Becoming a Legend

Mal eben ganz und gar großartig, berühmte Pixel-Helden mit Platons Höhlengleichnis gelesen. Macht Sinn: In der Rezeption der Spieler wurden die aus wenigen Pixeln bestehenden Sprites zu großen, tollkühnen Helden, zu echten Charakteren, die eben nicht in pixeligen 8-Bit-Welten herumtollten, sondern große Abenteuer-Tableaus betraten. Auch wenn wir als Spieler immer hinter die Schatten blickten, begaben wir uns freiwillig in die platonische Höhle, setzten uns ans Feuer und bewunderten die großen Schatten, die die einfachen Figuren an die Wand unserer Imagination warfen. Jetzt könnte man natürlich über den Verlust an Fantasie lamentieren, der mit der detaillierten heutigen Darstellung tougher Polygonhelden einhergeht, aber das wäre genau so albern, wie Literatur gegen Film auszuspielen. Das Medium hat sich nun mal geändert und die Möglichkeit zur platonischen Fantasterei ist daraus (fast) vollständig verschwunden. Das ist durchaus eine begrüßenswerte ästhetische Entwicklung. Mitunter macht es aber auch Sinn, sich mal wieder in das Suspension-of-Disbelief -Spiel zu begeben, und eine pixelige Samus Aran durch undetaillierte 8-Bit-Höhlen zu begleiten eine idealisierte abstrakte Weltraumheroin Samus Ara durch fantastische, dunkle, imaginierte Höhlen zu geleiten. (Abseits davon kann man diese schönen Illustrationen natürlich auch nach dem Prinzip lesen: “Große, zukünftige Polygonfiguren werfen ihren Schatten voraus.” Macht aber nur halb so viel Spaß.)

Die Bilder stammen alle von RileyRiot, der die Teile bei Redbubble auch als schicke Retrogamer-Shirts verkauft.

Becoming a Legend via Pixellevel

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