Improvisation No.2

iamerror

Ich habe – sorry Rinko – fremdgebloggt. Im wundervollen Videospielfeuilleton videogametourism findet ihr ab sofort meinen Beitrag zu der Reihe Games that never were, den zu lesen ich euch hiermit wärmstens ans Herz lege (und nebenbei auch noch kurz anmerke, dass es sich ohnehin immer lohnt, bei den Videogametouristen vorbeizuschauen, wenn ihr auf intelligente Texte zu Videospielen und zur Videospielkultur steht).

Außerdem habe ich mich gestern impfen lassen. Nein, es geht nicht nach Afrika oder Südamerika. Mumps/Röteln/Masern waren an der Reihe. Bei uns im Freundeskreis und Bezirk ist eine wahre Masernepidemie ausgebrochen, weil es in den hippen, gentrifizierten Stadtteilen Berlins derzeit total en vogue ist mit obskurer, pseudowissenschaftlicher Begründung, die grundsätzlichen Impfungen für die eigenen Kinder rundheraus abzulehnen. Mal ganz abgesehen davon, dass die impfkritischen Eltern leichtfertig das Leben ihrer eigenen Kinder aufs Spiel setzen (mit den angeblich so harmlosen Kinderkrankheiten ist alles andere als zu spaßen), schmarotzen sie nebenbei noch den Herdenimpfschutz der verantwortungsvollen Eltern, und – was in diesem Fall das Schlimmste ist – stellen eine Gefahr für all diejenigen dar, die sich aus diversen Gründen nicht impfen lassen können. Erwischt hat es letzte Woche die 11 Monate alte Tochter meiner besten Freundin (einen Monat bevor sie geimpft werden sollte). Außerdem meine Freundin selbst und ihren Lebenspartner, da ihre DDR-Impfung wohl nicht den besten aller Impfschutze liefert. Er musste wegen starken Fiebers sogar für mehrere Tage ins Krankenhaus, hatte zwischendurch grauenhafte Leberwerte und seine Haut muss auch ziemlich mitgenommen aussehen. Gott sei Dank ist bei den dreien alles gut gegangen, so eine Maserninfektion kann bei Erwachsenen übel ausgehen.

Jedenfalls war sich meine Mutter, nachdem ich Kontakt zu allen drei Erkrankten hatte, plötzlich gar nicht mehr so sicher, “ob du jetzt geimpft bist oder die Masern hattest. Keuchhusten und Windpocken hattest du auf jeden Fall. Das weiß ich noch.”. Und zu allem Übel ließ sich dann auch mein Impfbuch nicht finden (wahrscheinlich meine eigene Schuld, weil meine letzte Reiseimpfung noch gar nicht so lange her ist). Gott sei Dank lassen sich Masern auch noch Tage nach der potentiellen Ansteckung (Ansteckungsrisiko liegt bei 98% für alle Menschen ohne Antikörper) impfen, und so habe ich mir gestern für den Fall der Fälle eine Spritze in den Arm jagen lassen. Worauf ich mit dieser – spärlich unterhaltsamen – Episode eigentlich hinaus will: Leute, lasst eure Kinder verdammt nochmal impfen! Traut nicht irgendwelchen obskuren, esoterischen, schulmedizinkritischen Heilpraktiker-Aussagen. Macht euch schlau! Habt ein wenig mehr Vertrauen in die Wissenschaft.  Kümmert euch! Und geht nicht den Pseudowissenschaftlern und Spiritualpopulisten auf den Leim.

Achja, Thema Gesundheit: Ich bin echt verflucht stolz auf mich. Seit nunmehr zwei Monaten rauchfrei, ohne rückfällig zu werden. Mag für Nichtraucher nach nichts besonderem klingen, aber jeder starke (Ex-)Raucher wird nachvollziehen, was für ein großer (und schwerer) Schritt das sein kann. Meine Methode besteht btw. im Umstieg auf E-Zigaretten. Mit dem EVOD Starterset (hier für unter 40€ bei Amazon (Partnerlink)) bin ich gerade sehr glücklich. Und um eventuellen “Dann hast du ja gar nicht aufgehört”-Kommentaren vorzubeugen: Nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand sind die Gesundheitsrisiken beim “Dampfen” minimal bis gar nicht vorhanden und in jedem Fall definitiv geringer als beim gewöhnlichen Tabakrauchen.

So, genug zum Thema Gesundheit, weiter geht es mit Sport. Gestern hat in einer unfassbar spannenden – zwischenzeitlich einfach nur überwältigenden – Partie der deutsche Schachspieler Arkadij Naiditsch den Weltmeister Magnus Carlsen besiegt. Zur Poesie und Schönheit des Schachsports könnte ich einen eigenen Artikel schreiben. Heute begnüge ich mich mit der hervorragenden Analyse von Daniel King, der in diesem Youtube-Video die Partie im Schnelldurchlauf durchleuchtet.

Was gibt es sonst noch? Sascha Lobo hat bei den SPON-Kolumnisten einen großartigen Text über Verschwörungstheorien geschrieben, ich habe mich jetzt wohl doch endgültig dazu entschieden keinen prätentiösen, kulturphilosophischen Essay der defekten Tür, dem Techniker und den tausenden Memes der Uni Mainz zu widmen (Kurz verlinken kann ich die Geschichte ja trotzdem). Derzeit spiele ich Captain Toad (Nintendo-Sweetness, Fuck Yeah!), als Serienmarathon habe ich gerade Orphan Black beendet, an diesem Wochenende im Kino genieße ich wohl Birdman, und als Lesestoff stapeln sich auf meinem Nachttisch Unterwerfung von Michel Houellebecq (Non non, je ne suis pas Pegida), Orange is the new black und der Debüt-Roman von David Cronenberg.

So weit erst einmal von mir. Was ich auf dem Herzen hatte, ist gesagt, die Tab-Leiste meines Browsers ist gesäubert, und das nächste roughe, improvisierte Update ist wieder in eine ferne Zukunft gerückt. See you on the next real article.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>