Pacapong: Pac-Man meets Pong meets Space Invaders

sHNCKX

Sorry, aber… ALTER, IST DAS GEIL! In Pacapong kreuzt kingPenguin munter die Spieleklassiker Pacman, Space Invaders und Pong zu einem großartigen Retro-Bastard. Das ist auf den ersten Blick konfus, wirr und ziemlich hektisch, offenbart sich aber ziemlich schnell als sau cooles Mashup-Game, das perfekt geeignet ist für einen spaßigen 2Player Retro-Spieltag. Und nebenbei macht es dann auch noch einmal deutlich, wie bieder Nintendo leider bei seinen NES-Remixes vorgegangen ist. Wacka, wacka, wacka, BOOM!

Pacapong (Download für MAC, Windows und Linux) via Superlevel

Forget-Me-Knot: Alzheimer in immersivem Spiel am eigenen Leib erfahren

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Zu meinen einprägsamsten Jugenderinnerungen gehört die Alzheimererkrankung meiner Großmutter. Da wir damals im gleichen Haus wie meine Großeltern lebten, wurde ich täglich Zeuge ihres schleichenden geistigen und körperlichen Verfalls. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie abends am Fenster ihres Schlafzimmers stand und verängstigt und verwirrt um Hilfe rief. Ich weiß noch, wie sie nachts durch das Treppenhaus schlich, nicht genau wusste wo und wer sie war, wie ich hoffte, sie würde dieses Mal nicht an meine Zimmertür klopfen und mit brüchiger Stimme fragen: “Entschuldigung, haben Sie meinen Mann gesehen?”.

So schrecklich ich ihre Krankheit fand – und so sehr ich dadurch bis heute eine Scheiß-Angst davor habe, selbst irgendwann einmal an Alzheimer zu erkranken -, so wenig war ich damals in der Lage, mich in ihre Situation hineinzuversetzen, zu verstehen, wie sie selbst sich im Inneren fühlen musste. Natürlich hatte ich auch Mitleid mit ihr, aber allzu oft war sie dann doch einfach nur eine unheimliche, unberechenbare, alte Person, unter deren Verwirrtheit die gesamte Familie zu leiden hatte.

Das Spielprojekt Forget-Me-Knot von Alexander Tarvet scheint mir daher fast wie eine (für mich leider zu späte) Nachhilfestunde in verpasster Empathie. Mit Hilfe der Unreal Engine und in klassischer Egoperspektive erhält der Spieler die Möglichkeit, in den Körper eines an Alzheimer erkrankten Mannes zu schlüpfen; inklusive großen Erinnerungslücken, Desorientierung, Hilflosigkeit und der Konfrontation mit überforderten Angehörigen. Ein eindringliches immersives Erlebnis, dass es Betroffenen ermöglichen kann, nachzuvollziehen, wie sich ihre erkrankten Mitmenschen fühlen müssen und im besten Fall ein wenig dazu beiträgt, Alzheimererkrankte nicht bloß als bemitleidenswerte und zugleich anstrengende Pflegefälle zu betrachten, sondern als das, was sie nach wie vor sind: Menschen, die Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse haben.

Forget-Me-Knot is an exploration game created to raise awareness and understanding of Alzheimer’s Disease. The player takes on the role of the fictional character Harold Tarvet as they unravel their past and gain a glimpse into what it is like to live with Alzheimer’s Disease. Forget-Me-Knot is the playable artefact created to accompany my dissertation topic of eliciting complex emotional states in video game players.

Forget-Me-Knot via Gamasutra

Und dann noch schnell meine persönlichen Favoriten für den diesjährigen Eurovision Song Contest…

…Bevor es morgen mit den Halbfinals losgeht. Wie jedes Jahr ist mir auch heuer der Grand Prix d’Eurovision de la Chanson im Grunde genommen ziemlich egal; aber nicht ganz so egal wie die Jahre zuvor. Denn mit den finnischen Teilnehmern Pertti Kurikan Nimipäivät (scheiße, welcher Nicht-Finne soll das denn aussprechen können?) hält der Punk Einzug in den ehrwürdigen Wettbewerb: Und zwar nicht in einer schlager-geglätteten, pop-affinen Variante, sondern schlicht und ergreifend der Punk als das, was er ist: Roh, ungestüm, im besten Sinne des Wortes dilettantisch, und im Beitragssong Aina mun pitää (scheiße, welcher Nicht-Finne soll das denn aussprechen können?) nicht einmal zwei Minuten kurz.

Keine Ahnung ob diese finnischen Punkrocker in Wien was reißen können (Jan Feddersen in der TAZ meint ja), aber das ist echt mal richtige musikalische Abwechslung zu dem sonstigen Eurovision-Einheitsbrei; und zwar nicht durch Guildo Horn’sche Ironisierung, oder Lena Meyer-Landrut’sche Poppisierung, sondern durch den ehrlichen Geist des subversiven Rock N Rolls. Achja, zum Thema Inklusion könnte ich jetzt auch noch was schreiben, lasse ich in dem Fall aber: Stattdessen freue ich mich einfach darauf, dass PKN dem schlagerverwöhnten Wiener Publikum morgen ordentlich in den Arsch tritt. Let’s rock!

Make up im Plakatstil

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Es ist ein hartes Los, sein Leben als Gesicht auf einem Werbeplakat zu führen: Nicht nur, dass man von vornherein meistens gestaltet ist wie eine leblose, generische Puppe, darüber hinaus ist man auch noch den Gezeiten der Großstadt hilflos ausgeliefert: Street Artists, Tag-Kiddies, Schnurrbartvandalen und der Zahn der Zeit nagen an jedem Lächeln im urbanen Raum. Die Künstlerin Lydia Cambron hat sich genau jenem Schicksal eines jeden Werbeplakates angenommen. In ihrem Projekt Makeup Transit Authority stellt sie in augenzwinkernden, tragikomischen Selfies das Schicksal von unter Vandalismus leidenden Werbeplakaten nach. Auch eine Möglichkeit Street Art und Urbanität zurück ins Studio zu bringen… und eine ziemlich grandiose noch dazu.

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Makeup Transit Authority via Beautiful/Decay

Queer and Feminist Street Art

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Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie und drüben bei Arte Creative haben sie einen echt schönen Beitrag + Interview + some random Pics zum Thema queere und feministische Urban Art, den ihr euch bei Gelegenheit unbedingt anschauen solltet. Hatte das Thema bis dato überhaupt nicht auf dem Schirm, obwohl ich beide Welten, sowohl die LGBT und Queer Culture als auch Urban Art super interessant finde. Vielleicht mache ich mich demnächst mal online und auf der Straße auf die Suche nach ein paar mehr Fallbeispielen. Davon gibt es mit Sicherheit einiges und mit Sicherheit noch viel zu wenig.

Und obendrauf dann noch meinen Literaturtipp für den Tag: Lese gerade Delusions of Gender von Cordelia Fine (Partnerlink), oder zu deutsch Die Geschlechterlüge (Partnerlink), das als eines der (populär)wissenschaftlichen Referenzwerke zum Nature vs. Nurture, Gender vs. Sex Diskurs betrachtet werden kann und auch in der Fachwelt über die Gender Studies hinaus großen Anklang gefunden hat.

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Queer Street Art via Freundeskreis Street-Art Berlin

Poetisches für den Sonntag: Mosh Pits in Öl

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Der Künstler Dan Witz malt Crowds und Mosh Pits in Öl und zeigt sie damit in einer poetischen Reinheit, die ein Foto niemals leisten könnte. Eine wunderbare Verbeugung vor der Romantik der musikalisch bewegten Masse und zudem machen die Bilder verdammt heiß auf den Festivalsommer.

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Mosh Pits (Human and Otherwise) via Intro

Metallica – Enter Sandman rückwärts rückwärts

Das verursacht gerade ein extremes Schwindelgefühl in meinem für den Musikgeschmack verantwortlichen Nervenzentrum. Einmal Metallica durch den Backward-Mixer bitte, und anschließend rückwärts abgespielt.

Metallica – Enter Sandman (Backwards Cover) via die YouTube “Das könnte sie auch interessieren”-Leiste, die doch manchmal tatsächlich für eine Entdeckung gut ist…

Animated Short der Woche: Battle Deadline

Turbulenter, amüsanter und schlicht atemloser Kurzfilm über eine Animationsschule, den Kampf der Trickfilmschöpfer und ebenso den Kampf ihrer Trickfilmgeschöpfe.

This is an art school where students bring their animation to life. In order to graduate each students must create an animated short within given amount of time. But meeting that deadline is not a simple task.

Battle Deadline by John Cody Kim via Kraftfuttermischwerk

Ich bin dann mal weg… #rp15

…und wie die Jahre zuvor live vor Ort in der Station Berlin. Zu finden bin ich die meiste Zeit über am dctp.tv-Stand, aber vielleicht schaffe ich es dieses Jahr dann doch mir zumindest ein oder zwei Panels reinzuziehen. Die Interviews, die wir die Tage zusammen mit Philip drehen gibt es wie immer live auf dctp.tv zu sehen. Zumindest was meine Artikel betrifft, läuft Seite360 so lange auf Autopilot. See you there.

re:publica 15

Kurzfilm der Woche: Berlin Walk

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Berlin, wie man es als Berliner viel zu selten zu Gesicht bekommt: Entschleunigt, verträumt, magisch realistisch. Scheint mit der Realität der Metropole auf den ersten Blick nicht viel zu tun zu haben. Und doch, wenn man an einem lauen Sommerabend in einer stillen Ecke des Treptower Parks oder des Tempelhofer Felds liegt und die letzten Sonnenstrahlen mit den Augen einfängt, bekommt man ein wenig was von genau dieser urbanen, antiurbanen Magie zu spüren. Und dann merkt man auch: Vielleicht ist weniger die Stadt daran schuld, dass man diese Magie so selten zu greifen bekommt, als viel mehr das eigene Blickfeld. Von Vitùc.

A two day walk through Berlin. Inspiring city, great people, great atmosphere!
Filmed handheld with the 7D + 24m 1.4 (60 fps to 25)
Wonderful music by Reid Willis: April Illuminating

Berlin Walk by Vitùc via Gilly

Walk of Shame für EU-Abgeordnete

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Beeindruckende Aktion diverser NGOs zwischen aufrüttelnder Kunst und politischem Protest: Am 29. April mussten die Abgeordnete des EU-Parlaments über eine Liste mit den Namen von 17.306 vor der europäischen Küste ertrunkenen Refugees laufen, um zu ihrem Plenarsaal zu gelangen. Und meine Reaktion ist – leider immer noch – vor allem Fassungslosigkeit darüber, was wir Europäer derzeit vor unseren Küsten geschehen lassen.

MEPs take part in an NGO-organised action this morning which unveiled an enormous 100 metre-long list showing the names of the 17306 people who died between 1990 and 2012 trying to enter Europe. This list was completed with painted handprints to symbolise the over 6000 people who have died since 2013, and in particular the over 1700 deaths since the beginning of 2015. End Fortress Europe now! No more migrant deaths.

Failed EU answers to death in the Mediterranean (Facebook) via Interweb3000

Oh mein Gott! Diese Pärchenbilder sind sooo schön! Ich bin so ein verdammter Emo! und das ist so eine schrecklich doofe Clickbait-Überschrift!

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Was soll ich sonst noch groß dazu sagen? Irgendwie treffen diese Pärchenbilder – die Singles wahrscheinlich vollkommen zurecht zum Kotzen finden – gerade voll meinen Nerv: Wunderschöne Alltagsszenen, ziemlich kitschig, fast schon himmelschreiend naiv, irgendwie auch kindlich, und dabei doch so verdammt pointiert, ehrlich, und schlicht und ergreifend sweet. Und natürlich tausendmal besser als jeder biedere “Liebe ist…”-Cartoon. Verantwortlich für diese tollen Illustrationen zeichnet sich die japanische Künstlerin puuung… und ich will mehr davon.

via demilked, danke Karen

Alle Trailer sind gleich!

Es gab mal eine Zeit, da habe ich mich tierisch über jeden neuen Trailer für kommende Sommerblockbuster gefreut. Mittlerweile sind die Teile so generisch, dass sie mir selbst bei Filmen, deren Release ich kaum erwarten kann, nur noch ein Gähnen entlocken. This Summer… wait for it… wait for it…. BOOM!

Dieser schicke Supercut stammt von Red Letter Media: und bringt die Misere ziemlich gut auf den Punkt.

All Trailers are the same via Nerdcore

Clickbait Books

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Schönes Twitter-Mem, das von Daniel Dalton für Buzzfeed dann auch gleich mal in schicken Bookcover Redesigns umgesetzt wurde. Unter dem Hashtag #ClickbaitBooks wird die Frage beantwortet, wie große Autoren ihre klassischen Romane hätten nennen müssen, um in den Social Networks für Wirbel zu sorgen. Mein Nerd-Ich liebt den neuen Titel für den Hitchhiker’s Guide to the Galaxy: “Answers to Life, the Universe and Everything! You’ll never believe Number 42!” Und mein versnobtes Hochkultur-Ich quietscht vergnügt über die Ulysses Titelreinterpretation: “A man wandered around Dublin for a day. You wont understand a word of what he did.” Aber auch sonst sind ein paar echt lesenswerte Remixe dabei.

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14 Classic Novels Rewritten With Clickbait Titles

Endlich? – Ryan Adams covert “Summer of 69″ von Bryan Adams

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Wenn es eine Frage gibt, die den wahren Songwriter-Fan vom uninformierten Radiohörer separiert, dann ist es wohl diese: “Was ist dein Lieblingssong von Ryan Adams?”. Es müssen die ersten Buchstaben des Vornamens nicht einmal genuschelt werden, um dem Banausen ein wie aus der Pistole geschossenes “Summer of 69″ zu entlocken. 30 Jahre Konditionierung durch einen großen Radiohit können leider so einiges ausmachen.

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