Where the Drawing ends and you begin…

Immer wieder gerne: Scheinbar dreidimensionale, mit der Wahrnehmung des Rezipienten spielende Bleistiftzeichnungen, die ihre eigene Kadrierung ebenso sprengen wie ihre eigentliche Zweidimensionalität. In diesem Fall hervorragende Arbeit von Alessandro Diddi. Mehr davon gibt es auf ignant zu sehen. (via)

Interessante neue Filme auf dctp.tv

Während sich Seite360 so ein bisschen im Sommerloch befindet, geht es dctp.tv, besuchertechnisch, glänzend. Wir haben auch ein paar fantastische Filme reingekriegt die letzten zwei Monate, weswegen ich jetzt mal ohne jegliches schlechte Gewissen ein wenig Werbung in eigener Sache machen muss. Allen kulturhistorisch Interessierten lege ich die News & Stories Sendung vom 16.06.2013 wärmstens ans Herz: Eine Geschichte des Gesichts

Begegnung mit dem Kulturwissenschaftler Hans Belting. Dieser verfolgt in seinem neuen Buch FACES die Phänomene Gesicht, Maske, Portrait, Foto und das Abbild des Gesichts in der Kunst auf subtilen und überraschenden Wegen.

Ebenfalls kulturhistorisch – wenn auch etwas exzentrischer – wird es im Ballett der Macht, angelehnt an die Frage: Wozu braucht die Herrschaft Stechschritt und Parademarsch? Als dritte Empfehlung schließlich ein kleiner Schrägblick Richtung Philosophie: Was ist Erkenntnis? Jochen Hörisch (Theorie-Apotheke, Eine Geschichte der Medien) formuliert eine Kritik der unreinen Vernunft mit Hilfe des Theoretikers der Kritischen Theorie Alfred Sohn-Rethel. Alle drei Filme (jew. zwischen 20 und 45 Minuten) sind absolut sehenswert und füllen das Sommerloch würdig mit ein wenig Kultur und intellektuellem TV-Erlebnis. Embedded Videos nach dem Klick…

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Fight Club Fortsetzung als Comicbuch

Good News for people, who love strange News: Chuck Palahniuk hat mittlerweile bestätigt, dass er an einem Sequel seines legendären Romans Fight Club (1996) arbeitet. Erscheinen soll dieses 2015. Als Comicbuch! Der Erzähler der Geschichte soll Tyler Durden selbst sein, der im Körper des “Narrators” von Teil 1 gefangen ist. Mal abgesehen davon, dass sowohl Form als auch Inhalt der Fortsetzung – und die Tatsache, dass es überhaupt ein Sequel geben soll – mir erst einmal ein irritiertes “Okaaaayyy!” entlockt haben (mit sehr langgezogenem “aaaayyyy”), hätte ich vor zehn Jahren wahrscheinlich weitaus skeptischer auf diese News reagiert. Mittlerweile sind immerhin fast 15 Jahre seit dem gleichnamigen Film vergangen und dementsprechend ist auch der Hype abgeebbt, wodurch Teil 2 nicht ganz so arg wie das Ausschlachten eines großen Hits wirkt. Die David Fincher Verfilmung Fight Club (1999) btw. – das darf ruhig öfter gesagt werden – gehört nicht nur zu den besseren Literaturverfilmungen sondern auch zu den besten Filmen der 90er Jahre überhaupt. Klar, ist irgendwie so ne Art Konsensfilm, der (fast) allen, vom Arthaus-Liebhaber bis zum Michael-Bay-Enthusiasten, gefällt, aber Hölle war dieser Film ein unterhaltsamer, anspruchsvoller und wagemutiger Ritt durch Genres, Metaebenen und provokante Konventionsbrüche!

About the graphic novel, it’s true. Chelsea Cain has been introducing me to artists and creators from Marvel, DC and Dark Horse, and they’re walking me through the process. It will likely be a series of books that update the story ten years after the seeming end of Tyler Durden. Nowadays, Tyler is telling the story, lurking inside Jack, and ready to launch a come-back. Jack is oblivious. Marla is bored. Their marriage has run aground on the rocky coastline of middle-aged suburban boredom. It’s only when their little boy disappears, kidnapped by Tyler, that Jack is dragged back into the world of Mayhem.

It will, of course, be dark and messy. Due to contract obligations it can’t come to light for a while. Next year is “Beautiful You,” followed by the story collection. But since the Fight Club sequel will appear serialized in graphic form, my book publisher might allow me to launch it earlier than 2015.

CHUCK PALAHNIUK ANNOUNCES A GRAPHIC NOVEL SEQUEL TO FIGHT CLUB via Nerdcore

Die Identität eines Films: Cineastische Durchschnitts-Porträts

Die koreanische Künstlergruppe Shinseungback Kimyonghun erstellt in ihrem Projekt Portrait mittels Analyse-Software Durchschnittsgesichter aus allen Protagonisten eines Films. Oben ist Avatar zu sehen, darunter wird die Entstehung des Gesichts noch einmal in einem eindrucksvollen Produktionsprozess-Video dargestellt. Nach dem Klick folgen Black Swan, The Matrix, Amélie, Taxi Driver und Oldboy. Und was bleibt sonst noch viel zu sagen? Einfach eine großartige Mischung aus Analyse und Konzeptkunst, inklusive Nerdfaktor und erstaunlich ästhetischem Ergebnis, das mich spontan an die verschwommenen Fotografie-Zeichnungen eines Gerhard Richters erinnert. Top!

‘Portrait’ is a series of portraits representing an identity of a movie. A custom software detects faces from every 24 frames of a movie, and creates an average face of all found faces. The composite image reflects the centric figure(s) and the visual mood of the movie.

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Was für ein Bücher- und Lesetyp bist du?

Sommerzeit, Bücherzeit: Und wie jedes Jahr erneut die Konfrontation mit dem Paradox, dass ausgerechnet die strahlende Sonne dazu einlädt, sich hinter einem richtig guten, bevorzugt fetten, Schmöker zu verstecken, um nachher begeistert von der großartigen Urlaubslektüre zu erzählen. Wenn schon ein untätiger Tag am Strand/See/Campingplatz, dann wenigstens mit ein bisschen geistiger/kreativer Stimulans, die immer noch die beste Realitätsflucht liefert und den Urlaub auch konsequent Urlaub vom Real Life werden lässt. Nach dem Klick folgt eine dazu perfekt passende Infografik von Laura E. Kelly, in der sich so ziemlich jeder Leser und Bücherfreund bzw. -Feind wiederentdecken sollte. Ich bin wohl eher so ein Book abusing Typ. Ich liebe vor allem den Inhalt, liebe eigentlich auch das Material, dieses muss dann aber doch bei meinen Leseexzessen weitaus mehr leiden, als es verdient hätte. Wer mir mal ein Buch ausgeliehen hat, kann leider viel zu oft ein Lied davon singen. Daher an diese Stelle auch eine – wirklich ernstgemeinte – Entschuldigung an alle Bibliotheken, Bücher-Entleiher und Bibliophilen dieser Welt, die sich angesichts von Knickspuren, Seitenabnutzungen etc. wegen mir die Hände über dem Kopf zusammenschlagen mussten. Und jetzt schnell weiter im Programm…

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