Musikvideo der Woche: Jo Hamilton – Think Of Me

Es schneit, die besinnliche Weihnachtszeit beginnt. So jedenfalls muss man sich dieses Schneespektakel zu Ostern schön reden und immerhin passt dieser großartige Song von Jo Hamilton dann auch besser.

Jo Hamilton – Think Of Me (2011)

Regie: Jimmy Ahlander

Album: Gown

 

Hörenswertes Winter 2013 III: Karl Bartos, Daughter, Depeche Mode, Devendra Banhart, Kvevertak

Winter? Winter! Mir ist bewusst, dass wir hier Frühlingsanfang haben, aber nachdem mir gerade nach einem Kurztrip in den Supermarkt das Gesicht eingefroren ist  – und ich mich danach am liebsten in den Backofen zum Auftauen gelegt hätte – verzichte ich mal auf das meteorologisch korrekte Frühling in der Headline. So richtig warm ums Herz wird einem bei den wirklich bezaubernden Daughter, Karl Bartos erzählt von früher, Depeche Mode verlieren sich in der Gegenwart, Devendra Banhart macht auf seriös und Kvevertak müssen sich in der Bild-Zeitung nun schon als Hipster-Metal bezeichnen lassen.

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Art infiltrated by Video Game Sprites

Vincent Van Goghs Sternennacht und Die große Welle vor Kanagawa werden von Videospiel-Charakteren überrannt. Hoffentlich kommt da demnächst noch ein bisschen mehr, denn diese beiden Kunst/Game-Mashups von Noah Gibbs alias SirNosh können sich echt sehen lassen.

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Mach’s gut Reinhard Lakomy…

Als Bundesrepublikaner habe ich Reinhard Lakomy als Kind leider (!) nie kennen gelernt. Und dieses Ausrufezeichen hinter dem “leider” darf an der Stelle ruhig multipliziert werden. Denn seitdem ich Dank DDR-sozialisierter Freunde – und deren Kinder – mit den Geschichten und Liedern Lakomys, insbesondere dem Traumzauberbaum, in Kontakt gekommen bin, werde ich das Gefühl nicht los, da als Kind einiges an Zauber und Schönheit verpasst zu haben. Der großartige Liedermacher und Geschichtenerzähler ist jetzt im Alter von 67 Jahren verstorben. Und ob man etwas aus Kindertagen vermissen kann, was man in Kindertagen nie gekannt hat, ist eine Frage, die ich Dank ihm eindeutig mit ‘Ja!’ beantworten kann. Mach’s gut Reinhard, du wirst fehlen.

Der Traumzauberbaum komplett (geogefickt, und daher leider nur  für alle die mit Proxy unterwegs sind)

Wie es sich anfühlt 34 zu sein…

tl;dr

Ich bin vor ein paar Tagen 34 geworden und wurde häufig gefragt wie es sich nun eigentlich anfühlt so alt zu sein… Ich bin einfach ein wenig müder als früher, müder von vielen Diskussion, in denen alles so ausdifferenziert ist, dass man wieder am Anfang ankommt oder  sich im Kreis dreht oder im schlechtesten Fall jemand nur sein Recht auf Rechthaberei einfordert, müder von kaum zu überschauenden Rechnungen und tollen Finanz-Modellen, die mir mein Sparkassen-Berater andrehen und die ich einfach nicht verstehen möchte. Müder auch von diesem schlechten Gewissen, das man hat, wenn man auf der besser gestellten Hälfte dieses Globus lebt, während es so vielen Menschen auf diesem Planeten so schlecht geht, während mein Essen im Kühlschrank mal wieder das Verfallsdatum überschritten hat. Müder auch um die Liebe einer Frau zu kämpfen, weil ich einfach desillusioniert bin. Müder davon die Welt verändern zu wollen, weil ich das ganz einfach nie konnte und nicht kann. Müder auch von Rückschlägen, von denen mich mache stärker gemacht haben, aber auch viele sehr viel Kraft gekostet haben. Müder von dem Gedanken, meine Eltern schon bald zu verlieren. Müder, dass das Ende der Beginn von dem Ende ist. Müder von neuer Musik, die sich anhört, als ob sie schon dreimal gab. Müder gegen den Mainstream zu sein und ein Teil von ihm zu sein. Ich will eigentlich nur leben,und das ist schon schwierig genug. Ich freue mich schon auf das nächste Update dieses Artikels, wenn ich alles widerrufe. That`s it.

Becoming a Legend

Mal eben ganz und gar großartig, berühmte Pixel-Helden mit Platons Höhlengleichnis gelesen. Macht Sinn: In der Rezeption der Spieler wurden die aus wenigen Pixeln bestehenden Sprites zu großen, tollkühnen Helden, zu echten Charakteren, die eben nicht in pixeligen 8-Bit-Welten herumtollten, sondern große Abenteuer-Tableaus betraten. Auch wenn wir als Spieler immer hinter die Schatten blickten, begaben wir uns freiwillig in die platonische Höhle, setzten uns ans Feuer und bewunderten die großen Schatten, die die einfachen Figuren an die Wand unserer Imagination warfen. Jetzt könnte man natürlich über den Verlust an Fantasie lamentieren, der mit der detaillierten heutigen Darstellung tougher Polygonhelden einhergeht, aber das wäre genau so albern, wie Literatur gegen Film auszuspielen. Das Medium hat sich nun mal geändert und die Möglichkeit zur platonischen Fantasterei ist daraus (fast) vollständig verschwunden. Das ist durchaus eine begrüßenswerte ästhetische Entwicklung. Mitunter macht es aber auch Sinn, sich mal wieder in das Suspension-of-Disbelief -Spiel zu begeben, und eine pixelige Samus Aran durch undetaillierte 8-Bit-Höhlen zu begleiten eine idealisierte abstrakte Weltraumheroin Samus Ara durch fantastische, dunkle, imaginierte Höhlen zu geleiten. (Abseits davon kann man diese schönen Illustrationen natürlich auch nach dem Prinzip lesen: “Große, zukünftige Polygonfiguren werfen ihren Schatten voraus.” Macht aber nur halb so viel Spaß.)

Die Bilder stammen alle von RileyRiot, der die Teile bei Redbubble auch als schicke Retrogamer-Shirts verkauft.

Becoming a Legend via Pixellevel

Game Theory: Videogame-Pop-Bastard

Mashup-Großartigkeit für den Nachmittag: Im musikalischen 19-Track-Supercut Game Theory kreuzen sich Retrogame-Samples mit Synthie Pop zu einem fantastischen Bastard-Pop-Epos.

We took a look back at 35 years of video game music (Space Invaders, released in 1978 was the first game to have a continuous soundtrack), picked some of our favourites and mashed them with other tracks we love.

by Ithaca Audio via Laughing Squid

DuckTales Remastered für PS3, XBox und Wii U

…Ich glaube ich hatte gerade so etwas wie einen Retrogamer-Orgasmus. Wenn es auf dem NES und Game Boy ein Jump N’ Run gab, das neben der Mario-Franchise bestehen konnte, dann war es Capcoms DuckTales. Und davon gibt es dann demnächst ein ziemlich cool aussehendes HD-Reamke. Haben muss!

Head back to Duckburg with Scrooge McDuck, Launchpad, Huey, Dewey and Louie with DuckTales Remastered, a hand-drawn reimagining of one of the most memorable 8-bit games of all time. Developed in loving collaboration with WayForward, Disney and Capcom, DuckTales Remastered comes to Xbox Live, PlayStation Network and the Wii U e-Shop in Summer 2013!

via Pat the NES Punk

Sculpture Surgeries by Cao Hui

Arghhh… ist das jetzt Prokrastination oder ein wichtiges Abarbeiten von favorisierten Feeds? Egal, die gr0ßartigen, sezierten Skulpturen von Cao Hui muss ich gerade einfach an dieser Stelle posten. Genau jetzt! Denn ähnlich wie auf den Bildern fühlt sich auch mein Kopf derzeit an, nachdem ich mich die letzten Tage mit Nietzsche, Husserl, Waldenfels, Gehirnen im Tank und postmodernen Moderne-Interpretationen auseinandergesetzt habe: Seziert, verschoben, dissoziiert… und nächste Woche dann hoffentlich wieder frei. Wo ist ein Skalpell?

via whokilledbambi?

Neues Lieblingsspielzeug für die nächsten 48 Stunden: Google Ngram Viewer

Jaja, ich weiß: Google ist böse und so. Obwohl ich den Google Reader praktisch nie benutze und dort nur ein Backup meiner rss-Feeds für den Notfall habe, habe ich doch das Gefühl zumindest aus Solidarität mit den Blogger-Kollegen fortan auf Google-Posts verzichten zu müssen. Denn offensichtlich war für ziemlich viele Blogger, die ich täglich lese, der demnächst eingestellte Google Reader das essentielle Werkzeug schlechthin… was ich wiederum überhaupt nicht verstehen kann: Grauenhaftes Interface, hässlicher Look und browserbasiertes rss-Lesen finde ich auch eher so suboptimal. Dafür läuft bei mir mein rss-owl einfach zu sauber im Hintergrund, lässt sich weitaus besser konfigurieren und macht (zumindest seit dem letzten Update) trotz meiner ziemlich großen Masse an Abonnements nicht schlapp. Okay, java, auch scheiße, aber zumindest riskiere ich mit ner ganz konservativen, lokalen rss-Abfertigung kein böses Erwachen, wie das, das es gerade bei Google-Reader-Nutzern gab.

Egal, anderes Thema: Trotz Solidaritätsgefühl muss ich an dieser Stelle einfach auf Googles ngram Viewer verweisen, der aus 5 Millionen Büchern, die von Google Books digitalisiert wurden, leckere quantitative Analysen darüber erstellt, wie häufig ein bestimmtes Wort – oder eine bestimmte Phrase – in einer bestimmten Zeit publiziert wurde. Inklusive übersichtlicher Grafik und verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten. Damit kann man dann interessante, aufschlussreiche oder einfach nur alberne Vergleiche anstellen und z.B. die erschreckende Erkenntnis gewinnen, dass das Wort Schwarzer erst seit 1995 in der digitalisierten deutschen Literatur öfter auftaucht als das Wort Neger oder einfach nur Spaß am Vergleich verschiedener Synonyme für den Beischlaf haben. Unten gibt es noch einen unterhaltsamen, absolut sehenswerten TED-Vortrag zu dem Tool, und da ich gerade wegen akuten Hungers zu unkreativ bin… Probiert es einfach selbst aus!


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Friedrich Nietzsche – Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

Teil 2 der Reihe: Flo missbraucht sein Blog zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung in Philosophie. Nachdem ich mich das letzte Mal intensiv mit Edmund Husserls Cartesianischen Meditationen beschäftigt habe, mache ich an dieser Stelle einen weiten Sprung. Ich springe sowohl in der Zeit zurück, nämlich ins seelische 19. Jahrhundert, als auch in der Disziplin zur Seite. Ist das, was Husserl selbst als Transzendentalphilosophie und Phänomenologie bezeichnet, primär die philosophische Teildispziplin der Erkenntnistheorie, so widme ich mich bei meinem guten Freund Friedrich Nietzsche der Ästhetik… primär. Dieses “primär” sei an dieser Stelle nicht nur als “relativ” im Sinne von Einschränkung sondern gleich auch als ein “scheinbar” zu lesen. Denn auch wenn es Nietzsche in seiner Schrift Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872) vordergründig um eine Kunsttheorie geht, so verbirgt sich dahinter doch – ziemlich offensichtlich – eine fundamentale metaphysische Theorie, die nicht einfach nur die Geschichte und Beschaffenheit des Dramas durchleuchtet, sondern Aussagen über die Grundlage des Seins an und für sich treffen will. Nietzsches Abgesang auf die Ästhetik Richard Wagners, betrachtet durch die Brille eines vitalistischen Arthur Schopenhauers, ist nicht weniger als ein Rundumschlag gegen vernunftorientierte Ästhetik, die nach Nietzsche zum Niedergang der griechischen Tragödie führte, zugleich aber auch den Diskurs der Dramatik seit der Aufklärung wesentlich bestimmte. Nietzsches Tragödien-Stück ist ein gewaltiges Werk, und auch ein gewalttätiges: Voller Abgründe, voller Pathos, voller großer Gesten. Auch heute noch ein großes Lesesvergnügen.

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Musikvideo der Woche: Phoenix – Entertainment

Was soll ich noch zu diesem Wetter sagen? Vielleicht mal gar nix und was Phoenix hier in diesem Video (des Jahres?) reinhauen ist wirklich eines: ganz, ganz großes E N T E R T A I N M E N T.

Phoenix – Entertainment (2013)

Regie: Patrik Daughters

Album: Bankrupt!