Ulysses in zehn Stunden lesen?

Es gibt nicht so wenige Bücher, die ich noch lesen will. Ihr kennt das. Aber wann soll ich das alles machen? Das deutsch-amerikanische Startup spritz schafft da vielleicht Abhilfe. Beim Lesen geht die meiste Zeit für die Bewegung der Augen drauf. spritz umgeht diese Bewegung. Schaut euch nach dem Klick das Video an. Zweieinhalb Dinge sage ich auch dazu.

Im Grunde finde ich das schon großartig. Was mich allerdings daran stört ist die zusätzliche Beschleunigung der Welt, der ganz dringend ein wenig Entschleunigung gut täte. An den Börsen dieser Welt stehen Rechner, die Kursschwankungen im Millisekundenbereich ausnutzen um Käufe und Verkäufe zu tätigen. Weil dies der Verlust des menschlich-maßvollen bedeutet, stolpert man da in eine große maßlose Unverhältnismäßigkeit hinein. Der Takt der Maschine, eingebunden in einer Produkt-Geld-Zirkulation, begann mit der Industrialisierung dem Menschen Bewegungen aufzuzwingen. Mit anderen Worten: Die sich formende Kapitalgesellschaft schrieb sich in den Körper ein. Die heutige Informationsgesellschaft schreibt sich in die Psyche ein. Das ist alles okay. Das Problem ist nur, dass die Maschinen den Takt vorgeben. Es sollte ganz einfach andersrum sein.

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