Die 90er Jahre: Die besten Pop-Alben des Jahrzehnts IV

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Ich setze mal da an, wo Rinko bei der letzten 90er Pop-Retrospektive aufgehört hat… und kann einfach nicht anders als zu sagen: Da fehlt aber noch ein bisschen etwas! Pop zu mögen ist ja spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends wieder ein Indiz für Coolness. In den 90ern sah das jedoch noch komplett anders aus. Nicht nur, dass man in dieser Dekade – im Gegensatz zu den 80ern und 00ern – als Pophörer quasi dazu prädestiniert war, von Grungern, Punks und Metalheads mit einer Gitarre erschlagen zu werden, dies hatte auch seine Berechtigung. Denn wirklich coolen Pop – im ureigentlichsten Sinne des Wortes – gab es in diesem Jahrzehnt einfach nicht. Und so müssen wir für diesen Artikel einmal ganz tief durchatmen und uns auf unsere absolute Uncoolness besinnen, können dabei aber feststellen, dass auch uncoole Musik verdammt gut sein kann; so wie bei den absoluten uncoolen Genesis, angeführt vom komplett uncoolen Phil Collins, oder bei Dido, die trotz Gastauftritt bei Eminem noch nie cool war. Und dann gibt es natürlich noch Robbie Williams, bei dem man damals eine Zeit lang nicht genau wusste, ob man ihn cool finden durfte, eine Frage die dann spätestens im vergleich mit dem anderen großen Boygroup-Aussteiger Justin Timberlake negativ beantwortet werden konnte.

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Das James Bond Titelstück von Radiohead

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…den wollte ich doch noch schnell hier ins Blog kleben. Ursprünglich sollten anscheinend Radiohead den Titelsong zum neuen James Bond Film Spectre schreiben. Das von ihnen aufgenommene Stück schien den Machern allerdings nicht sonderlich zuzusagen und so entschieden diese kurzerhand um… zu Gunsten von Sam Smith (Sarkastischen Applaus bitte an dieser Stelle einfügen).

Als Weihnachtsgeschenk an die Fans haben Radiohead den Song die letzten Tage aber dennoch veröffentlicht und zwar vollkommen kostenlos über Soundcloud. Für nen Bond-Film könnte der zwar ein bisschen mehr Sex-Appeal haben (Ach kommt schon Jungs, ich weiß dass ihr das könnt), aber neues Material von Radiohead nehme ich dennoch immer gerne mit Kusshand. Und den Spectre ziehe ich mir rein, sobald es ihn kostenlos oder als 1,99€ Leihversion auf Netflix oder Amazon gibt.

Last year we were asked to write a theme tune for the Bond movie Spectre. Yes we were. It didn’t work out, but became something of our own, which we love very much. As the year closes we thought you might like to hear it. Merry Christmas. May the force be with you.

Radiohead’s Spectre Song via Maik

Finde den Panda in der Black Metal Crowd

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Irgendwie habe ich den Gag von diesem “Finde den Panda unter all diesen Schneemännern” Wimmelbild, das die letzten Wochen ständig auf meiner Facebook-Timeline hochgespült wird, nie verstanden. Oder besser gesagt, ich habe nie verstanden, warum es so manisch geteilt wurde. Ist halt ein nettes augenzwinkerndes Wimmelbild… Joa, kann man machen. Und gut ist. Aber offensichtlich scheint jeder – abgesehen von mir – total auf diesen kleinen Sehtest von Dudolf abzufahren. Internetz halt.

Egal, denn für jedes mir unerklärliche Meme gibt es meistens die passende nerdige Reaktion, die ich dann wiederum sau lustig finde. In diesem Fall kommt sie von Espen Westum und ist schlicht die Black Metal Variante dieses Wimmelbilds. Und ja, mir genügt eine popkulturelle Referenz um was zuvor ödes awesome werden zu lassen. Hail Satanas Pandaras!

Find the Panda in the Metal Crowd (FB) via Bored Panda

Beschauliches Darth Vader Kaminfeuer

Muss ich eigentlich noch – viel zu spät – was zum neuen Star Wars schreiben? Nö, eigentlich wurde schon alles gesagt: Konservativ aber großartig, mehr Hommage und Remake, denn Fortsetzung. Gott sei Dank ohne Jar Jar Binks, dafür aber mit Han Solo… blablabla… und KEINE Spoiler! Bloß keine fucking Spoiler! Egal, eigentlich haben schon so ziemlich alle Rezensenten, Nerds und Filmfreunde dieser Welt diesen Job sehr gut übernommen. Dafür gibts hier dann anstelle einer Review 5 Stunden lang Darth Vader Kaminfeuer für den besinnlichen Jahresausgang.

Lass ich dann vielleicht an Silvester entspannt im Hintergrund laufen. May the Schwartz be with you!

via doktorsblog

Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts I

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Zeichentrickfilme sind nicht nur für Kinder… das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Neben den 70ern mit ihren wilden, anarchischen Comicverfilmungen von Ralph Bakshi  gehören die 80er wohl zu dem Trickfilm-Jahrzehnt, das diese simple Tatsache am besten unter Beweis stellt. Nicht jedoch wie die Dekade zuvor mit lauten, rüpelhaften Hippiealpträumen, sondern mit nachdenklichen, düsteren und auch komplexen Stoffen, die in Pastell getaucht werden. So wie das Antikriegsdrama Wenn der Wind weht, dessen Zielpublikum sogar jenseits der 30 oder 40 liegen könnte, oder auch das symbolistische Mär Das letzte Einhorn, in dem der Fantasybackground für eine sehr komplexe, psychologisch feinfühlige Erzählung dient. Selbst Kinder- und Familienfilme wie Herrscher der Zeit, Feivel der Mauswanderer und In einem Land vor unserer Zeit dürfen – Don Bluth und Moebius sei Dank – in diesem Jahrzehnt ihre dunklen, tragischen und spannenden Momente, jenseits des Disney-Wohlfühlkinos besitzen und voll auskosten. Es gibt also eine Menge großartiger Trickfilme aufzuarbeiten. Viel Spaß mit Teil 1:

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts II

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Also, Butter bei die Fische: Was ist denn dieser DHL-Rock nun genau? Ich persönlich bin ja ein großer Fan der Definition von Simon Reynolds, der in die Schublade Post-Rock (Post Rock? Postrock? Whatvever!) all das steckt, was sich mit “using rock instrumentation for non-rock purposes” umschreiben lässt. Oder um es noch abstrakter auszudrücken: Rock, der nicht nach Rock klingt. Oder zumindest nicht nach Rock N Roll. Aber dann sind wir schon bei nem ziemlichen Allgemeinplatz angekommen.

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts I

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Okay… machen wir uns nichts vor. Die 2000er sind DAS Jahrzehnt des Postrock. Hier wurden die Meilensteine produziert, hier erhielt das Genre seine endgültige Form und seinen endgültigen Charakter, hier machte es sich – wenn auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum – auf, die Feuilletons und Musikmagazine zu erobern. Dabei vergisst man allerdings sehr leicht, dass das Genre im Grunde genommen in den 90ern geboren wurde. Klar, wenn man besonders historisch sensibel ist, kann man die ersten Auswüchse im Postpunk der 80er oder gar im erweiterten Prog- und Space Rock der 70er ausmachen, aber die ersten richtigen Lebenszeichen zeigte diese Mischung aus Komposition und Redundanz, aus Monotonie und ekstatischen Eruptionen in den 90ern. In diesem Jahrzehnt entstanden Tortoise und wurden zu Legenden, in diesem Jahrzehnt durften Mogwai ihre ersten Gehversuche unternehmen, ebenso GY!BE und Sigur Ros, nicht zu vergessen die Genre-Prototypen von Talk Talk und Bark Psychosis. Ein guter Grund, sich die Apokalypse dieses Rockjahrzehnts genauer anzuschauen.

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Ich bin jetzt offiziell Drehbuchautor eines gescheiterten Films

ccdfe67594-logo…denn EWE läuft beim Festival des gescheiterten Films und tourt mit diesem einmal quer durch Deutschland. Natürlich freue ich mich immer, wenn EWE irgendwo gezeigt wird. Gerade bei diesem Festival fühlt es sich aber doch komisch an, außerdem ein wenig ungerecht. Immerhin lief EWE damals nach seiner Premiere auf einigen Festivals und in einigen Kinos quer durch die gesamte Republik (und sogar in Österreich) und wurde vom Publikum vor Ort immer sehr gut aufgenommen. Und ich halte ihn immer noch für eine sehr starke – wenn auch in vielen Punkten überholte – Parabel.

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Look who’s back…

lookZu groß will ich das jetzt wirklich nicht machen, dafür ist Seite360 dann doch zu klein, und dafür haben Marcus und Rinko das Blog in den letzten Monaten doch zu sorgfältig gepflegt. Aber den 20 Lesern, die sich vielleicht gefragt haben, warum gerade keine Artikel mehr mit meinem Namen durch die Blog-Timeline gespült werden, schulde ich wahrscheinlich doch ne Erklärung, warum seit Ende August exakt 0 Artikel von mir hier erschienen sind.

Der erste Grund ist ziemlich banal: Ich. Werde. Vater.

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Was Sie schon immer über die Starbucks-Sirene wissen wollten (aber nie zu fragen wagten)

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Um mit einer kleinen Anekdote einzusteigen: Die älteren Versionen der Sirene (1971 – 1992) zeigten deutlich mehr Haut als die jüngste Version der den großen Kaffehausbetreiber repräsentierenden Sirene. In der zweiten Iteration (seit 1987) wurden bereits die Brüste mit dem langen wallenden Haar bedeckt, bis dann schließlich 1992 auch Unterkörper und Bauchnabel der Logo-Schere zum Opfer fielen.

Der mexikanische Künstler Abe Green gibt der namenlosen Sirene auf Kaffeebechern ihre Körperlichkeit zurück, mit Sicherheit aber nicht so, wie es von Starbucks intendiert wäre: The secret life of the Starbucks Siren: Mal als Bikerin, mal im Burlesque-Outfit, seilspringend oder als Seeungetüm. Die so liebevoll gestalteten Kaffeebecher sind wirklich niedliche, leicht kindische, vor allem aber höchst charmant skizzierte Neugestaltungen der mysteriösen Schönheit, die endlich mehr sein darf als bloße Kaffeehalterin.

I never been a super a crazy fan of coffee, yes I drink I last one cup of coffee every day and I love the taste of a strong coffee, never with sugar.

So one day before a test I finish my cup while I was waiting to start the test I begin drawing in the cup and this is was like all this project begins, I start drawing a few more and I’m still do.

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The secret life of the Starbucks Siren by Abe Green via whudat

…Und dann war da noch das weltweit größte Musikinstrument

Most Philadelphians don’t realize that the largest working musical instrument in the world is built into one of the city’s landmarks, the former John Wanamaker department store, now Macy’s, at 13th and Market streets.

The Wanamaker Grand Court Organ at Macy’s is a 7-story-high contraption bigger than most people’s houses, even rich people’s. The vast maze of 26,677 pipes and baffles and bellows and wires and wooden stairways lies hidden behind what many of us have always thought was the Wanamaker Organ.

The Wanamaker Grand Court Organ via digg

Fotos aus dem frühen 20. Jahrhundert als surreale, eskapistische Traumwelten

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DAS ist wirklich so wunderschön, so wundervoll, so fantastisch, dass ich auf der Stelle losheulen könnte. Die australische Künstlerin Jane Long transferiert Vintage-Fotos aus der Zeit des ersten Weltkriegs in surreale, pittoreske und vor allem farbenfrohe Traumwelten, irgendwo zwischen Wizard of Oz, René Magritte und Terry Gilliam.

Dancing with Costica nennt sie die Serie, bei der sie auf Fotos des rumänischen Fotografen Costică Acsinte zurückgreift. Die Kollaboration schlägt eine unglaublich intensive Brücke zwischen der – selbst auf Abbildungen – hart und kalt scheinenden Realität der damaligen Epoche und der kreativen Verspieltheit postmoderner Fotokunst. Irgendwie eskapistisch, irgendwie ästhetizistisch, irgendwie Remix… und doch ganz eigen. Ihr seht mich eine Träne abwischen.

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Dancing with Costica via Colossal

Toru Iwatani zeigt die originalen Entwürfe für Pac-Man

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Pac-Man dürfte wohl zu den am besten gealterten Spielen der Prä-Famicom-Zeit gehören: Da sitzt jeder Pixel, wo er sitzen soll, da ist jedes Sprite so gestaltet, wie es gestaltet sein muss, und da befindet sich jede Verzweigung auf dem Spielfeld genau dort, wo eine Verzweigung erforderlich ist. Auf diesen Fotos präsentiert Pac-Man Mastermind Toru Iwatani seine Skizzen für das originale Pac-Man aus dem Jahr 1979. Jepp, das Teil ist schon über 30 Jahre alt und strahlt selbst auf seinen Entwürfen noch so wie am ersten Tag.

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Btw.: Die roten Stempel auf jedem Entwurf markieren diesen jeweils als Top Secret. (via reddit)