wiseau und seinen Film „The Room” erzählen, wobei Franco selbst Wiseau spielt. Mit dabei sind natürlich seine Buddies Seth Rogen und Zac Afron. Bryan Cranston, J.J. Abrams und Zach Braff spielen sich selbst. Auch Wiseau spielt eine kleine Rolle.

Ironie des Schicksals: Auf dem South by Southwest Film Festival konnte „The Disaster Artist” die Kritiker nicht nur begeistern, es ist sogar von Oscar-Nominierungen die Rede.

Lobend hervorheben muss man an dieser Stelle mal wieder die Independent-Produktionsfirma A24, die 2012 gegründet wurde und seitdem konstant großartige Filme abliefert. Zum Beispiel „Spring Breakers” „Room” „The Witch” oder „Swiss Army Man”. Mit „Moonlight” hat A24 sogar einen Film produziert, der 2017 mehrfach mit dem Oscar prämiert und mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Wer wissen will, was sich hinter „The Room” verbirgt, nichts, dem sei nachdrücklich diese Nostalgia-Critic-Episode ans Herz gelegt.

Literarische Klassiker, nacherzählt von Jan Böhmermann und der bildundtonfabrik

In die Sommerpause verabschiedet sich das „Neo Magazin Royale” mit vier Kurzfilmen, mit denen sie Klassiker der deutschen Literatur nacherzählen. Das mit „Letzte Stunde vor den Ferien” betitelte Projekt ist eine kaleidoskopische Melange an Literatur- , Popkultur- und Film- und Fernsehzitaten, das selbstreferenzielle Pirouetten dreht und auch ein bisschen sozialkritisch ist. Herausgekommen sind dann so tolle Lines wie:

„Dieser medienreferenzielle Kram interessiert außerhalb der Sparte niemanden.”

 

aus Böhmermanns „Faust”, den Ihr Euch hier anschauen könnt:

Oder noch besser, wenn es in „Effi Briest” plötzlich heißt:

Instetten: „Ich saß zwei Stunden im Knast und du hast mich nicht rausgeholt. Ich verstoße dich.”

Effi: „Ab wann gilt das?”

Instetten: „Das tritt… nach meiner Kenntnis, ist das sofort, unverzüglich.”

Effi: „Gut.”

Instetten: „Das Kind bleibt bei mir, denn Hauptsache Alessio geht’s gut.”

 

„Die Verwandlung” ist so gut getroffen! Kafkas Themen Fremdheit und Vaterkonflikt treffen auf eine Version von Ekel-Alfred, der aus einer RTL-Doku-Soap zu stammen scheint. Großartig.

Shut up and take my money – Brille die reale Realität zeigt

Ich bin viel zutiefst davon überzeugt, dass das der nächste heiße Scheiß wird. Gleich mal ein paar NHL-Aktien ordern.

Irgend so eine skandinavische Firma namens Naturskyddsföreningen werkelt wohl schon etwas länger an dieser Technologie und hat bereits 2016 eine Brille entwickelt, die sogar Natural Reality geht. Krasse Grafik.

Joseph Nicéphore Niépce

Die 100 einflussreichsten Fotos aller Zeiten

Man mag es kaum glauben, aber Menschen fotografieren bereits seit 190 Jahren. 1826 (nach anderen Angaben 1827) entstand mit „Blick aus dem Arbeitszimmer” von Joseph Nicéphore Niépce die älteste erhaltene Fotografie. Niépce selbst bezeichnete sein Verfahren als Heliographie. Die Belichtungszeit der mit Asphalt beschichteten Zinnplatte betrug damals noch mehrere Stunden. Das Ergebnis war ein grobkörniges Bild, das mehr an die Kulissen eines expressionistischen Stummfilms erinnert als an ein „Abbild von Realität”:View_from_the_Window_at_Le_Gras,_Joseph_Nicéphore_Niépce

Das Time Magazin hat nun weltweit Geschichtswissenschaftler, Fotoredakteure und Kuratoren befragt, welches sie für die einflussreichsten Fotografien der bisherigen Menschheitsgeschichte halten. Zusammengekommen ist dadurch eine Auswahl an 100 Fotografien, die man sich hier anschauen kann. Außerdem wird zu jedem Bild erzählt, wie es entstanden ist und warum es eine so bedeutende Rolle gespielt hat und nach wie vor spielt.

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Hörenswertes: Biffy Clyro, The Avalanches, Gone Is Gone, Billy Talent, Owen, Dinosaur Jr, Blossoms, Roosevelt

 

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Während ich die Einleitung schrieb hat Frank Ocean sein neues Album für dieses Wochenende angekündigt und überhaupt war ich der festen Überzeugung im Sommer keine Rezension schreiben zu müssen.

Ist es vielleicht schon die vielbeschworene Krise, von der alle immer reden und ist der Sommer schon so doof, dass man schon die Releases auf die Zeit vorverlegt, wo Leute doch lieber draußen grillen.

Egal, als Musikliebhaber nimmt man natürlich alles mit und hey, die Avanlaches melden sich zurück, Biffy Clyro leider auch. Gone is Gone, Billy sein Talent auch irgendwie. Blossoms bedienen sich gleich mal ausgelutschter Ideen, anstatt selber noch mehr falsch zu machen. Immerhin kann Roosevelt die Ehre der Jungmusiker rettet und zaubert ein wirklich frisches Dance-Album und ein versöhnliches Grinsen auf das Gesicht des muffeligen Kritikers.

Ach so, gerade kam noch die Beginner rein…

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Hörenswertes: James Blake, Garbage, Tom Odell, Gallant, Spain, YG, Red Hot Chilli Peppers, Blink 182

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VÖ. Was war das noch für ein Moment in grauer Vorzeit, als man sich noch den Termin rot in den Kalender strich. Man band sich gar ein feistes Leibchen um und hüpfte strahlend in den nächsten Saturn, wo ein damals schon unmotivierter Mitarbeiter erst einmal an zehn andere Kollegen verwies. Der älteste und am schlechtesten gelaunte schaute dann in den PC, vertippte sich zehnmal und meinte dann: “Nä, haben wir nicht.”

Heute ist das alles vegane Wurst. James Blake haut einfach ohne Ankündigung raus, Radiohead und Beyoncé auch. So, dann hörte ich also mal mit Verzögerung in das Blake-Album rein und stellte fest: Gallant ist fast noch besser und in den Staaten schon richtig groß. Der nächste Frank Ocean mindestens. Spain machen seit den 90ern solide Arbeit, Garbage zum Glück auch wieder und YG klingt, als ob er eben nicht in den 90ern geboren wäre, sonder als habe er sie bereits miterlebt.

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Die 00er Jahre: Die besten elektronischen Alben des Jahrzehnts II

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So, wieder ein Schritt weiter in der Retrospektive über die elektronischen 00er. Zwei DJs spielen Rendes-Vouz, irgendwann in den frühen 80ern. Ja dieses Bild passt zum Electrocash der 00er Jahre, der das zaghafte 80er-Revival konsequent weit führte. Justice nahmen die Abkürzung zu den 90ern und gaben der Electro-Gemeinde anbetungswürdige Boller-Musik, Hot Chip versöhnten Soul und Keyboards, Fennesz war eher für das Chillen danach und für die Avalanches brauchte man sogar einen Psychiater.

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Robert De Niro als Travis Bickle.

Darum… ist Martin Scorseses “Taxi Driver” so einzigartig – Ein Video-Essay von Jacob T. Swinney

Als ich zwischen 14 und 16 Jahre alt war, stieß ich im Fernsehen auf einen bereits laufenden Film. Die Bilder wirkten seltsam neu, modern, aber die Leute trugen alte Kleidung und die Autos waren auch aus der Zeit gefallen. Blick in die Fernsehzeitung. “Taxi Driver”. Ich hatte bereits davon gehört, an dem soll irgendwas dran sein. (Schulhofgespräche, vermutlich ging es um viele Tote und Krassheit.) …
Diese Bilder, Massenszenen in einer Großstadt, Gedränge, hupende Autos, Stau, satte Farben. Das war alles so, als wäre der Film gestern gedreht worden, nur dass die Leute diese alten Jacken, Hosen und Schuhe trugen. Mir wurde klar, dass ich gerade an etwas ganz großem Teil habe, an Filmkunst. Das war besser als Jean-Claude Van Damme und dieses Actiongedöns.
Jacob T. Swinney gibt in diesem Video-Essay Einblick in die erzählte Welt, die von der Kamera erschaffen wird. Mit ihren Bildern, Bewegungen, Fahrten, Perspektiven und Farben, erzählt sie den ganzen Film über von Travis’ (Robert De Niro) Innenwelt. Ganz ganz groß.

The Eyes of TAXI DRIVER from Fandor Keyframe on Vimeo.

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Ende Neu Teil 1: Abschied

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Vor dem Neuanfang bedeutet zugleich Abschied. Abschied von alten Gewohnheiten, Kollegen und von einem Ort. In meinem Fall kommt leider noch eine sehr traurige Komponente dazu: Der Tod meines Vaters. Er ist friedlich am 25.April verstorben und muss sich nicht mehr weiter für seine Familie quälen; er selber sehnte sich schon länger, von der schweren Bürde der Krankheit und des Alters erlöst zu werden.

Ich bin nun 37 und eigentlich sollte 2016 das Jahr werden, in dem ich meinen Träumen von einer besseren Zukunft nachgehen wollte. Doch erstmal legt sich die Gegenwart wie Schlange um einen und erdrückt, beziehungsweise bedrückt so, dass man erst einmal kaum Luft bekommt. Ich habe in letzter Zeit das neue, sehr gute Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre gelesen; diese Hommage an das Durchhalten und vor allem Udo Lindenberg bringt mich nun zu diesem Song. Ich kann gar nicht einmal behaupten, dass ich großer Udo-Fan bin oder war, aber wie mein Vater ist er eben schon immer da gewesen.

Durch die schweren Zeiten ist ein melancholischer Song, der am Schuss doch viel Hoffnung auf eine bessere Zeit gibt. Dabei habe ich derzeit nicht einmal eine Ahnung, wie die aussehen soll. Ich war 14 Jahre in einem falschen Leben, an das ich mich ekelhaft gewohnt habe und muss tatsächlich mit Ende 30 zu mir selbst finden, zu dem was ich eigentlich bin und was ich kann. Dazu fällt mir momentan erschreckend wenig ein, gerade das Können ist schwierig.

Ich habe keinen hohen Schulabschluss, habe mich zwar hier und dort ausprobiert, aber Perspektiven für einen Lebensunterhalt wirft das wenig bisher wenig auf. Schreiben wäre eine Sache, aber nach meiner Einschätzung ist das Talent vielleicht noch nicht groß genug, um es mal wirklich zu etwas zu bringen.

Ich schaue mich im Netz um und erkenne, das wird ein harter Weg, wenn ich es wirklich als freier Autor probieren will. Doch so viel mehr kann ich nicht. Es steht noch eine Möglichkeit als Fotograf an, aber auch hier fehlt mir das Spezialthema. Kurzum: Ich bin derzeit sehr unsicher und gerade erst habe ich eine Bezugsperson verloren.

Ich werde die nächste Zeit öfter einen Ende-Neu-Artikel schreiben. Ob es jemand liest? Keine Ahnung, aber es ist für mich wichtig und hoffentlich auch Teil einer Problemlösung, auch für den ein oder anderen Leser, der in einer ähnlichen Situation steckt.