Videospiele in der ständigen Ausstellung im Museum of Modern Art in New York

Das Museum of Modern Art in New York hat endlich (jetzt erst?) seine ständige Ausstellung um Video- und Computerspiele ergänzt. 14 Games sind in die permanente Kollektion gewandert. Mal abgesehen davon, dass es grundsätzlich begrüßenswert ist, wenn das Medium Spiel von etablierten Kulturinstitutionen gewürdigt wird, stellt sich natürlich fast zwingend die Frage: Durch welche Eigenschaften verdient es ein Spiel in den kulturellen Kanon aufgenommen zu werden? Wann ist ein Spiel “museumsreif”? Ist der künstlerische Anspruch entscheidend oder ist es die Historizität bzw. der Einfluss, den das jeweilige Spiel auf das Medium als solches hatte? Ein Blick auf die Liste der aufgenommenen Spiele offenbart, dass die Verantwortlichen des MoMA sich um eine – vielleicht nicht ganz ideale – Zwischenlösung bemüht haben.

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Garbage Embrace – Liebe deinen Mülleimer

Ach, tun solche Videos gut. Keine schrillen Effekte oder nervige Collagen,sondern einfach ein ruhiger Schwarz-Weiß Film über Menschen, die mitten im hektischen Stadtverkehr einen Mülleimer umarmen oder gleich ihren Kopf hinein stecken. Poesie des Alltags.

Amazon Random Shopper

Großartige Coding-Kunst von Darius Kazemi: Sein Amazon Random Shopper ist ein Skript, das jeden Monat für einen festen Preis randomisiert Produkte von Amazon ordert. In einem extra dafür eingerichteten Tumblr berichtet Kazemi ab sofort monatlich davon, was ihm der Zufallskäufer so alles Schickes ins Postfach legt. Im ersten Überraschungspaket waren eine CD des avantgardistischen Komponisten Ákos Rózmann sowie ein Buch von Noam Chomsky… für eine zufällige Bestellung ein erstaunlich guter Fang. Aber es dürfte wohl nicht lange dauern, bis die ersten Eso-Ratgeber und Crazy-Frog-CDs im Briefkasten landen. Ansonsten ist das natürlich großartige postpostmoderne Konzeptkunst, inklusive Konsumkritik, Selbstkritik und allem was dazu gehört.

How about I build something that buys me things completely at random? Something that just… fills my life with crap? How would these purchases make me feel? Would they actually be any less meaningful than the crap I buy myself on a regular basis anyway?

Amazon Random Shopper via Nerdcore

Kurzfilm der Woche: Tufty

Wo die süßen Teddybären tatsächlich herkommen…. Wenn ihr drei- bis fünfjährige Kinder wirklich so richtig böse trollen wollt, müsst ihr ihnen einfach nur diesen Film zeigen. Schon unglaublich, wie aus einer eigentlich ziemlich trivialen, absurd-albernen Grundidee durch eine herausragende Inszenierung und viel Pathos eine derart bildgewaltige Tragödie werden kann.

What if you knew where your Teddy Bear really came from?

Filmbase / RTÉ presents a Warrior Films production
Written & Directed by Jason Butler & Brendan Butler

Boy – Luke Reilly | Mother – Una Kavanagh | Hunter – Brendan McCormack | Taxidermist – Brendan Conroy

Producer Dave Leahy | Director of Photography Ivan McCullough | Edited by Berni Stack and Róisín O’Donnell | Original score composed by Louise Heaney | Sound Design & Mix by Paul Lynch at Mutiny Recording Studios | Puppet Design Asumpta Sweeney | Puppeteers Brendan Butler & Asumpta Sweeney | Special Effects Dave Roddham | Grading Orla O’Brien | Online Dominic Lord | Music Performed by RTÉ Concert Orchestra | Thanks to The Production Depot, Egg Post Production, IMRO, FÁS Screen Training Ireland, Contemporary Music Centre

via Kraftfuttermischwerk

It’s Black Friday, Charlie Brown

Wer einen dieser Schnäppchen-Newsletter abonniert hat oder einfach aufmerkam ist wird sicherlich schon mal den Namen Black Friday gehört haben. Mit teilweise dratischen Rabatten soll die Lust nach Konsum wieder angeregt werden und das Ganze scheint sich in Amerika einer großen Beliebheit zu erfreuen. Der Late Night Moderator Jimmy Kimmel hat diesem etwas merkwürdigen Ritual einen Peanuts-Clip gegönnt, in dem Lucy zur Waffe greift und Wörter fallen, die man gerade der ansonsten so braven Marcy gar nicht zugetraut hätte. Was Geld aus Menschen machen kann…

via

Musikvideo der Woche: R.E.M. – Blue

Ein verstörender Trip durch die Nacht, Patti Smith klagt an und Lindsay Lohan ist hier sie selber, was ja schon traurig genug ist. Den Clip hat übrigens kein Geringerer als James Franco (Spider-Man,Milk,128 h) gedreht.

R.E.M. – Blue (2012)

Regie: James Franco

Album: Collapse Into Now

Nintendo Wii U in der Mikrowelle

Performance Trash-Artist Kenny Irvin, der schon Playstation Vita, 3DS und X-Box 360 zu ihren Launchterminen geschrottet hat, hat nun einige Tage nach US-Launch auch eine Wii U der destruktiven Macht seiner Mikrowelle preisgegeben. Call it art!

Microwaved Wii U Deluxe available on Ebay via Kotaku

Mein erster (analoger) Blogpost

Ich habe dann mal ein bisschen in meiner Vergangenheit gegraben und den ersten Blogpost gefunden, den ich je geschrieben habe. Wie es sich für die Urzeit der Blogs gehört, ist das ganze stilistisch in einer flapsigen Tagebuchform verfasst. Ich habe auf dem analogen Medium – auf dem der Text abgespeichert ist – leider kein Veröffentlichungsdatum finden können, gehe aber aus Gründen davon aus, dass ich den Text wohl mit sechs oder maximal sieben Jahren verfasst habe, also wahrscheinlich so um den Dreh 1988/89.

Achso, ja… und ich gehe natürlich auch davon aus, dass ich seitdem nichts Besseres mehr zu Papier gebracht habe. Viel Spaß beim Lesen:

Die Schulwanderung

Wir sind mit der Schule an den Weiher gegangen. Wir waren die ganze Zeit nur auf einem Spielplatz. Es war aber trotzdem sehr schön. Ich habe mit Mathias Fangen gespielt. Es waren aber sehr viele Kinder da. Und man konnte nicht sehr gut fangen. Wir haben aber trotzdem Fangen gespielt. Eigentlich war es auch sehr heiß. Ich hatte zum Glück zwei Getränke dabei. Als wir dann heimgegangen sind, sind wir durch den Wald gegangen. Es war so schön, daß wir sangen. Wir sangen: “Der Frühling hat sich eingestellt”, “Alle Vögel sind schon da” und “Singt ein Vogel”. Weil ich gerade am Weiher wohne, konnten sie mich daheim abgeben.

Pure Poesie!

Introducing…Binoculers

by Inga Seevers

Uff, ich habe hier doch einiges schleifen lassen. In der Introducing-Rubrik kam ja nun schon länger nichts mehr und ich versuche gerade mal die MP3s auszuchecken, die ich in letzter Zeit bekommt habe. Hier wieder eine interessante Newcomerin aus Hamburg,  die mit dem Debüt-Album “There Is Not Enough Space In The Dark” schönen melancholischen Folk-Pop spielt und gerade genau das Richtige für melancholische Winter-Abende ist.

Neben den verwendeten Instrumenten rückt vor allem diese Bildhaftigkeit Binoculers in die Nähe des Folk, dessen Tradition sie durch behutsame Erneuerung respektiert. Der Rolling Stone nennt sie in seiner Besprechung des Debütalbums “Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship” (Labelship, 2010) eine “erstaunliche Künstlerin” und lobt “(…)(sie) verzaubert die Menschen. Mit leisem Indie-Folk, Popmusikminiaturen, Spieluhrmelodien und viel künstlerischer Fantasie.”
Im November 2012 erscheint das zweite Album “There Is Not Enough Space In The Dark”. Die begleitende Tournee wird Nadja mit Band oder im Duo spielen.

Wer Binoculers, alias Nadja Rüdebusch, nicht nur daheim auf Platte sondern auch live erleben möchte, hat im Dezember und Januar ausreichend Möglichkeiten:

09/12/12   Düsseldorf – LAMA Musik Jahresabschlusskonzert

15/01/13 tba
16/01/13   Café Galao – Stuttgart*
17/01/13  Das Modul – Saarbrücken*
18/01/13  Figurentheater – Ravensburg*
19/01/13   Action House – Heidelberg*
20/01/13  tba
21/01/13  Schwarze Katz – Konstanz*
22/01/13 Südstadt – München*
23/01/13 tba
24/01/13  Arsenal Kino/Café Haag – Tübingen

* with Black Ribbon

28/02/13  Aaltra – Chemnitz*

* with Nicolai Schorr

TV-Tipp: Salto Mortale – Helge Schneider als Clown

An dieser Stelle muss ich dann ja für gewöhnlich disclaimern, dass ich Teile meines Gehalts von dctp beziehe… Done! Und damit zum Wesentlichen: Heute Abend läuft zu später Stunde um 0:30 Uhr auf RTL mein definitives TV-Highlight des Jahres: 10 vor 11, Salto Mortale mit Helge Schneider und Alexander Kluge. Wir haben das Teil bei uns jetzt schon etwas länger im System hängen und ich kann es gar nicht erwarten, den 25Minüter endlich zu veröffentlichen. Kein Scheiß, das ist das Größte und Beste was 2012 an TV-Unterhaltung zu bieten hat. Raab, Lanz, Jauch und Konsorten können aber so was von einpacken wenn Helge im Clownskostüm über das Nix und das Garnichts philosophiert, wenn Bilder von mordenden Clowns gezeigt werden, wenn der Zirkusartist zum Soziologen und schließlich zum Philosophen wird, wenn Alexander Kluge immer wieder versucht, seinen Gesprächspartner durch fiese Fragen in die Ecke zu drängen und dieser sich immer wieder kongenial herausredet.

Highlights? Unzählige! Es geht um Hegel, den Furz des Nichts, die Tatsache das 0×0=unendlich ist und natürlich auch die Frage, was man auf dem Clowns-College alles lernen kann. Das ist schon mehr als groß. Das ist schlicht und ergreifend Fernsehen so, wie es immer sein sollte. Echt jetzt! Schaut euch das an oder ihr verpasst die besten 25 TV-Minuten des Jahres! Falls ihr tatsächlich zu verpennt seid, um bis halb eins zu wach zu bleiben… Schande über euch! Aber Gott sei Dank landet das Teil auch morgen früh im Catch-up Service von dctp.tv, wo es für die nächsten Wochen genossen werden kann (Ich werde es dann auch nochmal zeitnah hier einbetten). Und als Frühstücksfernsehen ist dieses Kunstwerk auch einfach perfekt geeignet, genau so wie als mittägliches Trash-TV oder als abendliche epische Unterhaltung oder als philosophisches Nachtprogramm. I’m not kidding! Mehr Spaß hatte ich dieses Jahr vor dem Fernseher einfach nicht…

Salto Mortale der Philosophie

Igor Crantz, Clown 1. Klasse (Helge Schneider), über das NIX und das GAR NICHTS

Ein Beispiel für „Philosophie im Zirkus“. Salto Mortale! Wir sehen Helge Schneider beschäftigt mit Grundfragen des Denkens. Warum, fragt z.B. Martin Heidegger, gibt es überhaupt das Seiende und nicht vielmehr das Nichts? Der Schriftsteller Karl May ergänzt das mit dem Satz: „Du Null, du Nichts, du Loch in der Natur.“ Der Dichter Heinrich Böll setzt die philosophische Frage mit dem Satz fort: „Der Feierabend des Nicht-Künstlers ist die Arbeitszeit des Clowns.“

Update: Hier ist der Film:

Kurzfilm der Woche: True Skin

Visuell beeindruckendes – im besten Sinne des Wortes ästhetisch und inhaltlich vollkommen überladenes – Cyberpunk-Drama, in dem in satten Neonfarben die Dystopie einer transhumanen Zukunft erzählt wird: Cyberware, Biotech, Bioware, Argumented Reality, Brain-Memories etc… eben alles was dazu gehört; und das irgendwo zwischen Blade Runner und den ästhetischen Visionen Chan-Won Parks. Neben den optischen Leckerbissen liefert der Film dann noch ein wenig humanistische Philosophie und Ethik, die allerdings erwartungsgemäß in dem Farbenrausch ein wenig verloren gehen. Aber purer Eskapismus kann ja manchmal auch ganz wohltuend sein…

True Skin – A sci-fi short set in the not too distant future where augmentation is the way of life. For Kaye, still a natural, augmenting will help him keep pace in this now hyper-paced world. However, after acquiring an off-market prototype, Kaye quickly finds himself fighting not only for his own humanity, but something much larger.

Written & Directed by: Stephan Zlotescu
Director of Photography: H1
Original Music: J-Punch
Producer: Christopher Sewall
Manager: Scott Glassgold / IAM Entertainment

An N1ON Production

True Skin via misterhonk

Klassenfahrt nach Auschwitz (WDR-Dokumentation)

Die YouTube-Description weist darauf hin, dass jeder der die ersten zwei Minuten der Doku gesehen hat (die als Video mit dem Titel Warum fährst du nach Auschwitz? wohl gerade viral gehen), zumindest auch die letzten zwei Minuten sehen sollte. Aber im Grunde genommen ist die gesamte Doku wirklich mehr als lohnenswert. Gerade in unserer Zeit, da die letzten Zeitzeugen wohl nicht mehr lange leben werden, sind genau solche Filme ungemein wertvoll, dokumentieren sie doch ein Stück Erinnerungskultur, die in unserer Gesellschaft viel zu oft verächtlich gemacht wird. Und bevor die Frage kommt: Doch ich denke, es wurde bei weitem noch nicht genug über den Schrecken der NS-Vernichtungsmaschinerie geredet, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Zeit des Nationalsozialismus nicht einmal 70 Jahre zurück liegt.

via Doktorsblog

Awesome Häkel-Link is awesome!

Gehäkelt von meiner großartigen Schwester nach einer Vorlage von Nerdigurumi hat Link nun endlich seinen verdienten Platz zwischen SNES und Nintendo64 gefunden. Jaja, die PS2 daneben kommt sich schon ein bisschen wie ein Außenseiter vor bei so viel geballter Nintendo-Power. Aber was soll ich sagen… ich bin nunmal einfach ein Big-N-Fanboy. Ein paar Work in Progress Shots folgen nach dem Klick…

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