Catcontent aus dem Japan des 19. Jahrhunderts

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Als der Buddhismus im Japan des fünften Jahrhunderts zum Importschlager wurde, hatte er nicht nur tiefgreifende philosophische Gedanken zum Sein und Nicht-Sein im Gepäck, sondern zusätzlich flauschige Unterstützung an Bord. Katzen wurden von der fernöstlichen Religion ganz bewusst eingesetzt, um die fragilen Schriftstücke vor Mäusen und anderem Ungeziefer zu schützen. In Folge dessen erlebten Katzen einen wahren Siegeszug im Land der aufgehenden Sonne, sowohl als effektive Hauswächter, als auch als niedliche Weggefährten und nicht zuletzt auch als mystische Glücksbringer.

Die bekannteste Ausgeburt des japanischen Katzenkults dürfte Maneki-neko sein, der aufrecht sitzende, winkende Glücksbringer aus der Familie der Felidae. Aus dem Japan der Meiji-Zeit (19. Jahrhundert) gibt es die Legende einer zahmen Katze, die ihre Besitzerin eine Geisha – urplötzlich – als diese die Toilette aufsuchen wollte, anfiel, anfauchte, biss und kratzte. Die von den Schreien aufgeschreckten Besitzer der Geisha reagierten unmittelbar, indem sie dem scheinbar tollwütig gewordenen Tier in heller Panik köpften. Der abgeschlagene Kopf der Katze flog in hohem Bogen zu der Toilette, auf die die Geisha sich hatte setzen wollen, und biss in dieser im Sterben einer Giftschlange den Kopf ab, die dort gelauert hatte und die Geisha wohl in die ewigen Jagdgründe befördert hätte, wäre die Katze nicht gewesen.

Dem Kult um die Katzen Japans widmet nun das Shoto Museum of Art in Shibuya eine Ausstellung, in der Katzenbilder des 19. Jahrhunderts präsentiert werden. Und so weit sind diese mythologischen und zugleich niedlichen Kreationen vom heutigen Catcontent gar nicht entfernt. Der Name der Ausstellung ist  ねこ・猫・ネコ , eine Zusammenstellung drei verschiedener Schreibweisen für Katzen, und stattfinden wird sie vom 5. April bis zum 18. Mai. (via Spoon & Tamago)

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