Ob Facebooks Löschen vom “Ursprung der Welt” Zensur ist, wird nun in Paris verhandelt

Origin-of-the-World

Okay… um ehrlich zu sein, schreibe ich jetzt darüber in erster Linie, um dieses wundervolle Bild noch einmal ganz oben ins Blog hängen zu können. Die Geschichte dazu reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Damals teilte ein französischer Lehrer Gustav Courbets Gemälde L’Origine du monde (1866) zusammen mit dem Link zu einer ARTE-Doku auf Facebook. Was folgte ist nicht schwer vorstellbar: Facebook löschte das Bild, weil es gegen die Gemeinschaftsstandards des Social Networks verstieß (Pornografie!111 Brustwarzen und Schamlippen direkt aus dem Musée d’Orsay) und sperrte das Konto des Nutzers.

Dieser wiederum klagte in Paris gegen Facebooks Vorgehen, weil dadurch seine Meinungsfreiheit verletzt sei. Tatsächlich ein ziemlich ungewöhnliches Vorgehen, da in den Facebook-Richtlinien festgehalten ist, dass alle rechtlichen Streitfälle “ausschließlich vor dem für den nördlichen Bezirk von Kalifornien zuständigen US-Bezirksgericht (Warum wurde der Körper eigentlich ohne Gesicht gemalt?) oder vor einem Staatsgericht in San Mateo County” geklärt werden dürfen. Im März 2015 hat das Pariser Landgericht erklärt, dass eben doch nicht ein Kalifornisches Gericht sondern die französische Justiz (Wird der Mensch hier zum Objekt…?) zuständig sei. Und dieses Urteil wurde letzte Woche – nach dem folgerichtigen Widerspruch (…Oder das Objekt zum Menschen?) von Facebook – von einem Berufungsgericht (Kritik am modernen Körperbild…?) bestätigt. Damit ist der Weg frei zu der (…Oder Umarmung des modernen Körperbilds?) eigentlichen Klage – wegen Verletzung der Meinungsfreiheit – vor (Ein politisches Statement…?) einem europäischen (…oder ein Ästhetisches?) Gericht.

An diesem Urteil ist natürlich gleich mehreres ziemlich tricky und alles andere als eindeutig (Ahhh, aber wie schön dieses Gemälde bei all diesen Fragen ist!). So schreit natürlich mein liberales Herz “Pfui Teufel!” über Facebooks merkwürdigen Zensurentscheidungen (diese weichen Linien des Stoffes, kontrastiert durch die naturalistisch dargestellte Haut der Gezeichneten… hach!), während mein liberaler Verstand konstatieren muss, dass Facebook als Inhalteverwalter (diese fast in der Dunkelheit des Lakens verschwindende Brustwarze, fantastisch!) natürlich Hausrecht besitzt und löschen und zensieren darf wie es möchte. Überhaupt, kann man bei einem solchen Fall (und diese klare Perspektivierung…) von ausgeübtem Hausrecht überhaupt von Zensur (…direkt zum Ursprung allen Seins…) sprechen? Ein Begriff, der doch eigentlich für staatliches Vorgehen (…und trotzdem diese kühle, natürliche, ungeschminkte Erotik!) vorbehalten ist und vollkommen zurecht (Leben und Sexualität in realistischer Eintracht!) nur (die gewölbte Scham!) sehr vorsichtig (die laszive Lage!) eingesetzt (direkt, ja, auch proto-pornographisch, jedoch ohne ordinär zu wirken!) werden sollte (Natur und Ästhetik, himmlisch vereint!), auch wenn sie (Keine Scham!) natürlich als (Die natürliche Schönheit des Torsos einfach feiernd) Meinungsmedium eine (Fleisch entgeistend!) Macht haben, die (Fleisch genießend!) locker an die (Und diesen Genuss mit jedem teilend…) von großen (…der bereit ist sich…) Staaten rankommt (…auf die Schönheit des puren Seins…) und (…des menschlichen Körpers…) diese (…in seiner Spannung als bloßer Körper…)  Macht auch (…einzulassen!) missbrauchen können (Ein Meisterwerk!).

…Ich glaube, ich habe den Faden verloren. Mögen sich die Juristen weiter streiten. Ich versinke noch ein wenig in diesem wundervollen Gemälde…

Weitere Infos auf netzpolitik und Le Monde

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