Deutschrap und so #23: Kool Savas – Der beste Tag meines Lebens


Das ist eigentlich die Baustelle von Marcus. Kool Savas war ja schon im Berliner Untergrund untwegs, da habe ich noch schön in Heidelberg dessen Hassfigur Torch geliket und dessen immer noch tolles Album “Blauer Samt” in Dauerrepeat gehört.

So ab 2002 war mir das dann aber zu öde. Savas hatte den Ruf ein besonders krasser Battle-Rapper zu sein, und so war ich sehr gespannt als sein Video “Haus und Boot” eines Tages auf MTV Neu angekündigt wurde. Das war dann aber überhaupt nicht krass und als dann noch eine Frau (die doch ziemlich nervige Valeszka) böse in die Kamera schaute war ich erstmal bedient, da ich derben Testeron-Rap wie Pimplegionär erwartete.

Das Thema mit King Kong Savas wäre also eigentlich direkt erledigt gewesen, wenn nicht die zweite Single “Bester Tag meines Lebens” alles umgeworfen hätte, was ich bis dato an Hip Hop gesehen hatte. So unfassbar ästehtisch in Bild und introspektiv In Wort  hatte ich bis dahin noch nie die den Alltag im Plattenbau gesehen: Die Lyrics, die Savas als gereiften MC mit Message zeigten, führten auch bei mir zum Umdenken.

Das war ein vollkommen neues Niveau an Sprachkunst im Rap und eine andere fasznierend schön-kaputte Welt, dir mir zwar Bushido ein wenig später dann auch bringen sollte, allerdings nicht annähernd so tiefgehend im Kontext “Kunst” verwurzelt.

“Glaub nicht, jeder ist gegen dich und ein Hindernis,
sei nett und bescheiden, korrekt und fleißig und du kannst alles erreichen.
Hör auf zu zweifeln, denn gestern ist Vergangenheit und morgen ein Rätsel,
doch heut vielleicht noch der beste Tag deines Lebens.”

Was kann man einem unsicheren jungen Menschen in seiner Adolszenz mehr mitgeben als diese tollen Lyrics? Danke dafür  Savas!

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