Weihnachtsstimmung XV: Mickey’s Christmas Carol (1983)

Gibt es in den Weiten des Internet leider nur auf englisch, ist aber dennoch mehr als sehenswert. Es finden sich ja wirklich eine ganze Menge herausragender Verfilmungen von Charles Dickens’ A Christmas Carol (1843) da draußen und dennoch gehört der Disney-Cartoon von 1983 nach wie vor zu denen, die mich am meisten bewegen. Scrooge wird in dieser Version – passenderweise – von Dagobert Duck verkörpert, dessen englischer Name Scrooge McDuck ist, natürlich angelehnt an die klassische Dickens-Figur. Seinen ersten Auftritt hatte Scrooge McDuck, der sich auch außerhalb von A Christmas Carol viele Eigenschaften mit dem berühmten Namenspatronen teilt, ebenfalls in einer Weihnachtsgeschichte, nämlich dem Comicheft Christmas on Bear Mountain (1947). In seinen Anfängen noch als eher unsympathisch charakterisiert, erarbeitete sich der reiche, geizige Grummelkopf schnell eine treue Fanbase und wurde von seinen Schöpfern daher peu à peu in einen sympathisch ambivalenten Charakter umgewandelt. Ich habe Dagobert schon immer geliebt, v.a. Dank der großartigen Serie und dem nicht minder großartigen Film Ducktales (1987 – 1990).

Erste Schreibversuche: Chaotische Weihnachten

Mein vor kurzem hier veröffentlichter erster analoger Blogpost ist erschreckend gut angekommen. Die Publikation meiner ungelenken frühkindlichen Schreibversuche kann ich ja für mich selbst noch ganz gut mit Nostalgie rechtfertigen… aber warum zur Hölle haben so viele Leute den Text gelesen? Schlimmer noch, über Facebook geteilt? Naja, mir solls recht sein. Der Text stammt übrigens aus einem kleinen Büchlein, das ich seinerzeit von meiner Grundschullehrerin bekam. Und dieses – auf dem Umschlag mit Herzchen bedruckte – damals komplett leere Büchlein habe ich während meiner gesamten Grundschulzeit gewissenhaft mit Geschichten, Anekdoten, Selbsterfundenem, Geklautem und Inspiriertem gefüllt. In letztere Kategorie fällt die Weihnachtsgeschichte “Chaotische Weihnachten”, die ich dort im ersten oder zweiten Schuljahr niedergeschrieben habe und die geradezu danach schreit, über 20 Jahre später am zweiten Weihnachtstag hier im Blog veröffentlicht zu werden.

Weiterlesen

Weihnachtsstimmung XIV: Merry Indie X-Mas

Schön, dass jemand an Weihnachten auch an all die New Yorker, Londoner und Berliner Hipster da draußen denkt… und an die Menschen, die einfach nur guten Indie Rock und Indie Pop zu schätzen wissen. Animal NY leistet dazu seinen Beitrag mit einem schicken, weihnachtlichen Holiday Album, auf dem Bands wie Interpol, The xx und Bon Iver bekannte Weihnachtsklassiker covern. Kann man machen.

via Nerdcore

Die Thomaner – Herz und Mund und Tat und Leben (online auf arte)

Pünktlich zum Fest läuft auf Arte online derzeit einer der meiner Meinung nach spannendsten Dokumentarfilme des Jahres. In Die Thomaner (2012) begleiten Paul Smaczny und Günter Atteln ein Jahr lang die Schüler des Thomanerchores durch Schule, Internat, Chorproben und Alltag. Ein selten intimer Einblick in eine Welt, die sich in vielerlei Dingen von der Erlebniswelt anderer Kinder radikal unterscheidet und doch zugleich in so vielen Dingen ähnelt. Gerade zu Beginn läuft der Film – dem sich Internat und Chor überraschend offen präsentierten – Gefahr etwas zu unkritisch, zu unreflektiert das Geschehen der Thomaner zu beobachten, aber nach einer Weile fallen dem Zuschauer dann doch die leisen, subtilen und berührenden Zwischentöne auf, mit denen Paul Smaczny und Günter Atteln der Spagat zwischen empathischer Beobachtung und kritischer Distanz hervorragend gelingt. Die Thomaner ist sowohl von einer uninspirierten Standard-Dokumentation als auch von effektheischerischer Radikalkritik meilenweit entfernt und stattdessen sowohl berührend als auch faszinierend, neugierig, empathisch und dennoch reflektiert genug, um nicht zur bloßen Exegese des Chorjungen-Daseins zu verkommen. Unbedingt sehenswert.

Pünktlich zum Jahrhundert-Jubiläum ist der Chor nun erstmals in dem abendfüllenden Dokumentarfilm “Die Thomaner – Herz und Mund und Tat und Leben” zu erleben. Die Filmemacher begleiten den Chor und seinen Kantor Georg Christoph Biller – den 43. Thomaskantor nach Bach – über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr. Durch ihre persönlichen Geschichten entsteht ein sensibles Porträt dieses einzigartigen Chores, das der Frage nach der Faszination des Traditionsensembles nachgeht.
Der packende und anrührende Film gewährt einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen dieses Ausnahmechores und zeigt die Möglichkeiten, die eine intensive Beschäftigung mit Musik für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leisten kann. Ungewöhnlich offen können die Filmemacher eine einzigartige Welt zwischen Motette, Internat und Fußballplatz zeigen; ein Leben, das geprägt ist von Erfolg und Leistungsdruck, Zweifeln und Stolz, Heimweh und Freundschaft. Und in und über allem: die unsterbliche Musik Johann Sebastian Bachs.

Die Thomaner auf Arte

Weihnachtsstimmung XII: Der Schneemann

The Snowman (1978) ist ein Kinderbuch von Raymond Briggs, in dem ein Schneemann auf magische Weise über Nacht zum Leben erwacht und den kindlichen Protagonisten mit auf eine fantastische Reise nimmt. Klingt profan, ist es aber keineswegs. Auf wundervolle Weise erzählt das Buch vom Sein und Vergehen, von Vorstellungskraft und Fantasie, ohne dabei jemals zu sentimental zu werden. Wenn ihr jungen Nachwuchs habt, praktisch eine essentielle Pflichtlektüre für den Winter. Ebenfalls mehr als eine bloße Adaption ist der gleichnamige Film aus dem Jahr 1982, in dem die Geschichte ebenso berührend wie wundervoll, ebenso warmherzig wie traurig in poetische Bilder getaucht wird, begleitet von der herausragenden Musik Howard Blakes. Vollkommen zurecht wurde der 20Minüter 1983 für den Oscar nominiert und rangiert auch regelmäßig weit oben, wenn es um die besten britischen TV-Produktionen geht. Und… wie sollte es auch anders sein: Er passt perfekt zum frühen Morgen des zweiten Weihnachtstags.

Weihnachtsstimmung IX: Merry Christmas Mr. Bean

Und ich bin noch nicht einmal der größte Mr. Bean Fan, aber das ist jedes Jahr wieder Gold wert: Angefangen beim albernen Spieltrieb an der Krippe, über die kindliche Vorfreude am Weihnachtsmorgen, das tragikomische Schreiben der Weihnachtskarten an sich selbst bis hin zum klassischen Truthahn-Gag.

Weihnachtsstimmung VIII: Merry Fucking Christmas

Vielleicht ist es die perfekte Mischung aus harmonischer Kalligraphie und rüdem Tonfall. Vielleicht ist es die stimmungsvolle Kombination aus Tradition und Nerdyness. Vielleicht ist es die herrlich sublime Dekonstruktion des Wunsches nach einem gediegenen Weihnachtsfest. Aber am wahrscheinlichsten meldet sich hier dann doch einfach nur mein pubertäres Selbst zu Wort… Egal, diese Calligraphuck-Weihnachtskarte ist einfach großartig!

via

Weihnachtsstimmung VII: Olivier Messiaen – Vingt regards sur l’enfant-Jésus

Weihnachtsmusik… spezielle Weihnachtsmusik… Weihnachtsmusik, wie sie sein soll; fernab von jedem “Last Christmas”-Generve, jeder “Jingle Bells”-Niedlichkeit und jedem “Stille Nacht, Heilige Nacht”-Kitsch. Vingt Regards sur l’Enfant Jésus (1944) von Olivier Messiaen gilt laut Wikipedia als eine der wichtigsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts. In seinen 20 Blicken auf das Jesus-Kind spielt der Avangardist mit dem Menschlichen und dem Göttlichen, variiert Themen und Motive und erschafft so ein eindrucksvolles Klangerlebnis auf dem Klavier. Heraus kommt nach den Worten des Komponisten ein “Komplex von Klängen, bestimmt für ständige Variation, als Folge abstrakt präexistent, dabei sehr konkret und leicht an seinen Farben zu erkennen.” Oder, um es kurz zu fassen: Einfach wundervolle, hochkomplexe und dennoch sehr empathische und mitreißende Musik.

Weiterlesen

Weihnachtsstimmung IV: The Star Wars Christmas Holiday Special

Was wäre Weihnachten ohne grölende Wookies, eine singende Prinzessin Leia, saufende Monster in Mos Eisley und einen bizarren Zeichentrick-Kurzfilm, in dem Boba Fett seinen ersten Auftritt hat? Wahrscheinlich weitaus besinnlicher, aber auch weitaus weniger nerdy. Jaja, schon klar: Das Star Wars Holiday Special (1978) ist genau genommen nicht Christmas-related, zeigt aber wohl sehr gut, was an so vielen Weihnachtsspecials so gehörig falsch läuft. Im Grunde ist es sogar the Godfather of all bad Christmas Specials, eine total absurde Aneinanderreihung von miesen Subplots, unmotivierten Clips, unlustigen Comedy- und albernen Pathos-Einlagen. George Lucas selbst war über das Ergebnis so entsetzt, dass er – trotz okayer Einschaltquoten – versuchte jede weitere Veröffentlichung des Specials zu verhindern. Wohlgemerkt, wir reden hier von dem Mann, der für die dämlichen Star Wars Prequels und Indiana Jones 4 verantwortlich ist… nur um nochmal deutlich zu machen, wie verhunzt das Star Wars Holiday Special selbst im Vergleich zu diesen Big Fails ist. Wie dem auch sei, das Teil ist immer noch im Netz zu finden, und wer sich zum Fest die voll Ladung nerdy Trash gönnen will, der kommt an diesem abnormalen TV-Ereignis einfach nicht vorbei.

Weihnachtsstimmung III: Woodland Critter Christmas – South Park Special

Hier darf einfach nicht viel erzählt werden, weil jede Erwähnung des Inhalts ein Spoiler zu viel sein könnte. Nur so viel: Woodland Critter Christmas (2004) gehört mit zu den besten Weihnachtsspecials, die es in der Serienlandschaft zu finden gibt… und ist natürlich genau das, was man von South Park erwartet. Mr. Hanky (totally overrated) kommt Gott sei Dank nicht darin vor. Stattdessen gibt es lustige, singende Tiere, einen verzweifelten Schüler, einen dreisten Erzähler, Abtreibungen, Satanismus und Santa Claus mit einer Shotgun. Wie gesagt, alles was man von South Park erwartet. Und viel mehr. Unbedingt anschauen!

Hier entlang…