Back to the future day!

Like literally. Zager and Evans waren mit ihrer Dystopie auch nicht weniger weit weg als Robert Zemeckis zweiter Teil der Trilogie, sie waren eben nur weniger hollywoodymistisch.

In the year 9595
I’m kinda wonderin’ if man is gonna be alive
He’s taken everything this old earth can give
And he ain’t put back nothing

Eine Loopmachine, ein paar Silben und ein bisschen Mathematik

Obwohl ich da überhaupt nicht hinerher bin, funktioniert Reggae eigentlich immer. Man muss auf Minute 4:23 vorspulen um sich von Mike Loves silbischen Songaufbau über zwölf Loops bezirzen zu lassen. Was sich zuerst anhört wie verstreute Adlips, wird schließlich durch eine Befreiung durch Stimme zu etwas Sinnvollem.

via COLOSSAL

Warum “A Serious Man” der großartigste Film der Coens ist!

Von allen Figuren, die in Hollywood erfunden werden, sind die Figuren der Gebrüder Coen die mir liebsten, weil die Coens in ihnen die menschlichsten Eigenschaften transportieren und sie zugleich unterhaltsam und nicht unelegant überzeichnen: Hybris, Fehlleistung und Verwirrung. Diese Eigenheiten resultieren in ihren Filmen immer aus dem Versuch in einer kalten und feindlichen Gesellschaft Halt zu finden, was meistens als “es-zu-etwas-bringen” dargestellt und mit Geld symbolisiert wird und fast immer mit Gewalt zumindest aber mit Gaunereien zu tun hat. Bei A Serious Man präsentieren sie mit Larry Gopnik jemanden, der die erwähnten Eigenschaften fast schon pur zelebriert. Zugleich haben sie ihm die Fähigkeit zu handeln komplett genommen. Gewissermaßen ist er eine Version von Sisyphos, die gar nicht erst den Stein berührt, vermutlich nie berührt hat, sondern sein Leben damit zubringt, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was der Stein da soll (siehe: Der Mythos des Sisyphos).

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Wenn die Figuren der Coens die mir liebsten sind, dann ist Larry der König unter ihnen. Genial gespielt von Michael Stuhlbarg, der hier umgeben ist von noch schrägeren Typen, welche so stolz vorgeben zu wissen, was richtig und was falsch ist und daher noch viel grandioser scheitern als er. Der Youtuber Nerdwriter erklärt in diesem Video die Schönheit dieses Films, den ich die nächsten Tage unbedingt wieder schauen werde.

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Über die queere Maskulinität von Stealth Games

Riley MacLeod hat einen Text auf BoingBoing gedroppt. Darin beschreibt er, dass mit den Männerkörpern der Protagonisten von Stealth Games (Deus Ex, Thief, Splinter Cell etc.) eine alternative Version von Maskulinität gezeigt wird:

In games, men´s bodies often represent brute strenght. Stealth games are the focal point for an alternative masculinity; sleek, illusory, sensitive, and self-reflective.

MacLeod hat auf YT auch einige LetsPlays in denen er über Genderthemen und Religion in Bezug auf Games philosophiert.

Spider-Mans neuer Kumpel: Bathroom Boarder

Animationskünstler Russell Etheridge hat wieder mal was kurzweiliges ge-… äääh -ollied! Videoportal Vine zeigt ja schon seit einigen Jahren, dass kleine Geschichten nicht nur super funktionieren, sondern dieselben sich auch an der zusammengeschrumpften Aufmerksamkeitsspanne anschmiegen. Vielleicht ist das aber auch eine Huhn-oder-Ei-Frage.

via Seitvertreib

Animated Short: Mythopolis

Im animierten Kurzfilm Mythopolis versetzt Alexandra Hetmerova (Hier ihr Portfolio) antike Figuren und Orte in eine urbane Umwelt von Heute. Sie legt sich mit sweeten oldschoolig-wackelnden Zeichnungen mythologischen Stoff neu zurecht. Da wird Kerberus schon mal zu einem dreiköpfigen Hamster, Medusa Mutter von Minotaurus und Polyphem zu ihrem neuen Liebhaber. Diese Neuerzählungen gibt es ja schon seit dem es Mythen gibt. Mythopolis, dessen Vertonung großartig ist, ist ihre Abschlussarbeit für den Bereich Film.

Mythopolis from Alexandra Hetmerova on Vimeo.

via kuriositas

Eine Szene mit Dr. Lecter in drei Versionen

Matthew Morettini hat mal die drei existierenden Versionen einer wichtigen Szene aus dem Hannibal-Lecter-Kosmos zusammengepackt. Die Serie ist ja ein bisschen zu sehr durch-designt. Alles ist ziemlich abgeleckt und fancy gefiltert, als wolle man Lecter als Vogue-Model inszenieren. Selbst die Tatorte und Morde sind so krass over the top, da kommt überhaupt kein Realismusgefühl auf, wie es bei Schweigen der Lämmer der Fall war. Der Serienmacher Bryan Fuller hat sich da von den schlechten Momenten von Michael Manns Manhunter (dt. Titel: Blutmond) inspirieren lassen und dann auch noch übertrieben. Denn im Film von 1986 dient das High Museum of Art in Atlanta als Kulisse für Lecters Gefängnis. Ich kenne keine der Romanvorlagen, aber blöd daran ist halt, dass so die suspension of disbelief unterlaufen und das ganze dann zu einer überzeichneten, pop-trashigen, pseudo-arty Bildcollage wird. Schade eigentlich. Jemand sollte die Serie neu auflegen, …in gut. Und ein bisschen mehr Realismus bitte.

via boingboing

Recovering the Mindset from Matthew Morettini on Vimeo.

“The Room” hat einen neuen Gegner

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Kartoffelsalat, dieser deutsche Film, wo irgendwelche Menschen (Youtuber) mitspielen, die für zwölfjährige Mädchen irgendwie wichtig zu sein scheinen, ist wohl laut IMDB der schlechteste Film aller Zeiten. Herzlichen Glückwunsch! Die Seite360-Redaktion war sich eigentlich einig, dass dieser Platz Tommy Wiseaus The Room gebührt, zu dem man ja (ich) dann doch eine leicht perverse Hassliebe entwickelt hat. Vielleicht ist es auch nur Mitleid, wer weiß das schon. Ich hab mir mal die IMDB-Liste (Bottom 100) angeschaut und tatsächlich gibt es zwischen The Room (3,5 von 10 Punkten) und Kartoffelsalat (1,0 Punkte) eine ganze Menge Zeug. The Room ist nicht mal unter den schlechtesten Hundert, was mir wirklich Angst macht! Jedenfalls: Respekt an alle, die sich das angetan und bewertet haben! Dass das Projekt Kartoffelsalat lediglich eine Fan-Abzocke war, war von vornherein klar. Denn, was ein Film in erster Linie braucht, wenn es seinem Macher/ Regisseur an einer Vision fehlt, sind: Schauspieler.

via buzzfeed

Ein feuchter cineastischer Traum: Hell´s Club

Eine Welt, in der der Terminator in die Vergangenheit (oder sowas) zurückgereist ist um Tony Montana zu töten, aber von Collateral-Tom-Cruise daran gehindert wird, während sich Vincent Vega angepisst-neidisch den tanzenden Saturday-Night-Fever-Travolta reinzieht, Blade auf der Suche nach Vampiren durch die Reihen tigert, Pinhead feiert und Anakin und Obi-Wan Jedi-Busines regeln? Ich habe Tränen in den Augen! Ist das großartig! Antonio Maria da Silva definiert mal eben das (Film-) Mashup-Genre völlig neu und lässt im “Hell´s Club dutzende popkulturelle Figuren und zwar die “echt-fiktionalen”, nicht etwa Fan-Fiction-Schauspieler, gegeneinander antreten. Wie zusammengemixte Soundspuren. Keine Ahnung ob diese Technik bei Film-Mashups schon mal zur Anwendung kam, aber das hier ist einfach DAS Wiedersehen mit seinen alten besten Freunden.

via sploid.gizmodo.com

Bitte was?…: Shower With Your Dad Simulator 2015

Yup. So ist es. Ziegen… also das kann ja nun wirklich jeder. Aber das hier erfordert eine ganz andere Liga an Skill. Dark Souls ist Kindergarten dagegen. Next Gen Grafik. Yeah right. Nicht current, next! Grafik die so krass ist, dass sie aussieht wie extrem große Pixel. Und das ist nicht alles was an in diesem Spiel groß ist. (Räusper.) … Mmmhh ja. Ich leg mich jetzt in die Dusche und weine.

Shower With Your Dad Simulator 2015 auf Steam kaufen.

Über Terrence Malicks Poesie des Voiceover

Terrence Malick: The Art of Voiceover from Kevin B. Lee on Vimeo.

Terrence Malick gilt als Poet des Kinos, der sich für seine Werke Zeit lässt. In den letzten vierzig Jahren hat er sieben Filme gemacht. Rainer Werner Fassbinder hat mal sieben Filme in einem Jahr geschafft, glaube ich. Malicks Gebrauch des Voiceover trägt unzweifelhaft zu seinen filmischen Erzählungen bei. Aber auch andere filmästhetische Griffe bewirken diesen Zauber seiner Werke. Ich bin richtig verliebt in die Kameraführung, die die Bewegtheit seiner Figuren wiedergibt. Herkömmliches (Popcorn-) Kino handelt oft nur Ideen ab, die in Szene gesetzt werden, was wirklich cool sein kann, Christopher Nolans “Inception” zum Beispiel, der total Hitchcock-mäßig montiert ist (“Dial M for Murder”). Malick ist eher an der Dynamik menschlicher Psyche interessiert, am Bewusstseinsstrom. Er dokumentiert menschliche Haltungen zu Liebesbeziehungen und deren Zerfallen, erzählt fast schon phänomenologisch über Scham, Angst, Krieg, Freiheit, Tod. Dabei gewinnt man den Eindruck, dass es nie die Figuren sind, die erzählen, sondern immer Malick. Man könnte als Regisseur verschiedene Charaktere als Individuen sprechen lassen und ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen und somit die Unsicherheit und Irrationalität von Aussagen, die alle wahrhaftig sein wollen, darstellen. Malick macht das auch, aber immer ist es seine “Stimme”, immer ist er dazwischen, lässt die Figuren immer seine Sklaven sein, die stets nach seiner Pfeife tanzen. Die beweglichen Kamerafahrten im Zusammenhang mit den Bewegungen der Figuren sind immer inszenierter Tanz. Und er selbst ist der bewegte Beweger. Er entblößt damit das “Autor-Sein”, das “Gott-Sein” und versetzt die Wahrheit (des Films) in den Bereich gemachter Fiktionalität. Die Poesie seiner Werke besteht in dieser Bewegungskunst und Kunst der Bewegtheit, in diesen gefühlten, lebendigen Augenblicken. Kein Wunder, dass er mit seinen visionären Bildern irgendwann ziemlich sakral geworden ist (“Tree of Life”). Die Wahrheit, die er uns zeigen möchte, ist die Aktualität von Emotionen. War es nicht Zach Braff, der in seinem “Garden State” gesagt hat, dass der Schmerz/ das Gefühl das Einzige ist, was real ist? Oder Trent Reznor: “I focus on the pain, the only thing that´s real.” (Im Gegenzug hat David Fincher/ Chuck Palahniuk in “Fight Club” die Emotion weg-erklärt und die Idee des Anarchismus abgefeiert.) Alles hier ist in Bewegung und spricht. Und in diesem Sinne ist Malicks Werk eben nicht das Abhandeln und Weglegen von Ideen, sondern der Hinweis, dass diese Bewegtheit nie aufhören wird, dass es keinen Halt gibt, sondern nur uns und unsere konstruierten Annahmen und Sätze, an die wir uns so gerne halten wollen.

via Arthaus auf Facebook

Literarische Roadtrips auf einer interaktiven Karte

on the road

Atlas Obscura stellen auf einer interaktiven Karte zwölf literarische Reisen der US-Literatur dar, wobei der Fokus auf dem good old Roadtrip liegt. Oben sieht man die Strecke von Jack Kerouacs “On The Road”, das man unbedingt lesen sollte. Das Werk ist eine der großartigsten Inszenierungen der Suche nach Freiheit, als das Zelebrieren derselben. Es gibt Einblick in eine der ersten und nachhaltigsten popkulturellen Subkulturen. Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre. Die Zeit der Beatniks und ursprünglichen Hipster, die Bohemiens des zwanzigsten Jahrhunderts, die nur Jazz, Literatur, Kunst und Liebe im Kopf hatten. Und was da für eine Literatur entstanden ist. Allen Ginsberg fast schon Prosagedicht, Burroughs strange Drogeneskapaden (Naked Lunch) und vieles mehr. Man sich von künstlerischen Konventionen. Kerouacs erzählender Text mischt sich mit dem stampfenden Beat des Jazz und wird zu einer musikalischen, lyrischen Prosa.

Aus “On the Road” (“Unterwegs”):

[…] denn die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten, die verrückt sind aufs Leben, verrückt aufs Reden, verrückt auf Erlösung, voll Gier auf alles zugleich, die Leute, die niemals gähnen oder alltägliche Dinge sagen, sondern brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen und wie Feuerräder unter den Sternen explodieren […] 

Via Kotzendes Einhorn

Deutschrap und so #21: Kool Savas feat. Fumanschu – Wieso

Vielleicht übertreibe ich ein bisschen, aber Rap und Hip Hop in Deutschland ist für mich erst ab so ungefähr 2000 rum relevant. Ich ziehe ja immer ein bisschen her über die 90er Pop Hip Hop Sachen. Ich kann nicht genau sagen warum das so ist, aber ich hab einfach ein besonderes Gefühl wenn Sachen roh sind und nicht glänzen. Die low-fi-Beats der damaligen Künstler (MOR, Westberlin Maskulin, Pilskills und so viele andere) haben es mir einfach angetan. Natürlich ist die Technik und die um-die-Ecke-Lines eines Kollegahs beeindruckend, aber es fühlt sich eben anders und besonders an wenn Künstler gerade erst beginnen, wenn kein Toningenieur hinter ihnen steht und die Audiowellen optimal setzt, wenn Künstler mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die eben nicht high-end sind, auskommen müssen, wenn es dann auch rauscht und ein bisschen kratzt. So wie hier zum Beispiel. Es gibt lediglich ein Beat und eine Bassline, die ein wenig melodiös ist. Dann gibt es noch einen Text, der eben echt und lebendig ist, im Sinne von echt und lebendig, in dem was einfaches, menschliches zum Ausdruck kommt und kein ich-tick-die-Drogen-mach-Überfall-Actionfilm-Gedöns mit zugehöriger Bebilderung. Real Hip Hop.