Ohrwürmer loswerden…

…Habe ich auch schon länger in meinem rss-Reader und bisher schien mir diese Erkenntnis fast zu trivial um hier gepostet zu werden. Aber vielleicht hilft sie ja dem ein oder anderen von euch weiter. Der Musik-Psychologe Dr. Ira Hyman forscht mit anderen Wissenschaftlern an der Western Washington University rund um die Psychologie des Ohrwurms. Und los wird man diese seinen Erkenntnissen nach im besten, indem man sich mit anderen Dingen beschäftigt und zwar am besten mit kleinen – nicht zu herausfordernden – Rätseln, die im Idealfall irgendwie sprachlich orientiert sind:

They found that while Sudoku puzzles could help prevent the songs from replaying their heads, if they were too difficult it had little effect.

Anagrams were more successful and they found that solving those with five letters gave the best results.

‘Verbal tasks like solving anagrams or reading a good novel seem to be very good at keeping earworms out,’ said Dr [Ira] Hyman, who now hopes to examine whether similar techniques could be used to prevent other intrusive thoughts caused by anxiety or obsessiveness.

Mein fiesester Ohrwurm befindet sich übrigens nicht in der von den Wissenschaftlern ebenso eruierten Liste der hartnäckigsten Musikstücke. Seit meiner Kindheit trage ich diesen musikalischen Dämonen mit mir rum, und alles was auch nur im entferntesten mit Steinzeit, Zeichentrick, Fernsehen oder Skandinavien zu tun hat, kann ihn wieder reaktivieren. Zur Hölle mit dir, Owe Thörnqvist!

Get that Tune out of your head! via Kotzendes Einhorn

Achtung, Aprilscherz!

Nee… eigentlich wollte ich dieses Jahr komplett auf alles Aprilscherz-Artige verzichten. Deswegen gibt es diesen Gag nur im Metaebenen-Format inklusive Selbstreferenz und Aprilscherz-Warnung… oder so ähnlich. Folgendes Paper fand ich gerade in meinem Postkasten und auch wenn die Urheberin aus Gründen anonym bleiben möchte, tackere ich das jetzt trotzdem hier herein. Vielen Dank liebe K. aus B.

PS.: Hier der Link zum Selberbasteln

R.I.P. Jakob Wich (NMZS) *1984 – †2013

Ich habe keine Ahnung, aber eventuell erinnern sich noch ein paar von euch an meinen Konzertbericht zu dem Open Source Festival. Ich muss ganz ehrlich sagen: Einer meiner schlechtesten Artikel die ich hier je geschrieben habe und als “Krönung” einen Verriss über den Auftritt der Antilopen Gang, die auf ihrer Facebook-Seite folgende schlimme Nachrricht veröffentlicht haben:

Wir machen es kurz: NMZS ist tot. Jakob war schwer depressiv und hat sich vor zwei Tagen das Leben genommen. Wir können das selbst noch kaum fassen. Alle anstehenden Auftritte werden wir bis auf Weiteres absagen. Uns ist klar, dass wir gerne mal Blödsinn erzählen, aber dies hier ist kein dummer antilopentypischer Scherz und alle Kommentare, die in diese Richtung gehen, werden wir löschen.

Ich bin selber depressiv und kann nur sagen das es eine mehr als schlimme Krankheit ist, die das neben dem Herzen wichtigste Organ unseres Körpers befällt und schleichend jeden Antrieb und irgendwann auch den Lebenswillen raubt. Fatalerweise leugnet man so etwas selbst den nächsten Freunden und auch vor sich selber, sei es aus Scham oder falschem Stolz. Zum Krankheitsbild NMZS werde ich jegliche Vermutung sein lassen und kann trotzdem nur jedem raten sich auch bei kleineren Anzeichen einer seelischen Krise Hilfe zu holen und nicht zu vermuten, dass man es komplett alleine schafft. Mein Beleid geht an die Antilopen-Gang und die Verwandten von Jakob.

Hier noch ein paar hilfreiche Links zu dem Thema.

Shadow Dancing by Diet Wiegman

Am Mittwoch habe ich meine mündliche Prüfung und bin dann erst einmal fertig mit philosophischen Gedankenverrenkungen. Aber was kleines fachbezogenes muss ich dann doch noch hier reinhauen: Wir sind mal wieder bei der platonischen Höhle, in die wir uns für die Befriedigung ästhetischer Gelüste nur allzu gerne begeben. Diet Wiegman bastelt an un für sich schon großartige Trash-Art, die aber erst durch ihre tanzenden Schatten zum vollkommenen platonischen Kunstwerk wird. An die Wand projiziert verstecken sich die anamorphen Kreaturen hinter wundervollen, traumhaften Kunst-Epigonien. Würde auch zu dem ganzen nietzscheanischen Thema von dionysischem Abgrund und apollinischer Verzückung passen… Meine Favoriten sind die Venus und der David, wobei der Michael Jackson Epigone auch ziemlich cool ist. Weitere dieser faszinierenden Schattentänze gibt es auf Wiegmanns Blog zu bestaunen, für weitere Informationen lohnt es sich ebenso, zu alafoto zu surfen.


Diet Wiegman via colossal

Bernhard Waldenfels und die Phänomenologie des Fremden

Zu einem kleinen Nachtrag zu meiner Vorbereitung auf die Philosophie-Abschlussprüfung fühle ich mich dann doch noch verpflichtet. Wie ich in dem Artikel über Edmund Husserls Cartesianische Meditationen bereits angekündigt – und bis jetzt noch nicht eingelöst – habe, wollte ich noch ein wenig Kritik an Husserls phänomenologischem Weg vom transzendentalen Ego zu einer intersubjektiven Monadengemeinschaft und der damit verbundenen Begründung einer objektiven Welt üben. Diese Kritik möchte ich mit Hilfe eines weitaus jüngeren Phänomenologen wahrnehmen: Der 1934 geborene Philosoph Bernhard Waldenfels hat sich insbesondere in den 90er Jahren durch seine Studien zu einer Phänomenologie des Fremden in der phänomenologischen – und ganz allgemein philosophischen – Szene einen Namen gemacht. In diesen untersucht er das Wechselspiel von Eigenheit und Fremdheit, die verschiedenen Arten wie das Fremde in Ordnungen und vor allem außerhalb von Ordnungen auftritt und wie der Mensch auf das Fremde als Phänomen reagiert. Gerade seine Charakterisierungen des Fremden bieten sich geradezu an, um sich kritisch mit Husserls “Egologie” auseinanderzusetzen, auch wenn Waldenfels bis heute zwar ein kritischer und dennoch begeisterter Rezipient des Godfather of Phenomenology ist.

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