Ausschnitte aus “Das Kapital” und “Mein Kampf” musikalisiert

Gibt es etwas großartigeres als Adaptionen literarischer Werke in ein Medium, in das diese Werke so überhaupt nicht zu passen scheinen? Anton Wassiljew hat es getan: Ausschnitte aus “Mein Kampf” und “Das Kapital” als algorithmische Kompositionen, irgendwo zwischen Coding und entfesselter Atonalität. Das ganze fällt dann wohl in den Bereich der Neuen neuen neuen Musik, bei der  ich nie so ganz mitkomme, deren Ausgeburten ich aber immer höchst spannend finde:

“das kapital” study

in dem stück habe ich »das kapital« von k. marx sampleweise vertont. jedes wort aus dem ersten band des kapital ist in eine gleitkommazahl übersetzt, also in ein sample. und zwar so, dass die wörter “arbeit” und “geld” mit der amplitude 1.0 markiert werden. der rest bekommt einen zufälligen wert zwischen -0.1 und 0.1. so entsteht das leise rauschen.
im ersten band des kapital gibt es 286784 wörter. das wort “arbeit” kommt 1270 mal vor und das wort “geld” 423 mal.

Mein Kampf – das lied ohne worte

die ascii-werte des textes wurden in tonhöhen, dauern und lautstärken übersetzt:
buchstaben –> die höhere schicht
punkte, kommas usw. –> die mittlere schicht
leerzeichen –> ganz tiefe töne
anführungszeichen –> lange töne

via Kulturtechno

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