Die MS Stubnitz braucht Hilfe

Die ehemals zur DDR-Hochsee-Fischfangflotte gehörende MS Stubnitz ist seit mehr als zwanzig Jahren eine mobile Plattform für Kulturveranstaltungen aller Art: Live-Musik, Performances, Austellungen etc. Um ihre Betriebsgenehmigung zu erhalten muss das Schiff im Trockendock inspiziert und nötigenfalls instand gesetzt werden. Dafür brauch die Crew noch ein wenig finanziellen Support. Den könnt ihr über die Crowdfundingseite Nordstarter spenden. Zwischen der Aufrechterhaltung des Kulturbetriebes und der Verschrottung liegen keine 5000 Euro mehr.

 

Don Hertzfeldt und der Simpsons Couch Gag

Erinnert sich der ein oder die andere noch an Don Hertzfeldt, der für seinen genialen Animation-Short “Rejected” einen Oscar bekam? Nein? Schade… Er hat mal einen Blick in die Zukunft der Simpsons geworfen. Siehe oben. Ach ja, und “Rejected” ist ein mustsee! Also:

via Polygon

Wenn eine Fassade zur Tanzfläche wird – Waltz on the Walls

Zum ersten Mal im Leben finde ich, dass Tanz echt verdammt schön aussieht! Wenn man Michael Jacksons und Christopher Walkens Moves außer Acht lässt. Schwerkraft, Seile und Perspektive verleihen den Bewegungen Amelia Rudolphs und Roel Seebers so viel mehr Poesie, als Jennifer Grey jemals besaß. Hat was von einem 70er Martial-Arts-Film, bloß ohne Haue. Ich frage mich ob Batman irgendwann auftaucht.

Via KFMW

Bryan Cranston und das One-Man-Baseball-Drama

Bryan Cranston macht mal wieder Großartiges. Er übt sich in einer neuen Herausforderung: ein Ein-Mann-Bühnenstück, dass eine Baseballsaison nacherzählt. Na ja, zumindest tut er so, in dieser Werbung für die Major League Baseball. Mr. Cranston zu verpflichten ist keine ungeschickte Werbestrategie. “Geht viral” sagt die Werbeagenturkarrikaturstimme in mir. Zu Recht! Man erfreut sich an Cranstons sich selbst  nicht ernstnehmenden Spiel und verdammt nochmal: Man schaut freiwillig Werbung! Man schaut freiwillig Werbung zu Ende! Man schaut freiwillig Werbung für Baseball zu Ende! Und man macht das gerne!

via Bryan Cranston on Facebook

Nude Portraits von Trevor Christensen

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Der ausgezeichnete Fotograf Trevor Christensen dekonstruiert das Paradigma der Nacktfotografie auf denkbar simpelste, dafür aber umso effektivere Weise. Auf seinen Bildern der Serie Nude Portraits ist nicht das fotografierte Objekt nackt, sondern der Fotograf selbst ist es. Bleiben die üblichen Fragen: Inwiefern spiegelt sich die Nacktheit Christensens in den Gesichtern der von ihm Fotografierten wider? Sind diese Fotos ein Aufschrei gegen das Ungleichgewicht zwischen Darstellendem und Dargestellten, das in der (Akt-)Fotografie grundsätzlich vorherrscht? Oder fordert Christensen in den Fotos unseren inneren Voyeur heraus, der genau in diesem Moment viel lieber wüsste, was hinter der Kamera vor sich geht? Anyway, tolles Konzept, tolle Bilder. Bitte mehr davon!

As a photographer I’m deeply interested in the experience subjects have during portrait shoots. When I guide subjects through the process of making their photo, I seek to create a calm, comfortable environment where they can be at ease in front of the camera. Despite my best efforts, subjects often feel a sense of vulnerability during the process. No matter the scenario, this power imbalance seems like an almost inescapable part of the experience.

The photographer/subject paradigm is one of inequality. Nude Portraits is about leveling the playing field in an unorthodox way. Instead of focusing on bringing the subject to a place of ease, where I am, this project brings me to a place of vulnerability.

This vulnerability is achieved by making portraits without clothing. These are nude portraits in the sense that I, the photographer, am nude, while the subject is not.

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Nude Portraits Fictionist

Nude Portraits by Trevor Christensen via Nerdcore

Polaroids aus der Zwischenwelt

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Schnappschüsse zwischen Nirwana, Selbstentfremdung und wohl temperiertem Schauer von der Fotografin Kathy Rankin. Some incredible Stuff!

I’ve always been interested in the human condition~fear, anxiety, isolation, the unknown as well as dreams, and I use self-portraiture as a means to explore these issues.

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Mehr davon gibt es in ihrem Flickr zu bestaunen. (via the only magic left is art)

Filmabriss: Only Lovers Left Alive, Grand Budapest Hotel, Der Schaum der Tage, Das jüngste Gewitter

Only Lovers Left Alive (screenshot)

Filmaufriss, könnte ich auch titeln, da wir einen analytischen Blick auf (bzw. in) jüngere Filmwerke werfen werden. Filmästhetik und Erzähltechnik stehen da ebenso im Fokus wie philosophischer Gehalt. Da ich wenig Sinn darin sehe über irrelevante Filme zu schreiben, kann ich schon im Vorhinein alle hier behandelten Titel uneingeschränkt empfehlen. Have some fun.

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Full Nerd Jacket: D4nny und die Transzendenz des Pops, oder: Kritik der reinen Popmusik

Ich mag Pop. Aber nur wenn er so gut ist wie Pokerface oder call me maybe. Und ich mag D4nny. Weil er die Quintessenz des Pops ist.  weiterlesen

The Grand Sausage Pizza – Wenn Wes Anderson einen Porno drehen würde

Mir fällt auf die Schnelle kein anderer Regisseur ein, dessen Porno ich lieber sehen würde… Die Coens? Was gut ist für die Kunst, kann der Tod des Sexes sein. Sie würden nur das Nicht-Zustande-Kommen des Koitus dokumentieren, oder schlimmer: Maschine never-cum – Der Lerlauf. Christopher Nolan? Würde das Vorspiel drehen und dann in die Imagination eines der Protagonisten abdriften, wie er/sie sich erinnert an einen anderen Akt, mit jemand anderen, der/die sich erinnert an einen anderen Akt, mit jemand anderen der/ die sich erinnert an einen anderen Akt, mit jemand anderen … Paul Thomas Anderson? Würde das Zustandekommen des Aktes und alles, was währenddessen passiert beschreiben, aber nicht den Akt. (Boogie Nights) Lars von Trier? Check. Michael Bay? Standard Porno nur mit mehr Bukkake und zerfickten Städten und am Ende würde er eine sehr gute schlechte Erklärung dafür haben, warum riesige Roboter ejakulieren. Alfred Hitchcock? Würde den acht Millimeter Film aus “8mm” drehen. David Lynch? Würde Alfred Hitchcock aufnehmen, wie er den acht Millimeter Film aus “8mm” dreht. James Cameron? Würde eine stereokopische intravaginale Kamera erfinden und anfangen nur aus dieser, vaginalen Perspektive zu drehen, würde dann von Gaspar Noé überrascht und verprügelt werden, der dann seinerseits die Vergewaltigung von James Cameron aufnehmen und es schaffen würde, das als Kunst zu verkaufen. David Cronenberg? Würde die Penetration mit allen möglichen Gegenständen zulassen, insofern sie nicht fleischlich sind und dann den Zuschauer das Fleischliche in das Künstliche hineininterpretieren lassen. Tarkowski? Fände der Akt in einem Garten statt, würde er bei Bildern vom Garten verharren und dabei schaffen eine existenziell guten Fick mit sich im Wind bewegenden Baumzweigen und Blumen zu erzählen. Ingmar Bergmann? Würde den Akt erzählen lassen, wobei es unerheblich wäre, ob es jemand erzählt der aktiv dabei war, oder nur zugesehen hat, es wäre auf jeden Fall erotisch (Persona). Scorsese? Würde auf jeden Fall Sex drehen, aber entweder Jesus oder Mafialeute dabei zusehen und den Akt kommentieren lassen. Ja, also auf die Schnelle fällt mir wirklich kein besserer Regisseur dafür ein.

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Typ fährt Achterbahn und schaut dabei mit der Oculus Rift eine virtuelle Achterbahnfahrt

Um den Gedanken aus meinem kleinen Artikel zu Benoit Paillés GTA V Projekt, in dem er Fotohybride aus Virtuellem und Realem fabriziert, noch mal auf den Punkt zu bringen: Žižek über Deleuze, den er als Philosoph des Virtuellen ansieht:

Für Deleuze zählt nicht die Virtuelle Realität, sondern die Realität des Virtuellen (bei der es sich, Lacansch gesprochen, um das Reale handelt). Die virtuelle Realität an sich ist die relativ dürftige Idee, die Realität nachzuahmen, d.h. die Erfahrung der Realität in einem künstlichen Medium zu reproduzieren. Die Realität des Virtuellen hingegen steht für die Realität des Virtuellen selbst, für seine realen Wirkungen und Folgen.

In diesem Video ist dieser Gedanke umgesetzt: Das Virtuelle befiehlt dem Empfinden. Etwas, was laut Lacan, Deleuze und Žižek einfach passiert. Ihre Idee des Virtuellen ist dabei nicht die digitale Version, sondern die Idee eines transzendentalen Möglichkeitsraumes, der Entscheidungen, Gefühle und Erleben strukturiert. Oder, um es noch abgehobener zu formulieren: Das Transzendente, was im Grunde genommen dem Freudschen Unbewusten mehr als nur nahe kommt, ist die Bedingung, zumindest aber der Ursprung von Emergenz. (Die beiden anderen strukturierenden Momente sind das Imaginäre und das Symbolische. Žižek bedient sich ja dieser Terminologie des Psychoanalytikers Lacan, um damit über Philosophie und Popkultur zu sprechen. Wer Bock hat auf diese komplexen und so verdammt interessanteren Gedankengänge, dem/der sei Žižeks Vortrag über die Realität des Virtuellen ans Herz gelegt.) Im Zusammenhang mit diesen Ideen sagt das Video (sag ich, dass das Video sagt): Menschen leben, das ist die Achterbahnfahrt, und währenddessen sehen sie etwas, von dem sie meinen, dass es so sein soll, so sein muss, so sein darf, nicht so sein darf, das ist das virtuelle Bild. (Freudianisch: Über-Ich/ Es. Lacan ist noch komplexer. Dazu Žižeks Vortrag.)

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(Das Zitat stammt aus: Žižek, Slavoj: Körperlose Organe. Bausteine für eine Begegnung zwischen Deleuze und Lacan. Suhrkamp 2005. S. 13)

Wenn man hörte, was man sieht…

…und es wirklich gut meint! Youtuber Felix van Eltz kann es nur gut gemeint haben, als er Akkorde und Rhythmik dieser “Band” von dieser einen Blonden,… mit den Brüsten, das WM-Lied?, na egal… analysiert und die “Griffe” dann nachgestellt hat. So oder so ähnlich hätte diese “Sache” geklungen, wenn man die Instrumente angeschlossen hätte, sagt van Eltz. Ich befürchte, es wäre weitaus *kakophonischer,… wenn das möglich wäre.

Full Nerd Jacket: Fail Compilation – Inszeniertes Scheitern und Kapitalismus

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Ist inszeniertes Scheitern Scheitern? Ist es nicht vielmehr etwas Geglücktes? Ein Anti-Fail? Spiegelt sich dieses Verhältnis nicht im Kapitalismus wieder? Sind geplante Obsoleszenz und Börsenblasen nicht Sinnbild für dieses Verhältnis? Erfolgreiche Geldakkumulation auf der einen Seite und Arbeitslose, Armut und Schrott auf der anderen. In einem interdisziplinären und kulturtheoretischen Move blicke ich zunächst  auf das (nicht-) Versagen in Kunst und Kultur. Davon dann ableitend wird deutlich, dass das Scheitern nicht nur ein weit größeres Ausmaß hat als uns lieb ist, sondern darüber hinaus uns alle angeht, weil das Failen nicht selten systemimmanent ist.

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Jean-Claude Van Damme wäre beinah der Predator geworden

Vor der finalen Version des Predatorkostüms gab es eine Art, nun ja, Dr. Zoidberg(?)-ähnliche Version. Zu allem Überfluss war das Kostüm auch noch in rot gehalten, um in der Postproduction dann den Tarneffekt drüber zu legen. Van Damme gefiel das gar nicht, konnte er doch niemanden zeigen wie krass seine Martial-Arts waren. Stattdessen hüpft er in einem dämlichen Kostüm durch eine Urwaldkulisse. Aber seht selbst.

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Ulysses in zehn Stunden lesen?

Es gibt nicht so wenige Bücher, die ich noch lesen will. Ihr kennt das. Aber wann soll ich das alles machen? Das deutsch-amerikanische Startup spritz schafft da vielleicht Abhilfe. Beim Lesen geht die meiste Zeit für die Bewegung der Augen drauf. spritz umgeht diese Bewegung. Schaut euch nach dem Klick das Video an. Zweieinhalb Dinge sage ich auch dazu. weiterlesen