Die 80er Jahre: Die besten Actionfilme des Jahrzehnts III

So… genug pausiert im Kanonisierungswahn. Wo waren wir stehen geblieben? Genau, bei den besten Actionfilmen der 80er Jahre. Da habe ich doch noch ein paar nennenswerte Kandidaten in der Pipeline rumzuliegen, auf jeden Fall genug für zwei weitere Artikel. Also ohne große Umschweife – so als hätte die längere 80er Kanon-Pause nie stattgefunden – stürzen wir uns in den knallharten Kampf “Mann gegen einen Haufen Nazis russischer Terroristen” im grandios sarkastischen Stirb Langsam, in den düster-eleganten Kampf “Mann gegen das korrupte System” im französischen Actionthriller Der Profi, in den Kampf “Mann gegen US-Hinterwäldlerpolizei” in Rambo und last but not least in den Kampf “Mann gegen ein Killeralien” in Predator. Ja, das Actionkino der 80er Jahre ist doch ziemlich maskulin dominiert. Trotzdem rockt letzten Endes doch Ripley die gesamte Competition im Kampf “Frau gegen eine ganze Horde Weltraummonster” in der actionreichen Fortsetzung des Horror-Sci-Fi-Klassikers Aliens.

Stirb Langsam [John McTiernan]

(USA, 1988)

Wenn Leute anfangen ihre liebsten Weihnachtsfilme auszuzählen, wird McTiernans Action-Klassiker “Stirb Langsam” zumeist übersehen. Zu Unrecht, besitzt dieser Film doch alles was einen guten Christmas Blockbuster ausmacht: Schnee, Weihnachtsmänner, Christbäume, Let it snow… Terroristen, Explosionen, Schusswechsel, Motherfucker und natürlich Bruce Willis, dem es mit raubeinigem Charme und viel Galgenhumor gelingt eine ganze Truppe von Schwerkriminellen zu foppen. Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Zeit diesem Actionfeuerwerk anhaben konnte: Nach wie vor funktioniert die klaustrophobische Atmosphäre in dem besetzten Bürokomplex, nach wie vor funktioniert der bitterböse Kleinkrieg zwischen Einzelkämpfer und scheinbar überlegener Verbrechergilde, nach wie vor funktionieren die launischen Sprüche, der sarkastische Humor und die überspitzten, Actionszenen zwischen roher Gewalt und Comic-Karikatur. Ein Weihnachten ohne “Stirb Langsam” ist einfach mal kein vollständiges Weihnachten.

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Der Profi [Georges Lautner]

(Frankreich, 1981)

Wenn man Le Professionel und Die Hard nebeneinander hält, kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass das US- und das französische Actionkino bisweilen ziemlich dicht beieinander liegen. Mehr noch: Belmondo wirkt geradezu wie eine Blaupause für die sarkastischen, zynischen Actionhelden, die das amerikanische Kino der späten 80er und frühen 90er Jahre produzierte. Als verratener Ex-Agent hält er mit einer “leckt mich am Arsch!”-Attitüde und einer nihilistischen Weltsicht gnadenlos an seinem Auftrag fest, geht dabei auch über Leichen und verarscht zudem noch hoch gekonnt ein korruptes, von Gier zerfressenes System. Angepeitscht durch die grandiose Musik Ennio Morricones ist Der Profi ein brutaler Rache- und Selbstjustiz-Thriller, der mit famosen Actionsequenzen und einem verdammt charmanten Jean-Paul Belmondo als Antiheld zu punkten weiß. Der rohe und gnadenlose Gegenentwurf zum glattgebürsteten James Bond, gerade in seiner Ehrlichkeit aber weitaus eindringlicher als die meisten Actionfilme aus dem angloamerikanischen Raum.

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Rambo [Ted Kotcheff]

(USA 1982)

Und noch ein Einzelkämpfer, der nichts mit den glatten Actionhelden des Mainstreamkinos gemein hat. Rambo ist natürlich eine Legende, ein Mann, der es mit ganzen Armeen aufnehmen kann, der durch nichts kleinzukriegen ist. Rambo ist aber auch ein traumatisierter Kriegsveteran, ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft, eine gezüchtete Kampfmaschine, deren Resozialisierung unmöglich scheint. Dem komplexen Charakter John Rambos habe ich bereits einen ziemlich ausführlichen Artikel gewidmet, daher an dieser Stelle nur kurz ein, zwei Worte dazu, warum es sich trotz seiner dramatischen und psychologischen Momente bei First Blood immer noch um einen Actionfilm handelt: Es rummst! Okay, gekämpft wird auch. Vor allem aber wird ein Protagonist etabliert, der jederzeit die Sympathie des Publikums auf seiner Seite hat, und der als vermeintlicher David im Kampf gegen einen vermeintlichen Goliath ganz klassische Narrationsebenen einer Heldengeschichte durchläuft. So düster, doppelbödig und vielschichtig der erste Rambo-Film auch sein mag, er funktioniert ebenfalls als furioses, brutales Actionspektakel mit eindeutiger gut/böse-Dichotomie und einem verqueren aber dennoch affirmativ betrachteten Actionstar.

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Predator [John McTiernan]

(USA 1987)

Wo Sly Stallone ist, kann der Arnie nicht weit sein. In McTiernans Predator nimmt er es im Dschungel nicht nur mit Söldnern auf, sondern gleich auch mit einem außerirdischen Jäger, der sich die Jagd auf die menschliche Spezies wahrscheinlich auch etwas leichter vorgestellt hat. Dabei ist Predator im Prinzip der siebte Himmel für jeden Actionfan: Von der Söldneraction über die Kriegsaction über die Survivalaction bis hin zur Science Fiction und Horror Action verbindet der Film gleich mehrere Subgenres des Äkkttschn-Kinos (wie Schwarzenegger wohl sagen würde). Dabei ist der Dschungeltrip zwischen Jagen und Gejagtwerden nicht bloß ein euphorischer Krawumm-Thriller sondern erzählt darüber hinaus noch eine düstere Fabel vom verlorenen Amerikaner, von Desorientierung und Ohnmacht, bis er schließlich beim Vietnam-Trauma der 80er Jahre ankommt.

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Aliens [James Cameron]

(USA, 1986)

Während der erste Film der Alien-Reihe das Science Fiction Setup einsetzte, um einen Horrorfilm zu erzählen, schlägt das Pendel im Nachfolger eindeutig Richtung Action aus (Eine Tradition, die btw. beibehalten wird: Der dritte, mMn. total unterschätzte Teil erzählt ein düsteres Drama, der vierte Teil eine surreale Trash-Komödie). Ripley bekommt dieses Mal einen ganzen Haufen Marines zur Seite gestellt, muss sich aber auch gegen Massen von Aliens wehren. Stand im erstn Teil noch die unheimliche Frage “Wo ist das Vieh? Und wie können wir ihm entkommen?” im Mittelpunkt, so wird diese nun ersetzt durch die Frage: “Wo sind die Viecher? Und wie können wir sie abknallen?” Obwohl dadurch sehr viel Suspense verloren geht, begeistert Aliens durch knallharte Horroraction, brutale Jagdszenen und eine toughe Ripley, sowie Side-Characters, die zwar primär Futter für die Monster darstellen, aber dennoch mit genug Persönlichkeit ausgestattet werden, um nicht zu bloßen Statisten zu verkommen. Ansonsten viel Feuer, viele Explosionen, viele Shoot-outs und eine spannende, dunkle und enervierende Atmosphäre. Selbst und gerade  Zuschauern, denen Alien zu ruhig, zu langsam erzählt war, kann diese eruptive Fortsetzung bedingungslos empfohlen werden.

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