#MONEYBOYLEAKS

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Bei der Lösung einer der letzten Rätselfragen der Menscheit: Ist Money Boy ein genialer Persiflierer, oder ein dummer?, ist man jetzt nur scheinbar einer Lösung auf der Spur. In einer “deutschlandweiten Kooperation” von Noisey, Redbull-Music und dem Splash Mag, wurde nach der ominösen Diplom/Magisterarbeit des Boys recherchiert. Mit Erfolg. Die Welt weiß nun, dass man in Österreich einen Magistertitel bekommt, wenn man eine Diplomarbeit schreibt. Huh? Ja! Schaut hier auf splash-mag.de das Titelblatt seiner Arbeit. Redbull-Music hat dazu ein äußerst belangloses Interview mit des Boys ehemaligen Professor gemacht. Und Noisey (Vice) hat ein paar noch langweiligere Zitate aus der Diplomarbeit. Warum belanglos und langweilig? Ausgehend vom Thema (Gangster-Rap in Deutschland. Die Rezeption aggressiver und sexistischer Songtexte und deren Effekte auf jugendliche Hörer) und den Zitaten der Arbeit, sehe ich darin keinen wissenschaftlichen Mehrwert. Im Grunde macht der Boy hier nichts anderes, als mit ein paar Fremdwörtern mehr oder weniger harten Rap so zu erklären, wie dieser sich für gewöhnlich selbstdarstellt. Wie etwa: (S. 83)

In ihren Texten nehmen die Akteure häufig auf ihre Potenz und Virilität Bezug. Die Selbstüberhöhung der eigenen Potenz sowie Verweise auf die eigenen Geschlechtsorgane sind typische Elemente des Battle-Rap.

(Selbstüberhöhung…) Also Money Boy als Money Boy mit korrekter Grammatik plus Fremdwörter. Ist der Boy sogar so genial, dass er vermag eine wissenschaftliche Arbeit zu persiflieren? Oder ist das alles nur Notwehr? Die ganze Diskussion ist ein Witz und gibt viel mehr Auskunft über die Vorurteile derjenigen, die sie führen, als über Money Boys IQ. Als ob sich an einer wissenschaftlichen Arbeit Intelligenz bemessen ließe. Eine Magister/Diplomarbeit ist zunächst einmal nur der Nachweis, dass man wissenschaftlich arbeiten kann. Als ob ein Uniabschluss als Garant für Intelligenz anzusehen sei. Waren bei den Pegidisten nicht auch verhältnismäßig viele Uniabsolventen, oder bei der AFD? Fakt ist, der Boy ist ein Künstler, der sich geschickt, oder aus Versehen am Markt etabliert hat. Fakt ist, niemand im deutschen Rap-Biz, entertaint more than der Boy. Wer den Boy verstehen will, der muss ihn hören.

So wie es sich für mich darstellt, als jemand der sich mit 30 fernab von der der Kollega-Zielgruppe befindet, ist neben Hafti der Boy am einflussreichsten was Slogans und Memes betrifft. Ich würde sogar sagen, dass der Boy gewissermaßen einen größeren Einflussbreich hat. Man muss sich nur die Verbreitung seiner Redeweise betrachten. Seit ein, zwei Jahren tauchen überall, zumindest in den Medien, die ich konsumiere, diese fehlerhafte Grammatik und die redundante Verwendung von Hilfsverben im Zusammenhang mit Anglizierung auf: “am swag haven”, “ein Interview maken”, am being sein tun”… . Money Boy selbst hat in einem Interview mal darauf hingewiesen, dass er das von amerikanischen Rappern übernommen hat. Ich glaube er nannte Lil Wayne. Verbreitung findet dieser Style dann durch andere, die darauf Bezug nehmen, wie zum Beispiel Audio88 im Song “Dies Das” mit Yassin und Dexter:

Ich tu Wievergleiche tun, so wie ein echter MC.

Sodass man zusammenfassend meinen könnte, dass der Boy seinen Fame auch dadurch bekommt, dass Wettbewerber ihn persiflieren.

via Falk Schacht auf Facebook

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