Reisebericht aus Danzig

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Ich bin frisch aus Danzig bzw. Gdańsk zurück und wollte jetzt doch noch kurz meine Reiseeindrücke der letzten fünf Tage hier im Blog festnageln. Generell gilt: Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert, auch eine Reise, die sich über mehrere Tage hinzieht. Obwohl wir vor der Abfahrt relativ wenig konkret geplant hatten, ist es uns ohne Probleme gelungen die Zeit mit Ausflügen vollzupfropfen, mehr noch, zurück in Berlin habe ich das Gefühl, als würde Danzig noch genug Sehenswertes bieten, dass ich auch erneut für eine Woche hinfahren könnte. Dank diverser Ausflugsmöglichkeiten, mehreren Ostseestränden praktisch vor den Stadttoren, einer Menge Kultur und Geschichte, dem Dominikanermarkt sowie den hervorragenden gastronomischen Angeboten, gehört Danzig zu den sehenswertesten polnischen Städten, und wer einem Kurztrip zwischen Stadt-, Strand-, Natur- und Kultururlaub nicht abgeneigt ist, sollte sich das Städtchen definitiv nicht entgehen lassen.

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Gruselige Marienstatuen sind gruselig

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Ich arbeite gerade noch an meinem Danzig-Reisebericht, diese drei Fotos wollte ich euch allerdings nicht bis zu seiner Fertigstellung vorenthalten.

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Alle drei Plastiken stehen in der Marienburg (Malbork) nahe Danzig und offenbaren die gruseligen Seiten christlicher Ikonik. Ich weiß nur noch nicht, was ich unheimlicher finden soll: Den erwachsenen totgelittenen Jesus, der von seiner Mutter wie ein kleines Kind gehalten wird, oder das deformierte Christkind, das auch eine pointierte Metapher auf den Niedergang des Christentums sein könnte.

Harry Potter meets Scott Pilgrim

…und den habe ich hier auch schon seit Ferienbeginn in einem offenen Tab vor sich hindämmern. Sehr schöner Mashup-Trailer von The Usual Suspect, der beweist, dass in diesen Teilen auch mehr möglich ist als nur die Tonspur des einen auf das Bild des anderen Films zu legen.

via pewpewpew

Eine Google-Suchanfrage per Post… und die Antwort

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Komme gerade von sieben Tagen Danzig zurück (langweiliger Reisebericht folgt) und muss mich erst einmal warmbloggen. Daher starte ich den Tag mit etwas, was ohnehin schon durch die halbe Bloglandschaft gewandert und mittlerweile als Nicht-Fake bestätigt ist:

In diesem Jahr ist Michael Wiethe (Rettungsassistent) mit seinen beiden Söhnen Timm (12) und Henri (9) in dem Nordseebad Otterndorf. Das tägliche Ritual des Geschichtenvorlesens am Abend, vor allem die Geschichte des Deichhörnchens, hat Timm Wiethe jedoch grübeln lassen. „Mein Sohn wollte wissen, ob es das wirklich gibt“, erklärt Vater Michael. Der routinierte Griff zum Smartphone und der Suchmaschine Google war in Otterndorf aufgrund schlechten Empfangs nicht möglich. Sohn Timm hatte aber schnell eine Idee: einen Brief an Google schreiben. Gedacht – getan. Da der Postweg zu lange gedauert hätte, ging das nette Schreiben mit der Frage nach dem Deichhörnchen per Fax an das Unternehmen.

…und dann kam das als Antwort.

antwort

Klar ist die Antwort von Google PR und so… aber so verdammt niedliche PR, dass sie einfach nicht ignoriert werden kann.

via

This Post is Art! Is it? – Wann wird ein Kunstwerk zum Kunstwerk?

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Wer in den letzten Wochen die kulturelle Blogosphäre verfolgt hat, dem wird kaum die mittlerweile wohl überall geteilte Geschichte von dem 4Chan-Beitrag entgangen sein, der kadriert und als Kunst postuliert bei ebay für über 90.000 Dollar verkauft wurde. Long Story short: In einer klassischen 4Chan Diskussion darüber, was nur aus der Kunst geworden ist, behauptete irgendwann ein anonymer User, Kunst sei früher etwas Wertvolles, Wertzuschätzendes gewesen, heutzutage könne tatsächlich alles Kunst sein, garniert mit dem ironischen Kommentar, dass auch sein eigener Post Kunst wäre:

Art used to be something to cherish.

Now literally anything could be art.

This post is art.

Ein findiger Netzkünstler fertigte ein Foto dieses Screenshots an, rahmte es und bot es unter dem Titel “Artwork by Anonymous” unter ebay feil (Anfangsgebot: 500 $). Der Rest ist Netzkultur-Geschichte. Das Werk wurde für fast 100.000 Dollar versteigert, während – mittlerweile bereits wieder gelöscht – ein gerahmter Screenshot dieser Auktion ebenfalls bei ebay landete aber nicht einmal annähernd die Begehrtheit des vorherigen Kunstwerks erreichte.

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Und dann waren da noch die Animated Gifs von Scorpio Dagger…

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…die irgendwo zwischen traditioneller Renaissancekunst, Monty Python und What the Hell did I just see? pendeln. Großartige Remix-Alpträume und Bizarrerien, die auch gerne mal den albernsten und flachsten Weg einschlagen, um Hochkultur mit Netzkultur mit Dada mit Gaga zu versöhnen. Und das Beste ist: Sein Tumblr ist einfach mal voll mit dem Scheiß…

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Scorpion Dagger via Nerdcore

Don’t try this at home! – Unspielbares Klavierstück

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Aus SuperMarioBros2 Impossible Music Factory. Ein unspielbarer polyphoner Höllenritt auf einem Midi-Piano. Es beginnt noch recht gediegen, dann aber ab der 30. Sekunde bricht die Hölle los und unfähiges Mensch kann nur staunend zuschauen, wie es von wahnsinniger Maschine an die Wand gespielt wird. Aber Menschlichkeit hat Neue Musik auch noch nie wirklich gebraucht…

via Kotzendes Einhorn

Polaroids aus der Zwischenwelt

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Schnappschüsse zwischen Nirwana, Selbstentfremdung und wohl temperiertem Schauer von der Fotografin Kathy Rankin. Some incredible Stuff!

I’ve always been interested in the human condition~fear, anxiety, isolation, the unknown as well as dreams, and I use self-portraiture as a means to explore these issues.

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Mehr davon gibt es in ihrem Flickr zu bestaunen. (via the only magic left is art)

Aus den Schützengräben… Ein WWI-Magazin von britischen Soldaten (1916)

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Bei der Public Domain Review findet sich derzeit ein Magazin über den Ersten Weltkrieg aus dem Jahr 1916, vollgepackt mit Texten und Illustrationen von britischen Soldaten. Die in relativ geringen Dosen vorhandene Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Gräuel des Krieges (stattdessen gibt es eher lexikalische Einträge und einige sogar recht vergnügte Zeichnungen) lässt darauf schließen, dass bei der Publikation der eklektischen Sammelschrift das ein oder andere Mal die Schere beteiligt war, um diese nicht zum Motivationskiller im noch andauernden Krieg werden zu lassen. Dennoch und gerade deswegen ein beeindruckendes Dokument über die Auseinandersetzung des “kleinen Mannes” mit dem Leben an der Front.

Made in the Trenches: a WW1 Magazine Created by Soldiers (1916)

Zombiefilm-Abriss: The Returned, Ben & Mickey vs. the Dead, Mutants, World War Z, White Zombie

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Genau so schwer wie seine Protagonisten ist das Genre des Zombiefilms totzukriegen. Nach dem großen Revival der 00er Jahre und einer wahren Blütezeit an Remakes/Fortsetzungen/Neuerfindungen ist der Zombiefilm auch im Jahr 2014 quickuntot. Und ich habe das Gefühl, gerade in den ersten beiden Quartalen mehr Film rund um Zombies gesehen zu haben als im gesamten Jahr davor. Also ist es mal wieder an der Zeit einen klar fokussierten Filmabriss zu schreiben, unter den Tags: Zombies, Untote, Infizierte… Neben neuen Vertretern wie den klassischen Fantasyfilmfest-Flicks The Returned und Ben & Mickey vs. the Dead werfe ich einen kurzen Blick auf den schon etwas älteren französischen Horror Nouvelle Vague Mutants aus dem Jahr 2009 und den letztjährigen Hollywoodbeitrag zum Subgenre World War Z. Und da die Zeit gerade da ist, schadet es auch nichts, sich kurz mit dem Klassiker überhaupt auseinanderzusetzen. White Zombie aus dem Jahr 1932, der gemeinhin als der erste Zombiefilm überhaupt gehandelt wird.

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Cement Eclipses von Isaac Cordal

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Sie verstecken sich in Bordsteinritzen und in kleinen Kanalrohren. In den kleinen unscheinbaren Einbuchtungen von Mauern und hinter den Überresten der letzten Pflanzen im urbanen Raum sind sie zu Hause. Mitunter wagen sie sich auch auf die Straße, waten durch Pfützen, huschen über Straßen und suchen sich neue Verstecke, während sie die Einsamkeit der Großstadt von unten betrachten.

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Die Cement Eclipses von Isaac Cordal sind beeindruckende, düstere und durch und durch deprimierende Gestalten, die sich im Gegensatz zur üblichen Street Art den urbanen Raum nicht erschließen, die ihn nicht erobern und sich zu eigen machen, sondern ganz im Gegenteil, sich in ihm verstecken, Schlupflöcher suchen und – wie es scheint – ständig Gefahr laufen, in ihm verloren zu gehen. Die Geschichten, die um sie entstehen sind pessimistisch, defätistisch, sie zeichnen Tod und Verfall in den öffentlichen Raum, zwingen zum Innehalten und zum Überdenken der eigenen Perspektive auf die Öffentlichkeit. Isaac Cordal dazu:

Men and women are suspended and isolated in a motion or pose that can take on multiple meanings. The sympathetic figures are easy to relate to and to laugh with. They present fragments in which the nature, still present, maintains encouraging symptoms of survival. The precariousness of these anonymous statuettes, at the height of the sole of the passers, represents the nomadic remainders of an imperfect construction of our society. These small sculptures contemplate the demolition and reconstruction of everything around us. They catch the attention of the absurdity of our existence.

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Cement Eclipses via colossal und pokingsmot

Samuel Beckett Motivational Cat Posters

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Eine ganze Reihe großartiger Beckett’scher Lebensweisheiten verpackt in Catcontent findet Ihr im entsprechenden Tumblr.

(via dem Martin, der die Qualität meiner Facebook-Timeline jeden Tag erheblich steigert. Thanks, dude!)

HERE IS TODAY

today

So remember, when you’re feeling very small and insecure,
How amazingly unlikely is your birth,
And pray that there’s intelligent life somewhere up in space,
‘Cause there’s bugger all down here on Earth.

(Monty Python, The Galaxy Song)

Schönes Clickthrough zur Bedeutungslosigkeit der eigenen Existenz. HERE IS TODAY!

via agonistica