Deutschrap und so #6: DJ Tomekk und Grandmaster Flash – 1, 2, 3, Rhymes Galore

Wie gesagt grob chronologisch…ein Jahr bevor Dynamite Deluxe mit “Wie Jetzt” unsere Aufmerksamkeit bekommt, erscheint DJ Tomekks “1,2,3, Rhymes Galore”, dessen Hook, gerappt vom quietschigen Flavor Flav, auch instant zu nem weirden Ohrwurm wird: “1,2,3 from New York to Germany”. Bei diesem Track habe ich zum ersten mal das Gefühl, dass HipHop was Großes ist. Diese Kollabo mit den beiden von Public Enemy, Afrob, MC Rene, das Amerikanische vereint mit dem Deutschen, das dynamische Video, schnelle Schnitte, das Malen, das Breaken der B-boys, Scratchen, Auflegen, Zeitraffer … brachten Hip Hop als das rüber, was es für Hiphopper war, ein Movement, eine lebendige Kultur voller Energie, ein Lebensgefühl. So zumindest sieht sich Hip Hop gerne selbst. Auf jeden Fall war es viel einladender als das, was den deutschen Jugendlichen in den Neunzigern vorgereimt wurde. Neunziger Rap-acts sind geschniegelte, abgerundete Produkte, bereitgemacht für den Konsum. Das hier aber zieht einen regelrecht hinein, vermittelt den Eindruck, dass man daran teilhaben könnte, was natürlich an der Videoästhetik liegt. Kurz: Die Musikindustrie hinter Hip Hop ist in diesem Track durch eine ästhetisierte Ideologie (Spaß, Breakdance, Graffiti) unsichtbar gemacht worden.

Am coolsten finde ich tatsächlich den Part von Rene, die schräge Stimme, der Flow, der Singsang, das war ungewöhnlich. Er wird ja dann später Mixery Raw Deluxe auf VIVA moderieren und, ich weiß nicht warum, in Auseinandersetzungen geraten mit Azad, Savas und Eko Fresh, unter der seine Karriere leiden wird. In den letzten Jahren hat Savas in Interviews wiederholt die Vermutung geäußert, dass er Renes Karriere beendet hätte. Ich glaube viel mehr, dass die neue Musik, die immer lauter aus Berlin herausdrängt, ein authentischeres*, echtes und dadurch lukrativeres Angebot gemacht hat. Die haben halt, mehr oder weniger, gesprochen wie wir und King Kool Savas hat dieses Sprechen mit Technik, Witz und einem Flow kombiniert, dem man sich nicht entziehen konnte. Das echte Berlin was calling. Im Video ist übrigens auch Specter zu sehen, der dann später mit Spaiche und Halil das Label Aggro Berlin gründen wird, welches sich diese Streetattitude zu eigen macht. Ein wichtiger Schritt in der deutschen Rapgeschichte.

Nice Read: Breaking Bad und Neoliberale Ideologie

breakingbad_neolineralism

Foto gefunden bei http://knusprig-titten-hitler.tumblr.com/post/121502117574

Großartiger kleiner Text von Raluca Enescu über Walter White als neoliberales Subjekt. Sie exemplifiziert an und mit ihm die Narrative des Neoliberalismus und gibt damit eine schöne kurze Einführung in dieses Thema. Dabei fällt mir eine Pointe ein, mit der ich Frau Enescu natürlich nicht gerecht werde, weil es in dem Text gar nicht explizit darum geht, aber: Die neoliberale Ideologie sagt soviel wie: Das was Griechenland jetzt machen muss ist, ganz viel Crystal Meth kochen.

Hier der besagte Text via decodedscience.com! (Englisch)

Scheiden tut weh – Berühmte Philosophen machen Schluss

 

What are we even doing anymore? With every passing day, you grow more isolated from your labor. We have not made love in over a month, even after I was cured of that rash, and was so certain that we would celebrate appropriately. I demand justice from this bourgeois hand-job hell they call “relationships.”—Karl Marx

 

Drüben beim NewYorker.com (via) gibt es eine kleine Auswahl an Trennungsbriefen, die berühmte Philosophen bestimmt geschrieben hätten.

Deutschrap und so #1: Dynamite Deluxe – Wie Jetzt

Ja genau. “Wie jetzt?” dachte ich, als Flo mir, genauer uns in einer Skypesitzung den Vorschlag unterbreitete eine Trackserie mit deutschen Rapacts zu machen, so als Bestandsaufnahme, meinte er. Ich so: “Alter, auf die Idee wärst du besser schon letztes Jahr gekommen. Eigentlich wollte ich mit dem Thema durch sein. Für mich ist das alles nur noch ne Schwemme, ein Überangebot, das mir ziemlich auf den Sack geht.” Grundsätzlich: Flo und Hip Hop, das ist so wie … halt zwei Dinge die einfach nicht zusammenpassen. Im Grunde war aber die Idee eine Sammlung anzulegen, von Musik die einen eine Weile begleitet hat, gar nicht so verkehrt.

Ich versuche grob chronologisch vorzugehen, keine Ahnung wie es Rinko und Flo handhaben werden. Eigentlich müsste ich dazu mit so Acts wie FETTES BROT oder DIE FIRMA beginnen, aber einerseits wird das bestimmt bei den anderen beiden, sehr wahrscheinlich bei Flo auftauchen und andererseits habe ich das ja nur aus Versehen gehört. Wirklich cool wurde das alles erst um die Jahrtausendwende. (“Bambule” von den ABSOLUTEN BEGINNERN habe ich erst ein, zwei Jahre später entdeckt.) Deswegen beginne ich mit Dynamite Deluxe – Wie jetzt. Denn das ist der Song der mich aus der zehnten Klasse verabschiedete. Sogar ziemlich wörtlich.

Es ist nicht neunzehnsechsundneunzig, sondern, das Jahr Zweitausend. Ich befinde mich gerade auf der Zehnteklasseabschlussfeier, mit ich weiß nicht mehr was für schlechter Musik. Wahrscheinlich sowas wie Blue von Eiffel65 oder Gigi D´agostino und diese ganze Rotze. Vielleicht läuft auch mal Bomfunk MC´s mit Freestyler was eigentlich ganz geil ist. Sonst ist die Musik hier grobe Scheiße. KORN hatte ja schon Besitz von mir ergriffen (freak on a leash), was sollen also diese schrecklichen Töne? “Untight” (sagte man damals so) denke ich. “Das ist nicht fett” (sagte man damals so) denke ich. Unernst und gelangweilt, aber halbwegs notgeil kacke ich dieser einen Bitch (sagt man heute noch) gerade einen Annäherungsversuch hin, der Gott sei Dank scheitern wird. Es wird nicht mal weh tun. (Hatte mir die Notgeilheit auf der Klassenfahrt eingefangen.) Nachdem ich glücklicherweise zurückgewiesen werde, bin ich dankbar, dass zwei alte Kumpels am Start (sagte man damals so) sind , zu denen ich dann auch flüchte, raus aus dem Saal, runter zum Eingang.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon öfter gekifft und natürlich haben die beiden auch ein bisschen Dope (sagten wir damals so) dabei. Ich weiß nicht mehr ob wir uns eine Jolle (sagten wir damals so) gebaut, oder irgendwas gesucht haben um eine kleine MacGyver-Bong zu bauen (wir hätten dieses Hobby zum Beruf machen sollen), weil wir eigentlich immer Köpfe rauchen wollen, das flasht (sagte man damals so) mehr. Joints waren für uns immer Verschwendung. Jedenfalls werden wir irgendwie stoned und der eine Kumpel, hat grundsätzlich seinen Walkman dabei, auf dem auch grundsätzlich Musik läuft und zwar grundsätzlich Deutschrap. Wir stehen da also verpeilt rum, stoned nicht besoffen, was okay ist, weil wir die roten Augen auf eine Besoffenheit schieben können und ich erkenne aus den, wie uns scheint, viel zu leisen Ohrstöpseln “wie jetzt, die Typen wollen rappen wie ich? deluxemäßig flown und styles kicken wie ich? … Die Leute live rocken, nur bleiben sie nicht” und nicke mit. Das ist gutes Zeug (hat bestimmt irgendjemand gesagt)! Es ist der vorläufige Höhepunkt an Raptechnik, die Wellenspitze des Hamburgraps und, rückblickend, die Verkündung einer ganz neuen Welt an Style, ein Übergang. Der Track ist noch so shiny-sauber produziert wie die zur Folklore gewordenen 90er Deutschraps (JEIN) nimmt zugleich aber auch den ichbezogenen Battlerapstyle auf, halt in mehr oder weniger nett. Hamburg City ruled (sagte man damals und vielleicht auch jemand von uns, vielleicht sogar in diesem vergangenen Augenblick)! Das Video spricht auch Bände. Mit dem Helikopter als Sinnbild des Überfliegers, das komplette Gegenbild dessen, was ich die nächsten drei Jahre abfeiern (sagte man damals vielleicht schon; wir sagten es glaube ich nicht) werde .

Phänomenologie erklärt von den Muppets

Weil ich in meinen Forschungen auf genau das gleiche (!) Ergebnis gekommen bin, drängt sich mir der Eindruck auf, dass es da einen signifikanten Zusammenhang gibt.

via critical-theory.com

tiltedMF – Geschäftsideen Sonntag 31.05.2015, oder: Vom Versagen gegen den Zynismus anzukämpfen

hackder gerechtigkeit

(Vorwort: Das ist alles nur Notwehr, also brauche ich mich ja auch nicht zu entschuldigen.)

Workshop: Gefühle äußern ohne Emoticons. Ein HowTo/ Tutorial. (500€/h)

Workshop: Reallife. Wie damit umgehen? Dos and Don’ts. (500€/h)

Workshops: Erfolgreich Atmen step by step (250/h Anfänger; 500€/h Fortgeschrittene)

Workshops: Erfolgreich Stoffwechseln step by step. (250/h Anfänger; 500€/h Fortgeschrittene)

Workshop: Les plaisirs de la quisine rapide. Ein Einführung in MacDonalds und BurgerKing für Menschen die normalerweise Geschmack haben, aber sich nicht trauen ihn zu zeigen. (300€/h)

Workshop: Erfolgreich Geld ausgeben gegen die Zeit um mehr Zeit zu haben für Atmen, Stofwechseln und Familie. (5000€/m; Blitzkurs 10000€/s)

Darauf aufbauend: Amusement Armut. Vom Tellerwaschen zum Hartz4. Wie man erfolgreich Dankbarkeit zeigt, dafür dass man existieren darf und wie man JobCenter-Sanktionen als Chance begreift. (19,90/Wochenendkurs)

Workshop: Masturbation mit drei einfachen Handgriffen. Live-Action-Rollenspiel mit zweidimensionalen Anschauungsmaterial. Wie handle ich mehrere offene Tabs? Welche cumpilation ist die richtige für mich, Anal oder cumshots? Wie greife ich richtig? Wie kann ich Verletzungen vermeiden?(69,90/10m)

Workshop: Flirten für winner. Wer sich verliebt verliert. Effektive Flirttechniken die das eigene Selbstwertgefühl und Aufmerksamkeitslevel steigern durch Auslösung von Liebesgefühle beim Gegenüber. (150€/h)

Darauf aufbauend für Fortgeschrittene: Flirt into Death. Wie man sich durch das Senden falscher Botschaften erfolgreich einen Werther oder eine Wertherin heranzüchtet. (19,90/ Wochenende)

Buch: Hilfe ich bin Politprominent und alle glauben mir! Vertrauen erfolgreich abbauen in 5 einfachen Schritten. (49.90€)

Buch: Der Markt ist dein bester Feind. Sorge Dich nicht produziere! Ratgeber-Leidfaden für unbezahlte Praktikanten und unterbezahlte Sweatshop-Angstellte. (39,90€)

Buch: Wie man seine Unsicherheit als Arroganz verkaufen kann. Step by step von der Schüchternheit zum erfolgreichen Arschloch. (59,90€)

Buch: Erfolgreich Politprominent. Dem Labern Nichtstun folgen lassen ohne dass es jemanden stört. (89,90€)

Buch: How to manage correctly. Durch Unmenschlichkeit zum Erfolg. (29,90€)

Buch: Wie man einen Planeten erfolgreich kaputtkackt. Kapitalismus für Anfänger. (49.90€)

Darauf aufbauend. Wie man einen Planeten erfolgreich kaputtkacken lässt. Kapitalismus für Fortgeschrittene. (49.90€)

Buch: Stop doing RTL2. Aufhören mit Idiotie, Menschenverachtung und Müllscheiße. (29,90€)

Buch: Survival in Battlefield und diesen anderen Egoshootern. (49,90€)

Buch: Richtig Einrichten für DIE SIMS. 100 Einfache Tipps und Geld gespart. (39,90€)

Das esoterische Buch: Müll essen. Mit Ernährung den Planeten retten. (69,90€)

Darauf aufbauend: Zero Emission. Fäkalienkochbuch. (39,90€)

Für Weltverbesserer und Revolutionäre: Quisine Homme: Rette die Welt – Esse Menschen. Die kannibalistische Küche. 100 einfache Gerichte. (49,90€)

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Foto: Marcus Frost (CC-by-SA)

Künstler: Pille (steht da): “Das Hack der Gerechtigkeit schlägt zurück” (Danziger Straße Nähe U2 Eberswalder Straße)

Alles Für Immer 03 – Der Herold

Wie der Herold der Unsichtbaren Hand des freien Marktes des Todes in die Welt spawnt.

Beschreibungen und Links zum verwendeten, CC-lizenziertem, Bildmaterial findet man auf meinem Youtubekanal.

Tilted MF auf Youtube und auf tumblr.

Das was Jilet sagt

Ich weiß gar nicht ob es immer noch so ist, im Fernseher drinne, der Schmutz, aber die 90er waren schon ein bisschen so wie das vierte Reich, Hitler hier, Hitler da. Ich habe mich ja schon mal darüber mokiert. Deswegen: Jilet hat Recht, und sie (Idil Baydar) kann großartig acten!

Ein Produkt wie für Dich gemacht,… huh was? – Vignette Roulette

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Auf Vignette Roulette kann man ein Werbevideo des einen Produktes mit der Tonspur eines anderen Produktes kombinieren und bemerken wie generisch und austauschbar das alles ist. Da passt alles gespenstisch aufeinander. Das Medium ist die Botschaft wa? Wie einfallsreich und kreativ Werbeleute doch sind! Die zarteste Versuchung seit dem die längste Praline den Tiger in dir weckt und dir nicht irgendein Lebensgefühl, sondern das Lebensgefühl gibt, das Gefühl überhaupt zu leben, weil Vertrauen der Anfang von allem und der kleine Hunger der Fels in der Brandung ist, von dem man sagt, dass er magische Kräfte habe und nicht nur die Zähne sondern auch die Wäsche spürbar mit einem Gelbstich hinterlässt, deswegen sollte man gleich zwei nehmen, einen sofort essen, einen mitnehmen und es einfach schön im Bauchnabel prickeln lassen, weil Einfach einfach schizophren und die Waschmaschine doch zu früh gestorben ist, weil sie zu schwer gegessen hatte, Kacke.

via i-ref.de

Introducing… POSE

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BURN

In den Arbeiten des Chicagoer Künstlers POSE (Jordan Nickel) verschmelzen Comickunst, Pop Art und der kritischen Energie von Graffiti mit der defigurativen Attitüde eines Francis Bacon zu einer angenehmen Aufdringlichkeit. Seine Dekonstruktionen dokumentieren einerseits die beginnende Übermacht des Bildes im 20. Jahrhundert, andererseits unterläuft er die simplifizierten, fast ikonischen Comicbilder, indem er sie mit Facetten ihrer selbst vollstopft. Es ist ein bisschen wie ein Comicstrip minus Strip. Die Bilder sind auf dem ersten Blick nicht sequenziert, ihre Grenzen verwischen, sie selbst fallen ineinander und saugen die Aufmerksamkeit des Rezipienten ein. Damit legt POSE etwas entscheidendes offen: die gravitative Kraft von “Bedeutung”. Auf einer anderen Ebene huldigt er gewissermaßen den Comic- und Pop Art-Figuren, indem er ihnen, entgegen ihrer anfänglichen Einfachheit, eine Komplexität zuspricht. Es sind wirklich tolle Bilder. Auf seiner website hellopose gibt es noch mehr davon.

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Doll 2

 

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Dude 2

via artnau

 

Der Schrift – Scintilla III von Jie Ma

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Der chinesische Künstler Jie Ma hat hier ein vielerzählendes Werk geschaffen. Was da alles an Gedanken aufploppen. Schrift, Logozentrismus, die Kritik des Selben aber auch dessen Wertschätzung, Exegese, das Kulturmachen durch von Exegese angeregtem Diskurs, Dekonstruktion, die Lupen, das ist zu lesen wie Derrida. Die Farben und die Lupenapparate haben auch so einen steampunkigen Charakter. Die Größe und Weitläufigkeit des Raumes gegen die graue Enge der Stadt. Das Bad in kulturellen Artefakten, ein wenig starrsinnig, aber auch pflichtbewusst, versus systematisierte urbane Einöde.

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scintilla III 2

Diese Lupen… das Lesen. Das Bild enthält selbst den Akt der Rezeption, Interpretation und Exegese. Wie die eine Lupe den Text verzerrt und die andere preisgibt, dass der Blick nach Draußen ein verzerrter, gemachter Blick ist, plus wie die selbe Lupe die Schrift und damit Kultur in die Stadt reinzerrt. Wie alles eben gesagte sich in der Bildmitte wiederspiegelt. Reflexivtät. Selbstreflexivität. Ich finde es nicht übertrieben zu sagen, dass das Bild die abendländische Kulturgeschichte, bzw. die abendländische Kulturmethode zusammenfasst, bis zu dem postmodernen Punkt der Selbstbezüglichkeit und dem unendlichen Verweisen von Zeichen (Schrift) auf Zeichen. Die Metaphysik der Zeichen.

Dann die Figuren. Ihre Anordnung und was sie tun macht auf mich einen politischen um nicht zu sagen feministischen Eindruck. Der Mann mit graumelierten Haaren sitzt in erhöhter Position auf so eine Art Stuhlapparat. Er ist nur wenig höher platziert als die Frau. Diese Höhersetzung scheint er allein durch den apparatartigen Stuhl zu erlangen. Der Mann hat den Zeigefinger der linken Hand leicht ausgestreckt, sodass er nicht ganz gerade, sondern gekrümmt ist. Außerdem sieht er verbissen aus, seine Augenbrauen sind zusammengezogen. Er macht den Eindruck als beharre er auf etwas. Denn die Situation sieht ein wenig so aus, als ob die Frau, die, mit einem strengen Büro/Sekretärinnenkostüm bekleidet und ein normalgroßes-großes Buch in den Händen, ein Vorschlag machen würde. Gewissermaßen ist die weibliche Figur hier kein Individuum, weil sie kein Gesicht hat, im Gegensatz zur männlichen Figur. Ja anstelle einer individuellen Physiognomie sieht man eigentlich nur einen schwarzen Punkt, der ihre Frisur ist.

Ist das nicht ein Kommentar auf die westliche Kulturgeschichte, die eine von Männern gemachte Geschichte ist? Sind die ganzen aufrechten Linien nicht als Phallussymbole zu lesen, die Stangen der Apparaturen, die die Bücher halten, die aufgetürmten Bücher? Ist die V-Form dagegen, in der die riesigen Bücher angeordnet sind, nicht Symbol der Weiblichkeit? Solche symbolischen Spekulationen sind immer ein wenig hanebüchen, dennoch liest sich diese Schicht des Bildes, vor allem die Zeichenhaftigkeit der Figuren, durchaus als kritischer und feministischer Kommentar zur westlichen Kulturgeschichte.

scintilla III 4

Auf der Portfoliowebseite behance gibt es noch mehr von Jie Ma zu sehen.

via this isn`t happiness

Popmusikgeschichte: Der Amen-Break

Marinelli von den Blogrebellen berichtet von ein in Holz gefertigtes Kunstwerk, welches offensichtlich Schallwellen darstellt und das man auch kaufen kann. Es sei der Amen-Break, sagt er. Eigentlich kenne ich nur einen einzigen Breakloop und war schon auf der richtigen Spur, wusste bisher jedoch nicht wie der der/das Break heißt. Jedenfalls, unglaublich cool und wichtig ist das angehängte YT-Video, in welchem Popmusikgeschichte erzählt wird. Um es mit Marinelli kurz zu sagen: ohne den Amen-Break würde sich Hip Hop und Drum & Bass heute ganz anders anhören. Das Video zeigt warum das so ist, aus welchem Stück der Break ursprünglich stammt und zu was er sich entwickelte. Wer weiß, ob es Drum & Bass ohne diesen Breakbeat überhaupt gäbe, baut diese Musikrichtung doch konsequent auf Funk auf.