Bizarre Stickkunst von Alaina Varrone

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Wenn ich gefragt werde, welches Kunsthandwerk ich am ehesten mit alten Großmuttchen verbinde, die gemütlich im Sessel sitzen, Katze links, Kamillentee rechts… ähmm ja, ihr wisst schon worauf das hinauslaufen soll. Mehr noch als Stricken und Häkeln – die Dank des Urban Knitting mittlerweile wieder cool sind- verbinden die meisten Leute meiner Generation Stickereien mit biederem Kunsthandwerk ohne kreativen Charme und avantgardistische Note. Dass es anders geht….. ganz anders… wirklich, wirklich, wirklich anders… beweist Alaina Varrone mit ihren bizarren Stickereien: Mal erotisch stilisiert, mal schon fast profan sexuell, und dann plötzlich ziemlich grotesk, gerne auch ein wenig verstörend, immer mit dem Klischee des Perversen und Pornografischen flirtend ohne dabei jemals zu platt zu werden. Andersartig sind sie fast alle, NSFW und R-Rated auch in vielen Fällen… aber Gott sind die dabei großartig. Handwerkskunst, die nichts – aber auch rein gar nichts – mit Handwerkskunst zu tun hat und einfach pures Bizarreriengold.

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Alaina Varrone via Beautiful Decay

 

Poetisches für den Sonntag: Brandy Eve Allen

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Ich stöbere gerade ein bisschen im Tumblr von Brandy Eve Allen und bin einfach nur hin und weg von ihren fantastischen Fotos und Spielen mit dem Medium Bild: Genau der richtige Zeitpunkt, um unsere sonntägliche Poesie-Ecke wiederzubeleben. Surft da hin, schaut euch ihre Bilder an, lasst euch verzaubern und hypnotisieren!

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Brandy Eve Photos via art fucks me

Breaking News: The Scream accepts Ice Bucket Challenge

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Munchs Kreatur nominiert die blauen Pferde von Franz Marc, Kirchners sitzende Dame und Mackes Spaziergänger am See.

via Interweb3000 (FB)

Nude Portraits von Trevor Christensen

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Der ausgezeichnete Fotograf Trevor Christensen dekonstruiert das Paradigma der Nacktfotografie auf denkbar simpelste, dafür aber umso effektivere Weise. Auf seinen Bildern der Serie Nude Portraits ist nicht das fotografierte Objekt nackt, sondern der Fotograf selbst ist es. Bleiben die üblichen Fragen: Inwiefern spiegelt sich die Nacktheit Christensens in den Gesichtern der von ihm Fotografierten wider? Sind diese Fotos ein Aufschrei gegen das Ungleichgewicht zwischen Darstellendem und Dargestellten, das in der (Akt-)Fotografie grundsätzlich vorherrscht? Oder fordert Christensen in den Fotos unseren inneren Voyeur heraus, der genau in diesem Moment viel lieber wüsste, was hinter der Kamera vor sich geht? Anyway, tolles Konzept, tolle Bilder. Bitte mehr davon!

As a photographer I’m deeply interested in the experience subjects have during portrait shoots. When I guide subjects through the process of making their photo, I seek to create a calm, comfortable environment where they can be at ease in front of the camera. Despite my best efforts, subjects often feel a sense of vulnerability during the process. No matter the scenario, this power imbalance seems like an almost inescapable part of the experience.

The photographer/subject paradigm is one of inequality. Nude Portraits is about leveling the playing field in an unorthodox way. Instead of focusing on bringing the subject to a place of ease, where I am, this project brings me to a place of vulnerability.

This vulnerability is achieved by making portraits without clothing. These are nude portraits in the sense that I, the photographer, am nude, while the subject is not.

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Nude Portraits by Trevor Christensen via Nerdcore

Filmabriss: Her, Lucy, The Wolf of Wall Street, Planet der Affen: Revolution

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Zweimal Kino, zweimal DVD. Zweimal Scarlett Johansson, zweimal Affengesichter (Sorry Leo). Gleich drei große Regie-Namen – Spike Jonze, Luc Besson, Martin Scorsese – und insgesamt viel hollywoodesker Eskapismus. Zeit für einen neuen Filmabriss…

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Women as Background Decoration: Part 2 – Tropes vs Women in Video Games

Anita Sarkeesian hat ein neues Video aus ihrer – imho nach wie vor gelungenen und soooo notwendigen – Reihe Tropes vs. Women in Video Games veröffentlicht. Und… naja, erwartungsgemäß laufen viele Videospieler wieder Amok, da sie ihr hochgeliebtes Medium, und dann auch noch von einer Frau, beschmutzt sehen. Ich versuche mich dieses Mal aus dem Disput rauszuhalten (Der Chauvinismus und die Ignoranz der Szene macht mich nur wütend, gerade weil ich Videospiele liebe und an eine große Zukunft der Videospielkultur glaube). Folgenden Kommentar kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen…

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Women as Background Decoration: Part 2 – Tropes vs Women in Video Games

Und dann war da noch der erste dokumentierte Gruppen-Selfie in der Geschichte der Menschheit…

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…Aufgenommen auf einem New Yorker Dach im Jahre 1920. Zu sehen sind fünf Männer, die sich selbst fotografieren, gehalten wird die Kamera von Joseph Byron auf der linken und Ben Falk auf der rechten Seite. Selfies waren damals offensichtlich kein One-Man- und auch kein One-Hand-Job, sondern erforderten Geduld und – nicht zu unterschätzen – Muskelkraft, wie auf dem am selben Tag entstandenen “Behind-the-Selfie”-Foto zu erkennen ist. Beide Bilder gehören zur Kollektion des Museum of the City of New York, und es dürfte sich dabei zumindest um den ersten dokumentierten Gruppenselfie handeln, der zugleich in Verbindung mit seiner Aufzeichnung des Aufzeichnungsprozesses  ein famoses Dokument der schon früh vorhandenen Selbstreflexion der fotografischen Zunft ist. (via)

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Um den ersten tatsächlichen Selfie handelt es sich dabei allerdings nicht. Die Ehre, für diesen verantwortlich zu sein, gebührt dem Fotografen Robert Cornelius und seinem Selbstporträt aus dem Jahr 1839. Eine ganze Minute musste der Künstler still sitzen, um sich auf dem Lichtfilm und in der Geschichte der narzisstischen Fotografie zu verewigen (via).

via Gothamist

Russland fordert Bulgarien auf, die Superheroisierung sowietischer Denkmäler zu verhindern

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Das auf dem oberen Bild zu sehende Denkmal für sowjetische Soldaten in Sofia ist nicht das einzige Monument aus sozialistischer Zeit, das von unbekannten Künstlern einen ziemlich cleveren Remix – manch einer würde es Vandalismus nennen – erhalten hat. Aber es ist mit Sicherheit das Beeindruckendste. Die auf den Sockel hinzugesprayte Botschaft lautet frei übersetzt “Mit der Zeit Schritt halten” und ist in Verbindung mit dem neuen Superhelden-Anstrich ein sehr schönes Sinnbild dafür, wie die westliche Kultur in den ehemaligen Ostblock mehr und mehr an Einfluss gewinnt.

Wie die Moscow Times berichtet, fordert die russische Regierung nun vehement Bulgarien dazu auf, die “Verschändelung” ihrer Denkmäler zu unterbinden, härter gegen die “Vandalisten” vorzugehen. Zuvor wurde bereits ein Denkmal sowjetischer Soldaten von unbekannten Guerilla-Artists in den Farben der ukrainischen Flagge eingefärbt, August 2013 erhielt ein anderes Denkmal eine rosa Färbung, als künstlerische Entschuldigung für die bulgarische Unterstützung beim Niederschlag des Prager Frühling. Und während dies alles geschieht, schneit die Meldung rein, dass in Moskau Mc Donalds Filialen geschlossen werden, angeblich aus hygienischen Gründen. West versus East, Round Two?

via Slate (Image by Ignat Ignev: CC By 3.0; via wikimedia)

Die alljährlichen Geburtstagsfotos von Lucy Hilmer

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Seit 1974 – ihrem 29. Geburtstag – fotografiert sich die Künstlerin Lucy Hilmer jedes Jahr in ihrem “Geburtstagsoutfit”, was in diesem Fall aus nicht viel mehr besteht als einem überdimensionalen weißen Bikiniunterteil, Socken und einem Paar Schuhe. Das Ergebnis sind wundervolle Akt-Selbstporträts, die von einer selbstbewussten Persönlichkeit zeugen, deren Alterungsprozess von unfassbarer Schönheit begleitet ist. Weitere Fotos in den Quellen unten…

Birthday Suits via Huffington Post

Reisebericht aus Danzig

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Ich bin frisch aus Danzig bzw. Gdańsk zurück und wollte jetzt doch noch kurz meine Reiseeindrücke der letzten fünf Tage hier im Blog festnageln. Generell gilt: Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert, auch eine Reise, die sich über mehrere Tage hinzieht. Obwohl wir vor der Abfahrt relativ wenig konkret geplant hatten, ist es uns ohne Probleme gelungen die Zeit mit Ausflügen vollzupfropfen, mehr noch, zurück in Berlin habe ich das Gefühl, als würde Danzig noch genug Sehenswertes bieten, dass ich auch erneut für eine Woche hinfahren könnte. Dank diverser Ausflugsmöglichkeiten, mehreren Ostseestränden praktisch vor den Stadttoren, einer Menge Kultur und Geschichte, dem Dominikanermarkt sowie den hervorragenden gastronomischen Angeboten, gehört Danzig zu den sehenswertesten polnischen Städten, und wer einem Kurztrip zwischen Stadt-, Strand-, Natur- und Kultururlaub nicht abgeneigt ist, sollte sich das Städtchen definitiv nicht entgehen lassen.

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Gruselige Marienstatuen sind gruselig

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Ich arbeite gerade noch an meinem Danzig-Reisebericht, diese drei Fotos wollte ich euch allerdings nicht bis zu seiner Fertigstellung vorenthalten.

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Alle drei Plastiken stehen in der Marienburg (Malbork) nahe Danzig und offenbaren die gruseligen Seiten christlicher Ikonik. Ich weiß nur noch nicht, was ich unheimlicher finden soll: Den erwachsenen totgelittenen Jesus, der von seiner Mutter wie ein kleines Kind gehalten wird, oder das deformierte Christkind, das auch eine pointierte Metapher auf den Niedergang des Christentums sein könnte.

Harry Potter meets Scott Pilgrim

…und den habe ich hier auch schon seit Ferienbeginn in einem offenen Tab vor sich hindämmern. Sehr schöner Mashup-Trailer von The Usual Suspect, der beweist, dass in diesen Teilen auch mehr möglich ist als nur die Tonspur des einen auf das Bild des anderen Films zu legen.

via pewpewpew