Alle Beiträge von Rinko Heidrich

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Die 90er Jahre: Die besten Emo-Alben des Jahrzehnts I

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Ach, tut doch nicht so. Wir hören doch gerade alle um die Winterzeit mal gerne in unsere alten sogenannten “Emo”-Alben der 90er. Die aus den 00ern aber dann doch nur in wirklich in sehr schwachen Momenten, oder?

In den 90ern hatte sich jedenfalls dieses Genre gerade erst aus dem Hardcore/Punkbereich etwas emanzipiert und war froh nicht mehr in den Moshpit mit den harten Jungs steigen zu müssen. Das Aussenseiter-Gefühl des Genre nahmen sie gerne mit, aber statt Testosteron-Gebolze thematisierten die Jünger dieses Subgenres ihr dysfunfktionales Seelenleben und ihre Unverständnis gegenüber der Gesellschaft.

Emorock der 90er hatte aber trotzdem noch genügend Wut im Bauch und kanalisierte diese in den Ausbrüchen zwischen melancholischen und traurigen Passagen. Als Grunge zu groß wurde und sich alles auf Eddie Vedder und Kurt Cobain stürzte, gab es für integre Kids mit Bands wie Jawbreaker oder Sunny Day Real Estate damit die willkommene Alternative zu dem immer kommerzieller werdenden Seattle-Sound, dessen Trittbrettfahrer viel von der ehrlichen Wut der Anfangstage wegnahmen.

Hier hatten wir wieder Gefühle und wenn ihr vergessen habt wie das damals war, kommen nun ein paar Bands, mit denen wir zusammen wütend und unverstanden waren.

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The World Through My Eyes – Surreale Gif-Art von George Redhawk

adam-martinakis

Geoge Redhawk ist blind, was untere anderem auch die Aufgabe seines Jobs zur Folge hatte.

In der einem Interview mit den Graphic Art News erzählt er von seiner Vision:

To create most of my .gifs, I am using a photo morphing software which I have been experimenting with, and perfecting over several years. Morphing software is designed to morph one photo to another photo, but a long time ago, I discovered that if I morph a photo to the exact same photo, I could get some pretty amazing movement out of it.
Following the loss of most of my vision, I began to explore this medium as a means to express the world through my damaged sight. My art is designed with the idea to challenge and in some cases, disturb the visual sense of ‘order’, very much in the same way that my vision has become a constant challenge to me. It is also for this reason I refer to my work as, The World Through My Eyes.

 

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Die Eagles Of Death Metal äußern sich zu dem Terror in Paris

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Puh. Ich bin ehrlich gesagt ganz schon mitgenommen und muss das Interview erst einmal sacken lassen.

Mögen die Eagles Of Death Metal und Jesse Hughes nicht so unbedingt meinen Geschmack treffen, aber hier sieht man eine Band die schwer traumtatisiert ist und komplett fernab von harten Rockstar-Posen versucht das Geschehene in Worte zu fassen.

Ich bin immer noch angekelt von diesem kranken Terrorakt und würde gerne was zu diesen “Jetzt reißen alle ein Fass auf, aber wenn in…”-Krakelern auf Facebook was sagen. Aber nee, das gönne ich euch nicht.

Mj

Michael Jackson vs. Michael Jackson in einem 16-Bit-Game

Mj

Wow, das fickt gerade mein Gehirn aber gründlich durch! In dem Combat Arena-Game Michael E. Michael bekämpft sich Michael Jackson selber und macht dazu crazy Moonwalk-Moves.

Sinn? Gar keiner! Spaß! Ja – zwar nur für maixmal 3 Runden – aber bis dahin hat mein kleines Nerd-Herz Purzelbäume geschlagen.

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beste

Wie “Der beste Tag meines Lebens” von Kool Savas entstand – Interview mit den Clip-Regisseuren

beste

Unsere Rap-Chronologie liegt ja schon ein wenig zurück, aber auf “Bester Tag meines Lebens” haben wir uns irgendwie alle einigen können. Und ich persönlich zähle es noch heute zu den ästhetisch herausragendsten Rap- bzw. Musikvideos der 00er-Jahre.

Ich hatte das große Glück, dass sich die Regisseure des Videos, Niklas Weise und Matthias Freier, für ein Interview über die Entstehungsgeschichte des Clips bereit erklärt haben. Ich danke den Jungs sehr für ihre Kooperationsbereitschaft und: Mein Angebot, Euch dafür mit einer Pizza-Runde zu belohnen, steht immer noch!

Link zu dem Video

Ihr habt Videos für Smudo, Samy Deluxe und Kool Savas gedreht – also ganz offensichtlich eine Affinität zu Hip-Hop. Ist das der Sound Eurer Jugend oder seid Ihr eher durch Zufall mit der deutschsprachigen Rap-Szene in Kontakt gekommen?

Matthias: Ich habe immer viel Hip-Hop gehört, aber eher A Tribe Called Quest, The Goats, Pharcyde, Freestyle Fellowship etc. Mein erster Kontakt mit deutschem Hip-Hop waren tatsächlich die Fantastischen Vier, die ich dann durch einen Job beim Fernsehen kennengelernt habe. Das war Anfang der 90er. Als deutscher Hip-Hop Mitte der 90er explodierte, war ich gar nicht im Lande, sondern in New York. Ich bin erst 2000 wieder nach Hamburg zurückgekehrt und habe dann für  Smudo das “Rudi”-Video gedreht. Das fand wiederum Samy Deluxe gut. So ging das bei mir mit den deutschen Hip-Hop-Videos los. Niklas und ich haben uns bei einer Produktion in Hamburg kennenlernt und auch er war eine Zeit in New York auf der selben Schule gewesen. Wir haben uns gleich gut verstanden und zusammen “Sneak Preview” von ASD und eben “Beste Tag deines Lebens” gedreht. Niklas hat wiederum die ersten Videos für Deichkind gemacht, aber das kann er ja selbst erzählen. Weiterlesen

Schreinachliebe

Aktion Arschloch – Schrei nach Liebe von den Ärzten zurück in die Charts!

Schreinachliebe

Es hat ja nach meinen Geschmack schon zu lange gedauert, bis sich endlich Bands gegen den Wahnsinn in unserem Land positioniert haben und bei der einen oder anderen Band hat es schon ein gewisses Geschmäckle, dass sie sich erst jetzt dem Gegenwind für rechte Arschlöcher anschließt oder leider immer noch schweigt, wo man sich sonst moralinsauer zu erkennen gibt.

Okay, aber bevor Deutschlands Lieblings-Blondie Helene Fischer irgendwann auch noch mit auf den Zug aufspringt, können wir doch in der Zwischenzeit, und in Abwesenheit einer Alternative, den leider wieder topaktuellen Song “Schrei nach Liebe” wieder als Statement zurück in die Charts bringen, oder?

Die Aktion Arschloch erklärt das hier noch einmal ganz genau wie das geht, also gibt es einfach keine Ausrede mehr.

Also lasst Itunes, Youtube und Google Play glühen…Auf jetzt!!! Momentan ist Schrei nach Liebe schon auf Platz 1 der Google Play-Charts und immer mehr Radios und Blogs schließen sich an.

Greetings from Mars

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Ähm, das ist glaube mein erster Artikel seit einer langen Zeit. Gründe? Ja, keine Ahnung. Die Bocklosigkeit der Community auf Interaktion, die fortschreitende Scheißigkeit des Web so allgemein oder das Wetter.

Ich war ja auch schon fast davor Feedly endgültig zu begraben und da tauchen diese Fotos vom “Mars” im Urlaubsfoto-Style auf. Eine sehr schön Idee von Julien Mauve und weder übertrieben wie diverse Grüße aus Tübingen etc.-Karten, sondern ästhetisch umgesetzt.

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Deutschrap und so #30: Afrob – Reimemonster feat. Ferris MC

Oh Baby ja, verdammt nochmal ja!!! Ist das ein verdammter Klassiker des Deutschen Hip Hop oder was? Das Sirenensignal am Anfang des Tracks hätte es gar nicht gebraucht, um das hier wohl zu dem Hit von 1999 und zum absoluten Tanzboden-Killer zu machen. Sehr schön übrigens auch die Reaktion von Ferris MC, der beim Beats for Life nur noch ungläubig ins Publikum starrte, als eine komplett euphorisierte Menge jede Zeile des Songs auswendig konnte und damit klar machte, dass eine neue Zeitrechnung im der deutschen Musikhistorie begonnen hatte.

Afrobs leicht heisere Stimme und Ferris MC krächziges Organ harmonieren jedenfalls perfekt, und es ist einfach toll, wie sich die beiden auf dem geilen DJ Thomilla-Beat längst zum Kult gewordene Lines wie “Jo, macht euch locker, denn dieser Sound haut euch vom Hocker/Sowas habt ihr nie gesehen, sowas machen Hip-Hopper” um die Ohren hauen. Jepp, gehe ich mit…denn damals war Indie-Rock (mal wieder) am Boden und Nu Metal erst noch auf dem Sprung der nächste dominante Sound der Jugendkultur zu sein.

Amazon Prime Day: Kleiner Update-Thread mit Fire Stick und Musik-Deals

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Ich bin ja kein großer Fan von so Kommerz-Events, aber ein paar nette Sachen konnte ich dann doch entdecken.

Ihr müsst allerdings Prime-Kunde sein oder werden, um in den Genuss dieser Blitzangebote zu kommen..

Hier schon mal eine kleine Auswahl, die ich immmer updaten werde. (zwischendurch enden Angebote):

Fire Amazon Stick (habe das kleine Dingen zu Hause und nutze zwar nicht Amazons eher dürftigen Prime-Katalog an Serien und Filmen, aber die Netflix-App funzt ohne Probleme)

To Pimp A Butterfly

Kraftclub – In Schwarz

Nevermind (Remastered – Limited Super Deluxe Edition)

At the BBC

Blur – The Magic Whip

Deichkind – Niveau Weshalb Warum

The Beatles-Rubber Soul [Vinyl LP]

Haftbefehl – Russisch Roulette (Deluxe Edition)

KInfs Of Leon -The Collection Box

The Cure – Join the Dots (New Version)

Lady Gaga – Born This Way – The Collection

Ocean Colour Scene -Marchin’ Already (Limited Super Deluxe Edition)

The Rolling Stones Collector’s Box

Ben Howard- I Forget Where We Were

Die Ärzte Live – Die Nacht der Dämonen (3 CDs)

So, ich mache mal Pause! Fazit bisher: Wer 50 % auf Waschmittel braucht oder sich über 15 % Rabatt auf eine Box von 105 Cd´s freuen kann darf sich den Amazon Prime Tag neben Weihnachten in seinen Kalender dick anstreichen. Ich bis bisher übrigens 100% gespart, weil ich gar nichts gefunden habe. Wo bleiben die Vinyl-Angebote?

Deutschrap und so #27: Skills en Masse – Wie wir

Meli, mit bürgerlichen Namen Melanie Wharton, war Teil der Kolchose, dem hier bereits angesprochenen Kollektiv aus Stuttgarter Künstlern.

Gerne als Feature-Gast gebucht konnte man sie bereits in dem Video zu Afrobs “Einfach” bewundern, in dem sie mit selbstbewusster Attitüde und weniger durch dümmlichen Barbie-Look auffiel.

Ich wünschte, ich könnte neben dem Projekt Skills en Masse auch das gleichnamige Solo-Album von ihr abfeiern, aber das war leider wieder ein vergebene Chance, den deutschen Female Rap voran zu treiben, und was die mittlerweile bildhübsche Dame heute macht könnt ihr dann hier nachlesen.

Mit ihrem Brudern Marcy war ihr jedenfalls 2001 ein wunderschöner Beitrag auf dem Kopfnicker-Sampler ihres Labels geglückt, bei dem mir natürlich am eindrucksvollsten die Line “Alle Kanaken alle Schwarzen sehen aus wie wir/ Alle Menschen mit Schmerzen sehen aus wie wir” hängen geblieben ist, eine Line, die perfekt den den melancholischen Grundton des Songs wiedergibt. Rap mit Botschaft, jenseits von Bro-Style, wird eben nie langweilig. “Wie wir” ist nach wie vor ein Klassiker, den ich immer wieder gerne aus dem Archiv hole.

Melis leicht gelangweilter und angepisster Style war eine enorme Bereicherung, und wie gerne hätte ich sie wie Nina MC als gereifte Künstlerin erlebt, doch beide verabschiedeten sich leider nach kommerziell wenig erfolgreichen Debüt-Alben aus dem Biz.

Deutschrap und so #25: Döll – Weit entfernt

So, kommen wir mal nach dem heftigen Nostalgie-Trip meiner letzten Artikel, der immer wieder auch meinen Geschmack etwas beeinflusst, in der Gegenwart an. Deutscher Rap entwickelt sich ja, nach der Übernahme der Muskel-Rapper in den 00er-Jahren, mittlerweile wieder in die Breite, und so kommt wieder auf jeden IschfiggedeinäMuddah-Output zum Glück ein deeper Track.

Weit entfernt ist ein wirklich schönes Ding von Döll, der mit Mann im Mond eigentlich noch einen zweiten Kracher im Repertoire hat, aber mir gefällt der von Dexter produzierte “Weit entfernt”  halt noch besser.

Ich bin ja eh für ein Revival von deepem Rap, der mich zum Nachdenken anregt (gerne auch auch von Haftbefehl) und gegen diese Dümmer-als-der-Türsteher-Soße, die gerade am Niederrhein wohl enorm angesagt ist und auch noch mit Platz 1 in den Charts belohnt wird. Es hat schon seinen Grund, warum hier Doubletime-Gewichse von Kollegah nicht auftaucht, weil der Mann wohl weniger an guten Lyrics als viel mehr an dem Aufbau seines Trainingsprogramms interessiert ist.

“Weit entfernt” beschreibt jedenfalls die Sehnsucht, raus aus den zu eng gewordenen Raum, raus aus dem mitunter selbst gewählten Unmündigkeit, und das Streben nach Abenteuer. So war Hip Hop mal gedacht: Als Sender von Texten, der sich in den Köpfen der Leute festsetzen. Ach so, und Dexter hat das mal wieder astrein produziert!

Deutschrap und so #23: Kool Savas – Der beste Tag meines Lebens


Das ist eigentlich die Baustelle von Marcus. Kool Savas war ja schon im Berliner Untergrund untwegs, da habe ich noch schön in Heidelberg dessen Hassfigur Torch geliket und dessen immer noch tolles Album “Blauer Samt” in Dauerrepeat gehört.

So ab 2002 war mir das dann aber zu öde. Savas hatte den Ruf ein besonders krasser Battle-Rapper zu sein, und so war ich sehr gespannt als sein Video “Haus und Boot” eines Tages auf MTV Neu angekündigt wurde. Das war dann aber überhaupt nicht krass und als dann noch eine Frau (die doch ziemlich nervige Valeszka) böse in die Kamera schaute war ich erstmal bedient, da ich derben Testeron-Rap wie Pimplegionär erwartete.

Das Thema mit King Kong Savas wäre also eigentlich direkt erledigt gewesen, wenn nicht die zweite Single “Bester Tag meines Lebens” alles umgeworfen hätte, was ich bis dato an Hip Hop gesehen hatte. So unfassbar ästehtisch in Bild und introspektiv In Wort  hatte ich bis dahin noch nie die den Alltag im Plattenbau gesehen: Die Lyrics, die Savas als gereiften MC mit Message zeigten, führten auch bei mir zum Umdenken.

Das war ein vollkommen neues Niveau an Sprachkunst im Rap und eine andere fasznierend schön-kaputte Welt, dir mir zwar Bushido ein wenig später dann auch bringen sollte, allerdings nicht annähernd so tiefgehend im Kontext “Kunst” verwurzelt.

“Glaub nicht, jeder ist gegen dich und ein Hindernis,
sei nett und bescheiden, korrekt und fleißig und du kannst alles erreichen.
Hör auf zu zweifeln, denn gestern ist Vergangenheit und morgen ein Rätsel,
doch heut vielleicht noch der beste Tag deines Lebens.”

Was kann man einem unsicheren jungen Menschen in seiner Adolszenz mehr mitgeben als diese tollen Lyrics? Danke dafür  Savas!