Reisebericht aus Danzig

gdansk

Ich bin frisch aus Danzig bzw. Gdańsk zurück und wollte jetzt doch noch kurz meine Reiseeindrücke der letzten fünf Tage hier im Blog festnageln. Generell gilt: Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert, auch eine Reise, die sich über mehrere Tage hinzieht. Obwohl wir vor der Abfahrt relativ wenig konkret geplant hatten, ist es uns ohne Probleme gelungen die Zeit mit Ausflügen vollzupfropfen, mehr noch, zurück in Berlin habe ich das Gefühl, als würde Danzig noch genug Sehenswertes bieten, dass ich auch erneut für eine Woche hinfahren könnte. Dank diverser Ausflugsmöglichkeiten, mehreren Ostseestränden praktisch vor den Stadttoren, einer Menge Kultur und Geschichte, dem Dominikanermarkt sowie den hervorragenden gastronomischen Angeboten, gehört Danzig zu den sehenswertesten polnischen Städten, und wer einem Kurztrip zwischen Stadt-, Strand-, Natur- und Kultururlaub nicht abgeneigt ist, sollte sich das Städtchen definitiv nicht entgehen lassen.

Die Anreise

Wir sind mit dem Zug hin- und zurückgefahren, was von Berlin aus vollkommen okay ist. Mit einmal Umsteigen dauert die Fahrt ungefähr sieben Stunden und führt größtenteils durch wirklich nett anzusehende Landschaften Polens. Allerdings sollte man sich beim Umstieg auf einem polnischen Bahnhof – in unserem Fall war es Poznań Główny – darauf einstellen, dass es keine Durchsagen auf deutsch oder englisch gibt und das die Bahnhöfe selbst alles andere als übersichtlich sind. Weder gibt es Anzeigen der Wagenreihenfolge noch wird per Anzeigetafel vernünftig darauf hingewiesen, wenn ein Zug Verspätung hat oder von einem anderen Gleis abfährt. Bei der Rückfahrt haben wir daher unseren Anschlusszug nach Berlin verpasst, der anscheinend in Poznań auf uns wartete, ohne dass wir dies mitbekommen hätten. Ebenfalls sollte man sich darauf einstellen, dass viele Angestellte in diesem Bereich kaum englisch sprechen, was für uns auf der Rückfahrt – nach dem verpassten Zug und der Suche nach einer neuen Verbindung – zu einer ziemlich absurden Situation bei der Bahn-Info führte, wo uns eine ältere Sachbearbeiterin ihre Auskunft durch das Google Translation Tool ins Englische übersetzte.

Die Unterkunft

gotykhausWir haben im Gotyk Haus gewohnt, welches das älteste Gebäude der Stadt in der Ul. Mariacka – direkt im Zentrum neben der Marienkirche – ist. Dabei handelt es sich um ein – im besten Sinne des Wortes – niedlich kleines Gebäude, das nicht nur wegen seines Alters besichtigenswert ist, sondern ebenso wegen der mit ihm verbundenen Legende um Anna Schilling, die eine Geliebte von Nikolaus Kopernikus war und möglicherweise in dem Haus in Danzig gelebt hat. Es ist tatsächlich bewundernswert, wie die Besitzer des Hauses bzw. die Betreiber der darin befindlichen Pension um den Fund einer Holzkiste – die die Hauptquelle für die Vermutung, Schilling habe in dem Haus gelebt, darstellt – eine fantastische Geschichte zwischen Fakten und Fiktionen spinnen, in der letzten Endes das Gotyk Haus zu einer potentiellen Residenz des berühmten Astronomen und Universalgenies transformiert wird. Geradezu begeistert hat uns der Chef des Hotels eine große Liebes- und Wissenschaftsgeschichte aufgetischt, die mit gleich mehreren Konjunktiven arbeitete, es gekonnt verstand Wahrheit und Dichtung zu verbinden und dabei – selbstverständlich – immer bei dem maximal möglichen Renommee für das Gotyk Haus ankam.

So skeptisch mein Historikerverstand solche populärwissenschaftlichen “Entgleisungen” beäugt, so viel Spaß hat es gemacht im dem Hotel zugehörigen Minimuseum den Gedanken der Spurensucher rund um Nikolaus Kopernikus zu folgen. Spätestens bei der unfassbar putzigen Kurzdoku (siehe YouTube-Video unten) konnte ich die Skepsis dann auch Skepsis sein lassen und mich einfach an der historischen Überinterpretation des Gebäudes erfreuen.

Auch abgesehen davon gab es an der Unterkunft nichts zu meckern. Für 310 PLN die Nacht im Doppelzimmer (entspricht ungefähr 70 Euro) gehört das Gotyk Haus zwar zu den teureren Herbergen Danzigs, bietet aber eine sehr gelungene Mischung zwischen familiärer Übernachtung und Hotel-Komfort: Kostenloses WLan, eine gute Frühstücksauswahl, sehr schöne – wenn auch etwas kleine – Zimmer und nettes sowie sehr bemühtes Personal. Außerdem ist die Lage direkt im Stadtzentrum natürlich unschlagbar. Als Unterkunft für einige Tage kann ich das Gotyk Haus nur wärmstens empfehlen.

Tag 1: Der Strand in Brzeźno

Da wir beide ziemlich urlaubsreif waren, bestand unser erster Tag nicht in einer großen Stadtexkursion sondern war voll und ganz der Gemütlichkeit verschrieben. Mit der Tram (oder Bahn) gelangt man in einer viertel Stunde ziemlich schnell – und mit ungefähr 3 PLN sehr günstig – von der Innenstadt zu den beiden großen Ostsee-Stränden Danzigs in Brzeźno und Sopot. Da Brzeźno als nicht ganz so touristisch und eher etwas friedlicher gilt sollte dessen Strand unsere erste Anlaufstelle sein. Das mit dem “weniger touristisch” kann ich zwar nicht bestätigen, allerdings ist der Strand so weitläufig, dass es ein Leichtes ist nach einem kleinen Fußweg Spots zu finden, die nahezu menschenleer sind. Auf der Promenade tobt bei gutem Wetter allerdings das pralle Leben: Zahllose Ständen und Buden, viele Menschen, ein riesiges Tohuwabohu Gott sei Dank primär von einheimischen Touristen. Nachdem wir “unsere” ruhige Ecke am Strand gefunden hatten, konnten wir dort wunderbar die Aussicht aufs Wasser genießen und uns von der Sonne brutzeln lassen. Ebenfalls nicht zu verachten ist ein Ausflug in die weiträumigen Park- und Waldlandschaften, die den Strand einschließen und das Touristentreiben fast vollends vergessen lassen. Nicht viel mehr zu sagen außer: Ein tolles Ausflugsziel für einen ersten Tag, an dem es weniger Kultur und mehr sonnige Relaxtheit sein soll.

Tag 2: Durch die Stadt… und darüber hinaus

gdanskDanzig ist eine wunderschöne Stadt, aber auch eine Stadt der Gegensätze. Dem zeitreisenden, historischen Stadtkern stehen große Arbeiter- und Industrieanlagen an der Peripherie gegenüber. Von einer praktisch menschenleeren, verloren romantischen Gasse ist man nur wenige Sekunden von großen Touristenzentren entfernt. Der Dominikanermarkt, auf dem die verschiedensten Menschen die verschiedensten Waren feilbieten (Von klassischem Trödel über schräge Exotika der fahrenden Händler über alchemistic esoteric New Age Stuff über billigen Touristennepp bis hin zu Teleshopping-Angeboten wie dem sich selbst aufwickelnden Gartenschlauch) liegt nur unmittelbar entfernt von scheinbar verlassenen Plattenbaugebieten, die großen Hotels schmiegen sich ebenso an die touristisch erschlossene Innenstadt wie an karge Gewerbe- und Industriegebiete. Gdansk lebt von dieser Spannung und atmet diese Spannung. Als Tourist hat man immer die Wahl, ob man auf sicheren für die Stadt repräsentativen Pfaden wandeln oder das Abenteuer außerhalb der wohlbehütenden Kultur und Historie des Zentrums suchen will.

Bereist das touristische Standardprogramm ist alles andere als verachtenswert: Unbedingt empfehlen möchte ich einen Besuch auf dem Turm der Marienkirche, von dem aus man einen großartigen Ausblick über die gesamte Stadt hat. Auch die verschiedenen innerstädtischen Straßen und Gassen gehören unbedingt abgeklappert, vorbei an wunderschönen Renaissancegebäuden, zahllosen Bernsteinläden und vielen vielen im Zuge des Dominikanermarktes aufgebauten Buden und Ständen. Bereits hier lässt sich eine Menge des kontrastreichen Charmes Danzigs entdecken.

forbidden-symbolsPolen ist nach wie vor ein sehr stark katholisch geprägtes Land und dementsprechend wäre Danzig auch nichts ohne seine Kirchen. Wer – wie ich, trotz Atheismus – Freude daran hat, diesen erhabenen, ehrwürdigen Gebäuden mehrere Besuche abzustatten ist hier richtig. Neben der bereits erwähnten Marienkirche laden u.a. die seit 1377 errichtete Johanneskirche, der Dom zu Oliva, die gotische Elisabethkirche und die Nikolaikirche zu einem Besuch ein. Spannend ist es bei all diesen Gebäuden auch, sich mit der Geschichte der Gotteshäuser auseinanderzusetzen, da sie fast alle einen ereignisreichen, von Hochs und Tiefs bestimmten, Lebenszyklus hinter sich haben. Gerade an der Geschichte der verschiedenen Kirchengebäude lässt sich gut ablesen, wie oft Danzig in verschiedenen Konflikten zerrieben wurde, kaum eine der Kirchen stand nicht mindestens einmal in Flammen, wurde partiell zerstört und wieder aufgebaut, wurde Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen und danach mühsam restauriert. Vielleicht erklärt sich daraus auch eine nicht unproblematische Abgrenzung der katholischen Gebäude vor säkularen/profanen Erscheinungen, am krassesten sichtbar in einem Infokasten vor der Katharinenkirche. Dieser weist die Besucher daraufhin, das Tragen welcher Symbole in dem Gotteshaus unerwünscht ist. Neben Insignien des Nationalsozialismus und Satanismus (irgendwie nachvollziehbar) werden dort auch Dinge wie das Peace-Zeichen, Ying-Yang (sic!) und ein Schmetterling (als New-Age-Symbole) sowie ein Einhorn als Symbol für Homosexualität verboten (WTF!?).

psalmDas Stadtzentrum bzw. die Rechtstadt verlassend gibt es auch eine Menge zu entdecken. In der so genannten Altstadt – die allerdings weitaus weniger wie eine Altstadt wirkt als das eigentliche Zentrum Danzigs – kommt man an dem alten Rathaus, der alten Mühle und einem Denkmahl für den Universalgelehrten Johannes Hevelius vorbei schließlich zum Solidarność Platz, der als Gedenkstätte der unabhängigen Gewerkschaft und dem polnischen Kampf für Freiheit der frühen 80er Jahre gewidmet. Hier ist besonders beeindruckend, wie traditionelle proletarische Ästhetik, sowjetische Architektur und christlicher bzw. westlicher Pathos zusammenfließen, war doch die Solidarność Bewegung selbst alles andere als heterogen und ist so auch ihre Würdigung im höchsten Maße diversifiziert. Sinnbildlich dafür steht ein Psalm, der den Platz ziert, gesetzt in kältesten, minimalistischsten Ostblock-Stahllettern. Sozialismus meets Christentum meets Liberalismus… tatsächlich ein beeindruckendes Erlebnis, insbesondere wenn man beim Begehen des Platzes die diverse Geschichte der Solidarność im Hinterkopf hat.

gdansk-buildingNördlich vom Solidarność Platz beginnt ein definitiv ziemlich unwirtlich scheinendes Fabriken- und Industriegebiet, das aber für Freunde alter verlassener Gebäude und der in ihrer Kälte fast schon destruktiv wirkenden sowjetischen Baukunst definitiv ein Besuch wert ist. Außerdem gelangt man durch dieses Gelände auch – am schnellsten mit der Tram zur PGE-Arena, die als eines von acht Stadien zur Fußball-EM 2012 errichtet wurde. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass dieser mit seiner goldenen Wölbung sehr anachronistisch wirkende Bau gerade einmal zwei Jahre alt sein soll. Funfact am Rande: Nicht nur gewann hier bei der EM das deutsche Team gegen Griechenland mit 4:2, die GDE Arena ist zudem auch das einzige Stadion, in dem eine Zeit lang Bananen auf der Liste der verbotenen Gegenstände standen. Weniger lustig als diese skurril wirkende Regelung ist ihr Anlass: Das Verbot der Südfrüchte geschah wegen vermehrt auftretender rassistischer Zwischenfälle, bei denen Ultras schwarzen Spielern Bananen vor die Füße warfen. Dass Polen ein durchaus ernst zu nehmendes Problem mit Rassismus und NS-Apologie hat, lässt sich leider auch auf dem Dominkanermarkt feststellen, auf dem manche weniger sympathisch wirkenden Reichsnostalgiestände SS-Helme neben eisernen Kreuzen neben Schallplatten mit den besten Reden von Goebbels (True Story!) zum Verkauf anbieten.

gdansk-manIn der GDE Arena erlebten wir dann noch ein kleines Highlight unserer Reise beim spontanen Besuch eines Escape Rooms. Long Story short und ohne größere Spoiler: Escape Rooms stellen den perfekten Transfer digitaler Spielkultur ins Real Life dar. Als Spieler wird man in einen Raum gesperrt (der in unserem Fall genau genommen aus drei Räumen bestand) und hat 60 Minuten Zeit aus diesem zu entkommen. Den Schlüssel zur Flucht legt man durch das Lösen verschiedenster Rätsel offen: Neben Zahlenspielen und Bildentschlüsselungen befinden sich dabei auch fast schon traditionelle Point & Click Kombinationsaufgaben sowie clever gemachte Geschicklichkeitsübungen. Wie gesagt, man sollte nicht zu viel wissen, bevor man sich auf in dieses Abenteuer macht: Je unvorbelasteter desto besser. Wir hatten jedenfalls – für gerade mal 10 Euro pro Person – eine Menge Spaß beim Lösen der Chamber of the Lost Child. Beizeiten werde ich zu dem Escape Room Konzept mal noch einen längeren Text schreiben. Die Teile werden gerade überall wie wild gebaut, so günstig wie in Danzig kriegt man sie aber – zumindest in Deutschland – wohl nirgendwo zu spielen.

Tag 3: Der Strand von Sopot

sopot-drinkJoa… was soll ich hierzu schreiben? Am Strand rumhängen und das Wetter genießen war an Tag 3 angesagt. Das kann man in Sopot sogar weitaus besser als in Bresno auch wenn alles um die riesigen Strände herum weitaus touristischer ist als am kleinen Nebenschauplatz. Trotzdem findet man auch hier hinter den unzähligen Touristencafés und Hotel-Animationsclubs (ZUMBAAAA!) einige schöne, abgelegene und ruhige Spots. Ansonsten gibt es in Sopot den wahrscheinlich schönsten und ausuferndsten Strand Polens mit dem feinsten Sand und dem karibischsten Feeling des gesamten Landes. Achja, auch die Cocktails schmecken hier verdammt gut (Beweisfoto eingefügt) und neben dem ganzen Touristengedöns gibt es mit dem SPATiF hier auch ein astreines Künstler- und Avantgarde-Café, das mit gediegener, cool cineastischer Indie-Atmosphäre und verdammt gutem Essen auftrumpfen kann. Quasi ein Pflichtbesuch.

Tag 4: Malbork

14746630439_b0089dbb64_zMalbork wirbt damit, dass ein Tag nicht ausreichen würde, um alles zu sehen, was die Ortschaft nahe Danzigs zu bieten hätte… und damit scheinen die Texter Recht zu haben. Uns hat es aus Zeitmangel trotzdem nur eine Tagesreise in die Kreisstadt verschlagen und natürlich – wie wahrscheinlich so ziemlich alle Reisenden – wegen der Marienburg. Die als größtes Bauwerk der Backsteingotik geltende Ritterburg ist in der Tat eine beeindruckende Festung, nicht nur wegen ihrer ausschweifenden Architektur, sondern auch wegen dem, was die dortigen Wahrer des Weltkulturerbes aus der Sehenswürdigkeit gemacht haben. Der gigantische Bau ist durch und durch vollgepfropft mit hergerichteten Räumlichkeiten, Museen und Restaurants, mit Infotainment ständig auf der Kippe zum überlaufenen Touristenfänger und dennoch ein absolut sehenswertes Erbe der Ordenszeit: Kapellen, zum Teil fantastisch schaurige Plastiken, ein Bernsteinmuseum, dass mal eben so den Ritt durch die Geschichte des Bernsteins (angefangen beim Urknall) wagt, zahllose Gemälde und nostalgische Ritterstuben… schlicht und ergreifend erschlagend; nicht zuletzt auch wegen der zahllosen Touristen, die sich – gefühlt in 100 verschiedenen Sprachen, Interessen und Tempi – über das Gelände bewegen. Wir waren auf jeden Fall vor allem erschöpft, nachdem wir uns die volle Schlagseite der marienburg’schen Geschichte gegeben haben, inklusive beinahe Kollaps wegen Verirrens in der unübersichtlichen und opulenten Festungslandschaft, Ärger über das vermutlich schlechteste Essen in ganz Polen (in einem Touristenlokal) und Kopfschütteln über die obskuren, kitschigen und teilweise einfach nur würdelosen Objekte in den zahllosen Touristenläden… und doch: Es hat sich gelohnt. Die Malbork ist ein Clash of the Cultures: Würdevolle Geschichte trifft grausame und düstere Schatten der Vergangenheit trifft merkwürdige Heldenverklärung trifft Trash trifft Touristennepp… Es war viel… zu viel. Missen möchte ich diesen Besuch aber nicht.

Tag 5: Kulturrrr

memlingAuf dem Plan standen zum Abschluss Museenbesuche, dieses Mal wieder in Danzig selbst: Zum einen das im Rathaus und Artushof befindliche Historische Museum der Stadt (Muss man nicht unbedingt besucht haben, weil viel zu konfus sortiert und viel zu sehr um eine Glorifizierung der eigenen Heldengeschichten bemüht), zum anderen das Nationalmuseum, das man unbedingt gesehen haben sollte: Natürlich vor allem wegen des berühmten – und tatsächlich beeindruckenden – Jüngsten Gerichts von Memling, aber auch die anderen Gemälde, vom frühen 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert bieten eine spannende Übersicht über die diversifizierte Kunst, die die Stadt hervorgebracht hat. Von protodarwinistischen, grausamen Naturimpressionen über apokalyptische, zutiefst pathetische christliche Symbolik, über realistische Porträtkunst bis zu zaghaften Brüchen mit der Wahrnehmung gibt es für den Freund der Bildenden Künste hier verdammt viel zu sehen und zu erleben.

So…

danzig-gdanskIch halte das Fazit mal kurz: Danzig ist definitiv eine Reise wert, auch über mehrere Tage. So knapp ich den Reisebericht gehalten habe, so viel könnte ich noch schreiben über großartiges Essen, die spannenden Kontraste, die in der Stadt allgegenwärtig sind, den Widerstreit zwischen Vergangenem und Zukünftigem, zwischen Kultur und deren Ausschlachtung, zwischen Würde und Trash. So viel könnte ich noch schreiben über die wundervolle Sprache, die teilweise sehr offenen, teilweise sehr verschlossenen Menschen, das tolle Gefühl Geschichte zu atmen, wenn man durch die Danziger Straßen flaniert und das noch tollere Gefühl, dass diese Stadt trotz dem Blick nach hinten nie rückwärtsgewandt sondern ständig in Bewegung ist, dass auf den Fundamenten und Trümmern der Vergangenheit stets Neues errichtet wird.

Ich habe das Gefühl, dass es noch weitaus mehr in und um die Stadt herum zu sehen gegeben hätte und dass ich locker noch eine Woche mit Gdansk füllen könnte. Maybe in einem der kommenden Jahre. Bis dahin kann ich nur jedem einen Besuch der polnischen Küstenstadt nahelegen.

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